Einzelbild herunterladen
 

Nr. 4) teilnehmen, zahlen 8 Mk., Nichtpreußen 12 Mk. 3 und 5: Preußen sind frei, Nichtpreußen zahlen 10 Mk. und wenn sie nur am NachkursuS (Nr. 5) teilnehmen = 5 Mk. 6 und 7: für Preußen je 6 Mk., für Nichtpreußen je 9 Mk. 8 und 9: für Preußen je 20 Mk., für Nichtpreußen je 25 Mk., wozu noch 20 Mk. für Gebrauchsgegenstände und 1 Mk. für Bedienung kommen. Anmeldung sind zu richten bezüglich der Kurfe 2 bis 7 an die Direktion der Königl. Lehranstalt, bezüglich des Kursus 8 an den Vorstand der oenochemischen Versuchsstation und bezüglich des Kursus 9 an den Vorstand der pflanzenphysiologischen Versuchsstation der Königl. Lehr­anstalt. Wegen Zulassung zum Reblauskursus (Nr. 1) wollen sich Preußen an den Herrn Oberpräsidenten der Provinz ihres Wohnsitzes, Nichtpreußen an ihre Landes-Regierung wenden. Weitere Auskunft ergeben die von der Anstalt kostenfrei zu beziehenden Satzungem

Geisenheim, am 11. Januar 1908.

Der Direktor Professor Dr. Wortmann, Geheimer Regierungsrat.

nichtamtlicher teil.

Reichstag.

Der Reichstag führte am Freitag die tags zuvor begonnene erste Beratung der vomkleinen Befähigungsnachweis" han­delnden Novelle zur Gewerbeordnung zu Ende. In der fort- gesetzten Debatte hierüber sprachen sich die Abgeordneten v. Malkewitz (kons.), Cuno (fr. Verein.), Goering (Zentr.), Bindewaldt (Reformer) und Schefbeck (Zentr.) mehr oder weniger wohlwollend über die Vorlage aus, worauf sie an eine Kommission ging. Die weitere Sitzung vom Freitag wurde durch die erstmalige Lesung der Vorlage, betr. die Her­stellung von Zigarren in der Hausindustrie und der Novelle zur Gewerbeordnung, welche sich auf die Ausstellung von Zeugniffen für gewerbliche Arbeiter, auf die zweckmäßigere Gestaltung der Bestimmungen der Arbeitsbücher und Lohn- zettel, auf Verbotsmaßyahmen in gesundheitsgefährlichen Be­trieben, auf die Regelung der Rechtsverhältnisse der Techniker und Werkmeister, auf die Einsühnmg des Zehnstundentages für Arbeiterinnen und auf noch andere sozialpolitische Fragen bezieht, ausgefüllt. Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg be­gründete die beiden Vorlagen, hierbei die großen Schwierig­keiten dieser Materie hervorhebend. Aus dem Hause ließen sich in der Freitagsdebatte zu den beiden Vorlagen die Abge­ordneten Pieper (Zentr.), Sielermann (kons.), Heyl zu Herrns- heim (natlib.), welche sämtlich ihre Befriedigung über die in diesen Gesetzentwürfen enthaltene Fortführung des sozialpolitischen Resormwerkes ausdrückten, und Molkenbuhr (Soz.) vernehmen. Letzterer hatte allerhand an den Vorlagen zu bemängeln und erklärte sie für ganz unzulängliches sozialpolitisches Flickwerk.

Im Reichstage teilte am Sonnabend der Präsident zu Beginn der Sitzung mit, daß die Novelle zur Zivilprozeßordnung, zu dem Gerichtsverfassungsgesetz und der Gebührenordnung für Rechtsanwälte eingegangen ist. Darauf setzte das Haus die erste Beratung der Novelle zur Gewerbeordnung und der da­mit zusammenhängenden Vorlagen fort. Der Abg. Dr. Pachnicke (freis. Vgg.) trat den gestrigen Ausführungen des Sozialdemokraten Molkenbuhr entgegen. Er erblickte in den Gesetzentwürfen einen großen sozialen Fortschritt, ebenso wandte sich der Direktor im Reichsamt des Innern Kaspar gegen Molkenbuhr und legte dar, daß von einem Rückschritt gar nicht die Rede sein könne. Der Abg. Schmidt (Altenburg) erklärte sich namens der Reichspartei für die Vorlagen, meinte aber, es werde zu prüfen sein, ob nicht dem Bundesrat zu weitgehende Besugnisse erteilt würden.

Abgeordnetenhaus.

