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Herrselder Armblatt
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Zernsprech-Knschluß Nr. 8
Nr. 81. Dienstag, den 14. Juli 1908.
Amtlicher LeN.
Hersfeld, den 8. Juli 1908.
Die Herren Ortsvorstände mache ich auf die in Nr. 79 des Kreisblatts veröffentlichte Polizeiverordnung betreffend das Tragen von Waffen vom 4. d. Mts. aufmerksam.
Zu ihrer Ausführung bemerke ich folgendes:
Die Polizeiverordnung vom 4. d. Mts. bezieht sich lediglich aus das Tragen von Stoß- und Hiebwaffen, das sie mit den in § 2 ff. benannten Ausnahmen unter Strase stellt. Für das Führen von Feuergewehren, zu denen auch Revolver und Pistolen gehören, gilt noch das Kurhcssische Ministerialausschreiben vom 1. Juni 1822. Danach ist zum Tragen von solchen Waffen ebenfalls ein polizeilicher Erlaubnisschein notwendig.
Ich ersuche nunmehr auf Grund der neuen Polizeiverordnung sowohl wie des kurhessischen Ministerialausschreibens eine genaue Kontrolle über das Tragen von Waffen aus- zuüben. Wo derartige Waffen unbefugterweise getragen werden, ist unnachsichtlich vorzugehen. Ich verweise insbesondere darauf, daß die hier zuziehenden Ausländer vielfach Waffen mit sich führen, ohne dazu die nötigen Erlaubnisscheine zu haben.
Anträge auf Erteilung von Waffenscheinen sind nach § 2 der Polizeiverordnung mir vorzulegen.
I. 1. 7102. Der Königliche Landrat
von Grunelius.
dem früheren Landwege vor der Fuldabrücke bei A s b a über Eichhosmühle im Anschluß an den Landweg bewegen.
I. 7175. Der Königliche Landrat.
J. A.: Fellinger, Regierungs-Referendar.
Hersfeld, den 13. Juli 1908.
Die Landstraße Asbach-Eichhof ist für den Verkehr von Lastfuhrwerken in der Zeit vom 11. bis 15. d. Mts. gesperrt. Die Lastfuhren haben sich in dieser Zeit aus
Nachweisung
über die Ergebnisse der unter Anwendung der Geißlerschen Apparate vorgenommenen Revisionen des Raumgehalts der Schankgesäße.
Bei den Revisionen sind probemäßige Gesäße vorgesunden.
Bei den Revisionen sind nicht probemäßige Gefäße vorgefunden.
^njroelcher Weise ist gegen die Besitzer der fehlerhaften Gefäße vorgegangen worden.
Mit welchem Erfolge ist gegen die Besitzer der fehlerhaften Gefäße vorgegangen worden.
Bemerkungen.
nichtamtlicher Ceil.
Sie Krisis im deutschen Notteunerein.
Die Vakanz im Präsidium des deutschen Flottenvereines ist endlich wieder vorüber, Großadmiral v. Köster hat die bei der jüngsten Tagung des Flottenvereines in Danzig auf ihn gefallene Wahl zum neuen Präsidenten für den Fall, daß der Fürst zu Salm seine Wiederwahl nicht annehmen sollte, an»
Hersfeld, den 8. Juli 1908.
Zufolge Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten müssen die Schankgesäße mittelst deS Geißle r'schen Apparats wieder einer Prüfung unterzogen werden.
Die Ortspolizeibehörden des Kreises ersuche ich, diese Prüfung vorzunehmen und mir über das Resultat derselben, nach dem hierunter abgedruckten Muster, insbesondere über die Stückzahl der unvorschristsmäßig befundenen Gesäße und über die erfolgten Bestrafungen bis zum 1. September d. J s. zu berichten.
