Schülerarbeiten mit Ausschluß jeglichen Urteils über die Arbeit, unkorrigierte Schülerarbeiten, Militärpässe, Lohn-, Dienst- oder Arbeitsbücher, Zeugnisse, Zeichnungen usw. Die offenen Briefe mit derartigem Inhalt müssen in der Ausschrist mit der Bezeichnung „Geschäftspapiere" versehen werden. Andere schriftliche Mitteilungen dürfen solchen Sendungen nicht beigefügt werden.
"Neue Wagen 4. Kl as se sind jetzt zwecks Erprobung in die Personenzüge, namentlich der Nebenbahnen, eingestellt worden. Das innere der Wagen weist an den Längswänden breite bequeme Holzbänke auf. Es sind eine Reihe von Neuerungen und Verbesserungen angebracht, um die Wagen bequemer zu gestalten, als die bisherigen.
§ Hersfeld, 16. September. (Filigran-Unter- r i ch t.) Im Interesse der Frauen und Töchter möchte ich auf den Filigranunterricht von Frl. Josepha Theben im Hessischen Hof hier aufmerksam machen, wo manche schöne, selbst verfertigte Arbeit ohne große Kosten als Fest-Geschenk noch Freude bereiten könnte. Frl. Theben verfügt über seltene gediegene Modelle, liebenswürdige Zuvorkommenheit und Geduld, wo es nicht nur Erwachsenen, sondern auch Schulkindern möglich wäre, seine Arbeiten zu erlernen. Ohne Inspiration von gri. Theben geschieht dies aus Dankbarkeit von einer Mutter, deren Tochter von Karlsruhe aus bei Frl. Theben in Heidelberg Unterricht nahm, und jetzt noch nach 12—14 Jahren sich nach der Riviera Material schicken läßt, da ihr die Arbeiten Freude machen — und sie manche Freude damit bereiten kann. Der Unterricht ist sehr zu empfehlen. Eine dankbare Mutter, Frau Elisabeth Strauß-Kallmann.
V Gershausen, 16. September. Seit dem Monat August find dieWitterungsverhältnisse eigner Art. Eine für diese Jahreszeit ungewöhnlich niedrige Temperatur, die starken Winde und die vielen Regengüsse haben in vielen Gegenden der Landwirtschaft inbezug auf die Ernte noch viele Mühe und auch teilweise erheblichen Schaden gebracht; denn der Hafer ist vielfach ausgewachsen und das Stroh so verregnet, daß es seine Eigenschaften als beliebtes Beifutter für das Vieh verloren hat. Die kühle Witterung wird wahrscheinlich bis zum nächsten Neumond anhalten, wenn es auch nicht ausgeschlossen ist, daß diese unfreundliche Witterungsperiode von einzelnen hellen sonnigen Tagen unterbrochen wird. Die Kartoffelernte wird in diesem Jahre 8 bis 14 Tage später eintreten als im vorigen Jahre; denn dem Knollengewächs hat von August bis jetzt die erforderliche Wärme gefehlt, die es zu seiner vollständigen Entwickelung und Reise nötig hat, seine Schale ist noch dünn und nicht widerstandsfähig genug, die Knolle vor Fäulnis zu schützen. Eine einzige Woche Sonnenschein würde die vollständige Reife herbeiführen. Was die Sonne vermag, davon haben wir in diesem Sommer den klarsten Beweis. Sie konnte ihre völlige Herrschaft nur in den beiden Monaten Juni und Juli zur Entfaltung bringen, und hat in dieser kurzen Zeit so Erfolgreiches zu stände gebracht, daß sie das während des kalten Frühlings zurückgehaltene Wachstum der Pflanzen rasch vorwärts und mit der vorgeschrittenen Zeit in das richtige Verhältnis gebracht hat. Jedenfalls bekommen wir auch noch in der letzten Woche dieses und in der ersten Hälfte des kommenden Monats Gelegenheit, die schönen Herbsttage und die Natur in ihrer bunten Farbenpracht zu genießen.
Breitenbach bei Bebra, 12. September. Dem Vernehmen nach soll die Fuldabrücke bei Blankenheim durch eine neue ersetzt werden. Damit hierdurch keine Verkehrsstörung eintritt, wird die neue eiserne Brücke am Bahnhof Bebra vollständig fertiggestellt und von dort an Ort und Stelle gebracht. Die Auswechslung der beiden Brücken dürfte rasch erledigt werden.
