Einzelbild herunterladen
 

kräftig bleibt, ist dies kein Verlust. Die Kartoffel wird dann mit dem Keime gesetzt, und das ist für Frühjahrkar­toffeln von besonderem Vorteil, weil die Ernte dann früher beginnt. Eine Kartoffel, welche zu öfterem abge­feimt wurde oder fußlange Keime getrieben hat, ist keine vollwertige Gaatkartoffel, denn sie hat einen Teil der Kraft verloren, und die lückenhaften Kartoffelfelder im Frühjahre geben den Beweis dafür, wie sehr sich eine Ver­nachlässigung der Saatkartoffeln rächt.

Der Weizen

verlangt alte Bodenkraft, gedeiht aber auch gut auf bindigem, ärmeren Boden bei entsprechender Düngung mit Stallmist. Bei Anwendung künstlicher Dünger ge­nügen, um die erforderliche Stickstoffmenge zuzuführen, ca. ein Zentner schwefelsaures Ammoniak pro Hektar als Herbstdüngung und anderthalb bis zwei Zentner Chili- salpeter als Kopfdüngung; den Phosphorsäurebedarf kann man mit sechs bis acht Thomasphosphatmehl decken. Einzelne hochgezüchtete Weizensorten stellen erhöhte An­forderungen an den Boden; man düngt dieselben in der Regel mit 60 bis 70 Pfund Stickstoffdünger und acht bis zehn Zentner Thomasmehl.

Farbe und Geschmack der Milch.

Die Milch wird gelber durch, Fütterung der Kühe mit Leinkuchen- oder Baumwollsaatmehl. Auch junges Grün- futter, kurz geschnitten und in geringer Menge unter das Kraftfutter gemischt, wirkt Wunder, besonders wenn es mit Löwenzahn durchsetzt ist. Zu vermeiden ist reichliche Fütterung von Rüben und Erdkohlrabi, die eine magere und blasse Milch ergeben. Kokosnußkuchen verleihen der Milch einen besonderenWohlgeschmack, der von keinem anderen Kraftfuttermittel erreicht wird.

fl M^ WWbMft**ft»3MMbMA^ Tiehzuchr. Ü

äWmWWWm^vWwrw^^

Um Pferden das Straugschlagen abzugewöhnen, Wende ich schreibt ein Gutsbesitzer in derJll. landw. Ztg." das folgende Verfahren an. Ich spanne das Pferd in eine Ackerschleife (Schlitten) oder an ein Stück Kantholz nicht zu schwer, mache die Stränge lang und zuerst breit, daß das Pferd beim Ausschlagen nicht an den zu ziehenden Gegenstand schlagen kann, lasse das Pferd ohne Leine von einem kräftigen Mann auf einer ebenen Fläche erst geradeaus dann im Kreise rechts- und lingsum führen. Das Pferd ist, wenn ihm die Stränge ankommen, sehr aufgeregt und schlägt aus. Der Führer kümmert sich nicht darum, aber er hält fest, damit es nicht durchgeht; auf diese Weise führt er das Tier so lange, bis es ruhig geht, ganz gleich, ob es mit den Hin­terbeinen innerhalb der Stränge ist oder nicht. Dieses

Ein Lanrrndorf vor 50 Jahren.

(Fortsetzung.)

Die erstere Kategorie finden wir in weniger bevölkerten Gegenden, besonders in solchen Provinzen, wo der Groß­grundbesitz vorherrschend ist und die Großgrundbesitzer auf eigene Arbeiter angewiesen sind, weil eben keine freien selbständigen Arbeiter zu haben, oder doch zu entfernt wohnen.

Die Freizügigkeit und die Verkehrserleichterung durch die Eisenbahnen haben nun diese sonst anspruchslosen ländlichen Arbeiter lüstern gemacht nach den Fleischtöpfen Aegyptens, welche ihnen Selbständigkeit, besseren Ver­dienst und sinnliche Genüsse bieten.

Aber wir wollten ja eine solche Arbeiterfamilie auf dem Lande besuchen.

