Einzelbild herunterladen
 

zu wecken. DaS geschah denn auch und abends kam frisch und munter das junge Mädchen hier an.

Barchfeld, 18. Sept. Von einem schweren Schicksals­schlag ist die Familie des Fabrikarbeiters August Schmidt hier betroffen worden. Vor einiger Zeit geriet deren Tochter beim Dreschen mit dem linken Fuß in das Getriebe des Göpels, wobei dem Mädchen der Knöchel und ein Teil des Schien­beins zerquetscht wurde. Das Mädchen fand Ausnahme im Landkrankenhaus zu Schmalkalden. Die Verletzung war indes so schwer, daß der Arzt zu einer Amputation des Fußes schreiten mußte. Leider ist das Kind am Sonntag an den Folgen der Operation gestorben.

Dodenau bei Battenberg, 18. September. Heute früh ereignete sich vor dem Tunnelbau bei den aus Nachtschicht befindlichen Bahnarbeitern ein schrecklicher Unglücksfall. Beim Kippen schlug plötzlich ein etwa 30 Zentner schwerer Roll­wagen zurück und tras einen Oesterreicher so unglücklich, daß ihm die Brust eingedrückt, Magen und Eingeweide zerrissen wurden, wodurch nach wenigen Minuten der Tod eintrat.

Steinbach-Hallenberg, 17. September. Ein schänd­licher Racheakt wurde gegen Herrn Rittergutspächter Wichmann aus Niederkrossen verübt. Als derselbe gestern Morgen seinen Hofraum betrat, bemerkte er, daß seinem Hunde die Zehen abgeschnitten worden waren; beim Betreten des Rindviehstalles machte Herr Wichmann die Entdeckung, daß der besten Milch­kuh mit einem schweren eisernen Instrument das Kreuz einge­schlagen worden war, sodaß das arme Tier abgestochen werden mußte. Man vermutet, daß ein entlassener ausländischer Arbeiter einen Racheakt verübt hat. Auf Ermittelung des Täters ist eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt worden.

Hanau, 17. September. Der bei dem Backsteinfabrikanten Zorbach beschäftigte Fuhrmann Dörfler kam in Preungesheim beim Absteigen vom Wagen zu Fall. Das Wagenrad zermalmte ihm den Kopf. Der Tod trat sofort ein.

Groß-Eichen, 19. September. Ein hiesiger Familien­vater bestieg vorgestern nachmittag einen Birnbaum, um die Birnen zu schütteln. Ganz unerwartet stieg ein Gewitter auf, und ein Blitzschlag erfolgte in dem zwischen hier und Rupper- tenrod, gelegenen Wald. Durch den Blitz erschreckt, ließ der Mann den Ast gehen, woran er sich sesthielt, und stürzte in die Tiefe. Durch den Fall zog sich der Mann so schwere Verletzungen im Rückgrate zu, daß er in die Klinik nach Gießen verbracht werden mußte.

Rauschenberg, 18. September. Einen entsetzlichen Tod fand im landwirtschaftlichen Betriebe ein Landwirt in Betzies- dorf. Derselbe half als Einleger bei der Dreschmaschine, geriet mit dem Vorderarm in die Trommel und durch den Ruck fiel auch der Kops in die Trommel und wurde ihm buchstäblich vom Rumpfe abgerissen. Das Ganze war das Werk eines Augenblicks. Der Tote hinterläßt Frau und vier unmündige Kinder.

Franken««, 17. September. Ein Unfall, der den Eltern wieder einmal die Mahnung gibt, kleine Kinder nicht ohne Aufsicht zu lassen, hat sich im nahen Dainrode zugetragen. Das Kind des Landwirts K. spielte auf dem Hofe mit seinem Wagen. Ein junges Pferd, welches auf dem Hofe umherlief, traf das Kind nicht unerheblich ins Gesicht, sodaß man hier ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

Frankfurt a. M., 19. September. Der im Großen Hirschgraben 19 wohnende, 52 Jahre alte Schneider Heinrich Scherer wurde Plötzlich irrsinnig, stürzte aus die Straße und schoß mit einem Revolver auf einen vorübergehenden Maurer­polier, den der Schuß aber glücklicherweise nur leicht am Rücken streifte. Scherer wurde von der Polizei und der herbeigeeilten Rettungswache mit großer Mühe entwaffnet und nach der Irrenanstalt verbracht.

