dem Feuer zu entkommen. Sie sind noch jetzt in unmittelbarer Lebensgfahr, denn die Erschöpfung hat sie verhindert, ihre Flucht fortzusetzen, und nur durch eine kurze Nachricht weiß man, wo sie weilen. Die Eisenbahnbehörden haben sofort bestimmt, daß mit einer Lokomotive der Versuch gemacht wird, die Flüchtlinge zu retten, allein ob die Maschine durchkommt, erscheint sehr zweifelhaft. Die Bevölkerung, die in den ersten Minuten an den furchtbaren Ernst der Situation nicht glauben wollte, kennt die Bedeutung und die Gefahr eines großen Waldbrandes viel zu gut, um nicht sofort das einzige absolut sichere Mittel anzuwenden: Flucht, schleunige Flucht. Und so sieht man denn ringsum die Dörfer und Städte sich entleeren, hastvoll ziehen die Bewohner aus den Waldgegenden, und hinter ihnen wird alles im Stich gelassen, Wohnung, Haus, Möbel und Vorräte. Im östlichen Kanada und in den Vereinigten Staaten sind bereits Sammlungen für die Opfer der Katastrophe eingeleitet worden.
Wr Provinz u. Daebbargebiet
* (Entlassung aus dem Schuldienst.) Nach dem letzten amtlichen Schulblatt haben neuerdings wiederum 7 Lehrer ihre Entlassung aus dem Schuldienst unseres Regierungsbezirks genommen, um besser dotierte Lehrerstellen in anderen Provinzen zu übernehmen. Im Regierungsbezirk Cassel dürsten zurzeit 70 Lehrerstellen unbesetzt sein.
* (NeueMeisterkursefürHandwerker.) Die Handwerkskammer zu Cassel veranstaltet auch in diesem Herbst wieder an allen Orten des Kammerbezirks, wo sich eine genügende Anzahl Teilnehmer meldet, Meisterkurse zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung und zur Förderung der allgemeinen Bildung der selbständigen Handwerker. In diesen Kursen wird gelehrt: Gewerbliche Buchführung Geschästs- korrespondenz, Kalkulation, Wechsellehre, Gewerberecht, Kranken-, Invaliden- und Unsallversicherungsrecht, Genossenschastsrecht und Steuereinschätzung. Diese Kenntnisse sind heute für jeden selbständigen Handwerker unumgänglich notwendig, ferner aber auch für diejenigen, welche sich der Meisterprüfung unterziehen wollen. Die Ablegung die Prüfung ist aber nach dem 1. Oktober 1908 in Kraft tretenden Gesetz über den kleinen Befähigungsnachweis Vsrausbedingung für die Erlangung der Befugnis zur Ausbildung von Lehrlingen.
* In der Zeit vom 9. bis 13. August können wir wieder das prächtige Schauspiel der Stern schnuppenfälle beobachten. Es sind die Meteore, die aus der Richtung nördlich vom hellen Stern Alpha Persei kommen und den Namen Perseiden oder Laurentiustränen haben. Diese Stern- schnuppenschwärme setzen bereits Ende Juli ein und erreichen in der ersten Augusthälfte ihren Höhepunkt. Auch größere Meteore, sogenannte Feuerkugeln, sind um diese Jahreszeit nichts Seltenes.
) :( Hersfeld, 10. August. Auf der Reise nach Kronberg passierte S e. Majestät der Kaiser heute morgen die hiesige Station.
§ Hersfeld, 9. August. (Ein Jubiläumsgeschenk für das Regiment Nr. 88.) Eine am 5. ds. Mts. getagte Versammlung der Vereinigungen ehemaliger 88er, von Mainz und Wiesbaden, und einzelner von auswärts geladener Kameraden haben den Beschluß gefaßt, die infolge erlassenen Ausrufs eingegangenen Beträge zur Schaffung einer dauernden Erinnerung für das Regiment an die Hundertjahrfeier, an genanntem Tage dem Regiment in Form einer Jubiläumsspende in bar zu übergeben mit der Bestimmung, daß der jährliche Zinsertrag für Schießpreise an Untffz. und Mannschaften zu verwenden ist und zwar: 25% der Zinsen für einen Schießpreis für sämtliche Unteroffiziere des Regiments, und 75% her Zinsen für drei Schießpreise für die Mannschaften des Regiments. Alle ehmaligen Regiments-Angehörigen (Unteroffiziere und Mannschaften) können, so weit dieses noch nicht geschehen ist, Beiträge zur Stiftung noch einsenden an den zur Empfangnahme berechtigten Königlichen RegierungsSekretär, Rechnungsrat Kaiser, in Wiesbaden, Rheinstraße 33.
