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herrWer Armblatt

(Gratisbeilagen:Illustrierter Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Nnschlutz Nr. 8

Nr. 18.

Donnerstag, den 13. Februar

1908.

Amtlicher teil.

Hersfeld, den 10. Februar 1908.

In der der Gewerkschaft Wintershall vom Bezirks- Ausschuß in Cassel unter dem 9. April 1907 erteilten Ge- stattungs-Urkunde zur

6rri(jtae einer WcklimsM

auf dem Grundstück Kartenblatt 1 und 10 Parz. Nr. 405/305 der Gemarkung Heringen sind u. a. unter Ziffer 2 und 5 des hierzu erteilten Bescheids vom 1. März 1907 folgende Bedingungen gestellt:

2. Der Zufluß des Wassers aus der alten Werra darf nicht stoßweise erfolgen. Es dürfen nur soviele ver­dünnte Abwässer in die Werra geleitet werden, daß deren Wasser einschließlich der Verunreinigung des vorhandenen Werrawassers weder der Fischzucht noch den anstoßenden landwirtschaftlichen Betrieben nach­teilig wird, und jederzeit zum Tränken des Viehes geeignet bleibt. Kcinenfalls dürfen stündlich mehr als 16,6 Doppelzentner Kochsalz oder ein diesem Kochsalzgehalt entsprechender Chlorgehalt in die Werra geleitet werden. Diese Mengen müssen kontinuierlich abfließen.

5. Das Versickernlassen der Laugen oder deren Ver­dünnungen in das Grundwasser oder das Fott- fließenlassen von salzhaltigen Abwässern auf Nachbar­grundstücke ist verboten. Ebenso dürfen Fertigsabrikate oder Abfallstoffe nicht aus Halden geworfen werden, aus denen daS Regenwasser Salze oder lösliche Stoffe PP. auslaugen kann.

Die Gewerkschaft Wintershall hat beantragt, die Be­stimmungen unter Ziffer 2 wie folgt abzuändern:

Es ist der Gewerkschaft Wintershall nicht gestattet, durch Zufuhr von Kochsalz oder dem Kochsalzgehalt entsprechenden Chlorgehalt die Härte des Werra­wassers um mehr als 10 deutsche Grade bezw. über 30 deutsche Grade zu erhöhen. Gestattet ist die stündliche Zufuhr von wenigstens 16,6 Doppelzentner Kochsalz bezw. von dem entsprechenden Chlorgehalt. Diese Mengen müssen aber kontinuierlich abfließen." Von der Bedingung unter Ziffer 5 beantragt die Unternehmerin sie gänzlich zu befreien, weil ihr die Einhaltung dieser Vorschrift aus mehrfachen Gründen nicht möglich sei.

Den Antrag der Gewerkschaft Wintershall aus Abänderung der vorstehend aufgeführten Genehmigungsbedingungen bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis mit dem Bemerken, daß etwaige Einwendungen hiergegen binnen 14 Tagen bei der unterzeichneten Behörde schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen sind. Nach Ablauf der Frist können

Der ßlUcksbort

Roman von H. von Klip hausen.

(Nachdruck verboten)

(Fortsetzung.)

Wo ist denn aber das kleine, blonde Mädchen, welches bei Ihnen war?" forschte die Dame unmutig,ich möchte eS gern sehen und sprechen."

Da kommt sie eben mit ihren Spielgefährten die Straße herauf," entgegnete der Knecht, mit der Hand nach den beiden Kindern weisend, die sich soeben dem Hause näherten. Die Dame beugte sich zum Wagen heraus und rief dem Mädchen zu:

Komm doch einmal her, Kleine! Hier hast Du Schokolade, und erzähle mir etwas von Deiner Mama."

Die kenne ich ja gar nicht," entgegnete Gretchen surchtloS, versteckte aber die Hände, um nicht die Leckerei nehmen zu müssen;ich habe jetzt nur einen Papa, denn Tante Anna lst gestorben."

