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ein uoberwiegen des Getreides dagegen den Wert insofern Verringert, als die Masse weniger wird. In der Regel nimmt man % Wicken und Erbsen, einschließlich eines kleinen Zusatzes von Pferdebohnen, welche infolge ihrer starken Stengel das Lagern verhüten, und % Getreide, am besten Hafer, welcher mehr Masse liefert und weniger leicht lagert als Gerste. Ein Gemenge, welches ebenfalls zweckmäßig für ausgewinterten Rotklee zu verwenden ist, besteht aus Johannisroggen, Hafer, Gerste und Wicken, und zwar ist die Aussaat dieses Gemenges, das zweck- mäß aus 14 Kg. Johannisroggen, 14 Kg. Wicken, 15 Kg. Gerste und 10 Kg. Hafer pro *4 Hektar besteht, so­wohl zeitig im Frühjahr als auch später noch zweckmäßig. Man gewinnt von diesem Gemenge zwei Schnitte, wenn mit dem Mähen des ersten Schnittes zeitig begonnen wird. Auch weisen wir bei dieser Gelegenheit auf den Porteil der Anlage eines mehrjährigen Luzerneschlages hin. Filtere Bestände widerstehen Blachfrösten und Trok- kenheit viel leichter als jüngere Bestände. Luzerne, Wo che Anfang Mai ohne Ueber frucht in reinen, dungkräftigen Boden gedrillt, mit der Hand- und Pferdehacke bear- beite'^pürd. gibt in diesem Jahre ei1 n guten Schnitt, und man hat sie dann für d: nächsten Jahre sicher. Vor­aussetzung ist kalkhaltiger Boden; außerdem ist eine Düngung mit 2 Zentner Superphosphat und 2 bis 3 Zentner Thomasmehl wie 3 bis 5 Zentner Kainit pro Morgen notwendig.

Praktische Winke für den fcldmäßigcn Spargelaubau.

Es kann wohl heute als eine einwandsfreie Tatsache hingestellt werden, daß der Spargelkonsum sich von Jahr zu Jahr bedeutend hebt. Dies wird ohne Zweifel darauf zurückzuführen sein, daß man allerorts und in allen Krei­sen die Spargelpslanze in ihrer gesundheitfördernden Wirkung aus den menschlichen Organismus schätzen ge­lernt hat. Die Spargelproduktion in Deutschland ist denn auch mit den Jahren viel zu gering geworden, um der Nachfrage auf bem Markte zu genügen. Für den praktischen Landwirt lohnt sich der Spargelanbau auf jeden Fall, und ist es ratsam, da, wo die Vorbedingungen günstig sind, Spargel im großen anzubauen. Diese Vor­bedingungen, die nach den modernen erprobten Erfah­rungen sich mit der ehedem beliebten Spargelkultur in vielen wichtigen Punkten nicht mehr decken, weisen darauf bin, daß eine ertragsfähige Spargelzucht auch unter Bodenverhältnissen möglich ist, wo man sich früher nicht getraut hätte, Spargel anzupflanzen. Während man z. B. früher den Boden tief bearbeitete, tief düngte und den Srargel tief pflanzte, in der Hoffnung, möglichst lange Pfeifen zu erhalten, wendet man jetzt eine wesentlich flachere Kulturmethode an. Dieses ist eine wesentliche Aenderung im Lpargelanbau, die wie in einem aus- führlichen illustrierten Artikel derLandwirtschaftlichen Umschau" (Verlag Fabersche Buchdruckerei, Magdeburg)

erwiesen wird, in der Tat die besten Erfolge gezeingt hat. Es wird in der heutigen Zeit einer möglichst um­fangreichen Bodenausnützung dem Ackerbürger von Pe­kuniärem Nutzen sein, wenn er hierbei den praktischen Winken erfahrener Fachmänner folgt, und zwar Fach­männer, die selbst mitten im landwirtschaftlichen Leben stehen und ihre Erfolge praktisch bewiesen haben. Die Landwirtschaftliche Umschau" zählt eine Reihe solcher Männer der Praxis zu ihren ständigen Mitarbeitern, so daß in jeder Nummer neue und als gut erwiesene An­regungen gegeben werden können.

Viehzucht. |

Fettreiche Krastfuttcrmittcl für Milchvieh.

