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herrsel-er Armblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 132

Dienstag, den 10. November

1908

Amtlicher teil.

Hersseld, den 6. November 1908.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises, welche meine Ver­fügung vom 1. Oktober 1880" Nr. 10469 Kreisblatt Nr. 79 betreffend Mitteilung des Betrages, welcher der Gemeindekasse durch verkauftes Obst zugeflossen ist, noch nicht erledigt haben, werden hieran mit Frist von längstens 8 Tagen erinnert. Evtl. ist mir Fehlanzeige zu erstatten.

I. 11266. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Verzeichnis der im Kreise Hersfeld stattfindenden Voreinschätzungstermine zur Veranlagung der Einkommensteuer für 1909.

HerSfeld, den 6. November 1908.

Die Herren Orts- bezw. Gutsvorstände, welche meine Ver­fügung vom 21. v. Mts., I. Nr. 10745, betreffend den Be­darf an Quittungskarten-Formularen noch nicht erledigt haben, werden mit Frist von längstens 8 Tagen hieran er­innert.

1. 10 745. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 4. November 1908.

Der auf Donnerstag den 26. November d. Js. in der Stadt Fulda angesetzte Viehmarkt wird unter den seither be­kannt gegebenen Bestimmungen abgehalten. Mit dem Austrieb darf um 772 Uhr morgens begonnen werden.

I. 11330. Der Königliche Laudrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersseld, den 4. November 1908.

Den Herren Vorsitzenden der Voreinschätzungs-Kommissionen teile ich nachstehend die Termine für die Sitzungen in ihren Bezirken mit.

Ich ersuche, die Mitglieder rechtzeitig und ordnungsmäßig vorzuladen und dafür zu sorgen, daß die sämtlichen Listen der zu den Voreinschätzungsbezirken gehörigen Ortschaften recht­zeitig bei den Vorsitzenden eingehen.

Bei Aufstellung der Fordcrungsnochweife ist folgende Reihenfolge einzuhalten: Vorsitzender, ernannte Mitglieder, gewählte Mitglieder. Die Unterschriften sind in der Reihen­folge des Nachweises zu leisten.

Gleichzeitige Quittungsleistung ist nicht statthaft.

Der Vorsitzende der Einkommensteuer- Veranlagungs-Kommission.

St. 2592. von Grunelius.

i

Der Vm

No.

eeinschätzungsbezirke

Die Sitzung findet statt am

Beginn der Sitzung

Die Sitzung wird abgehalten im

Vorsitzender der Vorein- schätzungskommission

Bemer­kungen

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XV XVI 2tVII XVIII

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Gershausen Obergeis Kalkob es

Asbach Rohrbach Eitra

Unterhaun Willingshain Kirchheim Hattenbach Mengshausen Mecklar Niederaula Sorga Friedewald

Heringen Ransbach

Lengers Landershausen Philippsthal Schenklengsseld

28/11 08

27/11 08

8/12 08

25/11 08

26/11 08

10/12 08

2/12 08

3/12 08

24/11 08

16/11 08

20/11 08

17/11 08

21/11 08

4/12 08

9/12 08

7/12 08

30/11 08

19/11 08

5/12 08

23/11 08

11/12 08

8V2 Ühr Ä.

10 Uhr V.

9 *

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9

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8 V2

Bürgermeisteramt Gershausen

Bürgermeisteramt Obergeis

Bürgermeisteramt Kalkobes

Bürgermeisteramt Asbach

Bürgermeisteramt Rohrbach

Gastwirtschaft Eitra

Bürgermeisteramt Un­terhaun

Bürgermeisteramt Willingshain

Bürgermeisteramt Kirchheim

Bürgermeisteramt Niederjossa

Bürgermeisteramt Mengshausen

Bürgermeisteramt Mecklar

Bürgermeisteramt Niederaula

Bürgermeisteramt Sorga

Bürgermeisteramt Friedewald

Bürgermeisteramt Heringen

Bürgermeisteramt Ransbach

Bürgermeisteramt Wölfershausen

Bürgermeisteramt Landershausen

Bürgermeisteramt Philippsthal

Gastwirtschaftv.Stöpp- ler, Schenklengsseld

Ä^er, Bürgermeister zu Allendors

Walper, Bürgermeister Seelig Baumhard, Hildebrand, Görk, Großcurth,

Dippel,

Heß, Eckhardt, Bürgermeister zu

Niederjossa

Wegfahrt, Bürgermeister Zffland, Ruhn, Heinz, Budesheim,

Gebauer,

Scheer,

Lotz, Reinhardt, Lingemann, Rüger,

Uom Bär und Bienchen.

