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uz u. Nachbargebiet.

* Ernannt: Der Forstmeister Grebe in Veckerhagen zum Stellvertreter deS AmtSanwalts, der Hilsspsarrer Eberth zu Melsungen zum Pfarrer in Raboldshausen, Klasse, Homberg. Verliehen: Dem im Kirchendienst angeftellten Lehrer Heinrich Körber in Unterbaun der Kantortitel.

* (Ein neues Gesetz über dieLandeskredit- lasse.) Nach den Meldungen Berliner Blätter ist dem Ab­geordnetenhaus ein Gesetzentwurf betr. Abänderung deS Ge­setzes über die Landerkreditkasse in Cassel vom 16. April 1902 zugegangen.

* (Aenderung im D r u ck s a ch e n w es c n.) Für die Versendung von Drucksachen durch die Post ist vom Rcichspostamt eine neue geänderte Bestimmung erlassen worden. Bei den Drucksachen der Berussgenvssenschasten usw. ist es zu­lässig, Angaben handschriftlich hinzuzufügen, die zur näheren Bestimmung oder Ergänzung von Namen nnd Zahlen dienen. Es kann z. B. bei Personennamen handschriftlich die Angabe eines Berufs oder Standes, bei Ortsnamen die nähere Be­zeichnung der Lage des Orts oder die Wohnung, bei Handels- firmen Zugaben, die einen Teil der Firma bilden, bei Zahlen der Zusatz von Buchstaben erfolgen. Von jetzt an ist es auch zulässig, derartigen Drucksachen Postanweisungsformulare beizu- fügen, aus denen der Betrag in Zahlen und der Einzahler handschriftlich vermerkt sind. Voraussetzung ist dabei, daß diese Angaben dazu dienen, die Einsendung des richtigen Be­trages und die genaue Bezeichnung deS Einzahler- sicherzustellen.

*(Uebertretung der Feuerwehrordnung.) AuS Marburg wird unter dem 19. d. Mts. geschrieben: Eine besonders Feuerwehrleute interessierende Verhandlung mit 18 Angeklagten beschäftigte heute daS hiesige Landgericht. In dem Dorfe Rodheim (Kreis Biedenkopf) besteht neben der Pflichtseuerwehr auch noch eine freiwillige Feuerwehr, deren Kommando der Bäckermeister Bender VI führt. Brandmeister bei der Pflichtfeuerwehr war der Bürgermeister Bechthold, der dies Amt jedoch niederlegte und eS mit Genehmigung des übrigen Gemeindevorstandes und des LandratsamteS in Bieden- kops seinem Schwiegersohn, dem erstgenannten Bender, über- trug. Gelegentlich der Pfingstübung brächte er diese Neuerung den Mannschaften zur Kenntnis. Als nun am 19. September abermals eine Uebung der Pflichtseuerwehr stattfinden sollte und der neue Brandmeister die Leute antreten ließ, erklärte der Feuerwehrmann Schäfer, daß sie nicht nötig hätten, unter dem Kommando der Freiwilligen Feuerwehr zu üben und verließ den Platz. Dadurch daß sich ihm sofort 17 Feuer­wehrleute anfchlossen, wurde die ganze Uebung vereitelt. Die Folge war, daß alle Beteiligte polizeiliche Strafmandate in Höhe von 3 Mark erhielten, während Schäfer als Rädelsführer 6 Mark bezahlen sollte. Auf beantragte Entscheidung hin er­kannte das Schöffengericht in Gladenbach gegen jeden aus 5 Mark und gegen Schäfer aus 8 Mark Geldstrafe. Die Strafkammer bestätigte heute dieses Erkenntnis. Bender sei ordnungsmäßiger Brandmeister gewesen, denn bei Ernennung eines solchen bedürfe der Bürgermeister nicht der Zustimmung, sondern nur der Anhörung der Gemeindevertreter. Die An­geklagten hätten sich gegen den Par. 2 der Feuerwehrordnung für den Regierungsbezirk Wiesbaden vergangen, die auch vor- schreibe, daß in solchen Fällen nach Möglichkeit nur eine Person das Kommando habe.

§ Hersfeld, 22. Januar. Künftig ist der Sprechver- kehr mit den nachbezeichneten Orten zugelassen : Posen, Glowno, Luisenhain bei Posen und Wintary. Die Sprechgebühr be­trägt je 1.50 Mk.

