standen, daß ein großer Teil der Engländer in Denlschland den größten Nebenbuhler für England im Kampfe um die Weltherrschaft erblicken, aber die nüchterne Beobachtung der Dinge und die politische Erfahrung haben klargclegt,' daß Deutschland weder den Wunsch, noch das Bestreben, noch die Macht besitzt, die Weltstellung Englands zu erschüttern. England besitzt durch seine Jnscllagc, sowie durch seine riesig große Flotte und ferner durch seinen unermeßlich großen Kolonialbesitz in Jdien, Afrika, Australien und Nordamerika ein so kollosales Ucbergewicht in seiner Weltmachtstellung über Deutschland, daß daran gar nicht zu denken ist, daß Deutschlands Emporkommen den Engländern wirklich gefährlich werden könnte.
In zweiter Linie könnte allerdings in England die Besorgnis entstanden sein, daß Deutschland die maßgebende Großmacht für Europa werden könnte, ja es vielleicht schon geworden ist. Aber dieses Ucbergewicht in Europa wird doch'Deutschland niemals mißbrauchen, sondern nur zur Erhaltung und Stärkung dcS Friedens und zur Vervollkommnung der Kultur benutzen. In dieser gerechten Erkenntnis der politischen Lage und der Stellung Deutschlands in der Welt wird sich die neue An- näberung Englands an Deutschland vollzogen haben und hoffentlich durch die Monarchcnbcgegnung in WilhelmShöhe auch noch inniger und fester gestalten, zumal ja die englische Politik, wie man aus dem Munde jedes englischen Staatsmannes fast jede Woche hören kann, selbst nur die Erhaltung unb Stärkung des Friedens zum Ziele hat. Richtig' ist ja auch, daß das ganze Wesen der englischen auf die Blüte des Handels und des Verkehres beruhenden Weltmachtstellung den Frieden und den Kulturfortschritt bedarf. Jede kluge Großmacht zieht heutzutage auch nur dann noch das Schwert, wenn es sich um die Verteidigung von Lebensintcressen handelt. Zwischen Deutschland und England besteht aber gar kein Konflikt über die Lebensintcressen der beiden Nationen, also steht auch zu erwarten, daß nach der Zeit der Mißverständnisse und Reiberien, der tendenziösen Anfeindungen und Entstellungen eine Periode der ehrlichen Verständigung zwischen Deutschland und England eintreten und andauern wird. Es ist dies um so mehr zu hoffen, weil alle Großmächte der Welt moralisch und praktisch an einer allgemeinen friedlichen Verständigung über schwebende Streitfragen interessiert sind und in dieser Richtung eine dauernde diplomatische Arbeit, die zumal auch auf der Friedenskonferenz in Haag zum Ausdruck gekommen ist vollbringen. So ist vielleicht die Begegnung der Monarchen der größten Seemacht und der größten Landmacht der Erde auf Schloß Wilhelmshöhe der Schlußstein für den Aufbau einer sollden gemeinsamen Friedenspolitik aller Mächte, und in diesem Sinne kann sie als ein hocherfreuliches Ereignis begrüßt werden.
Sie Sirrtn in Marokko.
