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1W und seine Schrauben oder sonstigen Gegenstände ^erstellt muß der landwirtschaftliche Betrieb über Quad- ratmeilen hingehen. Dadurch aber werden gerade für den elektrischen Betrieb die Verhältnisse sehr ungünstig. In der Industrie genügt es, die elektrische Energie zur Ar­beitsstätte zu führen und dort zu bestimmten feststehen­den Maschinen hinzuleiten. In der Landwirtschaft ist es für den elektrischen Betrieb notwendig, noch sehr viel mehr vorzusehen. Das gesamte Areal des Gutes muß derart mit Feldleitungen bespannt werden, daß doch etwa alle 500 Meter eine Leitung geführt ist. Von diesen Lei­tungen muß die elektrische Energie dann mit Hilfe von Stechkontakten obgenommen und durch biegsame Kabel, die ähnlich wie Gartenschläuche aufgerollt sind, den Ma­schinen selbst zugeführt werden. Das ist natürlich ziemlich umständlich und außerdem auch kostspielig. Derartige Leitungen verschlingen ein ganz gehöriges Kapital, und dazu kommt ber Umstand, daß sie nur an verhältnismä­ßig wenigen Tagen wirklich benutzt werden, den größten Teil des Jahres dagegen brach liegen. Ihre Verzinsungs- und Amortisationskosten sind aber keineswegs gering, und so wird es erklärlich, daß man mit dem elektrischen Betriebe in der Landwirtschaft immer noch nicht recht weiter gekommen ist. Es erscheint vielmehr zunächst vor­teilhafter, ein anderes Erzeugnis der modernen Technik, nämlich den leichten Explosionsmotor für diese Zwecke heranzuziehen und sowohl mechanische Pflüge, wie auch - und Mähmaschinen durch Spiritusmotoren zu be­treiben. Dadurch gestalten sich die Verhältnisse sehr viel günstiger. Wenn nun die Frage des elektrischen Betrie­bes mit Hilfe billiger Wasserkräfte auch wieder aufge- nommen worden ist, so empfiehlt es sich für die Landwirt­schaft doch, die Rentabilität sehr genau nachzuprüfen und insbesondere vergleichsweise einen Betrieb mit Spiritus- motoren zu betrachten, bevor die Entscheidung gefällt wird.

Einmieten der Kartoffeln.

In vielen größeren Wirtschaften werden die Kartof­feln nach folgender Methode aufbewahrt. Man mache einen Meter breiten und 50 Zentimeter tiefen Graben mit senkrechten Wänden, möglichst auf durchlassendem Boden, schütte die Kartoffeln, welche von der Erde tun* -lichst befreit werden, hinein und schaufele sie so hoch, daß sie dachförmig über die Erde gehäuft werden. Dann lege man Sträucher, vielleicht Kiefer- oder noch bester Wach- Holderbeerensträuchec, die den Eintritt der Mäuse ver­hindern, auf die Kartoffeln, decke über die Sträucher Plaggen (ausgestochene Rasenstücke), die natürlich von unten ab eingedeckt werden müssen, sodaß die obere Plagge ein wenig über die untere hinüberreicht und werfe bann ganz wenig Erde darauf, um die entstandenen Ritzen zu verdecken. Den First lasse man eine Zeitlang offen, damit die Wasserdämpfe bequem abziehen können, lege jedoch zur Ueberdeckung Plaggen bereit, um sie eventuell bei Regenwetter auflegen zu können. Glaubt man, daß die Kartoffeln genügend abgedampft sind, wird

die Miete geschlossen und späterhin mit Erde beworfen. und zwar vormittags und nachmittags je % Tag, rege!* Wenn di ePlaggen gut sind, kann man sie teilweise auch weise werden die Tiere mit zwei Jahren voll zur Arbeit das nächste Jahr benützen; selbstredend sind die Sträu- benutzt.

cher auch nicht verloren und können zur Feuerung dienen.

Durch die über den Kartoffeln hergestellte Luftschicht , . _ o, ,. . . f

wird der Frost besser abgehalten, wie bei der Strohbe- ^ Stegen kann man durch kurzes Anbrnden oder An ege« dcckung, welche außerdem den Nachteil hat, daß sich leicht eme? geeigneten Hals ragens von dünnen Stäbchen leicht Mäuse einstellen und durch ihre Löcher dem Regenwasser vorbeugen. Das Selbstaussaugen sammt besonders bet Zugang verschaffen. Es ist noch zu bemerken, daß bei Jen L^cn öar bte anfangs nicht genug gemolken wer- schwerem Lehmboden der Graben nicht zu tief zu machen dem Jobas die Milch im Euter ne plagt oder wenn bei ist; und daß in diesem Fall die Kartoffeln möglichst über Siegen die jungen laugenden Zicklein Zugrunde der Erde liegen sollen. Allerdings braucht man dann gehen, oder zu früh angenommen werden ohne daß für mehr Deckungsmaterial. ein rechtzeitiges Entleeren des Euters gejorgt wird.

