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namentlich von denjenigen Abiturienten, die ihres späteren Berufs wegen ($. B. Marineoffizieraspiranten) sich besondere Kenntnisse im Englischen zu erwerben haben und denen eine amtliche Bescheinigung dieser Kenntnisse vorteilhaft erscheint.

Die Ernteschätzung der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats hat sich am 1. August d. I. erstmalig auf alle Getreidearten erstreckt. Das Ergebnis der Schätzung, ausgedrückt in Prozenten einer Mittelernte, ist für Winter- weizen 99,7, für Sommerweizen 94,5, für Winterspelz 99,9, für Winterroggen 97,9 (gegen 100,8 am 1. Juli d. I.), für Sommerroggen 87,5, für Sommergerste 91,7 und für Hafer 88,1.

Der deutsche Militärtransport zur Ablösung für das Ost asiatische Detachement in Tientfin und Peking hat heute Dienstag früh 9 Uhr Wirballen verlassen. Die Ablösung, 10 Offiziere sowie 78 Unteroffiziere und Mannschaften, kommen vom Truppenübungsplatz Aris bei Lötzen. Die Beförderung geschieht mit drei Wagen der russischen Staatsbahn, einem Wagen II. Klasse für die Offiziere und zwei Wagen III. Klasse für die Mannschaften. Außerdem wird ein Küchenwagen mit einem Speiseraum für 20 Personen beigegeben. Die rusfischcn Wagen sind bei den langen Wegen und noch längeren Fahrzeiten des Landes geräumiger und bequemer als die des westlichen Europas und bieten Schlaf­gelegenheit. Die Beförderung geht, ohne Moskau zu berühren, über Wilna, Minsk, Smolensk, Tula, Rjashsk und Samara. In Tscheljabinsk wird die sibirische Eisenbahn, in Jrkutsk die Transbaikalbahn, in Mandschurin die chinesische Ostbahn erreicht. In Samara, Jrkutsk und Charbin ist je ein Ruhe­tag. Bis Kuantschenzsi besorgt die Schlafwagengesellschast die Verpflegung, dort übernimmt sie das Detachement selbst. Die Beförderung dauert bis zu diesem Ort 25 Tage. Die Ersparnis gegen die Besörderung zur See soll etwa die Hälfte betragen. Der Ablösung wird unterwegs auch die Post zu- geführt.

Das neue türki-sche Parlament ist auf den 14. November einberufen worden. Die Wahlen werden nach dem von der zweiten Kammersession im Jahre 1876 ausge­arbeiteten Entwürfe vorgenommen. Hilmi-Pascha erhielt dies­bezügliche Instruktionen. Die Eidesleistung der Truppen in Konstantinopel auf die Konstitution wurde am Montag in den einzelnen Kasernen fortgesetzt. Am Dienstag leisteten dann auch die Gardetruppen den Eid im Mdizpalast. Die ver­breiteten Gerüchte von feindseligen Kundgebungen in Konstan­tinopel sind ganz unbegründet. Prinz Andreas von Griechenland nebst Gemahlin, sowie Prinz Christian sind in Konstantinopel eingetroffen und von der dortigen griechischen Bevölkerung begeistert empfangen worden.

Hur Provinz u. Nackbargebiet.

* Der Handelsminister hat folgenden Erlaß über den Besuch von Fortbildungsschulen durch Lehr­linge an die Regierungspräsidenten gerichtet: Neuerdings sind Fälle zu meiner Kentnis gelangt, in denen Gewerbetreibende gerichtlich bestraft worden sind, weil sie einen Lehrling vom Besuche der Fortbildungsschule zurückgehalten hatten, obwohl sestgestellt war, daß sie durch dringende Umstände (z. B. Er­krankung des gesamten übrigen Personals) dazu veranlaßt waren. Wenngleich ich nicht verkenne, daß eine nachsichtige Beurteilung von Besreiungsgesuchen die Durchführung der Fortbildungsschulpflicht und damit den Erfolg des Unterrichts in Frage stellen kann und deshalb den Schulleitern und -Vor­ständen eine sorgsame Prüfung der .Pesreiungsgefuche nach wie vor zur Pflicht mache, so lege ich doch Wert darauf, daß dabei auch die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Ge­werbetreibenden billige Rücksicht erfahren. Insonderheit wird in Fällen, wo trotz Ablehnung eines Befreiungsgesuchs die Schule versäumt worden ist, vor Erstattung einer Strafanzeige festzustellen sein, ob nicht besondere Umstände eine mildere Beurteilung rechtfertigen. Ich erfuche Sie, von diesem Erlasse den Schulvorständen Kenntnis zu geben.

* Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse der preußischen Klaffenlotterie hat bis zum 8. August, abends 8 Uhr bei Verlust des Anrechts zu erfolgen. Die Ziehung der 2. Klasse wird am 12. August, morgens 8 Uhr ihren Anfang nehmen.

* (Mehr Ruhe am Fernsprecher!) Die Hast, mit welcher Anschluß verlangt wird, verleitet geradezu zu Mißhandlungen des Apparats. Auch die Telephonistinnen werden oft an ihrer Gesundheit geschädigt; sie machen dann mit Recht den Urheber verantwortlich. So entschied auch das Reichsgericht in einem Falle, der ungeduldigen Anrufern zur Lehre dienen mag. Der Prokurist einer Aktiengesellschaft hatte entgegen der Gebrauchsanweisung die Kurbel mehrere Male gedreht; durch den starken elektrischen Strom war die Klägerin, welche als Telegraphengehilfin das Telephon bediente, in ihrer Gesundheit so schwer geschädigt worden, daß sie ihre Stellung aufgeben mußte. Sie machte die Gesellschaft, deren Prokurist den Fernsprecher vorschriftswidrig benutzt hatte, für den erlittenen Schaden verantwortlich, verlangte 1893.62 M. Entschädigung nebst 141 M. jährlicher Rente und drang in allen Instanzen mit der Klage durch. Der Unfall war zweifellos durch ordnungswidrige Benutzung des Apparats verursacht. Die Beklagte mußte für die Fahrlässigkeit ihres Prokuristen auskommen; denn er war deren gesetzlich berufener Vertreter.

):( Hersfeld, 5. August. Die Witterung im August beschert uns nach dem hundertjährigen Kalender vom 1. bis zum 8. schöne warme Tage, am 13. und 14. soll es dann regnerisch, vom 15. bis 16. aber wieder schön sein. In der Zeit vom 21. bis zum 26. haben wir wieder mit Nieder- schlägen zu rechnen, die letzten Tage des Monats dürsten je­doch aufe neue klare, schöne Witterung bringen. Der Meteorologe Bruno Bürzel stellt für die ersten Tage des Augusts gleich- schöne Witterung in Aussicht vom 6. ab soll es dann allmählich schlecht und vom 8. ab regnerisch werden. Für die Zelt vom 10. bis 12. müssen wir uns aus heftigen Wind gefaßt machen, vom 15. ab aber soll größere Wärme eintreten.

12. August bezeichnet Bürge! als einen sehr starken kritischen Tag, der möglicherweise Erdbeben und Grubenkata- strophen mit sich führt.

):( Hersfeld, 5. August. Ein hiesiger Arbeiter wurde wegen dringenden Verdachtes des M e i n e i d s verhaftet.

§ Hersfeld, 5. August. Das landwirtschaft - liche Fest in Hanau findet in der Zeit vom 3. b is 7. September d. I s. statt. Mitglieder des landwirt­schaftlichen Kreisvereins Hersfeld, welche an dem Feste teilnehmen wollen, werden gebeten, ihre Teilnahme bis zum 12. August d. Js. auf dem Königlichen Landratsamt ln Hersseld anzuzeigen. Von dort wird das Erforderliche wegen Wohnungsmiete rc. veranlaßt werden.

X Philippsthal (Werra), 4. August. Die Aktien­gesellschaft Kaliwerk Hattdorf teilt ihren Aktionären mit, daß der Aussichtsrat die Einziehung des Restes der Zuzahlung von 35 Prozent mit Mk. 150 für jede Vorrechs-Aktie aus

den 1. September ds. Js. beschlossen hat. Für Voraus­zahlung vergütet die Gesellschaft 4Va Proz. Zinsen für das Jahr. Der Ausbau des Werkes ist in erfreulicher Weise gefördert worden. Das erwartete zweite hochhaltige Kalilager wurde im Schacht bei 694 m angetroffen. Es hat eine Mächtigkeit von 8 m und zeigt in den auf der Sohle von 702 m ausgefetzten Füllörtern Durchfchnittsgehalte, die denen des oberen Lagers entsprechen. Das Kalisalz setzt von 632711 m durch. Bei 711 m wurde das Abteufen eingestellt. Der Schacht ist jetzt vollständig ausgemauert. Die Spurlatten sind sämtlich eingebaut. Die Förderung geschieht jetzt vermittels Förderkörbe und Förderwagen. Die Salzmühle ist am 28. Juli ds. Js. in Betrieb genommen. Es sind zwei Mahlsysteme von je 60 T. Stundenleistung vorgesehen. Der Bahnversand der Salze kann ausgenommen werden. Zur Gewinnung eigener elektrischer Kraft hat die Gesellfchast den Ausbau unserer Wafferkrastanlage Philippsthal und die Neuanlage einer solchen bei Heimboldshausen vor­gesehen. Die Fertigstellung beider Anlagen geht ihrem Ende entgegen. Der Ausbau des Schachtes hat ungefähr drei Jahre gedauert.