Der Leser folge mir in die Arbeiterwohnung eines Rittergutes in Hinterpommern oder Neuvorpommern. Wie ich schon in meinemLandwirtschaftlichen Jahre in Briefen" hervorgehoben, haben wohlhabende Großgrund­besitzer, welche die soziale Not ihrer Arbeiter und die Ab- Hülfe derselben richtig erkannt haben, für genügende Woh­nungen gesorgt, dadurch nicht unwesentlich dazu beigetra­gen, daß wenigstens in ihrer Umgebung eine Abnahme der sozialen Krankheitder Landflucht" sich bemerkbar- gemacht hat. Bei dem tiefverschuldeten Großgrundbesitzer aber werden wir meist auch schlechte, unwirtsame Arbeiter- wohnungen finden. Eine solche besteht aus einer zwei­fenstrigen Stube und daran stoßt die Kammer, welche kaum ein Fenster, vielleicht nur ein Luftloch hat. Die Wohnung ist selten gedielt; vorherrschend ist der Fuß­boden von Lehm, wie die alten Scheuntennen waren; die Feuerung besteht aus Torf, welchen die Tagelöhner selbst bereiten,-oder aus geringem Holz, das er natürlich sich selbst klein Hocken muß. Seine Lebensbedürfnisse, wie Kaufmannsware, Vekleidungsgegenstände und andere Bedürfnisse muß er sich ist kein Kramladen am Orte aus der oft stundenweit entfernten Stadt holen. In der Kleinstadt, im Kramladen des Ortes, oder gar vom Hausierer, bei allen dreien aber teurer als in der Großstadt. Neben der täglichen Arbeit denn mit sei­ner ganzen Zeit ist er feinem Arbeitsgeber verpflichtet hat der Arbeiter nach feine Paar Morgen Land und seinen

dauert höchstens einen halben Tag und das Pferd wird sich nicht mehr um die Stränge kümmern. Etwas Frrt- terkorn ist ab-nziehen, und jede andere Strafe ist zu vsr- meiden. ________

Gute Pflege erzielt aus den Ziegen einen Ertrag, der den des Rindes von .geringerem Schlage übertrifft: denn sie geben im Verhältnisse zum Futter mehr Milch, liefern Felle zu feinerem Leder und je nach der Gattung die gesuchteste Wolle. Freilich kann die Ziegenzucht durch bessere Fütterung und Pflege nie so gesteigert »erbe®, wie man es beim Rindvieh vermag.

Eber «nb Tauen pflegt man bekanntlich aus dem Grunde zu kastrieren, damit der Geschlechtstrieb unmöglich und demzufolge die Knochen und das Fleisch feiner, das Tier zuni Fettwerden geneigter gemacht werde. Die Erfahrung zeigt, daß je früher die Kastration vollzogen wird, desto eher die er- wähnten Vorzüge erreicht werden.

Kastration der Ferkel.

Im Alter von 2 bis 3 Wochen kann bei den Eberfer­keln die Kastration erfolgen, jedoch ist es ratsam, diese Operation lieber einige Tage spätrer als zu zeitig vor- zunehmen, indem schwache Tiere nach der Kastration sehr leicht eingehen. Im Interesse der praktischen Aufzucht wird es daher liegen, die Kastration bei schwächeren Ferkeln in der vierten Alterswoche auszuführen.

Haben die Ferkel den Durchfall, so ändere man da§ Futter der Sau und der Ferkel; Stall und Futtertrog werden desinfiziert oder die Tiere in einen desinfizierten Stall gebracht. Es dürfen nur Kör- ner, aber keine Milch gefüttert werden. Die Tiere müssen eine reine trockene Streu bekommen.

Leinsamen als Kaninchenfutter.

Leinsamen werden in gequetschtem Zustande der Milch für tragende und säugende Häsinnen zugesetzt. Der Lein­samen enthält nämlich einen Schleim, der ein Gemenge verschiedener stärkeähnlicher Kohlehydrate darstellt, die auf den tierischen Organismus eine sehr günstige Wir­kung-ausüben, die sich besonders bei der Verdauung des Gesamtfutters geltend macht. Auch vor und während der Haarung ist der Leinsamen alsFuttermittel zu empfehlen. Der Leinsamen muß grob gemahlen sein und wird dann in einer breiigen Abkochung mit Magermilch gereicht. Zu starke Gaben rufen jedoch leicht Durchfall hervor, deshalb sei man mit diesem Futtermittel ja recht vorsichtig, 20 bis 25 Gramm täglich für ein Tier genügen vollständig.

Ei« billiges Kaninchenfutter geben die sog. Vieh- oder Riesenkartoffeln, welche in jedem nur einigermaßen günstigen Boden ganz enorme Erträge liefern. Diese Kartoffel wird in vielen Gegenden aus- lchließlich als Schweine- und Kaninchenfutter benutzt, da

Garten zu versorgen, seine Kuh, seine Schweine, sein Federvieh abzuwarten, für deren Versorgung und Ab- Wartung ihm und seiner Frau und Familie nur die Feier­abendstunden oder der Sonntag bleibt.

