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Herrselder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 186

Sonnabend, den 16. November

1907.

Amtlicher teil.

Berlin, den 7. November 1907.

Bekanntmachung.

Mit Bezug auf die Allerhöchste Verordnung vom 6. No­vember 1907, durch welche die beiden Häuser des Landtages der Monarchie aus den 26. November d. Js. in der Haupt- und Residenzstadt Berlin zusammenberusen worden sind, mache ich hierdurch bekannt, daß die besondere Benachrichtigung über den Ort und die Zeit der Eröffnungssitzung in dem Bureau des Herrenhauses hier, Leipzigerstraße Nr. 3, und in dem Bureau des Hauses der Abgeordneten hier, Prinz Albrecht­straße Str. 5/6, am 25. November d. Js. in den Stunden von 9 Uhr früh bis 8 Uhr abends und am 26. November d. Js. in den Morgenstunden von 9 Uhr früh ab offen liegen wird.

In diesen Bureaus werden auch die Legitimationskarten zu der Eröffnungssitzung ausgegeben und alle sonst erforder­lichen Mitteilungen in bczug aus diese gemacht werden.

Der Minister des Innern: von Moltke.

Verzeichnis der im Kreise Hersseld stattfindenden Voreinschätzungstermine zur Veranlagung der Einkommensteuer für 1908.

Q

Der Voreinschätzungsbezirke

No. |

Die Sitzung findet statt am

Beginn der

Sitzung

Die Sitzung wird abgehalten im

Vorsitzender der Vor- einschätzungs-Kommission

Be­mer­kungen

i

X

Hattenbach

18/11. 07

9 Uhr V.

9 Uhr V.

Bürgermeisteramt

Großcurth, Bürgermeister

2

xm

Mecklar

19/11. 07

Jffland, Bürgevinei,cer

3

XIX

Lengers

21/11. 07

10 Uhr V.

Lotz, Bürgermeister

4

XII

Mengshausen

22/11. 07

8Va Uhr V.

Wegsahrt, Bürgermeister

5

XIV

Niederaula

23/11. 07

8V2 Uhr V.

Nuhn, Bürgermeister

6

XXI

Philippsthal

25/11. 07

10 Uhr V.

9 Uhr V.

Lingemann, Bürgermeister

7

IX

Kirchheim

26/11. 07

w

Heß, Bürgermeister

8

IV

Asbach

27/11. 07

9 Uhr V.

Baumhard, Bürgermeister

9

V

Rohrbach

28/11. 07

9 Uhr V.

Hildebrand, Bürgermeister

10

ii

Obergeis

29/11. 07

10 Uhr V.

Walper, Bürgermeister

11

\

Gershausen

30/11. 07

9 Uhr V.

Jckler, Bürgermeister zu

Allendorf

12

XVIII

Ransbach

3/12. 07

10 Uhr V.

Scheer, Bürgermeister Großcurth, Bürgermeister Dippel, Bürgermeister

13

VII

Unterhaun

4/12. 07

9 Uhr V.

14

VIII

Willingshain

5/12. 07

9 Uhr V.

15

XV

Sorga

6/12. 07

9 Uhr V.

Heinz, Bürgermeister

16

XX

Landershausen

6/12. 07

9 Uhr V.

Reinhardt, Bürgermeister

17

VI

Eitra

7/12. 07

9 Uhr V.

Görk, Bürgermeister

18

XVII

Heringen

9/12. 07

9 Uhr V.

Gebauer, Bürgermeister

19

III

Kalkobes

10/12. 07

9 Uhr V.

st

Seelig, Bürgermeister

20

21

XXII XVI

Schenkten gsfeld Friedewald

11/12. 07

12/12. 07

9 Uhr B.

9 Uhr V.

Rüger, Bürgermeister Budesheim, Bürgermeister

22

XI

Hersseld

unbestimmt

Rathaussaal

Strauß, Bürgermeister

Hersseld, den 12. November 1907.

Im Vaterländischen Verlag zu Berlin SW. 61, Tempel- hoser User 8, ist ein Buch, betitelt:Der Krieg in Südwest- afrika 19041906", erschienen.

Der Preis für das Buch, daS geschmackvoll gebunden 448 Seiten stark und mit Hunderten von interessanten Abbildungen und 16 mehrfarbigen Original-Kunstbeilagen ausgestattet ist, beträgt 3,50 Mk.

Das Werk eignet sich sowohl als Lesebuch für die Volks­schulen als auch zur Verbreitung der kolonialen Interessen besonders für Volksbibliotheken. Ich kann seine Anschaffung nur auf das Wärmste empfehlen und bin bereit, Bestellungen bis zum 24. d. M t s. entgegen zu nehmen.

I. A. 5049. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersseld, den 12. November 1907.

Unter dem Schweinebestande deS Heinrich Mohr zu Hersa ist Rotlausseuche ausgebrochen.

I. 10750. Der Königliche Landrat.

I. B.:

T h a m e r.

Zugelaufen: ein Hund, langhaarig, weiß mit gelben Platten und cupirtem Schwanz, mittelgroß, männlich. Meldung bei dem OrtSvorstand in Lengers.

nichtamtlicher teil.