Rotenburg, 3. August. Während gestern nachmittag auf Schloß Ludwigseck die silberne Hochzeit des Großherzog­lichen Kammerherrn Frhrn. von Riedesel-Eisenbach gefeiert wurde, brach auf dem dortigen Rittergut ein großes Feuer aus, welches einen Teil der Stallung in Afche legte. Der Schafstall und die Wagenremise sind verbrannt. Es sind 6070 Fuder Futter verbrannt, wodurch dem Pächter Herrn Kaufmann, der nicht hoch versichert haben soll, ein großer Schaden erwächst. Vieh ist nicht verbrannt, da man die Schafe noch hatte aus dem Stalle Heraustreiben können. Gleich darauf brach das Gebäude in sich zusammen. Auch mehrere landwirtschastliche Maschinen wurden ein Raub des Feuers. (C. M.)

Tann, a. d. Rhön, 3. August. Der elfjährige Sohn des Bauern Kirchner in Neuswarts wurde beim Füttern der Pferde von einem der Tiere so gegen den Leib getreten, daß er am anderen Tage starb.

Sünna, 2. August. Ein schwerer Unfall hat sich hier ereignet. Am Sonnabend nachmittag besuchte das 4Vsjährige Mädchen Erna des Landwirts Georg Koch das etwa 10 Jahre alte Kind eines Nachbars. Beide Kinder, welche allein zu Hause waren, vergnügten sich damit, am Herde Kartoffeln zu braten. Dabei gerieten die Kleider der kleinen Erna in Brand und im Nu stand das Mädchen in Flammen. Aus das Geschrei der Kinder eilte der gerade des Weges kommende Landwirt Heinrich Vock herbei, welchem es gelang, das Mädchen von den brennenden Kleidungsstücken zu befreien. Die Brand­wunden sind jedoch derart erhebliche, daß an dem Aufkommen der Verunglückten gezweifelt wird.

Bad Wildungen, 3. August. Am Freitag wurde der etwa 16jährige Sohn des Tagelöhners Ernst Knüppel mit einer Schußwunde im Unterleibe in das Krankenhaus cingelicsert. Aerztlicherseits wurde eine 14fache Durchlöcherung des Darmes konstatiert, ein Geschoß aber nicht aufgefunden. Nach den Angaben des Verletzten, der inzwischen verstorben ist, sollen Knaben von Alt-Wildungen, die mit einem Tesching Schieß­übungen im Freien abgehalten, den verhängnisvollen Schuß abgegeben haben.

Aus Thüringen, 3. August. Auf dem Bahnhöfe in Arnstadt wurde dem 30 Jahre alten Streckenarbeiter Sträube beim Legen einer Weiche durch ein losfpringendes Eisenstück das Rückgrat zerschlagen. Der Tod trat fosort ein. Beim Besteigen der Wachsenburg stürzte am Sonnabeud der In­valide Herda aus Arnstadt ab und blieb mit schweren Ver­letzungen bewußtlos am Fuße des Berges liegen. Es ist sehr zweifelhaft, ob der Verunglückte mit dem Leben davon- kommen wird.

Eisenach, 3. August. Der achtzehnjährige Schmied Köhler fuhr Sonnabend nachmittag mit dem Rad ohne Bremse die abschüssige Chaussee von der Hohen Sonne herab und geriet, da er die Gewalt über das Rad verlor, in ein Geschirr. Bei dem Zusammenstoß erlitt er so schwere Verletzungen, daß er gestern früh gestorben ist.

Weißenfels, 3. August. Die drei Brüder Ficklcr spielten bei der Kalkbrennerei Hoschke mit einem Kinderwagen an der Saale. Dabei geriet der Wagen in den Strom und zwei neun und fünf Jahre alten Knaben ertranken, während sich der dritte nur mit Mühe retten konnte.

