Beilage jum
herrMer Kreisbkitt
Nr. 139.
Sonnabend, den 23. November
1907.
Der Glücksbort.
Roman von H. von Klip hausen.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Und der Ahnherr fühlte bereits eine seidene Schlinge um seinen Hals geworfen. Da stieß er im Finstern mit dem Dolche zu, und lautlos, nur mit dumpfem Aufprall stürzte ein menschlicher Körper zu Boden; dann ward wieder alles ruhig. Erst bei den hereinfallenden Strahlen der Morgensonne bemerkte der Freienberger den Leichnam eines Sarazenen am Eingang der Höhle — und seine Pflegerin blieb zum erstenmale aus. Er hat sie nie mehr wiedergeschen und gedachte besorgnisvoll, daß jener Tode wohl zuerst sie erdrosselt hatte, ehe er daran ging, dem Feinde die verderbliche Schlinge über- zuwersen. — Von jener Zeit an gehört der Dolch in unsere Familie," fügte der Präsident hinzu, das Pergamentblatt sinken lassend, „und wird vom Vater dem Sohn übergeben als wichtigstes Eigentum, an dem die Verantwortung für das Wohl und Wehe aller seiner Familienglieder hängt."
„Ob der Dolch auch — andere schützen mag als die Freienbergs?" meint Hedwig, nachdenklich denselben in der Hand wägend. Verwundert sah Albrecht sie an.
„Weshalb frägst Du so eigentümlich, Hedwig?" meinte er dann leise, „die Waffe ruht im sicheren Gewahrsam bei uns und wir sind geschützt hier im zivilisierten Lande."
„Ja, o natürlich," entgegntte sie zerstreut, „jetzt geht ja niemand mehr mit Gift und Dolchstößen hier vor."
„Und dennoch halten wir alle fest an der Tradition," meinte der alte Graf tiefernst, „es gibt so viele Dinge, wie Hamlet, der berühmte Dänenprinz sagt, zwischen Himmel und Erde, von denen unsere Schulweisheit sich nichts träumen läßt, daß sich diese Wahrheit auch aus diesen Fall anwenden läßt. Wenn ich einst tot bin, wirst Du, Albrecht, ebenso pietätvoll das Kleinod hüten wie ich, nicht wahr, mein Sohn?"
„Gewiß, Vater, Du kennst meine Ansichten, sie sind aus den Deinen entsprungen und schon jetzt durch das Leben gefestigt."
„Soll ich den Dolch hinübertragen?" fragte Hedwig ziemlich schüchtern und nahm dann den Schlüssel, um das Lcderetui sortzubringcn.
„Du kannst das nicht allein vollbringen", bemerkte da Graf Albrecht rasch, „aber ich werde Dir dabei behülflich sein und das Geheimfach im Schranke zeigen." Albrecht begleitete darauf seine Schwester, die den Dolch nach dem Schranke trug.
Sinnend blieb sie dann allein vor dem wiederverschlossenen Tresorschrank stehen und murmelte in sich hinein: „Glück soll die Waffe dem bringen, der sie besitzt. Ach, wer brauchte es mehr denn ich! Und hier drin in dem Geldschrank liegt das Kleinod des Glücks fast vergessen von allen. Wenn ich eS doch zu eigen hätte!"
Knirschend drehte sie nochmals den Schlüssel im Schloß und blickte poch lange wie im Traume aus den Dolch, ehe sie seufzend den Schränk wieder abschloß und dem Vater den Schlüssel brächte.
* *
*
Es war eine alte, vornehme Aristokratenfamilie, die Grafen Freienberg. Sie alle hatten hohe, edle Begriffe von ihrer Stellung, ihrem Berufe in der Welt, aber dieser Stolz artete insofern fast in Hochmut aus, als sie die unter ihnen stehenden Personen nicht für ihresgleichen hielten.