Witzenhausen, 13. September. Schon seit langen Zeiten sind Versuche im Gange, Erze in unserer Gegend zu graben. Man erinnert sich z. B. des alten längst zerfallenen Stollens des Kupferbergwerks in Carmshausen oder der verschiedenen auch schon längere Zeit zurückliegenden Bohrversuche in der Nähe des Sulzberges. Mit geteilten Erwartungen wurden deshalb die vor einiger Zeit angekündigten Schürf- versuche eines Hersfelder und Eschweger Herrn ausgenommen. Die Bohrlöcher, die im Laufe des Sommers gemacht wurden, liegen in der Nähe von Rückerode, rechts von dem über den Sulzberg führenden Weg von Witzenhausen. Im Laufe der Arbeit hat es sich herausgestellt, daß der Boden dort stark erzhaltig (Rot- und Toneisenerde, Rotkupfererde) ist, daß sich ein Abbau wohl lohnen würde, jedoch sind den Unternehmern seitens der Landbesitzer Schwierigkeiten erwachsen, die sie zur einstweiligen Einstellung ihrer Tätigkeit zwingen.
Rinteln, 14. September. Vor kurzem verletzte sich in dem benachbarten Silixen eine Frau bei Erntearbeiten durch einen Distelstich am Finger. Dieser schwoll bald sehr an und ebenso die Hand, so daß ein Arzt zu Rate gezogen werden mußte, der Blutvergiftung feststellte und die Ueberführung der Frau in das Krankenhaus veranlaßte. Hier ist sie unter furchtbaren Qualen gestorben.
Marburg, 14. September. Schwer verunglückte am Sonnabend früh gegen 6 Uhr der Mitte der fünfziger Jahre stehende Maurerpolier Conrad Davin aus Hofgeismar auf der Eisenbahnstrecke Marburg—Paderborn, an welcher die Baufirma Gebrüder Heistermann, Hofgeismar, Maurerarbeiten an den Böschungen anssührt. Auf dem Wege zur Baustelle bei der Station Neuenheerse wurde D. bei einer Kurve, während auf dem einen Gleise ein Güterzug daherkam, auf oder an dem zweiten Gleise schreitend, von einer aus diesem kommenden Lokomotive erfaßt und etwa 4 Meter mitgeschleift. D. erlitt hierbei mehrere Rippenbrüche und schwere Verletzungen am Kopse; auch sollen mehrere Rippen in die Lunge gedrungen . Dn Verunglückte wurde besinnungslos in das hiesige Krankenhaus eingeliefert.
^r:fles b. Koburg, 14. September. Beim Abmähen etrewe wurde das 12jährige Mädchen des Porzellan- ^^^^"^witz schwer verletzt. Eine Schnitterin hatte welches Aehren las, nicht bemerkt und durch- gIT mit, d" Sense ein Bein bis auf den Knochen, werden ™"^ ^sort in ärztliche Behandlung gegeben
10: September. Das Kriegsgericht verurteilte ... . ^Monier Arno Steffen vom 10. Feldartillerieregi- hat ru 8 Wochen Gefängnis. Steffen .eineS Unteroffiziers, am Baden teilzu- nr™V^^ vielmehr höhnisch erwidert, man könne Scbön ? ?^"' — Gegen den Reservisten Franz ? SM erkannte das Kriegsgericht aus 7 Wochen miSS“' ^ d-pi-mb-r. Ein DeHogentotrter Unfall E Sonnabend hier. Als der Landwirt Heinrich würd? p ^ beschäftigt war, sein Pferd anzuschirren, schlanen hnf" ^S ° unglücklich gegen den Unterleib ge- ä Ä hoffnungslos darnieder liegt Hof mÄÄ' 13Z September. Auf dem hiesigen Bahn- ) en gestern einem Schaffner beide Beine abgefahren.
Langenfalza, 13. September. Vier Jäger des hiesigen Regiments sind in der Nähe von Saalseld mit ihren Pferden in die Saale gestürzt und haben zum Teil schwere Verletzungen davongetragen.
Die Opfer der Kannibalen am mittleren Kongo.