Frankfurt a. M., 19. September. Im Keller seiner elterlichen Wohnung erschoß sich gestern der 20jährige Musiker Hermann Weber, weil er, wie er in einem hinterlassenen Briefe angab, doch nie ein tüchtiger Musiker werden könne.

Frankfurt a. M., 18. September. In der Klinger- Auspellung des KunstvereinS ist eine wertvolle Bronzefigur Faulenzerin" entwendet worden. Vom Täter fehlt jede Spur.

Schwein«, 19. September. Prinz Adalbert von Preußen ist als Gast des Herzogs von Sachsen-Meiningen auf Jagd­schloß Kissel eingetroffen, um der Jagd auf Hirsche obzuliegen.

Koburg, 18. September. Großfürst Cyrill von Rußland kaufte die Schloßherrschaft Untermerzbach in Untersranken für drei Millonen an. Er will dort dauernd Wohnung nehmen,

Born Eichsfelde, 18. September. In der Nähe des Bahnhofes Worbis gingen dem Landwirt Peter Menge aus Kirchworbis die scheu gewordenen Pferde durch; er wurde vom Wagen geschleudert und überfahren. Die Räder des schweren Wagens gingen ihm über Arme, Brust und Hals.

Mühlhausen i. Th., 18. September. Beim Fenster- putzen in der Kirche stürzte der Kirchendiener Louis Raßloff in Großengottera von der Leiter und war sofort tot.

Münster i. W., 17. September. Eine Panik entstand Dienstag abend im Servatiihof während eines astronomischen Vortrages des Privatgelehrten Touls. Beim Auslöschen des Projektionsapparats zerbarst bei Entziehung des Gasäthers der glühende Kalkkegel und einige Stücke fielen in den Aether, der sich entzündete. Angesichts der hochschlagenden Flammen bemächtigte sich der etwa 500 Zuschauer eine schreckliche Panik. Alles drängte schreiend nach dem Ausgang und zu den Fenstern, wobei mehrere Frauen ohnmächtig wurden. Beim Zerschlagen eines Fensters erlitt eine Dame eine schwere Ver­letzung am Oberarm, ein junger Mann zog sich beim Hinausspringen aus dem Fenster einen Armbruch zu. Der Saal bot ein Bild der Verwüstung. Nachdem das Feuer erstickt war, trat Beruhigung ein und der Vortragende konnte semen Vortrag zu Ende sühren.

Erfurt, 17. September. Nach einer bei der hiesigen «nmmalpolizei eingetroffenen Meldung ist der Eisenbahn- arverter Schneider aus Dittelstedt, der seit 14 Tagen vermißt A o-I ^w^ als Leiche aus der Jlm gezogen worden. ; , eine Schußwunde auf. Die Untersuchung ist

. V^i*nar bei Cassel, 19. September. Beim Spielen mit einer Axt schlug ein hiesiger, noch schulpflichtiger Knabe, einem Spielgefährten, einem Nachbarsjungen, drei Finger der linken Hand ab. * a

Vermischtes.

Berlin, 20. September. Das Haus Kurfürsten- damm 57 war heute der Schauplatz großer Aufregung. In )rem Schlasraum fand man frühmorgens die bei dem Rechts­anwalt St bediensteten beiden Mädchen, die Köchin Luise und das Stubenmädchen Anna T. in besinnungslosem Zustande auf Beide hatten Lysol getrunken. Während die Zelt starb, besteht Hoffnung, die T. am «eben zu erhalten.

ri?k ^ H n, 20. Sept. Die Verzweiflungstat einer Mutter ' Ostern in der Hochmeisterstraße große Aufregung herv-r.

Die Frau der daselbst wohnhaften Lederarbeiters Eduard Okkenga versuchte ihre drei Kinder zu vergiften. Eins der Kinder, die erst ein Jahr alte Margarete, erlag dem Gift, die beiden älteren, zwei Knaben im Alter von drei und sechs Jahren, konnten noch ins Leben zurückgerusen werden. Die Frau hat nach vollbrachter Tat die Wohnung verlassen, ver­mutlich, um sich selbst das Leben zu nehmen.

(Treu bis in den Tod.) In Ottensenmoor bei Altkloster starb vor 14 Tagen ein Schäfer. Bei der Be­erdigung folgte auch sein Hund dem Sarge und war nicht wieder vom Kirchhofe wegzubringen; alle Liebkosungen nutzten nichts. Nach mehreren Tagen wurde der Hund mit Gewalt nach Hause gebracht und dort angebunden. Das treue Tier riß sich aber wieder los und eilte aus den Kirchhof zurück; es hat seit der Beerdigung seines Herrn keine Nahrung mehr zu sich genommen und ist jetzt dem Verhungern nahe.

