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herrMer Armblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Fernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 122.
Dienstag, den 15. Oktober
1907.
Amtlicher teil.
Hersfeld, den 11. Oktober 1907. -
Nachstehend bringe ich eine Nachweisung über die den Beteiligten der augenblicklich im Zusammenlegungsversahren
befindlichen Gemarkungen des hiesigen Kreises im laufenden und in den früheren Jahren aus Staats- und Provinzial- mitteln bereits gewährten Beihilfen zur öffentlichen Kenntnis. A. 4552. Der Königliche Landrat.
I. V.:
T h a m e r.
Kreis und Gemeinde.
I. Im Rechnungsjahr 1907:
ll.Ausftühe- ren Jahren
Im ganzen aus allen Fonds
Mk.
lll. Bis jetzt überhaupt
Aus allen Fonds
Mk.
Zu Folgeeinrichtungen und Nebenkosten
Zu Flußregulierungen
Zu Obst- baum° pflanzungen.
Im ganzen
Aus Staatsmitteln
Mk.
Je zur Hälfte aus Staats- u. Kommunal- mitteln Westsonds
Mk.
Je zur Halste aus StaatS- u. Kommunal- mitteln
Mk.
Aus Staatsmitteln
Mk.
Mk.
Kreis Hersjeld.
1. Gemeinde Ausbach
2. „ Biedebach
3. „ Gethsemane
4. „ Gittersdors
5. „ Malkomes
6. „ Niederaula
7. „ Oberhaun
8. „ Reckerode
9. „ Rohrbach
Zusammen Kreis Hersfeld
4000 500 200
1000 1500
3000 500
1500
1000
4000
4000
1400
5500 500 200
1000 4000
1000 5500 3000
1900
2190
500 1520
1000 2500
2290
450
7690 500
200 1500 5520 2000 8000 5290 2350
10700
11900
22600
10450
33050
Hersfeld, den 9. Oktober 1907.
Das erneute Auftreten der Tollwut bei Hunden in mehreren Kreisen des Regierungsbezirks, sowie auch die starke Verbreitung, welche diese Seuche in den benachbarten Regierungsbezirken gesunden hat, geben Veranlassung, die Notwendigkeit der ernstlichen Bekämpfung dieser, die Gesundheit von Menschen und Tieren in hohem Grade bedrohenden Krankheit erneut in Erinnerung zu bringen und die hierzu berufenen Behörden und Beamten darauf hinzuweisen, daß ein Erfolg einzig und allein von der umsichtigen und strengen Durchführung der gesetzlich vorgesehenen Maßregeln erwartet werden kann.
Nach den bisher gewonnenen Erfahrungen kommt bei der Bekämpfung der Tollwut die Handhabung der nachbenannten Maßregeln in Betracht:
1) Die zuverlässige Festlegung der Hunde entweder in sichern Zwingern oder an Ketten mit festem Halsbande an solchen Orten, welche fremden Hunden nicht zugänglich sind.
2) Die Tötung aussichtslos im Sperrgebiet umherlauseuder Hunde.
en ", .' nm's Eicht.
Roman von Carlo Carraky.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Ralph hatte sein Boot am Leuchtturm befestigt und umschlich jetzt das Strandhaus im bosquetreichen Garten.
Ach, da saß sie im Zimmer bei einer strahlenden Lampe, die Stickerei war ihr in den Schooß gesunken, trübe blickte sie vor sich nieder.
Da klopft es an die Scheiben, ein erregtes Gesicht drückt sich dagegen, sie stößt einen Schrei aus und eilt hinaus.
„Edith!" flüsterte er. „Mein Lieb!"
„Ralph, lieber Ralph!" gibt sie leise zurück; sie umarmen sich, sie küssen sich. Und dort hinter dem Flieder steht Oliver Gardener und murmelte leise und erregt:
„Seid verflucht, alle, alle!"
Edith ruft Tom und flüstert mit ihm, und der Alte hält Wache, Ralph aber tritt mit inS Haus.
Niemand sieht und hört ihn, als der Alte und der ist treu wie Gold.
„Ich komme heimlich!" flüsterte er Edith zu und küßt sie heißer. „Ich mußte Dich sehen, ich wäre vor Sehnsucht gestorben."
„Auch ich; doch eile, daß Du wieder an Bord kommst!"
„Nur ein paar Minuten! Herzlieb, bleibst Du mir treu, was auch kommt?"
„Ja, Ralph!"
„O diese Seligkeit!"
Er küßte ihre Locken, ihren Mund, ihre Stirn, aber Oliver lachte höhnisch. Er schlich hinaus, lies nach dem Leuchtturm und suchte. Richtig, da lag das Boot, welches er im Dunkel an dem Spiegel unter hundert anderen erkannt hätte. Er löste es und ließ es treiben.
Höhnisch kichernd begab er sich dann zu dem eigenen Fahrzeug und legte an der Themse an, stieg das Fallreep hinaus und murmelte:
Mit dem Aussuchen und Erschießen solcher Hunde — am besten mittels Schrotflinten — sind Förster, Feld- und Waldausseher zu beauftragen.
3) Die strenge Beachtung der den Hundebesitzern und Tierärzten obliegenden Anzeigepflicht bei allen Tollwutsverdachts- sällen.
4) Sorgfältige Nachforschungen über die Herkunft und insbesondere über den Verbleib fremder, als verdächtig erkannter Hunde und eingehende Ermittelungen über Bißverletzungen durch tollwutkranke oder verdächtige Hunde bei Menschen und Tieren.
5) Die im § 19 Abs. 2 der Ausführungsanweisung zum Viehseuchengejetze vorgesehene Tötung aller von einem wut- kranken Tiere tatsächlich oder mutmaslich gebissenen Hunde und Katzen.
Die Krankheit kommt nicht nur bei Hunden und Katzen vor, sondern sie kann auch durch Biß von tollwutkranken Tieren dieser beiden Gattungen aus andere Haustiere — Pferde, Rinder, Schweine rc. — übertragen werden.
Strenge Maßnahmen zur Bekämpfung dieser gefährlichen
„So, mein girrender Ritter, nun siehe zu, wie Du an Bord kommst! Daß Euch alle die Hölle verschlinge!"
Angstvoll suchte Ralph nach dem Boote, es war fort.
Er überlegte aber nur kurze Zeit, sprang ins Wasser und schwamm den dunklen Umrissen des Nelson zu. Er schwang sich am Fallreep hinauf, er erreichte ungesehen seine Kabine, kleidete sich um und hing sein Zeug zum Trocknen aus. Später schlich er zu Baker.
„Da?" fragte jener.
„Zu Befehl! Aber Boot Nr. 3 ist fort! Drüben am Leuchtturm abgeschnitten!"
„Alle Wetter!"
„Was soll ich machen!"
„Nichts; schweigen!"
„Welli
ger Kommodore war nicht wenig erstaunt, als die Wache den Verlust meldete. Beim Appell forschte er vergeblich nach dem Verbleib; niemand wußte davon.
Am andern Morgen verließen beide Schiffe ihren Anker- platz und segelten davon.
Unterwegs brächte ein Fischecsmak das verlorene Boot an.
Der Kommodore aber kam auf die Sache nicht mehr zurück.
Es ging zum Winter, die Schiffe wurden in die Docks zu Woolwich gebracht, die Kadetten besuchten die Schule.
Da kam in das Admiralitäts-Amt ein anonymer Brief deS Inhalts, wie der Kadett Ralph Morley gegen Ende Juli seinen Arrest gebrochen, mit dem Kleinboot Nr. 3 vom Nelson heimlich nach Sandbank gefahren sei und dabei das Boot habe treiben lassen.
Jetzt besam Kommodore Butwell den Befehl, die Sache zu untersuchen.
Ralph war geständig.
„Unglücklicher, junger Mensch!" sagte Butwell. „Darüber werden Sie sortgejagt!"
Ein Kriegsgericht trat zusammen: Ralph ward zu einem Monat Haft und Kassierung verurteilt. Gleichzeitig führte man ihn in die Hast ab, benachrichtigte aber auch Mr. Morley von dem Vorkommnis.
Es läßt sich schwer beschreiben, wie Sir Archibald bei
Seuche sind somit eine unabweisbare Pflicht. Dieselben müssen da die Uebertragung in der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Fälle durch tollwutkranke Hunde stattfindet, hauptsächlich diese Tiergattung ins Auge fassen, und es muß deswegen als gerechtfertigt angesehen werden, wenn der strengen Durchführung der Hundesperre, als der wirksamsten Maßregel, ein besonderer Wert beigclegt wird. Es wird vielfach und wohl mit Recht gesagt, diese Durchführung werde durch die große Anzahl schlecht beaufsichtigter Hunde in hohem Grade beeinträchtigt und in großen Orten fast unmöglich gemacht. Um auf eine Verminderung der Zahl der Hunde, namentlich der überflüssigen, minderwertigen und daher meistens schlecht beaufsichtigten Hunde hinzuwirken, wird die Einführung einer Kreishundesteuer von mir angestrebt werden.
Wenn den vorstehend genannten Forderungen seitens der Polizeibehörde, wie auch seitens der Bevölkerung nicht die un= umgänglich notwendige Beachtung geschenkt wird, so ist zu befürchten, daß die Seuche, welche sämtliche Haustierarten, wie auch den Menschen befällt, einheimisch wird. Es bilden sich Herde, welche erst nach jahrelanger Bekämpfung oder nur durch die Vernichtung sämtliä:er Hunde getilgt werden können.
Die vielfach im Volksglauben wurzelnde Ansicht, daß die Hundewut unter Mitwirkung äußerer Einflüsse, Unterdrückung des Geschlechtstriebes, Einwirkung hoher, oder sehr niedriger Wärmegrade aus das Gehirn, mangelhafte Befriedigung deS Durstgesühls entstehen turnen, entbehrt jeder wissenschaftlichen und tatsächlichen Unterlage. Vielmehr entsteht Tollwut in hiesiger Gegend erfahrungsgemäß nur durch Uebertragung des Giftes von einem kranken Tier aus ein gesundes Tier (Biß).
Ich ersuche, das Publikum in geeignet erscheinender Weise über das Wesen, dpLutstchn-ig und Bekämpfung der Tollwutkrankheit wiederholt aufzuklären, auf die Vorteile einer energisch durchgeführten (baldiges Erlöschen der Seuche) und die Nachteile einer lax gehandhabten Sperre (Herdbildung, jahrelange Dauer) hinzuweisen, sowie vorkommendensalls zur tatkräftigen Mitwirkung bei der Bekämpfung der Seuche auf« zufordern. Bei dieser Gelegenheit mache ich noch besonders daraus aufmerksam, daß der Eigentümer eines der Sperre unterworfenen, in einem Anfälle von Tollwut (rasender Wut) freigekommenen Hundes für alle durch Beißen von Menschen und Tieren entstandenen Schäden haftbar gemacht werden kann. I. 9057. Der Königliche Landrat.
I. V.:
T h a m e r.
Die zweite Schulstelle in Meckbach kommt infolge Versetzung des zeitigen Stelleninhabers vom 1. Januar 1908 ab zur Erledigung.
Der Grundgehalt der Stelle beträgt neben freier Dienstwohnung 1200 Mk.
Der Einheitssatz der Dienstalterszulagc 130 Mk.
Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche und Zeugnisse bis
dieser Hiobspost zu Mute ward. Abends noch mußte Doktor Jenkins nach Grünhaus geholt werden: Sir Archibald hatte einen Schlaganfall erlitten.
„Ich habe keinen Sohn mehr!" klagte er, Lady Ann aber weinte heiße Tränen: Ralph war für die Familie verloren I
Ein kalter Nordwind wehte die Blätter im Garten von den Bäumen, es rauschte in den Wegen, als Edith sie trauernd durchmaß. Es fing an zu dunkeln. Plötzlich lößtc sich an einem der Stämme ein Schatten ab.
„Edith!" ertönte es dumpf.
„Gerechter Gott, Ralph, Du?"
„Ja, ich Ausgestoßener!"
„So hast Du meinen Brief erhalten?"
„Ja!"
Er umfing sie, sie weinten beide zusammen, sie küßten sich in tiefer Trauer.
„Was nun?" fragte Ralph. „Ich weiß, daß Mama und Papa unerbittlich sind!"
„DaS sind fiel*
„Wohin soll ich?"
„Du mußt fort auf ein anderes Schiff!"^
„Die Mittel, die Mittel, Edith!"
„Meine Ersparnisse betragen an 500 Pfund! Die hole ich Dir, Ralph!"
„Du bist mein guter Engel!"
„Wenigstens Deine Braut, Ralph!"
„So bleibst Du mir treu!"
„Ewig, ewig!"
Sie eilte hinein, bändigte ihm die Börse ein und sagte:
„Nun müssen wir Abschied nehmen, Ralph, wenn wir nicht das Schlimmste anrichten wollen! Schreibe mir poste restante, laß mich nicht ohne Nachricht; ich werde Dich allmählich mit den Eltern aussöhnen!"
„Ich sage eS ja, Hcrzlicb, Du bist mein guter Geist!"
„Wohin gehst Du zunächst?"
„Ich denke nach Deutschland! Du meist, ich spreche gut Deutsch!"
„Ja! O dieses Weh! Warum bin ich geboren?" „Sündige nicht, Edith! Es wird noch alles gut! Lebewohl!"