Die Geschichte einer Jugendliebe.

Vo» Fritz Skowronnek.

(Fortsetzung.)

Der Bries von Czecha hatte Hans nicht beunruhigt. Er lachte nur, als er las, daß der Priester, wie Gustav wegen seines etwas salbungsvollen Wesens auf der Schule genannt wurde, sich bei Czecha einen Korb geholt. Er lag gerade im Skat", das heißt, er hatte seine erste Mensur gefochten, und sich tapfer dabei gehalten, aber doch einige Schmiffe, die ge­näht werden mußten, aus den Kopf bekommen. Nun lag er mit verbundenem Kopse im Bett, während einige Freunde auf seiner Bude Skat spielten und viele Flaschen Bier dazu tranken.

Am Abend gingen sie beruhigt von dannen, den der Patient war fieberfrei und anscheinend auf dem Wege der Heilung. Am nächsten Morgen fanden sie ihn im höchsten Fieber, die ganze Kopfhaut entzündet. Er führte wirre Reden, erkannte seine Freunde nicht und wehrte sich gegen den Arzt. Nie­mand konnte sich die Ursache der gefährlichen Verschlechterung erklären.

Es war der Brief der Mutter, der so gewirkt hatte. Mit der letzten Bestellung hatte er ihn erhalten und sich sofort hin­gesetzt, um an Czecha zu schreiben. Seine Erregung strömte in den heftigsten Vorwürfen aus. Dazwischen las er wieder und immer wieder beide Briefe und grübelte, bis er heraus- zufinden glaubte, daß Czecha er doch eigentlich im unklaren gelassen habe, ob und wie sie Gustav endgültig abge­wiesen.

Drei-, viermal zerriß er, was er geschrieben. Schließlich kam ein ganz kurzer Brief zustande, in dem es sehr bitter hieß, wenn sie ihr Verlöbnis als Hindernis betrachte, dann sei eS sehr einfach zu beseitigen. Er wollte ihrem Glück nicht rm Wege stehen und wünsche ihr alles Gute für die Zukunft.

Der Brief traf Czecha wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Sie war sich keiner Schuld bewußt. Daß sie im stillen mit Hans versprochen war, hatte sie dem Freier doch nicht sagen können.

Im ersten Augenblick nahm sie den Brief auch nicht ernst.

Sie wollte sich hinsetzen und demBär" eine gehörige Straf­predigt schreiben. DaS war ja immer sein Fehler gewesen, dies Strohfeuer. Wenn ihn etwa- erregte, war er sofort Feuer und Flamme.

Irgend wer, der von Gustavs Bewerbung gehört hatte, mußte ihm die Sache in entstellter Form mitgeteilt haben. Da hatte er sich hingesetzt und ihr den bösen Brief geschrieben. Sicherlich dachte er nach wenigen Tagen schon viel ruhiger. Wenn sie ihm dann offen schrieb, wie und weshalb sie Gustav so geantwortet hatte, war alles wieder in Ordnung. Seine Liebe konnte doch nicht an einer Nachricht, die er selbst bei ruhiger Ueberlegung al- falsch erkennen mußte, sterben. Ja sie hoffte sogar, daß in den nächsten Tagen schon ein zweiter Brief von ihm eintreffen würde.

Sie wartete vergeblich. Nun mußte sie schreiben. Ge­rade als sie die Feder eintauchte, kam Karl, Hansens jüngerer Bruder, der auch schon aus Obersekunda faß, um ihr zu er- zählen, daß HanS infolge einer Mensur sehr gefährlich erkrankt wäre. Die Mutter rüste sich bereits, nach Königsberg zu fahren, um ihn zu pflegen.

