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weil es gerade für leichte Bodenarten von besonderer und lange anhaltender Wirkung ist und nie etwas damit ver­dorben werden kann. Außerdem ersetzt es in jedem Boden die entzogene Phosphorsäure, die fast alle Pflanzen zur Entwicklung bedürfen, in geeigneter Form und muß an­gewendet werden, sobald anzunehmen ist, daß dieselbe im Boden fehlt. Der Preis ist immer noch ein hoher und ist es deshalb ratsam, erst dann zum Knochenmehl zu greifen, wenn das angelegte Kapital auch mit Sicherheit wieder einzubringen ist.

Butterbereitung.

Die Bereitung guter Butter ist, wie ja schon so man­cher unserer Landwirte in Erfahrung gebracht haben wird, eine nicht zu unterschätzende Nebeneinnahme, zumal da die Preise für gute Butter heutzutage fast unis dop­pelte gegen früher gestiegen sind.

Leider liegt aber die Butterbereitung in manchen unserer Wirtschaften noch sehr im Argen und bringt da­her nicht den Gewinn, den sie bei Anwendung einer etwas größeren Sorgfalt zu bringen im Stande wäre.

Es dürfte daher unseren Landwirtinnen nicht uner­wünscht sein, in Nachstehendem einige diesbezügliche Winke von einem auf lange milchwirtschaftliche Praxis zurückblickenden Fachmanne zu erhalten:

Möglichst bald nach dem Melken muß die Milch ge­seiht werden. Die nächste Aufgabe besteht darin, die Milch in einer Temperatur von 45 bis 55 Grad zu er­halten. Wir rahmen ab, nachdem die Milch 2436 Stun­den in den Satten gestanden. Bei warmem Wetter kommt Eis in das Wasser, in welchem die Milchsatten stehen.

Ohne ein geeignetes Milchzimmer und die in dasselbe gehörende Einrichtung kann die beste Holländerin aus der besten Milch keine vorzügliche Butter herstellen. Wer seine Milch daher in einem Raume aufrahmen muß, in welchem zugleich allerlei Speisereste aufgehoben wer­den, oder in den wohl gar die Dünste aus Küche, Wohn­zimmer oder Kammer dringen, kann beim besten Willen keine vorzügliche Butter machen. Auch nicht wer in einem dumpfen Keller, wo Gemüse usw. lagern, die Milch aufrahmen muß. Nur in Räumen mit vollkommen reiner Luft kann wirklich gute Butter hergestellt werden. Milch, Rahm und Butter sind über die Maßen empfind­lich gegen unreine Dünste. Wer die Kosten scheut, die passenden Räumlichkeiten herzustellen, muß sich mit But­ter von geringer Güte begnügen und hat kein Recht, sich über geringe Preise zu beklagen.

Der Rahm muß abgenommen werden, ehe er sauer wird. Sorgt man dafür, daß das Wasser, in welchem die Satten stehen, die richtige Kälte hat, so wird der Rahm auch bei heißem Wetter innerhalb 24 Stunden nicht sauer werden.

Nachdem der Rahm abgenommen ist, tut man ihn in ein steinernes oder blechernes Gefäß, in welchem er in denjenigen Zustand tritt, den man die Reife nennt, wo­runter indessen eigentliche Säure nicht zu verstehen ist. Der Rahm muß häufig und gründlich umgerührt wer­den, namentlich so oft neuer Rahm zu dem bereits vor­handenen geschöpft wird. Bei warmem Wetter tut man gut, die Rahmgefäße in Wannen zu stellen, die mit kal­tem Wasser (Eiswasser) gefüllt sind. Im Winter dagegen stellt man bei sehr kaltem Wetter etwa 12 Stunden vor dem Buttern die Rahmgefäße in Wannen mit warmem Wasser. Sobald der Rahm reif ist, muß er verbuttert werden.

Man bringt den Rahm, der vorher durch das den Rahmtopf umgebende warme oder kalte Wasser die Tem­peratur von 6062 Grad erlangt hat, in das Butterfaß.

Man buttert nicht länger, als bis die im Nahm ent­haltenen Butterteile die Größe von mittelgroßen Schrot­körnern erreicht haben. Nun tut man möglichst kaltes Wasser in ein Butterfaß und zwar in solcher Menge, daß etwa auf jedes Liter Rahm % Liter Wasser kommt. Man dreht das Butterfaß einigemale um, und läßt hierauf Buttermilch und Wasser möglichst rein ablaufen.

