Beilage zum
herrfelder Kreisblatt
Nr. 4
Sonnabend, den 9. Januar
1909.
_ Serben iiM$iirtiMi®-
Roman von Maximilian M o eg elin.
(Fortsetzung.)
„Wat will de Jung all wedder", sagte Karl Friedrich Lorenz, als er bedächtig den Brief erbrach. Dann las er Reihe für Reihe und sein Gesicht wurde immer ernster; plötzlich aber sprang er auf, zerknitterte daS Schreiben in feiner derben Faust und schlug aus den Tisch, daß alles, was auf ihm stand, klirrend und polternd durcheinander fuhr. „Nee, mien Jung", rief er im höchsten Zorne, „davon wird nichts — all wedder Geld, na so bliew man hie; der Deubel sall drin schlagen!" Hastig gestikulierend durchmaß er die Stube, und geschwollen waren die Adern aus seiner vor Zorn durchfurchten Stirn. Aber wie das schwerste Gewitter doch schließlich vorüberzieht, so war er auch bei dem Lorenzdorfer Schulzen, wenn bei ihm auch der Donner noch sehr lange widerhallte und der Horizont noch viel länger finster blieb. Und nicht minder heftig wäre sofort dieses Unwetter zurückgekehrt, wenn nun Line aus dem Plan erschienen wäre, aber diese kam nicht — offenbar ahnte sie etwas. Bei Mine vermochte solch Erguß eigentlich gar keine Wirkung auszuüben, ihr imponierte das Schimpfen und Toben ihres Vaters überhaupt nicht, aber freilich, sie war auch klug genug, in solchen Fällen immer erst zu erscheinen, wenn der Himmel wieder leidlich klar geworden war.
Mit gespreizten Füßen und die Hände tief in den Hosentaschen vergraben, hielt er aus seiner aufgeregten Wanderung plötzlich inne, sein Gesicht erhellte sich ordentlich — und — ein Gedanke, eine großartige Idee schien im Augenblick über ihn gekommen. Dann riß er das Fenster auf — er sah Stabenow, den Krugwirt, vorn aus einem Stück Langholz sitzend, angesahren kommen. „Na, Jul, Heft Holt bald ranner?" fragte er.
„Woll, woll, Schult — nu kann de Bu bal lo-gan", erwiderte dieser.
Der Schulze nickte beifällig und wünschte ihm viel Glück zu seinem Saalbau, der für die Lorenzdorser Verhältnisse nun schon längst notwendig war; dann nahm er seine Mütze und ging mit seiner „großen Idee", die sein Denken sehr in Anspruch nahm, in den Hof. Er achtete kaum der jungen Hunde, die vertraulich in ihrer Art an ihm hochsprangen, während ihre Mutter wie wild an der Kette riß, aber er achtete auch nicht viel mehr aus feine Aelteste, die hoch oben den Kops, der der Einundzwanzigjährigen nicht übel stand, aus dem Hühnerstalle steckte und die Hühner, die bereits den Tribut an Eiern gezahlt, hinabwars, wo diese mit dem üblichen Gegacker in ziemlichem Bogen aus den Mist flogen. Im Stalle hörte er im Vorüberschreiten Mine, aber er wollte jetzt nicht zu ihr, obschon er nie etwas vornahm, zu dem sie gewissermaßen nicht erst ihr Gutachten oder ihre Einwilligung geben mußte. Aber heute war er mit sich selbst noch nicht im klaren und diesmal sollte sie von seinem Vorhaben vorerst überhaupt nichts wissen.
So schritt er in den Garten, um feinen Plan erst einmal gründlich auszuarbeiten — das ging nicht so ganz schnell bei ihm; das Vorspiel dazu — denn darin war er sich schon einig — sollte feine alljährliche Fahrt nach Modderwiese zu seinem Bruder sein, der dort so ähnlich eine Rolle spielte, wie er hier. Gewöhnlich um diese Zeit suhr er auf einige Tage nach diesem Dorfe, daS etwa fünf Meilen entfernt jenseits der Netze lag, während der Bruder wieder im Herbst sich mit großer Pünktlichkeit in Lorenzdorf einfand.
