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Erscheint wöchentlich dreimal unb gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bejugspreis beträgt für Hersseld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark vs

Der Anzeigenpreis beträgt für den Raum einer eh* gespaltenen Zeile 10 pfg., im amtlichen Teile 20 Psg. Reklamen die Seile 25 pfg. Bei Wiederholungen I wird ein entsprechender Rabatt gewährt.VLv»«^ II

Hersfelder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Nnschlub Nr. 8

Nr. 18.

Donnerstag, den 11. Februar

1909.

Amtlicher teil.

Hersseld, den 5. Februar 1909.

Nachstehend veröffentliche ich daS Körungs-Ergebnir zweier von der Körung-kommission besichtigte Bullen der Landwirt-

DeS Bullenhalter-

De» Bullen

Tag der Körung

Befund

Namen

Wohnort

Alter

Farbe und Abzeichen

Raffe

Eidt, Ludwig

SolmS

14 Mt.

Gelbschack w. Blatt w. Kops

Simmentaler

2. 2. 1909

noch brauchbar

Zierdt, Georg

Kleinensee

14 Mt.

Gelbschack ». Kopf

Simmentaler

3. 2. 1909

noch brauchbar.

Berlin W 9, den 14. Dezember 1908.

In einer Beilage zu Nr. 52 bei Zentralblatte» für bei Deutsche Reich für 1908 sind die vom Bundetrat erlassenen Ausführung-bestimmungen AD zum Schlachtvieh- und Fleisch- bejchaugcsctze vom 3. Juni 1900, sowie da- Verzeichnis der Einlaß- und Untersuchung-stellen für bai in bai Zollinland eingehende Fleisch (Anlage F zur Bekanntmachung bei Herrn Reichskanzlers vom 30. Mai 1902, Zentr.-Bl. f. b. D. R. Beilage zu Nr. 22) und bai Verzeichnis der Untersuchung-- stellen für ausländische- Fleisch (Anlage zur Bekanntmachung vom 10. Februar 1903, Zentr.-Bl. f. b. D. R. ®. 46) in der gegenwärtig geltenden Fassung neu veröffentlicht worden.

Sachliche Aenderungen haben die Bestimmungen nicht er­fahren. Von der Mitteilung von Abdrücken der Veröffent- lichung wird daher abgesehen.

In der gemcinsaßlichcn Belehrung für Beschauer, die nicht ali Tierarzt approbiert sind (Au-sührung-bestimmungen C), ist im zweiten Abschnitt unter I Nr. 13 (Schweinepest) eine Unstimmigkeit beseitigt worden. Der Abs. 4 a. a.'O. lautet in der bisherigen Fassung:

Auf die Schlachtvieh- und Fleischbeschau finden dieDe- stimmungen für Schweine s e u ch e (vergl. Nr. 12) sinn­gemäße Anwendung."

Diese Fassung ist nicht mehr zutreffend, nachdem durch die Bekanntmachung vom 16. Juni 1906 (Zentr.-Bl. f. b. D. R. S. 651) die Zuständigkeit der nichttierärztlichen Beschauer aus bestimmte Fälle chronischer Schweine s e u ch e ausgedehnt und dementsprechend der diese Seuche behandelnde Teil der gemein- faßlichen Belehrung (1. Nr. 12 a. a. O.) geändert^worden ist. Der Absatz 4 unter I. 13 hat daher in der neuen Veröffent­lichung folgende Fassung erhalten:

Wie beim Rotlauf« (vergl. Nr. 10) darf die Schlachtung nur bedingungsweise gestattet werden (§ 15, §11, Abs.

1, 3). Der Polizeibehörde ist Anzeige zu erstatten (§ 14 Abs. 32). Die Beurteilung der Fleischer bleibt dem Tierärzte vorbehalten (§ 31)."

Diese Fassung stellt klar, daß hinsichtlich der Zuständigkeit der nichttierärztlichen Bejchauer bei Schweine p e st durch die Bekanntmachung vom 16. Juni 1906 keine Aenderung ringe- treten ist.

In der Anweisung für die chemische Untersuchung von Fleisch und Fetten (Anlage d zu den AusführungSbestim- mungen D) sind zwei Druckfehler der Bekanntmachung vom 22. Februar b. Js. (Zentr.-Bl. f. b. D. R. S. 59) berichtigt worden. Im ersten Abschnitt unter II Abs. 4 muß ei im 2. Satze statteine Hälfte aller E i n z e l p r o b e n" heißen: eine Hälfte aller F l ei s ch st ü ck ch e n." Im zweiten Ab­schnitt unter III Abs. 3 sind hinter den Wortenunbeschadet der Bestimmung im zweiten Abschnitt unter I 2 die Worte zu unterlassen" irrtümlich fortgeblieben. DaS Beschaupersonal ist aus die obigen Punkte hinzuweisen.

Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten: I. A.: gez. Küster.

Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten. I. A.: Zez. F ö r st e r.

* * *

HerSfeld, den 4. Februar 1909.

