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gebührende Berücksichtigung ihrer Lage Anspruch machen. Die Aufgabe des Gesetzes sei es, eine Regelung zu finden, die allen beteiligten Interessen gerechte Würdigung zuteil werden läßt. Ein Gesetz, das diesem Erfordernis entspricht, werde, wie erwartet werden darf, dazu beitragen, daß die Auswüchse, welche dem Automobilbetriebe zurzeit noch an­

Doppelschrauben-Passagier- und Fracht- dampserGeorg Washington" des Norddeutschen Lloyd.

G e o r g e W a s h i n g t o n" ist der erste Dampfer des Norddeutschen Lloyd, der einen Raumgehalt von mehr als 20 000 Brutto-Reg.-Tons besitzen wird. Er erhält eine Länge von 220,2 m = 722 Fuß 5 Zoll, eine Breite von 23,78 m = 78 Fuß, und eine Tiefe von 24,38 m = 80 Fuß. Die Wasserverdrängung wird bei einem Tiefgang von 10,06 36 000 Tonnen und die Zuladung etwa 13 000 Tonnen be­tragen. Die Vermessung des Schiffes ergibt einen Tonnen- gehalt von etwa 27 000 Brutto-Reg.-Tons, während der bisher größte Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd,Kron- prinzesiin Cecilie", nur zu rund 20 000 Brutto-Äeg.-Tons vermessen ist. Der äußeren Größe des DampfersGeorge Washington" entspricht auch seine innere Geräumigkeit; im ganzen werden auf diesem Schiffe 520 Paffagiere L Klasse in 263 Kammern, 377 Passagiere H. Klasse in 137 Kammern, 614 Paffagiere m. Klasse in 160 Kammern und 1430 Per­sonen in acht Abteilungen des Zwischendecks, ingesamt also 2941 Passagiere, bequem untergebracht werden können. Hinzu kommt noch die Schiffsbesatzung, welche aus 525 Köpfen be­stehen wird.

Alle Kabinen find ungewöhnlich groß. Außer den Zimmern L Klaffe für 1, 2 und 3 Passagiere sind zwei sogen. Kaiser­zimmer vorgesehen, ferner zwei Staatszimmer und 31 Salon­zimmer. Die Kaiser- und Staatszimmer, von denen je eins in der deutschen Schiffbau-Ausstellung in Berlin ausgestellt waren, befinden sich aus dem Promenadendeck. Sie bestehen, wie aus den Schnelldampfern, aus mehreren, besonders elegant eingerichteten Räumen, und zwar setzen sich dieKaiserzimmer" aus Salon, Frühstückszimmer, Schlafzimmer und Bad, die Staatszimmer' aus je einem Wohn- und Schlafzimmer nebst Bad zusammen, während die 31 Sakonzimmer extra große, für drei Personen eingerichtete Räume mit anschließendem Bad darstellen.

Für die Zwecke der Sicherheit des Schiffes dienen u. a.: 1. Eine Klingelanlage für Feuerlöschzwecke mit 14 Alarm­glocken, welche nach den verschiedenen Haupträumen der Be­satzung führen. 2. Eine vollständige Alarmklingelanlage mit 30 Glocken für das Schiff und die gesamte Maschinenanlage. 3. Eine Feuermeldeanlage mit 18 Feuermeldern, welche über sämtliche Decks verteilt sind. 4. Ein Anschluß für den Unter- wasser-Glockenschallfignal-Apparat. Dieser zeigt dem Kapitän bei nebligem Wetter die in der Nähe der Küsten ausgelegten Bojen, sowie die Nähe eines Feuerschiffes an. 5. Eine Signal­vorrichtung für 36 wasserdichte Türe (Schottentableau.) 6. Eine Rettungsboje, welche am Heck bereit hängt und von der Kommandobrücke im Bedarfsfälle durch einen elektrischen Kon­takt betätigt werden kann.