Das Abgeordnetenhaus setzte am Sonnabend die Beratung des Etats des Ministeriums des Innern bei dem Kapitel Landrätliche Behörden und Aemter" fort. Die Debatte bot wenig Interessantes; die Redner beschränkten sich im allgemeinen darauf, ihre Auffassung von der Stellung der Landräte dar- zulegen. So wünscht unter anderem Abg. v. Zedlitz (frkons.) im Gegensatz zu der Linken eine größere Selbständigkeit dieser Beamten und forderte den Minister auf, bei der Ernennung von Landräten in erster Linie auf Persönlichkeit Rücksicht zu nehmen. Die Abgg. Gyßling (freis. Vp.) und Hager (Zentr.) brachten die politische Stellungnahme der Landräte zur Sprache. Der Minister erklärte darauf, daß er einerseits seine Beamten gegen nicht erwiesene Vorwürfe in Schutz nehme, aber anderer­seits stets auf eine gleichmäßige Behandlung aller Parteien hingewirkt habe. Auch versprach der Minister den Polen, sie

Als der Graf sich umwandte, stand, vom Lichte des Mondes hell beleuchtet, Margarete vor ihm und reichte ihm verwirrt die Hand.

Herr Gras, ich weiß nicht, was hier vorging, aber das ahne ich, daß Sie mich von jenem entsetzlichen Menschen be­freit haben. Ich danke Ihnen aus vollem Herzen!"

Graf Freienberg zog die schlanken Finger an seine Lippen, er vermochte zuerst kein Wort hervorzubringen, endlich stieß er atemlos heraus:O Margarete, ich durfte Sie aus großer, zwiefacher Gefahr erretten. Gott im Himmel sei ewig dafür gelobt!"

Es war ein furchtbarer Moment, als ich die Besinnung verlor und die Flammen emporschlugen."

Nun sind Sie nicht mehr allein, mein Fräulein, soeben kam Ihr Herr Vater mit einem andern Herrn zurück."

Ah, Robert Williams, der Jongleur."

Ich kenne seinen Namen nicht", wehrte der Graf schroff ab,doch schien mir aus seinen Aeußerungen hervorzugehen, daß er irgend welche Anrechte an Sie habe oder sollte ich mich irren?"

Sie hob stolz das blonde Köpfchen, während ein dunkles Rot ihre Wangen färbte.Ich wüßte nicht, was Sie darunter meinen könnten, Herr Graf. Herr Williams hat mit mir ge­spielt, als wir noch Kinder waren, und ist die rechte Hand meines Vaters sonst nichts."

Graf Albrecht atmete erleichtert auf. Er hätte aufjauchzen mögen über diese stolzen Worte, hätte ihr zu Füßen sinken mögen und ihr sagen, wie glücklich sie ihn gemacht habe. Aber nein, das ging nicht und durfte nicht fein. Sie war des Kunstreiters Tochter und wenn sie erführe, wer ihre Mutter gewesen, dann stieß sie sicherlich haßerfüllt seine Hand von sich.

Ich danke Ihnen, mein Fräulein und möchte mich nun von Ihnen verabschieden!"

Hand fügte sich in Hand, ihre Blicke versenkten sich inein­ander und Sekunden des reinsten Glückes zogen in beider Herzen. Dann trat der Gras tief atmend zurück und Margarete schritt gesenkten Hauptes an ihm vorbei ins Haus.

Sie hatten nicht gesehen, wie droben am Fenster Roberts

ebensowenig wie andere Staatsbürger zu drangsalieren, soweit sie sich den Gesetzen fügten. Die Debatte über die Landräte schloß mit einer scharfen Auseinandersetzung zwischen dem Abg. Quehl (kons.) und Müller (Berlin) (freis. Vp.)

Sie rMlnlioniirt BmeWs in Perßcn.

