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herrselder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt' undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-klnschlutz Nr. 8

Nr. 126. Donnerstag, den 24. Oktober 1907*

Amtlicher teil

Hersfeld, den 17. Oktober 1907.

Der Verwalter August Graf zu Hof Engelbach ist als stellvertretender Gutsvorsteher des Gutsbezirks Engelbach wider­ruflich bestellt und als folcher am 15. d. Mts. eidlich ver­pflichtet worden.

A. 4700. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

Aonigliches Landratsamt.

Sprechstunde: Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

nichtamtlicher teil.

Hit Wirreil in IMo.

Einer Meldung der Agence Havas aus Marokko zufolge hat General Drude den Oberstleutnant Dufretay, der die letzte Rekognoszierungsabteilung befehligte, vom Dienst suspendiert und ihm 30 Tage strengen Arrest auserlegt. Nach einem in Paris eingegangenen Telegramm des Admirals Philibert gehörten die Marokkaner, welche am vergangenen Sonnabend die französische Ausklärungstruppe in der Nähe von Casablanca angriffen, zum größten Teil der Mahalla Mulay Rachids an. Dieser soll die größten Anstrengungen gemacht haben, um den Angriff zu verhindern. Die Marokkaner wurden von General Drude 10 Kilometer weit verfolgt und erlitten beträchtliche Verluste.

Im spanischen Senat erklärte der Minister des Auswärtigen auf eine Anfrage, die Ausführung der Algeciras-Akte sei eine Ehrensache für Spanien, und versicherte, daß alle Mitglieder der Regierung immer in vollem Einvernehmen über die Marokko-Frage gewesen seien. Der Minister fügte hinzu, die praktische Ausführung der Beschlüsse von Algeciras hätte Reibungen verursacht, die aber schon beseitigt seien. Etwa entstehende zukünftige Reibungen würden gleichfalls beseitigt werden, denn die Regierungen von Paris und Madrid seien von den besten Wünschen beseelt.

Paris, 22. Oktober. Der Hafidische Feldhauptmann Brahim ben Bakka, derzeit in Marrakesch, ist ausersehen, mit zweitausend Mann nach Mogador zu marschieren mit dem Austrage, den dortigen Kaid Bargas durch einen hafidtreuen Kaid zu ersetzen. Die Vizekonsuln in Mogador sollen vorher verständigt werden, daß Brahim ben Bakka strenge Manneszucht zu halten verpflichtet ist. Sein Abmarsch nach Mogador

Ein Kampf um s Eicht

Roman von Carlo Carraky.

^Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Gesagt, getan; ehe ein paar Sekunden vergehen, steht Ralph an dem Tische, den das Gaslicht bereits hell bestrahlt. Er sieht, man würfelt. Er hat nur Gardener ins Auge gefaßt, aber eine andere bärtige Gestalt schießt in die Höhe und ver­schwindet blitzschnell durch die Türe. Da blickt Oliver Gardener auf, er wird totenbleich, als er Ralph erkennt. Dieser aber sieht ihn nur stumm und starr an, dreht sich dann um und geht ohne ein Wort zur Tür hinaus. Aber noch hat er nicht drei Schritte getan, da fällt im hellen Abcnddunkel auf der Gasse ein Schuß, und noch einer; Ralph wankt und stürzt nieder. Oliver ist verschwunden.

Mr. Cropp, der sich nach der Ursache des Auflaufs umsehen will, erkennt seinen Gast und läßt ihn in sein Hotel und aus sein Zimmer schaffen. Ein Arzt ist schnell zur Hand. Er zuckt die Achseln.

Ein gefährlicher Schuß," sagte er leise.Diese leichte Streisnng der Schulter hat nichts zu bedeuten, aber hier, der Schuß durch den Rücken! Ich fürchte, daß die Lunge getroffen ist. DaS wäre der Tod!"

James stand trauernd dabei und leistete Handreichungen. Die Wunde ward gereinigt, die Kugel an einer Rippe heraus­geschnitten, dann legte der Arzt Verbände an und empfahl die strengste Bewachung des Kranken. Diese übernahm James selbst. Nun standen sie so dicht vor dem Ziele, und ein Augenblick mußte alle frohen Hoffnungen zerstören! Er hätte ausschreien können vor Schmerz über den geliebten Bruder, der ihm stets so treu zur Seite gestanden.