* (Nebenbahn NiederaulaAlsseld.) Aus Grund des Par. 5 deS Enteignung-gesetzes vom 11. Juni 1874 und des Par. 150 des ZuständigkeitSgesctzes vom 1. August 1883 hat der Bezirksausschuß nunmehr die Ge­nehmigung zur Vornahme allgemeiner Vorarbeiten für die Nebeneisenbahn von Niederaula nach AlSfeld mit Abzweigung nach Schlitz erteilt.

Ziegenhain, 21. Januar. Die 74jährige Frau des Ackermanns Jakob Schröder dahier stürzte gestern abend die dunkle Treppe ihres Hauses herab und brach daS Genick, so daß der Tod alsbald eintrat.

Hanau, 19. Januar. Metzgermeister Andreas Schindler, Obermeister der hiesigen Fleischerinnung, wurde von der Straf­kammer mit 150 Mk. Geldstrafe bedacht, da er schweselsäurehaltige Salze dem Hackfleisch beigemischt hatte.

Hanau, 19. Januar. Nach dem Jahresbericht des Geschichtsvereins wurde in Marköbel bei Gelegenheit eines Neubaues eine Anzahl von römischen Gräbern aufgedeckt, in denen sich Gefäße in großer Zahl vorfanden. Weitere Nach­forschungen ergaben noch mehr derartige Gräber mit gleich­artigem Inhalt. Durch weitere Grabungen in der Gegend deS Baiersröder Hofes, bei Butterstadt und im Kilianstädter Walde wurde festgestellt, daß sich in der südlichen Wetterau in der neolitischen Zeit viele Siedelungen befanden. Besonder- Interesse erregten die Begräbnisstätten, in denen sich außer Brandresten zahlreiche durchbohrte Steinchcn von eigenartiger Form vorfanden. Diese sind zweifellos Teile von Schmuck­stücken (Halsketten) und sind vorher noch an keiner Stelle gefunden worden.

Vollmarshausen, 20. Januar. In dem nahen zwischen Wellerode und Wattenbach gelegenen Steinbruch ereignete sich gestern nachmittag ein Unglücksfall. Der Fuhiwerksbesitzer A. Eckel und sein Bruder fuhren Steine aus dem Bruch. Aus dem sehr abschüssigen und glatten Weg platzte die Bremse und der Wagen kam ins Rollen, wobei beide Pferde stürzten, sodaß der Wagen über sie Hinwegsuhr. Das wertvollste Tier war sofort tot, das andere mußte erschossen werden. E. selbst kam zu Fall nnd erlitt mehrere Verletzungen, sodaß er ärzt­liche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

Bad Orb, 19. Januar. Heute vormittag wurde die im I 74. Lebensjahr stehende ledige Dienstmagd Margaretha Bauer unterhalb des Brühl tot aus der Aubach gezogen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist ihr bei dem hohen Alter und dem sehr verminderten Sehvermögen ein Unglücksfall zugestoßen. Die Verstorbene war 32 Jahre im Dienste der Familie Krug tätig.

Treffurt (Werra), 20. Januar. Als der Gastwirt Montag im benachbarten Wendehausen gestern abend Feierabend ge­bieten wollte, konnte er einen seiner Gäste nicht bewegen, daS Lokal zu verlassen. Er schüttelte ihn daraus am Arm und gewahrte nun, daß der junge Mann, ein ausländischer Bahn- arbeiter, tot war. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein rasches Ziel gesetzt.

Hann. Münden, 18. Januar. Allzuw örtlich nahm es der Hausbursche eines hiesigen Hotels. Derselbe sagte flinem Chef, daß er kein Holz für die Oefen habe.Im Schuppen liegen Stuhlbeine usw. genug", entgegnete dieser ~ }*nb. sv fügte er im Scherze hinzu,wenn'S nicht reicht, schlagen Sie das Billard noch entzwei". Gesagt getan.

der Wirt einige Stunden später von Geschäft-wegen zurückkam, war da- Billard kurz und klein geschlagen. 1

Großen-Lengden b. Göttingen, 18. Jan. Während ein hiesiger Verein in seinem Lokal eine Festlichkeit abhielt, suchte der Maurer Lips, der srüher dem Verein angehörte, in das betr. Lokal einzudringen, wurde aber zurückgewiesen. Hierüber erbost, bewaffnete sich Lips zu Hause mit zwei Schlachtmessern und versuchte abermals in das Lokal zu ge­langen. Als sich der Arbeiter Wolf entgegenstellte, stieß ihm Lips ein Messer in den Unterleib, sodaß die Eingeweide hervortraten, und verletzte außerdem zwei Arbeiter an Armen und Händen. Lips wurde verhaftet und dem LandgerichtS- gefängnis Göttingen zugeführt.

