men Folgen lassen sich aber verhüten, wenn man den Kopf der Rinder nicht zu hoch hebt und sehr häufig während des Einschüttens aussetzt. Setzt man häufig aus, dann haben die Tiere auch genügend Zeit, Atem zu schöpfen und ein Verschlucken wird nicht so leicht vorkommen. Bei Pferden ist das Einschütten von flüssigen Arzneimitteln gefährlicher. Besser ist es, wenn man Pferden Arzneien in Form von Latwergen gibt.
Für Rindvieh und Schweine.
Zuckerrüben können namentlich an Rindvieh mit Vorteil verfüttert werden. Dieselben werden von den Tieren gerne ausgenommen. Hat man große Quantitäten von Zuckerrüben, so wäre es empfehlenswert, dieselben in Erdmieten einzugraben, andernfalls sönnen dieselben wie Runkelrüben im Keller aufbewahrt werden.
Das Melken und die Milchbehandlung.
1. Größte Reinlichkeit beim Melken und bei der Milch- behandlung überhaupt ist die wichtigste Grundbedingung der Milchwirtschaft. Halte daher alle Milchgeschirre peinlichst sauber und hebe sie stets in reiner Luft, nie im Stalle auf; säubere die Euter vor Beginn des Melkens und führe das Melken nur mit reinen Händen aus. 2. Melke schonend und sachgemäß, damit das Melken den Kühen kein Unbehagen verursache, melke aber auch stets gründlich aus, denn die letzte Milch ist die setteste und schlechtes Ausmelken verdirbt die Kühe. 3. Seihe die Milch sofort nach dem Melken durch eine gute Seihvor- richtung und entferne sie möglichst schnell aus dem Stalle. 4. Kühle die Milch nach dem Melken sofort ab, jedoch nie im Kuhstall, sondern ausschlißlich in frischer, reiner Lust und verwahre sie auch in Räumen mit reiner Lust. Verschließe die Milchgesäße erst, wenn die Milch gekühlt ist und abgeholt wird, bedecke aber die Kannen während des Aufbewahrens mit reinen Tüchern. 5. Milch von irgendwie mit Milchfehlern behafteten oder kranken Kühen, von Kalbenkühen, so lange sie sich noch nicht kochen läßt, von hochtragenden Kühen, sobald sie sich nicht mehr kochen läßt, halte stets getrennt von der übrigen Milch.
Geflügelzucht.
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Junge Hühner, die sich noch in der Periode des Wachstums befinden, bedürfen täglich Kalkstoffe im Gewicht von 0,5—1 Gr.
Aeltere, bereits ausgewachsene Hühner, welche schon Eier legen, bedürfen 1—2 Gramm, während Hühner, die in der Mauser Eier legen, sogar 2 Gramm Kalk und mehr bedürfen.
Warzenartige Wucherungen an den Augenringen und um den Schnabel von Tauben
sind meist ein Zeichen, daß die Tiere von Blattern befallen sind. Auch unter den Flügeln werden diese Wucherungen bemerkt. Im allgemeinen nimmt man an, daß diese bei Tauben dann entstehen, wenn sie ein Futter fressen, das ihnen nicht zusagt; besonders pflegen ölhaltige Sämereien dem Leiden sehr Vorschub zu leisten. Es ist sehr ansteckeird und macht den davon befallenen Patienten völlig unbrauchbar für die Verwertung in der Küche. Der Patient ist stark von Fieber ergriffen. Als Heilmittel gebe man Fliedertee, dein etwas aufgelöste Salpetersäure beigemischt wurde. Die Pusteln selber sind wiederholt mit einem salzfreien Fett oder mit Oel zu bestrcichen.
Als Vorbeugungsmittel gegen die Geflügelcholera. wird empfohlen: 1. Frisch angekaufte Hühner 10—14 Tage separat zu halten, dann 2—3 Stück derselben mit dem bisherigen Bestände zusammen zu bringen und erst, wenn hierauf keine Erkrankungen erfolgen, sämtliche Hühner zusammngehen zu lassen; 2. bei Ausbruch der Krankheit die Gesunden von den Kranken zu entfernen, nicht um gefeit; 3. Boden Wände, Gerätschaften und Sitzstangen sind mit heißem Sodawasser, noch besser mit einprozentiger Sublimatlösung, dreiprozentiger Kreolin- oder Karbollösung oder fünfprozentiger Eisenvitriollösung gründlich zu reinigen und die Wände nachher frisch zu weißen. Die Kadaver und der Mist sind entweder zu verbrennen oder tief zu vergraben.