Wir haben bereits über das grauenhafte Los der Passagiere und der Bemannung des untergegangenen belgischen Schiffes „Ville de Bruges" berichtet, worin gemeldet wurde, daß Passagiere und Mannschaft nicht ertrunken, sondern von Eingeborenen ermordet und ausgesressen worden sind. Von einem deutschen Herrn, der kurz nach dem schrecklichen Vorfall die Insel Ukaturaka passierte, hat der „L. A." nunmehr Näheres über die Oertlichkeit und die gräßlichen Einzelheiten der Affäre in Erfahrung gebracht und gibt die Einzelheiten im Nachstehenden wieder:
„Am 17. Mai dieses Jahres verließen wir Lizala, das Truppenlager am mittleren Kongo, und anderthalb Stunden später erreichten wir Ukaturcika, die Insel, wo einen Monat vorher, am 15. April, der kleine kongolesische Passagierdampfer „Ville de Bruges" untergegangen war. Als trauriges Wahrzeichen der Katastrophe sahen wir den roten Kiel des um- gekippten Schiffes im Strome etwa 100 Meter von einer Insel liegen. Ein Kommando Soldaten hatte direkt bei der Unglücksstätte auf der Insel Lager bezogen. Es waren die gleichen Leute, welche die unmenschlichen Mörder ergriffen und sie dem strafenden Arme der Justiz überliefert hatten.
Die „Ville de Bruges", ein kleiner Dampfer von 25 Tons mit nur V2 Meter Tiefgang, hatte am Tage des Unglückes allzu schwer geladen, und zwar waren die schweren Lasten nicht in den dazu bestimmten Laderaum geschafft worden, sondern aus dem oberen Deck geblieben. Ein starker Wind, der sich plötzlich erhob, faßte das Schiff in der Breitseite, warf es um und trieb es mit der Strömung der Insel zu, von der aus zahlreiche Eingeborene aus dem Stamme der Bangala das Unglück sich abspielen sahen. Auf der „Ville de Bruges" befanden sich sieben Europäer und etwa 50 Schwarze. Passagiere wie Bemannung, soweit sie aus dem Schiff herauskonnten, strebten in wüstem Durcheinander schwimmend der Insel zu, deren Bewohner Boote bemannten, die den Rettung Suchenden entgegensuhren. Die Schiffbrüchigen glaubten natürlich, Hilfe von den herbeirudernden Bangalas erwarten zu können, doch diese besannen sich plötzlich eines anderen. Wie sollten sie sich der im Wasser schwimmenden Waren, der Stoff- und Perlenlasten wie der anderen Schätze bemächtigen, solange die Europäer lebten und den Raub verhindern konnten? So einigten sie sich von ihren Fahrzeugen aus durch Zuruf noch darauf, daß die im Wasser schwimmenden Europäer totgeschlagen werden müßten. Und dem Beschluß folgte alsbald die Tat: Auf die Köpfe der armen Weißen, die, im Strome schwimmend, ihre Hände hilfeheischend nach den Booten der Eingeborenen ausstreckten, sausten die Ruder dec schwarzen Bestien nieder, bis die Opfer besinnungslos aus dem Wasser ans Land gezogen werden konnten. Die eingeborene Besatzung des Schiffes ließ man am Leben. Was dann mit den Toten und Schwerverwundeten weiter geschehen ist, konnte ich nicht genau feststellen. Sicher ist aber, daß die Kannibalen die Leichen ausgefressen haben. Dies haben mir sowohl die Europäer in Lizala wie auch die geretteten Schwarzen der „Ville de Bruges" bestätigt, die ich über den Vorfall befragte.
Nur der Maschinist des Dampfers, ein Finnländer, hat sich nach der Ukaturaka gegenüberliegenden Insel gerettet und ist dort nach drei Tagen halbverhungert ausgesunden worden, als man von Lizala aus Leute entsandte, um etwa Ueber- lebende zu suchen. Unter den Ermordeten befanden sich auch der Kapitän des Dampfers und ein italienifcher Leutnant, der nach vierjährigem Aufenthalt im Kongostaat feine Urlaubsreife hatte antreten wollen, um in Europa zu heiraten.
Wenn auch hier ein ganz klarer Fall von Kannibalismus vorliegt, so war der Appetit auf Menschenfleisch doch, wie ich bereits ausführte, nicht das ausschlaggebende Motiv des Verbrechens. Die Kongoregierung kann jedenfalls nicht verantwortlich gemacht werden für die schreckliche Tat der Eingeborenen, die angesichts der erschlagenen Europäer rückfällig wurden und den kannibalischen Gelüsten frönten, welche Verwaltung und christliche Missionen ihnen bereits abgewöhnt zu haben glaubten. Ich konstatierte, daß von der nächsten kongolesischen Station sofort, nachdem die erste Nachricht von dem Vorfälle eingetroffen war, ein Detachement Soldaten nach der Unglücksstätte abging, die Mörder ergriff und alle Inseln des Stromes, der hier außerordentlich breit ist, nach etwa Geretteten absuchte, wobei auch der vorerwähnte Finnländer gefunden wurde. Die Verbrecher wurden mit dem Tode bestraft, die Insel unter ständiger Aussicht kongolesischer Truppen gestellt."
