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herrfelder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage

Fernsprech-Flnschlutz Nr. 8

Nr. 112.

Sonnabend, den 21. September

1907.

Amtlicher teil.

Hersseld, den 11. September 1907.

Ich habe bei Nachprüfung von Gemeinde-Rechnungen pro 1/4.1906/07 die Wahrnehmung gemacht, daß den Repartitionen von Impf-, Standesamts-- und Hebammen- pp. Kosten immer noch die Seelenzahl von der Volkszählung am I. Dezember 1900 zu Grunde gelegen hat, obgleich die Seelen­zahl der Volkszählung am 1. Dezember 1905 zu Grunde gelegt werden mußte.

Die dieserhalb erfolgten Unterverteilungen sind somit un­richtig und geben zu vielen Notaten und damit in Verbindung stehenden oft weitläufigen Verhandlungen Anlaß.

Um eine nochmalige derartige unrichtige Unterverteilung von Kosten der vorbezeichneten Art zu vermeiden, bringe ich den Herren Bürgermeistern und Gutsvorstehern des hiesigen Kreises das amtlich festgestellte Ergebnis der letzten Volkszäh­lung am 1. Dezember 1905 nachstehend zur Kenntnis.

Uebersicht über das amtlich festgestellte Ergebnis der Volkszählung am 1. Dezember 1905 bezüglich der Stadt- und Land­gemeinden sowie der Gutsbezirke des Kreises Hersfeld:

1. Allendorf 170 Seelert

2. Allmershausen mit

HählganS 164

3. Asbach 679

4. Aua 133

5. Ausbach 452

6. Beiershausen 147

7. Bengcndorf 90

8. Biedebach 158

9. Bingartes Gutsbez. 37

10. Conrode 150

11. Dünkelrode 92

12. Eichhoj Gutsbez. 48

13. Eitra 233

14. Engelbach Gutsbez. 9

15. Friedewald 1010

16. Friedlos 659

17. Frielingen 333

18. GerSdorf 208

19. GerShausen 197

20. Gethsemane 143

21. Gittersdors 295

22. Goßmannsrode 146

23. Harnrode 95

24. Hattenbach 421

25. HedderSdors 188

26. Heeues 301

27. Heimboldshausen 494

28. Hersa 225

29. Heringen 1462

30. Heringen fiSc. Ober- . förfterei 9

31. Hersseld 8688

32. Hersfeld fisc. Ober- försterei 2

33. Hillartshausen 130

34. Hilmes 254

35. Hilperhausen 101

36. Holzheim 235

37. KalkobeS 406

38. Kathus 453

39. Kemmerode 79

40. Kerspenhausen 369

41. Kirchheim 549

42. Kleba 199

43. Kleinensee 333

44. Kohlhausen 199

45. Kruspis 149

46. Lampertsseld 27

47. Landershausen 136

48. Lautenhausen 211

I. 8438.

49. Lautenhausen fisc.

Obersörsterei 8 Seelen 50. Leimbach 148

51. Lengers 342

52. Malkomes 189

53. Meckbach 562

54. Mecklar 488

55. Meisebach Gutsbez. 18 56. Mengshausen 328

57. Motzfeld 259 58. Niederaula 1073 59. Niederaula fisc. Obersörsterei 4

60. Niederjossa 497

61. Obergeis 556

62. Oberhaun 333

63. Oberlengsseld 200

64. Oberrode Gutsbez 14

65. Petersberg 173 66. Philippsthal 852 67. Rausbach 555

68. Reckerode 220 69. Reilos 183 70. Reimboldshausen 70 71. Röhrigshos mit Nippe 153

72. Rohrbach 345 73. Roßbach 18

74. Rotensee 388 75. Rotterterode 117 76. SchenklengSseld 938 77. Schenksolz 46 78. Sicglos 219 79. Solms 144 80. Sorgst 649 81. Stärklos 180 82. Tann 302

83. Untergeis 308 84. Unterbaun 561 85. Unterneurode 98 86. Unterweisenborn 118

87. Wehrshausen 183

88. Widdershausen 709

89. Wilhelmshos GutS- bezirk 35

90. Willigshain 249

91. Wippershain 391 92. Wippershain fiSc. Oberförsterei 8

93. WölserShausen 348 94. Wüstfeld 222

Der Königliche Landrat v o n G r u n e l i u S.

Hersfeld, den 19. September 1907.

Im Anschluß an mein Ausschreiben vom 27. August d. J. I. 7709, Kreisblatl Nr. 105, teile ich weiter mit, daß die anzuwendenden Kulturen des Loeffler'schen Mäusebazillus zum Preise von ca. 60 Psg. pro Röhrchen von I. F. Schwarzlose Söhne, Berlin 8. W. Markgrasenstraße 29, wie auch von dem Bakteriologischen Institut der Landwirtschaftskammer zu Halle a./S: zu beziehen sind.

I. 8708. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

HerSfeld, den 17. September 1907.