Für die Passagiere L, H., HL, IV. Klasse sind getrennte entsprechende große Küchenanlagen vorgesehen. Die Küchen I. und H. Klasse liegen in der Nähe der zugehörigen Salons und besitzen je, außer einem erstklassigen Taselherd, 5 resp. 3 Wafferbadkochtöpse, Wärmeschränke, Regale, Anrichten, diverse Hilfsmaschinen, als: Kaffeemühlen, Schaumschläger, Messer­putzmaschinen, Kartoffelschälmaschinen, Fleischwölse, automatische Eierkocher, eine Passiermaschine rc. Außerdem sind noch be­sondere Räume für Schlächterei mit zugehörigem Kühlraum, ferner Backofenraum mit 2 Doppel-Perkins-Patentöfen, 1 Bäckerei, 1 Konditorei und diverse Auswaschräume vorhanden. Für die III. und IV. Klaffe befinden sich die Küchen aus dem oberen Salondeck. Die IH. Klasien-Küche ist ausgestattet mit 5 Wasierbadkochtöpfen, einem großen Bratherd, Kartoffelschäl- raum, Anrichten, Schränken und Spinden. In der IV. Klasien- Küche, welche auch gleichzettig für die Mannschaft bestimmt ist, sind 9 Wasierbadkochtöpse davon 2 getrennt für Jsraeliten,

Aus ]n- und Ausland.

Berlin, den 5. November 1908.

S e. Majestät der Kaiser ist gestern um 5 Uhr Nachmittags auf der Eisenbahnstation Siebenbrunn-Leopolds- dors eingetroffen und im Automobil nach Eckartsau weiter gefahren. Se. Majestät wurde auf der Station Siebenbrunn vom Erzherzog Franz Ferdinand begrüßt. Der Bahnhof war mit Girlanden und Flaggen in den österreichischen und deutschen Farben geschmückt, der Wartesaal mit Blumen und Blattpflanzen geziert. Der Erzherzog, der um 2V2 Uhr aus Wien eingetroffen war, leitete persönlich das Arrangement und verblieb im Wartesaal, bis die Ankunft des kaiserlichen Sonder- zuges gemeldet wurde. Sofort nach Verlassen des Zuges eilte der Kaiser, der im Jagdanzuge war, auf den Erzherzog zu, schüttelte ihm beide Hände, küßte ihn auf die Wangen und verblieb eine kurze Zeit in angeregter Unterhaltung mit ihm, woraus die Vorstellung der Gefolge erfolgte. Der Kaiser dankte freundlichst für die Huldigungen des zahlreichen Publikums und bestieg mit dem Erzherzog das Automobil, um die Fahrt nach Eckartsau anzutreten. Die Gefolge folgten in fünf Automobilen. Als die Kraftwagen vor dem Schloß eintrafen, herrschte bereits Dämmerung. Das Schloß erstrahlte in hellem Licht. Nach dem Souper zog sich der Kaiser in

haften, mehr und mehr verschwinden, ohne daß der Ver­wendung deS neuen Verkehrsmittels, soweit sie fich in gesunden Bahnen bewegt, ein Hindernis bereitet wird. Der Entwurf suche dieses Ziel durch eine Verbindung von Bestimmungen privatrechtlichen, verwaltungSrechtlichen und strafrechtlichen Inhalts zu erreichen.

ein Bratherd, ein Kartoffelschälraum, Tische, Spinde zc« aufgestellt. Für diese kolossalen Küchen sind ebenfalls ent­sprechend große Pantries und Aufwaschräume vorhanden. Für Photographische Zwecke steht den Passagieren eine Dunkel­kammer und ein Arbeitsraum auf dem Sonnendeck zur Ver­fügung.

Die Bäder und Klosetträume find sachgemäß hergestellt und für die Passagiere bequem verteilt. Bei der Einrichtung sind die neuesten Verbesserungen berücksichtigt. Die Badewannen für I. Klasse bestehen aus Fayence, für die II. Klasse und Offiziere aus Reinnickel und für die III. Klaffe aus email­liertem Gußeisen. Außer den 35 Privatbädern und 36 Wasser- Klosetts sind 91 Wasser-KlosettS und 42 Bäder für den all­gemeinen Gebrauch der Passagiere vorhanden.

Zur Wasserversorgung dienen aus dem mitgeführten Quantum von 1350 cbm noch 2 Destillierapparate von je 20 000 1 Leistungsfähigkeit in 24 Stunden. Die vor und hinter den Kesseln angeordneten Kohlenbunker fassen ca. 4000 Tonnen Kohlen.

An Rettungsböten führt das Schiff: 22 Rettungsboote grösster Sorte und 14 Halbklappboote. Die Rettungsboote sind aus Eichenholz in Doppel-Diagonal-Bauart, die Halb­klappboote aus verzinktem Stahlblech hergestellt. Um die Boote schnell inS Wasser zu lassen, sind zum Heißen derselben aus dem Sonnendeck 4 elektrische Bootswinden aufgestellt.

