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Fernsprech-Nnschlutz Nr. 8

Nr. 135.

Donnerstag, den 14. November

1907.

Amtlicher teil

Nach dem Erlaß des Herrn Ministers des Innern vom 18. V. Mts. 1 b. 5581 findet im Deutschen Reiche am 2. Dezember d. I. eine allgemeine Viehzählung statt.

Ich rechne dabei auf die Mitwirkung der selbständigen Ortseinwohner bei der Austeilung, Ausfüllung und Wieder- einsammlung der Zählpapiere und hege die Erwartung, daß bei der Wichtigkeit dieser Zählungen für die Staats- und Gemeindeverwaltung, wie für die Förderung wissenschaftlicher und gemeinnütziger Zwecke allerorts die HaushaltungSvorstände die für das Zähleramt bestimmten Personen bereitwillig unter­stützen werden.

Ich weise wiederholt daraus hin, daß die unter der Be­völkerung noch immer verbreitete Annahme, die Zahlung erfolge zu steuerlichen Zwecken, durchaus irrig ist. (A. III. 4781.)

Cassel, am 1. November 1907.

Der Regierungs-Präsident.

I. V.: Schenk zu Schweinsberg.

Hersfeld, den 12. November 1907.

Auf Grund ministerieller Ermächtigung wird der Gewerbe­betrieb in den offenen Verkaufsstellen an den zwei letzten Sonntagen vor Weihnachten, am 15. und 22 Dezember d. I. bis 8 Uhr abends für die Dauer von 10 Stunden freigegeben.

Am dritten Sonntage vor Weihnachten, am 8. De­zember d. I. ist nach der Bekanntmachung des Herrn Regie- rungs-Präsidenten vom 22. August 1892 (Amtsblatt für 1892 Seite 208) in allen Zweigen des Handelsgewerbes die Beschäftigung von Gehülfen, Lehrlingen und Arbeitern sowie der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen bis 7 Uhr abends zulässig. Auch an diesem Tage ist die Beschäftigungszeit für 10 Stunden freigegeben.

Die für den Hauptgottesdienst festgesetzte Pause muß inne- gehalten werden. Während des übrigen Gottesdienstes dürfen an den genannten drei Tagen die Geschäfte geöffnet sein.

Die Herrn Ortspolizeiverwalter des Kreises ersuche ich vor­stehendes alsbald aus ortsübliche Weise bekannt zu geben.

I. 10 748. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersseld, den 8. November 1907.

Die unter der Schafherde des Schäfers Blumenauer zu Riebelsdorf, Kreis Ziegenhain, ausgebrochene Räude ist er­loschen.

I. 10618. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 8. November 1907.

Die unter dem Schweinebestande des Landwirts Ernst

6n Kampf um s Liebt

Roman von Carlo Carraky.

(Nachdruck verboten.) (Fortfetzung.)

Ich werde es tun, bester James! Habe Dank für diese Kunde! UebrigenS, Du hast heute so etwas Fremdes an Dir, ich weiß nicht! Ist irgend etwas geschehen?"

Ralph nickte.

Was?"

Du wirst eS bald erfahren! Jetzt wünsche ich Dir ein gute Nacht!"

Gute Nacht!"

Sie reichte ihm die Hand. O, es kostete eine Ueberwindung, nicht alles zu sagen.

Als Edith allein war, sann sie lange darüber nach, was James wohl so sonderbar gemacht; es lag so etwas in seinem Wesen, was sie sonst nicht bemerkt! Sonderbar!

Der nächste Tag war Lady Anus Geburtstag.

Edith machte sich schon früh hinaus, holte Blumen aus dem Treibhause und flocht Kränze, die sie zum Mausoleum Hintrug.

Sie findet die Tür geöffnet, und als sie leise hineintritt, kommt James von Lady Anns Sarg:

Mutter, Mutter," schluchzt er, daß ich Dich so finde!"

Edith steht erstarrt da, dann fällt eS ihr wie Schuppen von den Augen: das war daS Fremdartige an ihm!

Ralph!" ruft sie.Mein Ralph!"

Und ohnmächtig sinkt sie in seine Arme.

Die Worte der Liebe bringen sie wieder zu sich:

Ja, mein Lieb," schmeichelte er,ich bius, Dein Ralph, der sich nach Dir gesehnt hat wie daS dürre Land nach Regen, wie die Pflanze nach dem Licht, wie die Welt nach der Sonne! Ich bins, und nun hat alle Not ein Ende! Dich zu schonen, verabredete ich mit JameS den frommen Betrug!"

Und James?"

Ist in Hamburg bei seiner Braut!"

,.O, Ihr Schelme!" lächelte sie.Aber nun Du da bist,

Schmidt zu Wölsershausen ausgebrochene Rotlausseuche ist er- loschen.

I. 10591. Der Königliche Landrat.

I. V.:

- Th amer.

Hersseld, den 8. November 1907.

