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Von Marokko viel die Rede war. In Frankreich mußte man auch bald erkennen, daß der politische Wert deS Besuchs nicht in einem bestimmten Geschäfte, sondern in einer Lustreinigung lag, die auch Frankreich zugute kommen kann, da es nicht mehr in dem Maße wie bisher eine Explosion zu fürchten braucht, bei der Fenster und Mauern seines eigenen Hauses in Gefahr wären.

So ist es in der Tat nicht zu viel gesagt, daß das Ver- trauen in den Frieden durch die hoffentlich bleibende, völker- versöhnende Wirkung des Besuches neu besestigt worden ist. Eine vertragsmäßige Entente mit England suchen und brauchen wir nicht," aber ehrliche Anerkennung unserer Friedensliebe, unseres Rechts auf Gleichberechtigung. Bleibt die öffentliche Meinung in England aus diesem Wege, so werden auch bei uns die Versuche, Groll und Mißtrauen zu unterhalten, ihren Boden verlieren.

* *

London, 16. November. Kaiser Wilhelm tras mit königlichem Extrazuge aus Windsor aus dem Paddingtoner Bahnhof ein und fuhr im Automobil nach dem deutschen Botschaftspalais in Carlton House Terrace. Große Menschen­mengen hatten sich auf und vor dem Bahnhof, unterwegs sowie vor der Botschaft versammelt und brachten dem Kaiser begeisterte Ovationen dar. In der Botschaft begab sich der Kaiser- in das Empfangszimmer, wo mehrere Deputationen seiner harrten; barunter befand sich das Komitee zur Vertretung der deutschen Einwohner Londons unter Führung des Herrn Melchers. Dieser überreichte die künstlerisch sehr geschmackvoll ausgesührte Adreffe in einer Kassette von sein poliertem, hell­grauem, deutschem Ahornholz, in welches zarte Linien von Ebenholz eingelegt sind. Die Adresse selbst hat die Form eines Buches, das einfach, aber reich in Maroquin-Leder gebunden ist. In jeder Ecke ist der kaiserliche Adler in Gold und in der Mitte ein gekröntes W angebracht. Vor den ersten Worten befindet sich eine prachtvoll gemalte Landschaft von Professor Otto Hammel, dessen Werke jüngst durch den Kaiser besondere Anerkennung gesunden haben. Die Landschaft zeigt die Schlösser von Windsor und Wilhelmshöhe. Ferner Lberreichten der Londoner Grasschaftsrat, daS englisch-deutsche Freundschasts- komitee, die Seemanns-Mission und andere Institute dem Kaiser Adressen.

DieN. A. Ztg." schreibt: Ueber das Befinden des Kaisers wird auf Grund zuverlässiger Informationen folgendes mitgeteilt: Kurz vor der Reise des Kaiserpaares nach England wurde osfiziell gemeldet, daß der Kaiser sich eine leichte Erkältung zugezogen hätte und der Schonung be­dürfe. Daß dies öffentlich bekannt gegeben wurde, hatte als Ursache, daß die ungünstige Witterung nicht voraussehen ließ, ob die an sich sehr geringfügige Erkältung sich zurückbilden oder sich verstärken würde. In letzterem Falle konnte die Fahtt nach England in Frage gestellt werden, und einer Ab­sage des Besuches des Kaisers und der Kaiserin am Hofe von London wären zweifellos polttische Beweggründe untergeschoben worden. Deshalb erschien eS angemessen, rechtzeitig von der Unpäßlichkeitdes Kaisers Kenntnis' zu geben. Wie großes Ge­wicht der Kaiser daraus legte, die Reise nach England weder auszugeben, noch aufzuschieben, geht daraus hervor, daß er sich, ttotz des leichten Charakters seiner Erkältung, einige Stunden üm Tage ins Bett legte, um sich möglichst schnell von ihr zu befreien. Das gelang ihm. Nun hat der Leibarzt des Königs Edward VIL, Sir Felix Semon, ein Spezialist für Halsleiden und, wie nebenbei bemerkt sein mag, von Geburt ein Berliner, dem Leiba^t des Kaisers Dr. Jlberg im Schlöffe Windsor einen Besuch abgeftattet, und an diesem Besuch haben sich dicsseils und jenseits des Kanals die mannigfachsten Vermutungen geknüpft. Man hat angenommen, es handle sich um eine Konsultation über das Befinden des Kaisers. Das ist ein durchaus irriger Glaube. Sir Felix Semon und Dr. Jlberg sind alte Freunde und Studiengenoffen von Berlin her, und so war es nur natürlich, daß der Leibarzt deS Königs den Leibarzt des Kaisers aussuchte. Sir Felix Semon hat dann seinem früheren Berliner Studiengesährten und Landsmanne einige öffentliche englifche Heilanstalten gezeigt. Der Kaiser erfreut sich des besten Wohlseins. Die kleine In­disposition, der seine stimmlichen Mittel unterworfen warm, ist bereits geschwundm, und wenn er seine Stimme jetzt in London noch etwas schont, so mag man bedenken, das tag­täglich das offizielle Programm recht beträchtliche Aufgaben an sie stellt, Ausgaben, dmen er sich nicht unterzogen hätte, wenn er sich nicht, wie es der Fall ist, im Vollbesitz seiner körperlichen Kräfte fühlte.

