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herrfelder Kreisblatt

- Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt' undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 119.

Amtlicher teil.

Hersfeld, den 5. Oktober 1907.

Am Donnerstag den 10. d. Mts. von 9° Uhr vormittags bis l80 nachmittags findet seitens der hiesigen Königlichen Kriegsschule Scharfschießen südlich Bingartes am Johannes­berg statt. Allgemeine Schußrichtung: südöstlich.

Das Gelände mit sämtlichen darin befindlichen Wegen, welches wie folgt begrenzt wird, darf während dieser Zeit nicht betreten werden.

I m W e st e n: Weg Bingartes nach Kohlhausen durch das Lausholz.

Im Osten: Weg BingarteS nach Unterhaun.

Im Süden: Verbindungslinie der Orte Unterhaun- Johannesberg-Eichhos.

Im Norden: Verbindungslinie Bingartes-Fähre west­lich Bingartes.

Der Weg Bingartes-Unterhaun (an der Bahn entlang) und der Weg Bingartes-Kohlhausen (durch das Lausholz) bleibt für den Verkehr frei.

Ich bringe vorstehendes zur öffentlichen Kenntnis mit dem Hinzufügen, daß den Anweisungen der militärischen Warnungs­posten, die an den in Betracht kommenden Wegen aufgestellt sind, unbedingt Folge zu leisten ist.

1. 9340. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden des Kreises ersuche ich bis zum 15. Oktober d. JS. Vormittags von 9 bis 12 Uhr zwecks Rücksprache über die Veranlagung für 1908 in meinem Büro vorzu- sprechen.

Hersfeld, den 3. Oktober 1907.

Der Vorsitzende der Einkommensteuer- Veranlagungs-Kommission.

von Grunelius.

Hersfeld, den 3. Oktober 1907.

Ich ersuche die Ortspolizeibehörden deS Kreises alsbald und wiederholt auf ortsübli che W eise bekannt machen zu lassen, daß die Anmeldunge n der für das Kalenderjahr 1908 beabsichtigtest Ge - werbebetriebe imUmherziehen sofort bei den zuständigenOrtspolizeibehördenunterBor- lage des für 1907 erteilten Wandergewerbe- scheins zu bewirken sind, damit die Gewerbetreibenden noch vor Beginn des neuen Jahres im Besitze des Wander­gewerbescheins sind.

Für diejenigen Personen, die für das Jahr 1907 noch keinen Gewerbeschein hatten, ist daS Formular A (bei Begleitern

Ein

iims Eicht.

Roman von Carlo Carraky.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Eine Weile herrschte Stille, dann fragte Edith plötzlich:

Onkel, Tante, habe ich es schon gesagt, daß Alice Dudley mir gestern erzählte, sie gingen am 30. Juni alle zur Hoch­saison nach Sandbank?"

Ich wußte es schon," nickte Lady Ann,mein Lieber wollen wir auch nach Sandbank? Das Zentralhotel soll geradezu bezaubernd eingerichtet sein.

Sir Archibald entgegnete:

DaS könnten wir wohl!"

Und wann?"

Sobald Du befiehlst, meine Teure! In Notfällen kann ich ja leicht per Bahn und Dampsboot nach Hause eilen!"

Hier sprang Edith lebhaft aus und rief:Ich sehe Alice Dudley in den Garten treten; darf ich ihr entgegeneilen?"

Gewiß", nahm darauf Lady Morley das Wort;vergiß nicht, sie um 8 Uhr mit an den Teetisch zu bringen! Bis dahin dürst Ihr im Park promenieren!"

Die Dudleys waren Nachbarn von Grünhaus.

Nach altem Familiengebrauch bei den reichen Gordeners ward um 7 Uhr gegen sonstige Sitte im Lande Kaffee ein­genommen, während der Tee mit dem ersten Frühstück eine Stunde später ausgetragen ward.

Sir Archibald sah seine Gattin besorgt an. Klangen ihre Worte an Edith nicht wie ein Befehl, sich mit dem Besuch eine volle Stunde von der Veranda fernzuhalten? Hatte sie ihm etwas Besonderes mitzuteilen?

Es schien so, denn Lady Ann räuspertc sich, wie sie ge« wöhnlich tat, wenn sie dergleichen einzuleiten hatte, dann be­gann sie, einen Brief hervorziehend:

Ich sah Edits Entfernung nicht ungern, Archibald!"

Wieso, meine Teure?"

Dabei blickte Herr Morley nach dem Briefe in ihrer Hand.

Ich mochte Dich gestern, während Du mit den Herren

Dienstag, den 8. Oktober

außerdem Formular B) zur Entgegennahme des Antrages zu verwenden, in allen anderen Fällen das Formular C (bei Begleitern außerdem Formular D.)