Er hatte sich auf eine Bank gesetzt und beobachtete schein- bar das emsige Treiben seiner Bienen, die summend durch die klare Lust schwirrten und fleißig den Blütentau in ihre Wohnungen schafften. Ueber ihm fangen Buchfinken in den Zweigen des alten Birnbaumes, eine Bachstelze wippte auf dem Zaune, der nach der Trist hinabsührte und nicht weit davon saß eine Gelbginsel und ihre zarte Stimme rief immerwährend tü, tü, tü, tü, tü--tiiiiiiiiiii--. Aber von alledem hörte und sah der Schulze nichts, rein nichts, denn seine Gedanken waren weit entfernt und fein Gesicht ward finster und wieder klar.
So saß er geraume Zeit. Endlich, als er fertig schien, waren seine Gedanken wiederum daheim. Seine Linke fuhr durch sein nicht sehr starkes Haar und kraute dann hinterm Ohr, er dachte an Mine, die ihn in ungleich größerem Maße beherrschte (er wollte es sich freilich nie gestehen) als er sein Dorf. Man gab doch wirklich was aus seine Stimme, denn wenn er auch aufbrausend und zuweilen heftig war, so kannte doch jeder seinen geraden und gerechten Sinn, der im tiefsten Innern insbesondere dem Gemeindewohle galt. Aber wie kam es nur, daß gerade diese seine Tochter solche eigenartige Macht über ihn besaß wie auf Gottes weiter Welt wohl kaum ein zweiter Mensch! Dieses Mädchen, das doch kaum zwanzig Jahre zählte!
Als des Kätners Lorenz Sohn Friedrich einst vom Militär kam, da war mit ihm jene Umwandlung geschehen, wie dies gewöhnlich der Fall ist, denn gleich vielen ward die Militärzeit in feinem Leben ein Erzieher, der nicht zu unterschätzen war. Nicht, als ob der nachmalige Schulze der Bildung ganz besonders bedurft hätte, nein, denn dafür hatte der alte, selige Kantor schon gesorgt. Indes bei Loreliz war diese Umwand- lung denn doch zu augensällig. Alles, aber auch alles Eckige schien er still abgelegt zu haben, und bei aller Ehrerbietung und Zurückhaltung den Aclteren gegenüber war daS Austreten des Hübschen strammen Burschen dennoch ein bestimmtes; dazu entwickelte er Ansichten und vertrat Urteile, alS kämen diese direkt aus einem Offizierskasino.
Und wie er bei den Alten so im Ansehen stieg, nicht anders war es bei seinesgleichen, insbesondere aber bei den Schönen im heimatlichen Dorfe. Er war ein guter Tänzer,
der jede ohne Unterschied behandelte, alS wäre sie eine vornehme Dame — das imponierte ungemein. Sehr bald fühlte er denn auch die Gewißheit, daß er nun getrost bei den Reichsten im Dorfe wegen einer Tochter anklopfen könne, aber nicht nur hier, sondern auch in Stolzenburg, Zantoch, WormS- oder JahnSselde.
Aber unser Lorenz ging aufs Ganze. Die stille Marie Wilitz vom Schulzenhose, die mit ihrem tiefen Gemüt ihn an= betete, wurde seine Braut, nach ein paar Jahren seine Frau, und somit war er ein gemachter Mann. Das aber und nichts anderes war daS Ziel seiner Wünsche, denn im Eltern- Hause war das Leben, solange er denken konnte, immer nur Mühe und Arbeit — ein Durchringen gewesen und nichts anderer wäre auch füglich sein LoS gewesen. Reichtum und Wohlleben aber hatte er zur Genüge in der Residenz als Soldat gesehen.
Wie elend und armselig erschienen ihm nun seine Heimat- lichen Verhältnisse, auS denen herauSzukommen, wie bei un- zählige» Menschen auch in ihm das Verlangen reiste. Aber freilich, wie vielen Menschen solch ein Umschwung im Leben wenig heilsam ist, — Friedrich Lorenz machte keine würdige Ausnahme.
