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Herrselder Armblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 144.

Donnerstag, den 5. Dezember

1907.

Amtlicher teil.

Hersfeld, den 2. Dezember 1907.

Im Monat November d. Js. sind diesseits den nachbc- nannten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:

am

1/11. dem 2/11.

4/11.

5/11.

6/11.

7/11.

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am

8/11.

9/11.

11/11.

12/11.

13/11.

16/11.

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18/11

19/11

22/11.

23/11.

25/11.

26/11.

28/11

29/11.

8/11.

A. Jahresjagdscheine:

a. entgeltliche:

Gastwirt Heinrich Grebe in Friedlos, Oberleutnant der Feldart. Friedrich Rosenstock v. Rhöneck in Philippsthal,

Landwirt Jakob Kalbfleisch in Hilperhausen, Gastwirt Georg Büttner in Mecklar, Schmiedemeister Oskar Goetze in Mühl- Hausen i./TH.,

RittergutspächterC. Neinecke zu HosHcisenstein, Straßenmeister Hensell in Hersseld, Tuchsabrikanten Georg Braun jun. in Hersfeld, Gutspächter Wilhelm Hold in Kirchheim, Bürgermeister Mathias Wolf in Lampertsfeld, Oberarzt der Schutztruppe für Kamerun, Heßler in Philippsthal,

Landwirt Jakob Schäfer in Mengshausen, Hauptmann Kutscha in Hersseld,

Landwirt Heinrich Pfalzgraf in Willingshain,

Amtsgerichtsrat Dr. Schemann in Hersseld, Seiner Hoheit dem Landgrafen Ernst von Hessen,

dem

w

w

rr

2/11. dem

11/11.

in Philippsthal, Korvetten-Kapitän Rosenstock von Rhöneck daselbst, Kammerdiener Karl Höhne daselbst, Landgräfl. Waldwärter Chr. Klaus daselbst, rc. Hehler daselbst,

Domänenpächter Julius Baumann zu Eichhof, Kaufmann Heinrich Gebhardt in Hersseld, Hauptmann a. D. v. Baumbach in Kirchheim, Amtsgerichtsrat Roßbach in Hersseld, Cand. phil: Heinrich Dietrich daselbst, Landwirt Johannes Jäger in Schenksolz, Gutsbesitzer Georg Gliemeroth sen. in Wölfershausen, Amtsrichter Heußner in Niederaula, Gutsbesitzer Otto Reinhard in Landershauscn, Oekonomie-Eleven Fritz Hartwig daselbst, Gutsbcs. Adolf Reinhard in Unterweisenborn, Bürgermeister Arnold Rüger daselbst, Hofmeister Heinrich Wetterau in Kleinensee. b. unentgeltliche:

von Baumbach'schen Forstverwalter Lichten- berg in Frielingen.

B. Tagesjagdscheine:

Bildhauer Adam Karpenstein in Sieglos, Gregor Volkemer in Hersseld,

am 19/11. dem Kaufmann WilliTimmermann aus Salzungen,

Fabrikanten Otto Stenger von da,

.. Direktor Adolf Meyer aus Tiefenort,

Karl Schweisgut von da,

27/11. Lehrer Wilhelm Paulus in Klcba, mit

Gültigkeit vom 5/12. 1907 ab.

Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersseld, den 30. November 1907.

Der Oberamtmann Lautenschlager in Stuttgart hat eine vollständige Uebersicht über die Verteilung der Kennzeichen und Erkennungsnummern für in- und ausländische Kraftfahrzeuge herausgegeben.

Das Werk ist im Verlage der Buchhandlung von J. B. Metzler in Stuttgart erschienen und kostet im einzelnen 2,40 Mk. bei dem Bezüge von 25 oder mehr Exemplaren 2 Mk.

Ich verfehle nicht die Ortspolizeibehörden deS Kreises hierauf aufmerksam zu machen.

I. 11428. Der Königliche Saubrat

von Grunelius.

Hersfeld, den 30. November 1907.

Die unter dem Schweinebestande der Witwe Roßbach zu Hersseld ausgebrochene Rotlausjeuche ist erloschen.