Vorstehendes teile ich den Ortspolizeibehörden deS Kreise- zur Kenntnisnahme und mit dem Ersuchen mit, die Fleisch- beschauer mit entsprechender Anweisung zu versehen.

I. I. 933. Der Königliche Landrat.

I. A.: F c l l i n g e r, Regierungt-Referendar.

Berlin W. 66, den 16. Januar 1909.

ES ist zu unserer Kenntnis gelangt, daß einzelne Polizei­behörden von der Sperrung von Wegen für den Krastfahr- zeugverkehr dem Kaiserlichen Automobil-Klub nicht immer die im Absatz 3 der Erläuterungen zu § 21 derGrundlüge" vorgeschriebene Mitteilung machen. Unter Bezugnahme auf unseren Erlaß vom 29. Dezember 1906 III. B. 3 1435 M. b. ö. A., II. a. 9037 M. b. I. ersuchen wir, ben Polizeibehörden die erwähnte Bestimmung in Erinnerung zu bringen. Nur soweit ei sich um zeitweilige WegeSsperrungen

Ludwig Eidt zu ® o l m 8 und Georg Zierdt zu Kleinensee.

Der Vorsitzende des kreisausschufses.

J. A. Nr. 737. I. A.: F e I l i n g e r, Regierungi-Referendar.

handelt, die für die Veröffentlichung in Fachzeitschriften nicht in Betracht kommen, kann die Benachrichtigung bei Kaiser­lichen Automobil-Klubs unterbleiben. (III. B. 12 715 M. d. ö. A., H. a. 10948 M. d. I.)

Der Minister der öffentlichen Arbeiten. I. A.: (Unterschrist.) Der Minister bei Innern. I. V.: gez. Holtz.

*

HerSfeld, den 5. Februar 1909.

Borst es) tn>e6 teile ich den OrtSpolizeibehörden unter Be- zugnahme auf meine Verfügung vom 6. Februar 1907, I. I. Nr. 872 Areisblatt Nr. 18 zur Kenntnisnahme und Beachtung mit.

L1270. Zu Königliche Landrat.

I. A.: F e l l i n g e r,

Regierungs-Reserendar.

In Sir. 52 bei ZentralblatteS für daS Deutsche Reich vom Jahre 1908 ist daS neue Verzeichnis der zur Annahme von Praktikanten ermächtigten Krankenhäuser und medizinisch- wiffenschaftlichen Institute veröffentlicht worden (§ 59 der Prüfungsordnung für Aerzte vom 28. Mai 1901). Ein ausführlichere Angaben enthaltenes Verzeichnis der preußischen Anstalten ist in der Nummer 1 des Ministerialblattes für Medizinal- rc. Angelegenheiten vom Jahre 1909 abgedruckt.

Im Regierungsbezirke Caffel sind zur Annahme von Praktikanten ermächtigt: die Landkrankenhäuser in Caffel, Fulda, Hanau und Hersseld, die Landeshofpitäler in Haina und Merxhauscn, die LungenheilstättenStadtwald" bei Melfungen und in Oberkaufungen, daS Hessische Diatoniffen- hauS in Caffel, daS St. Vincenz-KrankenhauS in Hanau und dir Lande-heilanstalt in Marburg. (A. II. 9854/08.)

Caffel am 20. Januar 1909.

Der Regierungspräsident. I. V.: Rieß von Echeurnschloß. * *

HerSfeld, den 5. Februar 1909. Wird veröffentlicht.

Der Königliche Landrot.

I. A.: F e l l i n g e r, Regierungs-Reserendar.

Hersseld, den 9. Februar 1909.

Der Landweg HeimboldshausenHarnrode ist bei Heim- boldShausen in der Nähe der Werrabrücke infolge des Hoch- wasicrs auf eine größere Strecke zerstört und unfahrbar; das­selbe ist bei dem Weg Lengers-Wölsershauscn der Fall.

Beide Wege werden für den fubrwerkverhebr bis zu ihrer Wiederherstellung hiermit gesperrt.

Die Herren Orlsvorstände der im Werragrund gelegenen Gemeinden haben Vorstehendes sofort auf ortsübliche Weise zur Kenntnis der Gemeindebewohner zu bringen.

I. A. 824. Der Königliche Landrat.

I. A.: F e l l i n g e r, RegierungS-Reserendar.

Hersseld, den 8. Februar 1909.

Unter der Schafherde deS Gastwirts Josef Schneider zu Hünseld ist die Räude ausgebrochen.

I. 1348. Der Königliche Landrat.

I. A.: F e l l i n g e r, RegierungS-Reserendar.

HerSfeld, den 4. Februar 1909.

Auch im laufenden Jahre wird voraussichtlich eine be­schränkte Anzahl Kinder unbemittelter Eltern hiesigen Kreise», welche an chronischer Skrofulöse leiben und einer Badekur besonders bedürftig sind, auf Kreitkosten in die Kinder- Heilanstalt in Solbad Sonden a/Werra ausgenommen werden können.