Jena, 2. August. Szenen aus dem Jenenser Leben schildert das Jenaer Volksblatt in folgender Weise:Zu einem heiteren Rencontre kam es am Dienstag früh am Teichgraben, wo feit einigen Tagen Frauen und Mädchen aus dem Holzlande Kränze und Girlanden zu den Jubiläums­feierlichkeiten winden. Ein angezechter Studio kam daher- gependelt und steuerte auf einen Berg von Kränzen zu, um dort seinem müden Körper Ruhe zu gönnen. Kaum hatte die Krauzbinderin, eine blonde stämmige Maid, die Absicht des Musensohnes durchschaut, als sie aussprang und drohend rief:Bärschchen, wennste Dich uff meine Kränze setzt, da nähme ich Dich ongern Arm und tra Dich in die Saale! Verstanden?!" Der Studio verzichtete auf einen Gang mit der resoluten Schönen, machte kehrt und verschwand. Eine Anzeige lautet:Der erkannte Student mit der Kognak­flasche im Arme, der am Dienstag früh gegen 6 Uhr im Rathausdurchgang meine 65jährige Schwiegermutter wiederholt abküßte und sie zu einem Stelldichein auf den Kernbergen einlud, möge im eigenen Interesse umgehend seine Adresse unter Rathaus postlagernd Jena niederlegen."

Himmels-Erscheinungen im August.

Die S o n n e hat leider den höchsten Punkt ihrer Jahres­bahn schon seit dem 21. Juni überschritten und befindet sich am 7. August gleichweit von diesem und dem Aequator. Zu Anfang des Monats erreicht sie noch eine Mittagshöhe von 56 Grad, zu Ende nur noch von 46 Grad, die Tage werden kürzer, und ihre Länge sinkt von 15Va aus 13Va Stunden im Laufe des Monats. Sie nimmt also täglich um durch­schnittlich 4 Minuten ab. Trotzdem steigt die Temperatur noch bis gegen Mitte des Monats, da zu der geringeren Wärme, die uns von oben zukommt, nun die des erwärmten Erdbodens, der die Hitze deS Juni und Juli aufgefpeichert hat, Hinzutritt.

Als unser treuer Erdbegleiter, der M o n d, im vergangenen Monat in Vollmondphase war, sollte er zum erstenmal ein bis dahin ihm fremdes Geschäft besorgen. Er sollte dem kühnen Menschen als Leuchte der Nacht dienen, der sich mit seinem Luftschiffe ausmachen wollte, um vom deutschen Binnen­meer nach der Mündung deS Maines hin lind zurückzufliegen. Widrige Umstände haben damals die Ausführung verhindert. Jetzt wird der August-Vollmond wohl dazu ausersehen sein, und sein mildes, menschenähnliches Antlitz, das seit Jahr­tausenden alle Wandlungen beschienen hat, die auf Erden vor sich gegangen sind, wird sich nicht zu einem Lächeln verziehen,

wenn er dem neuen Versuch der Menschen, sich zu Herren des Raumes zu machen, zuschaut. Er ist längst zu Todesstarre erkaltet, und auf ihm regt sich kein Wesen, das die Taten der Erdbewohner nachahmen könnte. Aber der August-Vollmond ist hierzu auch viel geeigneter als der des Juli; denn er weilt länger und kommt höher über den Horizont. Er tritt ein am 11. August, wobei die Dauer der Mondnacht 8V2 Stunden betragt? Vorher steht der Mond zur Zeit des ersten Viertels, das am Morgen des 5. August stattfindet, recht niedrig, und bis zum 8. August geht er sogar vor Mitternacht schon unter. Nach dem Vollmonde strebt der Trabant aus den südlichen Sternbildern empor. Noch bis zum 20. August geht er vor Mitternacht auf, am 18. August ist letztes Viertel. Da am 26. August Neumond ist, so wird man in den letzten Tagen deS Monats noch die wachsende Mondsichel am Abendhimmel erblicken.

Der Abendhimmel zeigt keine Spur mehr von der Pracht der P l a n e t e n der vergangenen Monate. In lichter Dämme­rung stehen dort zwar anfangs noch Jupiter und Mars, später Merkur, aber sie sind der Sonne so nahe, daß selbst ein Fern­rohr sie nicht auszufinden vermag. Dagegen kommt jetzt im Osten ein langentbehrter Planet abends in die Höhe, der ring= geschmückte Saturn. Wir verloren ihn Anfang März aus den Augen, wo er im Sternbilde der Fische rechtläufig sich be­wegte. Dort steht er auch jetzt noch, doch ist er weiter nach links gelaufen unb sängt nun an, rückläufig geworden, wieder nach rechts langsam zurückzugehen. Man findet ihn links unter dem großen Rechteck des Pegasus. Zieht man in diesem die Diagonale von dem rechten oberen zu dem linken unteren Stern, so trifft diese ein wenig verlängert auf Saturn. Saturn geht anfangs 93A, zuletzt um 8 Uhr im Osten auf. Im Fernrohr erblickt man seinen Ring jetzt wieder schmal geöffnet, der im vorigen Jahre verschwunden war. Von den andern Planeten ist nur Venus, aber am Morgenhimmel, in shr großer Helligkeit zu sehen.

