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Zur Knniiichcnzucht.
. ^^"^ ^ern SB^rf läßt man die Jungtiere so viel als möglich in Ruhe und in den ersten 8 Tagen hat der Züch- rer nur darauf zu sehen, daß er etwaige tote Tiere rasch ous dem Stall schafft. Wo es der Platz gestattet, ist es von außerordentlichem Vorteil schon jetzt für die Beschaffung eines, wenn auch kleinen Auslaufes besorgt zu sein, damit die Jungtiere, sobald sie genügend entwickelt sind' mit dem Muttertiere Gelegenheit haben, sich in freier ^!uft zeitweise zu ergehen. Diese Ausgangszeit der Jungen braucht man nur bei ungünstiger, regnerischer oder windiger Witterung zu unterbrechen. Ist der Auslauf indessen genügend durch enge Drahtgitter, wegen der Katzen auch an der Oberseite, abgeschlossen, dann kann man die Tiere ruhig schon in den Vormittagsstunden yerausbringen und bis eine Stunde vor Sonnenuntergang sich der goldenen Freiheit erfreuen lassen. Gewöhnlich wissen die Tiere meist bald selber, wenn es Zeit zur Rückkehr in den Stall ist, gerade wie sie sich auch ungeduldig hinter den Stalltüren aufpflanzen, wenn die Zeit zum öffnen derselben herannaht.
Grundsätze der Stierhaltung.
. Der Stier ist der mächtigste Faktor zur Hebung der Rindviehzucht. Er ist die halbe Herde. Ein wirklich guter Stier ist nie zu teuer, ein schlechter Stier geschenkt nichts wert. Erst bom, zweiten und dritten Jahre an zeigt sich der Wert des Stieres in der Nachzucht, weshalb bei guten Stieren jedes weitere Jahr der Benutzung zur Zucht reiner Gewinn ist. Das Geheimnis der längeren Zuchttauglichkeit liegt in der Bewegung und richtigen Fütterung des Stieres. Die Bösartigkeit des Stieres ist nur das Spiegelbild des Unverstandes des Menschen; ein richtig behandelter Stier wird nicht böse. Ein Stier aus milch- reicher Zucht vererbt die Eigenschaft der Milchleistung auf seine Nachkommen. Das angelegte Stierkapital muß sich in der Nachzucht bewerten und nicht im Fleischwert beim Verkauf,
Rotlaufimpsung.
Äie Farbwerke Höchst, vormals Lucius u. Brüning, geben in einem Rundschreiben bekannt, daß sie vom 1. Januar 1909 Verluste, welche bei der Impfung mit den von ihnen gelieferten Rotlaufinrpfstoffen entstehen, nicht mehr entschädigen, nachdem nunmehr die Zuverlässigkeit der gelieferten und vom Kaiser!. Institute für experimentelle Therapie in Frankfurt a. M. geprüften Impfstoffe hinreichend bekannt sei. Dagegen erfolge eine bedeutende Reduktion der Preise, wodurch eine namhafte Verbilli- gung der Rotlaufimpfung eintrete. Rotlanfserum wird künftighin für 25 Mark pro Liter und lebende Kulturen werden für 0,20 Mark pro 10 Kubikzentimeter abgegeben.
Schafräudc.