Die Königliche Gendarmerie des Kreises hat bezüglich der Landgemeinden an diesen Revisionen teilzunehmen und zugleich festzustellen und mir zu berichten, wieviel brauchbare Geißler'sche Apparate noch vorhanden sind. Ferner hat sie mir über die gemachten Wahrnehmungen bis zu dem angegebenen Termine zu berichten.
Die Geißler'schen Apparate befinden sich bekanntlich in den Händen der Ortsvorstände der Kirchspielgemeinden.
In diesen Gemeinden ist die Revision zuächst vorzunehmen, worauf dann der fragt. Appmat bei den übrigen Gemeinden zu zirculieren hat.
I. 6844. . Der Königliche Landrat.
I. A.: Fellinger, Regierungs-Referendar.
ch reicher, mit der Entwickelung der Dinge unzufriedener Mit- zu glieder, aus dem Vereine führten, dauern auch jetzt noch fort, wie die weitergehende Sezession im Flottenvereine beweist. Noch kurz vor der Annahmeerklärung des Großadmirals v. Köster hatte auch der mehr als 5000 Mitglieder zählende Landesverband Schwarzburg-Rudolstadt seinen Austritt aus dem Flottenvereine erklärt, und soeben hat der Gesamtvorstand des Provinzialverbandes Westfalen des Flottenvereines seine Aemter niedergelegt, was bedeutet, daß die rund 23000 Mitglieder des westfälischen Provinzialverbandes ebenfalls aus dem Flottenverein scheiden werden. Dabei zieht aber die Sezessionsbewegung in ihm ihre Kreise noch immer weiter. So sind eine ganze Anzahl sächsischer Ortsgruppen entschlossen, sich vom Flottenvereine abzusondern, welche Absicht auch viele württem- bergische und badische Ortsgruppen kundgegeben haben, ebenso der Gesamtverband evangelischer Arbeitervereine, welcher dem deutschen Flottenvereine als korporatives Mitglied angehört. Auch noch weitere Austrittserklärungen stehen zu erwarten.
Der Amtsantritt des neuen Präsidenten des deutschen Flottenvereines vollzieht sich also unter keineswegs erfreulichen Aussichten, angesichts der fortdauernden Krisis im Flottenvereine, welche durch die Unzufriedenheit zahlreicher bisheriger Mitglieder mit dem allmählich veränderten Kurse des Vereines hervorgerufen worden ist. Wird es nun Herrn v. Köster noch gelingen, die drohende offene Spaltung des deutschen Flottenvereines, seinen Zerfall in zwei sich feindlich gegenüber stehende Gruppen, zu verhindern? Nun, wenn bei irgend einer Persönlichkeit die Voraussetzungen zum Gelingen dieses Werkes vorhanden sind, so ist dies sicher Großadmiral v. Köster. Er verfügt über treffliche Beziehungen zu den leitenden Männern deS Reichsmarineamtes und noch weiter hinaus, er ist ein durch und durch ehrendster Charakter, seine patriotische Gesinnung ist über allen Zweifel erhaben, die Verdienste, welche er sich in seiner Dienstzeit um die deutsche Flotte erworben hat, sind allbekannt; Ruhe, Energie und Sicherheit kennzeichnen sein ganzes Wesen. Vom nationalen und patriotischen Standpunkte aus kann man allerdings auch nur lebhaft wünschen, daß es dem neuen Präsidenten beschieden fein möge, die klaffenden Gegensätze im. Flottenvereine zu Überdrücken und ihn als eine große für das politische und nationale Leben in Deutschland wertvolle Organisation zu erhalten. Dies wird indessen nur dann möglich sein, wenn der Großadmiral den deutschen Flottenverein in eine Volksorganisation umzuwandeln versteht. Nur eine solche vom Vertrauen weiter Volkskreise Deutschlands getragene Organisation könnte imstande sein, die große nationale Aufgabe, die sich der Flottenverein gestellt, für die Erhaltung und Stärkung der deutschen Wehrkraft zur See einzutreten, in allein ersprießlicher und zweckdienlicher Weise zu lösen.