Die Betrachtung der F i x st e r n e wurde bis in die Mitt^ des Juli hinein durch sehr Helle Dämmerung gehindert. Jetzt ist die Dämmerung kürzer, der Abend bricht früher herein, und mit seinem Beginne sehen wir sich eine seine milchweiße Straße feinsten Sternengewimmels vom Zenith nach dem Südwest­horizont ziehen. Einzelne Partien in diesem breiten Lichtstrome sind von besonderer Dichte, wie große Sternenwolken hängen sie unbeweglich am Himmel und folgen nur langsam seiner täglichen Drehung. Das ist nahe dem Zenith an zwei Stellen im Schwane besonders ausgesprochen und dann tief unten, wo die Milchstraße sich gabelt, im Skorpion und im Schützen. Rechts neben ihr stehen dort die sechs Hellen Sterne deS Skorpions um den rötlichen Antares, links von ihr die vier Sterne des Schützen. Dann aber wendet sich das Auge von den bekannteren Sternen der Westseite nach Osten, wo neue Sternbilder erscheinen. Der Pegasus mit der Andromeda, einen großen Himmelswagen bildend, fahren dort rücklings über den Osthorizont herauf. Ueber der Deichsel der Andromeda funkelt das Fünfgestirn der Kassiopeja, und darüber der Rhombus des Cepheus. Gerade vor der Deichsel dieses Wagens liegt das Dreieck des Perseus, der noch tief im Nord­osten steht, aber die Blicke aus sich zieht. Denn von ihm auS sprühen die Laurentiustränen aus, die Sternschnuppen, so­genannt, weil sie zumeist am 10. August, dem Tage des heil. LaurentiuS, erscheinen. Aber auch vor- und nachher, ja bis über die Mitte des Monats sieht man kurze, Helle Sternspuren mit Schweifen von hier ihren Ausgang nehmen.

Cetzto Nachrichten.

Zur Fahrt Zeppelins.

Mainz, 4. August. (Telegr. Meldung.) Der Ballon des Grafen Zeppelin passierte um 11 Uhr abends Mainz, wendete unterhalb der Straßen­brücke und trat in der Richtung rheinaufwärts die Rückfahrt an.

Stuttgart, 5. August. (Fernsprechmeldung.) Graf Zeppelin ist heute morgen kurz vor 8 Uhr mit seinem Luftschiff bei Echterdingen gelandet. Es handelt sich um einen Motordefekt. Er wird voraussichtlich gezwungen sein, bis heute abend 6 Uhr auf freiem Felde liegen zu bleiben. Von Friedrichshafen sind die Mannschaften des Grafen zur Unterstützung abgereist. Bon Stuttgart gingen zwei Kompagnien Militär zur Hülfe­leistung ab.

Letzte Fernspeechmeldnug.

Str M011 Welins vernichtet.

Echterdingen, 5. August. Ein Ge- wittersturm ritz heute nachmittag 3 Uhr den Ballon aus den Ankern. Der Ballon geriet in Brand, explodierte und wurde vernichtet. Mehrere Personen wurden verletzt. Zeppelin blieb unversehrt.

Karansebes (Ungarn), 4. August. Nahe der Stadt entgleiste auf der im Bau begriffenen Eifenbahnlinie KaransebeS- Hktszeg ein Arbeiterzug. Der Lokomotivführer und drei Arbeiter wurden getötet, eine Reihe weiterer Arbeiter mehr oder weniger schwer verletzt.

Petersburg, 4. August. Dem Fürsten Obelensky, dem Chef des Kabinetts des Kaisers, wurde ein Portefeuille, das wertvolle der Zarenfamilie gehörige Dokumente und Staats­papiere enthielt, gestohlen.

Chicago, 4. August. Der Waldbrand in Britisch- Kolumbia hat eine ungeheure Ausdehnung angenommen. Die Flammen greifen immer weiter um sich. Es besteht gar keine Hoffnung, ihrer Herr zu werden, wenn nicht heftiger Regen eintritt.

Oeffentlicher Wetterdienst

Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschule).

Wetteraussichten für Donnerstag, den 6. August:

Wolkig, trübe, strichweise geringe Regensälle.