):( Hersfeld, 6. Januar. Gestern -:bend gegen 9 Uhr entstand vor dem Frauentor Feuerlärm, weicher glücklicherweise keine ernstliche Veranlassung hatte. In einem Hause war ein kleiner Stubenbrand ausgebrochen, welcher sofort gelöscht werden konnte.
Weistenborn-Liiderode, 4. Januar. Eine entsetzliche Mordtat versetzte gestern in später Stunde unseren Ort in begreifliche Ausregung. Ein russischer Pole namenS Michael Nowack, als Knecht bedienstet bei dem Landwirt Hermann Psafferoth in Weißenborn, hat gestern abend 7.30 Uhr seine Geliebte, ein 15jähriges Dienstmädchen, namens Berta Schinde- wols, durch einen Revolverschuß in die Schläfe getötet, wahrscheinlich aus Eisersucht. Die Ermordete war in Stellung bei dem Ockonomen August Vier in Lüderode. Nach der Tat machre der Knecht einen Selbstmordversuch, indem er sich einen Streifschuß an der Stirn beibrachte und sich eine Kugel in den Mund schoß, die jedoch im Gaumen sitzen blieb. Im Steinbruch des Gaswerkes, woselbst sich der Unselige versteckt hatte, wurde der Täter bald daraus von dem Wachtmeister Koch entdeckt und arretiert.
Marburg, 3. Januar. Wie schon kürzlich gemeldet, ist hier ein Lustbahn-Projekt entstanden. Es handelt sich nicht um ein sreifliegendes Luftschiff, sondern um die praktische Verwendung von Luftschiffen als Eisenbahn. Um die Sache zu fördern, hat sich hier eine Lustbahn-Gesellschaft gebildet und eine Broschüre herausgegeben, die bereits viel begehrt wurde. In der Broschüre wird aus die große Ausdehnungsfähigkeit der Erfindung für den Weltverkehr hingewiesen. Franksurt- Cassel, Berlin-Hamburg etwa 1 Stunde Fahrzeit, London- Paris ohne Umsteigen (über den Kanal) 4 Stunden, Berlin- Petersburg-Wladiwostock 3 Tage (statt 17 Tage). Mit Rücksicht daraus, daß bei den Lustbahnen niedrigere Anlagekosten und Betriebskosten entstehen und die Brücken- und Fundamentierungsarbeiten erspart werden, sollen sich diese besonders, so wird in der Broschüre weiter behauptet, für die Kolonien eignen. Die Verwendung der Bahn ist so gedacht, daß ein zylindrisch geformter Ballon einen oder mehrere Personenwagen trägt, dessen Eigengewicht annulliert und zwischen einer geeigneten Führungsrichtung mit sehr großer Schnelligkeit sortbewcgt wird. Berge, Schluchten, Täler usw. bilden kein Hindernis, unter den Lustreisenden der Zukunft kann der Landmann ruhig seine Felder bestellen. Die praktische Durch- sührbarkeit des Unternehmens soll durch eine Lustbahn vom Hauptbahnhos nach dem 2 Stunden entfernt liegenden höchsten Punkt des Lahngebirges, dem 380 Meter hohen Frauenberg, bewiesen werden. Selbstverständlich begegnet das Projekt vielen Zweiflern, wer jedoch Gelegenheit genommen hat, die Modelle zu besichtigen, soll anderer Meinung geworden sein.
Niedermarsberg, 3. Januar. Beachtenswert war der Tod des Kaufmanns M. aus Niedersfeld, welcher den Folgen einer Blutvergiftung, die durch einen längst geheilten und vernarbten Hundebiß plötzlich aufgetreten, erlegen ist. — Durch einen Sturz von einer senkrecht stehenden Leiter ist gestern die Tochter des Landwirts A. Dossel zu Eppe tot zusammenge- brochen. — Einen schrecklichen Tod erlitt der Arbeiter Kühl- wann, welcher aus einer Flasche trank, in der er Branntwein vermutete, die aber Karbolsäure enthalten hatte.