Durch zahlreiche Versuche wurde wiederholt nachge- wiesen, daß jedes Kraftfuttermittel eine eigenartige Wir­kung auf die Milchsekretion auszuüben vermag, daß sich aber diese Wirkung weit weniger in einer Erhöhung des Milchfettes, welches in erster Linie von der individuellen Anlage der Tiere abhängig ist, als vielmehr in einer Er­höhung der Milchmenge, sowie der Beschaffenheit, dem Geschmack, der Haltbarkeit unz^Festigkeit des Butterfettes bemerkbar macht. Um daher'eine fettreichere Milch zu erzielen, muß man zunächst seine Aufmerksamkeit auf die einzelnen Kühe richten und nur diejenigen behalten, die fettreiche Milch geben, diejenigen aber ausstoßen, deren Milch fetfärmer ist. Von den fettreichen Kraftfutter­mitteln, welche immerhin znr Erzielung einer guten Milch noch etwas beizutragen vermögen, besonders aber auf die Menge derselben günstig einwirken, sind vor allen anderen Lein- und Palmkernkuchen, dann aber auch Ko- kos-, Erdnuß- und schließlich Rapskuchen zu nennen. Doch dürfen sie zur Vermeidung mangelhafter Milch- und Buttergualität niemals in größerer Menge verab­reicht werden. Nur einzelne Sorten lassen eventuell grö­ßere Tagesgaben zulässig erscheinen, so die Palmkern­kuchen, die allerdings nach sehr großen Gaben die Butter zu fest machen. Uebrigens sind die günstigen Wirkungen der Palmkernkuchen oft schon mit Tagesgaben von 1 Kg. pro Haupt erreichbar, welche Menge meist auch genügt, um den buttererwejchenden Wirkungen anderer Futter­stoffe vorzubeugen; ebenso können auch die Kokoskuchen in größeren Gaben Anwendung finden, während dagegen die Rapskuchen höchstens in einer Menge von 1 Kg. ver­abreicht werden dürfen, da die Milch und Butter nach grö­ßeren Tagesgaben oft einen schlechten Geschmack anneh- nien und die Butter zu weich wird. Auch Lein- und Erd­nußkuchen, welche beide vorzüglich für Milchvieh geeignet sind, dürfen nicht über 1,5 Kg. zur Verwendung kommen, da nach ersterem Futtermittel sonst leicht eine Verschlech­

terung des Duttergeschmackes erfolgt und bte Dunen zu hart wird, während letzteres Kraftfutter, in größeren des Milchgeschmacks und eine käsige Beschaffenheit der Butter zur Folge hat. Sollen jedoch Kraftfuttermittel in ausgedehnterem Maße zur Anwendung gelangen, so wird man gut tun, zwei oder mehrere Futtermittel, welche sich in ihren Wirkungen entgegenstehen, gleichzeitig zu wählen. Ferner muß bemerkt werden, daß Rapskuchen wegen ihres Senfgehaltes niemals feucht gegeben werden dürfen, weil sich sonst ein scharfes, oft bitter schmeckendes Oel bildet, das sowohl aus die Gesundheit als auch auf den Nutzungszweck der Tiere von nachteiligem Einfluß sein kann.

Regeln für die Kälbermast.

1. Bei Ankauf der Kälber halte man so viel als mög­lich auf schwere Kälber, besonders wenn der Preisunter­schied nach Maßgabe des Lebendgewichtes zwischen Saug­kälbern und fetten Kälbern groß ist. 2. Im Mastkälber­stalle darf es weder zu warm noch zu kalt sein. Täglich muß die Streu erneuert werden. Ein Bretterboden ist einem Zementboden vorzuziehen. 3. Im Mastkälberstalle soll es dunkel sein; die Tiere bleiben in einem dunklen Stall ruhiger als in einem Hellen. Kälber müssen Ruhe haben, wenn sie die Milch gut verwerten sollen. 4. Von der dritten Woche an sollten die Kälber in besondere Kastenstände gebracht werden, die bloß eine Breite von 60 Zentimeter haben, damit die Kälber nicht viel Raum haben und gezwungen sind, sich ruhig zu verhalten. 5. Um den Kälbern während des Tränkens das lästige Puffen unmöglich zu machen, bringt man im Kastenstande eine Oeffnung an, durch welche sie mit den Köpfen schlich- fen müssen. Sind sie getränkt und haben sie die Köpfe zurückgezogen, so wird die Oeffnung mit einem Schieber geschlossen. 6; Die Milch muß lauwarm sein und entweder von einem Zapsen oder von den Fingern gesogen werden. Zu verwerfen ist es, den Kälbern die Milch einfach in Gefäßen hinzustellen, damit sie diese in wenigen Zügen ausschlürfen. 7. Das Tränkgeschirr muß reinlich gehal­ten werden. 8. Ein Zusatz zur Milch ist nicht notwen­dig. wenn 1. Qualität Fleisch erzeugt werden soll, hie und da mag ein % Liter Haferschleim oder eine Prise Salz angezeigt sein.

