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in der Umgebung von Täbris Räuberbanden zusammenzuziehen. Die Geistlichkeit hat den heiligen Krieg erklärt und hat als erste zu den Waffen gegriffen. Sie wird sich voraussichtlich den Revolutionären anschließen. Ferner wird gemeldet, daß in TäbriS neben dem französischen Konsulate Scheris Sadeh, ein Revolutionär und Agitator, ermordet worden ist. Der Mord soll von den FidaiS verübt sein, weil Scheris Sadeh sich ins Lager deS Prinzen Ain ed Dauley begeben hatte, um in friedlicher Weise zu unterhandeln.

Vor wenigen Tagen ist der Kapitän deS englischen FischdampfersTaurus" wegen unberechtigten FifchenS an der schleswig-holsteinischen Küste zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das britische Handelsamt hat auch durch eine Rundverfügung an die Konsulate anerkannt, daß die internationalen Bestimmungen auf diesem Gebiete von den Schiffsführern nicht mit der erforderlichen Sorgfalt beachtet würden. Im Zusammenhang mit früheren Verurteilungen dieser Art hat sich aber der interessierten Kreise in England eine gewisse Erregung über das scharfe Vorgehen der deutschen Küstenbehörden bemächtigt. Sie wird sich nach den Parlaments­ferien im Unterhause Lust machen.

Der Konslikt zwischen Venezuela und Holland verschärft sich langsam. Die Venezuelanische Re­gierung ließ im Haag eine neue Note überreichen, welche keineswegs entgegenkommend gehalten ist, sondern sich aus den Standpunkt versteift, sie sei zur Ausweisung des holländischen Gesandten de Reus vollkommen berechtigt gewesen und fühle sich daher nicht verpflichtet, Holland Genugtuung zu geben. In den Haager Regierungskreisen teilt man natürlich diese Auffassung durchaus nicht, und so wird es vermutlich bei dem Beschlusse, Anfang September ein holländisches Geschwader in die Gewässer von Venezuela zu entsenden, verbleiben. Die Zustimmung der Unionsregierung zu dieser Aktion hat ja die holländische Regierung bereits in der Tasche.

Bismarcks Humor.

Fürst Bismarck ist immer ein Freund eines gesunden, urwüchsigen Humors gewesen, und sein LebensmottoDa lach ick öwer", hat er sich auch unter den Schmerzen seines alten Leidens und den Beschwerlichkeiten, die ein hohes Alter mit sich bringt, bis zu seinem Tode bewahrt. Selbst im Bundes­rate, dieser Vertretung der deutschen Fürsten, hat er häufig witzige Bemerkungen gemacht, so daß die hohe Versammlung in lauteS Lachen ausbrach.

Fürst Bismarck arbeitete als junger Mann auch beim Stadtgericht in Berlin. Eines Tages nun hatte er einen richtigen Berliner zu vernehmen, der durch Unverfrorenheit die Geduld Bismarcks so erschöpfte, daß dieser plötzlich aufsprang und jenem zuries:Herr, menagieren Sie sich, oder ich werfe Sie hinaus!" Der anwesende Gerichtsrat, als Chef Bismarcks, klopfte diesem, seinem erbosten Auskultator, freundlich aus die Schulter und sagte beruhigend, doch wohl im verweisenden Sinne:Herr Auskuttator, das Hinauswerfen ist meine Sache!" Daraufhin wurde die Vernehmung fortgesetzt, es dauerte aber nicht lange, so geriet Bismarck über die Dreistigkeit seines Jn- kulpaten abermals in Hitze, erhob sich erregt vom Stuhl und bornierte jenen mit den Worten an:Herr, menagieren Sie sich endlich, oder ich lasse Sie durch den Herrn Stadtgerichts­rat hinauswerfen!" Einst befand sich Bismarck mit einem hohen Vorgesetzten allein im Bureau. Dieser ging an eins der Fenster und trommelte gemütlich an den Scheiben in der Absicht, merken zu lassen, als habe er Bismarcks Anwesenheit vergeffeni Rasch trat auch dieser an ein Fenster und trommelte bett Deffauer Marsch. Das wirkte auf den Vorgesetzten er­nüchternd.