Ein in P ar i s eingetroffenes langes Telegramm des französischen Geschäftsträgers in Tanger an den Minister des Aeußern Pichon beschreibt im einzelnen die äußerst tapfere Haltung der am 5. August Morgens mit dem Schutz des französischen Konsulats in ßafaBianca beauftragten Ab- teilung, und fügt _ hinzu, daß viele Ausländer Zeugen der Tapferkeit und Geistesgegenwart der Mannschaften waren und mit Worten der Bewunderung nicht zurückhielten. Ein Telegramm des Generals Drude an den Kriegsminister Picquart meldet die am 7. August erfolgte Besitzergreifung von Casa- blanca, das seit 5 Uhr früh von einer Marineabteilnng verteidigt wurde, von der 2 Offiziere und 10 Mann verletzt und zwei Mann getötet wurden, als si? die Mehrzahl der diplo- matifchen Agenten beschützte. Die Verteidigung ehre alle Teilnehmer. Ein Telegramm des Admirals Philibert bezüglich des am 7. August von französischen und spanischen Seeleuten zurückgewiesenen kräftigen Angriffes auf das Konsulatsviertel besagt, daß noch 5 Matrosen vom Kreuzer Du Chayla getötet wurden und daß auch die Spanier Tote und Verwundete hatten. Die gegen den Maghzen aufrührerischen Stämme haben, wie es in dem Telegramm weiter heißt, bedeutende Verluste erlitten, die noch durch das Feuer der Kreuzer Galilse und Forbin erhöht wurden. Vier Kreuzer und Panzerschiffe kamen Morgens 11 Uhr an, noch zurzeit, um den Angriff, dem die Abteilungen nicht mehr lange hätten widerstehen können, zum Stillstand zu bringen. Die Truppen wurden gelandet, nachdem 15 Minuten lang gefeuert worden war, um die Umgebung der Stadt zu säubern. Die Landung ging schnell vor sich, trotzdem die See sehr hoch ging, und die Stad: wurde besetzt. Die Landung von Material wurde bei dem Licht der Scheinwerfer die Nacht hindurch fortgesetzt. Admiral Philibert und General Drude ließen an Land eine Proklamation anschlagen, die die Absichten Frankreichs kundgibt
ihrer Verzückung. Sie schrak zusammen und wie aus einem Traume auffahrend, schaute sie um sich. Wiederum suchte ihr Auge das des Edelmannes, doch umsonst — er hatte die Blicke anderwärts hingewendet, und die Patrizierin suchte nun ihrerseits auf den Tribünen den Punkt zu entdecken, der die seinen zu fesseln schien.
Diejenigen des jungen Mannes waren unterdes auf den beiden jungen Baroninnen von Verncuil haften geblieben. Die Augen der Römerin begegneten plötzlich denen Nells, in welchen sie Bewunderung und Teilnahme zu lesen glaubte. Nell dachte in diesem Augenblick, daß nur diese dunklen, sanften, von innerer Klarheit erstrahlenden Augen, die sich wie zwei Sammetblumen auf elfenbeinernem Grunde öffneten, m dies Gesicht gehörten. Instinktiv sah Nell zu dem Offizier hrnab, dessen heißer, fragender Blick fest aus sie und ihre Kousine gerichtet war. . .
Die Zeremonie war beendet, und der Jubel, der die Erlauchten beim Eintritt begrüßt, geleitete sie wiederum bei dem Austritt. Von der Sedia herab spendete der Pontifex den Segen über die lautlos Knieenden, dann verhallte allmählich das Getöse und die Menge zerstreute sich. . .
Die Unbekannte war verschwunden. Besonders zahlreich waren an diesem Abend die Gäste in der Villa Medici, als die Baronin von ihren Nichten gefolgt, eintrat. Einige fünfzig Personen standen und saßen in kleinen Gruppen beieinander und besprachen die Zeremonie vom Morgen. Sofort nach ihrem Eintritt sah sich Frau von Verneuil mit ihren Nichten von einem Kreise sympathischer Menschen umgeben, in deren Geiellichajt sie sich bald äußerst wohl zu fühlen begannen.
Unter den Gliedern beider Gesandtschaften befanden sich Landsleute und andere aus der Durchreise in Rom weilende Franzosen. Außerdem bot die Villa mit ihrem neutralen ^vden einen Sammelplatz für die schwarze und weiße Welt, sowie für alles was Anspruch aus Geburt, Talent, Rang und Reichtum erheben durste.
Nell und Nellies Erscheinen hatte eine vorübergehende Sensation hervorgerufen, denn beide waren für die' junge Männer- und Künstlerwelt reizende Gestalten.