Woher kommen schwarze Entendotter?
Diese sind nicht Zeichen von Verderbnis der Eier, sondern rühren von Gerbsäure her, welche die Enten in Eicheln genießen, die sich hier und da im Wasser finben, das jene besuchen. Schwarz wird der betreffende Dotter erst beim Kochen. Wie die Nahrung von Einfluß auf die Dotterfarbe ist, zeigen unsere Hühner; ohne tierische Nahrung ist der Dotter leicht gefärbt, bei viel animalischer Nahrung hochgelb, bei Salzgenuß sogar orange.
Ueber das Rupfen der Gänse
läßt sich ein erfahrener Züchter folgendermaßen aus: Gewiß ist es dem Tiere eine Qual, wenn die Handlung
Die Kultur der Dohnen und ihre Verwendbarkeit.
Zu den beliebtesten und in Haushalt, Küche und Gast- hausöetrieb, sowie in der Konservenbranche am meisten verwerteten deutschen Gemüsen gehören die verschiedenen Bohnenjorten. Man unterscheidet da.zunächst zwei Arten, die Buschbohne und die Stangenbohne.
Die erstere bildet am Boden niedere Büsche und ist sehr ertragreich und bequem zum Abernten.
Die Stangenbohne dagegen bedarf einer besonderen Behandlung, und ihre langen Ranken winden sich spiral- artig um die Stangen, die man neben jede Bohnenpflanze zu stecken hat.
Bei größerem Anbau von Bohnen sollte man bereits Anfang September das betreffende Feld stark düngen, umpflügen und mit Grünfutter besäen, das dann schon im April, spätestens Mai, im Stall verfüttert wird, wie dies im Kempftal auf den Besitzungen der Maggigesell- schast geschieht, sodann Pflügt man die Grünstoppel sofort um und läßt eggen und hacken.
Bei kleinen Quartieren Bohnen empfiehlt es sich, den Boden ebenfalls schon im Herbst umzugraben und zu düngen und im Frühjahr nochmals Mist ober etwas Chilesalpeter zu geben, bevor man nochmals umgräbt und sehr sauber abrecht.
Sehr praktisch ist es, die Stangen erst zu setzen und dann die Bohnen zu stecken. Man läßt zwischen jeder Stange etwa l1/» Meter zwischenraum.
Das vorherige Einquellen der Bohnen in Wasser, um ein schnelleres Keimen zu veranlassen, hat sich nur in sehr trockenen Jahren und auf durchaus trockenem Boden bewährt, besser ist es, die Bohnen, sowohl Busch-, wie Stangenbohnen, trocken zu stecken Etwa 14 Bohnenkerne werden um jede Stange herumgelegt.
Sind die Pflanzen aus der Erde und gut Handhoch, behackt man sie gut und kann nun den Zwischenraum noch mit Wirsingkohl oder auch Selleriepflänzchen besetzen.
Sind alle, sowohl Bohnen wie Zwischenpflanzen, gut angewachsen, so gibt man vorsichtig einen leichten Jaucheguß, was das Wachstum und die Ertragfähigkeit sehr steigert.
Schon von Mitte Juni an kann man Bohnen pflücken. Bei Buschbohnen bleibt natürlich die Zwischenpflanzung weg. Der Ertrag von einem Hektar Stangenbohnen kann bis auf 19 000 Kilogramm steigen und bedarf einer Aussaat von etwa 22 Kilogramm Samen.
Der Boden ist am besten von magerem Kies zu wählen, schwerer schwarzer und nasser Boden paßt für die bescheidene Bohne nicht.
Uebtigens gibt es wohl kaum einen Erdteil oder einen Landstrich, wo die Bohne nicht in irgend einer Gestalt heimisch ist und ein Hauptnahrungsmittel bildet.
Und nicht nur als Gemüse findet die Bohne sowohl grün, wie reif, also als Kern, sondern auch als Mehl ihre Verwertung, und die trefflichen Suppen, die aus der Bohne hergestellt werden, sind ein Volksnahrungsmittel ersten Ranges.