Wer ist Tante Anna?"

Lie hieß Neidhardt wie der Großohm," erklärte das kleine Mädchen wichtig,aber meine eigentliche Mama hieß genau so wie mein Papa und ich."

Nun und wie heißt Du denn, liebes Kind?"

Gretchen Morand!"

Sie iff§, es ist Hedwigs Kind!" murmelte triumphierend die Dame.Aber Louis Morand war doch ein Sänger und nicht Kunstreiter. Was macht denn Dein Papa im ZukuS?» forschte sie weiter und blickte in das süße Kindergesichtchen.

Mein Papa ist Direktor dabei und reitet sehr schön."

Kann Papa denn nicht singen?"

Ich weiß es nicht, aber ich kann singen! Wenn ich groß bin, werde ich aber auch eine Kunstreiterin."

Willst Du nicht mit mir zu Deinem Vater kommen?" fragte die Fremde beinahe zärtlich.Ich möchte ihn einmal sprechen."

Aber Robert muß auch mitfahren," meinte die Kleine resolut,sonst komme ich nicht mit."

Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr geltend gemacht werden.

Die rechtzeitig etwa erhobenen Einwendungen werden in mündlichem Verhandlungstermin am

Mittwoch, den 4. März

um 10 Uhr vormittags

dahier erörtert werden und zwar auch im Falle des Ausbleibens deS Vertreters der Unternehmerin oder der Widersprechenden.

I. 1519. Der Königliche Landrat

von Grnnelius.

Hersseld, den 6. Februar 1908.

Die unter den Schafherden der Schäfer Hahl und Hebe­brand zu Schwarzenborn, Kreis Ziegenhain, ausgebrochene Räudekrankheit ist erloschen.

I. 1406. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

nichtamtlicher teil.

Reichstag.

Das HauS beschloß am Dienstag zunächst, ein Strafver­fahren gegen den Abg. Dr. Potthof (Frs. Vgg.) für die Dauer der gegenwärtigen Sitzungsperiode ruhen zu lassen. Es folgt die dritte Beratung der Zusatzakte zur Zuckerkonvention und der dazu vorliegenden Anträge. In der Generaldiskussion stellt Abg. Dr Südekum iSoz.) fest. daß seine Partei im Interesse der Produzenten und Konsumenten für Herabsetzung der Zuckersteuer sei. Durch ihr Verhalten in der Kommission hätte die Rechte den Staatssekretär gestürzt, um die Finanz­reform weiter hinauszuschieben. Dem Block müsse das Recht zugestanden werden, sich so gut wie möglich zu blamieren, einen derartigen Antrag wie den Antrag Bassermann dürfe er den Sozialdemokraten aber doch nicht bieten. Damit schließt die Generaldiskussion. Das Gesetz wird angenommen. Es folgt die Beratung des Antrages Bassermann auf Herabsetzung der Zuckersteuer zum 1. April 1909 auf 10 Mk. pro Doppel - zentner, falls bis dahin eine Erhöhung der Reichseinnahmen um mindestens 35 Mill. Mk. erzielt werde. Abg. Ledebour (Soz.) bekämpft den zweiten Teil dieses Antrages. Abg. Dr. Pachnicke (Frs. Vgg.) tritt dem Vorredner entgegen, die Reichsfinanzen könnten einen Abstrich in Höhe von 35 Millionen nicht aushalten, für genügende Deckung müsse Sorge getragen werden. Nach einer Entgegnung seitens des Abg. Ledebour wird der Antrag Bassermann gegen die Stimmen der Sozial- demokraten und des Zentrums definitiv angenommen. Es folgt die Fortsetzung des Militäretats. Die Beratung wird beim KapitelArtillerie und Waffenwesen" fortgesetzt. Auf Antrag des Abg. Pauli-Potsdam (!.) wird die Beratung des

Nun, lieber Knabe, so komm nur mit, Du kannst vorn beim Kutscher sitzen."

