in weitesten Kreisen hoher Wertschätzung erfreut, noch ein langer, heiterer Lebensabend beschieden sein.
t. Meckbach, 25. Oktober. Die seltene Feier des goldenen Ehejubiläums begeht heute der hiesige Einwohner Johann Martin Holzhauer und dessen Ehe- frau Katharina geb. Leicht. Dem Jubelpaare wurde anläßlich dieses Tages von Sr. Majestät dem Kaiser ein Gnadengeschenk überwiesen, welches durch Herrn Pfarrer Ackermann aus Mecklar heute überreicht wurde.
Fulda, 24. Oktober. Im Mai nächsten Jahres findet in unsern Mauern der Verbandstag des Mitteldeutschen Gastwirteverbandes (Sitz Cassel) statt. Der hiesige Gastwirte-Verein ist eifrig bestrebt, seinen Kollegen, deren 250—300 s. Zt. hier erwartet werden, den Aufenthalt auf das angenehmste zu gestalten und hat beeeits mit den umfangreichsten Vorarbeiten begonnen.
Cassel, 25. Oktober. In der vergangenen Nacht versuchte ein unbekannter junger Mann auf dem Bahnhof Wabern sich zu erschießen. Er brächte sich mehrere Schüsse in den Kopf bei, die ihn schwer verwundeten. Man brächte ihn mit dem Frankfurter Zuge nach Cassel, wo er von der Sanitätskolonne nach dem Landkrankenhause befördert wurde. Wie es heißt, ist der Lebensmüde der Bräutigam des Mädchens, das in der vorigen Woche bei Singlis vom Zuge übersahren und getötet wurde. Aus Gram über den Tod der Braut habe auch er das Leben von sich werfen wollen.
Marsberg, 22. Oktober. Ein schwerer Unglücksfall infolge leichtsinniger Handhabung und Aufbewahrung von Schußwaffen hat sich im Dorfe Thülen bei Brilon ereignet. Während Vater und Mutter, sowie die erwachsenen Angehörigen zur Frühmesse gegangen waren nud ihre Kinder ohne die nötige Aussicht gelassen hatten, machte sich der 14 Jahre alte, älteste Sohn des Landwirts und Jagdaufsehers Keuper mit dem Jagdgewehr seines Vaters zu schaffen. Das Gewehr entlud sich und die Ladung ging dem ein Jahr alten Bruder des Knaben in die Brust. Das Kind war sofort tot.
Bürzeln, 21. Oktober. Gestern abend hantierten hier mehrere halbwüchsige Burschen mit einem Taschentesching. Ein Schuß ging los und die Kugel drang einem der jungen Leute in den Hinterkopf. Der Verletzte mußte die Klinik in Marburg aussuchen.
Biedenkopf, 22. Oktober. Arg Hereingesallen scheint eine hiesige achtbare Bürgerstochter zu sein. Das junge Mädchen, welches auswärts in Stelle war, traf vor einigen Tagen mit seinem „Bräutigam", einem „steinreichen Grasen" mit dem klangvollen Namen „Maximilian Count de Passy" hier ein und letzterer nahm in einem Gasthause Wohnung. Selbstredend bildete die gute Partie, die das Mädchen machte, bald das Tagesgespräch; erfuhr man doch, daß der „Herr Graf" außer der Kleinigkeit von sechs Millionen Barvermögen noch verschiedene Güter sein Eigentum nannte und außerdem als amerikanischer Offizier eine Monatspension von über 1200 Mk. bezog. Die Liebschaft hat nun ein jähes Ende gesunden, denn der „Herr Graf" wurde als der langgesuchte Heiratsschwindler Max Schiemangk aus Staupitz (Kreis Luckau) erkannt und verhaftet.
Schlitz (Oberhessen), 24. Oktober. Eine gerechte Strafe verhängte das Schöffengericht in Alsseld über einen Landwirt, der faule Eier verkauft hatte. Es verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 60 Mk. und zur Tragung der Kosten.
Bom Eichsfeld, 22. Oktober. Einen eigenartigen Unfall erlitt ein Einwohner in Kefferhausen. Beim Pflügen des Ackers ertönte auf einmal ein lauter Knall und der Landmann erhielt eine blutende Verletzung an der Hand. Vom letzten Manöver her war ein ganzer Rahmen mit Platzpatronen liegen geblieben. Die Patronen hatten sich entzündet und so zu dem Unfall geführt.