Vorn Westerwald, 3. Januar. Das ehrwürdige Oberhaupt eines Westerwald-Dörfchens lieferte vor kurzem ein drolliges Stückchen unfreiwilligen Humors. Es sollte ein Grundbuch angelegt werden, und das Amtsgericht beauftragte den Bürgermeister, die sechs ältesten Leute des Dorfes namhaft zu machen. Der wackere Mann besann sich nicht lange und schickte die Anfrage mit dem Vermerk zurück: „Die sechs ältesten Leute des Dorfes sind bereits gestorben I"
Fritzlar, 4. Januar. Vor dem Bahnhof rannte gestern abend gegen 7 Uhr eine Chaise gegen einen Baum und ging in Trümmer. Die Insassen, Frl. v. Buttlar und ihr Bräutigam, ein Oberleutnant vom Artillerieregiment in Fulda, wurden schwer verletzt. Einige gerade vorübergehende Leute erlitten leichtere Verletzungen.
Bad Wildlingen, 3. Januar. Beim Neujahrsschießen hat sich in Alt-Wild ungen ein Unglückssall ereignet. Dem etwa 15jährigen Sohne des Maurers Sch. ist mittelst eines Teschings ein Finger abgeschossen worden.
Schlüchtern, 2. Januar. Heute abend gegen 6 Uhr fand zwischen hier und Bahnhof Elm in der starken Steigung bei einem Güterzug eine starke Zerreißung des Zuges statt. Die zwischen zwei Schienenwagen angebrachte eiserne Steis- kuppelung war gebrochen, wodurch ein teilweises Herabfallen der Ladung auf das Gleis erfolgte. Die Strecke Schlüchtern- Elm war aus drei Stunden gesperrt; die abgerissenen Wagen wurden nach Schlüchtern zurückgebracht, die vorderen Wagen fuhren nach Elm weiter. Verletzt wurde niemand; der entstandene Schaden ist nur geringfügig.
Frankenberg, 4. Januar. Eine aufsehenerregende Verhaftung wurde am Sonnabend in dem benachbarten Dorfe Haine vorgenommen. Der 64jährige Landwirt Joh. Hause wurde in der vergangenen Woche eines Morgens tot im Bette gesunden. Bei der Leichenschau Vorgefundene Merkmale ließen Zweifel daran auskommen, daß H. eines natürlichen Todes gestorben sei. Die daraufhin am Sonnabend vorgenommene gerichtsärztliche Sektion der Leiche hatte zur Folge, daß der 28jährige Sohn des Verstorbenen, welcher verheiratet ist und mit dem Vater in einem Hause wohnt, verhaftet und in das hiesige Gerichtsgesängnis abgeführt wurde.
Hanau, 5. Januar. Durch Einatmen ausströmenden Gases fanden die Landmesser-Witwe Wallschmidt und Tochter den Tod.
Frankfurt, 4. Januar. Am Samstag bei schon stark hercingebrochener Dämmerung vergnügte sich der Bäckermeister Enßlen in Seckbach mit einem besreundeten Herrn in seinem Hose mit Schießen nach einem Ziele. Plötzlich tauchte das 9jährige Söhnchen des Bäckermeisters, das wahrscheinlich infolge der Dunkelheit nicht sehen konnte, nach welchem Ziel geschossen wurde, in der Schußlinie auf und wurde in die Brust getroffen. Das bedauernswerte Kind mußte in das Spital überführt werden, wo ein operativer Eingriff vorgenommen werden soll.
Tann v. d. Rhön, 4. Januar. Das Schöffengericht zu Hilders verurteilte den Freiherrn Melchior V. d. Tann zu Tann wegen Beleidigung des Gendarmerie-Wachtmeisters Rudolph zu drei Tagen Gefängnis.