Gustav Simon, Hersfeld. Weinstratze 619, Spezialhaus für Herren- und Knaben-Garderobe, fertig und nach Matz.

MT Neu eröffnet. ^^WI

Caernavon ermordet worden! Der Mörder, der ihn erdrosselt und beraubt hat, soll ein gewisser George Wilkins fein!

Sir Archibald faltete die Hände:

Gottes Gerichte sind gerecht; Kinder, führet mich auf mein Zimmmer!"

*

Die beiden Schiffe kamen fahrplanmäßig in Hamburg an. Die Polizei hatte es jedoch abgelehnt, die Verhaftung an Bord vorzunehmen, bagegen hatte sie Slix Leute zur Verfügung gestellt, welche Blaine ohne alles Aussehen verhaften sollten.

Man ließ den sauberm Vogel in ein Gasthaus für Schiffer eintreten, wo er sich sofort Wein bestellte.

He, Maten," rief er den übrigen Gästen zu, »auf Euer Wohl nach glücklicher Fahtt!"

Euer Wohl!"

Aber jetzt erschien John Slix aus der Bildfläche, während Schutzleute die Ausgänge beschien.

Blaine sah ihn und erblich; ein Enttinnen war unmöglich.

Ihr nennt Euch George Wilkins," ertönte es durch die Stille,der von Manchester mit derAllemannia" hierher- getommen ?"

Allerdings!"

Unb vorher kamt Ihr von Caernavon?"

Der Schurke zögerte.

Es ist erwiesen! Nanntet Ihr Euch nicht sonst Blaine?" Er schwieg wieder.

Charles Blaine alias George Wilkins", fuhr Slix nun mit erhöhter Stimme fort,im Namen des Gesches verhafte ich Euch wegen deS Mordes an Oliver Gardener zu Caernavon, wegen Meutern und Diebstahls aus einem deutschen Schiffe und wegen Raubes und versuchten Mordes! Leute tut Eure Pflicht!"

Aber im Nu hatte Blaine den Revolver heraus:

Zurück," schrie er,wenn Euch Euer Leben lieb ist! Nimm das, Spion!"

Der Schuß dröhnte und Slix brach zusammen. Dann brächte der Mörder die Waffe an die Schläfe und drückte ab. Er hatte gut getroffen, denn er rührte sich nicht mehr.

Sie Ww in WM.

Riga 16. November. In der vergangenen Nacht stürmte ein mit großen Stahlschilden und Panzern ausgerüstetes, starkes Polizeiaufgebot eine im fünften Stock eines Hauses an der Revaler Straße belegene Wohnung, in der sich elf Revolutionäre, durunter fünf Frauen, unter dem Gesang von Freiheitsliedern erbittert verteidigten. Es wurden gegen tausend Schüsse ge­wechselt. Vier Revolutionäre, darunter eine Frau, wurden getötet, ein Schutzmann verwundet. Die überlebenden Re­volutionäre wurden verhaftet. Einer von ihnen versuchte noch beim Transport ins Gefängnis zu fliehen, wurde aber hierbei erschossen.

Petersburg, 15. November. Heute früh brach in der Baltischen Werst aus der Helling, wo eine Anzahl Kanonen­boote sich im Bau befinden, Feuer aus. Der größte Teil der Helling ist zerstört. Zwei Kanonenboote sind verbrannt und zwei statt beschädigt; die übrigen wurden gerettet. Die Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt. Der Schaden wird auf mehr als eine halbe Million Rubel geschält.

