Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises ersuche ich um Einreichung der Zu- und Abgangslisten für das erste Halbjahr des Steuerjähres 1908 bis spätestens zum 15. d. Mts.
Der Termin ist genau inne zu halten.
Hersfeld, den 7. September 1908.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer- Veranlagungs-Kommission.
I. V.: Fellinger,
8t. 2093. Regierungs-Referendar.
” Der nächste Termin der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlaggewerbes wird hierselbst am Mittwoch, den 4. November d. Js. abge- halten werden.
Meldungen zu dieser Prüfung sind unter porto- und be- stellgeldfreier Einsendung einer Prüfungsgebühr von 10 M. bis spätestens den 10. Oktober d. Js. an den Unterzeichneten zu richten.
Mit der Meldung zugleich sind einzureichen:
1. der Geburtsschein,
2. etwa vorhandene Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung (Gesellen-, Meisterbrief und dergl.)
3. eine schriftliche Erklärung darüber, ob der Meldende sich schon einmal der Prüfung erfolglos unterzogen hat.
Es werden nur solche Schmiede zugelassen, welche das 19. Lebensjahr vollendet haben und den amtlichen Nachweis erbringen, daß sie die drei letzten Monate vor der Meldung zur Prüfung im Regierungsbezirk Cassel sich aufgehalten haben.
Schmiede, welche die Prüfung nicht bestanden haben, können erst nach Ablauf von sechs Monaten zu einer neuen Prüfung zugelassen werden.
Cassel, den 5. August 1908.
Der Vorsitzende der staatlichen Husschmiede-Prüfungskommission des Regierungsbezirks Cassel: Veterinärrat Tietze, Königl. Departements-Tierarzt, Parkstraße 9.
nichtamtlicher teil.
Die Eiserne Portion «nd die fahrbaren Feldküchen.
Mit dem Wachsen der Heere mußte man den Napoleonischen Grundsatz, daß das Land eine Armee ernähren müsse, verlassen. Trains und Kolonnen haben jetzt die Verpflegungsbedürsnisse heranzusühren. Aber ihr Herankommen ist mit unendlichen Schwierigkeiten verbunden, denn die gebahnten Straßen müssen in erster Linie für die Truppen freigehalten werden. Wenn sich die Massenheere zum Kampfe, auch zum feindlichen, zu- sammenziehen, dann darf der Führer nicht damit rechnen, daß die Verpflegungskolonnen herankommen. Soll die Truppe neue Kräfte für weitere Operationen fammeln, so muß sie sich selbst helfen, sich selbst verpflegen können. Für diese Zeiten, für diese Zwecke hat bekanntlich jeder Mann die sogenannte „Eiserne Portion" bei sich.
Noch im Kriege 1870/71 bestand sie nur aus 125 g Reis, 25 g Kaffee, 25 g Salz und 50 g Feldzwieback = 675 g. Das zur Ernährung notwendige Fleisch sollte an Ort und Stelle durch Beitreibungen gewonnen werden. Der reiche Viehbestand Böhmens und Frankreichs haben auch nie einen ernstlichen Fleischmangel entstehen lassen. Das frisch geschlachtete Fleisch bildete aber nur eine minderwertige Nahrung, denn der überanstrengte und überhungerte Mann ließ sich nicht die Zeit, das Fleisch ordentlich gar werden zu lassen.
Als daher die Industrie noch während des Krieges 1870/71 die Bereitung des Konservenfleisches und der Gemüsekonserven vervollkommnete, führte die Heeresverwaltung dies Hilfsmittel sofort in die Verpflegung ein. Die „Eiserne Portion" bestand von da an aus 200 g Fleischkonserven, 125 g Gemüse- konserven, 25 g Kaffee, 25 g Salz und 500 g Feldzwieback = 875 g, zu denen noch das Gewicht der Umhüllungen hinzutreten. Jetzt war die Truppe vollkommen unabhängig von den Kolonnen, jetzt konnte sie sich für kurze Zeit in ausreichender Weise selbst verpflegen. Aber das Gewicht der dreitägigen Portion war durch diese Maßnahme von 2025 g aus über 2625 g gestiegen, ihr Umfang so erheblich, daß die Unterbringung im Tornister des Infanteristen auf Schwierigkeiten stieß. Wurden diese auch durch eine andere Konstruktion des Tornisters, durch Einführung des Tornisterbeutels, überwunden, so blieb doch die erhebliche Mehrbelastung um über 1V4 Psd. bestehen. Von einem
ihm nicht mehr am Tische seiner Pension gegenübersaß, aber die er doch jeden Tag erblickt, gelegentlich gesprochen und bewußt und unbewußt in ihrem Verkehr mit der Tante beobachtet hatte, der sie nach Rom gefolgt war. Er konnte sich nicht verhehlen, daß ihn ein wunderlich weiches Mitleid be- schkich, so oft er im häuslichen Verkehr wahrnahm, daß sich die ursprüngliche warmherzige und gute Natur Erikas v. Herbert erfolglos gegen die nüchterne Kälte und Verbildung empörte, in der Frau v. Herbert zu ihren Jahren gekommen war und sich unerschütterlich sicher fühlte.
