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sondern es werden aus dem Ballon Telegramme geworfen, die von den Findern aufgegeben werden sollen.

Auf Schweizer Gebiet ist den kühnen Lustreisenden, wie auch schon aus ihrer Fahrt nach Luzern, wiederum ein be­geisterter Empfang bereitet worden.

Basel, 4. August. Heute morgen 9V& Uhr hat Graf Zeppelin Basel passiert. Der Ballon kam aus östlicher Richtung vom Dünkelberg her, überfuhr den Rhein in einer Höhe von etwa 200 Meter und ging über das Münster hinweg. Dann schlug er eine Zeitlang die westliche Richtung ein, machte eine starke Kurve, wandte sich nordöstlich wieder dem Rheine zu und fuhr den Rhein entlang. Ganz Basel war auf den Straßen/ als das Surren der Motoren die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog. Eine nach vielen Tausenden zählende Volksmenge brächte Gras Zeppelin stürmische Ovationen dar, und die Regierung ließ zu Ehren Zeppelins Kanonenschüsse abgeben.

Straßburg, 4. August. Als bald nach 10 Uhr die Nachricht von diesem Ort kam, daß Graf Zeppelin Mühlhausen überflogen habe, hielt das Publikum die freien Plätze, von denen man einen guten Blick nach dem Münster hatte, sowie die Dächer der Häuser besetzt. Gegen ll3/* Uhr wurde Zeppelin durch Fahnenschwenken vom Münster und durch Kanonenschüsse signalisiert. Gegen 12V2 Uhr flog das Luft­schiff an der Südwestseite des Münsters in ruhigem, maje­stätischen Fluge vorbei. Es wurde vom Münster aus durch Tücher und Fahnenschwenken und Musik bewillkommnet. Das Schiff machte dann eine rechte Schwenkung und fuhr in nördlicher Richtung vorbei unter lebhaftem Jubel der Be­völkerung. Die Insassen der Gondeln erwiderten die Grüße durch Winken und Tücherschwenken. Die Begrüßung Zeppelins vom Münster aus gehört zu den einzig dastehenden Ehrungen. Nach den Vorbereitungen sollte ein grandioser Flaggengruß vom Münster aus das sichtbare Zeichen der Ehrung des be­rühmten Erfinders bilden. Insgesamt wurden 500 Fahnen ins Münster geschafft und auf seine einzelnen Partien verteilt, um im Augenblick der Schiffsänkunst aufwärts zu flattern. Im strahlenden Scheine der Augustsonne bereitet der Anblick des Münsters, das sich zu einem nie gesehenen festlichen Aus­sehen herausgeputzt hat, ein erhebendes Gefühl. Wo eine freie Sicht inmitten des Straßengewirrs sich bietet, staut sich trotz des Werktages die Schar der Pasfanten und blickte stumm verwundert zum Dom hinaus. Die Plattform des Münsters ist nach der Südostseite dicht besetzt. Um 3A12 Uhr Böller vom Schiff des Münsters und ein Pulsschlag der Bewegung macht das Straßenleben erzittern. Das bedeutet die Annäherung Zeppelins in Straßburg. Wie ein weißes Wölkchen zieht er am Horizont auf und verschwindet dem Auge durch die Be­wegungen seiner Manöver, die er in monumentaler Ruhe und Sicherheit unbekümmert um die fieberhafte Erregung der Er­wartenden aussührt. Es ist ein grandioser Augenblick für den Zuschauer, das leise Erklingen einer neuen Zeit tönt an unser Ohr. So mußte unseren Vätern vor hundert und zweihundert Jahren zu Mute gewesen fein, wenn sie vor die Eisenbahn oder die Dampfmaschine gestellt worden wären. Um 12 Uhr erneute Böllerschüsse. Aus allen Dächern, Dachfenstern usw. recken sich Hälse der Neugierigen, die teilweise halsbrecherische gefährliche Standpunkte erklommen haben. 12 Uhr 7 Min. Böllerschüsse bringen den Seglern der Lüste erneut Salut­grüße. Das Luftschiff ist in unmittelbarer Nähe, steigt auf und nieder, als wolle es hinabhören, was die Straßburger zu seiner Ankunft sagen, und macht begeisterungssähige Herzen warm. 12 Uhr 10 Min. Das Münster erhebt den wim­mernden Klang seiner Sturmglocke. Ein frenetischer Jubel und Beifall ertönt von den Sttaßen. Einen Augenblick will einem das Herz stille stehen in dem einzigen wunderbaren Anblick.