Sehr bald sühlte er sich als gemachter Mann und sah auch den Grund nicht ein, sich anders auszuspielcn.
Die Arbeit, das emsige Schaffen, ostmals von Sonnen- aus- bis Sonnenuntergang, daS machte ihm sehr bald keine rechte Freude mehr, vielmehr aber der Krug, wo er natürlich sehr willkommen war und seine Frau, der er Liebe nicht ent- gegenbrachte, wie auch keiner ringsum, — nur als Soldat, da glaubte er einmal fein Herz entdeckt zu haben, das hatte er dann freilich bald vergessen, denn solche Treue im bunten Rocke, die steht nicht sonderlich hoch im Klangt, — ja seine Frau, die alles litt und still dahinnahm, die hatte oftmals ihre liebe Not, wenn er dann schwer beladen, aber viel, viel leichter an Geld heimkehrte, besonders, wenn er in der Stadt gewesen war.
Kein Auge vermochte sie dann zu schließen, und wenn eS heller. lichter Morgen ward. Fürsorglich schloß sie stets die grünen Fensterläden, kleidete ihn aus, brächte ihn mit Aus- bietung aller ihrer Kräfte zu Bett, und weinte sich beim Melken ihrer Kühe, wo sie sich unbeobachtet wußte, dann die Augen rot.
So ging das Jahr für Jahr und wurde immer toller, aber keine Dankbarkeit empfand dieser Mann für jenes Weib, daS ihm alles gebracht, alles geopfert, alles gab. Und als dann Mine sechs Jahre zählte und mit ihrer Tafel unterm Arm nach der Schule zum Kantor Teschner pilgerte, da sah jener ihr oftmals mit stiller Wehmut ins Gesicht, denn die Tage ihrer Mutter waren schon gezählt. Und als die Osterglocken bald daraus die Auferstehung überS Dorf verkündeten, da fuhr ergeben und still, wie diese Dulderin gelebt, auch ihre Seele hinauf zur lichten Höhe.
Gewiß, der Bauer Lorenz ging dann freilich in sich, denn er erkannte nun sehr wohl den Wert alles beffen, was er verlor und auch der Pastor hatte fein reichliches Teil schon dazu beigetragen, aber — von langer Dauer sollte auch diese Besserung nicht sein. Und merkwürdig, was nun die Selige nicht mehr zu vollbringen vermochte, — Line, seine Aelteste, sie tat eS mit derselben Hingebung, als wäre es ein unausgesprochenes Vermächtnis.
Und wieder gingen Jahre ins Land. Mine kam von der Töchterschule zurück, sie war konfirmiert und teilte sich mit der Schwester in die Sorgen der Wirtschaft. Hoch und heilig bewahrte sie das Andenken ihrer Mutter, aber ihrem Vater vermochte sie niemals ein freundliches Wort zu geben; eS war ihr, als schnüre sich ihre Kehle gewaltsam zu. Auf dem Grunde ihrer zarten Seele schlummerte manches Wort, manche Tat unvergessen, durch die jener Mann an der Entschlafenen gesündigt hatte, und gewaltsam mußte sie oft ihren Zorn znrückdrängen, um nicht offen ihre Gedanken zu ent- hüllen.
Wieder einmal kam bald daraus der Vater mit schwerem Rausch aus der Stadt. Er war mit Stabenow, dem Krugwirt, zum Holzverkauf nach LandSberg gefahren, und hatte, wie immer im „Löwen" auSgespannt. Gewiß, sie hatten ihre Einkäufe gemacht und dies und jenes besorgt, und dann kam es, wie es oftmals kam — in dem hinteren Gastzimmer im „Löwen" fing eS an, und endete in der echten Bierstube auf der Richtstraße — da war es immer gemütlich und heute insonderheit. Die Förster von Hohenwalde, Rahmhütte und Kladow, die der Traurigkeit auch nicht sonderlich hold waren, hatten sich eingesunden, ebenso der lange Fischer von Marwitz, der unter anderem drei Schock achtbare Krebse in der „Krone" abgeliefert hatte, der, wenn feine Frau nicht hinter ihm stand, in solchen Fällen zumeist nur bescheidene Münze mit nach Hause brächte.