Der Königliche Landrat von Grunelius.

nichtamtlicher teil.

Sie Stylit bei Leichen.

5. Dezember 1757.

Noch durchhallte der Jubel des Sieges von Roßbach ganz Deutschland. Der große König ober, wenngleich fürs erste von schwerer Sorge befreit, überschätzte seinen Erfolg keinen Augenblick. Die Ehre seines Volkes hatte er zwar gerettet, aber neue Wolken türmten sich vor ihm auf. Jetzt galt es, zunächst die Oesterreicher aus Schlesien zu vertreiben. DaS zu Ende gehende ereignisreiche Jahr 1757 brächte ihm noch die schwere Ausgabe, sein Schlesien vom Feinde zu säubern. Am 13. November trat der König von Leipzig aus den Marsch nach Schlesien an und erreichte nach dreizehntägigem Marsche Parchwitz. Unterwegs hatte er die Trauerbotschaft von Beverns Niederlage bei Breslau erhalten und kurz darauf die noch viel schlimmere vom Falle der Stadt selbst. Am 2. Dezember ver­einigten sich dann die Reste der geschlagenen Armee Beverns unter Zielen mit dem Heere des Königs. Bald fühlten sich auch die Mutlosen im geschlagenen Heeresteile wieder gestärkt

durch den Blick auf ihre sieghaften Brüder; ba^d wachte auch bei ihnen der alte preußische Mut wieder aus.

Mit einer starken Avantgarde rückte am 5. Dezember von Neustadt her das preußische Heer in vier Kolonnen zu beiden Seiten der Breslauer Straße vor. Bei Lampertsdors stieß diese Avantgarde auf die Kavalleriedivision des sächsischen Generals Grasen Nostiz. Gegen diese ging Zielen zur Attacke vor und schlug sie in die Flucht, wobei sie 600 Mann und 2 Standarten verlor. Nun waren auch die letzten Zweifel über die Stellung des Gegners entfernt. Der König hatte persönlich erkundet und beschloß sofort, nachdem er erkannt hatte, daß Sagichütz der entscheidende Punkt in der Stellung des Feindes sei, den Angriff gegen den hier aufgebauten feindlichen linken Flügel. Zu diesem Zwecke befahl er den Rechtsabmarsch der ganzen Armee. Dieser vollzog sich, den Oesterreichern durch einen Höhenzug und durch 25 Schwadronen Husaren, die aus dem Höhenzuge den Abmarsch begleiteten, völlig verdeckt. So ließ der König sein Heer, der großen damit verbundenen Gefahr sich voll bewußt, an der feindlichen Front entlang marschieren. Diejenigen Kolonnen aber, die gerade auf den Feind losgingen, ließ der König mit dem Entwickeln beginnen, um so den Gegner zu täuschen und zu dem Glauben zu veranlassen, der Angriff gelte seinem rechten Flügel. Dieser Zweck wurde vollständig erreicht. Prinz Karl von Lothringen, der die Bewegungen der Preußen verfolgt hatte, ließ seinen rechten Flügel verstärken. Daraufhin ordnete der König eine Bewegung an, die nur ein so vorzüglich geschultes Heer wie das preußische auszuführen imstande war.

Das Entwickeln der vordersten Teile wird eingestellt. Die Kolonnen müssen mit ihren Töten rechts schwenken, und aus dem flügelweisen Anmarsch wird in den treffenweisen überge­gangen. Da diese ganze Bewegung hinter dem deckenden Höhenzuge ungesehen vom Gegner vor sich ging, so konnte sie sich mit der Ordnung und Ruhe des Exerzierplatzes vollziehen; ein Triumph fridcrizianischer Taktik! Kurz nach 12 Uhr mittags ist der Flankenmarjch beendigt. In vollster Ordnung schwenken die Truppen ein. Vor den rechten Flügel werden drei Bataillone alsAttacke" vorgenommen, und nun geht's zum Angriff! Mit Bataillonsstaffeln, die sich aus 50 Schritt folgen, tritt die Infanterie vom rechten Flügel an. Es kommt zu jenem schrägen Schlachtangriff; hier ist er dem König auf das vollkommenste gelungen, einen großen Erfolg nach sich ziehend. Im ersten Anlauf gelingt es, die feindliche Batterie von 14 Geschützen bei Sagschütz zu stürmen. Der ganze feindliche linke Flügel wird auf Leuthen zurückgeworfen, wo er, durch rasche Hilfe aus der Mitte unterstützt, wieder eine Stellung nehmen kann. Aber auch Leuthen fiel bald in die Hände der Preußen. Eine großartige Attacke der Kavallerie des preußischen rechten Flügels unter Zielens Führung hals hier den Sieg erringen.