Casfel, 9. August. Die Ankunft des Kaiserpaares auf Schloß Wilhelmshöhe, welche ursprünglich auf den gestrigen Sonntag festgesetzt war, wird erst später und nicht zusammen stattfinden. Die Ankunft Sr. Majestät des Kaisers wird erst nach der Zusammenkunft mit dem Könige von England in Friedrichshof erfolgen und wird daher erst am nächsten Donnerstag erwartet. Der Rückkehr Ihrer Majestät der Kaiserin nach Schloß Wilhelmshöhe wird Montag oder Dienstag entgegengesehen.
Cassel, 10. August. Das Jnf.-Regt. von Wittich kehrte heute abend von dem Truppenübungsplatz Friedrichsfeld bei Wesel zurück, woselbst das Regiments- und Brigadeexerzieren in Gemeinschaft mit dem Jnf.-Regt. Nr. 82 stattgesunden hat.
Neuenbrunslar, 5. August. An einem mit Steinen schwer beladenen Lastfuhrwerk brach an einer abschüssigen Straße die Hemmvorrichtung, fodaß der Wagen plötzlich nach vorn schoß. Der Fuhrmann sprang rasch nach den Pferden, kam dabei aber zu Fall und wurde von dem Wagen überfahren. Nach wenigen Minuten trat infolge innerer Verblutung der Tod des Unglücklichen ein.
Neukirchen (Kreis Ziegenhain), 8. August. Der in den 70er Jahren stehende Blechschmied George Dich hat gestern in der Grenz, einem Nebenflüßchen der Schwalm, sich ertränkt, Die Leiche konnte bald nach der Tat gefunden werden.
Hessisch Oldendorf, 7. August. Im benachbarten Dorfe Steinbergen stürzte das fünf Jahre alte Töchterchen des Maurers Möller in die Spitze eines scharfen Küchenmessers, welches es in der Hand hielt. Das Messer drang dem Kinde in das rechte Auge, so daß dieses jedenfalls verloren ist.
Bahnhof Elm, 7. August. Der Lokomotivführer aus Fulda stürzte infolge Fehltrittes von seiner Maschine und erlitt eine schwere Verletzung des Hinterkopfes.
Holzhausen, 7. August. Ein junger Maurer von hier fuhr mit einem Rade die Dorsstraße entlang und überrannte einen des Wegs kommenden Mann mit einer Sense. Beide s m den Anprall zu den Fall und die Sense schnitt dem Radsahrer die Nase glatt ab.
. August. Von einem Automobil überfahren und getötet wurde im Dorfe Hiltrop eine Witwe, die ein die Chaussee überquerendes Kind vor dem Ueberfahrenwerden retten wollte.
r u 8- August. Der in der Mittelstadt wohn-
M ^^"/^muller- Komer stieß nach vorausgegangenem Wortwechsel seiner Frau ein Messer in die Brust. Die Frau * m ’ au '“^r^tmig. Komer ließ sich ruhig verhaften. i^?”1 Elchsfelde, 6. August. Ein furchtbares Hagel- wetter hat gestern nachmittag das Untereichsfeld schwer be- ^sfen. Weite Feldfluren sind verwüstet. Großer Schaden Ern^^^^rode und Nesselröden angerichtet, wo die Ernte durch Hagelschlag vernichtet wurde. In Duderstadt
m ?0 Minuten anhaltendes Hagelwetter nieder, m ^^Wrtier bis zur Größe einer Wallnuß fielen mit großen
3 mengen. Das Wasser staute sich in den Straßen und über
flutete Fuß- und Fahrwege. Am schlimmsten betroffen sind durch Hagelschlag die Fluren von Fuhrbach und Ecklingerrode. Der Schlagregen war so stark, daß in den Eisenbahnzügen das Wasser durch die verschlossenen Fenster in das Innere der Abteile drang. — Besonders aus dem Gartetale liegen noch zahlreiche Hiobsposten vor. In der Flur Stock- hausen haben hühnereiergroße Hagelkörner die gesamten Feld- und Gartenfrüchte zerschlagen. Aus Reinhausen, Dicmarden, Kleinlengden, Obernjesa, Kleinschneen usw. liegen ähnlich lautende Meldungen von bedeutenden Unwetterschäden vor. Die Rispen des Hafers sind meist leer geschlagen. An den Obstbäumen, besonders Apselbäumen, ist beträchtlicher Schaden angerichtet. 90 Prozent Hagelschaden sind von den Versicherten bereits angemeldet worden. Von den Rüben stehen nur noch die Wurzeln; was über der Erde stand, ist abgeschlagen.
