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Arbeitsuchende gekommen, in diesem Juli sind es 157,64. Für die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist eine Erscheinung am Arbeitsmarkte für Weibliche besonders charakteristisch: bisher war das Angebot von weiblichen Arbeitskräften noch immer nicht ausreichend zur Befriedigung des Bedarses; im Monat Juli dieses Jahres dagegen gleicht sich Angebot und Nachsrage säst aus. Aus 100 offene Stellen für Weibliche kamen nämlich 98,33 Arbeitsuchende gegen 89,6 im Juni. Es kommen sogar Plätze vor, wo schon ein Ueberangebot an weiblichen Arbeits­kräften beobachtet wurde. Die Lage des gewerblichen Arbeits­marktes hätte sich im Juli noch viel stärker verschlechtert, wenn nicht in der Landwirtschaft Hauptgeschäftszeit gewesen wäre.

):( Hersfeld, 14. August. Während der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers auf Wilhelmshöhe ist Herr Wacht­meister Rommel aus Heringen dorthin abkommandiert.

Bebra, 11. August. Im Eisenbahnabteil verstarb zwischen hier und Eisenach eine junge Dame, die 22jährige Tochter eines verstorbenen Offiziers aus Wiesbaden, die zur Kur in Salzungen geweilt hatte und in Begleitung ihrer zwölfjährigen Schwester wieder zurück nach Wiesbaden fuhr. Sie fühlte sich plötzlich unwohl und sank nach wenigen Minuten tot zurück. Die Leiche wurde hier in das Leichen- haus gebracht. Von dem traurigen Schicksal wurde die Mutter, welche in Norderney zur Kur weilt, sofort benachrichtigt.

Cassel, 14. August. Se. Majestät der Kaiser ist heute nachmittag fünf Uhr mittelst Sonderzuges, von der Senne kommend, auf Bahnhof Wilhelmshöhe eingetroffen. Ein zahlreiches Publikum bildete in der Wilhelmshöher Allee Spalier und begrüßte den Kaiser und die Kaiserin nebst der Prinzessin auf der Fahrt zum Schlosse mit begeisterten Hoch­rufen. Ihre Majestät die Kaiserin sowie Prinzessin Viktoria Luise unternahmen heute morgen einen Spaziergang in den Parkanlagen und besuchten um 10 Uhr die Marstallkaserne, wo sich die Kaiserin ein für die Prinzessin angekaustes Pferd vorreiten ließ.

Frieda, 11. August. Die beiden Knaben der Eheleute Gärtner W. beschäftigten sich mit Holzhacken. Dabei hieb der größere Elfjährige den siebenjährigen Bruder, der sich niedergebückt und dann unvermutet aufgerichtet hatte, mit dem Beil gegen Hinterkopf und Nacken, so daß der Schwer­verletzte alsbald starb. Die Eltern waren während des traurigen Vorfalles abwesend.

Gelnhausen, 11. August. In Höchst (Kreis Geln- hausen) stürzte das neunjährige Töchterchen eines Landwirts vom Gerüst der Scheune und blieb aus der Stelle tot.

Eschenstruth, 11. August. Gestern nachmittag wurde hier ein Mädchen von 12 Jahren beim Kaffeetrinken von einer Herzlähmung befallen und war sofort tot.

Wolfhagen, 11. August. Der Ortsdiener Rudolf in dem benachbarten Dorfe Bründersen wollte ein Fuder Roggen einsahren; unterwegs wurden die Pferde, die er sich dazu ge­liehen hatte, scheu und gingen durch, wobei er so unglücklich unter den Wagen kam, daß alsbald der Tod eintrat.

Bacha, 12. August. Zwischen Meinigen und Salzungen hat ein leider entkommener Eisenbahndieb aus einem Abteil 2. Klasse eine Handtasche mit Inhalt im Werte von 450 Mark gestohlen.

Hessisch Oldendorf, 12. August. Der Kolon Boker- mann zu Stetesreund fiel beim Einfahren des Getreides von einem Leiterwagen und erlitt einen Bruch der Schädeldecke. B. starb bald darauf.

Allendors a. W., 12. August. Der Besitzer von Hartmanns Felsenkeller, Gastwirt Heinrich Hartmann, hatte sich vor mehreren Tagen bei Erntearbeiten an einer Distel gestochen, wodurch Blutvergiftung eintrat, so daß die Ueber- führung in die Klinik zu Göttingen und eine Operation not­wendig wurde. Nach schwerem Leiden ist der Mann in verflossener Nacht gestorben.

Marburg, 12. August. Der Ruhm des Grafen Zeppelin ließ zwei hiesige Einwohner nicht schlafen. Sie bauten sich ganz heimlich aus Brettern, Latten, Rädern, Kurbeln und Segeltuch einen Luftballon und versuchten aus einem Felde in der Nähe des Dammelsberges den Aufstieg, der aber total mißglückte. Die beiden brauchen für den Spott nicht zu sorgen.

Aus dem Sennelager, 12. August. Der Husar Böttcher von der 3. Eskadron der Braunschweiger Husaren stürzte im Lager beim Exerzieren mit seinem Pferde so un­glücklich, daß er schwere Verletzungen am Kopfe davontrug. An dem Aufkommen des Mannes wird gezweifelt.

Mainz, 13. August. An der aus Anlaß des hundert­jährigen Bestehens des 2. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 88 abgehaltenen Parade nahmen 6000 ehemalige Regimentsangehörige teil. Es war eine Kabinettsorder Seiner Majestät des Kaisers eingelaufen, die der kommandierende General des 18. Armeekorps, General v. Eichhorn, verlas. Der Kaiser beglückwünscht darin das Regiment zu seinem hundertjährigen Bestehen und spricht ihm Anerkennung und Dank für sein Verhalten aus. Es wurden verschiedene Ordensauszeichnungen verliehen. Bei der am Donnerstag nachmittag im Kasino stattgefundenen Ueberreichung von Ge­schenken übergab Oberstleutnant von Langen im Austrage des Großherzogs von Luxemburg 2 Oelgcmälde, die Kursürstin Adolf von Nassau und Friedrich August von Nassau dar­stellend. Weitere Geschenke überreichten die Städte Mainz und Wiesbaden, sowie die früheren Garnisonorte des Regiments H e r s f e l d und Dietz a. d. Lahn. An die Geschenküberreichung schloß sich das Festessen im Offizierskasino. Abends fand großer Kommers in der Festhalle mit Vorführungen von lebenden Bildern statt.

Mainz, 11. August. Der 16 Jahre alte Sohn des Braumeisters Wolf von der Altmünsterbrauerei stieß gestern in Bischofsheim bei Groß-Gerau auf seinem Fahrrad mit dem Lastauto der Rheinischen Brauerei zusammen, kam unter die Räder und wurde schwer verletzt. In das hiesige Kranken- ^"^.übersührt, starb er kurz daraus.

Fechenheim, 11. August. In der Nähe der Mainkur .heE nachmittag kurz nach vier Uhr der 15jährige Schiffslunge Adolf Weber aus Faulbach bei Wertheim von dem Schleppdampfer III beim Reinigen der Decke in den Dinin nnb ertrank vor den Augen seiner Arbeitskollegen.

^struth, 11. August. Durch eine Sense, die in einem Garteneingange nachlässig aufgehängt beim Durch- schrerten herunterfiel, wurde hier die Witwe Dorothea Köhte am Freitag schwer verletzt. Das scharfe Instrument durchschnitt das Fleisch eines Beines bis auf den Knochen und hätte sicherlich auch diesen durchschlagen, wenn die Frau nicht rechtzeitig den Stiel der Sense erhäscht hätte.

Salzungen, 12. August. Im Walde bei Merkes wurde gestern nachmittag ein Waldarbeiter aus Hermennsrode von einem Forstwart des Lengsfelder Reviers durch einen zufällig losgehenden Schuß schwer verletzt. Der Verunglückte, dem oer Unterkiefer zerschmettert war, wurde in das Landkranken- Haus gebracht.

Gotha, 11. August. Als der aus der etwa zwei

Stunden von hier entfernten Domäne Neufrankenrode tätige Gärtner S. im Begriff war, mehrere Bienenstöcke zu der Ausstellung nach Mechterstädt zu fahren, stürzte bei einer Krümmung des Weges ein Stock vom Wagen, fsdaß die Bienen frei wurden. Die durch den Fall aufgeregten Tiere fielen über den Geschirrführer und das Pferd her und zerstachen beide in fürchterlicher Weife. Durch das Hülfegeschrei des Uebersallenen wurden Leute aufmerksam, denen es nach vieler Mühe gelang, Mann und Pferd von den kleinen Peinigern zu befreien. Beide mußten schleunigst nach Hause gebracht werden.

Wochenbericht der Berliner Produktenbörse.

Unbeständiges, regnerisches Wetter veranlaßte bei Beginn der am 12. August beendeten Berichtswoche am Getreidemarkt Zurückhaltung der Verkäufer, so daß die Preise mit Unter­stützung der eine Auswärtsbewegung meldenden Berichte von den nordamerikanischen Produktenmärkten eine steigende Richtung einschlugen. Späterhin mehrte sich jedoch mit Besserung des Wetters wiederum daS inländische Angebot, so daß die Preise meist noch eine Kleinigkeit unter die Schlußnotierungen der vorigen Berichtswoche heruntergingen. Bemerkenswert ist, daß hier Weizen unter Berücksichtigung des Zolles wesentlich niedriger als an den ausländischen Märkten steht; gleichwohl hat sich ein nennenswertes Exportgeschäft noch nicht entwickelt, was wegen der Zollrückvergütung sehr wohl möglich wäre. Wenn auch für Roggen die Preisbewegung im großen und ganzen der des Weizens entsprach, so trat doch in den letzten Tagen zeitweise eine entschiedene Festigkeit hervor, die an­geblich ihren Grund in Lieferungsverkäusen nach Westdeutschland und dem Auslande hatte. Die hiesigen Mühlen aber beobachten Zurückhaltung und kaufen nur zu niedrigen Preisen. DieS ist auch der Grund der schließlichen Abschwächung, die hauptsächlich Septemberware verbilligte. Dagegen zeigte die Notierung für Lieferung im Dezember noch eine kleine Besserung gegen die Vorwoche. Hafer ist im Lokogeschäft ruhig gewesen, nur für bessere Ware bestand einige Nachfrage. Aus Lieferung konnten sich die Notierungen für nahe Termine nicht behaupten. Mais lag bei mäßigem Geschäft im Einklang mit der Tendenz der amerikanischen Märkte für diesen Artikel meist fest, besonders für spätere Lieferung. Für Lieferung im September wurden schließlich die nachstehenden Preise ermittelt: Weizen 202,50 Mark, Roggen 17 7,50 Mark, Hafer 162,50 Mark, Mws 155 Mark.

Vermischtes.

Berlin, 13. August. Der Schuhmacher Adalbert Clemenz, in den vierziger Jahren stehend, wurde heute vor­mittag in feiner Wohnung im Keller des Seitenflügels Kraufenstraße 61 verhaftet, weil er sich mit der Herstellung von. Bomben befaßt hat, um den Schwurgerichtssaal in die Lust zu sprengen, in dem Termin in einer Sache gegen seine Frau stattfinden sollte.

(An Pilzvergiftung gestorben.) Wie die Gubener Zeitung meldet, hatten auf dem Rittergute Daulowitz beschäftigte russisch-polnifche Arbeiter im Walde Pilze gesucht und sie sich am Sonntag abend zubereitet. Drei von ihnen erkrankten nach dem Genuß der Pilze schwer. Von den Er­krankten ist einer Dienstag früh und ein zweiter Mittwoch mittag gestorben, während der Zustand des dritten Arbeiters hoffnungslos ist.

Hannover, 13. August. Der etwa 50 Jahre alte Tapezierer Kehrmann, ein arbeitsscheuer und dem Trunke er­gebener Mann, erstach heute nachmittag in seiner Wohnung nach kurzem Wortwechsel seine Ehefrau mit einem Taschenmesser und ergriff darauf die Flucht. Bisher konnte der Mörder noch nicht festgenommen werden.

(Heiteres aus d e m L e b e n e i n e S B a d e - Meisters.) Ueber allerhand seltsame Badegäste plaudert in einer englischen Zeitschrift ein Bademeister, der vierzehnmal die Saison mitgemacht hat. Einmal sagte ihm eine Dame, ihre Töchter sollten nur baden, wenn niemand am Strand wäre. Der Bademeister meinte scherzend:Dann kommen Sie Morgens zwischen vier und fünf! Am anderen Morgen kurz nach vier erschienen die jungen Damen wirklich mit ihren Badeanzügen, und, da der Bademeister seine Weisung nicht ernst gemeint hatte, so war er nicht zur Stelle. Da die jungen Damen ihm jedoch ein gutes Trinkgeld gaben, so besörderte er vom anderen Tage ab ihre Badekarre regelmäßig kurz nach vier in das Wasser. Nun verirrte sich aber einmal ein verfrühter Badegast um diese Zeit an den Strand, und die Folge war, daß sich nach wenigen Tagen ein kleines, aber treues Publikum einstellte, das jeden Morgen die jungen Damen baden sah. Die Gouvernante, die die jungen Damen begleitete, bat den Bademeister, doch um Himmels willen der Mutter nichts davon zu sagen, und in Anbetracht seines alltäglichen Trinkgeldes ließ er den jungen Mädchen das Vergnügen des Badens und den Zuschauern das Vergnügen ihres Anblickes. Ein andermal kam zu ihm eine Dame mit einem großen Karton. Sie machte den Eindruck, als ob sie eben Einkäufe gemacht hätte, und er wollte ihr das große Paket zur Ausbewahrung abnehmen, sie sagte jedoch, das sei nicht nötig, und nahm es mit in die Kabine. Als der Bademeister nach einiger Zeit Nachsehen wollte, ob sich in der Kabine noch nasse Badetücher befänden, lag auf dem Boden eine Menge Kleidungsstücke und eine Portion abgeschnitteneS Haar. Bei seinen Nachforschungen ergab sich, daß statt der jungen Dame ein hübscher junger Mann den Strand verlassen hatte, und noch etwas später stellte sich heraus, daß die junge Schwimmerin in Verkleidung mit ihrem Musiklehrer aus und davon gegangen war. Von einer Familie, deren sämtliche Mitglieder außerordentlich gut schwimmen konnten, wurde eine Zeitlang jeden Tag vor einem großen Publikum eine regelrechte Zirkusvorstellung gegeben. Die Knaben imitierten Walfische, Torpedos und Secungeheuer, wobei es sich hauptsächlich um den akustischen Teil und wilde Wassersprünge handelte. Die älteste Tochter jedoch nahm einen Spiegel und einen Kamm mit inS Wasser, und war die Loreley. Nicht ganz so mutig war eine Dame, die ihren Töchtern durchaus Schwimmunterricht geben lassen wollte. Doch durften sich die Mädchen nicht weiter in daS Wasser hineinwagen, als bis es der Mutter an die Kniee ging. Ein alter Herr kam jeden Tag mit dem Badethermometer an den Strand, wartete oft den ganzen Vormittag, tauchte alle halbe Stunde sein Thermometer in§ Wasser und ging niemals hinein, ehe der gewünschte Teilstrich erreicht war.

(Opfer der Berge.) Im Floitental, das zu der Zillertaler Gruppe gehört, sind die Hochschüler BrunS aus Dresden und Klien auS Leipzig verunglückt; beide sind tot. Sie hatten sich im Nebel verirrt und stürzten 180 Meter tief unterhalb der Floitcnspitze auf einen Gletscher ab. Bruns wurde die Schädeldecke zertrümmert, Klien lebte noch eine Zeitlang, öffnete seine Tafchenapotheke und richtete sich aus seinem Rucksack und Mantel ein Lager her, ist dann aber

vermutlich erfroren. Die Leichen werden in ihre Heimat gebracht. Aus Weißenbach am Attersee wird gemeldet: Der Wiener Ingenieur Ernst Kronstein suchte trotz entschiedener Abmahnungen, von der schwer passierbaren Seeseite aus die Spitze des Schobersteins zu erklimmen. Er zog ohne Ueber- rock und Nahrung um 10 Uhr vormittags, bloß mit Seilen ausgerüstet, aus, erreichte um 1 Uhr die Höhe und winkte von da frohgemut mit einem am Stock festgebundenen weißen Tuch herab. Seither wurde nichts von ihm gesehen. Gestem nachmittag wurde die Leiche in einer Schlucht des Schober­stein gesunden. Petit Journal meldet auS Annecy: Die Brüder Max und Werner Grave auS Düsseldorf sind beim Besteigen deS Tanneverge durch abbröckelnde Felsen verwundet worden. Werner Grave wurde am Kopse schwer verletzt und mußte an der Unsallstelle verbleiben, während sein Bruder aus einer benachbarten Ortschaft Hilse herbeiholte. Die Bewohner begaben sich, da Max Grave zu schwach war, um in der Nacht noch die Führung zu übernehmen, am nächsten Morgen aus die Suche und sanden den Verletzten. Sie ließen ihm reichliche Pflege zuteil werden, er war aber durch den Blutverlust und die Kälte in der Nacht zu sehr erschöpft; er starb nach etwa zehn Minuten.

(Was kostet d er Stoff für einen Motor- Ballon?) Während gewöhnliche Freiballons auS gummierten Ballonstoffen herstellbar sind, von denen das Quadratmeter 68 Mark kostet, bei geringeren Ansprüchen auch aus gefirnißten Stoffen, von denen das Quadratmeter etwa 2,40 Mark kostet, ersordern nach derGummi-Zeitung" Lenkballons wegen des höheren Gasdrucks die stärksten und best gummierten Stoffe, so daß allein die Hülle eines mittelgroßen Motorballons, der etwa 2000 Quadratmeter Ballonstoff braucht, gegen 20 000 Mark kostet.

(500 Schafe von Banditen erschossen.) Acht mit Flinten und Dolchen bewaffnete Banditen überfielen einen Schafhirten in Bitti bei Sassari, banden ihn und schössen dann seine ganze Herde von 500 Schafen ab. Es handelt sich um einen Racheakt gegen den Besitzer. Seit Januar wurden in der Gemeinde Bitti von Briganten über 1500 Schafe und 400 Rinder auf diese Weise abgeschlachtet, ohne daß es gelungen wäre, die Banditen zu fassen. Die Behörden haben über 100 Verhaftungen vorgenommen.

(Eine Operation auf hoher See.) Der DampferCedric" wurde auf seiner Reise von Liverpool nach New-Iork am Sonntag angehalten, seine Maschinen wurden außer Tätigkeit gesetzt. Eine Frau Crebel auS Newyork war nämlich von einer so heftigen Blinddarm-Entzündung befallen worden, daß nur eine sofortige Operation ihr Leben zu retten imstande war. Der Schiffsarzt nahm die Operation vor, und der Kapitän ließ das Fahrzeug stoppen, um durch die Vibration der Maschinen während der Operation keine Störungen zu verursachen. Die Operation verlies glücklich und Mrs. Crebel sieht jetzt in einem Newyorker Spital ihrer vollständigen Genesung entgegen.

Hetzte nachrichten.

Kiel, 13. August. Die Herbstmanöver der deutschen Hochseeflotte werden vom 27. August ab in der Ostsee abge­halten werden.

Stettin, 13 August. In einer nachmittag abgehaltenen Nieterversammlung des Vulkan kam eS zu einem Tumult, wobei die Versammlung die Tribüne stürmen wollte. Bei der Abstimmung erklärten sich alle Anwesenden gegen die Wiederaufnahme der Arbeit.

Bremen, 13. August. Der Bremer Senat sandte dem Grafen Zeppelin eine Spende edler Ratskellerweine mit einem verbindlichen Schreiben.

Magdeburg, 13. August. In den Vororten Groß- OtterSleben und Lemsdorf erkrankten infolge Genusses ver­dorbenen Fleisches etwa 30 Personen, darunter einige schwer.

Berlin, 14. August. Gestem abend haben aus dem Tegeler Schießplatz der Parsevalsche Ballon und das Luft­schiff der Motorlustschiffahrt Studiengesellschast erfolgreiche Probeflüge unternommen.

Paris, 13. August. Nach einem Telegramm deS Generals D'Amade aus Casablanca lagert Abdul Asis bei Quelaa. Die Scheragna haben Omar Sektani, der eine hafidische Mahalla kommandierte, geschlagen.

Petersburg, 13. August. Aus der Kirgisensteppe wird ein neuer Pestfall gemeldet. Am 12. d. MtS. kamen im Gouvernement Astrachan 21 Choleraerkrankungen vor, von denen 18 tödlich verliefen, im Gouvernement Saratow 23, tavon 15 tödlich, im Dongebiet neun Cholcraerkrankungen.

B r e s l a u, 14. August. Wie die Morgenbl. melden, hat es im Riesengebirge stark geschneit. Auf der Schneekoppe liegt der Schnee 10 Zentimeter hoch.

Kirchliche Nachrichten.

Sonntag den 16. August.

Vormittags 9 Uhr: Herr Superintendent Schafft.

Vormittags V2II Uhr: Kindergottesdienst (Sonntagschule.) Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Raabe.

Nachmittags 3 Uhr: Taubstummengottesdienst in der

Wohnung des Herrn Sup. Schafft.

Vormittags 9 Uhr: Gottesdienst zu Petersberg.

Ev. Männer- u. Jünglingsverein.

Sonntag 8 Uhr: Geselliges Beisammensein.

Donnerstag 83/< Uhr: Bibelstunde.

Sonnabend 83/< Uhr: Gebetstunde.

Jugendabteilung Sonntag Nachmittag 3V26 Uhr.

Jnngfranenverein Sonntag von 46 Uhr sämtlich im Vereinshaus.

Hierzu eine Beilage, sowie Nr. 33 des

Illustrierten Sonntagsblattes.

Oeffentlicher Wetterdienst

Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschule). Wetteraussichten für Sonnabend, den 15. August. Noch Regensälle, wenn auch an Stärke abnehmend.