Vermischtes.
— Cöln, 15. September. Auf der ander holländischen Grenze bei Heerland gelegenen Grube Laura sind heute morgen 8 Uhr der Hauptkessel und zwei kleinere Kessel geplatzt. Nach einer bisher unbestätigten Nachricht sollen dabei mehrere Menschen zu Schaden gekommen sein. Eine Meldung verzeichnet drei Tode, vier Schwerverletzte und drei noch unter den Trümmern liegend. — Neuere Nachrichten über die Kesselexplosion auf der Grube Laura bei Heerland besagen, daß fünf Personen getötet und 16 verletzt sind, darunter drei schwer.
— Zittau, 14. September. Gestern Abend Überfuhr aus der Zittau-Görlitzer Chaussee ein Automobil beim Versuche auszuweichen, einen betrunkenen Radfahrer, stieß dabei gegen einen Chausseebaum und überschlug sich. Die im Automobil befindlichen Personen, zwei Herren und der Chauffeur wurden schwer, zwei Damen und ein Knabe leicht verletzt. Der Radfahrer, ein Gutsbesitzerssohn aus Seitendors, ist tot. Das Automobil ist vollständig zertrümmert.
— Eine hübsche Manöverepisode hat sich zwischen dem Kronprinzen, dem Prinzen Oskar und einer Spitzenpatrouille der 97er abgespielt. Der Kronprinz hielt auf einer der vielen Höhen, als die Mannschaften mühsam hinauskletterten, in Stellung gingen und feuerten. Der Kronprinz ließ Wein bringen und füllte jedem einen Becher, Prinz Oskar verteilte Schokolade, Gaben, die den müden und hungrigen Saarburger Musketieren sehr znr rechten Zeit kamen.
— In dem Dorf Metschow bei Demmin starb dieser Tage der Gastwirt und Kaufmann Priepke, der sein ganzes Leben in den dürftigsten Verhältnissen zugebracht hatte. Als man ihn in seinem Schlafzimmer tot auffand, lag, wie die Ostsec-Ztg. berichtet, der ganze Raum voller Dokumente, Papiergeld und Münzen aller Art. Offenbar hatte der Tod den alten Mann beim Zählen seiner Schätze überrascht. Die Dorsbehörde fand in Hypotheken und sonstigen Wertpapieren
90 000 M. Als man das Hartgeld bis 11000 gezählt hatte, stellte man die Arbeit ein, fegte alles zusammen, und steckte es in einen Sack, der das respektable Gewicht von 47 Pfund auswies. Das vorgefundene Barvermögen beträgt rund 130 000 M. Aus Anordnung des Amtsgerichts wurde das Geld auf die Sparkasse gebracht, die Dokumente gingen in Verwahrung des Justizrat Müller über. Der gesamte Nachlaß einschließlich drei wertvoller Wirtschaften im Dorf über- steigt 200 000 M. Als Haupterbin dürste eine vor vielen Jahren nach Amerika ausgewanderte Schwester Priepkes in Betracht kommen. Es sollen auch noch entfernte Verwandte in Schönseld wohnen. P. war vor etwa 30 Jahren mit 100 Talern, die er sich als Steinschläger erworben hatte, nach Metschow gekommen.
— (An den „Rechten" gekommen.) Der wegen Unterschlagungen geflüchtete Polizeiregistrator Melzer von Annaberg hat in Dresden verhaftet werden können. Wie diese Verhaftung zustande kam, ist ebenso originell wie seltsam. M. hatte sich in Dresden verlaufen und erkundigte sich bei einem Straßenpassanten nach dem richtigen Wege zum Bahnhof. Zum Unglück war der befragte Herr jedoch der betreffende Kriminalbeamte, der M. suchte und ihn nun natürlich sofort festnahm.
— 1176 Automobilunfälle ereigneten sich im 2. Vierteljahr 1908 im deutschen Reiche! 34 Menschen wurden hierbei getötet und 560 verletzt.