Gras Freienberg war Regierungspräsident in der schönen, alten Provinzialhauptstadt B. und ein ebenso wegen seiner Strenge als wegen feiner Gerechtigkeit bekannter und geachteter Mann. Wenn auch oft unnahbar, so besaß er doch eine vornehme Liebenswürdigkeit im geselligen Verkehr, die auf niemanden ihren Eindruck verfehlte, der mit ihm zusammenkam. Zudem war er auch ein gescheidter, vielgereister Mann, der sehr fesselnd von seinen Erlebnissen zu erzählen verstand. So kam es, daß das gräfliche Haus, ganz abgesehen von der hohen Stellung des Präsidenten, welche ihm weitgehende Repräsentation auferlegte, ein überall beliebtes und gesuchtes war, denn auch die Gräfin verstand es meisterhaft, mit verbindlicher Liebenswürdigkeit und vornehm zurückhaltender Form die Honneurs zu machen. Jeder, der sich zum ersten Male dort befand, meinte, ihn ganz besonders hätten die Gastgeber ausgezeichnet. Im Sommer lebte die gräfliche Familie auf dem schönen, unweit der Stadt belegenen Gute Freienberg, und der Präsident fuhr dann täglich solange in die Stadt, wie ihn seine Geschäfte dort fesselten.
Die beiden gräflichen Kinder, Albrecht und Hedwig, lebten im Elternhause. Ersterer stand als Leutnant bei den Kürassieren in der Stadt und bewohnte daher meistens das elterliche HauS. Gras Albrecht, ein von Grund aus vornehm und edel angelegter Charakter mit soliden Grundsätzen und vortrefflichen Ansichten, war überall beliebt und hoch geachtet. Wohl selten erfreute sich ein junger, reicher Kavallerievffizier so allgemeiner Anerkennung wie er. Denn wenn er auch nie mit den Ausgelassensten seiner Kameraden im Spielen, Wetten und flottem Leben Schritt hielt, wenn er sich auch stets davon mit irgend einer freundlich, aber bestimmt ausgesprochenen Bemerkung zurückzog, so wagte es doch niemals jemand, ihn deswegen zu höhnen oder auch nur ein spöttisches Wort zu verlieren. Man bewunderte ihn im Gegenteil und achtete ihn um so höher, denn wenn irgend ein junger Kamerad unver- schnldet in Not geriet, konnte er sicher darauf rechnen, bei Gras Albrecht Freienberg Hilse und Rat zu erhalten. Daß natürlich auch die Augen der vornehmen Mütter mit Wohlgefallen aus ihm ruhten, wenn sie ihre heiratsfähigen Töchter aus Bälle führten, braucht nicht erst erwähnt zu werde«, doch bisher war all ihr Sehnen und Berechnen umsonst gewesen;
Graf Albrecht hatte noch keine Wahl getroffen, wennschon er einer der eifrigsten Tänzer war. In letzter Zeit schien eine neu anfgetauchte Schönheit ihn anzuziehen, denn wo immer er auch mit Fräulein Julie von Ronau zusammentraf, war er ihr getreulicher Schatten, und die schwarzen Augen des munteren Mädcheus flammten Heller aus, wenn der stattliche Kürassier zu ihr trat.
Gras Albrechts Schwester, Hedwig, die zwei Jahre jünger als ihr Bruder war, empfand keine sonderliche Zuneigung für das schöne Mädchen, das ihrem Bruder so gefiel. Waren sie zusammen, so ging beiden gar bald der Gesprächsstoff aus, denn die junge Gräfin hatte weit mehr und höhere Interessen als Julie, deren Hauptthema Bälle, Herren und Toiletten bildeten. Hedwig wunderte sich denn auch im Stillen nicht wenig, wie Albrecht Gefallen an Fräulein von Ronau finden konnte, die doch so ganz anders geartet war wie er. Aber man sagt ja, daß Liebe blind sei! Hedwig sympathisierte sonst voll und ganz mit dem Bruder. Sie dachte, fühlte und wünschte genau so wie er, und oftmals mußten beide lachen, wenn ein und derselbe Gedanke sie beschäftigte. Sie hatte ein volles, warmes Herz für alles Schöne und Edle. Vielleicht war sie ein wenig zu ideal veranlagt fürs Leben, aber um so einnehmender wirkte ihr Wesen aus die Umgebung. Sie war einfach, fröhlich und gesund in Schloß Freienberg ausgewachsen. Im Winter lebten sie alle nnr wenige Monate in der Stadt, und diese Zeit bildete den Glanzpunkt für das lebhafte kleine Mädchen, das sich nie satt sehen konnte an all dem Außergewöhnlichen, das sie umgab. Auch als sie nach einjährigem Pensionsleben in das Elternhaus zurückkehrte, war sie natürlich und mädchenhaft geblieben. Die Eltern sahen mit Stolz und Freude auf die schöne gefeierte Tochter, der die gesamte Gesellschaft huldigend entgegenkam.