Aus Thüringen, 21. Januar. Aus verschmähter Liebe erschoß der 19 Jahre alte Schlossergeselle Walter Ehren- berg in Thale das 15jährige Dienstmädchen Minna Joch durch zwei Revolverschüsse und tötete sich dann selbst. Bon Strolchen Überfällen und beraubt wurde dieser Tage der Stell­machermeister Kunze aus Wetzburg auf dem Heimwege von Tannenburg nach Dornburg. Ein der Tat verdächtiger hiesiger Einwohner wurde verhaftet und dem Untersuchungsgefängnis Jena zugeführt. Bei dem Bemühen, den Eisschollen aus der Saale an der Linkenmühle in Ziegenrück einen besseren Durchgang zu schaffen, stürzte der Landwirt Hermann Albert auS Göffitz in den Fluß und ertrank.

Erfurt, 15. Januar. Einen erschütternden Einblick in trostloses Elend gewährte die gestrige Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht. Unter der Anklage, im September v. Js. ihre vier noch nicht schulpflichtigen Kinder durch Kohlengas zu töten versucht zu haben, stand die Ehefrau des Zimmerpoliers Hops aus Erfurt. Sie räumte unter Tränen ihre Tat ein, zu der sie jedoch nur durch die bitterste Not getrieben worden sei. Ihr Mann sei häufig krank und ohne Arbeit gewesen, die Familie hätte oft gar nichts zu essen ge­habt. Im September sei kein Bissen Brot mehr im Hause gewesen, und die Angeklagte hätte deshalb beschlossen, sich und ihre Kinder zu töten. In Abwesenheit des Ehemanns und der beiden ältesten Kinder habe sie die in einer Holzkiste liegenden Kohlen angezündet und sich dann mit den kleinen Kindern zu Bett gelegt, damit alle an dem Kohlendunst er- sticken sollten. Ihre Absicht sei jedoch durch die Rückkehr ihres Mannes vereitelt worden. Die Geschworenen sprachen die arme Frau der versuchten Tötung ihrer Kinder schuldig, billigten ihr aber mildernde Umstände zu. Da- Urteil lautete auf sechs Monate Gefängnis. Um die Unglückliche mit ihren sechs Kindern vor augenblicklicher Not und Entbehrung zu schützen, veranstalteten die Geschworenen unter sich für die Verurteilte eine Sammlung, die gegen 180 Mk. erbrachte.

Erfurt, 20. Januar. Vor dem hiesigen Schwurgericht kam gestern der am 18. Oktober v. I. vertagte Mordprozeß gegen den 18 Jahre alten Stcinsctzerlchrling Martin Richter und den fast 20jährigen Steinsctzcrgcscllen Adam Karmrodt, beide aus Oberdorla bei Mühlhausen zur Verhandlung. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, am Abend des 5. August v. I. gemeinschaftlich zu Oberdorla die 18 Jahre alte Fabrik- arbeiterin Mathilde Groß durch Ertränken getötet zu haben. Der Angeklagte Karmrodt gab zu, daß er bem- Richter, von dem das Mädchen ein Kind erwartete, den Rat erteilt habe, die Großum die Ecke zu bringen", den eigentlichen Mord­plan soll aber Richter ausgeheckt haben, der aber von Karm­rodt dazu angestistet sein will. Die Zeugen äußern sich über den Angeklagten Richter günstig, Karmrodt dagegen wird als ein jähzorniger, offenbar geistig minderwertiger Mensch hin- gcstellt. Die Geschworenen bejahten die Schuldsragen aus vorsätzliche Tötung. Der Staatsanwalt beantragte gegen Karmrodt die Todesstrafe, gegen Richter 10 Jahre Gefängnis. Das Gericht erkannte im ersten Falle nach dem Anträge deS StaatsanwaltS, gegen Richter auf 12 Jahre Gefängnis.

Mühlhausen i. Th., 19. Januar. Gestern abend verunglückte bei den AuSschachtungSarbeiten zu dem Bahnbau Mühlhausen-Treffurt bei Mühlhausen der böhmische Arbeiter Ladislaus Czerwinski dadurch, daß er in einem Stollen von einem Baume so stark an die Wand gepreßt wurde, daß er daS Rückgrat brach und kurz nach seiner Einlieserung in eine Privalklinik starb.