Hann. Münden, 24. Oktober. Reiche Ernte erzielte im verflossenen Jahre das Forstrevier Caltenbühl an Nutz- und Brennholz. Es wurden für 11 000 fm Holz 120 000 Mk. vereinnahmt gegenüber dem Vorjahr 9000 fm für 100 000 Mk. In diesem Jahre hatte der Sturm gar arg gewütet. 'Die Obersörsterei beschäftigt ca. 60 Arbeiter, die insgesamt pro Jahr eine Löhnung von 24000 Mk. in Anspruch nahmen. Für neue Kultur wurden etwa 8000 Mk. angewandt.
Westfalen, 23. Okt. Ein Bahnbediensteter in Neheim verschluckte im Schlafe ein aus wenigen Zähnen bestehendes künstliches Gebiß und befindet sich gegenwärtig in großer Lebensgefahr.
Aus Westfalen, 22. Oktober. In Plettenberg wurde ein Arbeiter von zwei Italienern, welche miteinander in Streit geraten waren, erstochen. Der Ermordete war verheiratet und Vater von acht kleinen Kindern.
Uermiscbtes.
— (Es hat geholfen.) Ein Knecht in der Nähe von Medelby im Kreise Tondern suchte Halsschmerzen halber den Arzt auf. Dieser verschrieb ihm ein Rezept mit der
Weisung, das Mittel auf den Hals zu tun und ein dickes Tuch darüberzubinden. Die Anordnung wurde pünktlich befolgt, und als fein Herr ihn nach einiger Zeit nach feinem Befinden fragte, erklärte der Patient, noch immer das Tuch um den Hals tragend, das Mittel habe geholfen. Als er dann der Aufforderung, das Tuch abzunehmen, Folge leistete, kam darunter, sorgfältig an den Hals gedrückt — der Rezeptzettel des Arztes zum Vorschein.
— (Zum Gordon-Bennett-Wettflug.) Von den neun'Ballons, die am 21. d. M. in Saint Louis zu dem Wettflug um den Gordon-Benett-Preis der Lüste starteten, waren bis Mittwoch nachmittag die meisten gelandet. Die einzelnen Resultate lassen es als sicher erscheinen, daß der Sieg in dem aeronautischen Wettbewerb erfreulicherweise von dem deutschen Ballon „Pommern" errungen wurde. Der Ballon „Pommern" unter Erbslöhs Führung ist bei Bradley Beach am Atlantischen Ozean nach 1600 km langer Fahrt gelandet und ist nach dieser Leistung wahrscheinlich erster Sieger. Der Ballon „Düsseldorf" mit Hauptmann von Abercron durchflog 1400 km und landete bei Delaware Bay. Der Ballon „Abercron" unter Meckel ist bei Manassas in Virginia niedergegangen. Der Amerikaner Major Hcrsey landete in Caledonia (Kanada) und legte 1100 Kilometer zurück; der engliche Ballon ist bei Leesburg in Ohio gelandet und der Amerikaner Hawley nach 1300 Kilometer langer Fahrt in Westminster.
— Sechzig Millionen H e r i n g e sind am Dienstag in Iarmouth gelandet worden. In der Nacht vorher war die Flotte der Fischerboote aus kolossale Heringsschwärme gestoßen, und die Folge war dieser ungeheure Fang. Das gleiche Glück hatten die Fischerboote von Lowestoft und Grimsby, und infolge dieses Ueberflusses fielen die Preise bis auf 2 s. 6 d. die Kiste von 1000 Stück, es gibt also 33 Heringe für einen Penny (8V2 Pf.). In Iarmouth waren die Kais mit Heringen bedeckt, und bis spät in die Nacht hinein waren Hunderte von Gespannen damit beschäftigt, die Fässer und Kisten nach den Schuppen zu schaffen, wo die Fische für den Verkauf hergerichtet werden.