Petersburg, 16. November. Aus Tiflis wird ge­meldet, daß in einem Hause 13 Bomben und verschiedene Explosionsstoffe sowie Waffen ausgefunden worden sind. Die gesamte Bewohnerschaft des Hauses sogar Kinder wurden daraufhin veehastet.

Petersburg, 17. November. Wie den Blättern aus Proskurow (Podolien) gemeldet wird, sind dort gestern elf Aufrührer vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden.

Als gestern in Riga eine Bande von Aufrührern durch eine Polizeipatrouille verhaftet werden sollte, kam es zu einem Kampfe, der zwei Stunden dauerte; fünf Aufrührer wurden erschossen, der Rest der Bande wurde verhaftet, ein Polizei­beamter wurde verwundet.

Mr In- und Ausland.

Berlin, den 17. November 1907.

Der Reichsanzeiger veröffentlicht die D a n k s a a u n g b e.,§ Kronprinzen, welche lautet: Aus Anlaß der Geburt unseres zweiten Sohnes ist der Kronprinzessin, meiner Gemahlin, und mir aus allen Kreisen der Bevölkerung des deutschen Vaterlandes und aus dem Auslande eine Fülle von Glück­wünschen zugegangen, die unsere Herzen mit Dank gegen Gott sowie mit Freude und Stolz über die allgemeine Anteilnahme an unserem Glück erfüllen. Ich spreche allen denen, die so freundlich unserer gedacht haben, von ganzem Herzen unseren Dank aus. Potsdam, den 15. November 1907. Wilhelm, Kronprinz.

Zu Berlin, 15. November, ist im Auswärtigen Amt ein Staatsvertrag mit Schweden, betreffend die Her­stellung einer F ä h rv er bi n d u n g zwischen Preußen und Schweden, von den hierzu ernannten beiderseitigen Unter­händlern unterzeichnet worden. Als Ausgangshäsen sind Saßnitz und Trelleborg gewählt. Man hofft, den Fährbetrieb bereits im Sommer 1909 eröffnen zu können. Geplant ist die Be­schaffung von je zwei preußischen und schwedischen Fährschiffen mit einer Fahrgeschwindigkeit vnn 16 Seemeilen pro Stunde. Sie sollen nach übereinstimmenden Grundzügen gebaut werden und eine glatte Uebersührung von Eisenbahn-, auch von Schlafwagen gewährleisten. Auch für den Güterverkehr werden sich ans dem Trajektbetrieb manche Vorteile ergeben. Zugleich ist die Benutzung der Dampffähren für die Postbeförderung in Aussicht genommen. Wegen Verbesserung des Fahrplanes und möglichster Erleichterung der Zollabfertigung ist weitere Ver­ständigung vorbehalten.

Die letzten Nachrichten aus Deutsch-Südwestafrika lauten insofern recht erfreulich, als zahlreiche nicht unbemittelte Ansiedler ins Land strömen. Es sind kräftige Landleute aus dem Süden Deutschlands (Pfalz), die sich in Osona u. f. w. niederlassen wollen. Mit dem DampferAdolf Wörmann" kam ein ziemlich starker Zug Ansiedler. Der Dampfer brächte auch den Landwirtschastsinspektor Wunderlich; er ist Sach- Verftänbiger für Tabak- und Weinbau. Als Oberst Leutwein noch Gouverneur war, war die Anstellung des Herrn Wunderlich bereits geplant. Der Krieg zerstörte die Pläne; man verspricht sich in Swakopmund und in Windhuk sehr viel von dem Tabak- und Weinbau. Ein lebendiger frischer Geist ist in die Kolonie eingezogen, Handel und Wandel heben sich zusehends, und speziell die Farmer entfalten eine große Rührigkeit, so daß man schon heute an allen Ecken und Enden sieht, wie die Wunden, welche der Krieg geschlagen hat, vernarben.

In der zweiten Kammer deS sächsischen Landtages äußerte sich der sächsische Finanzminister Dr. v. Rüger über angeb«

So entzog sich Blaine der irdischen Gerechtigkeit; der zeitlichen ist er gewiß nicht entlaufen!

Kapitän Horstman betrat das Salzwasser nicht mehr als Führer eines Schiffes. Er lebte von seinen Ersparnissen fortan in Hamburg, von dem er sagte:

Es ist einzig in der Welt!"

*

*

Es ist wieder Frühling geworden. Am Hasen legt ein Dampfer aus London bei und vom Deck strömt es die Landungsbrücken hinauf.