Das ganze Leben ist also viel mühsamer und müh­seliger als in der Stadt, zugleich auch mit einem immer­währenden Suchen nach einem besseren Auskommen, mit einem öfteren Dienstwechsel verbunden.

Was die geistige Pflege und spezielle Seelsorge bei den Arbeitern betrifft, so werden die ländlichen Arbeiter der­selben weniger entbehren, kümmern sich die Ortspfarrec anders um ihre Kirchkinder. In der Großstadt entbehrt die Mehrzahl aller Arbeiter der Seelenpflege mehr oder weniger. Da sind die ungetauften Kinder, welche oft bis zum Eintritt in die Schule als Heiden herumlaufen, kirchlich nicht eingesegnete Konkubinate an der Tages­ordnung usw. usw.

Wer erschrickt nicht vor solchen Zuständen! Es gibt nur eine Hülfe! Das ist die Rückkehr zu dem lebendigen Gott und das kann nicht oft genug gesagt und gepredigt werden in der Kirche wie im Staat.

Bei den ledigen Arbeitern ist die Lage nicht so günstig, aber immerhin sind auch hier die Leute ordentlich in der Stadt materiell günstiger als auf bem Lande.

Für eine Schlafstelle zahlt ein lediger Bursche oder ein lediges Mädchen 100120 Mark, für Lebensunterhalt 300350 Mark, macht zusammen 400470 Mark. Ein ordentlicher lediger Arbeiter kann täglich mindestens 2 Mark verdienen, macht jährlich 600 Mark, es blieben ihni also 170 Mark für Bekleidung und Vergnügen. Wo ist ein Pferdeknecht auf dem Lande, oder lediger Arbeiter mit solchem Verdienste? Und dabei der unberechenbare Besitz und Genuß der persönlichen Freiheit und Unge­zwungenheit außer der Arbeitszeit! Kommt ein Mädchen vom Lande in die Großstadt, um Arbeit oder einen Dienst zu suchen, so entwickelt sich ihr Fortkommen je nach den körperlichen und geistigen Gaben und Anlagen, die sie mitbringt, etwas langsamer. Hat das Mädchen eine ernste christliche Erziehung genossen, so wird sie auch eine gute Herrschaft finden, bei der sie sittlichen Halt hat und ausharren wird. Anders ist es bei solchen Mädchen, welche nen, jetzt auch in Bureaus im Schreib- und Kassen- Arbeiterinnen ihren Unterhalt zu suchen. Diese sind mehr oder weniger dem sittlichen Verderben, dem geisti­gen und körperlichen Verkommen ausgesetzt. Ihre Zahl

sie sich weniger als Speisekartoffeln eignet. Wo diese Kartoffelart angepflanzt wird, kann man sich leicht ein billiges Kaninchenfutter verschaffen, da die Biehkartof. fein infolge der massenhaften Erträge, wenigstens in den meisten Gegenden Deutschlands um billigen Preis er­hältlich ist.

Wie schützt man die Kaninchen -«Oe« Kälte rc.

Gegen Kälte, Wind und Regen kann man die Kanin­chen leicht schützen, indem man die Stallungen mit Säcken und alten Tüchern umhängt oder, was noch besser ist, man nimmt Stroh, schneidet es wie die Länge und Breite des Stalles es verlangt, näht das Stroh mit starken». Faden auf Säcke oder Tuch und die besten Schutzwände sind ohne große Kosten hergestellt. Diese Schutzwände befestigt man an den Außenwänden des Stalles beim Eintreten von kalter Witterung, sie können von jedem Züchter selbst angefertigt werden und können dieselben, wenn etwas schonend bamit verfahren wird und sie über den Sommer gut aufbewahrt werden, viele Jahre benützt werden. Man kann ja wohl auch als Schutzwände soge­nannte Strohmatten herstellen, wie man sie bei Gärt­nern verwendet, wenn aber Säcke ober Tücher damit ver­wendet werden, ist es entschieden besser,