12 Uhr 12 Min. Mit Personenzugsgeschwindigkeit fährt der Ballon über die Stadt hinweg. Man sieht die Schraube und hört die Motore sausen. Die Personen im Schiffe grüßen herab und werfen Postkarten aus. Vom Münster ertönt die Weise der Husarenkapelle. Ueber das alte Schloß hinweg entschwindet das Schiff den Blicken nach Norden. Es hat Sttaßburg im Fluge gestreift. Ein Augenblick von über­wältigender Größe!

N i e r st e i n, 4. August. Soeben hat sich der Ballon des Grafen Zeppelin auf die fliegende Schiffsbrücke gesenkt. Ob ein Defekt vorliegt oder ein Manöver, ist noch nicht fest­gestellt.

Oppenheim, 4. August. Gras Zeppelin ging um 6 Uhr wegen Motordesekt mitten auf dem Rhein ungefähr eine halbe Stunde von hier nieder.

Die Fahrt des Grasen Zeppelin hat kurz vor Mainz unterbrochen werden müssen. Gras Zeppelin ist in der Nähe von Nackenheim gelandet. Wie das Bürgermeisteramt mit­

geteilt hat, mußte der Graf wegen eines Maschinendefektes am vorderen Motor die Weitersahrt aufgeben. Das Luftschiff ist am Rhein gelandet.

Nach einer Frankfurter Depesche von 7 Uhr abends, die etwas abweichend lautet, landete Gras Zeppelin in der Gegend von Laubenheim eine halbe Stunde von Mainz wegen Defektes am Steuer. Er will dort den Schaden reparieren und dann die Fahrt fortsetzen.

Oppenheim, 4. August. Die Landungsstelle des Zeppelinschen Ballons ist gegenüber Oppenheim in einer ruhigen Bucht zwischen zwei Buhnen gelegen. Im Laufe des Nach­mittags wurden die Benzinvorräte ergänzt. An den Ufern hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Wiederholt brächte das Publikum Hochrufe aus Zeppelin aus und stimmte Deutschland, Deutschland über alles" an. Nach Eintritt der Dunkelheit begannen die Vorbereitungen zur Weiterfahrt. Der Ballon wurde mit Hilfe Mainzer Pioniere von dem Ufer abgeschleppt und stieg um IOV2 Uhr unter brausenden Hochrufen des Publikums auf. Zunächst fuhr der Ballon stromaufwärts, wendete dann und flog an den Lichtern weithin erkennbar in der Richtung nach Mainz davon.

r '" t in den " Amen.