Unter den Fahrgästen befindet sich auch eine Gruppe von drei Herren und zwei Damen, die lustig mitsammen plaudern.

Der Herr mit grauem Haar und Bart sieht sich den Hasen an und die hohen Wälle, welche mit Bäumen bepflanzt sind, und meinte dann:

Es ist ja London nicht, Kinder, aber doch daS deutsche London!"

Papa, die Droschke wartet!" naht sich ihm einer der jüngeren Herren, die sich auffällig gleichen.

Der alte Herr steigt ein und sagt:

Klara, komme an meine Seite und auch Du, Edith! Eure Männer mögen gegenüber Platz nehmen!"

Hei," lacht Ralph,was werden Horstmann'S für Augen machen!"

Ja." nahm nun Klara das Watt,vor einem Jahre dachte ich nicht, als Mrs. Morley hier meinen Einzug zu halten!"

Und ich," fügte Edith bei,glaubte als Edith Grace sterben zn müssen!"

Aber Gott hat^alles wohl gemacht!" schloß Sir Archibald. Kinder, aus diesen Frühling in Deutschland freue ich mich unendlich "

Rasch hatte die Droschke die Fahrt beendet; da hielt man vor dem Hause, aber in der Tür streckte ihnen, den Aus­steigenden, der Kapitän beide Arme bewillkommennd entgegen. Rasch hob er den alten Herrn heraus und küßte ihn, dann Edith und Klara, darauf lachte er herzlich und sagte:

liche direkte Reichs st euern folgendermaßen: Es sei der Wunsch in der Kammer ausgesprochen worden, auch über die Frage der Reichsfinanzreform und über die Beschlüsse der letzten Konferenz der bundes staatlichen Finanzminister in Berlin unterrichtet zu werde». Er könne hier nur mitteilen, daß die Konferenz einen informatorischen Charakter gehabt habe und Beschlüsse überhaupt nicht gefaßt worden seien. Eines wolle er jedoch verraten: die verbündeten Regierungen seien völlig einig darin, daß das Gebiet der direkten Steuern den Einzel­staaten überlassen bleiben müsse. Entscheidend dabei fei für die Enzelstaaten, daß man ihnen die wirtschaftliche und politische Selbständigkeit nehme, wenn das Reich auch in das Gebiet der direkten Steuern eingriffe. Die Einzelstaaten seien nicht nur geduldete, sondern notwendige Glieder des Reichsbundes. Durch einen Uebergriff des Reiches in deren Steuersystem diesen Bund zu gefährden, sei sicher nicht ratsam.

Bei Erörterung der To u l o n e r S p i o n ag e° Assäre n behaupten französische Blätter wiederholt, daß der deutsche Konteradmiral Siegel, der demnächst feinen Posten als Militär­attache in Paris verläßt, an der Angelegenheit des Marine- sähnrichs Ullmo beteiligt sei. Demgegenüber wird halbamtlich sestgestellt, daß Admiral Siegel den Fähnrich Ullmo weder kennt noch jemals mit ihm in Verbindung getreten ist. Der Untersuchungsrichter hat übrigens eine aus drei Aerzten be­stehende Kommission ernannt, um den Geisteszustand des Schiffsfähnrichs Ullmo zu prüfen. Der deutsche Landwirt- schastsarbeiter Max Schumann, der unter dem Verdacht der Spionage in Toulon verhaftet worden war, wurde wieder in Freiheit gesetzt. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß er bloß aus der Umwallung schlafen, aber nicht spionieren wollte, flürpröüiüzlünäcb^^

* Eine Erleichterung d es Studiums weib­licher Personen bedeutet eine Versügung des Unterrichts­ministers Holle. Sie betrifft die Zulassung weiblicher Personen zu den Reise- und Schlußprüsungen der höheren Lehranstalten für die männliche Jugend. Es war bafür bisher in allen Fällen die ausdrückliche Erlaubnis der Zentralbehörde Vorbe­dingung. Der Unterrichtsminister hat jetzt angeordnet, daß die allgemeinen Bestimmungen für die Reiseprüsung an den neunstufigen höheren Schulen auch auf weibliche Personen Anwendung finden, die sich der Reife- oder Schlußprüsung an einer höheren Schule für die männliche Jugend zu unter­ziehen wünschen. Die,.Provinzial-Schulkollegien sollen deshalb in Zukunft über solche Meldungen in der Regel selbständig entscheiden. Es soll nur dann an das Ministerium berichtet werden, wenn eine Abweichung von den Bestimmungen in Frage kommt oder die eingerichteten Nachweise zu Bedenken Anlaß geben. Auch die Bestimmungen für die Prüfung so­genannter Extraneer behuss Nachweises der Reise für die Prima einer Vollanstalt sollen künftig bei den Meldungen weiblicher Personen zu dieser Prüfung in Anwendung kommen. Die Bestimmungen vvm Jahre 1903 treten damit außer Kraft.