Heiligenstadt, (Eichsseld), 8. August. Der Doppel- Kindesmord bei Rengelrode stellt sich, nachdem durch die amtliche Untersuchung nunmehr alle näheren Umstände sestgestellt sind, als ein Verbrechen dar, das den größten Abscheu wecken muß gegen den feigen Mordbuben, der mit viehischer Rohheit die zwei kleinen Kinder seines Brotherrn, als diesersich aus kurze Zeit vom Kornselde entfernt hatte, abschlachtete. Der Mörder, Josef Heimbrodt, der erst angab, die Kinder aus Rache gegen seinen Dienstherrn ermordet zu haben, stellt jetzt nicht mehr in Abrede, ein Sittlichkeitsverbrechen an dem Mädchen verübt zu haben. Heute vormittag wurde der Mörder Joses Heimbrodt zuerst an den Tatort geführt, und den Leichen, die im elterlichen Hause seziert wurden, gegenübergestellt. Heimbrodt sagte aus, daß er bereits am Freitag voriger Woche die Tat geplant habe; er wiederholte, daß er mit Vorsatz und Ueberlegung gehandelt habe und daß er auch das fünfjährige Kind seines Dienstherrn Arand getötet haben würde, wenn es mit auf dem Felde gewesen wäre! In der ganzen Bevölkerung gibt sich der tiefste Abscheu über diese Bestie in Menschengestalt kund. Auf den Hin- und Hertrans- portcn hatte der den Mörder begleitende Gendarm große Mühe, ihn vor der Wut der Menge zu schützen. Die Empörung gegen den Mörder kam in lauten Verwünschungen zum Ausdruck. Heimbrodt ist ohne Frage im vollen Besitz seiner Geisteskräfte; fein Dienstherr schildert ihn sogar als einen schlauen Kopf. Das Aeußere des Mörders ist ein höchst abstoßendes. Heute nachmittag wurde der Mörder nach Nordhausen transportiert und dort in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert. Die Leichen der beiden unglücklichen Kinder sind heute gerichtsseitig freigegeben und werden morgen beerdigt.
Marburg, 7. August. An dem steil abfallenden Roten- berg stürzte heule früh ein Milchwagen, aus dem eine Frau und ein Mädchen saßen, um. DaS Mädchen wurde schwer verletzt.
Neustadt, 7. August. Ein etwa 18 Jahre alter Bursche von hier, der in Gießen das Metzgerhandwerk erlernt, unternahm am Sontag eine Radtour. Am Dienstag fand man nun im Walde bei Klein-Linden den jungen Mann, von zwei Kugeln durchbohrt, als Leiche. Man glaubt, daß er Selbstmord verübte, obwohl man über die Veranlassung nichts weiß.
Aus Thüringen, 7. August. Auf der Landstraße von Neudietendorf nach Großrettbach geriet ein Automobil mit einem Knall plötzlich in helle Flammen. Die Insassen konnten nur mit Not ihr eigenes Leben retten. Von dem Auto blieb nur ein Trümmerhaufen zurück. — Ein grauenvolles Verbrechen wurde in Weimar an einem zugereisten fremden Manne verübt. Man fand denselben am Bahndamm Halle- Frankfurt, in einer nicht wiederzugebenden Weise furchtbar verstümmelt und aus zahlreichen Wunden blutend, auf. Er wurde in hoffnungslosem Zustande in das Weimarer Krankenhaus gebracht. Die staatsanwaltschaftlichen Recherchen haben bis jetzt noch keinerlei Anhaltspunkte betreffs des Täters ergeben. — Gestern früh wurde auf dem Rangierbahnhofe Luckenau bei Weißenfels der Hilssschirrmann Geim beim Rangieren von einem einsahrenden Zuge überfahren und sofort getötet.
Mühlhausen i. Th., 7. August. Gestern früh wurde in einem Tümpel bei Oberderla die 20jährige Dienstmagd Mathilde Groß von den Steinarbeitern Karmrodt und Martin Richter ermordet. Die Täter sind bereits verhaftet und haben ein Geständnis abgelegt.