Sehr hübsch ist auch das folgende Witzwort Bismarcks. ES wird erzählt, daß König Wilhelm den Fürsten Bismarck beim Beginn des französischen Krieges gefragt habe:Was machen wir nun mit Frankreich?-Wir spielen mit ihm Sechsundsechzig," soll dessen lakonische Antwort gewesen sein. Fürst Bismarck reiste 1871 zu den Verhandlungen über den definitiven Frieden nach Frankfurt a. M. in Zivilkleidern. Als er in dem von früher her ihm schon bekannten Gasthos abstieg, erlaubte sich der Oberkellner die Bemerkung, daß er Ee. Durchlaucht beinahe nicht wieder erkannt habe.Ja, mein Lieber,- entgegnete der große Staatsmann,den Herren Franzosen ist eS ähnlich ergangen wie Ihnen, die haben uns auch erst erkannt, als wir die Uniform anhatten!"

Bei seiner Rückkehr vom Kriegsschauplatz im Jahre 1866 ward König Wilhelm auch in Görlitz ein feierlicher Empfang bereitet. Junge Damen überreichten ihm und ebenso auch den Prinzen Lorbeerkränze. Auch Bismark sollte einen solchen Kranz haben. Der aber meinte zu der schönen Spenderin: Nein, mein gnädiges Fräulein, ich verdiene diese Ehre nicht. Ich bin nicht Kombattant gewesen und habe an den Siegen keinen Anteil!" Im ersten Augenblick wurde das junge Mädchen durch diesen unerwatteten Einwand völlig aus dem Text gebracht. Sie wußte sich jedoch zu helfen.Aber Ew. Exzellenz haben doch den Krieg angefangen," versetzte sie und lachend nahm nun Bismarck den Kranz. Als Bismarck von der Rückkehr aus Frankreich in Berlin am 11. März 1871 um 6 Uhr früh auf dem Potsdamer Bahnhof in Berlin ein- traf und vom Waggonfenster aus feine Gemahlin und Tochter auf dem Bahnsteig, ihn erwartend, flehen sah, sprang er sreudig bewegt aus dem Wagen, breitete ihnen seine Arme entgegen und begrüßte sie frohen Mutes mit den Worten:Da habt Ihr Euren Ollen wieder!" Als Fürst Bismarck nach der Ablehnung seines Abschiedsgesuches, die von feiten Kaiser Wilhelm I. mit dem bekannten Worte:Niemals" erfolgte, wieder Audienz bei dem Kaiser hatte, äußerte sich dieser, ver­anlaßt durch das durch Kränklichkeit und Alter begründete Abschiedsgesuch, wörtlich dahin:Ich bin viel älter als Sie und reite sogar noch," woraus Bismarck erwiderte:Ja, Majestät, der Reiter hält eS immer länger aus als das Pferd."

Bismarck war auch ein entschiedener Freund der Rad­fahrer und der Radfahrerinnen.Wäre ich nicht schon zu alt, ich würd' es gern selbst noch erlernen," soll der Fürst einmal gesagt haben. Seiner Sympathie für diesen Sport gab er namentlich einer Dame aus Hamburg gegenüber Aus- druck, die, obschon in gesetzten Jahren, aus dem Rad einen Ausflug nach dem Sachsenwalde gemacht und daselbst ganz unerwartet dem sie wohl kennenden Fürsten begegnet war. Abgestiegen von ihrem Stahlroß, besah der Fürst sich die sportmäßig gekleidete Dame von oben bis unten lächelnd und fragte heiter:WaS nun aber, wenn Sie runterfallen, haben Sie denn auch Pumphosen an?"Jawohl, Durchlaucht, alles chikl- antwortete die Radlerin.Na, dann radeln Sie mir mal noch was vor!" ermunterte der Fürst sie lachend. Und heidi! war die Hamburgerin wieder auf ihrem Rade, winkte dem Fürsten ein verbindliches Lebewohl zu und verschwand in den Parkwegen. Wenige Tage darauf erschien dieselbe Dame in feierlicher großer Besuchstoilette in Friedrichsruh, um der fürstlichen Familie ihre Aufwartung zu machen. Aufs freund­lichste vom Fürsten empfangen, kam dieser gesprächsweise aus

das Radfahren zu sprechen und widmete der diesmaligen Toilette der Dame eine auffallend große Aufmerksamkeit. Als endlich die Hamburgerin zum Gehen sich anschickte, ver­abschiedete sich Fürst Bismark von ihr mit den Worten: Das nächste Mal kommen Sie man in den Pumphosen wieder!"