Um diese Zeit war eS, als JameS bei seinen Nachtwachen am Lager Ralphs einen Ausruf in einer großen amettkanischen Zeitung entdeckte.

Alle, welche etwas über den Aufenthalt von Mr. Ralph Morley aus Grünhaus aus Anglesea angeben können, werden gebeten, ihre Mitteilungen gegen angemessene Belohnung an

erfolgt, sobald die für den Schutz von Marrakesch erforderlichen 1500 Mann rekrutiert sind. Das Echo de Paris beklagt, daß General Drude jetzt, da mit Artillerie wegen des sumpfigen Geländes wenig auszurichten sei, nicht über ausreichende Reiterei verfüge. Der General sei hierdurch schwer behindert.

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Aus Jn- und Ausland.

Berlin, den 22. Oktober 1907.

S e. Majestät der Kaiser unternahm gestern nach­mittag einen Spaziergang im Tiergarten. Heute morgen unternahmen Ihre Majestäten mit der ganzen Kaiserlichen Familie und den Prinzlich Friedrich Karl von Hessenschen Herrschaften einen Spaziergang im Tiergarten. Um llVs Uhr nahm Ihre Majestät die Kaiserin im König­lichen Schlosse die Glückwünsche des engeren HofeS zum Ge­burtstage entgegen. Um 1 Uhr war Familienfrühstückstafel.

S e. M a j e st ä t der Kaiser hat den Wunsch des Statthalters Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg, im Hinblick aus sein hohes Lebensalter und aus Gesundheits­rücksichten von seinem Amte als Statthalter abberusen zu werden unter dem 18. Oktober genehmigt.

Der Kreis der dem R e i ch s t a g e in seiner bevorstehenden weiteren Session zugedachten wichtigeren Vorlagen wird sich, einer Information desB. T." zufolge, noch um eine Branntweinmonopol-Vorlage vermehren. Dieselbe würde, wie das genannte Berliner Blatt mitzuteilen weiß, als Hauptpunkte folgende enthalten: Verstaatlichung des Spiritus-Syndikats in seiner jetzigen Form und Gestalt; Aufkauf der großen Spritt- Fabriken durch das Reich, Abfindung der kleineren Fabriken. Garantie der Reichsregierung gegenüber den Spiritusprodu­zenten, daß für den zu liefernden Rohspiritus Preise gezahlt werden, welche den jetzt erzielten Preisen in der Spiritus­industrie mindestens gleichkommen, wenn nicht noch darüber hinausgehen. Entsprechende Erhöhung der Branntweinpreise. Zunächst bleibt abzuwarten, inwieweit diese Mitteilungen des B. T." den Tatsachen entsprechen. Auch von einer neuen Flottenvorlage ist die Rede, doch wird versichert, der betres- sende Gesetzentwurf werde im wesentlichen nur die Herabsetzung der Lebensdauer der Linienschiffe von 25 Jahren auf 20 Jahre enthalten.

Der DampferPrinzregent" mit dem Staat ssekretär Dernburg an Bord ist auf der Heimreise gestern abend in Aden eingetroffen und hat heute die Reise nach Neapel fort­gesetzt. Staatssekretär Dernburg wird acht Tage in Neapel Aufenthalt nehmen, um sich wieder zu akklimatisieren. Morgen trifft mit Wörmann-DampferSwakopmund" ein Transport, bestehend aus sechs Offizieren und 421 Mann, aus Südwestasrika in Hamburg ein; es ist dies der erste Rück­transport, seit dem Morenga an der deutschen Grenze aus- tauchte.

Die Nachrichten über die Krankheit des Kaisers von

den Dr. Morisson in Caernavon, England, gelangen zu lassen. Gleicherweise fordert genannter Dr. Morisson Herrn Ralph Morley selbst aus, angesichts dieses Aufrufes nach Anglesea zur Entgegennahme wichtiger Nachrichten zurückzukehren."

