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Besuch der Vorstellungen auch manchmal zu wünschen übrig ließ, so kann doch die Direktion im großen und ganzen be­friedigt aus ihre hiesige Spielzeit zurückblicken. Wie wir hören, wird Herr Direktor Herrmann anfangs Februar nächsten Jahres mit teilweise neuem Ensemble hier wieder eine meilje von Vorstellungen geben und wir glauben, daß ihm auch dann wieder ein guter Besuch sicher ist. Hassen wir, daß die Abschiedsvorstellung am morgigen Abend nochmals ausverkauft ist, damit Herr Direktor Herrmann mit Freuden an seinen hiesigen Ausenthalt zurück denkt. Ein vergnügter Abend ist mit Sicherheit zu erwarten. w - Hersfeld, 31. Juli. In der Zeit vom 23. August bis 21 September d. Js. werden unter Beteiligung von 1451 Offizieren und Mannschasten mit 513 Pferden größere Truppen­übungen der 22. Division abgehalten wie folgt: 24., 26. 27. 29 und 30 August: Geländeübungen des Feldartillericregl- ments Nr. 11 bei Gumpelstadt. 29. und 30. August : desgl. bei Salzungen des Feldartillerieregiments Nr. 47. 31. August und 2. September: desgl. bei Salzungen und Barchseld der 22. Feldartillerie-Brigade (Reg. Nr. 11 und 47). 3..Sept.: Scharfschießen derselben Brigade bei Barchseld. 5., 6. und 7. September: Brigademanöver der verstärkten 43. Jnf.-Brrgade (Jnf.-Regt. Nr. 82 und 83, Dragvuerrcgiment Nr. 5, Feld- artillerie-Regt. Nr. 11) bei Berka a. W., Herleshausen und im Ringgau, sowie des Feldartillerie-Regts. Nr. 47 bei Salzungen und Roßdorf. 9. 10. 12. 13. und 14. September: Bri­gademanöver der verstärkten 44. Jnf.-Brigade (Jns.-Regt. 32 und 167, Husaren-Regt. Nr. 14, Feldartillerie-Regt. Nr. 47, Jägerbataillon Nr. 14 und 2 Pionier-Kompagnien) bei Roß­dorf, Kaltennordheim, Tann und Geisa. 16. 17., 18. und 20. September: Divisionsmanöver sämtlicher vorgenannten Truppen zwischen Hünsetd, Schenklengsfeld, Vacha und Berka a. W. Vor, zwischen und nach diesen Uebungen liegen die Reise- und Ruhetage. Manövermagazine werden voraussichtlich in Herleshausen, Heimboldshausen, Kaltennordheim, Geisa, Leimbach b. Hünseld und Salzungen eingerichtet werden.

):( Hersfeld, 31. Juli. Heute vormittag wurde die Rest st recke Oberaula-Treysader NebenbahnHers- feld-Treysa feierlich eröffnet. Um 1021 Uhr verließ der Festzug mit den Vertretern der Königlichen Regierung, der Eisenbahndirektionen Frankfurt a. M. und Cassel, sowie der staatlichen und städtischen Behörden des Kreises Ziegenhain und der Nachbarkreise in Anwesenheit einer großen Menschen­menge die Haltestelle Treysa. Ueberall aus der Fahrt von dem Jubel der Bevölkerung begrüßt, deren Freude au der Vol­lendung des so lange ersehnten Werkes unverkennbar war. Auf den einzelnen Stationen, an denen der Festzug anhielt, fanden Begrüßungsansprachen statt und die Schulen sowie eine zahl­reiche festlich geputzte Menge erwartete den Zug. Nach einem längeren Aufenthalt in Oberaula wurde die Rückfahrt wieder angetreten. In Treysa fand alsdann ein Festessen, sowie Volksfest in den Anlagen statt. Nach jahrelanger Arbeit ist die lange erwartete Bahn nun vollendet, welche die Kreise Hersseld und Ziegenhain verbindet. Mögen alle die Hoffnungen in Erfüllung gehen, die hieraus gesetzt werden, und möge die neue Bahn den beiden Kreisen zum Segen gereichen, ihnen neues Leben und regen Verkehr bringend.