Welchen Wert hat das Pflügen vor dem Winter?

m i - behandelt Zuchtiuspektoc Dettinger in dem Organ ber

Wenn man das ^Feld vor dem Winter schon laatrecht xheinilchen LandwirtschaftSkammcr. Kuhmilch und Mol- un iv zur ollen ^refe Pflügt und es im Fcuhiayr nur kereiabfälle find gute Futtermittel für tragende und säu- durch ben Stummer ober Creator öffnet so ist M be MuU-Mwcm- und He 3«tel«*»t toirb roe. met »orteiftafter «» "M d°r Feld im Fruhi-hr noch ctWd)tt wenn Kuhmilch zur Berfügung ftedt nnma gegf ug tr Ein so behandelter Acker ist nam- Daraus wird nun vielfach gefolgert, daß Schweinezucht ltdj °>""-r. bröckeliger und zur Bchandlung nachgie- , , ^ Betrieben unmöglich sei, in denen man keine biger. Durch das Pflügen im Herbst werden auch die

m Kuhmilch zur Verfügung hat. So viel ist richtig: die-

Feucht,gkstsv-cheUmst- NN Baden für die Fruhiahi,. Schincinezuch, ermöglicht in manchen Bezirken eine loh. laut am besten reguliert, die Wmt-rfeuchilgk-it vermag ^ Verwertung von Vollmilch. Mager,nil» usw. S3- oicl reichlicher um tiefer in den -öden einzudringen und. .^ 0$er durchaus nicht unbedingt nötig, daß zum Betriebe

wird dem Acker dadurch länger erhalten. Andererseits trocknet wiederum die oberste Schicht eines im Frühjahr nur mit dem Krümmer gelockerten Feldes nur soweit aus, als etwa die Eggen- und Krümmerzinken eindringen. Hierdurch wird eine zeitige Bestellung ermöglicht, ohne den jungen Pflanzen die in den tieferen Schichten vor­handene Feuchtigkeit zu entziehen.

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« Areyrueyr. M?

Ueber die Aufzucht kaltblütiger Fohlen

im Rheinlande macht Gutsbesitzer Johnen-Mankartshof bei Neuß in einer Versammlung folgende Mitteilung: Die Saugfohlen bleiben ca. 45 Monate bei der Stute, sie werden nebenher schon an die Aufnahme von Mager­milch gewöhnt, damit kein Rückfall beim Absetzen erfolgt. Zu dieser Zeit nimmt ein Fohlen ungefähr 10 Liter Magermilch auf und erhält 2 bis 3 Kilogramm Hafer täglich. Nachts werden die Tiere von der Weide in den Stall genommen. Magermilch erhalten die Fohlen wäh­rend des ganzen ersten Jahres. Geht die Weide zu Ende, dann gibt man Wurzeln (Mohren), das Kraftfutter steigt auf 5 Kilogramm und es wird gutes Luzerne- oder Esparsetteheu verabreicht. In dem zweiten Weidejahr erhalten die Tiere noch 4 bis 5 Kilogramm Kraftfutter, entweder in der Weide selbst, oder des Morgens und Abends im Stalle. Mit der Anspannung wird in der Regel im Alter der Fohlen von 1% Jahren begonnen

Dem Selbstaussangen ihres eigenen Euters

ein rechtzeitiges Entleeren des Euters

gesorgt wird.

Die Aufzucht der Ferkel in Wirtschaften mit wenig Milch

der Schweinezucht Kuhmilch zur Verfügung steht. Das­selbe gilt noch vielmehr für den Betrieb der Schweine- mast. In der Rheinprovinz gibt es große Schweine­züchter, die für diesen Betriebszweig auch nicht einem Tropfen Kuhmilch zur Verfügung haben und in ihren Zuchten doch sehr erfolgreich sind. Bei einem derartigen Betriebe müssen nach Dettingers Beobachtungen folgende' Grundsätze beachtet werden:

Zur Zucht muß ein widerstandsfähiger Schweine­schlag ausgewählt werden. Es kommt dabei weniger auf' den Grad der Veredelung als darauf an, daß man es mit kernigen, gesunden Tieren zu tun hat.