Die Pensionäre der Villa, von Natur etwas verschüchtert,
Ein ferneres Telegramm dcS Admirals Philibert vom August Nachmittags meldet, daß General Drude in der Nähe der Stadt ein Lager bezogen und einen Angriff von 5000 bis 6000 Reitern energisch zurückgewiesen hat.'
Die Agence Havas melutt unterm 9. d. Mts. aus Tanger: Nach dem Bombardement dcS arabischen Stadtteils und der Umgebung von Casablanca besetzte ein Bataillon der Fremdenlegion, das von der Division Philibert gelandet worden war, den Strand. Die Tore und Wälle wurden von den Pionieren gesprengt und besetzt; wo sich Gruppen von Arabern bildeten, wurden sie durch Kanonenschüsse zerstreut. Der Dampfer Nive ist gestern angekommen und landete sofort 2200 Mann. Der Panzerkreuzer Admiral Aube wurde nach Mazagankentsandt.
Bis Freitag 11 Uhr Vormittags hatte das Ministerium des Aus- wärtigen in Paris keine Bestätigung der Gerüchte über ein Bombardement von Mazagan erhalten. — Aus Toulon sind die armierten Transportschiffe Shamrock und Vinh Long abgefahren. Sie werden Truppen an Bord nehmen, um sie nach Marokko zu bringen.
Wie dem Reuterschen Bureau aus Magador gemeldet wird, hat die Nachricht von dem Bombardement von Casablanca auf die dortigen Eingeborenen einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht und die feindselige Stimmung gegen die Franzosen noch verschärft. In Marrakesch herrsche Ruhe, doch würden neue Unruhen befürchtet.
T a n g e r, 10. August. Die französischen Landungstruppen hatten vor Besetzung Casablancas noch erhebliche Straßenkämpse mit Kabhlen zu bestehen. Das Gebäude des deutschen Konsulats ist unversehrt. Die Pivatwohnung des Konsuls, die Post und mehrere Wohnungen und Geschäftsräume Deutscher sind geplündert worden. Auf der Post fehlen 25 000 Pesetas. Die im Hause des Kaufmanns Brandt vereinigten Deutschen sind wohlbehalten. Sie wurden vom französischen Konsulat mit Proviant versehen. Der seit 27. Juli zum Schutz und zur nötigenfalls erfolgenden Ausnahme der Deutschen dort anwesende Handelsdampfer Arcadia, der bereits einen Teil der deutschen Kolonie an Bord genommen hatte, erhielt Lebensmittel vom Kreuzer Galilse. Privatmeldungen besagen, daß in Mazagan und Rabat wieder Ruhe herrscht. Mogador erhält Kreuzerscyutz, um gegen den von Kap Juby anrückenden Fanatiker Ma-ul-Ainin gerüstet zu sein. Vor Tanger liegen die Kreuzer Jeanne d'Arc, Forbin und ein spanisches Torpedoboot. — Der spanische Kreuzer La Plata ist nach Casablanca abgegangen.
Langer, 10. August. (Reuter.) Aus Casablancawird gemeldet: 3000 Mauren griffen General Drude vor den Toren von Casablanca an, zogen sich aber nach schweren, durch die Artillerie verursachten Verlusten bald wieder zurück. — In Magazan und Rabat herrscht, wie von dort berichtet wird, Ruhe, doch müsse man jederzeit mit der Möglichkeit eines Aufruhrs rechnen.
Tanger, 10. August. Gestern war die Lage in Casablanca unverändert. Im Innern des Landes sammeln die Stämme etwa 20 000 Reiter, weshalb General Drude einen Angriff erwartet. Nachrichten von Maclean besagen, daß die Stämme bereit wären, sich dem Wachsen zu ergeben, wenn ihnen dafür Pardon gewährt würde.
Bus > und Ausland.
Berlin, den 10. August 1907.