Als sich dann die >Oesterreicher hinter dem Dorfe wieder sammelten, hielt der Führer der österreichischen Kavallerie des rechten Flügels, General Lticchesi, den Augenblick für gekommen, um durch eine kühne Attacke seiner Infanterie Luft zu machen.

Der tiliieksbort.

Roman von H. von Klip hausen.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Fürst Lermanoff fuhr zurück und starrte die Sprecherin verwundert an.Wie soll ich das verstehen, meine Gnädigste?" meinte er endlich zögernd.

Nun, es dürste Sie deshalb wohl ein wenig interessieren, zu hören, daß die schöne Gräfin eine Wahl getroffen hat. Wir werden nächstens eine überraschende Neuigkeit hören."

In der Tat? O bitte, gnädiges Fräulein, lassen Sie wich nicht vor Neugierde vergehen."

Ah, ich dachte, wir Damen hätten nur dies Vorrecht, neugierig, das heißt wißbegierig zu sein. Aber da sieht man auch eine Achillesferse an den Herrn der Schöpfung. Doch ich verrate nichts, Durchlaucht, wennschon man mich eingeweiht hat; das wäre eine schlechte Freundschaft, welche nicht zn schweigen verstünde."

Ich, ich verehre in der Tat die Gräfin."

Ich weiß es, mein Fürst", und auf einmal wurde Juliens schönes Antlitz ernst, und sie bot ihm voll warmer Teilnahme die kleine Hand,und deshalb gerade taten Sie mir leid. Es muß bitter sein, wenn der leuchtende Stern, zu dem man bewundernd emporschaut, herabfällt zur Erde und als Stern­schnuppe im Dunkeln verschwindet."

Ich danke Ihnen gnädiges Fräulein; es ist so selten, daß man bei den Königinnen der Salons echtes Gefühl findet, aber es tut dies wohl, Ihre Teilnahme gesunden zu haben."

Als er gegangen war, blickte sie ihm triumphierend nach. Wie leicht seid Ihr Männer doch getäuscht! Wenn er nicht seinen Fürstentitel und seine Million hätte, würde ich tausendmal lieber Albrechts Huldigungen annehmen, aber wir sollen ja klug sein wie die Schlangen. Warte, mein teures Kind Hedwig, nun werde ich Dir und Deiner Liebe helfen, damit die Bahn für mich frei wird."

Einen Moment, lieber Freienberg," sagte Lermanoff, als die Gäste das gräfliche Haus verließen, und nahm den Arm

seines Freundes, der sich ziemlich gedankenvoll nach Hause be- geben wollte,ich möchte eine sehr wichtige Angelegenheit noch mit Ihnen besprechen. Kommen Sie hier, die Straße ist ganz leer."

Sehr gern, verehrter Freund, und was wollten Sie mir sagen?"

Ich möchte nun endlich von Ihnen wissen, ob Sie mir zureden können, um Ihre schöne Schwester zu werben; daß ich sie liebe und anbete, wissen Sie ja längst, aber noch immer habe ich nicht ein Zeichen, daß auch sie mir gewogen ist. Sie trug heute abend auch nicht meine Blumen."

Albrecht antwortete sogleich, er kämpfte offenbar mit sich, um dem Freunde möglichst schonend Bescheid zu geben.