Im Jahre 1908 ist in Preußen von der Anordnung eines Heilverfahrens zur Tilgung der Schafräude in 19 Regierungsbezirken und 79 Kreisen Gebrauch gemacht worden. Insgesamt wurden 507 Bestände mit 77 045 Schafen einem solchen Verfahren unterworfen. Acht Bestände mit 951 Schafen wurden vor Einleitung eines Heilverfahrens abgeschlachtet. Das Badeverfahren hat bei 288 Beständen mit 45 701 Schafen Anwendung gefunden. Davon waren am Jahresschluß 214 Bestände mit 32 274 Schafen geheilt, bei 55 Beständen mit 10 895 Schafen war das Heilverfahren noch nicht beendet; 1803 Schafe in 13 Beständen sind vor Beendigung des Heilverfahrens geschlachtet worden; 39 Schafe sind dabei cinge- gangen. Bei sechs Beständen mit 690 Schafen ist die Behandlung angeblich ohne Erfolg geblieben. In 131 Beständen famen Creolinbäder, in 10 Beständen Cresol-, in 44 Beständen Bazillol- und in 4 Beständen Arsenik- Bäder zur Anwendung. In 63 Beständen ist Therosot verwendet worden. Auch in diesem Jahre wird berichtet, daß das Therosot im allgemeinen gut gewirkt habe. In einzelnen Fällen sind aber Erkrankungen beobachtet worden, die auf den Ouecksilbergehalt des Therosot zurückgeführt werden. Besondere Vorsicht scheint geboten zu sein bei der Behandlung von Tieren im Stalle und bei säugenden Mutterschafen. Die Gesamtzahl der einem Heilverfahren unterworfenen Schafe ist erbeblich höher als in den Vorjahren. Das ist im wesentlichen auf die Räudefeststcllungen durch die umfangreichen Untersuchungen der Schafbestände in dem Kreise Worbis und in seinen Nachbarkreisen sowie auf die Zunahme der Räude in dem Regierungsbezirk Osnabrück (Kreis Aschendors) zurückzufübren. Während in den ersten drei Vierteljahren deS Vorjahres 166 Gemeinden und 607 Gehöfte von der Seuche betroffen wurden, ist sie in dem gleichen Zeitraum des Berichtsjahres in 220 Gemeinden und 936 Gehöften testgestellt worden. Am Schluß des Jahres blieben 88 Gemeinden und 202 Gehöfte verseucht, gegenüber 98 Gemeinden und 316 Gehöften des Jahres 1907,
Wann füllen die Kühe abkalben, damit sie den höchsten Milchertrag liefern?
Im allgemeinen kann angenommen werden, daß Kühe d u höchsten Jahresertrag an Milch liefern, wenn sie im
November und Dezember kalben. Sie geben dann im Winter bet gutem ^rotfenfuttcr als frischmelkend erheb- liche ^uantitatcn Milch. Wenn dann nach 6 Monaten tm April und Mai die Milchergiebigkeit nachläßt, dann wird pe aus s neue angeregt, sobald die Tiere Grünfutter
Aus diesem Grunde sorgt man in manchen Gegenden dafür, baß die Kühe anfangs Winter ihre Kälber bringen.
Geflügelzucht
Das Plymouth-Rock-Huhn.
Das eigentliche Farmerhuhn in weitsausgedehnten Gegenden ist das Plymouth-Rock-Huhn, das auch bei uns wegen seiner hohen Nutzeigenschaften Verbreitung fand.
Kg- schwer, ist ein guter Eierleger, besonders zur Winterszeit. Dabei ist es bei freiem Anslaufe vollkommen anspruchslos und trotz seiner Größe billiger zu halten, als die meisten anderen Rassen. Seine Haupt- nahrung ist nämlich Gras. Leider wird es bei uns meist unrichtig gefuttert, und da dieses große Huhn naturgemäß mehr Futter benötigt als kleine Rassen, so lohnt es dann oft das aufgewendete Getreide nicht genügend. In
werden die Plymouth im Sommer nur nach der Stmffefjr vom Auslaufe am Abend ganz wenig gefüttert.
Winter erhalten sie Kartoffeln mit eiweißreichem Kraftfutter (Blutmehl, Fleischmehl), dazu klein geschnit- tenen Kleehäcksel mit etwas Wintergetreide. Würden diese Hühner bei uns ebenso gehalten, so würden sie wegen ihrer billigen Haltung und ihres hohen Nutzwertes bald noch weit mehr Freunde haben als bisher. Mit Ausnahme der englischen Sussex, die jederzeit für das beste -casthuhn gelten, laßt sich kein Huhn so leicht mästen wie das Plymouth. Legehennen sollen deshalb besonders im Winter entweder knapp gefüttert oder ihnen möglichst viel Auslauf gestattet werden.
Die Vcrdauungsschwächc des Papageis
Zeigt sich in mangelnder Freßlust, nicht naturgemäßen Entleerungen, Trägheit und Schwäche. Meist ist unrechtes und unpassendes Futter schuld. Man verändert die Fütterung, gibt etwas Grünkraut, Zweige von Bäu- men, eine Prise Kochsalz in Trinkwasser oder auch einen Teelöffel voll warmen Rotwein, zwei- bis dreimal, und Süßmandel- oder Wallnußkerne.
