Heinrich Weber dieses bemerkte, eilte er sofort an die Einbruchsstelle und holte seinen Kameraden mit eigener Lebensgefahr aus dem Wasser heraus.
DÜihenhüuserr» 28. Januüt. Der Plan der Errichtung einer Kolonial-Frauenschule im Anschluß dn die Deutsche Kolonialschule für Männer hierselbst soll zum 1. April d. Jr. verwirklicht werden. Die Schülerinnen derselben können an dem Unterricht der Deutschen Kolonialschule teilnehmen. Das Eintrittsalter soll im allgemeinen 20 bis 30 Jahre sein. Als Vorsteherin ist eine ersahrene Afrikanerin, Frau von Falkenhausen-Berlin-Zehlendorf, die 11 Jahre lang in Süd- westafrika gelebt hat, gewählt worden.
Born Eichsfeld, 27. Jan. Ein in der Chlorkaliumfabrik zu Sollstedt beschäftigter junger Mann aus Breitenholz fiel in die Lauge und verbrannte sich so schwer, daß er in das Krankenhaus „Bergmannstrost" nach Halle a. S. geschafft werden mußte.
Bom Eichsfelde, 24. Januar. Eine abscheuliche Freveltat ist in einer der letzten Nächte zu Niederorschel begangen worden. In die verschlossene und umgitterte, in der Nähe des Bahnhofs gelegene Baumschule wurde eingebrochen. Die Eindringlinge haben darin fürchterlich gewütet. Nicht weniger als 207 Stück bester, vorjähriger Apfelbäumchen (Kravensteiner) sind dnrchgeschmtten oder abgebrochen worden. Die Tat, die überall große Entrüstung hervorruft, ist ganz planmäßig ausgeführt worden.
Aus Oberhessen, 27. Januar. Eine alte Sitte, wie sie. durch das Herkommen überliefert ist, wurde Anfang Januar in dem oberhessischen Städtchen Romrod bei Einführung eines neugewählten Gemeinderatsmitgliedes wieder einmal geübt. Nach dessen Verpflichtung durch den Bürgermeister und nachdem die vorliegende Tagesordnung beraten und erledigt war, wurde aus dem Archivzimmer ein großer silberner Becher, aus dem 16. Jahrhundert stammend, herbeigeholt und bis zum Rande mit Wein gefüllt. Der Inhalt des Prunkbechers bestand aus einer ganzen Flasche Rebensaft. Das neue Ratsmitglied mußte ihn mit einem Zuge auf das Wohl der Stadt leeren. Darauf wurde nach altem Brauch festgestellt, wieviel Tropfen noch im Becher zurückgeblieben waren. Tropfen für Tropfen ließ man aus dem alten Gesäß aus den Tisch rinnen, wobei man ängstlich bedacht war, daß die Tröpflein nicht zu groß ausfielen. Nachdem die Quelle versiegt war, zählte man auf dem Tisch die Tropfen zusammen — eS sollen diesmal eine stattliche Zahl gewesen sein. Für jeden im Becher zurückgebliebenen Tropsen zahlte das neu gewählte Gemeinderatsmitglied im benachbarten Gasthaus, wohin die Ratssitzung verlegt wurde, eine Flasche edlen Weines.
Frankfurt a. M., 27. Januar. Der 8jährige Schüler Karl Engelhardt aus Oberrad wurde gestern von einem von Sachsenhausen kommenden Automobil zu Boden geworfen und überfahren. Sein Zustand ist hoffnungslos. — Schwere Ausschreitungen und Messerstechereien brächte der gestrige Sonntag. Im Hauptbahnhof erhielt ein Lokomotivführer einen Stich in den Rücken, in der Fischergasse wurde der Arbeiter Johann Rammling in den Unterleib gestochen und außerdem hatte die Rettungswache noch 12 durch Schlägereien Verletzte zu behandeln. — Der vor mehreren Wochen mit 10 000 Mark geflüchtete Buchhalter Karl Götz wurde in Berlin mit seiner Geliebten Lotte Woltrix verhaftet. Für seine Ergreifung war eine Belohnung von 500 Mark von seiner hiesigen Firma ausgesetzt.
