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Was ist Schuld an dem vorlauten Wesen mancher Kinder?

Von J. Bacfu ß.

Wollen wir diese Frage zielbewußt beantworten, so müssen wir uns erst klar werden, was ein vorlautes We­sen der Kinder ist. Ein vorlautes Wesen ist weiter nichts als Naseweisigkeit, indem die Kinder bei allen Gesprä­chen in der Familie vorlaut werden und in den meisten Fällen bei der Unterhaltung.das Hauptwort führen. Ja sogar, wenn Fremde da sind, sich ungeniert in denVorder- grund drängen und zwischen der Unterhaltung der Eltern und der Fremden naseweise Bemerkungen einflechten. Dieses vorlaute Wesen macht auf alle jene Personen, welche die gute Erziehung der Kinder, die Eingezogenheit und die Höflichkeit als Richtschnur der Kinderbildung nehmen, einen schlechten Eindruck. Oft lachen selbst gut erzogene Erwachsene über die naseweisen Bemerkungen der Kinder, bedanken dabei aber nicht den großen Fehler, den sie begehen. Denn unter allen Umständen stärken sie doch durch das Lachen die Kinder in ihrer Naseweisigkeit und machen hierdurch die Kinder eingebildet. Sie geben dadurch den Kindern ihr Einverständnis kund und der unreife Trieb, der in den Kindern vergraben ist, schießt hierdurch bei jeder Gelegenheit zur Wichtigtuerei hervor. Keineswegs darf nun angenommen werden, daß dieses vorlaute Wesen nur bei dummen Kindern zutage tritt, sondern hervorragend bei begabten Kindern. Die Eltern sind in den meisten Fällen stolz darauf, wenn ihre Kinder begabt und in gewisser Beziehung aufgeweckt sind. Mit Recht können die Eltern stolz sein auf ihre' begabten Kin­der, aber dessenungeachtet darf niemals die Begabung, also das Talent, das in dem Kinde vorhanden ist, in Un= bescheidenheit, Naseweisigkeit usw. ausarten. Neben dem Recht, stolz zu sein auf die Kinder, haben die Eltern aber auch die heilige Pflicht, von Jugend auf die Kinder nicht allein, wie man so oft sagt,standesgemäß" zu erziehen, sondern die Kinder erzieherisch auf der höchsten Stufe zu halten. Wer in dieser Sache ernst ist, der läßt nicht die Unbescheidenheit und das vorlaute Wesen Triumphe fei­ern. Das vorlaute Wesen der Kinder im Hause und auch anderwärts muß aber leider Gottes in den meisten Fami­lien den Eltern, den Erziehern oder Erzieherinnen in die Schuhe geschoben werden. Gewissermaßen ist es eine Schwäche bei den Eltern und Erziehern, indem sie nicht die Kraft und den eisernen Willen hatten, früher bei dem Hervortreten des vorlauten Wesens energisch die Kinder zu rügen. Ein für alle Mal muß ihnen, sobald sie das erste Vorlaute Wesen zeigen, verboten werden, sich nicht wieder in dem Rahmen dieses unbescheidenen vorlauten Benehmens sehen zu lassen. Greift der Sinn des Kindes, der ja im zarten äfftet noch nicht so gestählt gegen Er­mahnungen, trotzdem wieder zu der Naseweisigkeit, so muß sofort nachdrücklich gewarnt oder entsprechend be­straft werden. Manche Kinder, Mädchen oder Knaben sind aber von Geburt aus veranlagt, ein vorlautes Wesen zur Schau zu bringen und aus diesem Grunde soll es eine Hauptaufgabe der Eltern sein, die Kinder von Jugend auf bescheiden und eingezogen heranzuziehen. Nie sollen die Kinder an Unterhaltungen großer Personen Teil neh­men, namentlich wenn es Gesellschaftsgespräche sind, wo­von die Kinder noch kein Verständnis haben dürfen. Pflichtvergessen von den Eltern ist es, wenn sich Kinder in Gesellschaften und gegen ältere Personen frei und vor­laut äußern dürfen. Eine Mutter und ein Vater, die dieses ungestraft leiden, impfen meistens bewußter Weise den Keim des Ruins in das Kind. Ueberdies ist es auch der Erziehung hohnsprechend, wenn schulpflichtige Kinder in Gesellschaft von älteren Erwachsenen ihre Ansicht (die doch meistens kindisch und unreif ist) frei, ungeniert und meistens in wichtigtuerischem Tone kundgeben. Werden sie dann von den Eltern oder den fremden Personen we­gen ihrer vorlauten Aeußerung zur Rede gestellt, so geben sie schnippige Antworten, schlagen den Kopf in den Nacken und fühlen sich gekränkt, wodurch meistens die normale Gechsitsbildung leidet, weil sie auch häufig dabei Grimas­sen machen. Hieraus ist die Schlußfolgerung zu ziehen, daß die Kinder schon wichtig von sich denken, von sich selbst eingenommen sind und glauben, sich nichts mehr sagen lassen zu brauchen. Diese Ungezogenheit, welche durch das vorlaute Wesen auf die Bildfläche gekommen ist, hat im Gefolge die Unbescheidenheit. Letztere aber ist meistens eine Hemmung für den Lebenslauf des Kindes, weil mit der Unbescheidenheit die Unhöflichkeit zu gern ausartet und alle diese Untugenden ein schlechtes Funda­ment für das gute Fortkommen der in der Jugend an Naseweisigkeit gewöhnten Kinder ist. Das vorlaute We­sen, das auch für die Zukunft nicht gedeihlich ist, muß von Jugend auf durch ernstliche Zurechtweisungen von dem Kinde abgestreift werden. Anstatt die Kinder schon jung an allen Unterhaltungen der Eltern und fremder Perso­nen teilnehmen zu lassen, lasse man sie häufiger auf den Kinderspielplätzen in den Städten tummeln. Dort wo ein Garten ist, können die Kinder sich leicht durch Garten­arbeiten die Zeit vertreiben. Diese Art Beschäftigung im Garten, graben mit einem kleinen Kinderspaten, Sand umwühlen u. dgl. bieten viel Zerstreuungen. Dadurch