Die Anträge, aus denen die Nummer des für 1907 er­teilten Gewerbescheins anzugeben ist, sind sofort an mich einzureichen.

Die Formulare sind hier in der L. Funk'schen Buch­druckerei zu haben.

Im Uebrigen verweise ich auf § 55 bis 63 der Reichs­gewerbeordnung.

I. 9339. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Die I. Schulstelle zu Meckbach kommt infolge Versetzung des jetzigen Inhabers vom 1. Januar 1908 ab zur Erledigung.

Das Grundgehalt der Stelle beträgt neben freier Dienst­wohnung einschl. Vergütung für den Kirchendienst 1350 Mk., der Einheitssatz der Dienstalterszulage 130 Mark.

Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche und Zeugnisse bis zum 15. November d. I. an den Königlichen Ortsschulinspektor Herrn Pfarrer Ackermann in Mecklar einreichen.

Hersfeld, den 3. Oktober 1907.

Der königliche Schulvorstand:

I. 9257. I. V.:

Thamer.

Hersfeld, den 1. Oktober 1907.

Die Herren Bürgermeister, welche meine Verfügung vom 18. September d. Js. J. I. 9fr 8657, betreffend den Bedarf an QuittungSkarten pp. Formularen, für das Jahr 1908, Kreisblatt Nr. 113 noch nicht erledigt haben, werden hieran erinnert.

Ich sehe der Erledigung binnen 3 Tagen bestimmt entgegen. I. 8657. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 1. Oktober 1007.

Unter dem Schweinebestand des Lehrers Willhardt in Heimboldshausen ist Rotlausseuche ausgebrochen. I. 9153. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Bekanntmachung.

Die Chirurgische Klinik in Marburg nimmt Kranke unter folgenden Bedingungen aus:

I. Klasse (Einzelzimmer) täglich . . . . Mk. 6.

II. Klasse (2 in einem Zimmer) täglich . Mk. 4.

III. Klasse täglich........Mk. 1.50

Die Klinik besitzt ein vollständig eingerichtetes Hcilgym-

zu verhandeln hattest und später, als jene zum Souper hier- blieben, nicht stören und mit dieser Sache behelligen!"

Sir Archibald richtete sich straff auf:

Du marterst mich, Ann! Erkläre mir nur, was Du hast! Ich bin seit einiger Zeit so nervös!"

In der Tat, das bist Du, mein Lieber; besonders heute!" Herr Archibald bezwäng sich und lehnte sich in seinen Sessel zurück.

Du weißt," fuhr Lady Ann fort,daß ich Dir bei Deiner Ueberbürdung die Privatkorrespondenz abgenommen habe!"

Ganz recht! Und ich bin Dir dafür dankbar!"

Da schreibt mir nun gestern Kapitän Butewcll!"

Der Kapitän Rolphs und Olivers?"

Eben derselbe, deß!"

Um Gotteswillen I"

Beruhige Dich, es ist nicht so schlimm, bestätigt aber meine Ansicht, daß Du nicht wohlgetan, als Du Oliver in's Haus nahmst und mit unserem Ralph gleiche Rechte einräumtest!"

Herr Morley machte eine Bewegung der Ungeduld, Lady Ann aber entfaltete den Brief und fuhr fort:

Zum Beweise höre dieses Schreiben jetzt an! Whitechapel, am Bord desNelson", den 19. Juni 1844. Verehrte Frau I Seit meinem letzten Schreiben habe ich in Verfolg Ihrer Anfrage nach dem Ergehen Ihres Sohnes und Neffen, der Seekadetten Ralph Morley und Oliver Gardener, durchaus keinen Grund, mich über beide lobend auszusprechen!"

Hier atmete Herr Archibald erleichtert auf. Dieser Brief konnte das Schlimmste wohl nicht enthalten! Lady Ann aber laS, wie ihre Art war, monoton fort:

Ich habe zwischen den Beiden gleich von Beginn an eine Art von Eifersüchtelei bemerkt, wie sie zwischen so jungen Leuten, und zumal Vettern, ganz selten, ich darf sagen, Gott fei Dank, sehr selten vorkommt! Jetzt tritt diese in einer Art hervor, die mich vor der Zukunft bangen läßt, so daß ich schon auf den Gedanken gekommen bin, ob es nicht besser gewesen, wenn beide getrennt worden wären. Im Dienst sind derartige Szenen sehr störend, weshalb ich die Verrichtungen beiDer bereits so verlegt habe, daß sie sich nicht tangieren. Ich will

1907. nastisches (medicomechanisches) Institut und eine orthopädische Abteilung (für unblutige Behandlung der Rückratsverkrümm- ungen, Verkrüppelungen und dcrgl.)