Die stille Hoffnung der deutschen Kolonialsreunde, daß sich in den deutschen Schutzgebieten in Afrika doch wohl auch Diamantselder und Goldlager finden würden, scheint in Er- süllung zu gehen. Zwar ist die Hoffnung noch keine ganz große, aber in der Lüdcritz-Bucht in Deusch-Südwestasrika sind im Wüstensande tausende von kleinen Diamanten aufgesunden worden, und zwar wie es scheint, durch die Findigkeit eines deutschen Eisenbahnbeamten, der durch eine Anzahl Kaffern nach Diamanten in der Lüderitzbucht suchen ließ. Die Ursache zu diesen Funden scheinen die Gerüchte gegeben zu haben, daß in Südwestasrika Diamantenfelder zu entdecken seien. Es hat wohl auch hin und wieder ein Kaffcr oder Hottentotte dort einen kleinen Diamanten gesunden, ohne sich des großen Wertes dieses Fundes und der Fundstelle bewußt gewesen zu sein. Gut ist es, daß durch eine kaiserliche Verordnung sür Deutsch- Südwestafrika fchon im Jahre 1905 die Aufsuchung nach Edelsteinen und Edelmetallen, sowie auch nach gewöhnlichen Mineralien durch eine Rechtordnung geregelt worden ist, und daß dadurch verhindert wird, daß Gesellschaften sich plötzlich in den Besitz von Diamantfeldern und Goldlagern setzen können. Diese kaiserliche Verordnung bestimmt nämlich, daß das Schürfen und Abbauen von Diamantfeldern und Mineral­lagern nur aus bestimmten Feldern, die höchstens vierhundert Meter lang und 200 Meter breit sind, stattfinden kann. Es soll dadurch vermieden werden, daß Gesellschaften und einzelne Unternehmer ganze große Strecken von Diamantfeldern und Minerallagern sür einen geringen Preis erwerben, und später mit enormen Gewinnen Weiterverkäufen. Es sei auch erwähnt, daß man in Deutsch-Südwestasrika dasselbe Muttergestein, den sogenannten Blaugrund, in den Gegenden von Gibeon und Berseba vorgefunden hat, wie er in der Kapkolonie bei Kimberley in den Diamantfeldern sich ebenfalls vorfindet. Leider haben aber die Ausgrabungen bei Gibeon und Berseba auf dem Blaugrundlager bis jetzt zu positiven Ergebnissen sür das Auffinden von Diamantfeldern nicht geführt, um so er­staunlicher ist es daher, daß man jetzt in den Sandfeldern an der Lüderitzbucht Diamanten gesunden hat. Die größte Hoff­nung, in den deutschen Kolonien,. zumal in Deutsch-Südwest- afrika und in Deutsch-Ostafrika, Diamantfelder und Goldlager von bedeutendem Werte zu finden, stützt sich aber offenbar auf die geologischen Untersuchungen, nach welchen ein großer Teil des Grundes und Bodens dieser Kolonien dieselbe Beschaffen­heit hat, wie die Diamantfelder und Goldlager in den benach­barten englischen Kolonien. Es ist danach anzunehmen, daß es mit der Zeit gelingen wird, in Deutsch-Südwestasrika und zumal auch in gewissen Grenzgebieten Deutsch-Ostafrikas Diamantfelder und Goldlager zu entdecken. Man muß bei solchen Hoffnungen immer damit rechnen, daß das Auffinden von abbausähigen Diamantfeldern und Minerallagern gerade in diesen halbwilden Ländern mit den größten Schwierigkeiten verknüpft ist, wenn das Glück den ganzen Bestrebungen nicht zu Hilfe kommt. Sucht man systematisch mit Hilfe von kost­spieligen Bohrungen nach Diamantseldern und Goldlagern, so kann man lange Zeit vergeblich suchen, wie es seit zehn Jahren der Gibeon-Schürf-Gcsellschast mit ihren Arbeiten auf den Blaugrundlagern bei Gibeon ergangen ist. Kommt aber ein günstiger Zufall, wie in der Lüderitzbucht, dem Suchen nach Diamanten zu Hilfe, so ist natürlicherweise eine Grund­lage für weitere Ausgrabungen nach Edelsteinen ohne weiteres gegeben. Jetzt durchwühlen in der Nähe der Lüderitzbucht

Tausende von Leuten den Grund- und Boden nach Diamanten und man darf gespannt darauf sein, ob das Ausfinden vieler kleiner Diamanten das Anzeichen zur Entdeckung eines großen Diamantenlagers an der Lüderitzbucht sein wird.

Aus ]n- und Ausland.