Philippsthal, 29. Juli. DieRhönztg." schreibt: Mit Beginn des diesjährigen Sommers erfolgt in diesen Tagen die Eröffnung unserer Solbadeanstalt, die jetzt ihr Heim in einem schmucken, mit drei Badezellen und einem Wartezimmer ausgestatteten soliden Hause an der zweiten der hier erbohrten Solquellen gefunden. Besitzer der Anstalt ist Herr Bergwerks­direktor Koch, der den Grund und Boden des Quellcnareals in schöner Lage zwischen der Werra und dem Wald erworben hat und mit dem Gedanken umgeht, bei der Güte des Wassers und den landwirtschaftlichen Reizen der Gegend die Badeanstalt nach und nach immer mehr vergrößern und allen Anforderungen entsprechend einrichten zu lassen. Da der Sommer nach all­gemeinem, berechtigten Verlangen, bis zum November währen dürfte, wird die schon vielfach bewährte Kraft unserer Heilquelle hoffentlich auch noch in diesem Jahre von vielen Leidenden und Gesunden erprobt werden.

Cassel, 31. Juli. Die A n k u n s t S r. Majestät des Kaisers aus Wilhelmshöhe ist Anfang nächster Woche zu erwarten, nachdem wahrscheinlich am Sonnabend die Zusammenkunft mit dem Zaren in der Ostsee stattgesunden hat. Aus Wilhelmshöhe folgt am 14. August, wie schon mitgeteilt, die Begegnung mit König Eduard von England. Vorher findet gleichfalls auf Wilhelmshöhe eine Begegnung mit dem König von Siam statt. König Chulalongkorn von Siam wird nach den letzten Bestimmungen nunmehr am Sonntag den 4. Augnst, nachmittags 4 Uhr, in Berlin ein- treffen. Der König kommt von Kiel, wo am 2. August seine Nordlandfahrt beendet sein wird. Auf dieser Reises war, wie s. Zt. mitgeteilt, anfänglich eine Begegnung mit Kaiser Wilhelm in Aussicht genommen; diese Begegnung findet auf Wunsch des Kaisers nunmehr aus Schloß Wilhelmshöhe statt. Dort­hin begibt sich der König von Siam von Berlin aus am 9. August und wird als Gast des Kaisers einen Tag dort verweilen. Von Wilhelmshöhe reist der König nach Braun­schweig zum Besuch des Regenten Herzogs Johann Albrecht. Ihre Majestät die Kaiserin ist gestern nach­mittag nicht ausgesahren, sie spielte nur Tennis und unternahm einen Spaziergang in der Nähe des Schlosses. Zum Tee war Frau Exzellenz v. Schweinitz geladen. Se. Königl. Hoheit Prinz Oskar von Preußen ist vergangene Nacht um 12 Uhr 16 Minuten mit dem Nachtschnellzug über Kreiensen im Salonwagen nach Potsdam zurückgereist. (T.)

Cassel, 29. Juli. Heute wurde die Verkäuferin eines hiesigen Konsumgeschäfts verhaftet, die es fertig gebracht hatte, nach und nach zirka neuntausend Mark zu unterschlagen.

Bacha, 30. Juli. Die Aktiengesellschaft Kaliwerke Hattors in Philippsthal benötigte zu ihrem Bahnanschluß noch etwa 5 Acker Areal. Das Werk bot seinerzeit für den Acker 1500 Mk., die Eigentümer forderten dagegen 7000 Mk. Am Sonnabend ist nun das eiugeleitcte Enteignungsverfahren zum Abschluß gekommen, welches für die Grundstücksbesitzer ivenig erfreulich ist. Es wurde ihnen nämlich für den Acker 1000 Mk. zugesprochen, außerdem haben sie die Kosten des Verfahrens zu tragen. (Rhz.)

Rotenburg, 30. Juli. Ein junger Mann, der in der hiesigen Apotheke als Gehilfe beschäftigt war, erbrach die Kasse und etwendete daraus ca. 600 Mark. Sein Bett ivurdc brennend vorgesnnden. Der junge Mann, der Sohn eines Beamten aus Bochnm, ist seit gestern flüchtig.

Schmalkalden, 30. Juli. Durch Messerstiche verletzt wurde am Sonnabend abend der Maurer Albert B. von hier. Dieser war zusammen mit bcm Handlanger Heinrich H. in einer hiesigen Wirtschaft, wo die beiden Karten spielten. Wegen des GewinneS kam es zu Streitigkeiten, die uns der Straße zu Tätlichkeiten führten. H. zog das Messer und brächte dem B. einen Stich in den Hals und die Ohrmuschel bei.