Gotha, 4. Januar. Im Krematorium wurden im ver- gangenen Jahre 590 Leichen durch Feuer bestattet.
Münden, 3. Januar. Ein nettes stenerfiskalisches Stückchen ganz besonderer Art hat laut „Münd. $g6L" das Mündener Hauptsteueramt zu Wege gebracht. Eine Casseler Firma einpfing einen Wagen Apselsinen und Bananen, auf denen zirka 600 Mark Fracht ruhten. Weil die Waren aber vom Frost gelitten hatten, verweigerte die Casseler Firma die Annahme und so gingen die Wagen nach Münden behufs weiterer Steuerbehandlung. Die Steuer beträgt 160 Mark, weil aber der Sachverständige den Verkaufswert aus nur 100 Mark schätzte, verzichtete die Steuerbehörde lieber aus die
100 Mark und ließ die Waren in der Nähe der Zellulose- Fabrik vergraben, wozu sie zehn Arbeiter natürlich zu ent- lohnen hatte. So geschehen im Jahre deS Heils 1909 in der Stadt Münden. — Daß sich viele Leute vorsanden, um die billigen Apfelsinen wieder auSzugraben und sie nach Hause zu tragen, ist begreiflich, die Eisenbahnbehörde aber, das Betreten der Geletst zu verhindern, hob die Ernte der billigen Südfrüchte aus, indem sie dieselben zerstampfen ließ.
vermischter.
— A u s 30 Millionen Mark ist der Wert des Berliner Warenhaus Wertheim geschätzt, dessen Inhaber sich jetzt auSeinandersetzen. Die drei Liquidatoren erhalten zusammen 60 000 Mk., die notarielle Arbeit kostet 36 000 Mk. und für Verkaufs- und Umsatz-Provisionen find 600 000 Mk. in Ansatz gebracht.
— Ein Gaunerstreich nach Köpenicker Art wurde in Langerfeld bei Barmen verübt. Dort fand sich Abends ein etwa 30 Jahre alter, elegant gekleideter Mann bei dem Kausmann A. ein, der nebenbei Agent einer Feuer- versichcrungsgesellschast ist, stellte sich als Revisor der Gejell- schast vor und erklärte, daß er eine Revision der Bücher und der Kasse vorzunehmen habe. A. traute der Sache ansangs nicht recht; da der Fremde, der sich Brochhoff nannte, aber sehr entschieden austrat, legte er ihm die betreffenden Bücher und die vereinnahmten Versicherungsgelder vor. Der „Revijor" begann sofort mit der Revision, fand alles in Ordnung und steckte dann den Kassenbestand, etwa 130 Mk., in einen mit- gebrachten Beutel. Der Agent wagte nicht, zu widersprechen, warf aber doch schüchtern die Frage auf, ob der Herr „Revisor" nicht wenigstens die ihm, dem Agenten, zustehende Inkassoprovision zurücklassen wolle. Der Revisor erklärte aber kurz angebunden, diese könnte bei der nächsten Abrechnung verrechnet werden, stellte eine Quittung aus und empsahl sich mit dem Wunsche, daß Herr A. sich in der Folge etwas mehr um die VersicherungSgeschäste bekümmern möge und der Gesellschaft bald mit einigen neuen Versicherungsabschlüssen auswarten werde. Nachträglich hat sich herausgestellt, daß der Agent das Opser eines Schwindlers geworden ist.