Fragen Sie Hedwig selbst, Freund Alexei. Junge Mädchen sind wetterwendisch und wissen oft selbst noch nicht, was sie eigentlich wollen, doch haben Sie, ich- will offen sein, nicht allzuviel Chancen."

Ich ahnte eS. Ist irgend sonst jemand mir im Wege?"

Daß ich nicht wüßte! Aber Sie find doch kein wütender Othello, um den Nebenbuhler aus dem Wege zu schaffen?"

'Nein," entgegnete der Fürst ernst,Liebe läßt sich nicht erzwingen, und ich möchte nie eine Frau heiraten, deren Herz mir nicht angehört."

Sie sind eine edle Natur, Prinz, und weiß es Gott, daß mir nichts lieber wäre, als Sie zum Schwager zu bekommen. Doch nicht wahr, unsere Freundschaft wird sich nicht lockern, auch wenn Hedwig Ihren Antrag ablehnt."

Gewiß, bester Freienberg! Ich will es morgen versuchen und bei ihrem Herrn Vater um die Hand der Komtesse werben. Gute Nacht!"

Mit kräftigem Händedruck trennten sich die jungen Männer, und nachdenklich schritt der Graf seiner nur einige Häuser weitergelegeucn Wohnung zu. Ihm lag ein Alp aus der Brust, und doch wußte er nicht weshalb; er fühlte, daß sein Verhältnis zu Julie von Ronau sich ändern müsse, und doch auch wieder war's nicht das allein, was ihn beunruhigte. Er sah mit einem Male die Gruppe von vorhin im Treibhaus vor sich und schlug sich vor die Stirn. Was war das ge­wesen? Hedwig dunkelrot, tieferregt, sich mit dem Fächer

kühlend, Morand mit gut gespielter Ruhe in sie hineinsprechend! Sollte er, der schlichte Sänger, den die gute Gesellschaft so vertrauend in ihre Mitte ausgenommen hatte, sich irgendwie vergessen und die hochgeborene Gräfin mit seiner Anbetung belästigt haben? Denn noch immer lag ihm der Gedanke, daß Hedwig den schönen Künstler erhören und ihr Herz schenken könnte, fern, und er würde jeden, der ihm dies gesagt hätte, für einen Wahnsinnigen erklärt haben.

* *

*

Am nächsten Morgen, als Albrecht sich erhoben, um zu frühstücken, fand er ein Billett seiner Schwester auf dem Tische mit nur wenigen Worten:Ich muß dich sogleich sprechen; komme noch am Vormittag."

Was mag da vorgefallen sein?" murmelte der junge Offizier verwundert.Sicherlich hängt es mit LermanoffS Antrag zusammen."

Und dem war in der Tat so. Aufgeregt schritt Hedwig in ihrem Wohnzimmer umher, den Bries mit deS Russen Erklärung in Händen, welchen ihr Vater soeben gefaubt hatte mit dem Bescheide, er werde nachher selbst kommen. Beim Eintritt des BruderS flog sie ihm schluchzend entgegen, so erregt und haltlos, wie er sie noch nie gesehen hatte.Albrecht, hilf mir, zürne mir nicht, denn wir haben einander ja immer so lieb gehabt!"

Was ist denn geschehen, Schwester?" fragte er, zärtlich den Arm um sie schlingend.Sei ruhig, sage mir alles! Es gibt nichts so verwickeltes, das sich nicht ordnen und schlichten ließe. Ist das etwa der Antrag des Fürsten Lermanoff?"

Du weißt urp diesen unglücklichen Bries?"

Er teilte mir gestern abend mit, daß er beabsichtige, um Dich zu werben, und ich konnte ihn nicht daran hindern, wenn ich ihm auch keineswegs verhehlte, daß er wenig Aussicht aus Erfolg haben werde. Und Du magst ihn also wirklich nicht?"

Nein, Albrecht, ich kann ihn znm mindesten nicht heiraten, denn ich liebe ihn nicht, wennschon ich ihn auS vollster Ueber­zeugung achte und hochschätze."

Aber weshalb kannst Du ihn nicht lieben? Er ist ein edler, vornehm denkender Mann.