Gute Butter muß auf das sorgfältigste von alter Buttermilch gereinigt werden. Dies geschieh: in der Weise, daß man zu den Butterkügelchen kaltes Wasser in das Faß gibt, dieses einigemal umdreht und darauf das Wasser ablaufen läßt. Dieses Verfahren muß so lange und so oft wiederholt werden, bis das ablaufende Wasser vollkommen klar und rein ist. Es sind 46 Waschungen erforderlich. Nachdem nach dem letzten Waschen das Was­ser vollständig abgelaufen ist, streut man im Fasse Salz für jedes Pfund Butter. Nun wird das Faß von neuem so lange gedreht, bis sich die Körnchen in größere Bälle oder Klumpen gesammelt haben.

Die gesalzene Butter bleibt etwa 3 Stunden im Fasse, wird dann auf einem Knetebrette nur genug, und um keinen Preis mehr verarbeitet als nötig ist, das in der­selben etwa noch vorhandene Wasser zu entfernen. Beim Kneten offenbart sich die Meisterin im Buttermachen. Groß ist die Gefahr, zu viel zu kneten. Geschieht dieses, so erhält man eine dem Schweineschmalz ähnliche Fett­masse, keine Tafelbutter. Beim Kneten, überhaupt Bei der ganzen Arbeit, wird die Butter nie mit der Hand berührt.

Man bringt die Butter auf ein mit heißem Wasser abgebrühtes und darauf mit kaltem Wasser abgespültes

so

Landwirte, verfüttert keine gekeimten Kartoffeln.

Der Landwirt hüte sich gar sehr, im Frühjahr ange- keimte Kartoffeln mit ihren Austrieben, sei es roh oder gedämpft zu verfüttern. Solche angekeimten Kartoffeln müssen unbedingt vor dem Füttern oder Dämpfen sorg- ältig abgekeimt werden. Denn die Keime enthalten ein für die Tiere insbesondere für Rindvieh sehr schäd- iches Gift, Solanin genannt. Tiere, welche solches Futter erhalten, verlieren sehr rasch die Freßlust und 'tehen mit ausgespreizten Beinen und hängenden Köpfen an der Krippe, die Augen stieren ins Leere und der Puls geht sehr rasch; sie sind eben vergiftet. Beim Gehen tau­meln sie, brechen öfter in den Sprung- und Fesselge- enken zusammen und stürzen wie vom schweren Rausch befangen kopfüber. Außerdem kommen bei Verabfol- gung gekeimter Kartoffeln noch Aufblähung, Durchfall und Kolik vor und bei trächtigen Kühen tritt sehr häufig das Verwerfen ein.

Landwirte, sorget bei euren Pferden

und überhaupt bei allem Vieh für Helle, luftige Ställe. Luft und Licht ist zum Gedeihen jedes Haustiers unbe­dingt nötig! Denkt an den Kettenhund, sorgt für ihn! Gebt ihm auch Bewegung!

Hunde

befreit man am besten von Würmern durch Eingabe von (hom.) China, Lstündlich 45 Körnchen in Wasser geschüt­telt, in schweren Fällen Kamala, 24 Gramm mit etwas Wasser geschüttelt. Ebenso kann man Kousso 4 Gramm mit etwas lauem Wasser oder mit Milch gemischt geben. Doch ist der Patient vor der Verabreichung dieses Mit­tels diät zu halten. Als Mittel gegen Bandwurm emp- iehlt sich sehr die Verabreichung der Hundsrose. Die Kerne derselben sind mit scharfen Härchen massenhaft be- etzt. Diese stechen den Bandwurm an, halten sich an sei­nem Körper fest und quälen den Schmarotzer derart, daß er bald darauf stirbt und samt Kopf abgeht.