Eben wieder hatte der junge Gelehrte Tante und Nichte in ihrem Wagen bei der französischen Akademie begrüßt und sich eines freundlichen Gegengrußes nur von feiten der jungen Dame erfreut, während Frau v. Herbert sich aufs neue so abweisend kühl gezeigt hatte, daß Friedrich Gerland die strafenden Worte zu hören meinte, die sie im Davonrollen des Wagens ihrer Nichte für deren taktlose Zuvorkommenheit gegen den Feind der Familie zuteil werden ließ. Und wenn er sich in diesem Falle mit dem Gemeinplatz beruhigen mochte, daß der Weltlauf eben unerfreulich verworren bleibe und Frau von Herbert kaum schlimmer sei, als hunderttausend Mütter und Erzieherinnen, so lagen ihm doch die Gedanken an seine andere Hausgenossin, an Klara Addenhoven, schwerer und drückender in der Seele.
Er hatte während der Wochen, die seit seiner Ankunft in Rom verflossen waren, an jedem Mittag und Abend neben ihr gesessen, an vielen Tagen stundenlang auf gemeinsamen Wegen mit ihr verkehrt. Er hatte sich, ohne daß viel Worte darüber gefallen waren, mehr und mehr überzeugen müssen, daß der Entschluß, in Rom zu bleiben und sich einer entsagenden und barmherzigen Tätigkeit zu widmen, in der Seele des ernsten Mädchens gereist und fast unwiderruflich war. Er wußte, daß Klara Tag um Tag nach Deutschland schrieb und die Einwilligung ihrer Familie zum entscheidenden Schritte zu erreichen strebte.
Er fühlte aber auch, daß sie, im äußersten Falle, den Schritt, der sie von ihrer seitherigen Welt scheiden solle, auch ohne die Zustimmung der Ihrigen tun würde. Doktor Gerland empfand das tiesinnerste Widerstreben gegen den Vorsatz
überlasteten Infanteristen sind aber keine Marschleistungen zu verlangen, wie sie bei der Verwendung der Masfenheere ganz unabweislich sind; Marschverluste müssen die Infanterie schwächen, die dann nur mit geringer Anzahl Gewehre und an Kräften geschwächt an den Feind kommt.
Die guten Erfahrungen, die die russische Armee mit den fahrbaren Küchen gemacht hat, hat seit 2 Jahren auch unsere Armeeleitung veranlaßt, solche einzuführen. Auf ihnen, für die der Armeewitz den schönen Namen „Erbsenkanonen" geprägt hat, soll auch eine der eisernen Portionen verladen werden, so daß der Mann in Zukunft nur noch zwei — 1750 g zu tragen braucht. Da jetzt mit der Beschaffung von Lastselbstfahrern energisch vorgegangen wird, durch die eine raschere Füllung der Verpflegungswagen ermöglicht wird, so wird man vielleicht in nicht zu ferner Zeit in der Lage sein, das Gepäck des schwer bepackten Infanteristen um eine weitere eiserne Portion zu erleichtern und dadurch die Marschsähigkeit der Truppe zu steigern. Denn bei den Massenheeren der Gegenwart wird voraussichtlich mehr noch als wie in der Vergangenheit das Geheimnis des Sieges in den Beinen des Infanteristen liegen. Je geringer aber seine Belastung ist, um so größere Marschleistungen können von ihm erwartet werden.
Ist Wirre» in SWi).
