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(Nachdruck verboten.) Die Zwerg- oder Lockente.

Während man in früheren Jahren die Zwerg- oder Lockente noch häufig auf Gewässern oder in Parkan­lagen von Privatpersonen antreffen konnte, ist sie heute darin fast verschwunden und ohne Ausnahme wohl nur noch in Zoologischen Gärten, wo sie zumeist zum Aus­brüten wertvoller Zierenten-Eier gehalten wird, und ab und zu auch auf städtischen Teichen, wenn hier auch oft nur in einem einzigen Paare, anzutreffen. Der Grund, weshalb sich die Lock- oder Zwergente nicht mehr der Gunst crffeut wie früher, ist mir nicht recht klar ge- worden, und ich weiß auch nicht, weshalb man sie nicht mehr zur angenehmen Belebung von Gewässern und Parks benützt. Eine Nutzente ist sie freilich nicht, ich glaube aber auch nicht, daß sie jemals in dieser Hinsicht irgendwelche Hoffnung erweckt hat. Ihre geringe Größe schon läßt sie gar nicht als Nutzente erscheinen, wohl aber ist sie als Zierente zu empfehlen.

Gewiß und das gestehe ich offen zu gibt es noch schönere Zierenten als es die Lock- oder Zwergente ist, aber trotzdem bleibt sie eine schöne Zierente, die sich durch zierliche Figur und Lebhaftigkeit auszeichnet und deren allmähliches Verschwinden zu bedauern ist.

Die Lock- oder Zwergente benötigt zu einem guten Gedeihen möglichst viel Bewegung ist also für Volieren in kleinem Umfang weniger geeignet, doch schreitet sie auch hier zur Fortpflanzung und dauert lange Jahre aus, wenn nur sonst seitens des Züchters die Bedingun­gen erfüllt werden, die alle Tiere in der Gefangenschaft gewissermaßen stellen, d. i. möglichste Anpassung an ihr Freileben. Bereits oben erwähnte ich, daß die Lock- und Zwergente ein äußerst lebhafter und beweglicher Vogel sei, zu diesem gesellt sich noch eine große Vorliebe zum Fliegen, so daß man dort, wo die Tiere frei gehalten werden, zu einer Amputation des linken Flügels schreiten muß. Diese Operation überträgt man, um dem Tiere keine unnötigen Schmerzen zu bereiten, am zweckmäßig­sten einem Tierarzt.

Die Heimat dieser Ente ist in Dunkel gehüllt, ebenso läßt sich mit Sicherheit nicht seststellen, wann und von wo die ersten die Tiere nach Deutschland gelangten.

Mit Vorliebe benützt die Zwerg- oder Lockente zur Ablegung ihrer Eier, die zwar klein aber recht zahlreich sind, ein sogen. Entenhäuschen, wie man solche häufig auf Teichen usw. findet und in dem man ihr Nest aus Heu und Stroh bereitet. Am zweckmäßigsten wird ein solches Häuschen in unmittelbarer Nähe des Ufers auf­gestellt, damit man ohne erhebliche Schwierigkeiten die abgelegten Eier aus dem Nest nehmen kann und das Häuschen selbst auch hin und wieder einmal reinigen kann. Werden ihr die Eier belassen, die übrigens recht wohlschmeckend sein sollen, so setzt sie sich bald zumBrüten nieder. Dem Brutgeschäft gibt sie sich mit Ausdauer hm und nimmt sich auch nach ersolgtem Ausschlüpfen der Jungen mit Liebe und Sorgfalt an. Sie ist also neben einer guten und zuverlässigen Brüterin auch eine eben­solche Mutter. Das Futter der jungen Zwerg- oder Lock­enten ist das gleiche, wie es unsere jungen Hausenten er­halten. Die Jungen, welche schon in ihren ersten Lebens­tagen viel Freiheit beanspruchen, sind gegen Witterungs­unbilden nicht gerade sonderlich empfindlich wachsen ver­hältnismäßig rasch heran und befredern sich schnell. Auf 1 Erpel rechnet man 45 weibliche Enten, uwhr wurde ich niemals beigeben, da man dann eine große Anzah unbefruchteter Eier erhalten wurde. Das Fleisch ist äußerst zart und wohlschmeckend, in Ansehung der ge­ringen Größe kann diese Ente aber als Fleischproduzen- tin nicht in Betracht kommen.