Im letzten Winter aber war ein junger Mann ihr entgegen- getreten, der fortan eine bedeutende Rolle in ihrem Leben spielen sollte. Eines Abends trat in der Rolle des Lohengrin ein junger vielberühmter Sänger auf, Herr Ludwig Morand, dem ein bedeutender Ruf vorausging. Alle Plätze im Theater waren längst vorausbestellt, um den berühmten Heldentenor als Lohengrin zu hören. Eine wahre Begeisterung hatte alle ergriffen, und man sah dem Abend wie einem Ereignis entgegen. Die eine der Proszeniumslogen hatte Graf Freienberg gemietet. Die Familie war vollzählig erschienen, beide Damen saßen vorn, die Herren in der zweiten Reihe. Hedwig, die Musik und Gesang über alles liebte, war sehr angcregt; sie trug eine blauseidene lichte Bluse und an derselben eine Theerose; das schöne Antlitz strahlte, die roten Lippen lächelten — sie sah unbeschreiblich lieblich aus. Auch andere fanden das. Gar manches Opernglas richtete sich aus die junge Gräfin; die Herren waren entzückt, selbst die Damem mußten gestehen, daß sie „vörzüglich" aussehe, und die Gräfin Mutter empfand unbeschreibliche Genugtuung über die schöne Tochter.
Der Vorhang ging in die Höhe, und strahlend wie der Tag, obschon ein brünetter Lohengrin bis jetzt noch nie dagewesen war, stand Ludwig Morand auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Er begann sein Lied an den Schwan. Eine tiese, beinahe feierliche Stille erfüllte ringsum das Haus, und erst beim letzten verhauchenden Tone brach ein endlos wogender Jubel aus.
Wieder und wieder verneigte sich der schöne Schwanenritter. Er vermochte nicht alle die duftenden Blumenspenden aufzu- heben, die ihm zu Füßen fielen, nur eine voll erblühte Theerose nahm er in die Höhe, befestigte sie im Knopfloch und dankte nach allen Seiten. Hinübergesehen nach dem Proszenium hatte er nicht, als die Rose fiel und ein tieferrötetes Mädchenantlitz sich zurückzog, und dennoch wußte er genau, von wem die Spende gekommen war.
Von dem Tage an fehlten Komteß Hedwig und ihre Mutter nicht ein einziges Mal im Theater, wenn Ludwig Morand sang; die Gräfin hatte selbst Freude an der herrlichen Tenorstimme' des Künstlers; sie ahnte nicht, wie gefährlich es für ihre Tochter wurde, so oft in die Tiefe der blitzenden Augen des gefeierten Sängers zu schauen, welche bald nur sie allein suchten.
So ging das Spielen mit dem Feuer eine lange Zeit weiter; es war so romantisch, sich aus der Ferne zu lieben. Hedwigs Herz klopfte ungestüm bis er, der Herrlichste von allen, in dem kleidsamen Kostüm der jedesmaligen Rolle aus die Bühne trat und mit aufleuchtendem, nur ihr verständlichem Blicke sie grüßte.