Als vorzügliche Sorten find von Stangenbohnen die runden Schmalzbohnen in ihren verschiedenfarbigen und gesprenkelten Arten sehr empfehlenswert.
Von Buschbohnen haben wir die holländische Schwertbohne als besonders gut, sowohl in Baden, Mecklenburg, wie Schlesien persönlich als vortrefflich kennen gelernt.
Wie verschiedenartig man die Bohne in der Küche verwerten kann, lehren nachstehende sechs Kochvorschriften:
1. Brüsseler Bohnenpuree mit Hering. Weiße Bohnenkerne einer guten Perlbohnensorte kocht man in Salzwasser unter Zusatz von Bouillon, aus % Teelöffel von Maggis gekörnter Fleischbrühe hergestellt, recht weich und passiert sie durch ein Sieb. Schöne abgefädelte feingeschnitzelte grüne Bohnen in einem andern Gefäß desgleichen und schlägt sie ebenfalls durch ein Sieb:
Nun bereitet man eine sehr schöne salbige Majonnaise auf nachstehende Weise:
Die gut gewässerten Milchen von 4—5 Heringen zerreibt man mit 3 hartgekochten Dottern und treibt sie durch ein feines Sieb, gibt eine geriebene Zwiebel, dito Petersilie, Salz und Pfeffer, vier Eßlöffel voll feines Oel. und zwei Löffel Essig unter ständigem Rühren hinzu.
Inzwischen hat man schöne Heringe, die man 48 Stunden in Wasser und Milch sehr gut wässerte, abge- trocknet, die Filets ausgelöst und 4 Stunden in Essig, Oel, Zitronenscheiben, Melissezweiglein, Zwiebelseiben und etwas Madeira mariniert, und 1 Teelöffel Maggi- würze darüber gesprengt. Ordnet sie gitterartig in eine Assiette, gießt von der Sauce darüber und legt nun abwechselnd zwischen Buketts von krauser Petersilie die Bohnenpürecs, in grün und weiß rund um die Heringsfilets. Im Winter kann man dieses Gericht mit Büch- senbohnen machen.
2. Senfbohnen einzumachen. Sehr junge, noch feine grüne Bohnen, die noch keine Kerne angesetzt haben, kocht man in Salzwasser in messingenem Kessel halb weich und kühlt sie in kaltem Wasser, läßt sie dann ganz trocken ablausen.
In einen neuen Steintopf tut man erst ein Stückchen Meerrettich, Pfefferkörner und gelbe Senfkörner, darauf
schonungslos und plump ausgeführt wird. Werden ihm 'Hals, Brust und Bauch ganz entblößt, so ist das schon wirtschaftlich verkehrt, denn es leidet stark, und bei kal- tem, regnerischem Wetter verkommt und kränkelt es. i Sechsmal im Jahre zu rupfen ist einfach Barbarei, selbst viermal ist zu viel. Ich will auch gar nicht einmal be- Jjauptcn, daß der Nutzen des Rupfens so erheblich ist. Manche Züchter bestreiten es, und meines Wissens werden in Pommern die Gänse bei lebendigem Leibe überhaupt nicht gerupft; ja es wird behauptet, daß darauf die Vorzüglichkeit der dortigen Gänsebrüste zurückzufüh- ren sei. Ich lasse also dahingestellt, ob sich das Stupfen lebendiger Gänse empfiehlt. Will man aber rupfen, so glaube ich Folgendes empfehlen zu dürfen: bei jungen, aber vollständig entwickelten Gänsen geschieht es gleich nach der Ernte, wonach sie acht Tage lang kräftig mit Hafer gefüttert werden. ■ Es besteht in dem Auszupfen der Federn am Bauche, Halse, Unter- und Oberteil der Flügel und Beine. Die Seitenfedern über den Schenkeln, worauf die Flügel ruhen, müssen geschont werden, weil die Tiere die Flügel sonst schleppen würden, auch darf man niemals zu kahl rupfen.
W Me«enzucht. WI
Die Hornisse ist ein arger Bienenräuber.