Es ist eine naturgemäße Haltung unumgänglich­nötig, durch welche die Milchabsonderung der Mutter ge­fördert wird und gesunde Ferkel geboren werden.

Die Zuchtwahl muß eine sehr sorgfältige sein, man entnehme die Zuchttiere nur milchfreien Stämmen. Eine schlechtsäugede'Sau ist für diesen Betrieb unbrauchbar. Besonders wichtig ist es hier, daß die Saugwarzen in ge­nügender Zahl vorhanden sind.

Die Säugezeit für Ferkel muß hier düf sieben bis acht Wochen ausgedehnt werden. Das Säugegeschäft. wird darum für die Mütter anstrengend und verlangt. Widerstandskraft. Die Ferkeln entwickeln sich vielleicht-, anfänglich etwas langsamer, als wenn man ihnen eine' Zulage von Kuhmilch gefm kann, sie müssen darum- länger Muttermilch bekommen.

Fütterung der Mutterschweine muß ausgesucht, gut und rationell sein. Es gibt Futtermittel genug, mit denen man auch hier die fehlende Milch ersehen kann^ z .V. Haferschrot, Leinmehl usw.

6ta Lauerndors vor 50 Zahlen.

merksamkeit gefolgt, besonders in den letztenJahren, nach­dem er sich mehr seinem künftigen Berufe zugewandt hatte. So war ihm auch hierin der Umgang mit dem Prediger des Ortes im Erzgebirge, wo er die Landwirt- schaft praktisch erlernt hatte, sehr dienlich gewesen. Er war zu der festen Ueberzeugung gekommen, daß die Lage der landwirtschaftlichen Arbeiter nur durch d i e Rückkehr zu dem ehemaligen patriarcha­lischen Verhältnisse zwischen Arbeiter u n b Herrschaft, oder Dien st boten und Herrschaft gebessert werden könne. Man müsse die noch vorhandenen Arbeiter zu halten suchen und die aus den großen Städten unbefriedigt zurückkehrenden freundlich aufnehmen. Zunächst müsse dieses durch Her­stellung von besseren Wohnungen geschehen.

Der allgemeine Bildungsstand der Arbeiter ist durch die erhöhteu^Ansprüche der Schule ein anderer geworden, als er vor 50 Jahren war. Das läßt sich nicht ändern, denn die allgemeine Volksbildung ist eine Frucht und notwendige Wirkung der stetig wachsenden christlichen Kultur, begründet in der christlichen, nicht naturalistischen Weltanschauung.

Eine Arbeiterfamilie, welche aus ihrer armseligen Wohnung auf dem Lande nach der Großstadt verzogen ist, wo beide, Mann und Weib, als tüchtige Arbeiter und ordentliche Leute, einträglichen Verdienst gefunden haben, lernt hier nicht allein Annehmlichkeiten und Genüsse des Lebens kennen, welche ihr auf dem Lande nie geboten werden können, auch selbst bei den bescheidensten Ansprü­chen, sondern auch die allereinfachsten Lebensbedürfnisse sind ihr in der Stadt in besserer Beschaffenheit geboten und oft leichter zu erlangen, als auf dem Lande. Ein Beispiel möge es beweisen. Besuchen wir eine Arbeiter­

(Fortsetzung.)

Da es Georg darum zu tun war, sich nach und nach einen seßhaften Tagelöhncrstamm für seine Besitzung an« zuschaffen, ließ er es sich angelegen sein, seinen Arbeitern nicht allein einen sicheren Verdienst zu gewähren, sondern ihnen puch ein menschliches gugenehmes Heim zu bieten, damit ihnen jeder Grund zur Unzufriedenheit abgeschnit- j^n würde. Die Arbeiter-Wohnungen des Rittergutes Hegen zum Teil unter dem Schloßberge an der Straße vor dem Gehöft, am Wege, welcher durch die Felder und den Wald nach dem Eichwerke führt. Nach alter Bau- art geben diese Häuser für 2 Familien knappen Raum; jede Wohnung bot nur eine Stube und eine daneben lie­gende kleine Kammer. Flur und Küche waren gemein* schaftlich, ebenso der Bodenraum; an eine Trennung der Geschlechter war nicht zu denken. Keller und Bodenkam­mern waren fast gar nicht vorhanden. Schweineferkel und Federvieh teilten oft die Wohnung mit ihnen.