Junge Hunde

sind mit sechs Wochen von der Mutter zu trennen und auf eigene Füße zu stellen. Man setze ihnen von da ab täglich drei- bis viermal einen weiten Napf lauer Milch vor, die nach einigen Tagen abwechselnd mit Hafermehl, Gersten- mehl, oder geriebenen Brötchen versetzt wird. In den folgenden Wochen kann daneben auch schon etwas Brot und niageres Fleisch gewährt werden. An letzterem ist bei größeren Hunden (Bernhardinern, Doggen), wenn man auf raschen, starken Wuchs der Tiere Wert legt, vom dritten. Monat an nicht zu sparen.

Ein Laserndorf vor 50 Jahren.

(Fortsetzung.)

P o sr o r L. Aber die innere Mission hat ja doch schon so großen Segen gestiftet und wie manche Seele ist durch ihre Arbeiter gerettet worden. Außerordentliche Zu­stände und Schäden Verlangen außerordentliche Mittel zu ihrer Abhülfe und so lange eben die Kirche ihre Pflicht nicht völlig tur, muß die freie Liebe helfend eintreten. Durch die Untreue und Lauheit vieler ihrer Glieder ist die Kirche zu einer armen gebrechlichen Magd geworden, welche krankt von der Fußsohle bis zum Scheitel. Die Hirten, die es noch treu meinen, gehen einher im Trauer- gewande und meinen mit Jeremias um das verstörte und verlorene Zion. Doch ich erhoffe mir noch einmal eine rechte Freudenzeit, wenn nur die Gemeinschaft der Hei­ligen unter sich treu und fest hängen bleibt in ihrem Haupte, welches ist Jesus Christus.

Zwar sollen wir uns nicht verlassen auf Fürsten, aber aufschauen sollen und dürfen wir zu ihnen, als der von Gott verordneten geistlichen Obrigkeit, sollen für sie beten, beten für unseren König, den Schutzherrn derselben. Ist es nicht köstlich zu sehen, Kaiser und Kaiserin in dieser Zeit des Unglaubens ihres Amtes so treulich warten, von einer Kirchweihe zur anderen gehend, und so doch große Opker darbringend ihren Untergebenen und Unter­tanen Gelegenheit geben, das Wort zu hören und die Sa- kramente zu genießen. Möchten nur allerwärts auch treue Wächter auf Zions Mauern stehen, und auch gestellt werden.

Onkel. Die Ursachen des Verfalles des geistlichen Lebens überhaupt auf dem Lande wie in den Städten dürften wohl bekannt genug sein. Der Abfall voni lebendigen Gott in allen Ständen und Schichten des Volkes, das ist die Hauptursache. So lange noch der Un­glaube von Katheder und Kanzel ungehindert gelehrt und geprediget wird, so lange noch durch eine schrankenlose Gewerbefreiheit, durch eine alle sittlichen Schranken miß­achtende Bewegungsfreiheit der Abzug unserer Jugend und der Arbeiterfamilie nach den Großstädten und Jn- dustrieortschaften von den Fabrikanten selbst begünstiget, und diesen dadurch der Tanz um das goldene Kalb erleich- te-r wird, solange noch durch ein Freigeben der christlichen Taufe und christlichen Eheschließungen die Gleichgültig- -cir des Volkes gegen die Religion genährt wird, so lange

der Religionsunterricht in den Schulen als eine Neben­sache erteilt wird, so lange können keine besseren Zeiten wiederkehren.

Es ist eine heilige Pflicht des Reichstages und der Ge- neralfynode hier endlich Wandel zu schaffen.

Gutsbesitzer P. Solche Anträge wären ja aber gegen die Verfassung.

L a n d r a t v. F. Es ist schon manches Gesetz ver­ändert resp, verbessert worden, ohne daß die Verfassung dadurch geschädigt worden ist; es gilt nur immer für verbessernde Anträge eine Majorität schaffen, aber lei­der ist der christliche Konservatismus immer noch zu schwach, in sich selbst uneinig und zersplittert, viel Be­kenntnis mit dem Munde, wenig mit der Tat.