Frankfurt a. M., 28. Januar. Wir lesen in den „Franks. Neuest. Nachr.": Als nachmittags der Großherzog von Heffen von Frankfurt kommend mit seinem Automobil durch Neu-Jsenburg fuhr, sprang am Südende der Stadt aus einer Seitenstraße ein 10jähriger Knabe direkt in das Automobil. Der Chauffeur lenkte den Wagen mit aller Gewalt zur Seite, so daß der Knabe nur aus das Trottoir geschleudert wurde, wo er bewußtlos liegen blieb. Der Großherzog ließ anhalten und stieg mit seinem Adjutanten aus, während die Frau Großherzogin und die Begleitdame im Auto blieben. Während sich der Adjutant um den bewußtlosen Knaben bekümmerte, blieb der Großherzog bei dem Automobil stehen. Da trat ein biederer Neu-Jsenburger heran, und fragte den Großherzog: „Wem is dann des Ding?" Damit meinte er das Automobil. „Das ist mein," entgegnete der Großherzog. „So", antwortete der Einwohner, „und wer is dann der do mit seim gelbe Kittel?" (Damit meinte er den Adjutanten.) „Das ist mein Adjutant," entgegnete der Großherzog. „So, Jhr'n Adjutant. No, wer sind Sie dann eigentlich?" „Ich bin der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen." Der biedere Mann schaute den Großherzog eine Weile stumm an und sagte dann trocken: „Deß glaab ich Jhne net." Sprach's und ließ den Großherzog stehen. Dieser ging alsdann in die Wohnung zu dem verunglückten Knaben und erkundigte sich bei dem inzwischen herbeigeholten Arzte nach dem Befinden des Jungen. Erst nachdem festgestellt war, daß eine Lebensgefahr für das Kind nicht bestand, verließ der Großherzog die Wohnung und fuhr weiter, nachdem er noch erklärt hatte, daß er für alle Kosten auskomme. Den Lenker des Autos trifft eine Schuld an dem Unfälle nicht. Die Knaben spielten Fußball in der Seitenstraße. Der Verunglückte sprang dem über die Straße rollenden Balle nach und mitten in das Auto. Der verletzte Knabe ist.der Sohn des Kaufmannes Passet. So lange die ärztliche Untersuchung dauerte, wartete der Großherzog in der Küche der Wohnung auf das Resultat dieser Untersuchung. Er erklärte, infolge des Unfalles zu aufgeregt zu sein, um der Untersuchung beiwohnen zu können, und erkundigte sich bei der Mutter des Knaben eingehend nach den Verhältnissen der Familie. Dieser schöne Zug des Großherzogs machte einen tiefen Eindruck auf die Beteiligten sowohl, als auch auf die inzwischen zahlreich erschienenen Jfenburger.
Wiesbaden, 24. Januar. Der König von Belgien wird am 1. Februar zu längerem Kurgebrauch hier eintreffen.
Homburg v. d. H., 25. Januar. Dem Vernehmen nach beabsichtigt das Kaiserpaar im März zirka 14 Tage nach hier zu kommen.
Mainz, 26. Januar. Vor der hiesigen Straftammer hatte sich der 63 Jahre alte Sanitätsrat Dr. med. Adam Rolly in Osthosen wegen Weinfälschung und Urkundenfälschung zu verantworten. Der Angeklagte besitzt in Osthosen (Rhein- hessen) neben seiner bedeutenden ärztlichen Praxis einen Weinbergsbesitz von acht Morgen und im benachbarten Pechtolsheim 14 Morgen Weinberg. Seine Weine hatte er seit Jahren mit wässriger Zuckerauflösung überstreckt mit Tresterweinen verschnitten. Diesen versälschten Wein verkaufte er und übernahm die Garantie für deren „Reinheit". Als im vorigen Herbste von dem hessischen Weinkontrolleur Proben in seinem Keller entnommen wurden, hatte er die beanstandeten versiegelten Weinflaschen, die an das chemische UntersuchungSamt gingen, heimlich geöffnet, den beanstandeten gefälschten Wein aus den Flaschen gegossen und guten Wein in die Flaschen geschüttet. Er versiegelte dann die Flaschen wieder. Diese Siegelverletzung
stellt die Urkundenfälschung dar. Der Angeklagte bestreitet, selbst die Siegelverletzung, die vom Chemiker entdeckt wurde, vorgenommen zu haben, wer es getan hat, will er nicht wissen. Das Gericht nahm an, daß er selbst die Urkundenfälschung verübt, um sich damit einen Vermögensvorteil zu verschaffen, um die Kontrolle und den Chemiker zu täuschen. Ebenso wurde er der fortgesetzten Weinfälschung für schuldig erkannt. Der Angeklagte wurde zu einem Monat Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe verurteilt. Zwölf Stück beschlagnahmter Weine werden eingezogen, auch wurde Urteilspublikation verfügt.