— (200 Millionen für e ine W e l t r ci s e.) Wenn die 16 amerikanischen Schlachtschiffe im nächsten Frühjahr von ihrer Weltumschiffung wieder nach Amerika zurückkehren, werden die Kosten dieses Ausfluges sich insgesammt aus 200 Millionen belaufen. Allein die Kohlenrechnungen für die 16monatige Fahrt der Flotte belaufen sich auf 110 Millionen; dazu treten noch 70 Millionen für die Instandhaltung der Schlachtschiffe und 20 Millionen für die Begleitsahrzcuge. Amerikanische Fachmänner schätzen die Jahrcskosten für die Instandhaltung eines einzigen großen Schlachtschiffes auf über 3 Millionen, ein mittleres Schlachtschiff verschlingt im Jahr etwa 2Vs Millionen, ein großer Panzerkreuzer 2 850 000 und ein kleinerer Panzerkreuzer rund 2 Mill. Mark. Trotz der gewaltigen Kosten versichern die amerikanischen Marineoffiziere, daß mit den 200 Millionen die gewonnenen Ersahrungen und Erkenntnisse sehr billig erkauft seien. Denn wenn die amerikanische Flotte in den heimatlichen Häfen wieder vor Anker geht, werde sie eine der vollkommensten Flotten der Welt sein, und ihre Offiziere würden über einen Schatz von Ersahrungen gebieten, wie sie Amerikaner vorher nie besessen hätten. Die Marineverwaltung habe durch die lange Welt- sahrt außerordentlich wertvolle Ausschlüsse über die Instandhaltung von Kriegsschiffen aus großen Reisen gewonnen. Auch hinsichtlich der Seetüchtigkeit der amerikanischen Kriegsschiffe seien wesentlliche Erkenntnisse errungen worden, die bei künftigen Schiffsbauten berücksichtigt werden sollen.
— Ein Brudermord um einer Lappalie willen hat sich, der Thanner Ztg. zufolge, in H i r z b a ch (Kanton Hirsingen) ereignet. Die beiden Brüder hielten zusammen einen Ziegenbock und wollten den Erlös teilen. Da der eine den anderen dabei zu übervorteilen suchte, erhob sich ein Streit, in dem der jüngere den älteren erschlug. Um den Verdacht der schrecklichen Tat von sich abzuwälzen, schleppte der Mörder die Leiche des Bruders unter die Treppe, damit man glauben solle, er fei dort abgestürzt und begab sich dann in eine Wirtschaft. Doch hatten Leute der Nachbarschaft den Lärm gehört, sie gingen ins Haus und fanden den Toten in seinem Blute. Der Mörder wurde verhaftet.
— Etwa ein reichliches Dutzend LiebeS- undEisersuchts-Tragödiengabes von Weihnachten bis Neujahr in Berlin, und sie hören noch nicht aus. Ein junges Paar ging in den Tod, weil es keine Heirats-Ge- nchmigung erlangen konnte, in einem zweiten Falle war wieder die Eifersucht Schuld. Und alles noch bei der harten Kälte, die schließlich doch an tüchtige Arbeit hätte denken lassen sollen. — In Lehrim wurden die Frau und die Schwiegermutter eines Postschaffners Schulz erschlagen in ihren Betten aufgesunden; die Tat ist verübt, während der Mann dienstlich von Hause abwesend war. Mit Hilfe von Polizeihunden wurde der Mörder in Person eines Kaufmanns Kupatt ermittelt, der etwa 25 Jahre alt und wegen SittlichkeitS-Ver- brechen vorbestraft ist.