In einem Artikel des Pariser Journal zur Swinemünder Kaiserbegegnung wird über eine Verschärfung der Gesetze in Russisch-Polen geklagt und diese angebliche Neuerung mit der jüngsten Monarchenzusammenkunft in Zusammenhang gebracht. Hierzu schreibt die Süddeutsche Reichskorrespondenz': Damit sind grundlose Gerüchte wieder aufgewärmt, die auch in die deutsche Presse Eingangs gesunden hatte. In den drei Kaisermächten gibt es eine Polensrage, die nach der Staatsräson einer jeden zu behandeln ist. Aber zwischen den Kaisermächten gibt es keine Polensrage, über die Besprechungen oder Vereinbarungen zu treffen wären. Die Polenfrage im Sinne der Polen und ihrer Gönner wäre ja nur zu regeln durch Auflösung des staatlichen Gesüges der Teilungsmächte. Von solcher Selbstverstümmelungspolitik ist man in Petersburg, Wien und Berlin gleich weit entfernt und denkt so wenig daran, sich der polnischen Landesteile zu entäußern, wie beispielsweise England gesonnen ist, Irland aufzugeben. Die Swinemünder Kaisertage waren von vornherein nicht dazu bestimmt, in den polnischen Angelegenheiten Neuerungen herbei- zuführen.
Die H o l l ä n d e r müssen in ihrem fortwährenden Kriege mit den rebellischen Eingeborenen-Stämmen in Holländisch-
die sich der Einladung ihres Direktors nicht entziehen konnten, standen gewöhnlich mürrisch und mißlaunig an den Wänden des Salons entlang, von wo ihre dunkle Kette sich wie eine schwarze Schlange ausnahm, in die je nach den gegenseitigen Empfindungen hin und wieder wellenförmig etwas Leben zu kommen schien.
Nell blickte erstaunt danach hin. Sie begriff nicht, weshalb diese jungen Leute hartnäckig ihre Plätze an der Mauer beibehielten. Sie ahnte nicht, welche Bewegung ihr und Nellies Eintritt in die Schlange gebracht, und daß die Kreise von Rom einander bereits zugeflüstert, daß dieser Abend wenigstens keine unnütz verbrachte Zeit bedeute. Außer den jungen Künstlern verfolgte noch ein anderer der Anwesenden denselben Gedanken. Es war ein von der Natur nicht begünstigter Greis, dessen Feder jedoch ihrem Träger bereits Ruhm und Ehre eingebracht hatte, dessen hochfligender Geist jeden Ersatz für die fehlende Körperschönheit bot. Mr. Glac° zkowicz saß in einer Ecke des Salons im Geplauder mit einem jugendlichen Archäologen. Bald indes schwieg er und richtete seine volle Aufmerksamkeit auf die klangvollen Stimmen der beiden Mädchen und erfreute sich ihres bestrickenden Frühlings. Danach stellte er sich Frau von Verneuil vor und ließ sich ungezwungen in der Damen Mitte nieder. Weit davon entfernt sein Alter zu verleugnen, schritt er ihm vielmehr mit einiger Koketterie voraus, ohne sich indes zu verhehlen, daß ihn Jugend und Schönheit über alles anzog, welche zu genießen ihm gerade die Jahre den besonderen Vor- zug verliehen, wobei er sich dies Recht anmaßte, die Rolle eines Vertrauten und Ratgebers zu spielen.
Da Nell und Nellie sein besonderes Wohlgefallen erregten, behandelte er sie vom ersten Augenblick an wie kleine, längst gekannte Freundinnen.
Obgleich als Verfasser einiger bedeutender politischer und historischer Werke in ganz Europa bekannt, wagte er es dennoch nicht vorauszusetzen, daß sein Name den jungen Mädchen in besonderer Weise ausgefallen sein müsse. Für Nellie war dies auch tatsächlich der Fall. Nell dagegen hatte in der Bibliothek ihres Onkels des Professors an der Bostoner Universität einige Bücher von Julius Glaczkowicz durchstöbert.
Indien eine empfindliche Schlappe verzeichnen. In der Landschaft Mori auf Celebes wurde eine niederländische Truppen- abteilung von der aufständischen Bevölkerung Überfällen und fast gänzlich niedergemctzclt; zwei Leutnants und 45 Soldaten sollen bei dieser militärischen Katastrophe gefallen sein.
Aus Söul, 10. August, wird berichtet: Die koreanischen Truppen in Hondschu und Wondschu haben sich empört, japanische Kavallerie ist unterwegs zur Unterdrückung des Aus- standes. In Wondschu ist die Lage besonders ernst, da bürgerliche Elemente sich den Truppen, welche die japanischen Offiziere verjagt haben, angeschlossen haben. Die abgegangenen japanischen Truppen dürfen heute abend in Wondschu eintreffen.
Die Japaner haben bekanntlich in Söul die Ausstandsversuche, die durch die neuen Abmachungen zur Befestigung ihrer Herrschaft über Korea hervorgerufen wurden, schnell nnterdrückt. Aber die Ruhe im ganzen Lande haben sie damit noch nicht hergestellt; außerhalb der Hauptstadt hat der Unwille über ihr Vorgehen noch mehrfach zu kleineren Putschen geführt. In erster Reihe sind es die koreanischen Soldaten, die gegen den neuen Zustand der Dinge ansbegehren. Nach einer Meldung aus Söul gelang es in der koreanischen Provinzstadt Wanju 250 dem früheren Regime ergebenen koreanischen Soldaten die gesamte japanische Zivilbevölkerung aus der Stadt zu treiben. Die reichsten Leute mußten, aller Mittel entblößt, auf den Hügeln in der Umgebung kampieren, bis japanisches Militär kam und nach zweistündigem Gefecht die koreanischen Soldaten gefangen nahm. In mehreren anderen Orten kam es zu ähnlichen Akten der koreanischen Garnisonen. Diese appelierten an die christliche Bevölkerung, sich der gegen die japanische Tyrannei gerichteten Bewegung anzuschließen'. Die Christen halten sich reserviert.
Ueber den bekannten türkisch-persischen Grenz- z w i s ch e n f a l l bei Urmia liegen widersprechende Meldungen vor. Türkischerseits wird behauptet, reguläre persische Truppen hätten im Verein mit persischen und armenischen Revolutionären das türkische Lager in der zwischen der Türkei und Persien strittigen Ortschaft Margwar angegriffen, seien jedoch zurückgeschlagen worden. Auf persischer Seite dagegen versichert man, eine persische Truppenmacht sei von starken türkischen Streit- kräften, aus Hamidia Kavallerie, 2 Batterien und 4000 irregulären Kurden, angegriffen und schließlich zum Rückzüge gezwungen worden, woraus die Kurden das Dorf Tule geplündert und etwa 60 Frauen unb Kinder niedergemacht hätten. Nach Versicherung der Perser soll sich der ganze Kampf aus persischem Gebiet, nach Behauptung der Türken auf türkischem Gebiet abgespielt haben. Das erstere ist wahrscheinlicher. Der persische Botschafter in Konstantinopel erhob namens seiner Regierung wiederholt energische Genugtuungssorderungen bei der Pforte und im Mdizkiosk, bei denen er dem Vernehmen nach die diplomatische Unterstützung des russischen Botschafters fand.
Aus New Avrk wird gemeldet: Die Unterbrechung der telegraphischen Verbindung infolge von Aus ständen des Telegraphenpersonals erstreckt sich jetzt auf eine ganze Reihe weiterer Städte im Westen und Süden, darunter Columbus, Milwaukee, Nashville, Memphis und Dallas. Es heißt, daß die Telegraphisten in San Francisco und Oakland sich heute der Bewegung anschließen werden. 3000 Telegraphisten der Stadt New Iork wollen heute eine Ver- sammlung abhalten, um über ihre Beteiligung an dem Ans- stande zu beraten. Versammlungen zu gleichem Zwecke werden auch noch in zahlreichen anderen Städten veranstaltet. Die Telegraphisten der Western Union Company in St. Louis haben sich gestern abend dem Ausstand angeschlossen.
Aus Provinz u. naebbargebiet.
* (Di e Eröffnung der Hühnerjagd.) Im Laufe dieses Monats findet die Eröffnung der Jagd aus Feldhühner statt. Der Termin dieser Jagd ist nie fest bestimmt, er wechselt alljährlich und wird nach dem Stande der Halmfrüchte bestimmt. Die Entscheidung des Ministeriums nach dieser Richtung hin richtet sich wieder nach den Mitteilungen der Obersörstereien über den Stand der Ernte in den einzelnen Bezirken des Landes. In diesem Jahre wird die Eröffnung der Jagd etwas später stattfinden, da sich durch die Ungunst der Witterung die Erntearbeiten verzögert haben.
):( Hersfeld, 12. August. Ein bei einem hiesigen Bäckermeister beschäftigter F a h r b u r s ch e H. ist am Freitag nach Unterschlagung von ca. 50 Mark verschwunden. Derselbe hatte Wagen und Pserd in Eiter- feld stehen gelassen und war mit dem einkassierten Gelde per Bahn weitergereist. Wie festgestellt wurde, hat der Bursche bereits vor einigen Tagen 25 Mk. unterschlagen. Gleichzeitig mit demselben war der 29jährige Handlanger F. B. von hier
Schüchtern indes nur wagte sie es, das Gespräch daraus zu lenken. Weniger aus Eitelkeit wie von einem instinktiven Interesse für das junge Müden erfaßt, stellte er mehrere Fragen, bereit rasche klare Antworten ihm zu seiner großen Freude bewiesen, daß sie seine Werke zu verstehen imstande gewesen war.
(Fortsetzung folgt.)
— (C h u l a l o n k o r n s Berliner Einkäufe.) Der König von Siam hat, so berichten Berliner Blätter am Mittwoch nachmittag seinen berühmten Juwelenschatz um einige kostbare Stücke bereichert; er fuhr bei der Firma Leonhar'dt u. Fiegel vor und taufte dort Schmuckstücke im Werte von annährend einer Million Mark. Zwei überaus kostbare Corsagen, die als Geschenke für die Königin bestimmt sind, repräsentieren jede eine Summe von etwa 350 000 Mk. Diese prächtigen Stücke sind nach Angaben des Königs entworfen worden und bestehen nur aus den schönsten rein weißen Brillanten, die den berühmten bläulichen Schimmer besitzen, in dem ihr faszinierender Reiz und hoher Wert besteht. Die Steine sind in Schleifen- und Rosettenform in Platin gefaßt; das Mittelstück bilden fingcrnagel große herrliche Diamanten, die von ebensolch großen, als Tautropfen gefaßten Steinen flankiert werden. Der König ließ sich dann noch eine große Anzahl Broschen und Ringe zeigen, die er fast ausnahmslos taufte und zu Douceurs verwenden will. König Chulalonkorn ist ein. großer Kenner von Juwelen; seine Liebhaberei sind ganz klare Steine. Jedes Angebot in diesen, das ihm durch seine Juweliere gemacht wird, prüft er mit größter Aufmerksamkeit. — Auch in einem Berliner Warenhause, dessen Treiben ihn sehr interessierte, haben der König und seine Begleiter Einkäufe gemacht. Sie tauften, ohne lange zu wählen oder zu handeln; der König zeigte nur mit dem Finger auf den Gegenstand, bessert Besitz ihm erstrebenswert erschien, und flugS wurde er cingcpackt. Sie kauften Handschuhe, Kragen, Wäsche, Schuhe, Schmuckgegcnstände, Zigarcttcudosen, Kämme, Bürsten, tausenderlei Galanteriewaren. Am Schluß stellte es sich heraus, daß der Kaufpreis nicht weniger als 15 000 Mk. betragen hat. Jedenfalls ein ganz nettes Geschäft.