An der algerisch-marokkanischen Grenze hat ein neuer Kamps zwischen den französischen Truppen und den marokkanischen Grenzstämmen stattgefunden und zu einer schweren Niederlage der letzteren geführt. Aus Colomb-Bshar wird vom 7. September nach Paris gemeldet: Die ganze Kolonne griff um 6 Uhr früh das Lager der Harka an. Der Kampf dauerte bis 4 Uhr nachmittags. Die Harka hatte große Verluste und ist in voller Auflösung. Auf französischer Seite wurden nur drei Mann verwundet. Einigermaßen verdächtig ist an diesem französischen Siegesbericht der angeblich so geringfügige Verlust der Franzosen. In einem Kampfe, der zehn Stunden dauerte und in welchem die Franzosen zudem die Angreifer waren, wollen sie nur 3 Verwundete gehabt haben — sollte das wirklich stimmen? In der Tat ersährt diese Zahl in einer späteren Depesche aus Colomb-Bähar eine nicht unerhebliche Steigerung. Sie bezieht sich aus die Einzelheiten des stattge- Habten Kampfes und lautet folgendermaßen: Oberst Alix rückte gegen 5 Uhr früh mit 5000 Mann von Budenib gegen das Lager der Harka in Djors vor und stieß vier Kilometer von Budenib auf den Feind. Die Harka griff mit ihrer gesamten Streitmacht die französische Kolonne an und versuchte wiederholt, sie von Budenib abzuschneiden. Nach vierstündigem Kampfe war die Harka vollständig aufgelöst. Alix bemächtigte sich des feindlichen Lagers in Djorf, das die Harka unter Zurücklassung der Lebensmittel in offener Flucht verließ. Die französische Kolonne nahm sodann ihren Weg gegen Tazzugert, wo sie sich mit ihrer Kavallerie wieder vereinigte, die auf der Verfolgung der Stämme des Tasiletts begriffen war. Die Verluste des Feindes sind beträchtlich. Auf französischer Seite wurden nur ein Leutnant und 21 Mann verwundet, davon drei schwer. Der Ausgang des Kampfes ist der großen Wirksamkeit der französischen Artillerie zu verdanken, die den Ansturm des Feindes in weiter Entfernung von den Infanterie- linien zum Stehen brächte. Der unter den Truppen herrschende Geist ist nach Berichten des Obersten Alix vorzüglich.
Die Bedingungen für Mulay HafidS Anerkennung sind zwischen Frankreich und Spanien anscheinend nunmehr endgültig vereinbart worden. Die gestrige Unterredung Pichons mit dem spanischen Botschafter dauerte bis V28 Uhr abends. Pichon wird erst heute dem Präsidenten Fallisres und den anderen Ministern über die Lage und die Antwort der spanischen Regierung berichten, und zwar bei einer gemeinsamen Beratung in Rambouillet. Die voraussichtliche Uebermittlung der sranzösisch-spanischen Note an die Mächte wird unverzüglich vollzogen werden. — Daß Mulay Hafid bei Frankreich noch immer nicht um seine Anerkennung nachgesucht hat, wird von gewisser Seite natürlich wieder Deutschland aufs Schuldkonto gefetzt.
Aus In- und Ausland.
Berlin, den 8. September 1908.
Se. Majestät der Kaiser, Prinz August Wilhelm, Fürst Fürstenberg und das Gefolge sind mit Automobil gestern mittag 12 Uhr 30 Minuten auf Schloß Urville eingetroffen. Das Dorf Kürzel hatte Flaggen- fchmuck angelegt. Die Einwohner begrüßten den Kaiser herzlich.
Klaras und gab ihr seine Gesinnung offen kund. Doch wenn/ sie ihm mit mildem Lächeln versicherte, daß er in eine Frauen- feele nicht hineinzublicken vermöge und nicht ahnen könne, welcher innerer Friede ihr schon aus der Hoffnung auf eine opfervolle Tätigkeit quelle, wagte er doch nicht alles auszu- sprechen, was er empfand. Er führte den'Drang der vom Leben herb geprüften Landsmännin nicht aus die selbstvergessene Frömmigkeit, sondern auf die tiefe Vereinsamung zurück, in der die edle liebreiche Natur Klara Addenhovens seit Jahren dahin gedarbt hatte. Indem er sich an alles erinnerte, was er von den Erlebnissen dieses Mädchens wußte und jetzt gelegentlich erfuhr, überwältigte ihn in stillen Minuten die Empfindung, daß Klara für die Treue büße, die sie durch Jahre dem Andenken ihres Verlobten, ihrer Jugendliebe bewahrt habe und gestand sich, es gleiche einem Verhängnis, daß sie in so vielen Jahren keinem Manne begegnet fei, der den wohltätigen Eindruck ihres Wesens warm gefühlt habe und fragte sich halb zornig, ob es denn für jeden anderen Ausgang wirklich zu spät sei. Beinahe jedes Gespräch, das er mit seiner Tichgenossin führte, endete mit einem erfolglosen Versuch, sie umzustimmen — und Doktor Gerland zweifelte nicht mehr, daß Klara Addenhoven nur seine Abreise von Rom oder seinen Wegzug aus dem Hause in der Via di San Basilio erwartete, um Tracht und Gelübde der Schwestern vom Kreuz aus sich zu nehmen. Er sprach gelegentlich von diesem Umzug, um volle Ruhe zu gewinnen. Doch sobald er — wie eben jetzt in dem grünen Laubgang — Zeit und Umstände erwog, dann war's ihm wieder, als müsse er bleiben, wo er sei, um wenigstens, so lange er es vermöge, Klara Addenhoven am letzten unwiderruflichen Schritt zu verhindern. Mit leisem Seufzer wiederholte er den oft gehegten Wunsch, daß Peter Addenhoven ihm eine andere Empfehlung als die an die Schwestern zum Kreuz mitgegeben haben möchte.