Die Italiener- und die Andalusierhühner sind vorzügliche Hühnerrassen, aber sie haben auch ihre Schattenseiten. Bei beiden beeinträchtigen die überlangen Kämme und Kehllappen sehr oft den wirtschaftlichen Wert weil sie der Kälte ein großes Angriffsobjekt liefern, so daß selten ein Winter vergeht, ohne daß sie unter diesen Frostschäden lange zu leiden haben und zurückgehen. Darauf ist es auch zurückzuführen, daß man vielfach unter ihnen fchlechte Winterleger findet. Aus diesem Grunde lasse man langkämmige Hühnerrassen im Winter nicht ins Freie, sondern gebe ihnen einen geschlossenen, vor Zugwind geschützten Scharrboden. Die Wassergefäße sind so einzurichten, daß die Tiere beim Trinken nicht die Kehllappen benetzen. Verwendet man einen Napf, so lege man einen Teckel darauf, in welchen ein Loch geschnitten ist, der den Schnabel bequem durchläßt, aber dem Kehl- lappen das Eindringen verwehrt.
Wie wird Torfmull in Geflügelställen angewandt.
Man streut ihn ca. 5 Zentimeter hoch ein, recht oft die Exkremente aus und reinigt monatlich einmal gründlich den Stall. Der aufgeräumte Torf wird mit Jauche begossen, bis er ganz durchtränkt ist und dann zur Düngung der Gartenbeete oder Aecker verwendet wird. Häufiger und notwendiger ist die Erneuerung der Torfstreu in Enten- und Gänseställen, weil die Entleerung der Enten und Gänse mehr flüssiger Natur ist als bei Hühnern. Je öfter die Reinigung stattfindet, desto mehr wird die Gefahr beseitigt, daß sich Ungeziefer und Krankheiten einstellen.
Wie bei der Aufzucht von jungem Geflügel verfahren werden soll,
ist den meisten Geflügelzüchtern auf dem Lande und den Bäuerinnen ohnehin bekannt; auch hier kommt an erster Stelle die Ordnung und Pünktlichkeit, regelmäßige Fütterung der jungen Tierchen mit entsprechenden Nährmit- teln, die Vorsorge für Warmhaltung und die Sorge für den Zutritt der so notwendigen Sonnenwärme bei den Aufenthaltsorten in Betracht; — ohne Wärme, ohne Sonne keine Geflügelzucht —, dieser uralte Grundsatz muß auch heute noch ebenso beobachtet werden als ivie in alten Zeiten. Die neuen Lehren, Geflügel könne man überall züchten, in kalten und rauhen Gegenden, selbst in Kellern und jedem beliebigen Raum, ebenso wie in den warmen Ländern, solche Lehren sollten aber keine Beachtung finden, da durch sie nur Enttäuschung und Schaden veranlaßt würden.
Gelbe Orpingtons
unterscheiden sich in der Körperform von den gelben Plymouth-Rocks fast nur durch etwas kürzeren Rumvf
und weiße Schnäbel und cbcnfold)e kürzere Füße, mittete sind leiten rein weiß, sondern die weißen Teile der Läufe meistens fleischfarbig, rein weiß ist aber zu bevorzugen. Das Gefieder soll bei Hahn und Henne rein goldgelb und glänzend sein, es darf an keiner Stelle des Körpers abweichen, weder ins Hellere noch ins Dunklere. Weiße Schwanz- und Flügelfedern, weißmelierte Schul- ter- und Flügeldecken und zu heller Halsbehang ist unzu- lässig. Zulässig ist dagegen bronzefarbiger Schwanz und rotgelbe ^chulterdecken neben der übrigen sattgelben Farbe. Fehlerhaft ist, besonders bei den Hennen, nach außen durchscheinendes, weißes Untergesieder.
Schwanzlose Hühner.
Hühner ohne Schwanz werden Kaulhühner genannt. Es ist dies keine besondere Rasse, vielmehr gibt es unter allen Rassen solche Zufallsprodukte. Doch bemüht man lief) neuerdings, dieselben auch konstant zu züchten. Kaulhühner legen meist unbefruchtete Eier weil eine wir- kungsvolle Begattung der über den After des Huhnes binabhängenden Schwanzfedern wegen nicht möglich ist. Man muß daher der Henne die Schwanzfedern etwas kürzen.
Kröpf.