Na, sei nur ruhig", tröstete er, al- Czecha die Tränen in die Augen traten,an einem Schmiß wird der Bär doch nicht eingehen. Der verträgt noch einen ganz anderen Puff. Aber ich muß dich noch etwas fragen. Nimm es mir nicht Übel, Bienchen! HanS hat mir alles anvertraut. Ich weiß, daß ihr im stillen verlobt seid. Nun geht die Reinersche überall herum und erzählt, daß du den Gustav heiraten wirst. Es sei nur noch ein Hindernis, das müsse beseitigt werden. Dabei plinkert sie denn so unverschämt mit den Augen. Was meint sie damit? Eure Verlobung?"

Czecha nickte traurig.

Ja, Karl. Und ich will dir noch mehr sagen. DaS Hindernis ist beseitigt! Hans hat mich freigegeben 1 Da, lies selbst!"

Sie griff in die Tasche und holte den zerknitterten Brief hervor.

Dem Jungen zitterte die Hand, al- er ihn zurückgab. Hast du wirklich Schuld? Hast du dem Priester Aussichten gemacht?"

Nein, Karl. Ich konnte ihm doch nicht sagen, daß ich mit HanS im stillen verlobt bin. Da habe ich verschiedene Ausreden gebraucht und als er sie nicht gelten ließ, habe ich

gesagt, eS sei ein Hindemis, das ließe sich nicht beseitigen oder schwer ich weiß selbst nicht mehr, wie ich mich aus­gedrückt habe."

Na, dann ist doch alles in Ordnung! Wenn Hans gesund wird und nach Hause kommt, setz ich ihm den Kops zurecht. Das wäre ja noch schöner, wenn solch ein Klatsch­maul mit seinen Lügen zwei Menschen auseinanderbringen könnte. Weißt, was ich glaube? Hans war schon im Fieber, als er dir den Bries schrieb. Du brauchst ihm nicht zu ant­worten, das hat jetzt keinen Zweck. Wenn er nur etwas besser wird, bringt Mutter ihn nach Hause, dann renk' ich die Sache wieder ein."

Es kamen vierzehn Tage voller Sorgen und Aufregung. Frau Förster schickte täglich eine Nachricht nach Hause, aber sie lautete wenig tröstlich. Hans lag bewußtlos in heftigem Fieber.

Die ganze Kopfhaut war entzündet, ja die Aerzte befürch­teten noch etwas weit Schlimmeres, eine Entzündung der Ge­hirnhaut. Langsam trat die Besserung ein. Sie machte aber auffallend geringe Fortschritte. Hans hatte keinen Lebensmut.

Er lag apathisch da und grübelte. Die Mutter wußte, was auf ihm lastete, aber sie konnte ihm nicht helfen. Das mußte er allein mit sich ausmachen.

Endlich war er so weit, daß er mit der Mutter die Heimreise antreten konnte. Die Gefahr war vorüber, und zu Hause, in mütterlicher Pflege, würde er sich am besten er­holen.

Der Vater erschrak, als er seinen Aeltesten erblickte, so hohl­äugig und schmalbackig sah Hans aus. Czecha hatte ihn, als der Wagen vorüber fuhr, vom Fenster aus gesehen und sich bitterlich sattgeweint.

Nicht einmal den Kopf hatte er nach dem Häuschen, wo sie wohnte, gewendet!

Am nächsten Tage kam Karl, er sah sehr traurig auS. Ich bringe keine gute Nachricht, Bienchen. Wer weiß, war mit dem Hans los sein mag. Der arme Kerl ist gar nicht wieder zu erkennen. Er spricht nicht, er streichelt nicht einmal seinen Tory, wenn der ihm die Hand leckt. Ich glaube, der hat einen Knax weg. Aber wir werden ihn schon gesund machen. So wie ich ihn unter vier Augen bedrücke, steche ich