Die Herren OrtSschulinspektoren ersuche ich ergebenst, mir solche Kinder ihre- Bezirks nach Anhörung bet Eltern ober Vormünder bis zum 25. Februar d. JS. gefälligst in Vorschlag zu bringen. Außer den Namen der Kinder ist deren Geburt-tag sowie auch der vollständige Name der Eltern an- zugeben. Ebenso ist die Bedürftigkeit kurz zu begründen.

Aufnahmefähig sind Knaben von 312 Jahren und Mädchen im Alter von 314 Jahren.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

I. A. 703. I. A.: F e l l i n g c r, Regierungs-Reserendar.

Hersseld, den 5. Februar 1909.

Die unter der Schafherde des Schäfers Johannes Eichler zu Mengshausen ausgevrochene Räude ist erloschen. I. 1222. Der Königliche Landrat.

I. A.: F e l l i n g e r,

Regierungs-Reserendar.

Hersfeld, den 5. Februar 1909.

Der aus Donnerstag, den 11. Februar b. Jt. in der Stadt Fulda angesetzte Viehmarkt wird unter den seither be- kanntgegebenen Bestimmungen abgehalten. Mit dem Austrieb darf um 73A Uhr morgen- begonnen werden.

I. 1259. Der Königliche Landrat.

I. A.: F e l l i n g e r,

Regierungs-Reserendar.

In Bu^weg Wichen

Heringen

rechts der Werra ist bis aus weiteres gesperrt, weil die Brücke über den Schwarzengraben bei der letzten Ueber- schwemmung weggerissen worden ist.

Widdershausen, 8. Februar 1909.

Die ^olizcivrrwaltung.

Schäfer, Bürgermeister.

Gefundene Gegenwände:

10 Mark. Meldung deS Eigentümers bei dem Ort-vor- stand in Schenklengsseld.

nichtamtlicher teil.

Abgeordnetenhaus.

Am Montag beschäftigte sich das HauS mit der zweiten Lesung des Lehrcrbcsoldungsgesctzes. Die Abgg. v. Richthofen (Ions.), Kesternich (Z.) und v. Campe (natl.) erklärten im Namen ihrer Parteien ihre Zustimmung zu der Vorlage. Ministerialdirektor D. Schwartzkopff dankte im Namen der Regierung dem Haufe, daS im Interesse deS Zustandekommens der Vorlage ebenso wie die Unterricht-verwaltung manchen Wunsch zurückgestellt habe. Er erkannte an, daß eS den Kommunen nicht leicht sein werde, die ganz bedeutenden Summen, welche von ihnen durch dieses Gesetz ve,langt würden, aufzubringen. versicherte aber, daß die Regierung allen leistungs­schwachen Gemeinden helfen werde. Nachdem der Abg. Stychel (Pole) vergeblich die Streichung der Ostmarkenzulagen für die Lehrer beantragt hatte, wurden die §§ 1 bis 5, welche die grundlegenden Bestimmungen enthalten, angenommen.

Am Dienstag stand die zweite Lesung des Besoldungs­gesetzes für die evangelischen Pfarrer auf der Tagesordnung. Zu einer Diskussion kam eS jedoch nicht, da in letzter Stunde noch Anträge aut Erhöhung des Pfarrerwitwen- und Waisen- fonds und auf Gewährung von Beihilfe an leistungSunsähig- jüdische Kultusgemeinden eingegangen waren, die dem Haus einer Kommissionsberatung bedürftig erfchiencn. Infolgedessen wurde der Entwurf mit den Anträgen an die Kommission zu- lückverwiesen. Dasselbe Schicksal hatte auch die BesoldungS- Vorlage für die katholischen Psarrcr. Dann wandte sich das Haus, das sehr schwach besetzt war, der weiteren Beratung des Lehrer-Besoldungsgesetzes zu. Zur Verhandlung standen zu- nächst diejenigen Paragraphen, die die AlterSzulagen und die Mietenschädigungen betrafen. Die Debatte drehte sich Haupt- sächlich um die niederen Küsterdienste, und außerdem ließen ei sich die Redner angelegen fein, die Lehrer vor den Lustschlössern, die der Abgeordnete Borgmann gestern ihnen vorgezaubert hatte, zu warnen.

Reichstag.

Der Reichstag setzte am Montag die Beratung deS Etats deS Reichsamtes des Innern bei sehr schwachem Besuche bei Hauses fort. Die Zahl der hierzu von den verschiedensten Seiten des Reichstages cingcgangcncn Resolutionen ist bis jetzt auf 18 gestiegen. Erster Redner in der Monlagssitzung war der ZentrumSabgeordnete Jrl, der kräftig für das Hand­werk und weiter den Mittelstand überhaupt eintrat. Dann ergriff der sächsische BundeSrat-bevollmächtigte Fischer das Wort, um in sehr nachdrücklicher Weise die Angriffe zurück- zuweisen, welche der svzialdemokratijche Abgeordnete Zubeil in der vorangegangenen Sitzung gegen die sächsiichr Regierung wegen angeblicher illoyaler Handhabung der Rcichsvcrein-» gesetzes in Sachsen gerichtet hatte. Hieraus verbreitete sich de. Abgeordnete Naumann von der freisinnigen Vereinigung