Sie fängt die Bienen auf dem Felde von den Blumen weg oder überfäKt die mit Honig beladenen Bienen auf dem Heimwege, ja sie dringt sogar in die Bienenstöcke ein und raubt hier Bienen und Honig. Jeder Imker' sollte darauf bedacht sein, dieses gefährliche Insekt so viel als möglich auszurotten. Wer jetzt ein Hornissen- weibchen tötet, zerstört eine ganze Kolonie, die Hunderte von Einwohnern zählen würde. Um das Nest der Hornisse zu finden, muß man sich die Richtung merfen, nach welcher dieser Räuber mit seiner Beute absliegt. Bei der Zerstörung des Nestes ist äußerste Vorsicht geboten, 'denn die Hornissen stechen sehr empfindlich. Ihr Stachel ! bringt selbst durch dicke wollene Handschuhe hindurch, dabei sticht eine Hornisse fortwährend, denn der Stachel reißt nicht ab, wie dies bei der Biene der Fall ist. Die beste Zeit zum Zerstören des Nestes ist früh morgens oder spät abends. Auch durch langhalsige Gläser, welche man zur Hälfte mit Honigwasser füllt und in die Nähe des Bienenstandes in einen Baum hängt, kann man .viele Hornisse mit leichter Mühe wegfangen.
die Bohnen, zwischen die man außer den genannten Wür-- zen noch Zweige von Pfefferkraut steckt. Dann kocht man
guten Essig, i Liter mit 500 Gramm Zucker auf 1500 Gramm Bohnen, klar, schäumt ihn, läßt ihn verkühlen, und gießt ihn über die eingeschichteten Bohnen.
3. Weiße Bohnen auf Haushofmeister- Manier. Man löst eine Maggische Bouillonkapsel oder 1 Teelöffel voll Maggis gekörnter Fleischbrühe in Wasser auf und kocht darin schöne kleine weiße Perlbohnen weich, aber ja nicht breiig. Jede Bohne muß einzeln ganz bleiben. In einer Pfanne zerläßt man frische Butter und schwitzt darin eine kleingewiegte Zwiebel, einige Löffel desgl. Petersilie, schüttet die abgegossenen Bohnen hinein, fügt einige Löffel von der durchgeseihten Brühe, die man mit einem Ei verquirlt hat, wenn nötig noch etwas Salz, Pfeffer und 1 Löffel Essig an, schwenkt die Bohnen darin gut um und serviert sie zu gekochtem oder gebratenem Schweine- oder Hammelfleisch.
4. Bohnen auf Kensington Art. Junge grüne Bohnen schnitzelt man und kocht sie in schwachgesalzenen Wasser ab, läßt sie trocken ablaufen, tut in ein Kasserol frische Butter, feingehacktes Pfefferkraut und Petersilie, schüttet die trockenen Bohnen hinein, schwenkt sie darin um, d. h. rüttelt sie etwa 15 Minuten beständig über Feuer, gießt 1/2 Teelöffel Maggiwürze an und trägt sie heiß auf. Paßt zu jeder gebratenen Beilage.
5. Süße Juden bohnen. Man zerbricht große grüne Schwertbohnen in 3—4 Stücke und übergießt sie mit guter Fleischbrühe und zerhacktem Pfefferkraut, kocht sie weich. Sind sie halb gar, so fügt man geschälte, in Viertel geteilte Kochbirnen, Zucker, Zitronenschale, ein paar Zitronenscheiben, ganzen Zimt, ein paar Gewürznelken und englisch Gewürz an. Zuletzt bindet man dies in der israelitischen Küche beliebte Essen mit in Fett geröstetem Mehl.
6. Süddeutsches Bohnengericht mit Backfisch. Die Schnitzelbohnen werden in Salz und Wasser gar gekocht, abgegossen, mit 1 Prise Pfeffer durch- streut und dann gebräunte Butter darüber gegossen, mit der die Bohnen noch % Stunde gehörig durchziehen müssen, dann würzt man mit Suppenwürze und trägt zu ge- backencm Fisch nebst trockenen Kartoffeln auf.
Die ganz feine Pariser Küche erkennt die grünen Bohnen eigentlich nur en naturel bereitet an und als Haricot, d. h. zu Hammelfleisch und mit diesem gekocht. Auch die kleinen Prinzeßbohnen, die man Haricots vertS nennt, sind grüne, ganz abgekochte, wie Spargel und mit frischer Butter zu reichen. — Flageolets oder dicke Bohnen sind eine an anderer Stelle zu besprechende fette Abart der Bohnen. ®-