Jawohl, dort ließ man die Sorgen sehr gern wo anders und war viel lieber recht vergnügt. Und als so gegen eins deS Schulzen Knecht nach dort kam, um mal zu horchen, ob er bald anspannen könne, da hörte er ganz deutlich singen: „Ein Vöglein fang im Lindenbaum" — es war die Stimme seines Herrn. Nun wußte er, was die Glocke geschlagen hatte; denn so leicht kriegte ihn jetzt schon keiner fort. Er ging zurück, sah noch einmal nach den Pserdeu und streckte sich aus ein Bund Stroh.
Aber schließlich nimmt der schönste Tag oder richtiger die beste Nacht doch einmal ein Ende und um 4 Uhr, als der höchsten Fröhlichkeit zum Teil schon die Reaktion folgte, da tat der freundliche Wirt, — obwohl der Kreide es nicht bedurfte —, nichts anderes als fein Herr Kollege im Nubicr- land, wie aus dem „schwarzen Walfisch" es deutlich genug bekannt ist.
(Fortsetzung folgt.)
Vermischtes.
— (Selbstlose Hilse.) Vor einigen Wochen war in einer Fabrik in Prag die Expedientin Gabriele Fritsch dadurch verunglückt, daß ihr durch eine Maschine die ganze Kopihaut bis zur Stirn abgerissen worden war. Aus der chirurgischen Klinik des dortigen Allgemeinen Krankenhauses wurde e8 für notwendig befunden, zum Zwecke der Erhaltung des Lebender Verunglückten eine Transplantationen Haut vorzunehmen. Nachdem von dem eigenen Körper der Patientin verschiedene Hautteile herausgeschnitten und übertragen worden waren, ist es jetzt infolge des hierdurch verursachten Schwächezustandes der Patientin notwendig geworden, fremde Hauptteilc zu übertragen. Ein Wohltäter widmete vierhunder Kronen für jene Personen, die sich bereit erklärten, diese Operation an sich vornehmen zu lassen. Bis zum gestrigen Tage liefen im Krankenhause mehr als zweihundert persönliche und zahlreiche schriftliche Anmeldungen ein. Die Klinik hat sich für bie Annahme des Anerbietens einer armen Frau, der Mutter von zwei Kindern, entschieden, welche das Opfer bringen wollte, um den Betrag von 400 Kronen für ihre Kinder zu erlangen. Drei junge Mädchen erfuhren von diesem Entschluß der armen Frau und begaben sich daraufhin in das Krankenhaus, wo sie erklärten, sie würden ihre Haut völlig unentgeltlich zur Verfügung stellen, falls die Entlohnung der genannten armen Frau zugute kommt. Sie erklärten ausdrücklich, pch zu opfern, um den Kindern die Mutter gesund zu erhalten. Die Aerzte nahmen selbstverständlich diese? Anerbieten an. _
— (Die Gemüsekur.) Als würdiges S-itenstück zu den Farben- und Musikkuren hat jüngst ein sranzösijchcr Arzt die „Gemüsckur" crsundcn. Gemüse, so behauptet er, haben auf das körperliche, wie auf das geistige Befinden des Menschen einen großen Einfluß; daher können sie, ridfhg angewendet, in zahlreichen Fällen als Heilmittel gelten. Der Genuß der Kartoffel z. B. hat einen großen Einfluß auf Die Entwicklung des Verstandes und sührt außerdem zur Seelenruhe; im Uebermaß genossen ruft sie allerdings einen apathischen Zustand hervor. Die Karotte ist besonders geeignet, den Charakter zu verbessern: alle Gallfüchtigen und Wüteriche sollen sie daher reichlich zu sich nehmen, ^st eS nicht in Bädern, wo Lcberleidende Mineralwasser als Hell- Mittel trinken, längst bekannt, daß die Karotte keinen Tag auf dem Mittagstische fehlen duff, wenn die Trinkkur wirken soll? Der Genuß des Spinats steigert die Energie und erweckt den Ehrgeiz neben der Beständigkeit des Willens: alle Spinat- liebhaber waren Männer der Tat. Entgegengesetzt wirkt der Sauerampfer. Sein Genuß führt zur Entmutigung, ja zur Traurigkeit; außerdem veranlaßt er nächtliches Alpdrücken. Das wertvollste Medikament in diesem Sinne liefern die Bohnen: grüne Bohnen sollen künstlerischen Sinn entwickeln, weiße Bohnen dagegen machen zur Arbeit geneigt. Essen wir also künstig Bohnen.