Die Angriffe auf das Leben der regierenden Fürsten sind ja leider in der Welt jetzt eine sehr oft vorkommende Er­scheinung geworden, und der Mordanschlag auf den Schah von Persicn, wie ihn der Telegraph am 28. Februar aus Teheran gemeldet hat, böte an sich keinen Anlaß zu einer be­sonderen politischen Befürchtung für Persien, wenn in diesem Lande nicht schon seit mehreren Jahren eine große revolutionäre Bewegung bestände, welche gerade aus den gebildeten Bewohnern Persiens und zumal auch von der mohamedanischen Geistlich­keit in Scene gesetzt wird und daraus hinaus geht, das alte Regierungssystem in Persien zu stürzen und an seine Stelle ein konstitutionelles Regiment mit entsprechender Volksvertretung zu setzen. Aus dieser Bestrebung ist im Kampfe mit der alten despotischen Regierung in Persien die revolutionäre Bewegung entstanden, die schon einen Schah und mehreren persischen Ministern das Leben gekostet hat, und die sich weiter in Atten­taten auf das Regierungsoberhaupt Lust macht. Die Reform- partei in Persien, erzeugt, unterstützt und geführt von den geistig höher entwickelten Persern, scheint infolge übler Erfahrung der Meinung zu sein, daß es der Schah und seine gegen­wärtigen Ratgeber mit den Reformen und der Verfassung in Persien nicht aufrichtig meinen. Tatsächlich hat ja auch der Schah im vorigen Jahre den Versuch gemacht, dem persischen Parlamente seinen Willen als den allein maßgebenden auf- zudrängen. Schon damals stand Persien direkt am Rande der Revolution. Der Schah lenkte aber noch rechtzeitig ein, er bestätigte die Rechte und Freiheiten des Parlamentes und verhinderte so den Ausbruch einer gefährlichen politischen Krisis. Man scheint in den Kreisen der persischen Reformpartei aber immer noch Angriffe auf die Verfassung zu befürchten, deshalb dauert die politische Gährung in Persien fort und macht sich gelegentlich durch Attentate Luft. Da bei dem jüngsten Attentate auf den Schah der Täter von dem Gefolge des Schahs niedergehauen worden fein soll, so ist dadurch auch die Nachforschung nach den Elementen und Parteien erschwert, aus deren Kreisen der Angriff aus das Leben des Schahs her­vorgegangen ist. Aus den ganzen Zuständen in Persien kann man aber schon jetzt soviel erkennen, daß das Land noch längere Zeit hindurch der Schauplatz der furchtbaren Gegen­sätze sein wird, welche die Revolution und die Reaktion er­zeugen, denn für eine besonnene Reformarbeit ist Persien ebensowenig reif wie Rußland. In der Umgebung des Schahs befinden sich immer Elemente, die insofern einen unheilvollen Einfluß ausüben, weil sie dem Herrscher den Glauben bei­bringen, daß die Resormpartei und das Parlament die Rechte der Krone aufheben wolle, was ja in Wirklichkeit keineswegs der Fall ist. Die unzufriedene Reformpartei wird aber durch den langsamen Gang der Entwickelung in ihren radikalen Elementen unruhig und leidenschaftlich und erzeugt dadurch revolutionäre Elemente, dadurch wird die gesunde Entwickelung in Persien ebenso erschwert, wie in Rußland, und die Autorität findet nicht das rechte Verhältnis zu der Volksvertretung und ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen der Regierung und dem Parlamente wird erschwert, ja unmöglich gemacht. Aber auch im politischen Leben drängen die unvollkommenen Zu­stände immer nach Fortschritten, und deshalb wird auch für Persien, wenn auch erst nach Jahren, die Morgenröte der politischen Freiheit und der bürgerlichen Rechte leuchten.

* *

Ueber das Attentat selbst wird folgendes gemeldet: Wie aus Teheran gemeldet wird, wurden Freitag nachmittag um 3 Uhr von dem Dache eines in einer engen Straße gelegenen Hauses gegen den Schah, der sich nach Doshantanpeh begab, wo er mehrere Tage verweilen wollte, zwei Bomben geschleudert. Die erste Bombe explodierte in der Lust. Die zweite erreichte den Boden beim Automobil des Schahs, tötete drei Vorreiter und verwundete den Chauffeur und ungefähr 20 andere Personen. Der Schah befand sich nicht im Automobil, sondern in einem Wagen, der in einiger Entfernung dahinter fuhr. Der Schah stieg sofort aus seinem Wagen und begab sich in das nächstliegende Haus. Einige Augenblicke daraus begab er sich, von Wachen umgeben, nach dem Palais, wo er unver­sehrt eintraf. In dem Hause, von dessen Dach die Bomben geschleudert wurden, wurde eine Haussuchung vorgenommen, ebenso in den benachbarten Häusern. Bisher sind aber alle Nachforschungen ergebnislos verlaufen.

Das auf den Schah verübte Bombenattentat hat bisher

Antlitz aufgetaucht und wieder verschwunden war. Ein haß­erfüllter Strahl blitze in feinem Auge auf.

Sie liebt ihn und will deshalb nicht die Meine werden. Wenn ich nur wüßte, ob der Graf ahnt, daß ich sein Geheimnis kenne."

Hastig eilte er hinaus, wo er auch Freienberg noch vorfand.