Den Namen Lockente hat sie wegen ihrer Ge- schwätzigkeit erhalten. In früheren Jahren hielt man sie deshalb auf sogenannten Entenfangen und hier lockte sie durch ihr oft ununterbrochenes Schreien voruber- ziehende Wildenten an, die dann Ictd)t erlegt Irenen ^^Figur und Form ähnelt die Zwerg- oder Lockente unserer gewöhnlichen Hausente. Der Kopf soll klein und zierlich sein, letzteres gilt and) hinsichtlich des ^Die^weißen Zwerg- und Lockenten sind in der Farbe rei^weiß und der Schnabel fleischfarbig, gewöhnlich 'st

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den ganzen Dünger herausbringt. Die Kalkstäubung hat auch noch den Vorteil, jeden üblen Geruch aus dem Stallraum zu entfernen. Man versuche und man wird sehen, welche trefflichen Erfolge man in bezug auf kräf­tige, gesunde Küchlein erzielt.

Allzuviel ist ungesund.

Es kann nicht dringend genug vor zu reichlichen Salz­abgaben an die Hühner gewarnt werden; es ist durchaus genug, wenn man den Hühnern über die Kartoffeln, Speisereste oder Fleischkuchen so viel Salz streut, wie für die menschliche Gesundheit ausreichend und zuträglich ist. Erhalten sie mehr, so muß man befürchten, daß insbe­sondere die Legehennen davon erkranken. Die am häu­figsten durch zu reichliche Salzgaben hervorgerusene Krankheit ist die Legenot.

Reinrassige Hennen

in die ländlichen Bestände einzuschließen, lohnt sich im allgemeinen nicht, denn dafür ist der Unterschied in der Legetätigkeit nicht groß genug. Wohl aber muß es loh­nend sein, reinrassige Hähne oder Produkte rationeller Kreuzung einzuschließen, um durch diese regulierend auf die Formen und befestigend auf die Vererbung der Lege­tätigkeit einzuwirken.

Langshans und Plymouth-Rocks halten sich in wirtschaftlicher Beziehung ziemlich die Wage; sie sind groß, wetterhart, die Aufzucht der Kücken erfordert keine besondere Sorgfalt, in derEierproduktion sind sie mittelmäßig, legen ziemlich fleißig wohl­schmeckende gelbliche Eier von 5060 Gramm, brüten und führen gut. Ihrer Schwerfälligkeit wegen eignen sie sich namentlich für beschränkte Räumlichkeiten.

Zwischen rebhuhnfarbigen Italienern und rebhuhnfarbigem Italiener-Leghorn ist kein Unter­schied. In Amerika und England wird das Italiener- Huhn nur Leghorn genannt. Der Name rührt von der Stadt Livorno her, wo diese Hühner zuerst ausgeführt wurden, und die in englischer Sprache Leghorn heißt,

Wie oft, wann und wo soll man die Tauben füttern?

Viele sind der Ansicht, es sei genug, die Tauben täg­lich nur einmal zu füttern; allerdings begnügen sich die Tauben auch damit, doch ist es immer besser, ihnen das Futter in zwei Malen, den eigentlichen Hoftauben auch in drei Malen zu geben, und das ist auch für Feldtauben nötig zu einer Zeit, wenn schon Junge da sind und auf dem Felde noch nichts zu finden ist. Zweckmäßig ist es ferner, das Futter nicht auf einen Haufen zu werfen. Man gibt es ihnen entweder auf dem Schlage, und hat das Gute, daß sie sich noch besser an den Schlag und auch an den Besuch ihres Pflegers gewöhnen und sich dann durch seine Erscheinung auch nicht von den Nestern ver­treiben lassen, oder auf einem sauberen Platze auf dem Hofe oder im Garten. Ein derartiges Füttern im Freien gewährt dem Fütternden sehr viel Vergnügen, weil die Tiere dadurch sehr zutraulich werden. Freilich muß man sich darin ergeben, daß vielleicht auch Hühner, Sperlinge, ja mitunter auch schlecht gefütterte Nachbars­tauben sich einstellen und mitfressen. Die Tauben merken sich hierbei im allgemeinen recht wohl die regelmäßige Fütterungszeit, doch ist es gut, sie regelmäßig dazu her- anzupfeifen; sie werden dann das Signal rasch gelernt haben, _________

