Als Kaution wird vom Jagdpächter bei der Gemeinde- kasse hierdurch hinterlegt
........ den.....19 . .
Der Jagdvorsteher. Die Jagdanpächter.
Es wird hiermit bescheinigt, daß der gegenwärtige Vertrag nach ortsüblicher Bekanntmachung zwei Wochen lang und zwar vom .... bis .... zur Einsicht der Jagdgenossen im Geschäftslokale des Unterzeichneten offen gelegen hat und während dieser Zeit .... Einsprüche dagegen erhoben worden sind.
......... den.....19 . .
Der Jagdvorstcher.
Bekanntmachung, betreffend den Verkehr mit Arzneimitteln.
Vom 11. April 1908.
Auf Grund des § 4 der Kaiserlichen Verordnung, betreffend den Verkehr mit Arzneimitteln vom 22. Oktober 1901 (Reichs- Gesetzbl. S. 380 ff.) wird bestimmt:
In der Bekanntmachung vom 1. Oktober 1903 (Reichs- Gesetzbl. S. 281) werden die Worte:
Homeriana (auch Brufltee Homeriana, russischer Knöterich, Polygonum aviculare) und Knöterichtee, russischer, Weidemanns (auch ruffischer Knöterich- oder Brusttee WeidemannS) ersetzt durch die Worte:
Homeriana (auch als Brusttee Homeriana oder russischer Knöterich, Polygonum aviculare Homeriana) und Knöterichtee, russischer, Weidemanns (auch als ruffischer Knöterich- oder Brusttee WeidemannS).
Berlin, den 11. April 1908.
Der Reichskanzler. I. A.: gez. Wermuth.
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Hersseld, den 8. Juli 1908.
Vorstehende Bekanntmachung wird den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Kenntnisnahme mitgeteilt.
I. 7095. Der Königliche Landrat
von G r u n e l i u s.
Hersfeld, den 8. Juli 1908.
Die Regierungs-Hauptkasse ist angewiesen worden, den Herren Standesbeamten des Bezirks die von dem Königlichen statistischen Landesamt in Berlin festgestellten Kopialien-Ent- schädigungen für die im Rechnungsjahr 1907 eingereichten Zählkarten über Geburten, Eheschließungen und SterbesSlle zu zahlen.
Wenn die Abhebung der Beträge bei der Königlichen Kreiskasse hier nicht binnen Monatsfrist erfolgt ist, wird die Zusendung durch die Post portofrei geschehen.
A- 3870. Der Königliche Landrat
von Grunelius.
Hersseld, den 14. Juli 1908.
Die Herren Ortsvorstände erhalten in den nächsten Tagen die Rekrutierungsstammrollen der Jahrgänge 1886, 1887 und 1888 zurück. Dieselben find mit den Anlagen in der Ge- meinderepositur gemäß § 46,12 der W.-O. sorgfältig aufzu- bewahren.
M. 1192. Der Königliche Landrat.
I. A.: Fellinger, Reg.-Referendar.
Gefundene GegenSande:
Ein Feuerwehrhelm und eine Armbinde. Meldung bei dem Ortsvorstand zu Kohlhausen.
nichtamtlicher teil
MzeSMen und die Grotzmachte.
Die Zustände in Mazedonien verursachen wieder einmal nicht nur der Türkei, sondern allen Großmächten gefährliche Sorgen. Die schlimme Lage in Mazedonien ist dadurch entstanden, daß alle drei in Mazedonien lebenden Völkerschaften, die Türken, die Bulgaren und Griechen sich fortwährend die Hälse brechen wollen und es bisher nicht möglich war, den fanatischen Haß dieser Völkerschaften zu beseitigen und ein ruhiges Nebeneinanderwohnen der Einwohner in Mazedonien ju_ ermöglichen. Eine schwere Schuld hat aber auch die Türkei auf sich geladen, indem sie die alten Reformforderungen der Großmächte in Mazedonien nicht erfüllte. Dann werden die Zustände in Mazedonien auch noch dadurch verschlimmert, daß zuweilen, wie es in letzter Zeit in Monastir und Resna geschehen ist, die türkischen Truppen selbst sich empören, weil sie keinen Sold erhalten und weil die dort stehenden türkischen Truppen oft weit über ihre Dienstzeit hinaus bei den Fahnen gehalten werden. Man wird ohne weiteres einsehen, daß die Lage in Mazedonien eine verzweifelte ist, und daß es sehr schwer halten wird, geeignete Mittel zu finden, um Mazedonien zu beruhigen. Englands neue Vorschläge für Mazedonien scheinen nun dahin zu gehen, zunächst durch eine fliegende starke Polizeitruppe die Ruhe in Mazedonien herzustellen und Ausständische unschädlich zu machen. Zugleich scheint aber auch hinter den englischen Vorschlägen der Plan einer Selbstverwaltung für Mazedonien zu stecken. Dieser Vorschlag Englands wird aber voraussichtlich unausführbar bleiben, denn der Sultan wird ihn nicht annehmen, weil die Türkei sich zu sehr schwächen würde, wenn sie auch noch Mazedonien die Selbstverwaltung zugestehen würde, denn diese Selbstverwaltung würde ja nur der erste Schritt zur Losreißung Mazedoniens von der Türkei sein. Es ist aber auch sehr unwahrscheinlich, daß die übrigen Großmächte diesem Vorschläge Englands zustimmen, da die Selbstverwaltung in Mazedonien bei der leidenschaftlichen Feindseligkeit der dort wohnenden Völkerschaften als ein Unding erscheint. Ueberhaupt dürste die so geschickt geltende diplomatische Kunst Englands im Orient ihre Grenzen finden, denn auch die Freunde Englands werden nicht aus Liebe für Englands Beschlüssen inbezug aus Mazedonien zustimmen, die geeignet sind, dort die Revolution erst recht zu erzeugen. Bezüglich der englischen Orientpolitik könnte man nun allerdings auch noch auf den Gedanken kommen, daß England bemüht ist, den wachsenden Einfluß Oesterreichs aus der Balkanhalbinsel zurückzudrängen, weil man infolge des engen Bündnisses zwischen Deutschland und Oesterreich, hinter der österreichischen Orientpolitik auch Deutschland zu finden glaubt. Bis zu einem gewissen Grade ist dieser Gedankengang durchaus richtig und auch im hohen Grade berechtigt, denn Oesterreich ist nun einmal Nachbarstaat zwischen den Balkan- staaten und hat als solcher auch ein hohes politisches und volkswirtschaftliches Interesse an der künftigen Entwickelung aller Balkanstaaten, und dieses natürliche Interesse muß ganz selbstverständlich von der deutschen Politik unterstützt werden, denn auch Deutschlands HandelSwege nach dem Orient gehen vielfach durch Oesterreich-Ungarn, und Oesterreich wie Deutsch
land müßten ihre gemeinsamen Interessen schlecht verstehen, wenn sie im Orient der Türkei sowie auch England und Rußland gegenüber nicht Hand in Hand gehen würden. Es ist auch gar nicht anzunnehmen, daß die Großmächte wegen Mazedonien in schwere Zerwürfnisse geraden, denn die Vorschläge Englands können keine einstimmige Genehmigung erhalten, und wenn die übrigen Großmächte, welche Interessen auf der Balkanhalbinsel haben, solche maßvoll zur Geltung bringen, so können daraus schwerlich blutige Konflikte entstehen. Und für Mazedonien selbst bleibt als einziges Beruhigungsmittel nur der Weg, daß die Türkei ihre Zustimmung dazu gibt, daß eine starke Polizeitruppe, an deren Spitze ja ein türkischer General stehen kann, mit Waffengewalt alle Unruhen in Mazedonien niederhält und dafür forgt, daß die bulgarischen und griechischen Bandenführer streng bestraft werden.
Graf Zeppelins Aufstieg und Abfahrt nach Mainz.
Die Blicke ganz Deutschlands, ja der ganzen zivilisierten Welt richteten sich am gestrigen Tage nach den Ufern des Bodensees, wo Graf Zeppelin gestern seine» Große Fahrt", die ihn, dem Laus des Rheins folgend, nach Mainz und zurück führen wird, angetreten hatte. Acht Jahre sind gerade verflossen, seit, im Juli 1900, Graf Zeppelin mit seinem „Modell Nr. 1" seine ersten Versuche anstellte, die nach vielen Fehlschlägen dem unverzagten Ingenieur-General jetzt den vollen Erfolg gebracht haben.
Konstanz, 14. Juli. Soeben um 2Vt Uhr ist Gras Zeppelin aus der Ballonhalle ausgefahren und sofort in die Höhe gestiegen. Bis jetzt hat er noch keinen bestimmten Kurs genommen. Bei der Ankunft über Konstanz wird er mit Böllerschüssen und bei der Fahrt über Schaffhausen mit Glockengeläute begrüßt werden. Eine Landung in Konstanz soll erst aus der Rückfahrt stattfinden.
F r i e d r i ch s h a f e n, 14. Juli. Das Luftschiff des Grafen Zeppelin ist um 2 Uhr 18 Min. in der Richtung nach dem Rheintal abgeflogen.
Konstanz, 14. Juli. Gras Zeppelin fuhr über die Stadt und kehrte unterhalb derselben wieder um. Eine Depesche aus Ueberlingen bestätigt die Rückfahrt des Luftschiffes. Um 4 Uhr kreuzte dar Luftschiff über dem See aus der Höhe von Friedrichshasen.
Friedrichshafen, 14. Juli. Gegen 4 Uhr landete Graf Zeppelin, der um 2 Uhr in Friedrichshasen aufgestiegen war, schon nach einstündiger Fahrt aber wieder umkehrte, in Manzell. An dem vorderen Motor war die Kühlwasserschraube gebrochen. Der Schaden ist vorläufig repariert. Während der Fahrt konnte die Beobachtung gemacht werden, daß der vordere Motor nur selten arbeitete. Graf Zeppelin hofft morgen wieder aufzusteigen.
Friedrichshafen, 14. Juli. Zur heutigen Fahrt deS Grafen Zeppelin wird noch ergänzend gemeldet. Bei frischem Südwestwind verließ der Ballon heute nachmittag 2 Uhr die Halle, umschwärmt von zahlreichen Booten und Gondeln. Um 2 Uhr 15 Minuten erfolgte der Aufstieg in Gegenwart deS KönigS. Langsam bewegte sich der Ballon zunächst einige Minuten aus der Seefläche und stieg dann auf mit dem Kurs nach Konstanz, gefolgt vom Drachenboot Gna und dem Schiff Charlotte, aus dem sich die Tochter des Grasen Zeppelin sowie die eingeladenen Gäste, Offiziere und Vertreter der Presse befanden. Um Vi3 Uhr schwebte der Ballon über Konstanz und umkreiste im großen Bogen die Rheinbrücke in etwa 200 Meter Höhe, wobei er verschiedene Manöver ausführte. Dann schlug er die Richtung nach Friedrichshafen ein. Um 3 Uhr 10 Minuten ließ sich der Ballon in der Höhe von Meersburg auf das Wasser nieder, um sich wieder zu erheben. Aus der Höhe von Jmmenstad fuhr er das User entlang bis zur Halle, wo er um 3/*4 Uhr einige Meter seewärts landete. DaS Dampsboot Buchhorn nahm den Ballon in daS Schlepptau und brächte ihn in die Halle zurück.
Ae Wirrm in Niarrkke.
Die Londoner Morning Post meldet aus Fez unter dem 9. Juli: Die Nachricht von der Besitznahme Azemmurs durch die Franzosen, sowie daS Gerücht von dem Vormarsch Abdul Asis' aus Marrakesch verursacht hier große Bestürzung. Die Beamten Hafids vermögen diese Nachrichten nicht in Einklang zu bringen mit den wiederholten Neutralitätsversicherungen Frankreichs. Es werden Vorbereitungen getroffen für die baldige Abreise Mulay Hasids aus Fez, der, wie gerüchtweise verlautet, nach Rabat gehen soll, wahrscheinlich aber nach Tanger marschieren wird, weil er einerseits einen Streit mit den Franzosen zu vermeiden wünscht, anderseits den Großmächten mit seinem starken Anhang imponieren will, um dadurch die Verhandlungen über seine Anerkennung als Sultan durch die Großmächte zu sördern. Fez ist jetzt nichts anderes als ein großes Heerlager. Viertausend reguläre Truppen, die vordem zum Asisischen Heere gehörten, werden täglich einexerziert; taufende Stammesleute kommen jeden Tag an, um Mulay Hafid Unterstützung zu bringen und ihm Geschenke an» zubieten. Die Sache Mulay Hafids liegt den Mauren sehr am Herzen, sie betrachten den Krieg als Nationalkampf für ihre Unabhängigkeit. Mulay Hafid hat die großen Kaids an seine Sache gefesselt, indem sie große Geldsummen für den Wiederkauf ihrer Stellungen zahlen mußten; um nicht in ihr eigenes Verderben zu gehen, müssen sie ihm jetzt treu bleiben. Mulay Hafid kann nötigensalls 50 000 Mann ins Feld führen. Geld ist reichlich vorhanden. Dagegen mangelt es an Waffen und Munition, das Vorhandene befindet sich in schlechtem Zustande. Morning Post fügt hinzu, ihr Korrespondent, der vor drei Wochen von Tanger nach Fez abreiste, sei der erste Europäer, der seit einem Jahre Fez besuchte.
Aus > und Ausland.
Berlin, den 13. Juli 1908.
Von der Nordlandreise Sr. Majestät des Kaisers wird gemeldet: Odde, 13. Juli. Se. Majestät der Kaiser nahm gestern nachmittag den Thee bei der Frau des die Fabrik in Odde leitenden Dr. Petersen ein. — Heute war Se. Majestät bei herrlichem Wetter zu wiederholten Spaziergängen an Land. Der Thee wurde Nachmittags an einer etwa eine Stunde von Odde entfernten besonders schönen Stelle am Ufer des Fjords eingenommen. Se. Majestät stiftete der Gemeinde Odde, die in den letzten Jahren stark gewachsen ist, eine Deckersche Krankenbaracke, die demnächst zur Ausstellung gelangen soll. Die Schenkung wurde von der Gemeinde mit größter Dankbarkeit angenommen.
Zu den Diamantenfunden in Deutsch-
südwestllfrika wird den „Münch. N. N." aus Wind- huk von befreundeter Seite mitgeteilt, daß jetzt bei Lüderitzbucht etwa 800 Stück Diamanten gesammelt worden sind. Sie wurden im Sande eines ausgetrockneten Wafferlauses gefunden, und zwar zumeist an der Oberfläche. Daher ist anzunehmen, daß die Steine vom Wildwasser angeschwemmt worden sind, anderseits aber liegt auch die Möglichkeit vor, daß die Winde sie dorthin getragen haben. Die Steine sind 2—3 Millimeter im Durchmesser. Der Südwestwind ist dort überaus stark und treibt unter Umständen ziemlich große Steine vor sich her. Daher dürste das wirkliche Lager nicht weit entfernt liegen und entweder flußaufwärts oder in südwestlicher Richtung von der Fundstelle zu finden sein. Die Rechte lauten teils auf den Namen des Entdeckers Stauch, eines Vorarbeiters bei der Lüderitzbucht-Bahn, teils auf den Namen der Bauleitung Lenz u. Ko., die bereits große Ausgaben — 20 Mann schürfen — gemacht hat. Die Kosten sind nicht gering, weil der Proviant aus weiter Entfernung mit vieler Mühe auf Maultieren herbeigeschafft werden muß. Die erste Prüfung der Steine in Berlin hat ein nicht ungünstiges Resultat ergeben. Allerdings sind die bisher gefundenen Diamanten nicht erster Qualität, immerhin sind sie im Durchschnitt den mittleren Transvaaldiamanten gleichzustellen.
Die deutsche Hochseeflotte hat am Montag unter dem Kommando des Admirals Prinzen Heinrich von Preußen von Kiel aus eine größere Uebungsfahrt angetreten, die zunächst nach der Insel Madeira führt. Die Durchfahrt der Flotte durch den Kaiser Wilhelm-Kanal vollzog sich völlig kriegSgemäß. Als letztes Schiff passierte das Flaggschiff Deutschland mit dem Prinzen Heinrich an Bord abends llVa Uhr die Schleuse bei Holtenau.
Die deutschenGrenzabschlüsse mit Frankreich in den Kolonien schreiten fort und werden bald ihren Abschluß finden. Nachdem erst vor kurzem eine Vereinbarung für die Kamerun-Ostgrenze abgeschlossen worden ist, schließt sich jetzt daran eine Festlegung der östlichen Togogrenze. Mit der Ausführung der bezüglichen Arbeiten ist der Hauptmann Frhr. v. Seesried betraut, der im letzten Jahre der geographischen Abteilung des Kolonialamtes zugeteilt war. Hauptmann Frhr, v. Seesried gehörte früher der Schutztruppe von Kamerun an und war vorher Stationsches in Togo. Er hat sich wesentlich beteiligt an den örtlichen Aufnahmen in Kamerun und war Mitglied der französisch-deutschen Kommission, die in Berlin das Kameruner Grenzabkommen abschloß. Der Hauptmann ist schon vor einigen Tagen von Berlin nach Togo abgereist. Die Dauer der Arbeiten ist aus acht Monate veranschlagt.
Es bestätigt sich nunmehr vollkommen, daß die Austrittsbewegung unter den Mitgliedern des Deutschen Flottenvereins in engen Grenzen verbleiben dürste und daß die Meldung von 140 000 Austritten eine starke Uebertreibung gewesen ist. Wie Lizentiat Weber dem Reichsboten schreibt, ist die von der Presse allgemein gebrachte Angabe, daß sich der Verband der evangelischen Arbeitervereine aus dem Flottenverein habe streichen lassen, ebenfalls falsch. Weber berichtigt dies mit dem Zusätze: „Ich bin mit Rücksicht aus die Persönlichkeit von Exzellenz v. Koester für ein vorläufiges Bleiben." — Am 13. d. nahm der Flottenverein im Bezirk Köln eine Resolution an, die nach unverkennenden Worten für die Tätigkeit des Fürsten Salm betonte: «Die Versammlung nimmt Kenntnis von der Erklärung des Präsidiums, daß die Danziger Resolution der Vereinsleitung als Piw^ schnür ihrer Tätigkeit gelten soll. Die Versammlung gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der Deutsche Flottenverein geschlossen zusammenbleibt und keine weiteren Austritte aus dem Verein stattfinden."
Trotz der fast gänzlich mangelnden billigen Transportmittel hat sich die Baumwollproduktion in den deutschen Kolonien von kaum 82 Ballen im Jahre 1902 auf 3000 Ballen im Jahre 1907 gesteigert. Bisher wurde die Baumwolle nur im Kleinbetriebe hergestellt; die Resultate der neuerdings ins Leben gerufenen Baumwoll- Plantagen werden erst im nächsten Jahre zu übersehen sein. In Deutsch-Ostafrika sind auf rund 72000 Hektaren Baum- wollpflanzungen angelegt.
In der gestrigen Sitzung des englischen Unterhauses kritisierte bei der Diskussion über das Schiffs- baubudget Lee das Flottcnprogramm der Regierung als unzulänglich. Er stellte es dem Programm Deutschlands gegenüber und erklärte, im Herbst 1912 werde Deutschland 17 Schiffe der Dreadnought- und Jnvincible-Klasse haben, während England nur 12 besitzen werde. Bezüglich der Zwistigkeiten innerhalb der Marine bemerkte der Redner, jedermann hege das Vertrauen, daß die Regierung dieser ernsten Angelegenheit sich gewachsen zeigen und sie mit Takt, Unparteilichkeit und Festigkeit behandeln werde.
Präsident Fallier es von Frankreich tritt am 18. d. Mts. seine Reise zum Besuche der skandinavischen Höfe und des Zaren von Dünkirchen aus an. Am 20. Juli trifft er in Kopenhagen, am 24. in Stockholm und am 31. in Christiania ein. Zwischen die Besuche in der schwedischen und in der norwegischen Hauptstadt fällt die Zusammenkunft Falliöres und des Zaren in Reval, wo der Präsident am 27. erwartet wird. Am Abend des 28. reist er von Reval wieder ab.
Ueber neue Sümpfe in Täbris berichtet die Petersburger Telegraphen-Agentur: Eine Schar Revolutionäre hißte Montag morgen auf dem Gebäude des ehemaligen Endschumens eine rote,Fahne. Mittags zog Rakhim Khan mit tausend Reitern in die Stadt ein und durchquerte das friedliche Stadtviertel Hiaban, ohne bei den Einwohnern, die ihre Waffen und ein Geschütz auslieferten, auf Widerstand zu stoßen. Rakhim Khan stellte sich mit seinen Truppen in dem dem Schah gehörenden Garten Bazischaman auf. Man erwartet eine Belagerung des Stadtbezirks UmirathiS, der noch im Widerstand beharrt und wo seit den Morgenstunden geschossen wird. Der Schah gab telegraphisch Befehl, keinerlei Maßregeln zu scheuen, um den Aufstand schleunigst zu unterdrücken. Ein weiteres Telegramm der Petersburger Telegraphen-Agentur aus Täbris besagt: Gestern vormittag 7 Uhr begann die Beschießung des Stadtviertels Umirakhis mit zwei Geschützen. Die Revolutionäre antworteten mit heftigem Gewehrfeuer. Im Stadtviertel Bazischaman, wo Rakhim Khan mit Reitern steht, dauert die Auslieferung der Waffen fort. Der Verkehr zwischen Dschulsa und Täbris ist eingestellt. Die Wirkung der Beschießung ist noch unbekannt.
Aus Provinz u. Nachbargebiet.
* Die im Mai d. I. erheblich gestiegenen Getreidcpreise sind im Juni wieder zurückgegangen. Die Leb ensmittel - Preistabelle der Statistischen Korrespondenz veranschaulicht folgendes: Weizen kostet im Durchschnitt aller Marktorte 208