Diese wenigen Beispiele zeigen, daß Fürst Bismarck neben all den anderen herrlichen Geistesgaben, die ihn auszeichneten, auch mit einem kernigen Humor und nie versagender Schlag­fertigkeit ausgerüstet war.

Dom Arbeitrmarkte in Hessen und Hessen-Nassau.

Der Mitteldeutsche Arbeitsnachweisverband schreibt uns: Der verflossene Monat Juli läßt mit seinen Ergebnissen aus dem Arbeitsmarkte aus eine weitere Besserung der wirtschaft­lichen Verhältnisse nicht schließen. Für die Metallindustrie blieb die Geschäftslage weiter ungünstig; der im vorigen Monat in der Holzbranche und im Bauhandwerk festzustellende leichte Aufschwung hat vollständig nachgelassen. Auch in den Be­kleidungsgewerben ist der Beschäftigungsgrad nur gering, be­sonders kann die Konfektionsbranche ihre Arbeiter nicht voll beschäftigen, da infolge der allgemeinen Krise der Umsatz bei den Kleiderhändlern ein geringer war und diese ihre ohnehin noch umfangreichen Lagerbestände nicht noch bereichern wollen. Nun mag zugegeben werden, daß die momentane Lage bei einzelnen Gewerbezweigen ein Ausfluß der ständig wieder­kehrenden stillen Saison ist, im ganzen jedoch ist die Lage des gewerblichen Arbeitsmarktes nicht günstig, besonders in den Großstädten ist ein zahlreiches Angebot von Arbeitskräften vor­handen, sodaß es besonders den mindertüchtigen und mit den örtlichen Verhältnissen unbekannten Arbeitern schwer fällt, paffende Arbeitsgelegenheit zu finden. Trotzdem hält aber der Zuzug vom Lande und von den kleineren Städten in unge- schwächter Kraft an, obgleich speziell in den kleineren Gemeinden der Arbeitsmarkt relativ viel günstiger ist und zur Zeit eher und rascher Beschäftigung zu angemessenen Löhnen zu finden ist, als in der Großstadt. Leider findet aber diese Tatsache bei den Arbeitsuchenden selbst wenig Beachtung, für sie ist und bleibt die Großstadt das Dorado, wo Arbeit und hoher Ver­dienst noch immer zu finden ist. Wie ungünstig im einzelnen der Beschäftigungsgrad in den Großstädten war, mögen nach­folgende Zahlen illustrieren. Es kamen nach den Monats­berichten der öffentlichen, dem Mitteldeutschen Arbeitsnachweis- verbande angehörenden Arbeitsvermittelungsstellen auf je 100 offene Stellen Arbeitsuchende in Cassel 233, Darmstadt 168, Frankfurt 236, Hanau 248, Mainz 223, Wiesbaden 154, WormS 191, Offenbach 248, Gießen 136. Durch Einstellung zahlreicher ausländischer Arbeiter ist der Bedars der Land­wirtschaft an heimischen Arbeitern in diesem Sommer geringer geworden, auch gewerbliche Arbeiter stehen zahlreich für landwirtschaftliche Arbeiten, die keine besonderen Fachkennt­nisse erfordern, zur Verfügung. Wenn auch an tüchtigem, wirklich geschultem landwirtschaftlichem Personal noch immer kein Ueberfluß vorhanden ist, so sind doch in diesem Jahre die Verhältnisse auf dem landwirtschaftlichen Arbeitsmarkte als günstig zu bezeichnen. Besonders die städtischen Arbeits- vermittelungsstellen, die zum Teil eigene landwirtschaftliche Abteilungen eingerichtet haben, lassen sich die Vermittlung landwirtschaftlichen Personals, die kostenfrei zu geschehen hat, sehr angelegen sein. So wurden beispielsweise im Berichts­monat durch die landwirtschaftliche Abteilung der städtischen Arbeitsvermittlungsstelle in Frankfurt a/M. 330 Stellen besetzt bei 628 Arbeitsgesuchen und 455 offenen Stellen. Würden auch die stellenweise wenig günstigen Lohnverhältnisse in der Landwirtschaft, über die oft nicht ohne Grund geklagt wird, beseitigt, so dürfte bei der jetzigen Arbeitsmarktlage den An­sprüchen der Landwirtschaft noch mehr als bisher seitens der öffentlichen Arbeitsnachweise Rechnung getragen werden können.