Politischer Wochenbericht.

Unser heutiger Bericht darf mit einer Freudenbotschaft be­ginnen. Ein neues ReiS ist mit dem jüngst geborenen zweiten Sohne des deutschen Krön Prinzen Paares am Hohenzollernstamm emporgcsproßt. Von dem gesamten patriotisch empfindenden Deutschland und das ist Gott sei Dank doch noch die weitaus überwiegende Mehrheit deS

Hersseld, den 12. November 1907.

Den Herren Vorsitzenden der Boreinschätzungs­Kommissionen teile ich nachstehend die Termine für die Sitzungen in ihren Bezirken mit.

Ich ersuche, die Mitglieder rechtzeitig und ordnungsmäßig vorzuladen.

Auch ersuche ich, dafür zu sorgen, daß die sämtlichen Listen der Ortschaften der Voreinschätzungsbezirke rechtzeitig bei den Vorsitzenden eingehen.

Bei Ausstellung der Forderungsnachweise ist folgende Reihenfolge innezuhalten: Vorsitzender, ernannte Mitglieder und gewählte Mitglieder. Die Unterschriften sind in der Reihenfolge des Nachweises zu leisten.

Vorzeitige Quittungsleistungen, wie sie sich im vorigen Jahre in einer größeren Anzahl von Nachweisen vorfanden, haben zu unterbleiben.

Der Vorsitzende der

Cinkommensteuer-Veranlagungs-Aommisston

St. 2334. von Grunelius.

deutschen Volkes ist die Kunde von dem frohen Er- eignisse mit begeistertem Jubel ausgenommen worden, und ungezählte Wünsche für das Wohlergehen des kleinen Prinzen und feiner erlauchten Mutter steigen zum Himmelsthron empor. Möge der jüngste Sproß des Kaiserhauses sich zu einem echten Hohenzoller entwickeln, und möge Gottes Huld allezeit auf seinem Lebenspfade ruhen!

Unser K a i s e r p a a r weilt zurzeit auf Besuch am e n g» lischen Königshöfe. Der Empfang, der den deutschen Majestäten allenthalben und von allen Schichten der britischen Bevölkerung zuteil wurde, war ein wahrhaft enthusiastischer und wird sicherlich nicht verfehlen, in der öffentlichen Meinung Deutschlands einen äußerst sympathischen Eindruck hervorzu- rufen. Die Englandfahrt Kaiser Wilhelms dient keinerlei kon» kreten politischen Zwecken, und damit richten sich die Quer­treibereien und Verdächtigungen, die aus Anlaß dieser Fahrt von einem Teil der Auslandspreffe gegen Deutschland in Szene gesetzt worden sind, von selber. Wohl aber steht zu erhoffen, daß die deutsche Kaiserreise sich als ein weiteres Glied in der Kette von Ereignissen erweisen wird, die geeignet scheinen, einer Neubelebung und Festigung der Freundschafts, beziehungen zwischen Deutschland und England zu dienen. Mit treffender Prägnanz hat Kaiser Wilhelm dieser Hoffnung und diesem Wunsche in seinem Trinkspruch zu Windsor Aus­druck gegeben, indem er sagte:Es ist mein ernstester Wunsch, daß die'enge Verwandtschaft, welche zwischen unseren beiden Familien besteht, sich in den Beziehungen unserer beiden Länder widerspiegeln und so den Frieden der Welt bekräftigen möge." Dient die deutsche Kaiserreise nach England an ihrem Teile der Erfüllung dieses Wunsches, so kommt ihr in der Tat mittelbar dennoch eine weit über bestimmte Zwecke hinauS- reichende politische Bedeutung zu, und unter solchem Gesichts­punkte wird jene Reise denn auch von allen ernsthaften Patrioten freudig gutgeheißen.

In Oesterreich ist die Rekonstruktion deS Ministeriums, die mancherlei Schwierigkeiten bot, nunmehr geglückt. Durch diese Rekonstruktion erscheint das Zustandekommen des öster­reichisch-ungarischen AuSgleichs verbürgt. AIS wichtigste und interessanteste Tatsache bei der Neubildung des Kabinetts charakterisiert sich wohl der Eintritt der Christlich-Sozialen

Dr. Geßmann und Dr. Ebenhoch in dasselbe. Ebenhoch, der bisherige Führer des altklerikalcn Flügels der Christlich- Sozialen und Landeshauptmann von Ober-Oesterreich, wurde zum Ackerbauminister ernannt, während Geßmann, dem später­hin das neuzuerrichtende Arbeitsministerium übertragen werden soll, vorläufig Minister ohne Portefeuille bleibt. Die Christ­lich-Sozialen, die stärkste österreichische Partei, geben mit dem Eintritte pon zwei der Ihrigen in das Ministerium ihre bis­herige Oppositionsstellung aus und erklären sich bereit, künftig an der Verantwortlichkeit der Regierenden teilzunehmen. Der Luegersche SchlachtrufLos von Ungarn!" soll fürderhin keine Geltung mehr haben. Sehr erfreulich ist bei dieser neuesten Etappe der innerpolitischen Entwicklung Oesterreichs die zutage getretene Einigkeit der Deutschen und die Bildung des deutschen Blocks. Hoffentlich hält diese Einigkeit auch weiterhin an; denn bald dürfte die wichtigste Lebensfrage für daS Deutsch­tum Oesterreichs, der deutsch-tschechische Ausgleich, an die Pforten des österreichischen Parlamentes klopfen. Da gilt es dann fest zusammenstehen und alle kleinlichen Gegensätze hinter den großen gemeinsamen Interessen zurücktreten zu lassen.