— (Ein heldenhafter Arzt.) Die „N. Fr. Pr." schreib!: Dr. Alsred Kühne, Gemeindearzt und Ehrenbürger von Mauer bei Wien, ist im 56. Lebensjahre gestorben. Er war Operationszögling an der Klinik deS Hofrates Albert und hat als Militärarzt im Okkupationsseldzuge als Arzt des Roten Kreuzes im serbisch-bulgarischen Feldzuge Vorzügliches geleistet. Im Frieden war es ihm später beschieden, als bescheidener Gcmeindearzt eine der großartigsten Operationen auSzusühren, einen Akt der ersten Hülse unter Umständen zu leisten, die sich wohl kein zweites Mal wiederholen werden. An einem Winterabend und während des hestigsten Schneegestöbers stieß eine Lokomotive vor der Südbahnstation Licsing mit einem Schlitten zusammen, der mit zwei Pferden bespannt war und eine fröhliche Gesellschaft über das Bahnglcis nach Hause führen sollte. Die Pferde scheuten, der Schlitten wurde zur Seite geworfen, und der Kutscher fiel so unglücklich auf das Gleis, daß die Lokomotive über feine Oberschenkel fuhr, beide Beine zerquetschte und cinklemmte. Der Körper des unglücklichen Bauers lag unter der stehengebliebenen Lokomotive. Der Mann wurde ohnmächtig. Dr. Kühne erschien mit seiner chirurgischen Tasche, kroch unter die Lokomotive und amputierte bei ungenügender Fackelbeleuchtung ohne jede Assistenz (der Assistent hätte auch keinen Platz gehabt) beide Beine des Verunglückten. Die Situation ist kaum auszumalen: Der Arzt liegt zwei bis drei Stunden bäuchlings im Schnee unter der geheizten Lokomotive, amputiert beide Beine eines Mannes, unterbindet die großen Blutgefäße und vernäht die großen Wundflächen. Der Mann wurde hierauf von der Freiwilligen Rettungsgesellschaft aus die Klinik deS Hosrats Billroth gebracht. Billroth und Albert ließen die Siluatipn zeichnen, in der der Arzt sein RettungSwerk vollführt hatte. Sie priesen in ihren Vorlesungen Dr. Kühne als Helden und Meister der Chirurgie.
— (Heiterer.) (Ein Ausweg). ES war in einer süddeutschen Universitätsstadt. Schon bedenklich spät ging ich mit einem Freund, der etwas schwer geloben hatte, nach Haus. Mein Bekannter machte einen furchtbaren Krach, was mir insofern unangenehm war, als hinter uns ein Schutzmann austauchte, der schon Anstalten zum offiziellen Einschreiten machte. Mit laut vernehmbarer Stimme schrie ich meinen Nachbar an: „Dürste ich Hoheit daraus ausmerksam machen, daß jetzt ein Rinnstein kommt." Mein Freund brüllte ruhig weiter — aber der Schutzmann verschwand. — (Wahres Geschichtchen). Der Doktor X plaudert auf der Straße mit einem Freund, als ein Leichenwagen sichtbar wird. Der Freund lächelt: doch der Doktor sagt ruhig: „Nein . . . nicht von mir!" — (Vom Manöver). Die Truppen waren früh ausgebrochen und kamen erst spät ins Biwak. Die Bagage traf lange nicht ein. Ein Mann jammerte: „Herrgott, wenn mer nur grad' was z'cssen hätt'!" Daraus antwortete ihm ein anderer, der seiner Klage teilnahmsvoll zugehört hatte: „Rindviech! Mach's Maul zua! Nachher glaubt der Magen, es is Nacht!" — (Beim Zahnarzt). „Nun, wie finden Sie meine Zähne?" „O, ausgezeichnet, mein Herr, ausgezeichnet!" „Ah, wirklich?" „Gewiß, man muß mindestens zehn reißen und hernach wird man die andern plombieren müssen!" — (Aus dem neuen Plutarch). Einige Diplomaten gratulieren Abdul Hamid zu seiner Thronrede. „Du hast viel, sehr viel darin versprochen, wirst Du das alles halten?" „Ich habe beigefügt, mit Allahs Hilfe. Was kann ich dafür, wenn der mich vielleicht mal im Stich läßt!" — Dem französischen Oberbefehlshaber in Marokko, General Liauthey, wurde einer von den 50 Deserteuren der Fremdenlegion vorgeführt. „Kerl, warum hast Du das getan?" „Ich hab' mir gedacht, Herr General, wegen Meuterei komm' ich ins Zuchtsaus, und da hab' ich's dann besser! (Münchener Jugend).
Letzte Nachrichten.