Bromberg, 19. September. Ueber einen schreck­lichen Selbstmord berichtet die Ostdeutsche Rundschau aus Schwarzenau. Ein junges Dienstmädchen von dem Gute Colcz nahm eine Kanne mit Petroleum und begab sich nach einem an dem Wege nach Jarschomkowo stehenden Kreuz. Nachdcm sie sich über und über mit Petroleum begossen hatte, zündete sie ihre Kleider an, und warf sich mit ausgebreiteten Armen vor das Kruzifix. In dieser Lage wurde sie später in schrecklich verbranntem Zustande tot ausgefunden.

64,000,000 M. alsHochzeitssouvenier" zu verteilen dürfte selbst bei amerikanischen Millionären selten vorkommen. Einem Amerikaner deutscher Herkunst, §errn William Singer aus Pittsburg, war es Vorbehalten, diesen Souvenier-Rekord auszustellen. Denn als die vier Kinder des Singerschen Ehepaares am Tage der goldenen Hochzeit ihrer Eltern sich beim Festmahl zur Tafel setzten, entdeckten sie unter der Serviette je einPreispaket" im Werte von nur" 16,000,000 M., bestehend aus Wertpapieren. Mr. Singer wird aus einhundert Millionen Mark geschätzt, die er durch glückliche Stahl- und Bauspekulationen erworben hat. Jetzt hat er sich vom Geschäft zürückgezogen, aber, ungleich König Lear, noch immer genug für sich zurückbehalten, um nicht auf seine Kinder angewiesen zu sein. Denn schließlich kann selbst ein Milliardär von 36,000,000 Mark nochganz gut leben."

(Humor d e s A u s l a n d e s.) Es liegt etwas mehr als Humor in der Bemerkung, die sich am Schlüsse des Programms des Opernhauses von Edmonten befindet und die lautet:Alte Damen, die Angst vor Erkältungen haben, können ihre Hüte ausbehalten." (The Argonaut).Ich werde entsetzlich nachlässig, Schatz. Soeben finde ich in meiner Rocktasche ein Porträt von George Washington, das da während der letzten zehn Tage gesteckt hat."Nun, ich kann darin nichts Besonderes finden."Wirklich nicht, Schatz? Das freut mich zu hören. Das Porträt ist nämlich ein Teil der Marke des Briefes, den Du mir letzte Woche gabst, damit ich ihn in den Kasten stecke." (Cleveland Plain Dealer.) Er:Der Mensch dort drüben hat mich um eine Million gebracht." Sie:Wie war das möglich?" Er:Er wollte mich seine Tochter nicht heiraten lassen."

Weil er nicht Soldat wurde, erschoß si ch, wie die Ostsee-Ztg. meldet, dieser Tage der 20jährige Otto Schwarz in Preetz bei Rügenwalde. Er war zum Militär angefetzt und wollte gern den bunten Rock tragen. Als er nun zum zweiten Male die Nachricht erhielt, daß er als Uebcrzähliger nicht angenommen werden könnte, griff er zur Waffe und machte seinem Dasein ein Ende.

(Einbrecher und Poste n.) Ein raffinierter Einbruchsdiebstahl wurde, wie dasTeltower Kreisblatt" berichtet, auf dem Schießplatz Kummersdorf von einem 13- und 16jährigen Burschen verübt. Die Bürschchen, die sich schon längere Zeit in der Nähe der Kantine herumgetrieben hatten, benutzten den Augenblick, wo der Posten sich etwas entfernt hatte, in das Gebäude zu gelangen. Der Posten bemerkte, als er seinen Rundgang machte, einen Lichtschein. Er holte sich noch einen Posten herbei und beide nahmen die Versolgung auf. Die Einbrecher flüchteten, als sie sich verfolgt sahen, in ein anderes Zimmer und verschlossen die Tür hinter sich. Die Soldaten mußten sie erbrechen, doch waren die Diebe bereits von hier verschwunden und hatten sich in einer Kammer eingeschlossen. Auch diese wurde er­brochen: aber auch dann konnte man von den Verfolgten nichts entdecken. Da die Fenster mit Eisenstäben versehen sind, so war ein Entweichen ausgeschlossen. Man durchsuchte die Kammer mehrere Male alles ohne Erfolg. Schließ­lich wurde ein großes Faß, welches mit Säcken zugedeckt war, untersucht, und siehe da! eng aneinandergeschmiegt steckten die Früchtchen in ihm. Sie wurden festgenommen und der Gendarmerie übergeben. Man fand 15 Mark bei ihnen, die sie gestohlen hatten.