Wildungen, 27. Januar. Abermals hat eine Anzahl der beim Bahnbau Wega-Buhlen beschäftigten ausländischen Arbeiter — Kroaten, Italiener, Galizier usw. — wüste Ausschreitungen verübt, insbesondere haben sie einen Nebenarbeiter überfallen und durch Schläge und Messerstiche lebensgefährlich verletzt, sodaß er in das hiesige Krankenhaus übergeführt werden mußte. Vier dieser ausländischen Arbeiter sind unter dem dringenden Verdacht der Täterschaft von der Gendarmerie ermittelt und eingesperrt worden.
Erfurt, 27. Januar. Die Stadtverordneten bewilligten für ein hier zu errichtendes Heim für Töchter von Beamten und Arbeitern der preußischen Eisenbahnen unentgeltlich das erforderliche Terrain. Das Heim soll weiblichen Personen Aufnahme bis an das Lebensende gewähren, aber auch Töchtern von Eisenbahnbeamten und Arbeitern bieten, wenn sie sich für einen Beruf vorbereiten wollen und nicht die Mittel besitzen, während der Ausbildungszeit den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Vermischtes.
— (Dor warst D u nich dümmer nah.) Zum Verkauf einer Pferdehaut begab sich dieser Tage ein Landmann aus der Gegend von Großenaspa zu einem Geschäftsmann in Neumünster. Der Handel wurde zum Preise von 12 Mark schnell abgeschlossen, und zum Schluß meinte der Käuser zum Landmann: „Dat Geld mußt Du Di von de Bank halen, ick gew Di een Scheck mit." Der Landmann, dem diese „niemodsche" Geldzahlung nicht in den Sinn will, kratz sich erst bedenklich hinter den Ohren, schließlich aber läßt er sich doch daraus ein, als der Käufer ihn noch mit den Worten ermuntert hat: „Gah man hen, dor warst Du nicht dümmer nah." Nicht wenig erstaunt der Landmann toirtlich, als ihm auf der Bank der Kassierer bei Präsentation des Schecks anstandslos nicht nur 12 Mark auszahlt, sondern sogar 1200 Mark, indem er einen Tausendmarkschein und zwei Hundertmarkscheine ihm überreicht. Nunmehr entspann sich folgende Unterhaltung: „Dat stimmt nich!" — „Das stimmt doch!" — "Nä, dat stimmt nich!" — „Aber ganz gewiß, es ist so richtig!" sagte schließlich der Kassierer überzeugend. Endlich nimmt der Landmann die Summe und begibt sich damit wieder zu dem Geschäftsmann, der nichts Eiligeres zu tun hat, als sich schleunigst nach der Bank zu begeben, wo sich die Sache allerdings sofort aufklärte. Er hatte den Scheck auf 1200 Mark statt auf 12,00 Mark ausgestellt !
— (Die Ziegenbock-Batterie.) Der Geh. Sanitätsrat Dr. Konr. Küster veröffentlicht in Berlin bei I. Harrwitz Nachf. seine „Kriegserinnerungen von 1866 und 1870/71". Darin erzählt er u. a. auch von dem Ziegenbock, der im Feldzug gegen Oesterreich die 5. Gardebatterie, der er als Arzt zugeteilt war, begleitete. Er schreibt: Eine ganz besondere Zutat unserer Batterie war ein außergewöhnlich großer und prächtig gebauter Ziegenbock. Kavallerie und Artillerie halten sich häufig einen Ziegenbock, weil der Aberglaube herrscht, er zöge die Krankheiten der Pferde an sich. Wegen seiner Originalität hatte man beschlossen, ihn mit ins Feld zu nehmen. Als der Marsch nach Schlesien begann, marschierte unser Ziegenbock mit der Batterie, aber immer an der Spitze. So lange wir allein marschierten, ging alles recht gut. Als wir aber später im Brigade-Verbande uns voraus bewegten, wollte der Ziegenbock keine Truppen vor sich dulden; er lief regelmäßig nach vorne, um wieder an der Spitze die Führung zu übernehmen. Es blieb deshalb nichts anderes übrig, als ihn aus einen Gepäckwagen zu nehmen und ihn dort zu befestigen. Sobald wir in unser Quartier einrückten, wurde er sich selbst überlassen. Er suchte sich mit großem Geschick seine Lagerstadt und ebenso sein