Man unterscheidet bei Hühnern den harten Kröpf und' den hängenden Kröpf. Der sogenannte harte Kröpf der Hühner entsteht durch zu reichliches Körnerfutter oder durch Verschlingen von schwer verdaulichen Gegenständen. Man gebe viel Grünfutter. Ricinusöl oder Pfefferkör- ner, in Butter gehüllt, leisten ebenfalls gute Dienste. Kropfkrankheiten entstehen, „wenn die Tiere zu viel trok- kene Körner aufnehmen, welche durch das Trinkwasser und den Verdauungssaft erweicht und darauf ausgedehnt werden." Hierdurch kann nämlich der Verdauungsvor- gang vollständig eingestellt werden. Kropfkrankheiten kommen beim Geflügel überhaupt oft vor. Sie äußern sich beim Hühnervolk im allgemeinen ebenso wie bei den Tauben. Meistens stellt sich dieser geschwollene Kröpf bei Rassen ein, die von Natur dazu prädestiniert erscheinen. Zu hastiges Fressen, oder Futter, das den Tieren nicht bekommt, bilden fast immer die Ursache des Leidens. Da sich in den meisten Fällen fieberhafte Erscheinungen hinzugesellen, gehen die Patienten gewöhnlich ein, wenn nicht schnell Hilfe gewährt wird. Am besten ist es, wenn man für sofortige Verdauung durch Eingeben von Ab- führmitteln sorgt. Es wird empfohlen, zu diesem Zweck einen Teelöffel erwärmten Leinöls und als Futter ölige Sämereien, wie Hanf und Lein mit gequellten Weizenkörnern zu geben. In das Trinkwasser soll man etwas Glaubersalz tun und bei eintretender Genesung eine Weile hindurch Hirse und Rüben füttern. Wichtig ist, daß der Patient sofort aus dem Stalle entfernt werde, da er nämlich von Zeit zu Zeit aus dem Kröpfe verdorbenes Futter wirft, das dann von den übrigen Bewohnern des Hühnerstalles aufgepickt wird und diese damit der Gefahr ausgesetzt sind, angesteckt zu werden. Zum mindesten aber zeigt sich bei ihnen Uebelbefinden und allerlei Verdauungsstörungen. Wenn keine Hilfe mehr in Aussicht steht, so schlachte man das Tier lieber, um wenigstens sein Fleisch für die Küche zu retten.
§ W! Mb st- und Gartenbau. !W -
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Zur Vertilgung der Raupen
an Bäumen, Stachel- und Johannisbeersträuchern usw. sind folgende Mittel zu empfehlen: Acht Kilo Ruß werden mit sechs Eimer Wasser gut vermischt. Abends bespritzt man vermittelst einer Spritze die von den Raupen heim- gesuchten Bäume und Sträucher und sammelt am andern Morgen die durch die scharfe Flüssigkeit getöteten, auf der Erde liegenden Raupen. Den Bäumen schadet das Nutzmassen nicht im geringsten; die Blätter bekommen int Gegenteil ein recht frisches Ansehen. Legt man nachts wollene Tücher auf Stachel- und Johannisbeersträucher, so ziehen sich die Raupen auf diese weiche Lagerstatt zurück. In aller Frühe entfernt man die Schädlinge samt ihrem Nachtquartier. Will man Raupen von Kraut und Rüben abhalten, so pflanzt man Hanf darunter. Ganz kleine Raupen beseitigt man am raschesten durch eine Uebergießung der befallenen Sträucher mit einer Lösung von schwarzer Seife auf 2 Liter Wasser. Hiermit tränkt man nicht allein das Strauchwerk, sondern auch das darunter befindliche Erdreich im weiteren Umkreise. Pro- batum est.
Um Reseda zu Bäumchen heranzuziehen, läßt man im Topfe nur eine Pflanze stehen und bindet dieselbe, so oft es nötig erscheint, an. Allmählich sich bildende Seitentriebe wie auch alle Blumen müssen gleich unterdrückt werden; zeigt die Spitze Blumen, so wird dieselbe pinziert und der nächste sich zeigende Trieb zur Fortsetzung des Stammes angebunden. In dieser Weise fährt man fort, bis die gewünschte Mammhöhe erreicht ist, läßt dann nach Entspiyen deS Stammtriebes die Seitentriebe sich in einer Zahl von 3 bis 5 entwickeln und pinziert nach dem 4. oder 5. Blatt.