Nein," rief Gretchen,er muß hier neben mir sitzen, sonst fahre ich nicht mit!"

Hoho, bist Du solch ein böses Kind?" lachte die schöne Dame belustigt.Nun, da komm nur Robert, setze Dich hier neben Gretchen."

Ohne weiteres setzten sich beide Kinder in den Wagen. Vor dem Zirkus angelangt, hielt der Kutscher, und alle drei Insassen stiegen aus. Die Dame nahm Gretchens Hand und ließ sich hineinführen, rief vorher jedoch den Kutscher zu, er möge hier auf sie warten.

So, und nun komm zum Papa!"

Morand saß am Schreibtisch, und als Gretchens frisches Stimmchen ihn anrief, wandte er sich lächelnd um. Doch dieses Lächeln erstarb sogleich wieder auf seinen Lippen, und entsetzt, als sähe er ein Gespenst vor sich, starrte er auf die elegante Dame, welche sein Töchterchen führte.

Durchlaucht," stieß er dann zornig heraus,sehe ich recht, Sie kommen zu mir?"

Ja, mein bester Herr Morand," lachte die schöne Fremde heiter,das wundert Sie gewiß und mit Recht, aber man kann doch nicht ewig schmollen, und da mich zudem ein triftiger Grund herführt, so biete ich auch zuerst die Rechte zur Versöhnung. Ich war damals krank, sehr krank, und was ich im Fieberwahn tat, das sollen Sie mir verzeihen."

Hm ja, Durchlaucht, ich mußte mich mit diesem Bescheide zufrieden geben. Daß ich noch an demselben Tage abreiste, wird jedermann erklärlich finden."

Nun bleibt für mich indes noch ein Rätsel ungelöst," fuhr die Fürstin fort,Sie waren ein berühmter Sänger, und heute finde ich Sie als Direktor eines Zirkus ganz zufällig wieder. Wie geht das zu?"

Sehr einfach, meine Gnädige. Ich verlor meine Stimme infolge einer bösen Halskrankheit und konnte froh sein, noch mit dem Leben davonzukommen. Natürlich war meine Bühnen­laufbahn zu Ende, und ich besann mich nicht lange, meine Reiterkünste praktisch zu verwerten. Nach einem halben Jahre war ich erster Schulretter eines Zirkus, verlobte mich mit der

KapitelsTechnische Institute" mit dem zur Beratung stehenden Kapitel verbunden. Abg. Schwarzc-Lippstedt (Z.) und Abg. Arning (nl.) sprechen sich dafür aus, daß die Lieferungen für die Militärverwaltung mehr den Handwerksmeistern zugewiesen werden, als großen Firmen. Abg. Pauli-Potsdam (k.) drückte zunächst seine Genugtuung darüber aus, daß in diesem Jahre die Kritik an den Einrichtungen der Militärwerkstätten nicht nur von ihm und der Sozialdemokratie geübt werde, daß viel­mehr auch die anderen Parteien anfingen, sich für diese In­stitute zu interessieren. Redner tritt sodann, ohne daß er auf die einzelnen Wünsche auf Gehaltsaufbesserungen eingehen will, für eine Aufbesserung der Handwerker und Arbeiter in den Technischen Instituten ein.

Abgeordnetenhaus.

Am Montag kam der Etat der preußischen Zentralgenossen- schastskasse zur Beratung. Abg. Meyenschein (kons.) gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Zentralgenossenschaftskasse geradezu Großarttges geleistet habe, und betonte weiter, daß die Genossenschaften christlichen Charakter haben müßten. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben und Präsident der Zen- tralgenofsenschaftskasse Heiligenstedt verteidigten die Geschäfts­führung der Preußenkasse und betonten die Notwendigkeit ihr Grundkapital zu erhöhen. Frhr. v. Rheinbaben pflichtete dem Abg. Meyenschein auch darin bei, daß die Genossenschaften sich von christlichen Grundsätzen leiten lassen müßten. Die Abg. v. Brockhausen (kons.) und Dr. Hahn (B. d. L.) lobten die Tätigkeit der Preußenkasse. Der Etat wurde bewilligt. Nächste Sitzung Mittwoch.