Georg v. W. Nach meinem Dafürhalten müssen wirKonservativen, ein jeder an seinemTeil, unseren christ­lichen sowohl als unseren politischen Glauben durch die Tat bekennen, daß er lebendig ist; wir müssen nach beiden Seiten hin, in den Kreisen, in welche wir gestellt sind, zu helfen suchen, und durch das eigene Beispiel andere Bc- russ- und Standesgenossen, aufmuntern und überzeugen. Ich möchte alle großen und kleinen Grundbesitzer, welche Arbeiter brauchen, bitten: Helfen Sie mir den Arbeitern und den Dienstleuten den Aufenthalt und Dienst bei uns lieb und wert machen, damit sie nicht landflüchtig und stadtsüchtig erst werden. Ich habe hierin einen kleinen

Anfang mit meinen Tagelöhnern gemacht und zwar zu- _____________v__________

"öchst in der Weise, daß ich ihnen nicht allein nach und machen. Um endlich meinen' Tagelöhnern Gelegenheit nach ihre Wohnungen zu verbessern suche, sondern auch zu geben, sich außer der Arbeitszeit, besonders in den lan- ihren Verdienst möglichst so sichere, daß sie zufrieden ge- gen Winterabenden, oder bei anhaltend schlechtem Wetter, stellt sind. Die Arbeiterkontrakte sind so vereinbart, daß wo ihnen in manchen Wirtschastsbetricben keine Arbeit der bare Verdienst ihnen allwöchentlich in einem Buche gut- geboten werden kann, im Hause etwas zu verdienen, habe geschrieben wird; außerdem erhalten sie noch einen Anteil ich nicht allein in meiner Wirtschaft einen starken Flachs- von dem baren Reinerträge meiner Landwirtschaft. Die- bau wieder eingeführt, sondern suche auch auf die Bau- ser Anteil wird ihnen alljährlich am 24. Dezember als' crn und kleinen Wirte im Dorfe dahin zu wirken, daß ein besonderes freiwilliges Weihnachtsgeschenk und zwar dieseben wieder mehr Flachs bauen, bamit nach und nach m einem ^.parbuche ausgezahlt, nachdem das Hauptbuch die alte deutsche Sitte Wieber eingeführt werde: daß der der ^ahresrechnung vom l. Juli bis 30. Juni den Bauer selbstgesponnene und selbstgewebte Leinwand .keiner wag festgestellt hat. Natürlich gehen Dienstleute, trage. Außerdem wirb Leinsaat und Flachs wieder ein welche vor dem 24. Dezember resp, am letzten Dezember gesuchtes Handelsprodukt werden. Die Preise steigen a n Dienst verlalien, unter allen Umständen dieser Wohl- von Jahr zu Jahr, und die Zeiten sind nicht mehr fern, tat verlustig. Ich gewähre diesen Genuß nicht allein den wo Wir auf unseren Feldern die alte beliebte Roggen- Tagelöhnern, sondern auch den Knechten und Mägden. Vorfrucht Wieber erblicken. Es geht noch viel zu viel Geld ^^urch diese Einrichtung hoffe ich das Interesse der Leute für Gespinnst ins Ausland. Freilich müßten dann aber an den Arbeiten, welche sie für mich verrichten zu reizen auch die neuen verbesserten Flachszubereitungs-Methoden unb für alle Zeit rege zu erhalten. Ich holte mich aber! ihre gebührende Stelle erhalten. (Forts, folgt.)

auch für verpflichtet, meine Leute Teil nehmen zu lassen an dem mit durch ihre Mühe und Arbeit errungenen Reinerträge. Sämtliche Arbeitnehmer erhalten ihr bares Lohn stets nur vorschußweise je nach Bedarf aus ge­zahlt und zwar nur monatlich, so daß ein jeder Arbei­ter am Jahresschluß bei mir ein Guthaben hat. Mit dieser Einrichtung sichere ich mir auch das Verbleiben meiner Leute im Dienste, welches ja, ist der Arbeiter an­ders treu und brauchbar, für mich von wesentlichem Inter­esse ist. An jedem Feierabend wird jedem Arbeiter sein Tagelohn vor der Tür des Beamtenhauses in blechernen Wertzeichen Marken ausgezahlt. Auf diesen Mar­ken ist 1 Tag, %, % und % Tag, auch 1 und % Stunde eingeprägt, Diese Zeichen werden wöchentlich am Mitt­woch abend eingesammelt, nach Tagen und Stunden zu- sammengezühlt und der Betrag sofort ins Lohnbuch eines jeden Arbeiters eingetragen, der Geldbetrag ihm in sei- nein Konto gutgeschrieben. Bares Lohn erhält mein Tage­löhner niemals voll ausgezahlt; jeder Tagelöhner behält stets bei mir ein Guthaben. Braucht er Geld, so er­hält er einen Vorschuß. Vorschüsse werden allwöchentlich am Abend der Markeneinsammlung und Eintragung ausgezahlt, außer dieser Zeit gewöhnlich nicht. Die alt- hergebrachte Lohnauszahlung am Sonnabend abend habe ich auf Mittwoch verlegt, damit der Arbeiter schon den

Abend vor dem Sonntage für sich hat, und nicht genötigt ist, am Sonntage viele häusliche Arbeit oder Einkäufe zu