Armer Junge", murmelte James,siehst Du, daß Deine Sachen nicht so schlimm gestanden haben? Gewiß hat der schurkische Vetter seine Hände im Spiel gehabt! Wer weiß, ob nicht auch hier Teufel, sollte ich damals nicht für ihn ja, ja, jetzt ist mein Kopf wieder klar; jener langbärttge Schuft, der mir so arg mitspielte, sagte er nicht, ich sei Ralph Morley? Ja, ja, jetzt wird mir alles klar! Gewiß: er redete ja auch vomNelson" und vom Seekadetten-Dienst! Aber halt, nach Ralphs Beschreibung kann das der schurkische Vetter nicht sein! Wenn ich doch nur Deutsch verstände! Dort liegt Ralph's Tagebuch, worin er alles verzeichnet hat! Triumph, ich hab's: Oliver Gardener heißt das Scheusal von einem Vetter! Ich werde es sogleich bei der Sicherheits­behörde melden! Und wenn nun der Schurke, der mich mit dem Messer traf, sein Kumpan gewesen wäre? Fast scheint eS so!"

Am zweiten Tage kam Ralph zu sich.

James!" flüsterte er.

JameS war sogleich bei ihm.

Mein teurer Bruder! Verstehst Du, was ich rede?"

Ralph nickte und flüsterte:Ich muß sterben; wenn ich tot bin, sei mein Erbe! Sei dem Vater ein guter Sohn! Grüße meine Mutter! Adicu!"

Er sank bewußtlos zurück. Der Arzt verband die Wunden wieder, schüttelte aber den Kops und sagte zu JameS:Heute nacht wird der Tod eintreten! Hier ist jede Hilfe verloren!"

James faltete die Hände und seufzte:Barmherziger Gott!" Schon in der Nacht stockte der Atem des Kranken, gegen Morgen stand er völlig sttll. Mr. Cropp sandte sofort zum Coroner.

Der Leichenbejchauer besah die Wunden der Leiche, war aber durch die Zeitungen, die den Mord aus offener Straße besprochen hatten, schon unterrichtet. Er stellte allerdings den Totenschein auS und ordnete die Urberführung der Leiche in

Oesterreich lauten heute leider weniger günstig als gestern. Der Patient hat eine schlechte Nacht gehabt, die auf das Allgemeinbefinden eine üble Rückwirkung hatte. Die Besserung, die gestern im Befinden des Kaisers zu konstatieren war, hat leider nicht angehalten. Die heutige Nacht hat wieder einen Rückschlag gebracht. Der Kaiser hat fast gar nicht geschlafen, der Husten war noch immer' trocken, sehr heftig und an- haltend, und infolgedessen ist das subjektive Befinden des Kaisers ein schlechtes. Der Monarch hat heute früher als sonst das Lager verlassen. Der Hofrat Dr. Kerzl, der die ganze Nacht in der Nähe des Kaisers weilte, hat auch des Morgens entgegen seiner sonstigen Gewohnheit das Schön- brunner Schloß nicht verlassen.

Der geplante italienische Eisenbahnerstreik ist gänzlich ins Wasser gefallen. Die Generaldirektton der Staatseisenbahnen hat eine Verfügung erlassen, welche bestimmt, daß die Führer der Ausstandsbewegung in Gemäßheit deS Gesetzes über den Betrieb der Staatseisenbahnen als entlassen zu betrachten sind. Von dieser Versügung werden 16 Ange­stellte betroffen, von denen 10 zur Direktion Mailand, 5 zur Direktton Turin und einer zur Direktton Venedig gehören. In einer Versammlung des KomiteeS der Leitung der sozialistischen Partei und der Vertreter der allgemeinen Arbeitervereinigung wurde eine Tagesordnung angenommen, in der erklärt wird, daß ein Ausstand der Eisenbahnangestellten zwecklos sei, weil man ohne Zweifel auf den Widerstand der gesamten vereinigten bürgerlichen Gesellschaft stoßen werde.