I» Siriimt in ROM.

Aus Rußland werden noch immer verbrecherische Anschläge, Attentate und Räubereien gemeldet. Der Petersburger Polizei ist es gelungen, einen räuberischen Uebersall auf die Kasse einer Petersburger Behörde zu vereiteln, der von dem in Wiborg lebenden Abgeordneten der ersten Reichsduma Dr. Kornilieff und mehreren Mitgliedern der sozialrevolutionären Pattei geplant war. Die Polizei verhaftete in Petersburg und Wiborg 14 Personen, die bei dem geplanten Anschlag beteiligt sind. Bei einem derselben, einem Gendarmerieunteroffizier, wurden vier Sprenggeschosse und bei einer anderen Person 12 Kilogramm Dynamit gefunden. In Baku wurde, als der neue Polizei­meister nachts das Theater verließ, eine Bombe geworfen und Polizeimeistcr Büschen leicht verwundet. Der Täter, ein Gymnasiast aus Tiflis, wurde von der Begleitmannschaft niedergeschossen.

Die Ereignisse in Lissabon.

London, 11. Februar. DerStandard" meldet aus Liffabon:Die Bevölkerung fährt fort, die Ermordung des

Tochter des Direktors und wurde bei der Hochzeit feierlich an Stelle ihres Vaters zum Direktor ernannt."

Sie waren abermals verheiratet?"

Allerdings!" entgegnete er.

Ich glaubte, Sie hätten Hedwig wirklich geliebt."

Ein Schatten flog über sein Gesicht.Das habe ich auch," gab er fest und bestimmt zur Antwort,und selbst in jenen Tagen, als ich an Ihrer Seite die Stadt und mein armes Weib verließ, liebte ich sie noch über alles; aber was wollen Sie? Hedwig war tot, und es war natürlich, Cäcilie Feld zu ehelichen. Sie starb fünf Monate nach der Hochzeit infolge eines Sturzes mit dem Pferde."

Armer Mann, nun standen Sie abermals »erlassen und ohne Gattin da! Sie haben doch so rasch wie möglich ein drittes Mal gefreit?"

Nein," gab der Direktor finster zurück,ich meinte, das Schicksal habe mir gezeigt, daß Eheglück für mich nicht vor­handen ist, und so blieb ich allein, bis ich Gretchen, unser Kind, durch Zufall wiederfand."

Sie war bei einer Mamsell Neidhardt?"

Ja, eine treue Seele, die Hedwig in jeder Lebenslage beistand. Indes, Durchlaucht, wir kommen von unserem ursprünglichen Thema ab. Welches ist der Grund Ihres Herkommens? Das letzte Mal schwur ich mir, Sie nie wieder- zusehen, und es liegt nicht an mir, daß der Schwur gebrochen wnrde."

Ja doch, bester Freund, ich suchte sie ja auf, das weiß ich ja, und zwar aus dem einfachen Grunde, um mir dies kleine Mädchen auszubitten. Ich bin kinderlos und leide in meinem Leben schwer, schwer an dem Mangel einer edeln Mutterpflicht."

Die Zornader schwoll auf der Stirn des Kunstreiters.

Habe ich Sie recht verstanden, Frau Fürstin?" fragte er dumpf grollend.Sie wollten mein Gretchen mitnehmen?"

Ja, gewiß, und zwar um sie wie mein eigenes Kind zu halten. Ich brauche sie für meine Pläne, denn ich will mich mit meinem Gemahl versöhnen, und da er Ihre verstorbene erste Frau liebte, so wird es mir besser gelingen, wenn ich Ihr Töchterchen bei mir habe. Gretchen soll Prinzessin