verliert sich meistens das vorlaute Wesen und der Körper entwickelt sich gut. In den meisten Fällen, wie schon er­wähnt, sind die Eltern, Erzieher und Erzieherinnen Schuld an dem vorlauten Wesen der Kinder, weil den Kindern jung nicht die Naseweisigkeit abgewöhnt wurde. Nicht minder aber wird durch das hastige, polternde Sprechen die normale Mundbildung gehemmt und ist dieserhalb schon zu vermeiden. Ein zucückgehaltenes gut erzogenes, dabei fröhliches munteres Kind wird stets den Eltern Freude machen.

Die Herstellung wirklich guter Toiletteseifen ist nicht so einfach, wie Viele annehmen. Wenige Men­schen nur wissen, wie viele Mühe und Sorgfalt zur An­fertigung dieses im Haushalte unentbehrlichen Materi­als aufgewandt wird. Ganz abgesehen davon, daß nur vollkommen reine und der Gesundheit zuträgliche Sub­stanzen genommen werden sollten, ist es durchaus not­wendig, nur Zutaten zu gebrauchen, welche der zarten Haut nicht schaden. Das Laugensalz, Alkali, der Seife ist die Ursache ihrer reinigenden Eigenschaft, und daher muß solches, Laugensalz enthaltendes Material ver­wendet werden. Langjährige Erfahrung hat gezeigt, daß das tierische Fett, sowie einige Pflanzenöle diesen Stoff enthalten, und so wird Schmalz und Talg dazu ge­nommen. Die hierzu am besten zu verwendenden Pflan­zenöle sind die aus dem Palmbaum, der Kakaonuß, dem Baumwollsamen und der Olive gewonnenen Oele. Fett und Oel wird dann zusammengeschmolzen und mit dem besonderen Parfüm vermischt, wie Veilchen, Rosen usw., gefärbt und dann in Formen gepreßt. Dabei muß sehr darauf geachtet werden, keinen Ueberfluß von Alkali zu haben, weil dieses der Haut direkt schadet. Nachdem die Seife hart geworden ist, wird sie durch kunstreiche Ma­schinen geknetet und gerollt, bis sich alle Teile durchaus verbunden haben. Dadurch wird das Einschrumpfen der Seife verhindert, was früher stets in einer bestimmten Zeit geschah und nie zum Vorteil des Käufers war. Wurde sie dadurch auch nicht viel leichter, so doch immer etwas, und außerdem verlor sie sehr an Ansehen. Durch die neue Art der Herstellung wird dieser Fehler gänzlich vermieden, und die Seife zeigt sich fortan nur in ge­fälliger Form. Bei ihrer Zubereitung wird ferner große Aufmerksamkeit auf die Fernhaltung von Staub, Schmutz oder irgend etwas nicht dazugehörigem ver­wandt. Kurz, von einer wirklich guten Toiletteseife kann mit Recht erwartet werden, daß sie absolut unschäd­lich für die Haut ist und gegen Hitze, Kälte und den Ein­fluß der Zeit unempfindlich ist.