Jeder der 3 Buganker hat ein Gewicht von 8600 kg, her Stromanker ein solches von 3000 kg und der Warpanker ein Gewicht von 1500 kg. Die Gesamtlänge der Ankerketten beträgt 600 m. Zur Bedienung der Ankerwinden sind unter der Back 2 große Dampfmaschinen aufgestellt.

Zum Bau eines solchen Riesendampsers werden an Hauptmaterialien ungefähr folgende Mengen gebraucht:

ca. 14 500 Tonuen Stahlplatten, Winkel-, Profil-, Flach-, und Rundstahle, ca. 750 Tonnen Nieten und Schrauben, ca. 460 cbm Teakholz, ca. 2100 cbm Oregon und Pitchpine- holz, ca. 1200 cbm Fichtenholz.

Das Gewicht des kompletten Hinterstevens mit Wellen- böcken beträgt allein ca. 60 000 Kg, das des Ruders mit Spindel ca. 47 000 Kg.

Die vom Stettiner Vulkan erbaute Maschinenanlage be­steht aus zwei vierzylindrigen vierkurbeligen Viersach-Expansions­maschinen mit Oberflächenkondensation und Maffenausgleich nach Patent Schlick. Die Maschinen indizieren zusammen 20 000 Pferdestärken und geben dem Schiffe eine Ozean­geschwindigkeit von 18,5 Seemeilen in der Stunde. Die auf St.-B.- und B.-B-Seite aufgestellten Maschinen treiben mittels 68 m langer Wellenleitungen zwei dreiflügelige Bronzeschrauben von je 6,50 m Durchmesser. Die Kurbelwellen und Druck­wellen von 540 mm Durchmesser sind aus bestem geschmiedeten Siemens-Martin-Stahl, die 560 mm starken Schraubenwellen nnb die gesamten Zwischenwellen aus geschmiedetem Siemens- Martin-Stahl hergestellt.

Den Dampf liefern acht Doppel- und vier Einsach-Zylinder- Kessel von je 4800 mm äußerem Durchmesser und 6200 bezw. 3650 mm größter Länge, welche sämtlich mit Howdenszug betrieben werden. Sie arbeiten mit 15 kg/qcm Ueberdruck und besitzen zusammen 60 Feuerungen. Die Gesamtheizfläche beträgt 4876 qm, die Gesamtrostfläche 114 qm. Die Kessel finb in zwei Gruppen im Schiff angeordnet, deren jede einen ovalen Schornstein von 4100x5100 mm Durchmesser und 40,5 m Höhe über Kiel erhält.

Die Keffelräume erhalten Luftzufuhr durch zwei in einem besonderen Raume auf dem Unterdeck aufgestellte Bentilations- maschinen, welche die Luft durch einen großen Schacht von Deck aus ansaugen und durch besondere Kanäle in die Kessel- räume drücken.

Die Gesamtzahl der auf dem Schiff aufgestellten Dampf­maschinen beträgt einschließlich der Hauptmaschinen 75 mit zu- sammen 131 Dampfzylindern.

seine Gemächer zurück. Das vor der Einfahrt harrende Publikum begrüßte den Kaiser ehrerbietigst. Während der Eisenbahnfahrt nach EckartSau nahm Se. Majestät der Kaiser die Vorträge deS Vertreters des Auswärtigen Amts Freiherrn v. Jenisch und des ChefS des Militärkabinetts, Generals der Jnsanterie Grafen v. Hülsen-Haeseler entgegen. Heute vor­mittag 9 Uhr begaben sich Se. Majestät der Kaiser und Erzherzog Franz Ferdinand in das Orther Revier, wo die erste Jagd abgehalten wird. Der Erzherzog überläßt das Jagdgelände ausschließlich seinem Gaste und wird persönlich nicht schießen. Die heutige Jagd wird aus mehreren Treiben bestehen. Mittags wird im Zelt ein einfaches Frühstück serviert. Die Rückkehr erfolgt erst mit Einbruch der Dämmerung. Das Wetter ist ziemlich kalt und für die Jagd günstig.