Futter. Lieblingsspeise waren ihm Zigarren. Er drang mit der größten Unverschämtheit in offenstehende Zimmer und suchte nach Zigarrenkasten, deren Inhalt er sofort vertilgte. Als ihn hierbei ein Mann überraschte und ihn verjagen wollte, ging der Bock mit seinen Hörnern auf ihn los, jagte ihn in die Flucht, und als der Mann durchs offene Fenster flüchtete, beförderte er den Rückzug durch einen kräftigen Stoß auf den Hinterteil. Selbstverständlich blieben Beschwerde» über ihn nicht aus. Aber was tun? Kriegsgerichtlich konnte er nicht belangt werden. Er ging stets seine eigenen Wege, kein Mensch kümmerte sich um ihn. Wenn Appell der Mannschaften abgehalten wurde, erschien mit würdigen Schritten auch der Ziegenbock, umkreiste die Mannschaften und wehe, wenn ein Zivilist zu nahe zu kommen wagte. Er ging mit gesenkten Hörnern sofort auf ihn los und hielt ihn in angemessener Entfernung. Wegen dieser und anderer löblicher Eigenschaften wurde seinen Schandtaten gegenüber ein Auge zugedrückt, ja er wurde sogar von den Mannschaften in einer feierlichen Handlung zum Vizezahlmeister-Aspiranten ernannt und man verlieh ihm ein Halsband mit Sergeantenknöpfen, das er mit großem Stolze trug. Neugierig waren wir, wie er in der Schlacht sich benehmen würde. Unsere Erwartungen wurden noch übertroffen. Es war im Gefecht bei Königinhos. Der Ziegenbock stand hochaufgerichtet auf einem Protzkasten und hatte eine Haltung, als wenn er das ganze kommandierte. Kugeln und einschlagende Granaten störten ihn auch nicht einen Augenblick in seiner Herrscherhaltung. Diese- Verhalten hat ihn in die Zeitungen gebracht. Oesterreichische Gefangene sahen den Ziegenbock aus dem Protzkasten und schauten voll Verwunderung und mit Staunen zu ihm hin. Einer der Gefangenen hatte dies nach Hause berichtet und geschrieben: Er wunderte sich gar nicht mehr, daß die Preußen überall siegten, sie ständen ja unter dem Befehl des Teufels; er habe selbst ihn in Gestalt eines Ziegenbocks gesehen. Dies Schreiben wurde von einer Zeitung abgedruckt und von einer Reihe anderer dann ausgenommen. So wurde unser Ziegenbock eine geschichtliche Persönlichkeit. Aber auch er sollte nicht ohne Unbill und Schädigung davonkommen, wenn auch nicht in der Schlacht. In seinem Selbständigkeitsdrange war er einmal vom hohen Wagen gesprungen, leider nicht geschickt genug; er brach dabei ein Bein. Die Trauer war groß. Tierarzt Hertwig und ich legten ihm aber kunstgerecht einen Gipsverband an. Er war dadurch mehr auf den Wagen angewiesen, auf dem er sich dann auch im Bewußtsein seiner Verwundung ruhig verhielt. Seine Würde verlor er auch dabei nicht. Als wir aus unserem Rückmarsch in die Provinz Sachsen gekommen waren, begann man in den Dörfern uns
feierlich zu empfangen. Ein Schullehrer erschien mit seinen Schulkindern; festlich wurden wir angesungen. Als nach einer Rede des Lehrers uns Lorbeerkränze übereicht werden sollten, entdeckten die Kinder mit einem Male den auf dem Wagen thronenden Ziegenbock. „Süh, kiek! den Ziegenbock!" Alle Aufmerksamkeit der Kinder wandte sich nunmehr von uns dem Ziegenbock zu, und eine Reihe Lorbeerkränze, die uns zugedacht waren, wurden ihm um den Hals gehängt. Er sraß sie voll Würde auf! Der Ziegenbock hat noch Jahre bei der Batterie gelebt. Er fiel seiner Leidenschaft für Zigarren und für viel Bier zum Opfer. Nach reichlichem Genuß von beiden fiel er plötzlich infolge eines Schlaganfalles tot zu Boden.
— Hamburg, 28. Januar. Der japanische Ingenieur Schmidt auS Tokio, der mit einem Kollegen das elcktrische Eisenbahnkraftwerk in Altona besichtigte, kam einem Schalter zu nahe und wurde vom Starkstrom getötet.