Wochenbericht der Berliner Produktenbörse.

Die bemerkenswerteste Erscheinung im Getreidehandel war während der am 19. Januar beendeten BerichtSwoche die Bewegung der Weizenpreise. Während bisher die allgemeine Erwartung dahin ging, daß bald ein umfangreicher Export Argentiniens einsetzen und damit eine Abschwächung deS Wertes von Weizen beginnen wurde, haben die Notierungen für diese Brotfrucht eine nicht unerhebliche Steigerung erfahren. In Nordamerika ist man erfolgreich bemüht, die Preise Hoch- zuhalten, die argentinischen Exporteure benutzen diesen ihnen günstigen Umstand, um ihre PreiSsorderungen zu erhöhen, und beeilen sich keineswegs, sehr bedeutende Mengen ins AuS- land zu bringen. Dagegen meldet sich in den europäischen Einfuhrländern, wo große Vorräte nirgends vorhanden sind, mehr und mehr der Bedarf. Das Angebot australischer Ware ist nicht bedeutend genug, um einer Auswärtsbewegung ernstlich Widerstand zu leisten. Vorläufig ist man in Europa mit Käufen noch sehr zurückhaltend in der Erwartung, daß daS argentinische Angebot bald dringlicher werden wird. In Berlin beträgt der Unterschied zwischen den Lokopreisen von Weizen und Roggen 42 bis 43 Mark, zwischen den Notierungen für Mailieferung beider (Setreibearten ist die Differenz 39 Mk. und ebenso groß bei der Julilieserung. Vor einem Jahre zur gleichen Zeit war der Weizenvorrat und der Roggenwert um 8 Mark auseinander. Die Erklärung findet sich in der dies­maligen starken Aussuhr und verminderten Einsuhr. Die letztjährige Weizenernte Deutschlands überstieg zwar die vor­jährige um etwa 300 000 Tonnen, aber vom 1. August bis 31. Dezember 1908 sind 225 000 Tonnen Weizen mehr expor­tiert und 186 000 Tonnen weniger eingeführt worden als im Jahre vorher, so daß uns etwa 100 000 Tonnen weniger Weizen zur Verfügung stehen als im Vorjahre. Anders 'ist das Verhältnis bei Roggen. Deutschlands Ernte hat etwa eine Million Tonnen mehr erbracht alS im Vorjahre. Von diesem Ernteüberschuß ist aber durch den AuSsuhr- und Einsuhrverkchr erst etwa die Hälfte absorbiert worden, so daß wir an Roggen noch immer einen gewissen Ueberfluß im Lande habe»; \mb eS hängt demnach im wesentlichen von einer Hebung der Aus- fuhr ab, ob die Preise für diese Brotfrucht anziehen werden. Hafer war ebenso wie Roggen wenig im Preise verändert, AuSlandsware wurde weiter ziemlich reichlich angeboten, daS Angebot von JnlandShaser hat sich besonders in besserer Ware schnell wieder verringert. Mais war fester im Anschluß an das AuSland. Am letzten Tage der BerichtSwoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 213,00 Mark, Roggen 174,00 Mark, Haser 165,50 Mark, Mais 147,50 Mark.

vermischter.

(Attentat auf einen Bürgermeister.) Am Mittwoch Abend drang in daS Bureau der Zweiten Bürger­meisters Dr. Kunze in Maricnburg der OrtSarme und invalide Arbeiter Hein und stach Dr. Kunze mit einem Messer in der Nähe des Auges ins Gesicht. Der Schwerverletzte, der großen Blutverlust erlitten hatte, wurde mittels Tragbahre ins Kranken­haus gebracht. Er hatte abends die Besinnung noch nicht wieder erlangt und ist Donnerstag früh seiner Verletzung er­legen.

Ein Geschenk des Zaren an Kaiser Wilhelm ist dieser Tage in KönigSwusterhausen ringe- troffen. Es handelt sich um 60 aus dem Innern Rußland- stammende Wildschweine. Der in 10 EisenbahnwaggonS untergebrachte Transport wurde bi« zu seinem Bestimmungs­ort von russischen Förstern begleitet. Die Wildschweine wurden bald nach ihrer Ausladung auf dem Bahnhof KönigSwuster- Hausen nach der Försterei Neubrück geschafft, wo sie einge­hegt werden sollen.