Der Herr Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten hat durch Erlaß vom 19. August d. Js. angeordnet,

daß die vierteljährigen Postkartennachweise über die der Schlacht­vieh- und Fleischbeschau sowie über die der Trichinenschau unterworfenen Tiere von den Beschauern fortan spätestens a m 3. T a g e des aus jedes Kalendervierteljahr folgenden Monats dem Kreistierarzt einzureichen sind.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises ersuche ich, die Schlachtviehbeschauer hiernach mit der erforderlichen Weisung zu versehen.

I. 8595. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

Hersseld, den 18. September 1907.

Den Herren Ortsvorständen des Kreises werden in den nächsten Tagen die von der Landwirtschaftskammer nachge- prüsten Hebelisten über die Beiträge vom Jahre 1906 zugesandt.

Unter Bezugnahme auf mein Ausschreiben vom 18. März^d. Js. 2532, Kreisblatt Nr. 35, ersuche ich, die Beiträge für das Jahr 1907 nunmehr alsbald einzutragen und die Erhebung und Ablieferung an die Königliche Kreiskasse hier bewirken zu lassen.

Ueber die bei der Prüfung gefundenen und im Vorjahr nicht aufgeklärten Anstände ist einer Anzahl Listen ein Auszug (Verzeichnis) beigefügt. Diese Anstände sind bei Erhebung der Beiträge für das Jahr 1907 zu erledigen.

I. 8612. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

Hersfeld, den 16. September 1907.

Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Ge­tränke zu Berlin hat kürzlich ein Schreiben an die Magistrate aller städtischen und ländlichen Gemeinden mit 3000 Ein­wohnern und darüber gerichtet, in welchem die neuere Literatur über die Alkoholfrage zusammengestellt ist, welche für die Ver­waltungsbehörde teils zur eigenen Orientierung, teils zu geeig­neter Massenverbreitung von Interesse ist.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises mache ich hierauf aufmerksam.

Soweit ein Bedürfnis dazu vorliegt, empfehle ich die An­schaffung der neuen Literatur über die Bekämpfung des über­mäßigen Alkoholgenusses.

I. 8495. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

Um die Kenntnis der zur Errettung Ertrinkender und zur Wiederbelebung anscheinend Ertrunkener geeigneten Maßregeln in möglichst weiten Kreisen zu verbreiten, läßt der deutsche Samariterverein in Kiel Blechtaseln mit entsprechenden Anweisungen Hdrstellen. An Königliche Behörden werden diese Tafeln kostenlos unter der Voraussetzung abgegeben, daß an­gegeben wird, für welche Orte oder Stellen sie bestimmt sind, und daß nur die unbedingt nötige Anzahl Tafeln bestellt wird. An Private werden die Tafeln dagegen nur gegen Erstattung des Selbstkostenpreises geliefert.

Anträge auf unentgeltliche Ueberweisung solcher Tafeln, die sich aus die Fälle eines unmittelbaren Bedürfnisses zu be­schränken haben, sind an den Königlichen Polizeipräsidenten hier, die Königlichen Polizeidircktoren in Hanau und Fulda und die Landräte deS Bezirks zu richten. (A. II. 6502.)

Cassel, am 21. August 1907.

Der RegicruugSpräsidcnt.

I. V.: Schenk zu Schweinsberg.

Hersseld, den 16. September 1907.

In der nächsten Nummer des Regierungs-Amtsblatts wird die vom Verbände Deutscher Elektrotechniker unter Mitwirkung des Reichsgesundheitsamls umgearbeiteteAnleitung zur ersten Hilfeleistung bei Unfällen im elektrischen Betriebe" veröffentlicht werden.

Ich mache die Ortspolizeibehörden hierauf mit dem Ersuchen aufmerksam, für deren möglichste Verbreitung in geigneter Weise zu sorgen.

Die Anleitung ist im Verlage von Julius Springer in Berlin Nr. 24 Monbijouplatz 3 erschienen.

I. 8497. ' Der Königliche Landrat

von G r u n c l i u s.

Der Kreis-Assistenzarzt Dr. Malcus in Hünfeld, welcher zur Zeit mit der Versehung der Geschäfte des verstorbenen König­lichen Kreisarztes, Medizinalrats Dr. Victor hier beauftragt ist, ist

Dienstag, den 24. September im Sitzungszimmer des hiesigen Landratsamtes von vormittags 10 Uhr ab in dienstlichen Angelegenheiten zu sprechen.

HerSfeld, den 20. September 1907.

Der Königliche Landrat von Grunelius.

Der nächste Termin der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Be­fähigung zum Betriebe des Husbcschlaggewerbes wird hierselbst am Sonnabend den 2. N o v e m b e r d. J. abgehalten werden.

Meldungen zu dieser Prüfung sind unter porto« und be= stellgeldfreier Einsendung einer Prüfungsgebühr von 10 Mk. bis spätestens d e n 5. O k t o b e r d. I. an den Unterzeichneten zu richten.