Bettvorleger aus Fleckchen.

Wer won unseren lieben Leserinnen besitzt nicht eine recht gefüllte Fleckenlade. Räumen wir einmal gründ- ich darinnen auf. Sämtliche Fleckchen werden in Strei- en von 2 Ztm. Breite und ca. 12 Ztm. Länge geschnitten und recht bunt durcheinander gemischt. In unserem Wollkorbe finden wir wohl auch noch eine Menge Garn­reste, die bisher vergebens auf Verwendung harrten. So ausgerüstet beginnt man die Vorlage zu stricken, und zwar in drei Streifen. Zu jedem Streifen schlägt man 50 Maschen auf, strickt eine Nadel glatt ab und dann wie folgt eine Masche glatt vom Fleckchen einlegen, eine Masche glatt, das Fleckchen zurückbiegen, daß beide Enden nach einer Seite zu liegen kommen, zwei Maschen glatt und so fort die ganze Nadel. Zwischen zwei Fleckchentouren werden drei Nadeln glatt abgestrickt. Die Länge eines Streifens hängt von der Masse des vor­handenen Materials und dem Wunsche des Betreffenden ab. Sind alle drei Streifen beendigt, so werden sie zu­sammengenäht, abgefüttert und wie Smyrna-Arbeit, deren Charakter sie auch trägt, beim Tapezierer gescho­ren. Dies ist die einfachste Art dieser Vorlagen. Hat Je­mand viel gleichfarbige Fleckchen, so lassen sich sehr vor­nehme Wirkungen erzielen, wenn man sich nach einem Kreuzstichmuster richtend, Muster strickt oder gleichmäßig dunklen oder hellen Rand oder ein hübsches Mittelstück strickt. Hier kommt es eben nur auf Geschicklichkeit und Geschmack an. Diese Borlagen sind nicht nur hübsch, sondern auch sehr praktisch und wärmen die Füße sehr.

Kitt für Aquarien.

Man nehme etwas ungelöschten, recht fein pulverisier­ten Kalk und mache ihn mit einer hinlänglichen Menge Eiweiß zu einem dicken Teig an, mit dem man, ehe er hart wird, die Ränder des Aquariums verstreicht. So­bald der Kitt vollkommen trocken ist, überstreicht man ihn mit geschmolzenem Paraffin.

Kitt für Steingut und Tongeschirr.

Der beste und einfachste Kitt dazu wird bereitet aus einem Teil ungelöschten Kalk mit Eiweiß. Dies alles wird zusammengemengt und mit dieser Masse werden die gebrochenen oder gesprungenen Teile wieder zusammen­gesetzt. ____________

Schuhmacherschwärze.

Die meisten derartigen Präparate enthalten Eisen­vitriol in 1012 Teile Wasser aufgelöst. Das Tannin, welches in jedem Leder enthalten ist, erhält dadurch eine blau-schwarze Farbe und geht mit der Zeit an der Lust in tiefes Schwarz über. Auch Mischungen von Oel und Lampenruß sind sehr dienlich.

Heilpflaster.

Ein vorzügliches Heilpflaster gegen offene und lang­wierige Geschwüre kann man sich leicht selbst bereiten, in­dem man den ausgepreßten Saft der inneren (grünen) Rinde der Hollunderzweige mit Wachs und gesalzener Butter innig vermischt. Durch diese einfache Salbe sind schon oft bösartige Geschwüre geheilt worden, die trotz aller ärztlichen Mittel nicht zur Heilung gelangen wollten.

Getränke für Fieberkranke.

Das beste Getränk ist frisches, gutes Quellwasser, wo dieses nicht zu haben ist, gut filtriertes Leitungswasser. Wo kein Filter vorhanden, koche man das Wasser ab und lasse es an frischer Luft abkühlen. Gutes Selter- oder Sodawasser Wasser mit gutem Rotwein vermischt frische Buttermilch, d. h. wenn der Arzt diese erlaubt, Zitconenlimonade, sowie solche von Fruchtsäften sind ge­eignete Getränke. Am besten aber ist das Wasser; es bil­det die hauptsächlichsten Bestandteile aller Gewebsflüssig- keiten und Gewebe unseres Körpers, es verleiht dem Er­nährungsmaterial die geeignete Form, um aufgesaugt werden zu können; es ist das geeignete Mittel, um die schädlichen Stoffe aus unserem Körper fortzuschwemmen und zu entfernen. Die dem Wasser zugefügten Säuren von Früchten, Wein usw. sind nur bestimmt, die Ge­schmacksempfindung anzuregen, die bei dem Kranken stets der Anregung bedarf, und beruhigend auf die Nerven zu wirken.