Pferdegeschirre und Satteldecken mit Sphagnum- Polsterung

finden in derNordd. Allg. Ztg." einen eifrigen Für- iprecher. Sie bringe uns endlich das, was in den seit­herigen Polsterungen mit Haaren, Filz usw. vergebens versucht worden ist, nämlich ein wirklich gutes Mittel zur Schonung der Pferde. Schon seit 20 Jahren hat sich das Sphagnum in der Krankenpflege bei Behandlung feuch­ter Wunden, Geschwüre, Flechten usw. bewährt, zumal es steril, völlig keimfrei und reizlos ist und alle Feuchtig­keit begierig aufsaugt. Die Versuche, dieses Präparat auch für die Hygiene zu verwenden, sind von durchschla­gendem Errolge gewesen. Es wurden die Unterlagen zu­nächst wund gewordenen Pferden, nach vorheriger Reini­gung der Wunden, direkt aufgelegt, wobei die Tiere ihren Dienst weiter verrichten mußten. Schon nach wenigen Tagen konnte man einen Rückgang der Wunden konsta­tieren, bis dieselben ganz verschwanden. Das Sphag­num haue feine Schuldigkeit getan und weder Feuchtig­keit der Wunden, noch solche durch Schweiß aufkommen lassen. Bei disfizilen Reitpferden, die sehr leicht transpi­rierten und zum Wundwerden neigten, bewirkten Sattel­decken mit Sphagnumeinlagen geradezu Wunder. Wäh­rend diese Pferde sonst am ganzen Körper vor Nässe trieften, waren sie da, wo die Sphagnumdecke gelegen hatte, vollständig trocken, denn das Sphagnum hat hier keinen Schweiß aufkommen lassen. Der Umstand, daß das Sphagnum nicht hart wird, sondern im Gegenteil bei Aufnahme von Feuchtigkeit das Bestreben hat, locker zu werden, macbt dasselbe für solche Unterlagen besonders geeigner, indem es sich dem Körper des Tieres besser anpoht.

Brett und bearbeitet sie mit einem ebenso behandelten Kollholze. Das an den Seiten abgerahmte Brett hat eine schräge Richtung, so daß das ausgepreßte Wasser in einen Kübel abläuft.

So zubereitete Butter braucht man dann auch nicht um billiges Geld zu verhausieren. In jeder Stadt und jedem Städtchen gibt es Leute, die gern einen höheren Preis für wahrhaft gute Ware bezahlen.

Fast hätte ich die Hauptsache vergessen. Sie läßt sich in zwei Worte zusammenfassen. Hier sind sie: Peinlichste Reinlichkeit!

Konservierung der Milch.

In kleineren Wirtschaften und Haushaltungen trifft wohl häufig der Fall ein, daß die Hausfrau süße Milch möglichst lange zu erhalten wünscht. Ein gutes erprobtes Mittel hierzu ist folgende Methode: Man erwärmt die frischgemolkene Milch in einem Wasserbade auf 50 Gr. Reaumur und läßt sie ungefähr 2 Stunden in demselben. Alsdann wieder abgekühlt, bleibt die Milch bis acht Tage vollkommen süß, behält ihren ursprünglichen Geschmack und kann nach jeder Methode verwertet werden. Die Er­wärmung soll die Degenerierung der Bakterien und Pilze bewirken und die Kohlensäure austreiben.

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Die Faulbrut der Bienen.

Die Erforschung des Wesens der unsere Imker in her­vorragendem Maße interessierenden Krankheit, der soge­nannten Faulbrut der Bienen, ist in den letzten Jahren von der Kaiserlich Biologischen Anstalt für Land- und Forstwirtschaft in energischer Weise gefördert worden. Das Institut berichtet in dem Jahresbericht über seine Tätigkeit 1907 hierüber folgendes:

Es hat sich gezeigt, daß die Faulbrut eine infektiöse Erkrankung des Verdauungsapparates der Bienenbrut ist, die bei uns in zwei verschiedenen Formen auftritt, Die beiden Krankheitsformen zeigen im Krankheitsver- laufe und in den postmortalen Erscheinungen gewisse Ab­weichungen, die auch schon wiederholt den Imkern aufge­fallen sind. Bei der einen Form der Krankheit geht vor­wiegend die offene Brut, bei der anderen Form dagegen die gedeckte zugrunde. Bei beiden Formen der Krank­heiten sind meist mehrere Mikroorganismen beteiligt (Mischinfektion). In Betracht kommen als Erreger 3 Mikroorganismen; der Bacillus alvei, der Streptococcus apis und der Bacillus Brandenburgiensis. Die beiden ersteren Mikroorganismen finden sich bei beiden Faul- brutformen, der Bacillus Brandenburgiensis dagegen ist nur bei der einen Form der Krankheit, bei dem seuchen- haften Sterben der gedeckelten Brüt, vorhanden; letztere kommt am häufigsten vor, da sie in ungefähr 90 Prozent aller untersuchten Fälle des seuchenhaften Sterbens fest- gestellt wurde.