Es war natürlich, daß der nachdenkliche Mann nach Verlauf einer halben Stunde darauf sann, der Einsamkeit und den Gedanken eines Einsamen zu entrinnen und und mit entschlossenem Schritt wieder aus die große Terrasse hinaustrat. Hier aber war er noch nicht bis an die Balustrade gelangt,
Die Fahrt Seiner Majestät des Kaisers ging gestern früh von Straßburg über Zabern, Fistingen, Groß-Tänchen. Hierbei überholte der Kaiser zunächst bei Saarburg die 30. Division und die bayrische Kavalleriedivision, beide zur blauen Partei (15. Armeekorps) gehörend, und begegnete später der aus Metz ausmarschierten 34. Division von der roten Partei (16. Armeekorps). Mit dem Kaiser hat in Urville das Hauptquartier Wohnung genommen. Nachmittags 5 Uhr 50 Minuten traf aus Bahnhof Kürzel Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich-Este mit Gefolge, Kammervorsteher Frhr. v. Rumerskirch, Major Brosch, Edler v. Aarenau und Hauptmann Graf Gudehus ein. Zum Empfang hatten sich ein- gesunden Se. Majestät der Kaiser, der die Uniform eines österreichischen Generals trug, Prinz August Wihelm, Fürst Fürstenberg und das Gefolge. Nach herzlicher Begrüßung schritt der Kaiser die Front der vom Lothringischen Infanterieregiment Nr. 135 gestellten Ehrenkompagnie mit seinem hohen Gaste ab, der die Uniform seines preußischen Ulanenregiments trug, und nahm den Vorbeimarsch ab. Darauf begaben Sich die Herrschaften im Automobil nach Schloß Urville, wo der Erzherzog Wohnung nahm. — Se. Majestät der Kaiser, Prinz August Wilhelm und die Umgebungen begaben sich heute früh um 6V2 Uhr im Automobil ins Manövergelände. Erzherzog Franz Ferdinand besuchte die Messe in der katholischen Kirche in Kurze! und begab sich ebenfalls ins Manövergelände.
Zu den Kaisermanövern in Elsaß-Lothringen wird aus Saarbrücken, 7. d. früh, geschrieben: Der „Kriegszustand" hat begonnen. Wenn diese Zeilen die Saarstädte, die allerdings noch in tiefstem Frieden liegen, verlassen, haben beide Parteien, von denen die eine etwa bei Metz, die andere in der Umgegend von Straßburg steht, den Kriegsmarsch gegeneinander bereits angetreten. Dennoch wird es bei der Größe der Entfernung kaum vor Mittwoch zu größeren Zusammenstößen kommen, wenigstens für die Hauptmacht der Infanteriedivisionen. Die Kavalleriedivisionen,'denen diesmal wieder reichliche Gelegenheit zur Uebung im Erkundungsdienst gegeben worden ist, werden voraussichtlich schon am Dienstag aneinandergeraten, und da die neue Felddienstordnung verlangt, daß die sich begegnenden Reitermassen nicht mehr, wie es früher so oft geschah, auszuweichen, sondern einander aus dem Felde zu schlagen haben, so wird es jedenfalls schon übermorgen zu größeren Kavalleriekämpfen kommen. Den beiden Führern — das 15. Korps ist blau, das 16. rot — wird auch diesmal die größte Freiheit in ihren Entschlüssen gewährt werden. Zur Durchführung ihrer Aufgaben stehen ihnen nicht nur die Reichslande, sondern auch die angrenzenden Gebiete der Rheinprovinz und der Pfalz zur Verfügung; und wenn die Uebung sich zu sehr der französischen Grenze nähern sollte, kann die Möglichkeit entstehen, daß die Manöverleitung mit besonderen Annahmen in den Lauf der Ereignisse eingreift. Auch die Benutzung der Eisenbahnen zur Beförderung ihrer Truppen usw. ist den Führern wieder in weitgehendem Maße gestattet, so daß auch in dieser Hinsicht nach Möglichkeit die Kriegsmäßigkeit durchgeführt werden wird. Auf die beabsichtigte Mitwirkung lenkbarer Luftschiffe hat man leider verzichten müssen, nachdem, wie bekannt, die für diesen Zweck bei Metz erbaute Luftschiffhalle vor einiger Zeit vom Sturm zerstört worden ist. Dagegen werden andere technische Neuheiten, wie die Lastkraftwagenkolonnen, diesmal zum ersten Mal in die Erscheinung treten. Endlich sei heute noch erwähnt, daß eine reitende Abteilung und eine ganze Feldartilleriebrigade in feldstarker Formation erscheinen.