Hus Provinz u. Dachbargebiet

* Das Kaiserabzeichen für gute Schießleistung erhielt im 11. Armeekorps die 5. Kompagnie des 2. kur- hessischen Jnf.-Regiments Nr. 82 in Göttingen.

* Die Ausgabe der neuen Dreimarkstücke ist demnächst zu erwarten. Von der neuen Münze sind 15 Mill. Mk. in Prägung gegeben, also 5 Millionen Drei­markstücke, die nunmehr in den Verkehr kommen. Die Herstellung der neuen Münze hat sich dadurch etwas verzögert, daß die schon Anfang Juli in Prägung gegebenen neuen Matrizen für die Randschrift sowie die neuen landesherrlichen Bildnisse längere Zeit in Anspruch nahmen.

* Ueber den Saaten st and im Deutschen Reiche um die Mitte des Monats August veröffentlicht der Reichs­anzeiger folgende Ziffern, von denen 2 einen guten, 3 einen mittleren Stand bedeuten: Winterweizen 2,4 (August 1907 2,9), Sommerweizen 2,6 (2,3), Winterroggen 2,4 (2,6), Sommerroggen 2,5 (2,6), Sommergerste 2,6 (2,3), Hafer 2,7 (2,3), Kartoffeln 2,5 (2,6), Klee 2,7 (3,0), Luzerne 2,4 (2,9), Bewäfferungswiesen 2,2 (2,6), andere Wiesen 2,8 (2,9).

* Mit den alkoholhaltigen Konfekten be­schäftigt sich ein jüngst ergangener Erlaß des Kultusministers. Danach haben Untersuchungen der Bonbons, Zuckerbohnen, Pralinees usw., die mit verschiedenartigem, auch minderwertigem, Schnapps gefüllt in den Handel kamen, einen oft sehr erheb­lichen Alkoholgehalt ergeben. Z. B. enthielten 15 Stück Konfekt bei einem Gewicht von etwa 100 Gramm und einem Preis von etwa 28 Pfennigen einen Eßlöffel Trinkbranntwein. In einigen Fällen sollen auch schon Erwachsene durch solches Konfekt berauscht worden sein. Um so gefährlicher ist es für Kinder, denen im Interesse ihrer Gesundheit der Genuß alkohol- artiger Flüssigkeit in jeder Form untersagt werden sollte. Der Minister weist nun die Regierungspräsidenten an, in diesem Sinne in geeigneter Weise ausklärend auf die Bevölkerung ein- zuwirken und das Erforderliche zu veranlassen.

* (Personal-Chronik.) Verliehen: Dem Seminar­direktor Dr. Leonhard Grau in Schlächtern, Regierungsbezirk Cassel, der Rang der Räte vierter Klasse. Versetzt: Der Postmeister Preßler von Herrnhut nach Treysa (Bez. Caffel), der Gerichtsvollzieher Huhn in Hilders an das Amtsgericht in M.-Gladbach, der Gerichtsvollzieher Schardt in Weyhers an das Amtsgericht in Kirchhain. Gestorben: Der Kreissekretär Görz in Caffel.

* (Praktische Wetterkündiger.) Wer sich aus Wetterkarten nicht versteht und keine Apparate besitzt, wie der Gelehrte sie benutzt, dem werden folgende Anhaltspunkte ge­wiß willkommen sein. Schön Wetter wird, wenn die Morgen- dünste bis gegen 10 Uhr steigen, der Himmel wolkenlos und weiß erscheint und Wolkenstreifen im Osten stehen. Dagegen verkündet leuchtendes Morgenrot, bedeckter Himmel und nied­rige Wolken für den Tag Regenwetter. Rote Abendwolken melden für den anderen Tag klares Wetter. Gelber Himmel und blendend weiße Abendsonne zwischen dunkeln zerrissenen

Wolken bringt morgen Regen. Ostwind bringt Schönwetter, West- und Nordwestwind Regen. Wenn Platzregen sich in feinen Regen auflöst, so bleibt er dauernd.