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin trafen am Montag vormittag an Bord derHohenzollern" aus Swinemünde in St 0 ckh 0 lm ein, begleitet vom schwe­dischen Königspaare, welches seinen kaiserlichen Gästen mit der JachtDrott" bis Fjaelderholmarne entgegengefahren war und sich dort aus die Hohenzollern begeben hatte. Auf der weiteren Fahrt bis Stockholm gab dann eine stattliche schwedische Flo- tille in Gemeinschaft mit den deutschen Begleitschiffen der Hohenzollern" das Geleite. An der Landungsstelle fand großer Empfang statt, überhaupt trug die Ausnahme der kaiser­lichen Majestäten in Schwedens Hauptstadt einen feierlichen Charakter. Im Reichsfaale des Stockholmer Residenzschlosses war abends Galatasel. In ihrem Verlaufe begrüßte König Gustav in einer Ansprache den Kaiser und die Kaiserin wärm- stens zu ihrem Besuche in Stockholm, betonend, daß dies das erste Mal sei, daß die Kaiserin in Stockholm erscheine. Der König hob weiter die Stammesverwandtschaft zwischen dem deutschen und dem schwedischen Volke und die beide Nationen und Länder miteinander verküpsenden freundschaftlichen Bande hervor und gedachte weiter seines und seiner Gemahlin kürzlich abgestatteten Antrittsbesuches am Berliner Hofe. Der König schloß mit dem Wunsche, daß die guten freundschaftlichen Be­ziehungen zwischen Deutschland und Schweden und den beider­seitigen Herrscherhäusern sich noch weiter vertiefen möchten und trank zuletzt aus das Wohl des Kaiserpaares und des Deutschen Reiches. In seiner Erwiderung dankte der Kaiser sür den ihm und der Kaiserin in Stockholm bereiteten herzlichen und glänzenden Empfang, berührte in wehmutsvollen Worten das Hinscheiden seines Freundes, des Königs Oskar, und betonte dann, wie die gleichen Bande des Blutes und der Freund­schaft das schwedische und das deutsche Volk miteinander ver­knüpften. Der kaiserliche Redner drückte seine Zuversicht aus, daß dies schöne Verhältnis ewig bestehen bleiben werde, und daß die beiden Völker im Schutze des inneren wie äußeren Friedens einträchtig an den ihnen gestellten großen Kultur­arbeiten sortarbeiten würden. Der Kaiser sprach dann die besten Wünsche für die Fortentwickelung Schwedens aus und trank zuletzt auf das Wohl König Gustavs, des Königlichen Hauses und des schwedischen Volkes. Bald nach seiner Ankunft in Stockholm waren vom Kaiser Kränze an den letzten Ruhestätten König Gustav Adolss und König Oskars in der Riddarholmskirche niedergelegt worden. Nachmittags hatten der Kaiser und die Kaiserin in Begleitung der schwedischen Herrschaften eine Spazierfahrt von Djurgarden nach Skandsen unternommen. Der Kaiser ernannte die Königin Viktoria zum Ehrenoberst des 34. deutschen Infanterie-Regiments und den König Gustav zum Admiral der deutschen Flotte.

In seiner Wohnung zu Potsdam ist, wie bereits gemeldet, der Chef des Geheimen Zivilkabinetts des Kaisers Wirkt. Geheimer Rat Dr. von Lucanus gestorben, nachdem er vor einiger Zeit einen Schlagansall erlitten hatte. Er hat ein Alter von 77 Jahren erreicht. Hermann Lucanus wurde im Jahre 1831 in Halberstadt geboren. Er trat im Jahre 1854 in den Justizdienst ein. 1859 wurde er Hülss- ^ arbeiter im Kultusministerium, 1866 Regierungsrat, 1871 vor­tragender Rat, 1878 Ministerialdirektor und 1881 Unterstaats­sekretär, 1888 wurde er zum Geheimen Kabinettsrat und Chef des Zivilkabinetts ernannt. Bereits 1886 war er zum Wirk­lichen Geheimen Rat ernannt worden, im Jahr 1888 verlieh ihm Kaiser Friedrich den erblichen Adel. Dr. v. Lucanus war Ehrendoktor der juristischen Fakultät in Göttingen und der medizinischen Fakultät der Universität Halle. Freund und Feind werden ihm die Anerkennung nicht versagen können, daß er sein Amt mit ungewöhnlicher Hingabe und unermüdlichem Fleiße geführt hat.