Mit was füttert man Ziertauben?

Ziertauben dürfen nur leichtes, aber gutes Futter, wie Weizen, Gerste, Buchweizen usw. bekommen, sonst treten Verfettung, Verdauungsstörungen ein und die Tauben werden faul und träge. Als Zusatzfutter kann Spratts Patent-Taubenfutter mit Vorteil gegeben werden, aber nicht als Hauptbestandteil.

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Mst- und ^artenvau. HM

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Zur Obsternte.

Langstielige Aepfel pflückt man wie Birnen, bei kurz- sticligen hat man eine Drehung zu machen. Um Pfir­siche zu pflücken, braucht man eine eigene Pfirsichpflück- schere mit scharfer, gekrümmter Spitze. Die freie Hand fängt gleichzeitig die Frucht auf. Gleichviel was man pflückt oberster Grundsatz sollte es sein, das Frucht- holz zu schonen und auch die Blätter dem Baume zu er­halten. Liegen nach der Ernte die Blätter und kurzen Zweiglein unter dem Baume wie gesät, so ist das immer ein Zeichen schlechter Arbeit, und der Verlust an späteren Ernten ist nicht unbedeutend.

Maßregeln zur Hebung des Obstbaues.

Um die vielfach beklagte, geringe Rentabilität unseres Obstbaues günstiger zu gestalten, empfiehlt sich die Beachtung nachstehender acht Punkte: 1. Rationelle Pflege der Obstbäume, welche am besten durch allgemeine Anstellung von Baumwärtern erreicht wird. 2. Vor­sichtiges Abnehmen der Früchte. 3. Entsprechende Sor­tierung derselben (erste Wahl, zweite Wahl, Ausschuß).

4. Sorgfältige Verpackung des Tafelobstes in Seiden-

Papier und Holzwolle. 5. Anbau einer geringen Zahl Sorten (hauptsächlich Aepfel, welche im Lande besonders gut gedeihen und zugleich gangbare Handelsware und Dauerobst sind). 6. Erleichterung des Handels durch Bil­dung von Genossenschaften. 7. Einrichtung permanenter Obstprobenausstellungen und von Obstmärkten, auf welchen nach bestimmten Normen verkauft wird. 8. Er» strebung von Frachtermäßigung für frisches Obst von seiten der Eisenbahnverwaltungen,

Ein Beschneiden der Johannisbeersträucher beim Setzen ist weder an den Trieben noch an der Wurzel nötig; nur was verdorrt oder beschädigt ist, wird scharf wegge­schnitten (bei der Wurzel muß hierbei die Schnittfläche immer nach unten, der Erde zu, zeigen). Nötig da­gegen ist es, die Pflanzen beim Setzen anzugießen und geschieht dies Vorteilhaft in der Weise, daß man auf den Kompost, der in die Grube gebracht wurde, eine halbe Gießkanne Wasser gießt, und dann nach dem Satz ein wenig auf die obere Erdlage.

Ausreisen der Tomaten.

Hier sei auf ein aus Frankreich stammendes einfaches Mittel, das Ausreifen der Tomaten (besonders in kühlen Sommern) zu beschleunigen, aufmerksam gemacht. So­bald nämlich die Früchte der Tomaten ihre vollkommen normale Größe erreichen, werden die ganzen Pflanzen aus dem Boden gerissen und horizontal auf eine trockene Strohschicht gelegt. Ohne irgend eine weitere Vorrich­tung oder einen Schutz erlangen die Früchte ihre gänz­liche Reife und den ihnen eigentümlichen feinen Ge­schmack, __________

Aufbewahren der Zwiebeln.