Kottbus, 21. Januar. Heute früh wurde aus dem Rittergut in Leuthen eine 16jährige Wirtschaft-elevin im Milchkcller mit durchschnittener Kehle tot ausgesunden. ES liegt anscheinend ein Lustmord vor. Der Täter ist unbekannt. Einzelheiten fehlen noch.

Letzte Nachrichten.

Santiago b c Chile, 21. Jan. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Chile und Beru sind gegenwärtig ge­spannt, weil letzterer Staat die von Chile nachgesuchte Nieder- legung eines Kranzes an dem in Lina errichteten Denkmal für die im Kriege zwischen den beiden Staaten im Jahre 1897 Gefallenen abgclehnt hat.

Berlin, 21. Januar. Die Deutsche Tageszeitung hebt hervor, daß als der Kaiser gestern zu dem Vortrag deS Staats­sekretärs Dcrnburg im Reichstag erschien, auch von den an­wesenden sozialdemokratischen Abgeordneten sich drei von ihren Plätzen erhoben, nämlich die Abgeordneten Frank, Südekum und Hildenbrand.

Petersburg 21. Januar. Die Petersburger Tele- graphen-Agentur erklärt die in einigen ausländischen und auch in russischen Blättern erschienene Nachricht, daß in der Zeit von 1902 bis 1905 Agenten der russischen Polizei an der Organisation einiger terroristischer Akte teilgenommen habe, so an der Ermordung deS Großfürsten SergiuS, PlehweS und Saypjagins, für vollkommen erfunden.

Tanger, 21. Januar. Nach einer Mitteilung auS Fez vom 18. ist eine Abteilung des Stammes Bu Mzian, die Muley Hafid gegen den Reghi entsandt hatte, von diesen ge­schlagen worden.

Palermo, 21. Januar. Der Herzog von Genua be­suchte heute die von Kaiser Wilhelm für die Verunglückten gestifteten Barackenlager.

Berlin, 21. Januar. Das Militärluftschiff Groß I unternahm gestern im ganzen drei Fahrten. Sie wurden, weil es sehr neblig war, in geringer Höhe über den Tegcler Schieß­platz auSgeführt.

Berlin, 22. Januar. Kurz nach Mitternacht brach aus dem Haupttelegraphcnamt in einer Kabelleitung ein Brand aus, der sofort von der herbeigerusenen Feuerwehr gelöscht wurde, sodaß größerer Schaden vermieden wurde.

Berlin, 21. Januar. Einen tollkühnen Sprung auS einem fahrenden Zuge wagte ein Häftling bei DühringShos an der Ostbahn. Der Transporteur und der Heizer Hinz von dem Kriegsschiff Roon sprangen sofort nach und erlitten schwere Verletzungen. Der Flüchtling wurde wieder sestge- genommen.

Köln, 21. Januar. Ein unbekannter Reisender verübte gestern im Personenzug Köln-Franksurt Selbstmord, indem er sich mit einem Taschenmesser die Pulsader der linken Hand und die Kehle durchschnitt und aus dem fahrenden Zuge sprang.

Königsberg i. Pr., 21. Januar. Die ostpreußische LandwirtSschastkammer beschloß die Beteiligung mit 150 000 Mark an der zu reformierenden Landgesellschaft. Damit ist der Kolonisationsplan der Regierung weiter gefördert.

Johannesburg, 21. Januar. Bei einer Zusammen­rottung von 800 Chinesen in einer Ansiedelung der Deep- Mine feuerte die Polizei auf die Menge, wobei sechs Mann getötet und 15 verwundet wurden.

Berlin, 21. Januar. Zwei Fabrikanten aus Pankow, die in der vergangenen Nacht auf der Rückkehr von einer Geschäftstour begriffen waren, gerieten mit ihrem Automobil aus abschüssiger Bahn in voller Fahrt in die Havel. Durch ihre Hilseruse wurden die Mannschaften eines nahen Straßen- bahnhoscS alarmiert und brachten die verunglückten Jnsaffen und den Kraftwagen in Sicherheit.

Kirchliche Nachrichten.

Sonntag den 24. Januar.

Vormittags V2IO Uhr: Fcftgottesdiellft zum Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers ». Köu igs Herr Plarrcc S ch r a d e r.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst (Sonntagschule.) Nachmittags 2 Uhr; Herr Pfarrer Feyerabend.

Mittags 12 Uhr: Gottesdienst zu Petersberg.

Mittwoch den 27. Januar Abends 8 Uhr: Gottesdienst in der Hospitalskapelle.