Sie träumte dann den ganzen Tag nur von Ludwig Morand, und wunderbar, ihr ganzes stolzes Standesgesühl, wie sie es bisher empfunden hatte, ging in dieser Liebe unter. Sein Weib zu werden, mit ihm Leid und Freud, Lust und Schmerz zu teilen erschien ihr nur noch der einzige Lebensinhalt. Aber, ach, wie unerreichbar war dies alles, denn sie kannte ja den schönen Sänger gar nicht persönlich, und der Standesstolz ihrer Eltern und ihres Bruders schuf ein unüberwindliches Hindernis für ihren Herzenswunsch.
Als sie eines Tages kurz vor Ostern, wie sie es so liebte, im offenen Ponywagen vom Schlosse in die Stadt hercinsuhr, da sollte sie plötzlich des Sängers persönliche Bekanntschaft machen. Der Pony scheute vor einem am Wege stehenden Kinderwagen, aus dem klägliches Geschrei ertönte. Hedwig vermochte'ihn nicht mehr zu zügeln und unaufhaltsam raste das Tier dahin, vielleicht in nächster Minute schon dem Verderben entgegen. DaS junge Mädchen war mehr tot als lebendig; krampfhaft hielt es noch beide Zügel, aber es sah kaum mehr etwas; wie Schatten legte es sich über seine Augen, und das Herz klopfte in wildem Fieber, daß eS ihm beinahe den Atem benahm.
(Fortsetzung folgt.)
Uermiscbtes.
— (Im glühenden Eisen verbrannt.) AuS dem Hochoscn des Oettinger Hüttenwerkes strömte infolge ein getretener Risse die glühende Eisenmasse heraus. Drei Arbeiter wurden gräßlich verbrannt, drei erlitten tödliche Brandwunden.
— Düsseldorf, 18. November. Der 19jährige Kaufmann Walter Pippig stellte sich der Polizei unter der Selbstbezichtigung, im Oktober 1906 einer Magdeburger Bankfirma 15 000 Mark unterschlagen zu haben. Von dem Gelde besaß er noch zwei Mark, das andere hatte er im AuSland verjubelt.
— (Das Ende eines internationalen Ka u n e r s.) Eine ausregende Szene spielte sich in einem eleganten Hotel in Turin ab. Dort logierte schon seit mehreren Tagen ein fein gekleideter Herr, der sich als Pros. Dr. Allemanni aus Genua ins Fremdenbuch eingeschrieben hatte. Als er vor dem Souper mit einigen Damen im Lesekabinett sich unterhielt, bemerkte die eine, daß der elegant gekleidete Tischnachbar ihr die Börse mit einigen Goldstücken geschickt entwandt und in die eigene Tasche gesteckt hatte. Sie schlug sofort Alarm, und als der Dieb schleunigst sich zu entfernen gedachte, wurde er von ihr und einem Kellner eingeholt und einem herbeigerusenen Wachtmann übergeben. Der Verhaftete versetzte diesem jedoch bei der Abführung plötzlich einen Stoß vor den Leib und stürzte sich dann durch ein offen stehendes Flurfenster mit einem gewaltigen Satz aus dem zweiten Stock auf das Straßenpflaster, wo er mit zerschelltem Kops liegen blieb. In feinen Taschen fand man mehrere Portefeuilles und andere Wertsachen, welche bewiesen, daß man es mit einem gewerbsmäßigen Taschendiebe zu tun hatte. Sein wahrer Name konnte bis jetzt aber noch nicht ermittelt werden.