Speisezwiebeln, welche sich bis zum nächsten Sommer gut erhalten sollen, müssen zunächst nach dem Heraus­nehmen auf dem Felde recht gut abtrocknen. Danach werden sie von den anhaftenden Blättern und Erde be­freit, in einer luftigen Kammer auf einem Trocken- oder Hausboden möglichst dünn ausgebreitet und erst beim Eintritt starker Kälte auf Haufen zusammengeschaufelt, welche sofort mit Tüchern, Stroh oder dergleichen zu verdecken sind. In diesem Zustande vertragen die Zwie­beln den Frost ohne Nachteil, wenn sie ganz trocken sind und ruhig liegen bleiben, bis sie bei Eintritt wärmerer Temperatur von selbst wieder auftauen. Unreife, nicht ganz trockene Zwiebeln, fowie solche, welche plötzlich in Wärme kommen, halten sich nicht, sondern werden weich und faul.

Wintcr-Porree wird in den Saatkasten gesät und später in Rahmen auf 5 Ztm. Weite verpflanzt, wo er sich den Winter hindurch bis zum Frühjahr hält.

Vom Aussäen von Rasen im Herbst.

In den wenigsten Fällen wird Rasen im Herbst aus- gesäet; bei Neuanlagen von Gärten und Parks, wo das betreffende Terrain im Sommer fertiggestellt wurde, sMte man aber im Herbst nicht allein nur schon Bäume und Sträucher pflanzen, fanden auch schon an das Be­säen der Rasenplätze gehen. Man ist dann nicht nur dieser Arbeit nächstes Frühjahr enthoben, sondern erzielt auch meist ein gutes Aufgehen des Grassamens, und während man bei einer Frühjahraussaat oftmals recht lange auf ein Begrünen der betreffenden Flächen warten muß, ergibt die Herbstsaat mit dem Eintreten wärmeren Frühlingswetters jdxm einen schönen grünen Rasen. Die Herbstaussaat ist jedoch nicht zu spät vorzunehmen; die günstigste Zeit hierzu ist in der ersten Hälfte des Sep­tember. Die Bodenfläche ist vordem gut herzurichten, am besten ist sie während des Sommers einigemal um- zugraben, einesteils, um die Erde recht klar zu bringen, andernteils um Unkrautsamen zum Aufgehen zu veran­lassen und beim Umgraben wieder zu vernichten. Nach dem Säen des Grassamens ist der Boden recht fest zu walzen oder durch Treten fest zu machen, denn auf locke­rem Boden geht der Samen nicht oder nicht so gut auf, als aus durch Walzen oder Treten gedichteten. Gegossen wird nach geschehenem Säen nicht, die bcsäete Fläche wird vielmehr ganz der Witterung überlassen und ein einziger durchdringender Regen hat gewöhnlich ein allseitiges Aufgehen des Grassamens zur Folge.

Das Ueberwintrrn der Topsslanzrn im Keller.

Im Keller, wenn er hell, trocken und sonnig, auch gegen Frost sicher ist, kann man eine große Anzahl von Pflanzen gut überwintern, z. B. Fuchsien, Hortensien, Feigen, Lorbeer, Granaten, Oleander usw., besonders große Kübelpflanzen, deren Spitzen näher dem durch die Kellerfenster eindringenden Lichte stehen. Für kleinere Pflanzen ist es notwendig, daß man eine Tablette oder Bank einrichtet, um sie näher an das Licht zu bringen. Man wähle zum Einräumen der Pflanzen einen hellen, sonnigen Tag, damit sie vollständig trocken untergebracht werden können. Ist die Außentemperatur 1 Grad über Null, so öffne man getrost die Fenster, um frische Luft herehnzulassen. Ist der Keller sehr tief, wie häufig in großen Städten, so kann man auch sogar bei einigen Kältegraden lüften. Man gedenke stets, daß sich die Pflanzen im Winter in der Ruheperiode befinden. Es