Der Kultusminister hat, laut einer Mitteilung der Kölnischen Zeitung, verfügt, daß die Oberprimaner der preu­ßischen Gymnasien von jetzt an daS Recht haben, anstatt im Französischen sich in der englischen Sprache einer mündlichen Prüfung zu unterziehen. Diese Freiheit der Wahl erstreckt sich nicht etwa aus diejenigen Anstalten, an denen in die Oberklassen das Englische an Stelle des Fran­zösischen als verbindliches Fach gelehrt wird, sondern auch auf diejenigen Gymnasien, an denen nach wie vor der englische Unterricht von Obersekunda ab wahlfrei bleibt. Jedenfalls wird von der Neueinrichtung bald Gebrauch gemacht werden

Der Brandebner traute seinen Ohren nicht, aber er freute sich, daß der Toni trotz der Roserl sich so wacker an seine Seite stellte. Aber gerade dem Buben zuliebe wollte er von dem Bergschießl nicht scheiden, ohne wenigstens diesen neuen Anlaß zu gegenseitigem Haß aus der Welt geschafft zu haben.

Nochmals nahm er das Wort und sagte:Du, Berg- fchießl, denk jetzt nit an die alten Sachen, denk, daß das, was heut g'scheh'n is, anderen als meinen Leuten passiert wär', und sag ehrlich und aufrichtig, was tätst von denen Ver­langen ?"

250 Gulden", war die lakonische Antwort.

Der Brandebner zuckte mit den Achseln:Also, wann mit dir wicklich nix zu reden ist, dann lassen wir'S halt auf die Klag ankommen. I fürcht mich nit, aber ich mein, daß du keinen Hunderter kriegen wirst!"

250 Gulden krieg ich!" höhnte der Bergschießl.

In alle Ewigkeit nit!" brauste nun der Brandebner auf. Nicht einmal den Hunderter. Weißt, jetzt sag i dir's, Berg­schießl, warum i dir sogar den gegeben hätt', obwohl i's nit schuldig bin; weil i g'hofft hab, i könnt damit den Grund legen, daß der alte Haß zwischen uns endlich einmal auf- höret. Aber i seh schon: das bring i nit zusammen, i nit und kein anderer Mensch, da müßt' schon a Wunder ge­schehn!"

Der Bergschießl stand mit hämisch verzogener Miene da, und dann sagte er leise, mit haßglühenden Augen:A Wunder meinst? Kannst schon recht haben. Weißt, Brandebner, mein Haß ist dann aus, wann der da auf die Wanderschaft geht, wie der fremde Mann seinerzeit g'sagt hat!"

Dabei drehte sich der Bergschießl um und wies aus den Oedstein, der fein Haupt in grauen Schneewolken verhüllt hatte.

Ohne Gruß gingen der Brandebner und Toni davon, jeder in seine Gedanken versunlen.

Na", fragte der Mast lachend, als er die ernsten Mienen der beiden Männer sah,is, er recht freundlich g'west, der Bergschießl?"

Jetzt wird nix mehr g'red d'rüber", entschied der Bauer

ernst,was ihr zu sagen habt, hebt euch für das Gericht aus!"

Der Bergschießl ließ denn auch mit der gerichtlichen Klage nicht lange aus sich warten. Als sie der Brandebner erhielt, spannte er folort sein Steirerwägelchen an und fuhr in die Gerichtsstadt.

Dort trug er die ganze Angelegenheit einem Advokaten vor, der ihm die Erklärung abgab, daß der Bergschießl über­haupt keinerlei Anspruch aus einen Schadenersatz habe.

Fröhlichen Antlitzes verließ der Brandebner den Rechts­anwalt. Als er aus dem Tore trat, drückte sich jenseits der Straße ein Mann in den Schatten einer Türe, aus dem er erst wieder hervortrat, als jener weit genug weg war. Nun tat er einen verständnisvollen Pfiff und raunte vor sich hin: Ah so, das muß i doch dem Bergschießl sagen, daß er sich zu richten weiß!"