Aus Wut über seine Verurteilung ver­ursachte im Schöffengerichtssaal in Aub ein junger Mann eine turbulente Szene. Als das Urteil verlesen worden war, stürzte er auf den Richtertisch los, so daß Richter und Schöffen eiligst die Flucht ergriffen. Der Amtsanwalt wollte den Wütenden packen, wurde aber in die Finger gebissen. Schließ- lich gelang es, den Rasenden zu übcrwältigen, er spuckte aber fortwährend die Gendarmen an, so daß sie auf dem Trans­port nach Würzburg dem Gefangenen schließlich auch noch den Mund verbinden mußten.

Magd burg, 18. September. Der Einjährig-Frei­willige Hans Grade vom hiesigen Pionierbataillon Nr. 4 erfand eine Flugmaschine. Demnächst sollen auf dem Pionier­übungsplatz Versuche stattfinden. Die Modellversuche verliefen bisher zufriedenstellend.

Stettin, 18. September. Der Großkaufmann Paul Sänger, Inhaber der Firma Sänger u. Comp. ist verschwunden. In hinterlassenen Briefen teilt er mit, daß er den Tod suchen will. Es werden ihm große Unterschlagungen zu Ungunsten auswärtiger Firmen zur Last gelegt. Die Unterschlagungen belaufen sich auf 150 bis 200 000 Mark.

(Furchtbare Rache.) Der Tramwaykutscher Marius Ballot in Lyon lebte seit längerer Zeit mit seiner überaus eifersüchtigen Gattin in Unfrieden. Vor einigen Tagen kam er wieder einmal später als sonst nach Hause und schlich auf den Zehenspitzen, um seine Frau ja nicht aufzuwecken, seinem Lager zu. Diese aber erwachte dennoch und sagte in liebenswürdigster Weise zu ihrem Gatten, daß sie ihm gar nicht böse sei, er möge sich nur ruhig niederlegen. Als der NichtSahnende eingeschlasen war, stand sie auf, ergriff eine Flasche Vitriol und goß deren ganzen Inhalt zuerst aus die Augen und dann auf das übrige Gesicht ihres Mannes. Dieser erlitt derartige Verletzungen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird und bleibt aus alle Fälle gänzlich blind, da die Augen vollständig ausgebrannt sind. Die Frau stellte sich selbst der Polizei und gab Eifersucht als Motiv ihrer unseligen Tat an.

Die Pläne für die Ausdehnung des Zeppelinschen Unternehmen- beginnen jetzt schon

bestimmtere Gestalt anzunehmen, und eS wird demnächst mit ihrer Aussührung begonnen werden. In den in letzter Zeit abgehaltenen Konferenzen des Grasen Zeppelin mit seinen Beratern und Ingenieuren haben die ursprünglichen Pläne der Neuanlagen einige Abänderungen erfahren. Es sollen nun doch sogleich zwei Hallen oder richtiger Luftschiffbau-Wersten an­gelegt und ein großes Maschinenhaus errichtet werden. Alle jene Bestandteile, die bisher in den Werkstätten von Manzell mit der Hand hergestellt wurden, sollen in der Neuanlage maschinell und im großen fabriziert werden. Der ganze Betrieb wird von Anfang an auf die Herstellung von acht Luftschiffen im Jahre eingerichtet. Die Pläne für die Neuanlage dürften in etwa 14 Tagen fertig sein, die vorbereitenden Arbeiten werden dann von Direktor Golsman auf dem Submissions­wege vergeben werden. Die feste Halle bei Manzell und die dortigen Anlagen bleiben bestehen, erstere als Bergehalle für Flugproben der Luftschiffe, letztere als Reparaturwerkstätten für Luftschiffe. Auch dürfte die feste Halle den Militärbehörden neben der Reichsballonhalle gelegentlich zur Ausnahme von abgenommenen Luftschiffen dienen.Zeppelin I." schreitet seiner Fertigstellung schnell entgegen, es heißt, er solle bis Anfang Oktober, wo hier sehr hoher Besuch erwartet wird, flugsertig sein. Ueber die von diesem Luftschiff zu unter­nehmenden Flüge verlautet etwas bestimmtes noch nicht; eS mag eines Tages über einer Gegend Deutschlands erscheinen, wo man diesen Besuch am wenigsten erwartet.