— (Die Fahrt in den Tod.) Ein ergreifendes Beispiel heroischer Selbstaufopferung eines Bahnbeamten wird aus Mexiko berichtet: Im Bahnhose von Nacosari war plötzlich ein Güterzug in Brand geraten. Das Feuer hatte so schnell um sich gegriffen, daß es unmöglich war, der Zerstörung Einhalt zu gebieten. Der Lokomotivführer Garoia wußte, daß in dem Zuge sich zwei Wagen mit Dynamit befanden, die für Sprengungen verwendet werden sollten. Es war zu spät, die Wagen abzukoppeln. Garoia rief den Beamten zu, den Zug zu verlassen. Mit Volldampf brauste er dann mit dem brennenden Zug zur Stadt hinaus, um so die Katastrophe von ihr abzuwenden. Nach einigen Minuten Fahrt aber, unglücklicherweise gerade vor einem Streckenhause, in dem zwölf Männer weilten, kam eS zu Explosion. Die Lokomotive mit ihrem Führer, Wagen, daS Streckenhaus, die zwölf Leute und ein junger Amerikaner, der in der Nähe spazieren ritt, wurden zu Atomen zerrissen. Ein acht Meter tieses Loch im Erdboden _ bezeichnete die elementare Wucht des entsetzlichen Geschehnisses. Und dem Helden, der durch seine Ansopserung eine ganze Stadt gerettet, der offenen Auges entschlossen, dem sicheren Tode entgegengesahren, konnte nicht einmal ein Grab geschaffen werden. Kein Körperteil wurde gefunden, so erbarmungslos hatte das Dynamit sein Werk getan. Die Bevölkerung Nacosaris hat bereits eine Sammlung eingeleitet, um dem Retter der Stadt ein Denkmal zu setzen.
— (Ein Wettkamps zwischen Dampf und Elektrizität.) In Clayton (New Jersey) hat, wie der Frkf. Ztg. geschrieben wird, dieser Tage ein interessanter Wettkamps zwischen elektrischen und Dampflokomotiven statt- gefunden. Es galt eine praktische Erprobung der für die großen Eisenbahnen so überaus wichtigen Frage, welche von den Maschinen sich als die leistungSsähigere erweist. Zwei gewaltige Dampflokomotiven traten mit zwei mächtigen elektrischen Maschinen in Konkurrenz, und der Dampf blieb dabei überlegener Sieger. Einer der Dampftiesen nahm die scharfe Kurve bei Frankliuville mit einer Schnelligkeit von 144.85 km in der Stunde und gewann damit den Sieg. Nr. 100,001 ist die kleinere der beiden neuen elektrischen Ma- schinen in Clayton; sie wiegt 1940 Zentnerr und entwickelt 1200 Pserdekräfte. Sie erreichte schließlich eine Geschwindigkeit von 111 km, während die Dampflokomotive Nr. 6047, Gewicht 1580 Zentner auf der ersten Fahrt 130, bei der zweiten gar über 133.5 km Stundengeschwindigkeit entfalten konnte. Eine zweite große Dampfmaschine, Nr. 6075, trat dann in Wettbewerb mit der erlektrischen Nr. 19.003, die am Tage vorher 136.5 km zurückgelegt hatte. Obwohl die Dampflokomotive als eine der besten Maschinen der Pennsylvania Railroad gilt, glaubte niemand daran, daß sie die Kurve von Franklinville mit der gleichen Geschwindigkeit wie die elektrische nehmen könne; bei der Dampfmaschine liegt der mittlere Schwerpunkt ungleich höher als bei der elektrischen, und die Gesahr einer Entgleisung bei Kurven erscheint daher größer. Ingenieur Doughty übernahm für daS gefährliche Wagestück selbst die Führung der Maschine. Mit einer Automobilbrille bestieg er das Führerhäuschen, daS Zeichen wurde gegeben, und sauchend und knatternd setzte sich das Ungetüm in Bewegung. Dann, in unglaublich kurzer Zeit, entschwand sie den Blicken. In wahnsinniger Schnelligkeit wurde die Kurve genommen. Die erzielte Geschwindigkeit betrug 143.9 km, also fast 8 km mehr alS die Höchstgeschwindigkeit der Elektrolokomotive.
— (Ein e 'unnatürliche Mutter.) In Günnig- seid bei Wattenscheid wurde eine junge Frau unter dem dringenden Verdacht verhaftet, ihre beiden Kinder durch Gift ums Leben gebracht zu haben. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Ausgrabung der Leichen an.