— Erdbeben und Unwetter in Portugal haben, wie erst jetzt bekannt' wird, am letzten Sonnabend ungeheure Verheerungen und Verwüstungen angerichtct. Der Exchange Telegraph Company wird aus Lissabon telegraphiert, soeben treffe die Nachricht ein, daß am vorigen Sonnabend ein furchtbarer Sturm, verbunden mit Regengüssen und Erdbeben, Portugal verwüstet habe. Namentlich die nördlichen Distrikle seien heimgesucht worden. Aller Telegraphen-. Telephon- und Bahnverkehr ist unterbrochen. In Coimbra folgte der Ueber- schwemmung ein furchtbares Erdbeben. Das Land steht in vielen Gegenden 18 Fuß unter Wasser. Die Häuser fielen ein. Die Felder sind zerstört, und Hunderte Stück Rindvieh wurden von den Fluten weggerissen. Man fürchtet, daß die Städte Coimbra und Vagon sowie mehrere Dörfer total weggefegt werden. Die Brücke über den Duro wurde gänzlich fortgerissen. Zahllose Unfälle fanden statt, und man erwartet eine allgemeine Hungersnot.
— (Das „Diner" des Multimillionärs.) Der in Heidelberg ansässige amerikanische Multimillionär Steffens wurde vom dortigen Bezirksamt wegen Erregung öffentlichen Aergernisses zu einer Haststrafe von fünf Tagen verurteilt. Außerdem wurde er dauernd aus dem Groß- herzogtum Baden ausgewiesen. Steffens hat schon wiederholt unliebsam von sich reden gemacht. Seine letzte Heldentat war die Veranstaltung eines Pferdcdung-„Essens" aus dem Heidelberger Marktplatze. Er hatte zwei Gelegenheitsarbeiter veranlaßt, öffentlich die Exkremente von Pferden zu „essen". Hierfür zahlte er dem einen 50 Mk., dem andern 30 Mark. Steffens ist sofort verhaftet worden.
— Ein billiger Extrazug, wohl der billigste überhaupt, verkehrt zwischen Jnsterburg und Memel. Hat der in Jnsterburg nachts eintreffende v-Zug mehr als 50 Minuten Verspätung, dann verkehrt zwischen Jnsterburg und Memel ein Extraanschlußzug, wenn mindestens 10 Fahr- gäste vorhanden sind. Manchmal sind's aber nur neun, dann bestellen die Schlauen laut „B. T." telegraphisch für 25 Pfg. eine Fahrkarte 3. Klasse für 85 Pfg. nach Memel, und so hat man den Extrazug für 1,10 Mk.
Eetzte Nachrichten.
Koblenz, 24. Oktober. Bei Niederbreisich fuhren zwei Güterzüge zusammen. Ein Bremser wurde getötet und zehn Wagen zertrümmert. Sämtliche Hauptgleise linksreinisch sind gesperrt, wodurch die Züge Verspätungen erleiden.
Athen, 24. Oktober. Die letzten Nachrichten bestätigen die Niederbrennung des griechischen Dorfes Rakovon durch eine 200 Köpfe starke bulgarische Bande. Nur 12 Häuser sind unversehrt geblieben. Drei Männer wurden bei dem ersten Ueberfall getötet, einer verwundet, außerdem sind noch
ein Mann und eine Frau umgekommen. Am Morgen der Katastrophe hatte sich eine türkische Truppenabteilung nach Rakovon begeben und den Bauern mitgeteilt, daß eine starke bulgarische Bande einen Angriff plane, war dann aber wieder abgerückt unb hatte das Dorf seinem Schicksal überlassen. Die Athener Presse bespricht den Vorfall mit Entrüstung und fragt, was Europa gegen eine Wiederholung ähnlicher Verbrechen zu tun gedenke. Die Mächte nehmen durch ihre Forderung, die griechische Regierung solle sich jeder feindlichen Aktion erhalten, eine schwere Verantwortlichkeit auf sich, da sie keine wirksamen Maßregeln zum Schutze der friedlichen Bevölkerung ergriff.
Straßburg, 24. Oktober. 6000 Personen aus Straßburg und Umgegend, darunter die Studentenschaft der Universität, brächte dem Fürsten Hohenlohe einen Fackelzug dar. Darauf brächte der elsässisch-lothringische Sängerbund im Hofe des Statthalterpalais ein Ständchen. Auf eine Ansprache erwiderte der Fürst in herzlichen Worten und schloß mit einem Hoch auf Elsaß-Lothringen.