Letzte nachrichten.

Petersburg, 20. September. In der abgelaufenen Woche wurden in Petersburg und den Vororten 1456 Choleraerkrankungen und 439 Todesfälle gezählt, gegen 197 Erkrankungen und 53 Todesfälle in der Vorwoche. Seit Be­ginn der Epidemie am 6. September erkrankten 1653 Personen und starken 492. In den übrigen Choleragebieten kamen in der abgelaufenen Woche 3392 Erkrankungen und 1377 Todes­fälle vor gegen 2465 Erkrankungen und 1120 Todesfälle in der Vorwoche. Im Ganzen sind in Rußland seit Beginn der Epidemie 10 359 Personen an Cholera erkrankt und 4633 gestorben. ____________

Paris, 20. September. In der Telephonzentrale in der Rue de Louvre brach infolge Kurzschlusses Feuer aus, das noch andauert. Die Telephonverbindungen sind gestört. DaS Zentraltelephonamt steht in Flammen. In dem Gebäude werden gegenwärtig große Umbauten vorgenommen und die Arbeiter hatten sich gerade entfernt als um 7 Uhr abends die Flammen emporschlugen und sich rasch verbreiteten. Die Tele- phonistinnen noch mit den Hörapparaten versehen, flüchteten. Menschenleben sind nicht zu beklagen.

L a i b a ch, 20. September. Gestern kam es zu größeren Ausschreitungen, die durch Kavallerie unterdrückt werden mußten, gegen die von den Slovenen Steine und Gläser geschleudert wurden, doch wurde niemand verletzt und nur in zwei deutschen Gasthöfen wurden die Fenster eingeworfen. Heute abend er­neuerten sich die Kundgebungen auf dem Marienplatz, wo eine Truppenabteilung die Steinwürfe der Demonstranten mit einer Salve erwiderte. Hierdurch wurden zwei Personen getötet und vier verwundet, außerdem zwei Demonstranten durch Säbel­hiebe verletzt.

Pittsburg, 20. September'. Verheerende Waldbrände wüten auch in Pensylvania, wo der Ort Corry ganz von Flammen umzingelt ist. Anhaltende Dürre in Westpensylvania, im Osten OhioS und im Westen Virginias haben die Schiff- sahrt lahmgelegt. Ueberall finden Versammlungen statt, in denen um Regen gebetet wird.

Paris, 20. September. Das Telephonzentralamt ist durch das Feuer vollständig zerstört und man sieht schon jetzt, daß die Katastrophe eine gänzliche Unterbrechung des tele­phonischen Verkehrs mit der Provinz und dem Anslande zur Folge haben wird. Wie lange diese Störung dauern wird, läßt sich nicht bestimmen.

Oedenburg, 19. September. Auf der im Bau be­findlichen Oedenburg-Günser Lokalbahn entgleiste ein Material­zug und stürzte 15 Meter tief herab. Drei Arbeiter wurden dabei getötet und drei Angestellte der Bahn schwer verletzt.

Berlin, 20. September. Die Kronprinzessin wurde an­läßlich ihres 22. Geburtstages durch ein kaiserliches Hand­schreiben zum Chef des achten Dragonerregiments ernannt.

London, 20. September. Der bekannte Kanalschwimmer Wolff, der gestern aus Dover abgeschwommen war, wurde heute neben der Landungsbrücke von Calais in erschöpftem Zustand aus dem Wasser gezogen.

B r o m b e r g, 20. September. Bei Kreuz überfuhr ein in unsinnigem Tempo gefahrenes Automobil zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren und einen älteren Knaben, der die Kinder retten wollte. Alle drei wurden getötet.

C h a r l o t t e n b u r g, 21. Sept. In die Hauptsparkasse zu Charlottenburg wurde ein Einbruch verübt. Ein großer Geldschrank mit bedeutenden Geldsummen widerstand den Dieben. Ein kleiner Geldschrank mit mehreren hundert Mark wurde erbrochen.

Berlin, 20. September. Ausflügler fanden im Grune- wald dicht bei der Bahn die Leiche einer unbekannten 25jäh- rigen Frau mit einer klaffenden Kopfwunde auf. Ob Mord oder Unglücksfall vorliegt, ist unbekannt.

Oeffentlicher Wetterdienst

Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschule.)

Wetteranssichten für Dienstag, den 22. September.

Höchstens vorübergehend etwas Bewölkung, sonst Fort­dauer.