Der Mann war ein durch Spiel und Trunk an den Rand des Ruins gekommener junger Bauer aus der Gebirgspfarre Rotwald, der den Brandebner deshalb haßte, weil dieser rund­weg verweigert hatte, ihm für eine größere Summe Bürgschaft zu leisten.

Nun hoffte er, dem stolzen Bauer zum Dank dafür wenig­stens einige Unannehmlichkeiten bereiten zu können.

Diese Absicht ward denn auch erreicht. Der Bergschießl hatte kaum erfahren, daß sich der Brandebner einen Advokaten genommen habe, als er sofort zur Stadt trabte und den Gegner für seine Sache gewann, und so kam es glücklich dazu, daß um die Kalbin ganze Bogen verschrieben wurden und der Prozeß sich bis zum Frühjahr hinzog. Das Vieh war schon wieder auf die Almen getrieben und noch immer ließ sich kein Ende absehen.

(Fortsetzung folgt.)

Auf seltsame Weise ist ein Schreinermeister aus Truchtelfingen ums Leben gekommen. Er hals eine Leiche in den Sarg legen. Kurz darauf schwoll die Hand an und trotz sofortiger Operation erlag der Mann einer Blutvergiftung durch Leichengift.

OelSnitz, 3. August. Mit ihren beiden Kindern,

einem dreijährigen Knaben und einem zweijährigen Mädchen, ertränkte sich in der Nacht zum Sonntag in einem Teich die 22 Jahre alte Ehefrau des Baumeisters Spindler Das Motiv der Tat ist unbekannt.

(Unfälle in den Alpen.) Der seit dem 17. Juli vermißte 25jährige Tourist Heinrich Bornmüller aus München, ein geborener Leipziger, ist abgestürzt und tot auf­gefunden worden. Von der Laricespitze bei Pregasina stürzte der Tourist Heinrich Hörecke aus Leipzig ab. Die Leiche wurde geborgen. Die Leiche des am Watzmann verun­glückten Oberstleutnants Friedrich vom Jnfanterie-Leibregi- ment in München ist, nach einem von dreizehn Bergführern veranstalteten zweitägigen Suchen, 600 Meter unter der Süd­spitze des Watzmann mit zerschmettertem Schädel ausgesunden worden. Der Körper mußte erst wieder an Seilen emporge­holt und dann bis auf eine halbe Stunde Wegs zur Süd­spitze zurückbefördert werden, von wo man ihn über die hintere Wimbachklamm nach Berchtesgaden brächte. Die Leiche wurde heute nach Braunschweig übergesührt.

Den teuersten Kaffee, den jemals ein Mensch getrunken hat, leistete sich jedenfalls Frau Lilley aus Newyork. Es war vor einiger Zeit, als die aus einer Millionärsfamilie stammende Dame in Boston auf der Bahnhosstraße plötzlich von einem Unwohlsein befallen wurde. Zufällig ging gerade Frau Bartlett vorbei, die sich in Boston wegen ihrer steten Hilfsbereitschaft großer Beliebtheit erfreut, und rasch eilte diese in das nächste Restaurant, von wo sie zu der ihr unbekannten Dame mit einer Tasse Kaffee zurückkehrte. Nach dessen Ge­nuß erholte sich Frau Lilley sofort. Für ihre Dankbarkeit hatte diese aber nicht bloß Worte, sondern sie zeigte sich der Samariterin sür die Tasse Kaffee auch durch die Tat erkennt­lich : sie übersandte ihr Jndustrieaktien im Werte von 3000 Dollars, indem sie es ihrem Belieben anheimstellte, die Aktien zu verkaufen oder aber als Erinnerung zu behalten und jähr­lich die 8 Prozent einzuheimsen. Außerdem hat die erkennt­liche Dame der Spenderin der Tasfe Kaffe noch eine Reihe kostbarer Geschenke gemacht.