Mit der Meldung zugleich sind einzureichen:

1. der Geburtsschein,

2. etwa vorhandene Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung (Gesellen-, Meisterbrief u. dgl.),

3. eine schriftliche Erklärung darüber, ob der Meldende sich schon einmal der Prüfung erfolglos unterzogen hat.

Es werden nur solche Schmiede zugelassen, welche das 19. Lebensjahr vollendet haben und den amtlichen Nachweis er­bringen, daß sie die drei letzten Monate vor der Meldung zur Prüfung im Regierungsbezirk Cassel sich aufgehalten haben.

Schmiede, welche die Prüfung nicht bestanden haben, können erst nach Ablauf von sechs Monaten zu einer neuen Prüfung zugelassen werden.

Cassel, am 25. August 1907.

Der Vorsitzende der staatlichen Husschmiede-PrüfungSkommission für den Regierungsbezirk Cassel:

Veterinärrat T i e tz e, Königl. DepartementS-Tierarzt, Parkstr. 9.

Hersseld, den 16. September 1907.

Es ist die Beobachtung gemacht worden, daß seitens ein- zclner Bankgeschäfte des Bezirks vielfach Angestellte, oft auch Lehrlinge auf den Hausierhandel mit Wertpapieren sowie zum Ausstichen von Bestellungen auf solche insbesondere in länd­lichen Gemeinden ausgcfchickt werden.

Ein solcher Handel im Umherziehen ist gemäß § 56 Abs. 2 Ziff. 5 und § 56 a Ziff. 2 der Gewerbe-Ordnung in Ver­bindung mit § 148 Ziff. 7 a strafbar.

Die Ortspolizeibehörden und die Königliche Gendarmerie des KreiseS werden angewiesen, vorkommenden Falls die Be­strafung der Schuldigen herbeizuführen.

I. 8496. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

Hersfeld, den 18. September 1907.

Herr Direktor Schoppmann der landwirtschaftlichen Winter- schule zu Fulda wird zu Ausgang dieser Monats und Anfang des nächsten Monats in den nachbezeichneten Gemeinden deS Kreises öffentliche Wandervorträge halten und zwar

1) am Freitag den 20. d. Mts. abends 8 Uhr in Mecklar,

2) am Sonnabend den 21. d. Mts. abends 8 Uhr in Mengshausen,

3) am Sonntag, den 22. d. Mts. nachmittags 3 Uhr in Frielingen,

4) am Sonntag, den 13. Oktober d. Js. nachmittags 3 Uhr in Schenklengsfeld,

5) am Montag, den 14. Oktober d. JS. abends Va8 Uhr in Philippsthal,

6) am Mittwoch, den 16. Oktober in Hersseld, Zeit und Ort wird später bekannt gemacht.

Der Zuttitt ist jedermann frei gestattet.

Die Herren Bürgermeister, sowohl der Vortragsorte, wie der Nachbargcmeinden, ersuche ich, für gehörige Bekanntmachung der gedachten Wandervorträge Sorge tragen zu wollen.

I. 8668. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

nichtamtlicher Ceil.

Politischer Wochenbericht.

Während in der abgelaufenen Woche Reichskanzler Fürst B ü l o w aus Der stillen Insel Norderney eine Reihe namhafter Führer der den Block bildenden Fraktionen empfangen und mit ihnen Beratung gepflogen hat, land in Berlin der Parteitag der Freisinnigen Volkspartei statt. Man gewinnt den Eindruck, daß hier wie dort ein die gegebenen Verhältnisse mit staatSmännischer Einsicht prüfender Geist seine Einflüsse geltend gemacht hat. Die Führer des Freisinns, Müller- Meiningen und Wiemer, haben auf dem Berliner Parteitage ein beredtes Zeugnis ihrer Blocktreue abgelegt, ein anderer Redner hat unter lautem Beifall zur kräftigen Unterstützung der Politik des Reichskanzlers aufgeforbert, und in der an­genommenen Resolution heißt eS, die freisinnige VolkSpartei sei bereit,mit anderen politischen Parteien zur Bekämpfung gemeinsamer Gegner mitznwirken." Es ist dieS um so erfreu- licher, als dadurch die Hoffnung berechtigt erscheint, daß der Reichswagen auch ferner in den Gleisen der konservativ liberalen Blockpolitik lveitergesahren wird.

In der Kanonenstadt Essen, im Herzen des rhcinisch-west- fälischen Jndustriebezirkes mit seinen Arbeitermassen, ist der svzialdemokratischePartcitag abgehalten worden, undGenosse" Singer hat auf dem Prüsidentcustuhle daS Zepter geschwungen über die Erlesenen der roten Partei, die gekommen waren, um über daS Wohl und Wehe der Sozial- demokratie zu beraten. Zweifellos standen die Verhandlungen unter der Wirkung der bei der ReichStagSwahl erlittenen schweren Niederlage.