Harzburg, 7. August. In einem hiesigen Hotel, im Harzburger Hof, sind etwa 40 Personen des Personals unter schweren Vergistungserscheinungen erkrankt. Mehrere der Erkrankten schweben in Lebensgefahr. — Zu der Massenver- gistung wird noch gemeldet, daß von den zur Kur hier weilenden Personen niemand in Mitleidenschaft gezogen ist. Die Erkrankung ist darauf zurückzuführen, daß eine Frischmasse vermischt mit Geflügelleber schon vormittag für das Personal hergerichtet worden war. Es wurde sestgestellt, daß die Leber im Lause des Tages infolge der schwülen Witterung und der Küchenluft in Gärung übergegangen war.
Dessau, 8. August. Der berüchtigte Einbrecher Kirsch, der im vorigen Jahre auch die hiesige Landeshauptkasse um 16 000 Mark beraubte, ist gestern aus der Strafanstalt Koswig, wo er sich in Untersuchungshaft befand, ausgebrochen.
Vermischtes.
— Beim Baden ertrunken sind zwei Schüler der Oberklassen der Mittelschule zu Thorn. Gestern nachmittag haben, der Thorner Zeitung zufolge, etwa hundert Schüler der Oberklassen der hiesigen Knabenmittelschule, die unter Leitung ihrer Lehrer einen Spaziergang gemacht hatten, im Anschluß daran an einer verbotenen Stelle der Polnischen Weichsel, einem Nebenarm der Weichsel, vor deren Gefährlichkeit schon wiederholt öffentlich gewarnt worden ist, gebadet. Dabei wurden drei Schüler von der Strömung fortgerissen. Zwei von ihnen sind ertrunken, während der dritte von einem Lehrer mit größter Anstrengung gerettet wurde.
— Szegedin, 8. August. Heute nachmittag ging über der Stadt ein furchtbarer Wolkenbruch nieder und richtete zusammen mit einem Orkan großen Schaden an. Um! 2 Uhr nachmittags stürzte der mächtige Rauchfang einer Hanffabrik auf das Kesselhaus und die Trockenkammer, wo über 100 Arbeiter ihr Mittagmahl verzehrten. Sie wurden unter den Trümmern begraben. Sämtliche Aerzte der Stadt und Militär eilten nach der Unglücksstätte. Bisher sind 4 Tote, 14 Schwerverletzte und zahlreiche Leichtverletzte aus den Trümmern hervorgeholt worden. Bei der Verlesung der Namenliste fehlten noch 70 Arbeiter, doch glaubt man, daß ein großer Teil vor Schrecken davongelaufen ist.
— (Schreckenstat einer Mutter.) Mit ihren beiden Kindern gemeinschaftlich in den Tod gegangen ist die Anfang der 30er Jahre stehende Gattin des in Oelsnitz ansässigen Baumeisters Fritz Spindler. Dieser, der zur Zeit in Hof beschäftigt ist, wurde am Sonnabend von Frau Spindler zu Besuch erwartet. Als er mit dem in Frage kommenden Zuge nicht in OelSnitz eintraf, kleidete die junge Frau sich und
die Kinder sonntäglich an und sprang mit ihnen in einen nahe ihrer Wohnung befindlichen Brauereiteich. Am Sonntag morgen fand man alle drei entseelt in dem Teiche liegend. Der Grund zu der schrecklichen Tat ist nicht bekannt.
— (Examen-Betrug.) Der 1878 in einer rheinischen Stadt geborene Referendar E. R. Bornscld gab im Jahre 1906 bei her juristischen Fakultät in Leipzig eine Doktordissertation ein, die aber ungenügend war, ebenso fiel er in der mündlichen Prüfung durch. 1907 reichte B. eine neue Arbeit ein und gab die übliche eidesstattliche Versicherung, daß sie ohne fremde Hilfe gemacht wurde. Es hat sich indessen herausgestellt, daß B. die erste Arbeit durch den B rliner Rechtsanwalt Dr. Friedländer (damals noch Reseren- dar) für 330 Mk. anfertigen ließ und daß Dr. F. bei der zweiten Arbeit mindestens stark beteiligt war. B. wurde von der Ferienstraskammer in Leipzig wegen wissentlich salscher Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.
— (T o d es stu rz.) Beim Preisspringen der Offiziere der Kavallerie der Rekrutenschule Nr. 3 in Bern stürzte der Kavallerieoberleutnant Heer aus Zürich, als er ein Hindernis nehmen wollte, so unglücklich, daß er kurz darauf starb.
Zur Herbstbestellung.
Als ein wirksames Mittel gegen das Auswintern der Saaten hat sich neben zweckmäßiger Bodenbearbeitung und Auswahl passender Sorten eine richtige und gute Düngung erwiesen. Werden Roggen, Weizen und namentlich Wintergerste im Herbst mit Phosphorsäure und Kali (z. B. Thomasmehl und Kainit) und etwas Stickstoff (Ammoniak oder Chilisalpeter) gedüngt, so kommen sie kräftig ernährt in den Winter und überstehen die Gefahren eines ungünstigen Winters weit besser als nicht gedüngte Saaten. Aber nicht nur zeigen so gedüngte Felder einen schönen regelmäßigen Bestand, auch der Ertrag wird bedeutend höher ausfallen und die aufgewandten Kosten reichlich lohnen. Als besonders wirksam gegen Auswintern haben sich häufig die Kalisalze gezeigt, deren Anwendung aus dem Acker noch vielfach nicht genügend gewürdigt wird, obschon sie keine große Kosten verursacht.
Letzte Nachrichten.
London, 9. August. König Eduard verläßt morgen früh London und begibt sich nach dem Kontinent, um in Kronberg mit Kaiser Wilhelm und in Jschl mit Kaiser Franz Josef zusammenzutreffen. Unterstaatssekretär Hardinge wird den König begleiten. Die Königin und die Prinzessin Victoria reisen am 11. August nach Balm oral und 10 oder 12 Tage später nach Kopenhagen.
Barcelona, 9. August. An Bord des kleinen Dampfers Golodrina, der Passagiere nach dem inneren Hafen brächte, explodierte eine Bombe, wobei drei Personen verletzt wurden. Zum Glück hatten alle Passagiere in dem verhängnisvollen Augenblick den Dampfer bereits verlassen.
Paris, 9. August. Anläßlich der Hochzeit der Tochter des Präsidenten Fallieres überreichte der russische Marineattache dem Präsidenten einen prächtigen von Diamanten eingefaßten Saphirschmuck als Geschenk der russischen Majestäten. Präsident Fallieres bat den Attache, den Majestäten seinen und seiner Tochter innigen Dank für das Geschenk auszusprechen.
T ä b r i s, 9. August. Gestern wurde den ganzen Tag über erbittert geschossen. Die hier angekommenen Schachse- vanenreiter haben an dem Kampf teilgcnommen. Die Revolutionäre erlitten große Verluste, es wurden ihnen auch Geschütze abgenommen.
Berlin, 9. August. Bei einem Streit, der in der vergangenen Nacht in der Wohnung des Steinmetzen Steldt in der Seestraße sich abspielte, wurde die Frau, Mutter von neun Kindern, von ihrem Mann durch (mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Die Frau wurde in das Virchowkranken- Haus gebracht. Der Mann wurde verhaftet.
Berlin, 9. August. Auf dem Langen See bei Grünau fuhr ein mit zwei Personen besetztes Ruderboot infolge unrichtiger Steuerung gegen ein anderes Ruderboot und fenterte. Die Insassen fielen in das Wasser. Eine Dame ertrank, während ihr Gefährte sich retten konnte.
Bei den letzten Straßenkämpfen in Täbris verloren die Revolutionäre acht Geschütze.
O b e r st d o r f (Bayern), 9. August. Im Bacherloch sind beim Edelweißsuchen zwei Nürnberger namens Bogner und Weinzierl abgestürzt.
Petersburg, 9. August. Nach amtlichen Feststellungen sind seit Ausbruch der Choleraepidemie in den Gouvernements Astrachan, Saratow und dem Dongebict vom 21. Juli bis 8. August 360 Personen erkrankt und 174 gestorben.
Bei dem gestrigen Radrennen in Erfurt kam der neue Weltmeisterfchaftssahrer Ryser infolge einer Kollision zu Fall und erlitt sehr schwere Verletzungen.
L e M a n s, 9. August. Wilbur Wright machte heute abend den ersten Versuch mit seinem Flugapparat und hatte vollen Ersolg. Der Aeroplan beschrieb in etwa fünfzehn Meter Höhe drei vollständige Kreife und legte dabei unter dem Beifall der Zuschauer 3% Kilometer in 1 Minute 46 Sekunden zurück.
Fernsprechmeldung.
Eckernförde, 10. August. Gestern abend IOV2 Uhr stieß auf der Kleinbahnstrecke Mensburg- Rundhof ein fahrplanmäßiger Zug mit einem Leerzug zusammen. 9 Personen wurden getötet und zahlreiche verletzt. Unter den Verletzten befinden sich 9 Schwerverletzte.
Oeffentlicher Wetterdienst
Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschulc). Wetteraussichten für Drenstag, den 11. August.
Zeitweise wolkig, strichweise etwas Regen.