§ Hersfeld, 28. August. Um dem lebhaften Wunsche der hiesigen Einwohnerschaft entgegenzukommen, wird das hiesige Kaiserliche Postamt von nächster Woche ab mit den hier vorhandenen PostkraftwagenSonder-(Extra- p o st -) f a h r t e n auf Wunsch aussähren. Ob und in welchem Umfange Sonderfahrten zuzulassen sind, wird in jedem einzelnen Falle der Vorsteher deS Kaiserlichen Postamts bestimmen. Die Mitnahme einer größeren Anzahl von Personen, als Plätze in dem Kraftwagen vorhanden sind, ist nicht gestattet. Ueber die näheren Bedingungen, Fahrpreise usw. erteilt das Kaiserliche Postamt hier Auskunft.

):( Hersfeld, 27. August. (Schöffengericht.) Zwei Brüder aus Kathus waren wegen Fundunterschlagung und Hehlerei angcklagt. Von diesen erhielt einer 5 Tage Ge­fängnis und der andere einen Verweis. Ein Pflasterer aus Kalkobes wurde wegen Diebstahls mit 3 Tagen Gefängnis bestraft. Von 4 Einspruchssachen endeten 2 mit Verurteilung und 2 mit Freisprechung. Wegen Forstdiebstahl wurde ein Vater mit seinen zwei Söhnen aus Allmershausen zu je 6 Mk. Geldstrafe ev. 2 Tagen Gefängnis verurteilt. Von der An­klage wegen Beleidigung wurde ein Einwohner von Kalkobes freigesprochen.

):( Hersfeld, 28. August. Heute morgen kam es in der hiesigen Herberge zwischen zwei Fremden zu Streitig­keiten, wobei einer derselben durch mehrere Messerstiche verletzt wurde. Der Täter wurde verhaftet.

):( Hersfeld, 28. August. Der gestrige V i e h m a r k t hatte einen Auftrieb von 305 Rindern und 385 Schweinen. Es wurde auf beiden Märkten lebhaft gehandelt und die Preise waren hoch. Der nächste Markt (Kram und Vieh­markt) findet am 9. September statt.

o Philippsthal, 26. August. In der hiesigen elek­trischen Zentrale wurde ein Arbeiter durch plötzliches Zurück­schlagen einer Kurbel derart verletzt, daß seine Ueberführung in das Krankenhaus nach Vacha nötig war.

^/ Widdershausen, 26. August. Gestern abend gegen 11 Uhr gerieten beim Verlassen einer Wirtschaft mehrere Burschen in S t r e i t, wobei auch das Messer gezogen wurde. Hierbei erhielt einer der Beteiligten 10 Messerstiche, ein zweiter wurde durch einen Stich verletzt. Die Wunden sind nicht lebensgefährlich.

Caffel, 27. August. Das 1. Oberelsässische Infanterie- Regiment Nr. 167 ist heute morgen 5 Uhr in drei Sonder- zügen zum Regimentsexerzieren nach dem Truppenübungsplatz bei Weimar in Thüringen abgefahren. Das Regiments­exerzieren dauert 8 Tage, woran sich das achttägige Brigade- Manöver mit dem Infanterie-Regiment Nr. 32 anschließt. Für diese Uebungen sowie für das Divisions-Manöver ist ein tzrittes Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 167 formiert worden. Die Rückkehr in die Garnison erfolgt am 23. September.