):( Hersfeld, 18. November. Bei den heutigen Stadtverordneten Wahlen zur III. Klasse wurden Herr Uhrmacher E r n st A n d r 6 mit 241 und Herr Kauf­mann Heinrich Rudolph mit 201 Stimmen wieder- gewählt, sowie Herr Färbmeister Georg Wolfs mit 221 Stimmen neugewählt. Außerdem erhielten Herr Heinrich Hilschert jun. 50 und Herr Kaufmann Ernst Otto 28 Stimmen.

§ Hersfeld, 18» November. Für den Kreis Herkfeld stellten sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende September 1907 wie folgt: Eingegangene Anträge an Altersrenten 308. Davon sind er­ledigt durch Rentenbewilligung 203, Ablehnung 94, Tod der Antragsteller rc. 9. Gesamt-Jahresbettag der bewilligten Renten 25 Oll M. Von den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 124, in der Industrie 41, durch Lohnarbeit wechselnder Art 16, im Staatsdienst 12, im Gesindedienst 10. Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 5521,80 M. Eingegangene Anträge an Invaliden­renten 940. Davon sind erledigt durch Rentenbewilligung 711, Ablehnung 185, Tod der Antragsteller 39. Gesamt- Jahresbetrag der bewilligten Renten 99412,20 M. Von den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt in der Land­wirtschaft 332, in der Industrie 254, im Handel und Verkehr 6, durch Lohnarbeit wechselnder Art 59, im Staatsdienst 25, im Gcsindedienst 35. Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 50 882,40 M. Eingegangene Anträge an Krankenrenten 68. Davon sind erledigt durch Rentenbewilligung

Und da seid Ihr ja auch, Ihren Jungen, James und sein alter ego!"

Drinnen aber feierte man bei Gläserklang das froheste Wiedersehen.

Münster (Westfalen), 16. November. Gestern mittag wurde auf der Eisenbahnstrecke Münster Hamm in dem Schnellzug, der 11 Uhr 48 Minuten von Hamm absährt, der Getreidehändler Kohn aus Wanne, der in Hamm in den Zug eingestiegen war, Überfällen runb beraubt. Der Räuber hatte den Hut mit einer Dienstmütze vertauscht und verlangte die Fahrkarte zu sehen. Als Kohn sein Po» temonnaie hervorzog, hielt der Räuber ihm einen Revolver entgegen und forderte Geld. Kohn schlug den Revolver mit seinem Schirm zur Seite, wurde aber so heftig gegen das Fenster geschleudert, daß er bewußtlos wurde. Der Räuber ist entkommen. Als Kohn aus seiner Betäubung erwachte, zog er die Notleine. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Kohn liegt krank darnieder.

Bromberg, 15. November. Die Ostdeutsche Presse berichtet aus Lobsens: Heute vormittag wurde hier die Witwe Knopf nebst ihrer Tochter mit durchschnittenen Hals- und Pulsadern tot ausgesunden. Kästen und Behälter waren durchwühlt. Es liegt jedenfalls Raubmord vor.

(Wege n Doppelehe verhaftet.) In Deger- loch bei Stuttgart wurde der Sekretär Brillerty des Stutt­garter Haus- und Grundbesitzervereins wegen Doppelehe verhaftet. Ein Selbstmordversuch mißlang. B. hatte in Feuerbach bei Stuttgart eine Frau und drei Kinder und in Degerloch eine zweite Frau, die er in London unter dem Namen Brühl geheiratet hat. Die Verhaftung erfolgte auf eine Anzeige seiner ersten Frau.

Traurige H o ch z e i t s s e i e r. In dem oftpreu- ßischen Dorfe Stolzenberg feierte ein Besitzer Polterabend, wobei auch Scherben gegen die Tür geworfen wurden. Als dem Bräutigam das Poltern zu viel wurde, ging er hinaus, fiel über die Scherben und zog sich so schwere Verletzungen zu, daß sie den Tod herbeiführten.