Die unter dem Schweinebestande des Maurers Johann Bube zu Tann ausgebrochene Rotlausseuche ist erloschen. I. 10 640. Der Königliche Landrat.

I. V.: T h a m e r.

Hersfeld, den 8. November 1907.

Unter dem Schweinebestande des Bürgermeisters Croll und des Konrad Reinhardt zu Gittersdors ist Rotlausseuche aus­gebrochen. I. 10617. Der Königliche Landrat.

I. V.: T h a m e r.

Hersseld, den 8. November 1907.

Die unter dem Schweinebestande des Lehrers Willhardt zu Heimboldshausen ausgebrochene Rotlausseuche ist erloschen. I. 10587. Der Königliche Landrat.

J. V.: T h a m e r.

Hersfeld, den 11. November 1907.

Unter dem Schweinebestand deS Heinrich Schleichert zu Reckcrode ist die Rotlaufseuche ausgebrochen. I. 10 701. Der Königliche Landrat.

I. V.: T h a m e r.

Hersseld, den 11. November 1907.

Unter dem Schweinebestand des Jakob Georg Glebe zu

Kohlhausen ist die Rotlaufseuche ausgebrochen.

I. 10703. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersseld, den 11. November 1907.

Unter dem Schweinebestand des Bäckermeisters Johannes Hettler hier (Linggplatz) ist die Rotlaufseuche ausgebrochen. I. 10702. Der Königliche Landrat.

I. V.: T h a m e r.

Hersseld, den 11. November 1907.

Unter dein Schweinebestand des Gastwirts Leimbach zu

Heddersdorf ist die Rotlaufseuche ausgebrochen.

I. 10706. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

ist ja alles, alles gut! Onkel soll bald alles wissen, ich selbst übernehme die Verantwortung!"

Gut, mein Lieb! Für Oliver will ich aber vorläufig noch James bleiben!"

Er erzählte ihr nun, was sie notwendig wissen mußte, so daß sie entrüstet ausrief:

Weist Du, Herz, daß er gar keine Schonung verdient?"

Das wohl nicht, aber wir wollen doch die Ehre des Hauses vor der Welt retten!"

Ja, dafür bin auch ich!"

Und nun, mein holdes Lieb, komm zum Vater!"

Sir Archibald nahm seine Schokolade, die er statt des Kaffees trank, ein und Bernard bediente ihn, als Edith mit Ralph eintrat.

Guten Morgen, teurer Papa!"

Guten Morgen, liebster Onkel!"

Guten Morgen, Kinder! Schon in dem Park gewesen? Es ist heute Lady Anus Geburtstag! O gute, gute Ann!"

Wir brachten Kränze dorthin!" entgegnete Edith.

Mir fiel dabei ein, daß unser Herrgott im Himmel nie etwas nimmt, ohne Ersatz dafür zu geben!"

Sir Archibald horchte hoch auf.

Bernard," sagte er,gehe jetzt, JameS nimmt Deine Stelle ein."

Bernard ging, der alte Herr aber sagte:Edith, ich kenne Dich zu genau, Du hast etwas! Sind etwa Nachrichten von Ralph da?"

Ja, Oheim!"

Welche?" fragte er zitternd.

Die besten!"

Mein Gott, ich danke Dir! Er lebt also?"

Ja, Oheim!"

Und warum kommt er nicht?"

Er hat Deinen Ausruf zu spät erst gelesen!"

O, das ist schrecklich!"

Dann ist er krank gewesen!"

O, mein Sohn, mein Sohn!"

Aber jetzt ist er unterwegs "

Dem Herrn sei Dank!"

Ansprache an die Bevölkerung über

die Bedeutung und die Ausführung der Viehzählung am 2. Dezember 1907.

Durch Bundesratsbeschluß ist die siebente allgemeine Birh- zählung im Deutschen Reiche auf den 2. Dezember d. JS. fest­gesetzt worden. Diese Zahlung wird wiederum eine solche großen Umfanges sein, ähnlich wie die des Jahres 1900.

Folgende Viehgattungen werden gezählt:

1. Die Pferde, und zwar gesondert nachstehende Altersklassen : a) die unter 1 Jahr alten Fohlen, b) die 1 bis noch nicht 2 Jahre alten, c) die 2 bis noch nicht 3 Jahre alten Pferde, d) die 3 bis noch nicht 4 Jahre alten Militärpferde, e) alle andern 3 bis noch nicht 4 Jahre alten Pferde, 0 die 4 Jahre alten und älteren Zuchrhengste, g) die 4 Jahre alten und älteren Pferde, die ausschließlich oder vorzugsweise zu landwirtschaftlicher Arbeit benutzt werden, h) die 4 Jahre alten und älteren Militärpferde, i) alle anderen 4 Jahre alten und älteren Pferde. Außerdem muß ange­geben werden, wieviele Fohlen in den letzten zwölfMonaten vor der Zählung in der Haushaltung überhaupt lebend geboren worden sind, gleichviel ob noch vorhanden oder nicht.