Fulda, 26. August. Dienstag nachmittag fand in der Nähe von Kommerz ein Kampf zwischen Zigeunern und dem Gendarmen Schenk von Flieden statt, der damit endete, daß der Gendarm durch einen Schuß in den Rücken schwer ver­wundet wurde. Der Gendarm hatte die Zigeunerbande weiter­treiben wollen. Dabei fielen zwei Zigeunerweiber wie Hyänen über ihn her, eine biß ihn in den Daumen. Während der Beamte sich der Weiber erwehrte, schoß ihn ein Zigeuner mit einem Revolver in den Rücken. Die Zigeuner entkamen. Der schwer verwundete Gendarm wurde in einem Automobil in die Klinik nach Fulda gefahren. In den umliegenden Ortschaften Neuhof, Kommerz, Flieden usw. wurden Förster, Gendarmen und die Feuerwehren aufgeboten, um die flüchtigen Zigeuner einzukreisen. Wie dieFuld. Ztg." erfährt, ist der Täter inzwischen in der Gegend von Hauswurz festgenommen und nach Neuhof transportiert worden.

Ober-Joffa (Kr. Ziegenhain), 26. August. Am Mon­tag gingen aus dem Felde die Pferde des Gastwirts Koch durch. Der 11 Jahre alte Sohn Kochs suhr allein Mist hinaus. Er konnte der Pferde nicht mehr Herr werden und kam unter den Wagen. Blutüberströmt wurde er ins Dorf getragen. Die inneren Verletzungen sind so schwer, daß sein Zustand hoffnungslos ist. Der Junge wurde heute in die Klinik nach Marburg gebracht.

Herzhaufen, 26. August. In Buchenberg ist ein 4- jähriger Knabe nach dem Genuß von ToPirschen gestorben. Sein älterer Bruder, der ebensalls von der giftigen Frucht gegessen hatte, erbrach sich und blieb so vor dem gleichen Schicksal bewahrt.

Bon der Diemel, 26. August. Beim Spielen in der Nähe eines Dreschgöbels wurde der 6jährige Knabe des Mühlenbesitzers Fischer zu Benkhausen von einer Transmissions­welle erfaßt, herumgeschleudert und getötet. Der Landwirt L. zu Neuhaus mußte sich der Amputation des rechten Armes unterziehen, da durch Distelstiche, die Eiterungen zur Folge gehabt hatten und mit den Fingernägeln ausgekratzt waren, Blutvergiftung entstanden war.

Aus der Rhöu, 26. August. Ein seit Jahren ver­schollener, schon tot geglaubter Sohn eines Bauern in Fisch­bach kehrte dieser Tage wieder zum heimatlichen Herd zurück. Der junge Mann hatte drei Jahre bei der Fremdenlegion in Algier gedient.

Vom Westerwald, 26. August. Das 9jährige Mäd­chen deS Müllers Weber aus Hof Eichen ist vom Blitz erschlagen worden, als es seinen Regenschirm aufspannen wollte.

Frankfurt a. M., 26. August. Im nahen Schwen- heimer Walde wurden Spuren eines römischen Castells ausge­funden. Die Ausgrabungen sollen demnächst erfolgen.

Frankfurt a. M., 27. August. Der Regierungspräsident bestimmte, daß vom 14. September ab bei allen öffentlichen Verkaufsstellen im Stadtbezirk Frankfurt der Achtuhrladen­schluß einzusühren ist unter Wegfall der bisherigen Ver­günstigungen vor den Feiertagen.

Weitzenfels, 26. August. Aus der Grube Gottlob bei Theissen ist der 46jährige Häuer Albert Zebisch verschüttet und sofort getötet worden.

Altenbeken, 25. August. Infolge eines Hitzschlages, bei der Arbeit auf dem Felde ist im nahen NeuhauS der Landwirt M. nach kurzer Erkrankung gestern gestorben. Infolge eines kalten Trunkes in erhitztem Zustande war der Glasschleifer Dienkes zu Ofentrupp schwer erkrankt und ist gestern nach nur dreitägiger Erkrankung unter gräßlichen Schmerzen verschieden.

Erfurt, 27. August. Beim Feueranzünden goß die Ehefrau Minna Walter in dem benachbarten Hochheim Petroleum in die offene Flamme. Durch 'Explosion erlitten die Frau und ihr Söhnchen so schwere Brandwunden, daß beide in das Krankenhaus gebracht werden mußten.

Vermischtes.

Berlin, 26. August. Beunruhigende Gerüchte über