Es ist eine etwas ungewöhnliche Stunde, zu der man sonst Damen nicht aussucht", redete er ihn gereizt an.

Der Angeredete schaute kühl und vornehm aus den jungen Robert und wandte sich dann zum Gehen.

Ich vermute, Herr Graf, daß Sie noch aus anderen Gründen hier sind; Sie begehren ein kostbares Erbstück, welches ich besitze"

Den Dolch?" rief Freienberg erregt.Sie haben ihn und ich muß ihn zurückerlangen. Sagen Sie mir den Preis, welchen Sie dafür fordern, und ich schwöre Ihnen, daß ich all meine Reichtümer Ihnen zu Füßen legen will."

Den Preis, Herr Graf, können Sie mir nicht gewähren es ist die Hand Fräulein Morands. Sobald sie ein- willigt, mein Weib zu werden, gebe ich den Damaszenerdolch Ihnen zurück, aber nicht eher."

Freienberg erbleichte.Nimmermehr! Wenn eines Mädchens Glück oder Unglück davon abhängt, so behalten Sie ruhig den Dolch, für diesen Preis gelüstet es mich nicht nach demselben."

Hassen Sie vielleicht Ihre Nichte ebenso wie zuletzt Ihre Schwester?"

Ebenso! Ich habe nichts bereut und nichts vergessen!"

Ein höhnisches Gelächter Roberts klang hinter dem Davon- eilenden her.So darf ich diese Ihre Worte wohl derjenigen überbringen, für welche sie gesagt wurden? Nun, Herr Graf, dann kann ich Ihnen doch vielleicht noch den Dolch überreichen. Ich habe die Hoffnung, Gretchen als mein Weib zu sehen, noch nicht aufgegeben, und ich danke Ihnen für dies Wort!"

Wie ein Alp lag es auf des Grafen Brust. Er hatte zu viel gesagt. O nein, er haßte dieses holde Geschöpf mit den großen, blauen Augen nicht, er liebte es, trotzdem er wußte,

keine Unruhen hervorzcrusen. Die Stadt ist ruhig. Der Vertreter des deutschen Gesandten sprach dem Schah sofort seine Glückwünsche dazu aus, daß er unverletzt geblieben sei

Aus ]n- und Ausland.

Berlin, den 1. März 1908.

Heute morgen konferierte Se. Majestät der Kaiser mit dem Reichskanzler, hörte im Königlichen Schlosse die Vorträge des Staatssekretärs des ReichsmarineamtS und des Chess des Marinekabinetts und folgte einer Einladung des Admirals v. Hollmann zur Frühstückstafel.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Die von einem Berliner Blatt verbreitete Angabe, Fürst Bülow habe die Zustimmung der Konservativen zur Enteignungsvorlage durch die Zusage erkauft, an dem preußischen Dreiklassenwahlrecht nichts ändern zu wollen, entbehrt jeder Begründung. Mit einer solchen Zusage würde sich Fürst Bülow mit der Er­klärung in Widerspruch gesetzt haben, die er im Namen des Königlichen Staatsministeriums im Abgeordnetenhause über die Reform des preußischen Wahlrechts abgegeben hat. Ueber- Haupt hat aber keinerlei Tauschgeschäft zwischen dem leitenden Staatsmanne und der konservativen Partei oder einzelnen Mitgliedern derselben stattgefunden.

Die russische Regierung sollte sich nach um= laufenden Gerüchten mit kostspieligen Plänen für die Re - Organisation der Flotte tragen. Die offiziöse Petersb. Telegr.-Agent." meldet nun hierzu: Die in der Presse fortdauernden Gerüchte über das Flottenbauprogramm und die dafür bevorstehende Verausgabung von zwei bis drei Milliarden Rubel entbehren jeder Begründung. Die Regierung ist tatsächlich mit der Frage des Wiederaufbaues der Flotte beschäftigt, beabsichtigt indessen im Verlaufe der nächsten Jahre für diesen Zweck bloß ungefähr 30 Millionen Rubel jährlich zu verausgaben.

Das Kammergericht hat das Urteil gegen den früheren Obersten G ä d k e, das ihn wegen unbefugter Führung des Oberstentitels zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt, bestätigt, so daß Gädke nicht mehr berechtigt ist, den Titel Oberst oderOberst a. D." zu führen. Jetzt unterzeichnet er seine Artikel in seinem Leiborgan demBerl. Tgbl.", als Gädke, früher Oberst und Kommandeur des Feldartillerie- Regiments 41". Mit dem Beisatzfrüher" wird ihm aller­dings niemand das Weiterführen seines von ihm vielum­strittenen Titels verwehren können.