Um Hunde radikal von Läusen zu reinigen, muß man leider zu giftigen Mitteln greifen, so zu weißem Prüzipitatpulver. Dasselbe kann nur trocken und auf trockenem Grunde angewandt werden, nachdem man dem Hunde vorher einen Maulkorb vorgetan, der ihm jede Annäherung des Maules oder der Zunge an den Körper unmöglich macht. Nach etwa einer oder besser nach zwei Stunden wird das Pulver gänzlich aus­gebürstet. Der Hund darf, so lange das Pulver im Haar ist, nicht naß werden, da das gelöste Pulver die Haut an- greift und den Hund tötet. Ein einfacheres Mittel ist die sogenannte Lausesalbe (Pedicularis) die man tüchtig ins Haar reibt, worauf diese Schmarotzer sich entfernen und auch zum Teil krepieren. In ähnlicher Weise wirkt Petro­leum, wie auch das Waschen mit einem Absud von Läuse- kraut (Pedicularis), einer auf Wiesen sehr häufigen Pflanze. In Ställen, Hundehütten und Zwingern muß in jedem Vierteljahr eine gründliche Reinigung mit Kalk, dem etwas Kerbelwasser beigesetzt wird, stattfinden. Alle Teile, mit welchen die Hunde in Berührung kom­men, werden gekalkt ober mit Leinöl eingestrichen, nach­dem sie vorher gründlich gereinigt sind. Hundehütte, Stall oder Hundelager sollen niemals in der Nähe des Hühnerhauses, noch weniger aber unmittelbar darunter sein, da der Hund unter seinen eigenen Schmarotzern schon gerade genug zu leiden hat. Hühnerläufe pflegen nämlich in ziemlich weitem Umkreise spazieren zu gehen, was ein Einnisten auf Hunde nur gar zu leicht möglich macht. Absolute Reinlichkeit ist Grundbedingung, das Ungeziefer von unseren Lieblingen fern zu halten.

ist beträchtlich und das Angebot größer als die Nachfrage. Daher verdienen diese armen Geschöpfe als Arbeiterinnen in Fabriken, Konfektionsgeschäften, Läden, Restauratio­nen, jetzt auch in Bureausim Schreib- und Kasten­wesen, beim Post- und Telephondienst Hungerlöhne. Natürlich reicht der Verdienst nicht aus, um die Ausgaben für die Schlafstelle, für Kost und Kleidung (Putz) D decken; es muß dann leider nur allzuhäufig die Prostitu­tion die notwendigen Einnahmen, um auskommen zu können, hergeben.

Georg stellte sich nun zunächst die Aufgabe: für seine Arbeiterfamilienmenschliche" Wohnungen herzustellen, ihnen eine Heimstätte zu bieten, wo sie sich wohl und hei' misch fühlen könnten.

Onkel F. hatte ihm zum Bau solcher Häuser einen Baumeister verschafft; er hatte mit ihm die Entwürfe be­raten, nach welchen die Bauten ausgeführt werden sollten.

Es ist eine erwiesene Tatsache, daß mit der Abnahme christlicher Gesinnung die Verpflegung des häuslichen Fa­milienlebens Hand in Hand geht und mit diesem am ein Wechsel in der Bauart der ländlichen Arbeiter- Bauernhäuser eintritt.

Während die alten Bauernhäuser ihr Gesicht stets nach dem Hofe kehrten und mit den wenigen Gicbelfensier» einen gleichsam verächtlichen Blick nach der Dorfstrabe" der Außenwelt werfen, kehren die Wohnungen in der neueren Zeit ihre Breitseiten meist ganz der Dorfstra^ der Öffentlichkeit zu. In dem ersten lebte die Familm mehr sich in stiller Einkehr, höchstens daß die Hausfrau dann und wann vom Spinnrade aufschaute und nach dem Hofe sah, ob auch noch alles in Ordnung sei. Heutzutage ist's anders. Da wird in allen Häusern bekannt, was am, der Straße passiert, auch Vieles, was nicht gut ist hören. Jung und Alt liegt in den Fenstern; der Dorf klatsch war früher nicht so gang und gäbe wie jetzt.

Besehen wir uns nun ein Arbeiterhaus, wie es nw sein soll, noch etwas genauer.

Da ist ein gemeinsamer Hausflur, ein gemeinsam^ Boden, vielleicht auch Keller, jedenfalls aber Stall, ches Zusammenwohnen führt nicht selten zu UnzuträglE feiten und Reibereien. Und eine Trennung der Gefehlt' ter ist fast unmöglich. Ja Menschen und Vieh verkehr^ in solchen Wohnungen, wenigstens was Schweine un Federvieh betrifft, wie einst in der Arche Noah. sKortsetzung folytq