— (Drei Kinder verbrannt.) Ein schwerer Unglückssall ereignete sich in der Wohnung der Witwe WieSner zu Königshütte. Ihre drei Kinder, die sie allein in der Wohnung zurückgelassen hatte, fand sie bei der Rückkehr als völlig verkohlte Leichen vor. Der Brand war dadurch entstanden, daß eines der Kinder ein Stück brennendes Papier aus dem Kohlenkasten in den Ofen zu werfen versucht hatte; hierbei hatten die Kleider des Kindes Feuer gefangen.
— (DreiKinder im TegelerSee ertrunken.) Der 12jährige Schüler Gustav Schütt, Sohn eines Kaufmanns aus der Ackerstraße in Berlin, brach gestern vormittag beim Schlittschuhlaufen auf dem Tegeler See, zwischen dem Havelleuchtturm und Valentinswerder, ein und verschwand unter der Eisdecke. Am Nachmittag tummelten sich auf dem See zahlreiche Personen, welche weder die Warnungstafeln noch die mahnenden Zurufe der Polizeibeamten beachteten. Darunter befanden sich die 8 resp. 15jährigen Brüder Leder, Söhne eines Tegeler Eisenbahnbeamten, mit einem Schlitten. Zwischen der Badeanstalt und der Insel Haselwerder brachen sie ein. Der Ingenieur Wibiral aus Berlin band schnell sechs Kleidungsstücke zusammen, um sie dem ältesten Knaben, welcher sich an der Eisdecke noch hielt, als Rettungsleine zuzuwerfen. Er erreichte den Eingebrochenen aber damit nicht, und ehe er seinen Rettungsversuch wiederholen konnte, ging der Junge unter.
Letzte Nachrichten.
Konstantinopel, 28. Januar. Der berüchtigte bulgarische Bandensührer Dimko Sarafow aus dem Vilajet Monstir erschoß sich kürzlich, als er in einem Hause in Nosbot umzingelt war. Er ließ einen Sack mit Schriften des bulgarischen Komitees zurück.
München, 28. Januar. In der Nähe der Etation Vilshofen in Niederbayern stürzte gestern früh gegen 7 Uhr eine über die Vils führende Eisenbahnbrücke in dem Augenblick ein, als ein aus sechs vollbeladenen Wagen bestehender Güterzug diese passierte. Der ganze Zug fiel in daS Wasser. Der Unfall ereignete sich bei den Granitsteinbrüchen im sogenannten Taserl. Die 90 Zentner schwere Lokomotive hatte die Brücke bereits passiert, als diese unter der Last der be- ladenen Wagen mit einem furchtbaren Krach zusammenstüHte und auch die Maschine in die zurzeit hochgehende Vils riß. Der Lokomotivführer erlitt Rippenbrüche. Ein Bremser wurde von den Fluten fortgeriffen und verschwand spurlos. Die Leiche ist noch nicht gefunden worden. Die Ursache deS Unglücks ist in einer Beschädigung des Brückenpfeilers durch das Hochwasser zu suchen.
Warschau, 28. Januar. Der Gutsbesitzer Henryk Wemer ist auf seinem Gute Bielina von einer Räuberbande samt seiner Frau und seinem sechsjährigen Sohn getötet worden. Die Banditen verwundeten die Dienerschaft, beraubten das Wohnhaus und entkamen.
Singen, 28. Januar. Das Schiff Genius, das gestern morgen im Anhang eines kleinen Schleppers den Binger Hasen passierte, um talabwätts zu sahren, geriet in der Nähe der Nahemündung infolge der hochgehenden Eisschollen der Nahe so stark inS Schwanken, daß ein Schiffer über Bord fiel und ertrank. Das Schiff riß sich loS und trieb in das Fahrwasser des Binger Lochs, so daß dieser gesperrt und der Verkchr gehemmt wurde.
Paris, 28. Januar. Der französische Geschäftsttäger in Tanger telegraphiert, daß trotz des zur Erregung von Fanatismus verbreiteten falschen Gerüchtes von einer Flucht der Franzosen aus Marrakesch die Stämme sich nur wenig beeilen, dem Ruf Mulay Hafids Folge zu leisten. Das Zusammenbringen kriegstüchtiger Leute sei schwer und die Preise für Waffen seien unerschwinglich hoch.
Die echten Quaker Oats werdet» nu in geschlossenen, mit der Quaker-Scbut» mark» versehenen Paketen verkauft.
Der Umsatz von Quaker; Oats \ 1 , * < ^
steigt beständig infolge der her-
vorragenden Qualität, und Spar- samkeit im Gebrauch. ^ Quaker, Oats ist kräftigend und nahrhaft' und wird von der LMS«> kWM
gern gegessen.