Für Benutzung der hierzu dienenden Sonderapparate wird von Kranken I. und II. Klasse ein täglicher Zuschlag von 50 Psg., von Kranken bei IH. Klasse ein solcher von 25 Pfg. erhoben. Röntgen-Durchleuchtungen werden je nach der Größe der Platten besonders berechnet; ebenso werden Röntgen-Be- strahlungen zu Heilzwecken mit 50 Pfg. für jede Sitzung in Rechnung gesetzt.

Zahlende Kranke finden ohne Weiteres Aufnahme, ebenso Arme aus den Kreisen Marburg, Kirchhain, Frankenberg und Ziegenhain (mit Ausnahme des Amtsbezirks Oberaula), welche mit einem Armenschein versehen sind. Die nachträgliche Abgabe eines Armenscheins, nachdem vorher die Zahlung zugesichert war, ist nicht zuläffig. Im Interesse von Kranken aus anderen als den genannten Landesteilen, welche gänzlichen oder teilweisen Erlaß der Pflegekosten nachsuchen wollen, liegt es, unter Ein- reichung eines Armenscheines und eines ärztlichen Attestes vorher sich an den Unterzeichneten schriftlich zu wenden, oder durch andere Mittelspersonen (Arzt, Pfarrer, Lehrer) sich wenden zu lassen.

Marburg, den 28. September 1907.

Der Direktor der chirurgischen Klinik:

Pros. Dr. Friedrich, Geh. Medizinal-Rat.

Hersfeld, den 1. Oktober 1907.

Unter dem Schweinebestand des Ernst Schmidt zu WölserS- hausen ist Rotlaufseuche auSgebrochen.

I. 9151. Der Königliche Landrat.

-- I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 1. Oktober 1907.

Unter dem Schweinebestand des Metzgers Adam Stiebing in Philippsthal ist Rotlaufseuche ausgebrochen. I. 9154. Der Königliche Landrat.

I. B.:

T h a m e r.

Bekanntmachung.

Es können noch eine Anzahl junger Leute im Alter von 1720 Jahren in Unteroffizierschulen eingestellt werden.

Die näheren Bestimmungen können beim Bezirksfeldwebel eingesehen werden.

Meldungen haben umgehend zu erfolgen, da die Einstellung noch im Oktober d. Js. erfolgen wird.

Hersfeld, 3. Oktober 1907.

Königl. Bezirkskommando.

hoffen, daß dieses genügt, um an Bord Frieden zu scyasfen, in welchem Beginnen Sie mich wesentlich unterstützen könnten, wenn Sie einmal beiden Vettern tüchtig Ihre Meinung sagten. Ich kann den Grund dieser Gehässigkeiten nicht ausfinden; beide sind ehrgeizig, beide dienstbeflissen, beide aber auch starr- köpfig und fast dürfte ich sagen unbotmäßig. Ich will die Vorfälle der letzten Wochen übergehen, doch würde ich bei ähnlichen Vorgängen im Interesse der Disziplin ein Exempel statuieren und einen der jungen Herren sortschicken müssen. ES sollte mich übrigens freuen, wenn Ihr Wort so viel Gewicht besäße, die beiden Vettern zu veranlassen, künftighin friedfertig neben einander herzugehen.

Indem ich, Mylavy, Sie freundlich begrüße, habe ich die Ehre mich zu nennen

Ihren dienstwilligen

Allan Butewell."

Sie faltete den Bries zusammen und meinte:

Was sagst Du nun, mein Lieber?"

Herr Morley saß sinnend da.

Ich begreife es nicht!" murmelte er.

Aber Archibald" berichtigte ihn nun seine Gattin,war es denn hier je anders? Haben die Lehrer am Gymnasium nicht fast ebenso geurteilt? Oliver ist tückischer Natur, er müßte sonst nicht der Sohn meines Bmders Harry sein. ES klingt vielleicht nicht hübsch, aber es ist die lautere Wahrheit, daß Hany ein schlimmer Charakter war. Deshalb allein war ich dagegen, als Bruder Richard den Jungen beim Tode seiner Eltern uns ausdrängte!"

Ja," warf hier Sir Archibald ein,wir konnten ihn doch nicht etwa in ein Waisenhaus tun, wir, die nächsten Verwandten!"

Und mein Bruder Richard?"

Wenn sich ein Gardener deß nicht geschämt hätte, einem Morley wäre dies nicht möglich gewesen!"

.Zugegeben! Aber unser Ralph ist auS anderem Holze geschnitzt, zwar heftig und heißen BluteS, aber ohne Falsch und leicht zur Verzeihung geneigt. Dennoch hat ihn Olivers Verhalten vielfach zum Äeüßersten gebracht und dann Deine unerbittliche Strenge herausgefordert."