Erfreulicherweise ist es in letzter Stunde noch gelungen, dcndrohendenAusstandderenglischenEisen- bahnange st eilten, der England in seinen wichtigsten Interessen schwer geschädigt und währscheinlich auch einen Schatten auf die Reise des deutschen Kaiserpaares geworfen haben würde, zu verhindern. Dank den geschickten Bemühungen des Königs Eduard und des Präsidenten des HandelSamtS ist eine friedliche Verständigung zwischen den Direktionen der be­deutendsten Eisenbahngesellschaften und ihren Angestellten her- beigeführt worden. Die streitigen Fragen sollen nunmehr auf dem Weae des Schiedsgerichts geregelt, der Einfluß der Ge­werkschaften bei Regelung dieser Fragen aber völlig ausgeschaltet werden.

Die beiden benachbarten Staaten Belgien undHol - land, die sich seinerzeit in blutigen Kämpfen voneinander getrennt und lange Jahre hindurch eifersüchtig beobachtet haben, legen neuerdings das Bestreben an den Tag, sich wenigstens auf wirtschaftlichem Gebiete wieder näherzutteten. In Brüssel ist eine Reihe von angesehenen Persönlichkeiten beider Länder zusammengekommen, um Mittel und Wege für eine wirtschaft­liche Annäherung ausfindig zu machen. Wenn diese Angelegen­heit von der deutschfeindlichen Presse FrantteichS benutzt worden ist, um in Holland Mißtrauen gegen Deutschland zu säen, so ist das einsach albern. Deutschland weiß sehr wohl, daß solche belgisch-Holländischen Annäherungsversuche von der wirtschaft­lichen Notwendigkeit Justiert worden sind, und kann ihnen daher im sreundnachbarlichen Interesse nur gutes Gelingen wünschen.

31m Besucht des Kaiservuures in Wand.

Mit lebhaftem Interesse versolgt das deutsche Volk den Besuch seines Kaiserpaares in England, der zweisellos ein be­merkenswertes Ereignis darstellt. Die über alles Erwarten warme, ja begeisterte Aufnahme, welche der Kaiser und die Kaiserin jenseits des KanalS gesunden haben, hat bei uns in Deutschland in weiten Bevölkerungskrciscn begreiflicherweise große Genugtuung hervorgerufen. Man darf deshalb vielleicht erwarten, daß sich die Gcsamtbeziehungen zwischen Deutschland und England künftig noch wärmer gestalten werden und daß die eingeleitete gegenseitige Wiederannäherung zwischen den beiden Reichen und Völkern nunmehr weitere Fortschritte machen wird.

Das Kaiserpaar stattete im programmgemäßen Verlaufe seines Aufenthaltes in England der Stadt London am Mittwoch den angekündigten offiziellen Besuch ab. Um ll3/* Uhr mittags trafen die Majestäten mittels Sonderzuges aus Windsor auf dem Paddington-Bahnhose in London ein, begleitet vom Prinzen und der Prinzessin von Wales und noch anderen Mitgliedern der englischen KönigSfamilie. ES fand großer Empfang statt, woraus sich das Kaiserpaar unter stürmischen Ovationen seitens des Publikums nach der prächtig geschmückten Guildhall begab. Hier überreichte der Lordmajor mit einer Ansprache dem Kaiser eine künstlerisch ausgeführte BegrüßungS- adreffe des Londoner GemeinderatS, wofür der Kaiser huldvollst dankte Bei dem daraus folgenden Festmahle toastete der Lordmajor zunächst aus das englische Königspaar und dann aus das Kaiserpaar, in letzterem Toast das Regentenwirken des Kaisers und seine Volkstümlichkeit rühmend.

Hieraus erwiderte Se. Majestät der Kaiser mit folgender Rede:

Mein lieber Lord Mayor! Die Worte, die Eure Lordschaft in so beredter und warmer Weise an Ihre Majestät die Kaiserin und Mich selbst gerichtet haben, und der Willkommen der Bürger dieser großen Stadt, haben Mir eine große Genug­tuung gewährt. Wir sind überaus dankbar für den herzlichen Empsang, den London UnS bereitet hat, und ich ergreife gern die Gelegenheit, die UnS durch Eurer Lordschaft glänzende Gastfreundschaft geboten ist, um von dieser alten Halle Unseren wärmsten Dank an die Bürger Londons für den der Kaiserin und Mir bereiteten Empfang zu richten. Wie Eure Lordschaft bereits in Ihrer Ansprache erwähnt haben, bin Ich in der Tat kein Fremder in Ihrer Mitte und Ich bin stolz in dem Ge-