DaS Heer der deutschen Post- u> d Eisen­bahnbeamten, einschließlich der Arbeiter, Lehrlinge und Frauen beläuft sich zurzeit auf etwas über eine Million Köpfe es kommt also aus je 60 Personen in Deutschland 1 Verkehrs­beamter. Für dieses Beamtenheer geben Reich und Staat mehr als IV2 Milliarden pro Jahr aus.

Der deutsch-französische Zwischensall von Casablanca, welcher infolge der Balkanereignisse in den Hinter­grund des politischen Tagesinteresses gedrängt worden war, meldet sich jetzt wieder. Laut einer Meldung aus PariS hat die deutsche Regierung an die französische Regierung die

Forderung gestellt, sie soll sich zunächst wegen des Auftretens ihrer Beamten in Casablanca gegenüber dem deutschen Vize- konsul entschuldigen, ehe die ganze Sache, wie geplant, vor ein Schiedsgericht gelange. Es ist noch nicht bekannt, wie sich die Clsmenceausch? Regierung zu dieser deutschen Forderung stellt; offenbar droht sich aber die Casablanca-Affäre bedauer­licherweise erneut zu verschärfen. Die Gerüchte, es sei in dieser Angelegenheit zu einer erregten Auseinandersetzung zwischen dem Fürsten Bülow und dem französischen Botschafter am Berliner Hofe, Cambon, gekommen, werden jedoch als unbe­gründet bezeichnet.

Aus Friedrichshafen wird berichtet: Graf Zeppelin soll sich mit dem Gedanken tragen, anläßlich der Reise des Kaisers nach Donaueschingen in seinemZeppelin I" dem Hofzug entzegenzusahren und dann den Zug bis Donau­eschingen in der Lust zu begleiten. Nach einer demL. A." übermittelten Meldung der Konstanzer Zeitung aus Donau­eschingen, soll der Besuch des Kaisers dort offiziell für Sonn­abend den 7. d. M. angesagt sein; der Aufenthalt des Monarchen werde wahrscheinlich bis zum 15. d. M. dauern. Obwohl die Sammlung für die Zeppelinspende abge­schlossen ist, sind gestern vom Reichskomitee in Berlin nochmals 100 000 Mark der Allgemeinen Rentenanstalt in Stuttgart überwiesen worden.

Der König von Griechenland weilte in diesen Tagen am Wiener Hofe, welchem Besuche man im Hinblick aus die Balkanwirren jedenfalls politische Bedeutung zuschreiben kann. Am Mittwoch abend fand in der Wiener Hofburg zu Ehren des königlichen Gastes ein größeres Galadiner statt, in dessen Verlaufe zwischen dem Kaiser Franz Josef und dem König Georg Trinksprüche gewechselt wurden. Ueber die schleichende Krisis im Ministerium Beck verlautet einstweilen noch nichts sonderlich neues. 8

Die Stimmung in Belgrad, welche sich bereits etwas beruhigt hatte, wird wieder aufgeregter, offenbar unter dem Eindrücke des Scheiterns der Ausgabe, welche der Kron­prinz von Serbien am Petersburger Hose erfüllen sollte und weiter auch der Ersolglosigkeit der politischen Besuche des serbischen Ministers des Auswärtigen in Berlin, London und Paris. Die österreichischen Donaumonitore sind wegen der erneuten Erregung in Belgrad zwischen dem österreichischen Grenzorte Sendin und Belgrad vor Anker gegangen. An der serbischen und montenegrinischen Grenze sollen größere Truppen­bewegungen wahrnehmbar sein. Die in Konstantinopel ge­führten Verständigungsverhandlungen zwischen den Delegierten der Pforte und der bulgarischen Regierung nehmen einen be­friedigenden Verlauf. Die Pforte verweigert einstweilen die Bewilligung der Weiterbeförderung des an Bord eines fran­zösischen und eines griechischen Dampfers in Saloniki einge­troffenen Kriegsmaterials für Serbien (198 Geschütze und 500 Geschosse für jedes Geschütz.)