Nach einem Telegramm aus Buenos Aires wurde gegen den Wagen des Präsidenten von Argentinien, A l c o r t a eine Dynamitbombe geschleudert, die jedoch nicht explodierte. Vier Personen wurden verhaftet. Die Person, welche den Bombenanschlag auf den Präsidenten verübte, ist ein zweiundzwanzigjähriger Argentinier. Der Präsident erhielt aus Anlaß seiner Errettung viele Glückwünsche.

Unbeirrt durch alle Versuche, dem neuen Regime in Portugal ein jähes Ende zu bereiten, setzt das Ministerium Ferreira Schritt vor Schritt die gesetzwidrigen Verfügungen aus der Zeit der Diktatur außer Kraft. Auch diejenige Maßnahme Francos, welche den größten Zorn entfesselt hat, ist jetzt diesem Schicksal verfallen. Der Ministerrat erklärte das Dekret vom 10. August, mit dem Franco die Vorschüsse des Königs Karol annullierte und die Zivilliste erhöhte, für ungültig. Die Kammern werden nunmehr eine Regelung der königlichen Finanzen vornehmen und die Rückzahlung der erhaltenen Vorschüsse ordnen.

Aus Provinz u. Dachbargebiet.

* Die Witterung im März soll sich, dem hundert­jährigen Kalender zufolge, in den ersten Tagen sehr milde gestalten. Vom 6.-9. wären Regensälle zu gewärtigen, die sich um die Zeit vom 13.-16. noch verstärken. Vom 18.20. soll es Glatteis geben, dann aber dürste es vom 22.-29. ranh und stürmisch werden. Für den 31. stehen starke Niederschläge in Aussicht. Bruno Bürzel, der bekannte Meteorologe stellt für den MärzA eine sehr veränderliche Temperatur in Aussicht. Anfänglich soll es windig, reg­nerisch und schneereich werden, vom 7. ab aber soll sich das Wetter etwas bessern. Vom 10. an wäre eine wärmere Temperatur zu gewärtigen, die Niederschläge im Gefolge hat. Um den 18. März soll es schöne, klare, kalte sonnige Tage geben, vom 24. ab aber wird die Witterung sich wieder launisch erweisen und uns bald Regen, Schnee und bald wieder Sonnenschein bescheren. Den 2. März bezeichnet der Gelehrte als einen kritischen Tag erster Ordnung.

daß es Morands Tochter sei. Am liebsten wäre er hinter Robert hergeeilt und hätte die finsteren Worte zurückgenommen, er fühlte, daß sie fein Schicksal besiegeln, sein Glück vernichten würden.

Am nächsten Morgen trat Robert bleich und mit verstörten Zügen inö Wohnzimmer der Villa, wo Margarete saß, die müden, verweinten Äugen zum Fenster hinaus gerichtet.

Was ist Ihnen, Mr. Williams?" fragte sie unruhig. Sie sehen so erregt aus!"

Das bin ich auch, Gretchen; wissen Sie, daß mein Dolch fort ist gestohlen? Und jedenfalls von diesem vornehmen Herrn Grasen?"

Robert", fuhr das junge Mädchen auf, glühend vor Zorn, was wagen Sie da zu behaupten?"

Nichts Unbilliges! Ich traf den Grafen hier auf der Schwelle des Hauses; er sagte mir, es sei Feuer ausgebrochen und er habe Sie gerettet. Sie waren aber im Garten, und er hatte sich im Hause zu schaffen gemacht; genug, mein Dolch war vorher da und nun ist er verschwunden. Ich suche mir aber sogleich den Dieb aus und wehe ihm, wenn mein Verdacht begründet ist."

(Fortsetzung folgt.)

(VomGatten zuTode gemartert.) Grauen­hafte Mißhandlungen hat eine Tagelöhnersfrau zu erdulden gehabt, die in Oberviechtach (Niederbayern) in einer Wirt­schaft im angetrunkenem Zustand Lärm verursacht hat. Ihre Mann züchtigte sie und traktierte sie mit Fußtritten, bis die Wirtsleute die Betrunkene in den Stall brachten. Dort holte sie jedoch der wütende Mann wieder heraus, warf sie zu Boden, zog sie durch die Dunggrube und mißhandelte sie weiter in brutalster Weise. Auf dem Heimweg stürzte die Frau, wurde dann von ihrem Mann aus einen Schlitten geladen und nach Oberviechtach gebracht, wo er sie vor einem Schweinestall auf das Stroh warf. Dort wurde die Unglückliche tags daraus tot gesunden. Der Mann wurde verhastet.