genommen. Mit diesem Entschlüsse des Großadmirals v. Köster ist nach dem definitiven Rücktritte des Fürsten Salm von der Präsidentschaft des Flottenvereines wenigstens in die Frage, wer den Verein künftig leiten solle, Klarheit gebracht worden, sonst aber hat der jetzt stattgefundene Präsidenten- wechsel an der unerquicklichen Lage im Flottenverein noch nichts geändert. Die Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten in seinem Schoße, welche zur Amtsniederlegung seitens des bisherigen Präsidenten Fürsten Salm und des geschäftsführenden Vorsitzenden, des Generals Keim, und zum Austritte zahl-
Ne Wirre« in Marokko.
Mit dem geplanten Zuge des Sultans Abdul Asis gegen
Die nordpolfabrl.
Novelle von Theodor Werner.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
„Meine liebe Frau Crayford, nehmen Sie meine innigsten Glückwünsche!" rief er. „Ich habe die guten Nachrichten in der Zeitung gelesen, und hätte mich kaum mehr darüber freuen können, wenn ich die Ehre hätte, Herrn Leutnant Crayford persönlich zu kennen. Wir wollen zu Hause den Tag feiern. Ich sagte zu meiner Frau, ehe ich sortging: Vergiß nicht, eine Flasche alten Madeira zu Mittag herauf holen zu lassen, wir wollen auf des Herrn Leutnants Gesundheit trinken! Und was macht unsere interessante Patientin? Die Nachricht ist nicht ganz so, wie wir sie gewünscht hätten, so weit sie Fräulein Burnham betrifft. Ich war, die Wahrheit zu gestehen, ein wenig besorgt über den Eindruck, den sie aus sie gemacht hat und statte deshalb meinen Besuch früher als gewöhnlich ab. Ich will damit durchaus nicht sagen, daß ich ur meinen Teil die Nachricht für eine traurige Neuigkeit an»
Es ist ja klar gesagt, daß die Auskunft, soweit sie Herrn ^lversley betrifft, nicht mit Sicherheit gegeben werden kann, v spricht sehr zu Herrn Alderley's Gunsten? Ich hege die besten Hoffnungen für ihn; und Fräulein Burnham? Ich wage kaum zu hoffen, daß sie auf meiner Seite steht." „Fraulein Burnham hat mich bekümmert und besorgt ge» '"Äderte Frau Crayford. „Ich wollte eben nach a^ Sie mir entgegentraten."
^ach diesen einleitenden Worten berichtete sie dem Doktor ausführlich, was vorgefallen war. Sie wiederholte nicht allein die Unterhaltung zwischen Klara und ihr von heute Morgen, sondern auch die Worte, welche Klara vergangene Nacht im magnetischen Schlafe gesprochen hatte. Der Doktor hörte auf- merksam zu.
Während Frau Crayfords Mitteilung schwand nach und nach das ruhige Lächeln von seinem Gesicht und zum ernsten Mann verwandelt, stand er, als sie zu Ende war, gedankenvoll vor ihr.
„Führen Sie mich zu ihr", sagte er.
Er setzte sich neben Klara und blickte ihr prüfend, seine Hand an ihrem Pulse, ins Gesicht. Zwischen dem träumerischen, geheimnisvollen Temperament der Patientin und dem offenen, praktischen Charakter des Arztes herrschte wenig Sympathie.
Klara konnte den Mann nicht leiden. Nur widerwillig unterwarf sie sich seinen ärztlichen Forschungen. Er fragte — sie antwortete widerstrebend. Einen Schritt weitergehend — der Doktor ließ sich nicht leicht entmutigen — richtete er ihre Aufmerksamknit auf die Nachrichten über die Expeditton und sprach darüber in der von Frau Crayford bereits eingehaltenen Weise.
Klara zeigte sich abgeneigt, diese Frage noch einmal zu erörtern. Mit höflicher Förmlichkeit erhob sie sich und bat die Erlaubnis aus, nach Hause zurückkehren zu dürfen. Der Doktor widerstand nicht länger und antwortete, sich in den Mißerfolg seiner Aufgabe fügend: „Gewiß, Fräulein Burnham." Zuvor aber hatte er Frau Crayford einen Blick zugeworfen, welcher deutlich sagte: „Bleiben Sie hier bei mir." Klara verneigte sich kalt und förmlich und ließ die beiden allein zurück. Der Doktor folgte der noch immer anmutigen Gestalt des sich langsamen Schrittes entfernenden Mädchens mit den Augen, in denen Frau Crayford mit großer Bekümmemis den Ausdruck ernster Besorgnis las.
Erst als Klara unter der Veranda, welche an der dem Garten zu gelegenen Seite des Hauses entlang lief, verschwand, begann er: „Sagten Sie mir nicht, daß Fräulein Burnham weder Vater noch Mutter mehr besitze?"
„Ja, sie ist Waise."
„Hat sie nahe Verwandte?"
„Nein. Sie können sich mir gegenüber, als ihre Hüterin und Freundin, ausrichtig über sie aussprechen. Fürchten Sie für sie?"
„Ich hege ernste Besorgnis. Vor zwei Tagen erst war ich hier und finde sie seitdem auffallend zum Schlimmen verändert, physisch wie moralisch. Beunruhigen Sie sich darum nicht nutzlos. Ich versichere Sie, es gibt noch Mittel zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit. Unsere Hoffnung ist, daß
Herr Aldersley noch lebt. Ist das erwiesen, so hege ich nicht die mindeste Befürchtung für die Zukunft mehr. Ihre Heirat würde sie zur gesunden und glücklichen Frau machen. Wie die Sache aber liegt, muß ich gestehen, fürchte ich den bösen Einfluß ihrer festen Ueberzeugung, daß Herr Aldersley nicht mehr am Leben ist und ihr eigener Tod bald erfolgen wird."
„In ihrem augenblicklichen Gesundheitszustand", fuhr der Arzt fort, „muß die gefaßte Idee, die ihr Tag und Nacht gar keine ruhige Stunde lassen wird, ihren bösen Einfluß auf Körper und Geist haben. Wenn wir sie von diesem unseligen Gedanken nicht abbringen können, so wird der letzte Rest ihrer Kraft bald aufgezehrt sein. Wollen Sie noch anderen ärztlichen Rat hören, so, bitte, senden Sie danach. — Meine Ansicht kennen Sie nun."
„Ihre Ansicht genügt mir vollkommen", erwiderte Frau Crayford. „Um Gottcswillen, sagen Sie, was können wir tun?"
„Versuchen wir es mit gänzlicher Veränderung und bringen wir sie von hier fort."
„Das wird sie sich nicht gefallen lassen. Schon mehr als einmal schlug ich ihr einen Ortswechsel vor, sie sagte aber stets nein."
Einen Augenblick lang schwieg der Doktor und überlegte, dann erwiderte er:
„Ich hörte auf dem Wege hierher etwas, das mich auf den Gedanken bringt, eine Methode einzuschlagen, die sicherlich diese Schwierigkeit beseitigt. Wenn ich mich nicht gänzlich irre, wird Fräulein Burnham zu dem Ortswechsel, den ich im Sinne habe, nicht nein sagen."
„Und welcher wäre das?" fragte Frau Crayford begierig.
„Verzeihen Sie, wenn ich meinerseits eine Frage an Sie richte, bevor ich Ihnen awworte. Sind Sie so glücklich, in irgend welcher Beziehung zu der Admiralität zu stehen?"
„Gewiß, mein Vater ist Sekretär bei derselben und zwei andere Herren der Admiralität sind sehr befreundet mit ihm!"
„Vortrefflich! Nun kann ich offen reden, ohne Sie zu