Aus F r i e d r i ch s h a f e n, 7. d., wird näher mitgeteilt: In einer gemeinsamen Sitzung des Gemeinderats und des Bürgerausschusses wurde heute der vom Direktor Colsmann ausgearbeitete Vertrag zwischen der Stadt Friedrichshasen und der Lustschiff-Baugesellschaft Zeppelin, G. m. b. H., endgültig angenommen. Die Stadt erwirbt demzufolge die für die neue Anlage benötigten Grundstücke zum Preise von 340 000 M. und verpachtet sie auf 50 Jahre an die Gesellschaft; diese zahlt dafür 5000 M. jährlich. Der Vertrag bestimmt ferner, daß die Gesellschaft der Stadt ein 4proz., im Laufe von 50 Jahren amortisierbares Darlehen von 500 000 M. zum Ankauf des für die Gesellschaft notwendigen Geländes zur Verfügung stellt. Außerdem tritt die Stadt den Riedlesweiher und 13 Morgen des Riedleswaldes unentgeltlich ab. Die Dauer des Vertrages ist, wie schon gemeldet, aus 50 Jahre festgesetzt. Nach Ablauf dieser Zeit hat die Gesellschaft, das Recht, die Grundstücke für zwei Drittel des jetzt von der Stadt gezahlten Preises in Höhe von 340 000 M. anzukaufen. Die Gesellschaft hat die Stadt mit einem Drittel des Kaufpreises zu entschädigen, falls sie innerhalb der nächsten fünf Jahre den Wohnsitz verlegt. Wenn die von dem Unternehmen künftig an die Stadt zu zahlende
als er vor sich hinlachen mußte. Denn indem> er fast gewaltsam in frisches Leben zu tauchen versuchte, sah er sich zu anderen inneren Sorgen an die Hauptsorge gemahnt, die er sich vor und seit einem Monat in der ewigen Stadt aufgeladen hatte.
Denn dort dicht vor ihm stand mit einem neuen Hut und Halstuch, aber in dem zertragenen braunen Mantel, der nach unten manche Risse zeigte, Frank Holters, der Maler. Er war im eifrigen Gespräch mit einem älteren, hageren, spitzbärtigen Herrn, der sich den Kinnbart so wenig sorgfältig gefärbt hatte, daß überall graue Haare aus der dunklen Zierde hervorstarrten. . Seiner ganzen Erscheinung nach mußte der Unbekannte ein! Franzose sein. Im Gegensatz zu der unbekümmerten Lottrigkeit des Deutschen schaute aus der Kleidung und Haltung des Fremden eine Art kümmerlicher Eleganz heraus, ohne daß er deshalb viel vertrauenerweckender aussah, als Frank Holters.
(Fortsetzung folgt.)
— (Eifersüchtige Feuerwehrleute.) In einer der südlichen Grafschaften Englands hatten sich aus Anlaß des Brandes einer Farm zwei freiwillige Feuerwehren an der Brandstelle eingesunden. Es entstand ein Streit darüber, wem die Anordnungen für die Bekämpfung des Brandes zustehen sollten. Die Feuerwehr, die zuerst zur Stelle war, beries sich darauf daß sie bereits mit der Bekämpfung des Brandes begonnen habe, während der Hauptmann der anderen Feuerwehr der Ansicht war, daß ihm der Oberbefehl gebühre, weil seine Wehr über eine Dampfspritze verfüge. Die Rivalen richteten schließlich, statt das Feuer zu bekämpfen, die Wafser- strahlen ihrer Spritzen auf den Gegner. In diesem Gefecht blieb die Wehr mit der Dampfspritze Siegerin, aber die geschlagene Wehr griff daraus, von der Dorfbevölkerung unterstützt, mit den Fäusten an, und es dauerte geraume Zeit, bevor es der Polizei gelang, die Kämpfenden zu trennen und sie zu bewegen, Anstrengungen auf die Bekämpfung des Feuers zu richten, welches während des Kampfes der Wehren große Fortschritte gemacht hatte.