Ein italicnijch-amerikanischcrZwischenfall ist zu verzeichnen. In mehreren Städten des Staates Missisippi wollen die Behörden die italienischen Kinder auS den Schulen ausschließen. Der italienische Vizekonsul in New-Aork begab sich zur Untersuchung der Same nach den betreffenben Städten.

Im Johannesburger Minendistrikt haben Unruhen chinesischer Kulis stattgefunden. Dieselben zer­störten auf der Newmonderfontein-Grube die Geschäftsräume der Grubengesellschaft und empfingen die Polizei mit einem Steinhagel. Dieselbe war außer Stande, den Haupteingang zu erzwingen und versuchte, durch die Küchen einzudringen, wurde aber durch die Kulis Überfällen und genötigt, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Endlich gelang eS der Polizei, den Eingang zu erobern, wobei sie wieder aus die Kulis feuerte, die schließlich in ihre Wohnungen zurückgetrieben wurden. Neunzehn Chinesen sind verwundet, einer getötet, 24 sind verhaftet worden. Die Meuterei ist durch Agitatoren hervorgerufen worden, die den Chinesen meldeten, sie brauchten am Sonntage nicht zu arbeiten.

Aus dem Haag, 21. d., wird gemeldet: Von den aus der Konferenz angenommenen Konventionen und Erklärungen sind unterzeichnet worden: das Reglement, betreffend die Be­handlung von internationalen Konflikten von 31 Staaten, das Reglement, betreffend Einziehung kontraktlicher Schulden von 27, über die Eröffnung der Feindseligkeiten von 31, über die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges von 32, über die

die Totenhalle an, die Beerdigung aber, sagte er, dürfte erst erfolgen, erst wenn das Gericht seine Zustimmung gegebm. Es werde jedoch nach der Untersuchung wohl nicht viel er­folgen. Zu dem Verdacht, den James in Bezug aus Oliver Gardener aussprach, zuckte er nur die Achseln und sagte:

Der Mörder hat jedenfalls einen großen Vorsprung und wird sich gehütet haben, in Austin zu warten, bis wir ihn fassen. Sie können ruhig abreifen, mein Freund!"

Demgemäß ließ James die Leiche nach der Todtenhalle überführen und gab ihr selbst das Geleit.

Lebe wohl, teurer Ralph," flüsterte er am Sarge, der in der Halle aufgebahrt und nach seiner Anordnung mit Kränzen geschmückt ward,lebe wohl, Ralph!" Ich hatte mir ein anderes, schönere» Scheiden von hier gedacht!"

Er händigte dem Todtengräber noch eine Summe ein, um das Grab würdig zu schmücken, dann begab er sich nach dem Unionhotel zurück, nahm seinen Platz in der Fahrpost ein und reifte nach Metaporda ab.

Einige Tage früher waren drei Männer nach Austin ge­kommen; zwei von ihnen machten durch ihren Gang den Eindruck von Leuten, die sich lange auf dem schwankenden Boden eines Schiffes ausgehalten haben, der Dritte, Mein und untersetzt, trug einen großen Filzhut, der sein Gesicht stark beschattete und schien ein Handelsmann zu sein. Sie hatten im Unionshotel Aufenthalt genommen und bewchntr« ein Zimmer gemeinschaftlich.

Wir sind ihnen also auf der-Spur," meinte der Lange: Das war ein glücklicher Zufall, der mich nach Amsterdam führte! Sie erkannten Blaine doch sofort, nicht »ahr, Hill?"

Auf der Stelle, Kapitw Hotstmmm!"

Wir brachten nun heraus, daß beide zu einem Ost- indiensahrer gehört hatten! Dir ^ffchm mußte» sich sicher fühlen, denn sie halten nicht einmal die ')ia«rn gewechselt!"

Weiler", lächelte der Dicke. '-« £

Sie waren ut^ ober sch« aus eint» AmerSamer enl- wischt, der nach Nyn^Mrk Hirchs Hier nahmen wir Ihre Hilfe in Anspruch, Mr. Iahn Slir, »eil bet PvliztSinÜpektor Sie als bew guignetfhti 3eSÄö ffiipfuhtt*

John Slix verbeugte sich Dich nahn teS Wort: