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August erschien er mit dem Bondelswartkapitän Johannes Christian und mit Cornelius wieder in den Karrasbergen, und Johannes Christian sprach Morenga das Recht ab, die damals eingeleiteten Friedensverhandlungen selbständig zu führen, über­nahm selbst den Oberbefehl und ernannte Morris und Morenga zu seinen Feldkornetts. So tauchten in den folgenden kleinen Kämpfen die beiden wieder gemeinsam ans. Schließlich wurden beide auf englisches Gebiet verdrängt, und während Morenga sich der Kappolizei ergab, hat Morris die mit den BondelswartS abgeschlossene Unterweisung im Frühjahr 1907 unterzeichnet, um sie jetzt bei der ersten Gelegenheit wieder zu brechen und sich mit Morenga zu vereinigen. Voraussichtlich wird es nun bald dem vereinten Vorgehen unserer Schutztruppe und der englischen Kappolizei gelingen, beide endgültig unschädlich zu machen.

Ae Wirren in Marokko.

Paris, 31. August. Der Temps meldet aus Mazagan: Zehn Notable der Schauias sind am 28. August hier einge­troffen. Es heißt, daß sie gekommen seien, um die europäischen Vertreter zu ersuchen, ihre Unterwerfung unter die militärischen Behörden Frankreichs zu vermitteln. Dasselbe Blatt meldet aus Casablanca: Die spanischen Truppen haben die Stadt verlassen und ein Lager südlich derselben ausgeschlagen. Das Lager der Franzosen befindet sich nahe dem Marrakeschtor, wo die Stadt nicht gedeckt ist und wo Uebersälle befürchtet werden. Der Temps meldet aus Cadix, der Kreuzer Estre- madura sei mit dem Admiral Matta an Bord nach Casablanca in See gegangen. Die Estremadnra werde den Kreuzer Rio de la Plata ablösen, der nach Cadix zurückgehen werde. Wie der Temps aus San Sebastian meldet, nimmt man an, die Regierung werde die an der marokkanischen Küste kreuzenden Kriegsschiffe wegen der dort herrschenden Stürme zurückkehren lasten.

Tanger, 31. August. Mulay Hasid hat an die Stämme einen Brief geschrieben, in welchem er verlangte, Angriffe bis zu seiner eigenen Ankunft auszuschieben. Wenn die Ver­handlungen mit den Franzosen scheitern sollten, werde er ge­meinsam mit ihnen die Christen bekämpfen. Infolgedessen herrschte Ruhe. Vorgestern jedoch traf der Dukalastamm mit 1200 kampflustigen Reitern in Buale ein und überredete die übrigen. Gestern kam es zu einer großen Schlacht; nur durch das Eingreifen der Schiffskanonen wurde der Sieg über die 6000 Angreifer errungen.

Paris, 31. August. Admiral Philibert telegraphiert, daß die gestrigen Verhandlungen der Stämme in Mazagan fortdauern. Die Bevölkerung von Saffi und Mogador sei jetzt mehr beruhigt. Die um das Lager bei Casablanca ver­einigten Marokkaner werden aus 56000 geschätzt. Der Tag sei ohne Zwischenfall verlaufen.

At Sorgaußt in WM.

Petersburg, 1. September. In Gegenwart des Kaisers, der Kaiserin, der Königin von Griechenland, aller hier anwesenden Großfürsten und Großfürstinnen, der Minister und des diplomatischen Korps fand heute die feierliche Ein­weihung der zum Gedächtnis an Kaiser Alexander II., an der Stelle, wo er seinen Tod fand, errichteten Kirche zur Auserstehung Christi statt. Der Metropolit Antonius vollzog den Weiheakt. Sämtliche Truppenteile der Garnisonen von Petersburg und Umgebung hatten Abordnungen entsandt. Der Kaiser und die Kaiserin waren von Peterhos zu Schiff eingetroffen; am Newaquai und über das Marsseld hinweg waren Truppen ausgestellt. Trotz der polizeilichen Absperrungen waren Tausende erschienen, um den Kaiser zu begrüßen, der seit der Eröffnung der ersten Reichsduma zum ersten Male wieder Petersburg besuchte. Nach der kirchlichen Feier nahmen der Kaiser, der die Uniform des Preobraschenkischen Leibregiments trug, und die Kaiserin einen Vorbeimarsch der Truppen ab. Die Volksmassen brachen in stürmische Hurrarufe aus. Im Innern der neuen Kirche ist an der Stelle, wo der Kaiser Alexander II. ermordet wurde, der betreffende Teil der Straße im allen Zustande erhallen und von einem Tempel mit schwarzen Granitfäulen überdeckt worden. Nach der Feier besuchten die Majestäten die Gräber Alexanders H. und Alexanders m. in der Peter-Pauls-Kathedrale und kehrten dann zu Schiff nach Peterhof zurück.

Petersburg, 1. September. Ein kaiserlicher Ukas vom 21. August bestimmt ergänzend zu dem Gesetz über die Glaubensfreiheit, daß Juden, die früher zum orthodoxen Glauben übergetreten sind und jetzt wieder den jüdischen

Sie hatten einander umfaßt und wandelten träumerisch unter den Alleen einher, wo weiland Chateaubriand seine Liebeslieder erklingm ließ. Beide gedachten seiner Geliebten und beneideten Madonna de Beaumont, die über ihrer Liebesillusion gestorben war. Von jeher gab es zwei Arten von Liebenden. Die einen, die in der Stunde des Todes die Liebe zurücksehnen, die ihnen im Leben gelächelt, die andern, denen das Ende der Liebe bereits den Tod bedeutete. Erstere beweinen die Liebe, die da bleibt, den Zweiten bleiben über dm Tränen nach verlorenem Glück keine mehr für das Leben.

Nell und Nellie gehörten zu jenen beiden Klassen. Kurz vor der Entscheidung stehend, begannen ihre Herzen stürmisch zu schlagen. Am liebsten würden sie die Zeit aufgehalten haben, um die Morgenröte der anhebendm Liebe, beten jede einzelne Minute kostbar war, noch eine Weile zu genießen. Sre kehrten ins Haus zurück, denn es war Zeit zum Auf- bmch. Dort erwartete sie eine Enttäuschung. Bei Tante Angelika war eine starke Migräne im Anzug, so daß sie sich gezwungen sah, von der Teilnahme an der Partie abzusehen. So hatte sie beide Mädchen der Obhut der Frau des ameri­kanischen Gesandtschaftssekretärs übergeben müssen. Bald darauf Holle diese Nell und Nellie ab, und Mrs. Blackhouses Wagen kam als legtet mit Nell und Nellie aus dem Rendez­vous an. Ein halbes Dutzend Wagen umstanden bereits die Pyramide des CestiuS. Glaczkowicz und Herr von Valgrand befanden sich in einem Phaeton. Nell hatte sie sofort be- merkt. Prinz Montecorvello fehlte noch, er sollte der Karawane zu Pferde nachkommen, und so begab man sich auf die Applfche Straße.

Albano hielt der Zug nicht an. Da sich der Hunger allieitlg ernzustellen anfing, fuhr man birett nach Nemi, wo das kleine Hotel am See bereits für die Gesellschaft bestellt worden war.

Da über Nacht ein leichter Regen niedergegangen war, duftete der junge Wald in seiner lieblichen Frühlingsfrische. An dm staubfreien Wegm entlang standen rosa Heckenrosen, und man fuhr unter einer Wölbung von allerhand Schlina- gewächsen hindurch.

Glauben annehmen, ihr durch den Uebertritt zum Prawos- laventum erworbenes Bürgerrecht verlieren und in das An- siedlungSgebiet auszuweisen sind.

Odessa, 31. August. Ein Offizier, der eine bei einer Haussuchung gefundene Bombe entladen wollte, ließ dieselbe fallen. Durch die Explosion wurden der Offizier, ein Polizei­beamter und ein Kanzlist getötet, ein Polizeioffizier und fünf Beamte schwer verletzt.

Aus Jn- und Ausland.

Berlin, den 1. September 1907.,

In Berlin sind zwei außerordentliche Ge' sandtsch asten außereuropäischer Herrscher eingetroffen, von denen die vom Kaiser Menelik von Abessinien, die andere vom Schah von Persien abgeordnet worden ist. Die abessinische Gesandtschaft stellt sich als die Erwiderung der seinerzeit an Kaiser Menelik abgeschickten deutschen Sondermission dar, die persische Mission hat den Auftrag, dem Kaiser die offizielle Mitteilung von der erfolgten Thronbesteigung des jetzigen Schahs von Persien zu machen.

Um der überhandnehmenden Zügellosigkeit der Fortbildungsschüler und der umsichgreisenden Ver­rohung der schulentwachsenen Jugend wirksam zu steuern, ist in Gera beschlossen worden, in der Pflichtsortbildnngsschule von der körperlichen Züchtigung Gebrauch zu machen. Diese Maßregel ist sehr verständlich, wenn man bedenkt, daß dieser Tage, als der Rektor der Schule in eine Klasse trat, ein Fort­bildungsschüler auf dem Katheder stand, der Klasse Vortrag aus einem sozialdemokratischen Flugblatte hielt und sie zum Schlüsse aufforderte, die sozialdemokratischeTribüne" zu lesen. Unter solchen Umständen allerdings scheint ein Stück unge­branntes Holz das richtige Mittel, um den Herren Jungens klar zu machen, daß Politik nicht in die Schule gehört.

Mit dem Bahnbau von Otavi nachGroot- fontein in Deutsch-Südwestafrika, den die South West Asrica Company ausführen will, ist nunmehr der Anfang ge­macht worden. Wie dieDeutsch-südwestasrikanische Zeitung" berichtet, sind die Maurerarbeiten bei dem Bahnbau Otavi- Grootfontcin an den Bauunternehmer H. Banse aus Swakop- mund vergeben worden. Es ist eine Bauzeit von vier Monaten vorgesehen. In Otavi selbst sollen mehrere neue Bauten er­richtet werden, u. a. ein Genesungsheim, ein Bezirksamtsge­bäude und verschiedene Beamtenhäuser.

Die portugiesische Expeditio n gegen dieOvambo hat bereits einen ersten erfolgreichen Zusammenstoß mit dem Feinde gehabt. Nach amtlichen Meldnngen aus Mossamedes haben die portugiesischen Truppen am 27. und. 28. August bei Musilo, einige Kilometer von der Festung RocadaS, einen glänzenden Sieg gegen die Cuamatas errungen. Im Kampfe fielen zehn weiße Soldaten; zwei Leutnants, 29 Soldaten sind verwundet. Der Feind hatte große Verluste.

Aus Provinz u. Nachbargebiet.

"(Rauchverbot und Raucherlaubnis im Speisewagen.) Die Unterdrückung des Rauchens in den preußischen Speisewagen hat zu eigenartigen Verhältnissen ge- sührt. Dem Rauchverbot des preußischen Ministers der öffent­lichen Arbeiten haben sich nachträglich Baden und Württemberg angeschlossen. Bayern hat aber hier, wie bei der Briefmarke, sein Reservatrecht gewahrt und läßt das Rauchen in einem Teil der Speisewagen nach wie vor zu. Bei derartigen Wagen, die durch die verschiedenen Gebiete laufen, ist nun das Rauchen streckenweise verpönt und dann wieder eine Strecke weit erlaubt. So darf man in den Speisewagen zwischen Berlin und Stutt­gart erst von Ritschenhausen an rauchen, muß die Zigarre aber in Landa wieder weglegen. Die Schlafwagen-Gesellschaft tut dies in ihren Speisewagen durch abnehmbare Schilder mit der InschriftRauchen verboten" kund. Diese Schilder werden zeitweise angehängt und zeitweise abgenommen, je nach den Strecken, die gerade durchsahren werden.

* (Ausgabe neuer deutscher Postkarten.) In diesem Herbste werden neue Postkarten zur Ausgabe ge­langen. Veranlassungen geben die Beschlüsse des Weltpost- kongresses in Rom vom vorigen Jahre, der beschlossen hatte, daß der Absender in Zukunft über den linken Teil der Vorder­seite der Postkarte verfügen könne. Diese Bestimmung erstreckt sich auf alle Postkarten, nicht nur auf Ansichtskarten. Ihr werden die amtlichen Formulare für den inneren deutschen Verkehr angepaßt. Es handelt sich um Postkarten zu 2 Psg. für den Württembergischen Orts- und Nachbarortsverkehr, solche

Während der Gastwirt die mitgebrachten Körbe auspackte, versammelte sich die Gesellschaft auf der Terrasse. Noch war der Prinz nicht erschienen.

_ Nellie sühlte, wie ihr Herz sich zusammenzog. Aber Don Cäsars Pferd war ein tüchtiger Renner, und er mußte jeden Augenblick ankommen.

Ich habe an Sie gedacht," sagte Nell zu Glaczkowicz, ich weiß, Sie trinten nur Tee, und da brächte ich welchen mit, den ich Ihnen nun auch eigenhändig bereiten werde."

Mit diesen Worten stellte sie einen Kessel mit der Spirituslampe aus das Fensterbrett. Ohne zu wissen wes­halb hatte sich ihrer ein unnennbares GlückSgesühl bemächtigt. Und dennoch hatte Rens von Valgrand sich ihr noch mit keinem Worte genähert. Er sah ihr nun von weitem mit ernstem, weichem Blicke zu.

Nach dem Frühstück kehrte man, den Weg durch den Wald wählend, nach Aricia zurück.

In der Nähe der Villa Torlonia schlug Glaczkowicz vor, die Wagen einzustellen und sich wiederum nach dem Walde zu begeben.

So gelangte die Gesellschaft zu einer Lichtung, aus der einzelne Gruppen Platz nahmen. Andere zerstreuten sich da- und dorthin. Die jungen Mädchen suchten Blumen und Erdbeeren.

Nellie entfernte sich langsamen Schrittes, die Augen zu Boden gerichtet, als nähme sie das Suchen nach seltenen Blüten voll in Anspruch. Sobald sie sich in genügender Entfernung befand, warf sie sich stöhnend in das hohe GraS. Zentnerschwer lastete es aus ihr, und ihr war, als schnüre ihr etwas den HalS zu. Eine namenlose Angst ergriff sie. Sie hatte weder den Mut zu sprechen noch zu meinen. Diese Partie, von der sie sich ein hohes Glück versprochen hatte, strich mit einer verzweifelten Langsamkeit dahin. Welch tiefe Schwermut hatte sich plötzlich über diesen, mit dem Morgenrot schönster Hoffnung begonnenen Tag gebreitet! Weshalb kam Don Cäsar nicht? Die Ungewißheit nagte an ihr. Sollte ihm ein Unfall zngestoßen sein. ? Oder aber oh über den gräßlichen Zweifel sollte das, was sie für Liebe seinerseits gehalten, nur weltmännische Höflichkeit, ein Zeit-

zu 5 Pf. für den übrigen inneren Verkehr der Reichspost und Württembergs und Karten ju 10 Pf. für den Weltverkehr nebst den entsprechenden Karten mit Antwort. Der Karton, die Marke und der VordruckPostkarte" bleibt der gleiche wie bisher. Dagegen fallen bei den inländischen Karten die Worte An",in" sowieWohnung (Straße und Hausnummer)" weg. Die punktierten Linien für die Ausschrist gehen aus allen Karten links nur über % der Karte, so daß der verbleibende linke Teil, abgesehen von dem WortPostkarte", für den Ab­sender frei bleibt. Er kann außer zu schriftlichen Mitteilungen auch zum Ausdruck von Reklamen usw. benutzt werden. Bei den inländischen Karten mit Antwort fällt auch die Bemerkung Die angebogene Karte ist für die Antwort bestimmt" weg. Es heißt lediglichPostkarte mit Antwort" und auf deran- gebogenen" KartePostkarte Antwort". Ebenso tragen die einfachen deutschen Weltpostkarten in Zusunst nur noch die Ausschrist Postkarte. Der VordruckWeltpostverein Carte postale Union postale universelle undNur für die Adresse" fällt vollständig weg. Nur bei den Antwortkarten für den Weltverkehr ist der französische TextCarte postale avec röponse payee Union postale universelle undCarte postale reponse geblieben. Es wird aber dafür eine moder­nere Schrift als bisher verwendet. Die neuen Karten kommen nicht vor dem 1. Oktober zur Ausgabe, aber auch dann erst, wenn die alten Vorräte der betreffenden Sorte ausgebraucht sind. Die Reichsdruckerei ist jetzt mit der - Herstellung der Stöcke beschäftigt, so daß der Druck in Kürze beginnen kann.

* (Die Landkrankenhäuser in Kurhessen.) Den Rechenschaftsberichten über die Verpflegung von Kranken in den kommunalständischen Krankenhäusern Kurhessens während des Rechnungsjahres 1906 ist folgendes zu entnehmen: Die Gesamtzahl der Kranken in den Anstalten zu Casfel, Eschwege. Fulda, Hanau, H e r s f e l d , Rinteln und Schmalkalden betrug 9976. Von den 4080 innerlich Kranken wurden geheilt 3098, ungeheilt entlassen 857 und gestorben sind 373. Bon den 4453 äußerlich Kranken wurden geheilt 3514, ungeheilt ent­lassen 251 und gestorben sind 274. Auch 90 Geisteskranke waren in diesen Krankenhäusern untergebracht. Hiervon wurden acht als geheilt und 74 als ungeheilt entlassen, bezw. beur­laubt, durch Tod gingen vier ab. Die Gesamtzal der Syphilis-, Augen- und Krätzekranken betrug 1888; geheilt wurden hiervon 998, ungeheilt entlassen 33 und gestorben ist einer. Die Zahl der Wöchnerinnen und Säuglinge betrug 79; hiervon wurden geheilt entlassen 69, ungeheilt entlassen 3, gestorben 1. Die Gesamtkosten der Verpflegung ausschl. der Verwaltungskosten betrugen 424187,09 Mark; ersetzt sind hiervon 365 433,77 Mk. Aus die Landesheil- und Pflegeanstalten zu Marburg, Haina und Merxhausen entfielen außerdem noch 2417 Kranke. Hiervon wurden geheilt bezw. gebessert 174, ungeheilt entlassen bezw. beurlaubt wurden 196, gestorben sind 153. Die Gesamt- verpflegungskosten auSschl. der Verwaltnngskosten betrugen 680 948 Mk.; ersetzt wurden hiervon 608 887,89 Mk.

):( Hersfeld, 2. September. Zur Feier des Sedan - t a g e s fand gestern abend ein von der Gymnasiastenkapelle ausgeführter Zapfenstreich statt. Eine große Menschenmenge begleitete denselben, auch waren die Straßen, die der Zug passierte, von zahlreichen Schaulustigen besetzt, feilte morgen führte dieselbe Musikkapelle einen Weckruf aus. Im Lause heutigen Vormittags fanben in allen Schulen Feiern statt, wober in entsprechender Weise der Bedeutung des Tages ge­dacht wurde. Der Kriegerperein begeht den Tag von Sedan heute abend durch einen Kommers, nachdem schon gestern auf dem neuen Schießstand bei der Waldschenke ein Preis­schießen abgehalten worden war. Im Laufe des Nachmittags unternahmen die Schüler des Gymnasiums einen Ausflug.

):( Hersfeld, 2. September. Ein Unfall ereignete sich heute vormittag bei dem Bahnübergang vor dem Peterstor. Daselbst hatte sich infolge Schließung der Schranke eine Anzahl Fuhrwerke und Personen angesammelt. Als die Schranke geöffnet wurde und ein Geschirr sofort schnell an= fuhr, geriet es in die angesammelten Menschen. Hierbei kam eine Frau unter die Räder und erlitt am Kopf sowie an den Beinen Verletzungen.

):( Hersfeld, 2. September. In der Nacht vom Sonn­abend zum Sonntag gerieten in dem benachbarten Friedlos zwei Einwohner in Streit, bei dem leider das Messer ge­braucht wurde. Einer der Männer erhielt hierbei einen Stich in b i e Lunge. Der Verletzte wurde in das hiesige Land­krankenhaus eingeliefert.

):( Hersfeld, 2. September. Der hiesige berittene Gendarm B ö t t g e r wurde auf Wunsch vom 1. Oktober ab nach Oberkausungen versetzt.

):( Hersfeld, 2. September. In einem Holzschuppen des Landwirts Heinrich Liebermann in Aua entstand am

vertreib, eine Zerstreuung gewesen sein, ohne weitere ernstere Folgen?

Nellie fühlte sich physisch und moralisch lahm müde von der Angst und müde von der hellen Sonnenluft. Sie streckte sich lang aus im Grase, zog den weißen Matrosenhut tief auf die Stirne und schloß die Augen. Sie träumte von dem Wandervogel, den ihr Auge im Angenblick des Abschieds entdeckt zu haben glaubte, während, nur wenige Schritte von ihr entfernt, Nell mit seinem Einfängen be­schäftigt war.

(Fortsetzung folgt.)

(Eine Kaiserliche Bowle.) Die Schles. Ztg. erzählt eine hübsche Episode von den Hannoveraner Kaiserlagen. Unter den Offizieren der Armee herrscht noch heutigen Tags der aus der Zeit Königs Friedrichs des Großen stammende Brauch, daß demjenigen, welchem das Unglück passiert, bei einer Parade ober Besichtigung aus dem Sattel zu kommen, beim nächsten Mittagessen, den Kameraden eine Weinbowle zu spendieren hat. Dieser alten Sitte hat sich auch der Kaiser unterworfen, der gelegentlich der großen Parade in Hannover infolge Ausgleitens seines Pferdes auS dem Sattel kam und zur Erde glitt, aber auf die Füße zu stehen kam. Wie jetzt bekannt wird, erinnerte sich bei diesem Mißgeschick der oberste Kriegsherr sofort der alten Offizierssitte nnd äußerte zu den Herren seiner Umgebung:Das ist Mir ein teurer Spaß, denn das kostet Mich eine Bowle für das ganze Armeekorps 1" Und er fügte lächelnd hinzu:Diese kleine Strafe für Mich amüsiert Mich ganz außerordentlich."

Ein Eisenbahnzusammenstoß, bei dem ein Bremser getötet wurde, ereignete sich in der heutigen Nacht aus dem Bahnhof Kray-Nord im Landkreis Essen. Der Güterzug Nr. 8901 fuhr in der Station auf die Schluß- wagen des eben eingefallenen GütcrzngeS Nr. 8632 auf. Der Bremser des letzten Wagens wurde dabei auf der Stelle getötet; die auffahrende Lokomotive und die Schlußwagen des haltenden Zuges sind stark beschädigt. Die Schuld an dem Unfall wird den unzureichenden Bahnhofsverhältnissen zugeschrieben.