Ueber1 die bisher bei dem Studium der Krankheits­ursachen der Faulbrut erhaltenen Ergebnisse ist in den Arbeiten aus der Kaiserlichen Biologischen Anstalt" (Zur Aetiologie der sogenannten Faulbrut der Honig- üenen. Band 6, Heft 1. 1908. Verl. Parey und Springer, Berlin) ausführlicher berichtet worden. Die Ergebnisse der die Verbreitungsweise und die Bekämpfung der Seuche betreffenden Untersuchungen sollen nach Erledi­gung der für die nächsten zwei Brutjahre geplanten Ver­suche eingehend besprochen werden. Es besteht außerdem die Absicht, alsdann auchFaulbrutkurse" zur Belehr­ung der Imker in der Erkennung und Bekämpfung der Seuche einzurichten.

Gesetzliche Maßnahmen gegen die verderblicheBienen- seuche, wie sie schon früher von verschiedenen Landwirt­schaftskammern angeregt wurden, werden erst nach Ab­schluß der in Aussicht genommenen Untersuchungen mit Erfolg ergrifen werden können. (Z. L.)

Anregende Fütterung.

Das allgemeine Wohlbefinden eines Bienenvolkes zur Frühlingszeit hängt von der guten Behandlung, von günstigem Wetter und vor allem davon ab, daß man dieselben reichlich füttert. Die Mehrzahl der Imker be­haupten, daß man die günstigsten Resultate nur durch tägliche Fütterung erzielt, einerlei, ob die Bienen hin­reichende Vorräte haben oder nicht; ich aber halte dafür, daß die Tätigkeit der Königin von der Obsorge abhängt, welche ihnen die Arbeitsbienen zu Teil werden lassen; denn Tatsache ist, daß die Bienen ihre Mutter mit Futter reichlich versehen, wenn ausreichende Vorräte vorhanden sind, ob nun frische Vorräte geboten werden oder nicht. Meine Erfahrung hat mich überzeugt, daß es nicht not­wendig ist, mit Vorräte versehene Bienen noch zu füttern. Sollte es sich als notwendig erweisen, anregendes Futter zu verwenden, so soll man nach dem Rate vieler Sach­verständiger doch nicht zu früh damit beginnen; denn man läuft Gefahr, daß die Stöcke sich mit Bienen an­füllen, die man zu lange füttern müßte, ehe der Honig zu fließen beginnt. Ein Imker erwiderte jedoch hieraus Folgendes: Ich ziehe es vor, meine Völker einen Monat zu früh, als einen Monat zu spät in kräftigem Zustand zu haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß ein warmer, trockener, reiner Stock mit einer Durchschnitts­königin und ausreichendem Futter die Frühlingszeit hin­durch ein starkes Volk zur Zeit, da der Honig zu fließen beginnt, bedingt.

Der Riesenhonigklee

wächst auf jeder Bodenart und honigt auf trockenem und feuchtem Standort. Er bedarf weder Pflege noch Dün­gung. Seine Wurzel steigt pfahlförmig metertief in die Erde. Er dauert aus und braucht, weil er wie ein Unkraut selbst für ausreichende Aussaat sorgt, nickst wieder angesät zu werden, ausgenommen, er wirk immer jung, beim Beginn der ersten Blüte, als Futter­klee abgemäht. Seine Stengel werden, wenn man ihn wachsen läßt, zwei Meter hoch, fast holzig und verzweigen sich wie kleine Tannenbäume. Jede Pflanze trägt vom Sommer bis in den späten Herbst Hunderte von langen Blütentrauben; während die Samen der ersten Blüten schon reifen und ausfallen, entwickeln sich an den Spitzen der vielen Aeste und Zweige immer zahlreiche neue Trauben. Die Blüten locken, sobald die Witterung nur einigermaßen güstig ist, durch ihren starken Duft Tausende von Bienen an, welche, mit reicher Beute be­laden, wieder in ihren Stock zurückkehren. Eine Fläche von zehn Morgen mit diesem Klee bebaut, müßte eine unversiegbare Honigquelle für viele Völker bieten.