Witzenhause», 28. Juli. Die Kirschenernte neigt all- mählig ihrem Ende zu. Der Behang der Bäume war ein

guter. Auch hat er nicht so sehr unter dem Regenwetter ge­litten, als man befürchtete. Welche Unmengen von Kirschen die hiesige Gegend aussührt, dasür ein Beispiel. Zwei hiesige Händler haben den Kirschenbehang an der Straße zwischen Hebenshausen und Marzhausen erstanden und ernten rund 3000 Zentner Kirschen. Da der Kaufpreis 1400 Mark beträgt, kommt der Zentner Kirschen am Baume auf etwa 50 Psg.

Heinebach, 28. Juli. EinKlopsgeist" war es, der im Ofen des Schulzimmers dahier sein Wesen trieb. Bald schien er im Ofen bald im Ofenrohr seinen Ausenthalt zu haben, bald hörte man ein Klopfen, bald ein Kratzen, aber derGeist" blieb als ein echter Geist unsichtbar, obgleich man ihn sogar ausgeräuchert" hatte, um ihn zum Verlassen seines Schlupf­winkels zu zwingen. Er klopfte und kratzte nach wie vor. Als nun heute früh der Lehrer das Schulzimmer betrat, um wieder etwas vomGeist" zu hören, war alles still, aber unter einer Bank lag ein Igel, der, obgleich schwach und matt sich bald wieder erholte, als er eine Tasse Milch geschlürst hatte. Wie das Tier, das durch den Ruß ein richtiger Swincigel" geworden war, in den Ösen kam, ist schwer zu erklären, da der Schornstein bis aus den Rauchausgang an allen Seiten fest geschlossen ist.

Aus der Rhön, 26. Juli. Zu dem ernstlichen Projekt des kaiserlichen Automobilklubs, eine eigene Rennbahn für die Kraftwagen-Wettfahrten zu bauen, kommt mehr als die Eifel und die Lüneburger Heide die Rhön in Betracht; dafür werden schon amtliche Bemessungen gemacht. Eine geradezu ideale Rennbahn gäbe der weitausgedehnte Rücken der hohen Rhön, von der bayerischen Landesgrenze nördlich. bis zur Wasserkuppe, wo das neuzuerbauende Rhönklub-Schutzhaus gleich daraus eingerichtet werden könnte. Die Rhön liegt im Herzen des deutschen Reiches, ist dünn bevölkert und von allen Seiten zugängig. Der Grund und Boden ist billig; es kämen nur einschurige Wiesen und Oedlaud in Betracht, also schlechte Staubentwickler, da auch der Basalt wenig ab- nutzbar ist. Steinmaterial und Arbeiter wären mehr als genügend vorhanden. Die Bahn könnte je nach Willen horizontal oder mit Steigung und Gesälle solid angelegt werden, ohne auch nur ein Dorf zu berühren, was ja die Gefahren bedeutend herabsetzt und Sperrmaßregeln unnötig macht. Die Rhöntouristik würde durch die Rennbahn ebenso wenig Ein­schränkung erleiden, als letztere durch die Wanderer beunruhigt werden würde. Was die Unterkunft der zu einem Automobil­rennen herbeiströmenden Fremden anbelangt, so kann man in einem Umkreis von über 100 Kilometer in einem Tag in die Rhön und wieder zurück kommen. Außerdem besitzt die Rhön genug Städtchen und Marktflecken, die Hunderte von Gästen aufnehmen und bewirten können. Aus allen diesen Gründen dürfte das Projekt einer Rennbahn in der Rhön den meisten Anspruch auf Berwirklichung haben.

Aus Thüringen, 29. Juli. In Weimar brach in dem Lackierraum der Fabrik der A.-G. für Eisenbahn- und Militär- bedarf Feuer aus. Der Raum brannte völlig aus. Der Schaden wird aus etwa 80 000 Mark geschätzt. In Weimar hat sich der Direktor der Filiale der Norddeutschen Grundkreditbank Dr. L. durch Leuchtgas vergiftet. Der Grund zu der Tat ist in Familienverhältnissen ju suchen. L. stand im 39. Lebensjahre.

Erfurt, 29. Juli. Im Steigerwalde erschoß sich gestern der Gerichtsassessor Gottfried Weber. Das Motto zum Selbst­mord ist nicht bekannt.

Coburg, 29. Juli. Vom Schicksal schwer heimgesucht ist die Familie des Käsereibesitzers Emil Pohle hier. Gestern machte er bekannt, daß an einem Tage fein 3^2jähriges Söhnchen und sein oVajähriges Töchterchen durch Diphteritis hinweggerafft wurde, während heute infolge Amputation beider Beine sein iVsjähriges Söhnchen, welches durch ein Langholz- fuhrwerk überfahren wurde, gestorben ist.