N e w y 0 r k, 24. Oktober. Nach Schluß der Börse brachten die Börsenmakler drei Hurras aus l. P. Morgan aus, dem es gelungen war, durch Zustandekommen des Geldpools die Lage zu wenden, als die Preise in erschreckender Weise fielen.
Halle, 24. Oktober. Bei der 11. Kompagnie des Füsilierregiments 36 sind seit Sonnabend drei Mann flüchtig, darunter ein Einjährig-Freiwilliger und ein Gefreiter, die entkamen. Die Untersuchung ist eingeleitet.
Rom, 25. Oktober. Die Blätter bringen ausführliche Nachrichten über das Erdbeben in Kalabrien. Darunter sind neuere Meldungen über den Einsturz von Häusern in vielen Orten. So stürzte in St. Jlarie das Rathaus ein. Schlechtes Wetter macht die Lage der Bevölkerung, die trotzdem unter freiem Himmel kampiert, schwieriger. Leichte Erdstöße rufen Schrecken und Aufregung hervor.
Standesamtsbezirk Niederaula.
Monat September 1907.
Eheschließungen.
Am 20. Landwirt Heinrich Kehl, Witwer, zu Biedebach mit Dienstmagd Anna Martha Feik zu MengShausen.
Geburten.
Am 9. Anna Margaretha, T. deS Ackermanns Heinrich Diebel zu Niederjossa. — 13. Ein Mädchen zu Kleba unehelich geboren. — 27. Karl Adam, S. des Landwirts Richard Willing von hier.
Sterbefälle.
Am 1. Arbeiterin Elisabeth Stein von hier, 61 Jahre alt. — 9. Johannes Grenzebach von hier, 17 Jahre alt. — 21. Hermann Breul von Niederjossa, 1 Monat alt. — 24. AuSzügerin Betty Plaut von hier, 59 Jahre alt. — 28. Ein Mädchen von Niederjossa totgeboren.
enthalten alle Nähr- und Geschmack- stofle einer guten Fleischsuppe. Man braucht nur mit Wasser zu kochen. Ein Würstchen gibt 3 Teller gehaltreiche Suppe.________________
Koche mit „Knorr“.
Kirchliche Nachrichten.
Sonntag den 27. Oktober.
Vormittags V2IO Uhr; Herr Superintendent Schafft.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst (Sonntagschule.) .
Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Bierschenk.
Vormittags V2IO Uhr: Gottesdienst in Petersberg.
Mittwoch den 30. Oktober Abends 8 Uhr: Gottesdienst in der Stadtkirche.
Hierzu eine Beilage, sowie Nr. 43 des „Illustrierten Sonntagsblattes".
W. Sexauer, Hersfeld
Maschinenfabrik und Eisengiesserei
liefert
Ackerwalzen
wie:
Glntt-, Ringel-, Cambridge- und
Craseillmalzen
ein- und dreiteilig
Reparatur von Dampfmaschinen und Dampfdrcschgarniinren
BoMtNtäbe, Feueriiiigsgamitiiren Säulen, Consolen, Abdeckplatten.
Ein in Küche und Hausarbeit erfahrenes
Dienstmädchen
zu Neujahr gesucht.
Lohn nach Leistungen bis zu 240 Mark.
Möller,
Kaiserstraße A 29 b.
Suche zu Weihnachten ein ordentliches
Dienstmädchen
Frau Wilh. Heil
Holzhandlung.
Ein ordentliches
Mädchen
zu Weihnachten gesucht.
Frau Peter Brandau.
Zum sofortigen Antritt oder Weihnachten tüchtiges
Dienstmädchen gesucht bei 45—60 Thaler Lohn. Adler-Drogerie Hersfeld.
Guten kräftigen Wohlgeschmack erhalten Suppen und Speisen mit
MAGGI
Wiirze.
empfohlen von A. Bieber, Niederaula.
Man würze stets erst beim Anrichten, nicht mitkochen ! Bestens
HmmrMäUlschUM
empfiehlt zu Tagespreisen
H. Glebe, Hersfeld,
Nachtigallenstr.