— Das Opfer eines nächtlichen Kampfes ist ein unbekannter Mann geworden, dessen Leiche in einer halbverfallenen Ziegelhütte bei dem Orte Rondors in der Nähe von Cöln völlig entkleidet aufgefunden wurde. Der Mann war mit Knüppeln erschlagen worden. Wie die Untersuchung ergab, hatten in der Hütte acht bis neun Personen übernachtet, die behaupten, von einer Rotte überfallen worden zu sein. Ein zweiter aus diesem Nachtasyl mußte schwer verletzt in das Krankenhaus geschafft werden. Man fand mehrere zerrissene Hüte und Kleider, Messer und einen Damen- schirm am Tatort, was auf einen heftigen nächtlichen Kampf, vermutlich um eine Frau, hindeutct.
— (Rassenkampf in Oberbayern.) Beim Bau der Tauernbahn ist es zwischen den seit langem verfeindeten deutschen und italienischen Arbeitern einerseits und Kroaten andererseits im oberbayerischen Grenzort Kay zu einer blutigen Schlacht gekommen. 50 Kroaten belagerten ihre Gegner im Wirtshause und reizten sie zum Herauskommen. Die Deutschen und Italiener wurden mit Steinen beworfen, mit Messern angegriffen und aus Revolvern beschoffen. Sie verteidigten sich so gut wie sie konnten. 20 Personen wurden schwer verletzt, die Zahl der Leichtverletzten ist noch größer.
— (Im Manöver vom Tode ereilt.) Aus Preußisch-Holland meldet man: Im Manövergelände wurde nach anstrengendem Marsche Hauptmann von Wysiecki, Chef der 8. Kompagnie des Grenadier-Regiments König Friedrich I. aus Danzig, vom Herzschlage getroffen. Er starb kurze Zeit darauf. Aus Meseritz wird berichtet: Der bei dem Gemeindevorsteher Hoffmann in Polenzig einquartierte Grenadier Karl Büchning von der 6. Kompagnie des 3. Garde-Regi- ments zu Fuß in Berlin stürzte von seinem Lager auf dem Scheunenboden kopfüber in die Tiefe und erlitt so schwere Verletzungen, daß er starb.
Cetzte nachrichten.
Berlin, 15. September. Fürst Eulenburg bleibt nur bis zum 1. Oktober in den ihm während der Dauer der Untersuchungshaft in der Charitee angewiesenen Räumen Diese werden anderweitig gebraucht. Ueber die weitere Unterbringungen des Fürsten finden Erwägungen statt.
Berlin, 15. September. Major Parseval empfing ein Glückwunschtelegramm des Kaisers, worin der Wunsch ausgesprochen wird, das Parsevalsche und das Militärluftschiff morgen in Döberitz zu sehen. Das Militärluftschiff unternahm 3 Uhr 55 nachmittags einen dritten Ausstieg mit acht Herren in der Gondel. Die Jnsormationssahrt ging über Döberitz, Potsdam, und Charlottenburg. Um 6 Uhr erfolgte die Landung. _________
Elberfeld, 15. September. Durch Versehen einer chemischen Fabrik drang in einen großen Teil sämtlicher Wasserleitungen Nitrobenzol und machte das Wasser giftig und ungenießbar. ____________
Petersburg, 15. September. Die soeben veröffentlichten, noch unvollständigen Meldungen ergeben ein schnelles Wachstum der hiesigen Choleraepidemie. Von gestern mittag bis heute mittag sind an der Cholera 240 Personen erkrankt und 60 gestorben. Die Gesamtzahl der Cholerakranken beträgt 655. ___________
Tislis, 15. September. Auf dem Wege Borshou- Achalzieh übelfiel eine Räuberbande eine von sieben Kosaken und zwei Polizisten begleitete Geldpost. Durch drei geschleuderte Bomben und Gewehrschüsse wurden drei Kosaken getötet, einer verwundet, doch gelang es, von den Räubern zwei zu erschießen, die übrigen in die Flucht zu schlagen nnd dadurch die Post zu retten. Zu der Verfolgung der Räuber sind eine Kompagnie Infanterie und eine Kojakensotnie aufgeboten. ___________________
Fernsprechmeldung.
Berlin, 16 September. Der auf der Fahrt begriffene Parsevalballon manöverierte heute vormittag über Halensee, als er von einer Wind- strömung geknickt und zum Sinken gebracht wurde. Er liegt jetzt auf dem Dach einer Villa. Das ebenfalls aufgestiegene Militärluftschiff konnte wegen Sturmes nicht landen und kehrte nach Berlin zurück.
Oeffentlicher Wetterdienst
Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschule.)
Wetteraussichten für Donnerstag, den 17. Septbr.
Wieder zunehmende Bewölkung, zeitweise geringe Regen- fälle.