Georg hatte erkannt, daß die Arbeiternot auf dem Lande auch einen sehr wesentlichen Grund in den trauri­gen Wohnungsverhältnissen fand. Er entschloß sich daher, da er nun einmal bauen mußte, ein Beispiel aufzustellen, mit welchem er zu beweisen hoffte, daß es immer noch möglich sei, Leute bei einer guten Behandlung an die ländliche Scholle und Arbeit zu fesseln. Während seines Aufenthaltes in Berlin hatte er beobachtet, wie ordent­liche Arbeiter, verheiratete und ledige, ihr sehr gutes, ja

unter Umständen viel besseres materielles sicheres Aus- kommen in der Großstadt finden, als es ihnen auf dem Lande und speziell bei der Landwirtschaft zur Zeit ge­boten wird und auch nur geboten werden kann. Er ent­schied sich zunächst zum Bau zweckmäßig eingerichteter Ar­beiterwohnungen. Onkel F., welcher mit der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Fühlung hatte, konnte ihm leicht mit einem Entwürfe Vorschläge machen. Er hatte sich schon seit Jahren, nachdem er sein Gut verkauft hatte, nach Berlin zurückgezogen und verfolgte hier mit regem Interesse die sozialen Bewegungen und Ereignisse in Kirche und Staat. Auch Georg war denselben mit Auf­

sparsam. Die Wohnung besteht aus einer 2-fenstrigem und einer 1°fenstrigen Stube nebst Korridor und geräu­migen Küche, Boden und Kellergelaß. Durch Aftervec- mietung an ledige Burschen und Mädchen wird die Miete- von 300 Mk. zu fünf Sechstel gedeckt, so daß also die Fa­milie für 60 Mk. wohnt. Dabei läuft das Wasser ber Frau in der Küche in den Topf; wenn nicht im Hause- selbst, so doch in den nächsten Häusern, sind alle Lebens­mittel, das Feuerungsmaterial, Kleidungsstücke usw. nach Auswahl und in jeder Qualität zu haben. Und was ver­dienen die Leute? Beide mindestens täglich 5 Mk., das- macht bei 300 AcbeitstagenU500 Mk.! Fleisch kommt fast täglich auf den Tisch, und des Sonntags finden wir die ganze Familie, erlaubt es irgend das Wetter, auf einer Landpartie, oder in einem Garten, in einer Restauration. Da erkennen wir in dem Man keinen Kohlenträger, viel weniger in der Frau eine Auswärterin. Im Cylinder und feinem Rock, im Federhut und Schleier vergessen sie die Mühen des Arbeitstages!

Ein häusliches stilles Familienleben kennt man aller­dings nicht. Alles Leben dreht sich um Verdienst und Ge­nuß. Gebet und Gottes Wort, die heiligen Sakramente sind ungewohnte, ja unbekannte Dinge geworden. Es ist nicht mehr christliche, sondern naturalistische Weltanschau­ung. Wo in aller Welt wird dem Arbeiter solcher Ver­dienst, solcher Genuß auf dem Lande geboten? Daher die Landflucht und die Stadtsucht!

Besuchen wir nun eine Arbeiterfamilie auf dem Lande. Hier ist ein Unterschied zu machen zwischen landwirtschaft­lichen Arbeitern in herrschaftlichen Häusern (Kasernen> mit Naturalien und Geldlohn, und Arbeitern in eigenen Häusern mit nur Geldbesoldung.

Was zuerst die letztere Kategorie betrifft, so sind die­selben meist selbständigeArbeiter, welche selten kontrakt­lich an ihre Arbeitgeber gebunden sind, also sich ihre Ar­beit da suchen, wo sie am meisten verdienen. Es sind meist Akkordarbeiter, welche, sind sie irgend körperlich gut dis­poniert, im Sommer beim Verdungmähen, int Winter be im Akkordrutsch guten Verdienst haben. Ihr Familien­leben ist daher auch ein mehr geordnetes, sie sind deshalb demokratischen Einflüssen weniger zugänglich, und man trifft unter ihnen selten unzufriedene Leute,

(Fortsetzung folgt.)

familie in Berlin. Der Mann ist vor einigen Jahren aus dem Mansfeldischen, wo er in den Bergwerken gearbeitet, hierher gezogen. Die Frau, als junges Mädchen aus Ostpreußen eingewandert, hat in Häusern hin und her gedient. Sie haben sich gefunden und geheiratet, wohnen jetzt in einem Hause 4 Treppen hoch im Hofe im Seiten­flügel. Sie haben nur ein Töchterchen von 5 Jahren. Der Vater ist Kohlenträger und die Mutter verdient ein schö­nes Lohn als Aufwärterin oderWäscherin, Plätterin u. a,. wie es paßt. Beide Leute sind fleißig, ordentlich und