Rom, 5. Januar. Die in der Meerenge von Messina liegenden Kabel sind wieder hergestellt. Die telegraphische Verbindung zwischen Rom und Sizilien ist dadurch erleichtert. In Messina wurde heute wieder ein Lebender aus den Trümmern gezogen.
Kiel, 5. Januar. Die Tagung des Deutschen Flotten« vereins findet vom 3.-6. Juni hier statt.
London, 5. Januar. In einem Artikel über die geplante Reise des Königs und der Königin nach Berlin sagt Daily Telegraph: Die alte Politik, der Verbündete jedes Landes zu fein,* das den Frieden will, ist noch heute die Politik Englands. Wir sind bereit, dies jeden Augenblick durch eine englisch-deutsche Entente zu versichern, die ebenso herzlich wäre, wie die, welche uns mit Frankreich und Rußland verbindet.
Bern, 6. Januar. Gestern abend 6 Uhr wurde in Zermatt und Sankt Niklas ein kurzer, aber kräftiger Erdstoß verspürt.
T e n e r i s s a, 5. Januar. Hier hat gestern abend ein Erdbeben von 12 Sekunden Dauer stattgefunden. Die erschreckten Bewohner stürzten aus die Straße, doch erwies sich ihre Furcht glücklicherweise als grundlos.
Berlin, 5. Januar. Die Portiersfrau Martha Bachut wurde heute abend in ihrer Wohnung ermordet ausgesunden. Der Täter ist der 1870 in Berlin geborene Schleifer Wilhelm Bierwagen. Das Mordinstrument, ein Küchenmesser, ließ der Täter am Küchenbrett hängen.
Die Abfahrtszeiten der an der hiesigen Starion an- kommenden Züge sind folgende:
In der Richtung nach Treysa:
652, 10M, 222, 518, 715, 10-°.
In der Richtung nach Frankfurt a. M.:
4<)3 £13 ?41 129 1Q49 J23" 210 424 531 5IO 725* s22, i^i-t.
*) Nur Wochentags, jj Bis Gelnhausen nur Montags und an Werktagen nach Feiertagen.
In der Richtung nach Bebra: g21 g05 Q47 1133 JJ 54 1248 jO7 ß41 408 £02 720
' 757, 1016, H26*, ii40, ’120d'
*) Nur Sonnabends und am Werktage vor Feiertage ab Fulda.
Die Schnellzüge sind durch fetten Druck der Stunden- Ziffern hervorgehoben. Die mit D bezeichneten Züge führen nur 1.-2. Klasse.
Du „Hfffügtt-Körst" vermittelt als das angeseyenste and Mrtrdfdfte Fachblatt durch 2«z«igsa auf das sicherste
Kauf und Angebot von Tieren aller Art, enthält gemeinverständlich«, reichhaltig illustrierte Abhandlungen über alle Iwkig, der SlfintirrmiW.
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Heben diesen anregenden ^päjBt&ht bringt die -„geLüstt-Körst-- v<tt»« „gerbte Mittelt«,g«" übt». temafts» teerte Vorgänge in den einschlagntyS Sv bieten, aas dem vereisskeksS, 2e^ stellnnysberichle asm» erkelll i» dann „KrirfSsIlm" zuverlässig« AirsKmst Uff» alle Fragen der Züchtung und Pste^ tob bietet ihren Abonnenten Gelegenheit zur ®b belang von „Ar«uLtznt» ent ^elfifto- berichten" bei dem Cabaratoefam für Seflagelkrankheiton jü 3<Äa> Zöonnementspreis viertetjädrLTSU.
Erscheint Dienstags u, Freitag» Simtl. yoßanÖalUn and SochhaiLlsizku ochmen ßtdtUungm an, * 'jnsertioirrpreir:
-gespaltene Zeue oder deren Haarn 20 pf. Probenummcra graste u. franko.
Expedition der Geflügel-Körte (R. Srccfo) Leipna.