* (Fleischverbrauch in Deutschland.) DaS Kaiserliche Gesundheitsamt hat soeben den auSsührlichen Bericht über die Ergebnisse der Schlachtvieh- und Fleischbeschau im Deutschen Reiche für daS Jahr 1906 veröffentlicht. Der erste Teil dieses Berichts enthält eine Berechnung deS Fleisch- Verbrauchs in Deutschland, in der zum ersten Male eine aus amtliches statistisches Material gestützte Berechnung des Durchschnittsgewichts geschlachteter Tiere zur Verwendung gekommen ist. Während die sonstigen Unterlagen der Fleischverbrauch-ermittlung (Zahl der geschlachteten Tiere, Menge deS verworfenen Fleisches, Fleischcinsuhr und -ausfuhr) bereits früher, mindestens seit dem Jahre 1904 statistisch ziemlich gesichert waren, mußte man sich bisher für daS Durchschnittsgewicht der geschlachteten Tiere in der Hauptsache mit Schätzungen begnügen. Für das Kalenderjahr 1906 hat nun bei allen deutschen öffentlichen Schlachthäusern eine Ermittlung der dort vorgenommenen Wägung lebender und geschlachteter Tiere stattgesunden. Wenn sich diese Wägungen auch nicht auf alle in den Schlachthösen geschlachteten Tiere erstreckt haben und ferner noch WägungSzahlen für das platte Land fehlen, so ist das zusammengebrachte Material doch reichhaltig genug, um bei vorsichtiger und sachkundiger Verwertung für die Berechnung des Druchschnittsgewichts Grundlagen zu schaffen, bei denen erhebliche Fehlerquellen unwahrscheinlich sind. Das Kaiserliche Gesundheitsamt hat unter eingehender kritischer Würdigung deS Material- und nach Anwendung verschiedener Methoden, bei denen die Ergebnisse nur wenig voneinander abweichen, als Durchschnittsschlachtgewichte für die einzelnen Schlachttiergattungen errechnet: für Ochsen 230 kg, für Bullen 310 kg, für Kühe 240 kg, für Jungrinder 185 kg, für Kälber 90 kg, für Schweine (ausschließlich Spanserkel) 85 kg. für Schale 22 kg, für Ziegen 16 kg. An der Hand dieser und der sonstigen von der Statistik gelieferten bedenkensreien Zahlen ist der Fleischverbrauch der auf den Kopf der deutschen Bevölkerung entfällt, ermittelt worden im Jahre 1904 auf 52,05 kg, im Jahre 1905 auf 51,39 kg, im Jahre 1906 aus 50,29 kg, im Jahre 1907 auf 52,59 kg.
— Halle a. ®„ 4. Januar. Eine 22 Jahre alte Pol- Nische Arbeiterin brächte vorgestern ihr einjähriges Kind in ein hiesiges Krankenhaus. Das Kind war, wie sestgestcllt wurde, auf der einen Seite erfroren und verstarb bald nach der Untersuchung. Die Polin war nach Beendigung der landwirtschaftlichen Arbeiten nicht nach der Heimat zurückge- kehrt, sondern hatte sich mit ihrem Kind auf dem Arm in der Gegend umhergetrieben. Während die eine Hälfte deS KindeS genügend Wärme vom Körper der Mutter erhalten hatte, war die andere in der grimmigen Kälte der letzten Tage erfroren. Die Mutter wurde in Haft genommen, weil noch festgestellt werden muß, ob sie durch Fahrlässigkeit den Tod des Kindes verschuldet hat.