Aus Provinz u. Kachdargebiel

* (Personal-Chronik.) Ernannt: der Gerichts- assessor von Kintzel zum Amtsrichter in Meerholz; die Rechtskandidaten Roll, Heidelbach, Paack, Hebel, Gerlach und Wilhelm Bode zu Referendaren, der Stadtsekretär Eberhard in Steinau zum Amtsanwalt, der Reg.-Referendar von Liebermann in Cassel nach Ablegung der großen Staats­prüfung zum Regierun gsasiesior. Beauftragt: der Pfarrer extr. von Eiff als Gehilfe des Pfarrers Lohrmann in Homberg. Uebertragen: dem Förster 0. R. Rund zu WiMhausen, Kgl. Oberförsterei, die Forststclle Ermschwerd, Oberförsterei Witzenhausen. Versetzt: der Staatsanwaltsschaftsjekretär Schmidt in Marburg an das Amtsgericht daselbst als Amts- gerichtsjekretär, der Amtsgerichtssekretär Sprenger in Volk- marsen an die Staatsanwaltschaft in Marburg als Staats- anwaltschastssekretär. Verliehen: dem Oberförster Volkenand in Nentershausen der TitelForstmeister", dem Reg.- und Baurat, Geh. Baurat König der Königliche Kronenorden 3. Klaffe, dem Landbauinspektor Vogel in Halberstadt der Rote Adlerorden 4. Klasse. Gestorben: der Steuerjekretär Schmidt bei der Einkommensteuer-Veranlagungskommission des Stadt­kreises Caffel.

* Jetzt beginnt die rechte Arbeit an den Ob st - bäumen. Da sind zunächst der Stamm und die dicken Aeste von den anhaftenden losen Rindenstückchen, Flechten, Moosen u. f. w. zu reinigen. Ein stumpfer Besen kann hierzu benutzt werden, besser noch ein Kratzer, wie er von den Baum- schulartikelgeschästen angeboten wird. Man breite aber unter dem Baum ein Tuch aus, damit die abgekratzte Rinde darauf fällt, denn es sitzt eine große Zahl von Ungeziefer daran. All das Zeug, was da heruntergekratzt wird, muß daher verbrannt werden. Nun wird eine ziemlich dicke Kalkbrühe bereitet und der Baumstamm bis hoch an die Aeste damit bestrichen. Dies Bestreichcn oder Kalken muß sorgfältig geschehen, damit auch alle vorhandenen Ritze ausgefüllt werden. Dadurch wird wieder manche Insektenbrut vernichtet, was um so wichtiger ist, als das Klagen der Obstzüchter über das Zunehmen der Jnsekten- schädlinge immer größer wird. Der Kalkanstrich hat aber auch noch die Wirkung, daß er die Bäume vor dem Erfrieren schützt, wozu die Helle Farbe ebenfalls viel beiträgt. Es ist also nicht notwendig, das grelle Weiß durch Zusatz von Grau oder der­gleichen zu mildern; wenn es auch nicht hübsch aussieht, bis zum Frühjahr hat der Regen doch fast alles abgewaschen.

* Die Witterung im November soll sich, wenn wir dem hundertjährigen Kalender Glauben schenken wollen, in den ersten drei Wochen trübe und regnerisch gestalten, der 23. des Monats dürfte Kälte bringen, der 24. wieder gelinde Temperatur, dann aber wäre bis zum Schlüsse des Monats mit schlechtem Wetter zu rechnen. Der bekannte Meteorolog Bruno Bürzel kündigt für die ersten acht Tage stürmisches und regnerisches Wetter an, vom 8. bis 20. Nov. aber soll es windstill und sonnig, wenn auch ziemlich kalt mit Abendnebel und Frühreif sein. Die Tage vom 23. bis 25. dürsten dem Binnenlands nach Ansicht des genannten Gelehrten den ersten Schnee bescheeren. Die letzten Tage des Monats sollen veränderlich, vielfach nebeliges Wetter bei verhältnis­mäßig warmer Temperatur mit sich führen. Den 8. November bezeichnet Bürzel als einen kritischen Tag erster Ordnung, der möglicherweise Erdbeben im Gefolge hat, im 23. November erblikt er einen kritischen Termin von mittlerer Stärke.

):( Hersfeld, 6. November. Nächsten Montag nach­mittag 4 Uhr findet eine Sitzung d er Stadtverord­neten im Rathaussaale statt. Tagesordnung: Jahresrechnung der städtischen Forstkasse für 1907. Erledigung der PrüfungSbemerkungen zu den Jahresrechnungen der Gas- und Wasserwerk-kassen für 1906. Erneuerung des Garantie- Vertrages mit den Branntweinhändlern. Ankaus, Verkauf und Austausch von Grundstücken. Kostenbewilligungen. Sonstiges.

):( Hersfeld, 5. November. (Schöffengericht.) Ein Lackierer, der sich während des LulluSfestes bei einem