Reine, frische Luft!"

ist das erste Gebot des Lungenkranken. In solcher soll möglichst auch seine Wohnung belegen sein, die er zweck­mäßig also in den Außenbezirken und nicht in den dicht­bevölkerten und mit verdorbener Luft angefüllten Zentren der Stadt suchen soll; der eventuelle weitere Weg von der Wohnung bis zur Arbeitsstätte ist weit weniger nachteilig als eine in minderwertiger Luft belegene Wohnung. In dieser selbst aber heißt es: Lüften! Lüften am Tage und selbst in der Nacht, wobei der Lungenkranke nur darauf 5U achten hat, daß er sich nachts nicht der unmittelbaren Einwirkung der kalten Luft aussetzt.

Rücke und Reller.

Gefüllter Gänsehals.

Nachdem man die Gans wie gewöhnlich vorgerichtet, ünd das Klein abgehackt hat, trennt man die Haut direkt unter dem Kopf ab, zieht sie ab und wäscht sie innen gut aus. Dann bereitet man folgende Fülle. Eine Gänse- leber wird gewiegt oder in Stückchen geschnitten und da­zu für 15 Pfennig Schweinefleisch (fein gehackt) % Sem­mel, in Milch geweicht, etwas frische Butter, etwas Gänse­fett, fein gewiegte Zwiebel, Pfeffer und Salz getan. Auch einige Morcheln (noch besser Trüffeln) und etwas fein ge­schnittener Speck schmecken sehr gut darunter; dies alles wird gut gemengt. Dann bindet man den Hals an der kleinen Oeffnung zu, gibt die Farce hinein und vernäht sie große Oeffnung. Der Hals wird in Salzwasser % bis 1 Stunde gekocht. Kalt ausgeschnitten gibt dieser Gänsehals ein gutes Abendbrot.

Einen sehr feinen Heringssalat bereitet man nach folgendem Rezepte. Für zwölf Perso­nen nehme man sechs Heringe, welche nach dem Ausneh­men und Abwaschen einige Stunden in Milch liegen müs­sen, alsdann von Haut und Gräten befreit und in recht feine Würfel geschnitten werden. So viel dieses an Portion sein wird, nehme man zu gleichen Teilen, alles in feine Würfel geschnitten: in der Schale gekochte, dann abgezogene, und kalt gewordene Kartoffeln, gute saure, abgeschälte Gurken, säuerliche Aepfel, eingemachte Rote- rüben, zwei Teile kalten Kalbsbraten, acht hart gekochte Eier, von denen vier zum Verzieren der Schüssel zurück­bleiben. Noch kommen hinzu: Zwölf im Streifen geschnit­tene, eingemachte Pflaumen, ein großes Stück eingemach­ter, ostindischer Ingwer, klein geschnitten, eine halbe Obertasse Kapern, zur Hälfte zum Verzieren, vier in zol­lange Stücke geteilte Neunaugen. Das alles wird mit folgender Sauce vermittelst zweier Salatgabeln tüchtig gemengt: Reichlich feines Provence-Oel, Weinessig, fein gehackter Dragon, gestoßener weißer Pfeffer, Senf, das nötige Salz und eine entsprechende Quantität echtes Lie- big's Fleischexrakt in kochendem Wasser mit etwas Butter und Salz aufgelöst. Das Extrakt trägt hier, wie bei allen Fleischspeisen zu Würze und Wohlgeschmack wesentlich bei. Zum Verzieren dienen außer obigem noch Gurken, Peter­silie, rote Rüben, gewässerte und gerollte Sardellen. Ge­hackte Zwiebeln, welche manche nicht mögen, müssen auf einem Schüsselchen, mit Essig bedeckt, besonders serviert werden. ________

Verwendung alter Semmeln.

Man weicht das Weißbrot, welches ein paar Tage alt ist, in Milch ein, drückt dasselbe aus und gibt einige Eier, Rosinen und Zucker nach Belieben zu. Gut durcheinander gerührt, wird das Ganze auf ein Kuchenblech ausgebrei- tct, und 1420 Minuten bei mäßiger Hitze gebacken, bis sich schöne gelbe Farbe zeigt. Der Kuchen bildet eine vor­treffliche Speise zum Tee oder Kaffee und dürfte als sehr zweckmäßige Verwendung der übrig gebliebenen Weiß- brotreste zu empfehlen sein.