2. Die Maultiere und Maulesel,

3. die Esel,

4. daS Rindvieh, und zwar mit folgenden Unterabteilungen: a) Kälber bis 6 Wochen alt, b, Kälber von 6 Wochen bis 3 Monate alt, c) Jungvieh über 3 Monate bis unter 1 Jahr alt, d) 1 bis unter 2 Jahre altes zur Zeit auf Mast gestelltes Jungvieh, e) alles andere 1 bis unter 2 Jahre alte Jungvieh, t) 2 Jahre alte und ältere Bullen (Zucht- ftiere), g) 2 Jahre alte und ältere zur Zeit auf Mast ge­stellte Stiere und Ochsen, h) alle anderen 2 Jahre alten und älteren Stiere und Ochsen, i) 2 Jahre alte und ältere Milchkühe, k) alle anderen 2 Jahre alten und älteren Kühe (auch Färsen und Kalbinnen.) Ferner ist anzugeben, wieviele Kälber in d-n letzten 12 Monaten vor der Zah­lung in der Haushaltung überhaupt lebend geboren worden sind, gleichviel ob noch vorhanden oder nicht;

5. die Schafe, und zwar: a) unter 1 Jahr alte Schafe (auch Lämmer), b) 1 Jahr alte und ältere Böcke c) 1 Jahr alte und ältere Mutterschafe (Zibben), d) 1 Jahr alte und ältere Hammel (Schöpse);

6. die Schweine, und zwar: a) unte Ve Jahr alte Schweine, einschließlich Ferkel, b) 1/2 bis noch nicht 1 Jahr alte Schweine, c) 1 Jahr alte und ältere Zuchteber, d) 1 Jahr alte und ältere Zuchtsäue, e) alle anderen 1 Jahr alten und älteren Schweine;

7. die Ziegen, und zwar; a) unter 1 Jahr alte Ziegen (auch Lämmer), b) 1 Jahr alte und ältere Böcke, e) 1 Jahr alte und ältere Ziegen (Gaißen);

8. das Federvieh, und zwar: a) Gänse, b) Enten, e) Hühner, d) Truthühner (Puten, Kalekuten, Kurren);

9. die Bienenstöcke, unterschieden nach solchen mit beweglichen und solchen mit unbeweglichen Waben.

Auf die genaueste Beantwortung der Fragen nach den Unter­abteilungen der einzelnen Viehgatlungen muß besondere Sorg­falt verwendet werden, da nur hierdurch eine ausreichende Kennt­nis der Zusammensetzung und der vor- ober rückwärts schreitenden Entwickelung des ViehstandeS gewonnen werden kann. Diese Kenntnis ist für viele wirtschaftliche Zwecke, so u. a. für alle Maßnahmen zur Förderung der Viehzucht, unentbehrlich, die Angabe der Gesamtzahl für die einzelnen Viehgattungen genügt zu derartigen Zwecken niemals.

Mit der Viehzählung wird ferner, ähnlich wie eS im Jahre

Und in einigen Tagen wird er in GrünhauS eintreffen 1" O, Edith, wie wollen wir ihn aufnehmen!"

Ja, Oheim."

Und James?"

Ich freue mich zu seiner Bekanntschaft unendlich," sagte Ralph.

Das macht mich glücklich, James, sehr glücklich!"

Oheim," begann nun Edith wieder,Oliver soll eS aber nicht wissen!"

Nicht wissen? Warum nicht?"

Sie waren sich nie gut!"

DaS ist vergessen!"

Laß Ralph entscheiden!"

Gut, eS sei! Kein Wort zu Oliver bis dahin!"

Desselben Tages noch schrieb Ralph an Dr. Morisson, er solle James telegraphisch beordern, sofort zu tommen und Klara nebst Vater mitzubringen.

Die Rückantwort erfolgte:

Treffen ein!"

Kaum acht Tage später fuhr am späten Abend der Wagm in Grünhaus vor/ Die aussteigenden Personen warm ver­mummt, sodaß Oliver Gardener, der immer weniger zu Familienangelegenheiten herangezogen wurde, sie nicht erfennen konnte. Er fluchte gewaltig in sich hinein und murmelte dann:

Es geht hier etwas vor! Es wird Zeit, daß ich einen entscheidenden Schlag führe! Und Blaine kehrt nicht zurück!"

Am andern Morgen war auf Ediths Veranlassung großer Familientee im Speisesalon verunstaltet. Sir Archibald ward durch Bernard hineingerollt, Edith machte die Familienhonneur?, selig, träumerisch saß Ralph an ihrer Seite. OliverS Platz war noch leer, der Vetter sollte neben ihr, Sir Archibald gegenüber sitzen. Außerdem waren noch drei Plätze an der Tafel belegt.

Zuerst erschien Oliver.

Welches Feuer brannte in des vermeintlichen James Augen? Welche Seligkeit lachte auS Ediths Augm? Sollten die beiden Hölle und Teufel ihm die Braut zu entreißen und das Vermögen!

Gleich darauf schlüpfte James herein:Guten Morgm."