Nordhausen, 28. Juli. Bei Breitungen stürzte dieser Tage der Pastor K. aus Alach bei Ersurt mit seinem Rade nud mußte wegen der erlittenen Verletzungen in das Kranken­haus zu Roßla gebracht werden. Dort ist er gestern gestorben, ohne wieder zum Bewußtsein gekommen zu sein.

Hann. Münden, 26. Juli. Erschossen hat sich, nachdem ihm der Versuch, sich an der Bodenluke zu erhängen, mißlungen war, in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag der Bäcker­geselle Siebcrt aus Lederbnra, in Diensten bei einem hiesigen Bäckermeister. Derselbe schoß sich aus dem Boden seines Meisters aus einem Revolver mehrere Kugeln in den Kops. Siebert wurde noch lebend ausgesunden, verstarb aber nach Einlieferung im Krankenhaus.

Gemischter.

Chemnitz, 29. Juli. Heute nachmittag wurde auf dem Antonplatz ein fünfjähriges Mädchen beim Ueber» schreiten des Fahrdammes von einem Antomobil erfaßt und getötet.

Köln, 30. Juli. Durch Stickgase sind auf Schacht 2 der Gewerkschaft Deutscher Kaiser bei Hamborn drei Bergleute verunglückt. Es gelang, nur einen lebend zu bergen, die beiden anderen waren tot.

Allensbach (Amt Konstanz), 30. Juli. Hier erschlug der Blitz die am Herd stehende Witwe Mahlbacher.

U e l z e n , 29. Juli. Geltem geriet der Hofbesitzer Dallahn infolge Durchgehens deS-Gespanns in eine Mähmaschine. Durch die Messer der Maschine wurden ihm die Beine zermalmt und der Leib ausgeschnitten.

(Eine Höllenmaschine in einem Post- paket.) Im Klausenburger Postgebäude explodierte eine Postsendung, die der Adressat zurückgewiesen hatte, und die deshalb amtlich geöffnet ivurdc. Die Sendung enthielt eine Höllenmaschine; bei der Explosion mürben drei Postbedumstete schwer verwundet und das Postgebäude beschädigt. Von dem Ausgeber der Sendung hat man noch keine Spur ge- funbeii. _ _

__ Bern, 29. Juli. Die Familie des hiesigen Söwmar- lehrerS Bögli machte gestern einen Ausflug an den Thuner See und bestieg am Vormittag den Jakobshügel bei Hosstetten. Während die Teilnehmer an dem Ausflug die Aussicht be- wunderten, stürzte plötzlich der mit schweren Steinen belastete Aussichts-Pavillon, dessen Holzpseiler offenbar morsch waren, zusammen. Frau Bögli wurde erdrückt und starb sogleich, Herr Bögli, zwei seiner Töchter und eine Nichte erlitten schwere Verletzungen nnd mußten ins Spital gebracht merben. Eine dritte Tochter von Bögli, deren Bräutigam und ein Knabe wurden leicht verletzt. .

London, 29. Juli. Ein deutscher Menagenegeyllie namens Josef Hasselmann wurde gestern abend aus schreckliche Weise im Palme-Theater zu Gloucester von einer Löwin ge­tötet. Die Bestie gehörte zu einer Menagerie der Löwen­bändigerin Fräulein Ella, die mit ihren Tieren gestern abend in Gloucester eintraf. In Abwesenheit der Besitzerin unternahm Hosselmann in dem leeren Theater, da Sonntags in England keine Vorstellung ftattfinbet, die Uebersührung der Löwen von

einem Käfig in den andern. Hierbei entsprang eine Löwin unb stürzte sich auf Hasselmann. Dieser wehrte sich verzweifelt mit einem Stuhl, doch das Raubtier schlug diesen in Stücke und zermalmte dann den Mann auf furchtbare Weise. Zwei an­wesende Arbeiter eilten zum Besitzer des Theaters, der, mit einem Gewehr bewaffnet, begleitet von einem Schauspieler und dem ebenfalls herbeigerufenen Fräulein Ella, nach dem Theater stürzte. Es begann nun in dem finsteren Gebäude eine aus- regende Suche nach dem Tier. Man fand es schließlich in einem Ankleidezimmer, und es gelang mit Hilfe einer Feuer» spritze, die Löwin in den Käfig zu treiben. Hasselmann hatte einen Schädelbruch erlitten und starb nach wenigen Minuten.

Lyon, 30. Juli. In Balence für Rhone griff ein in einem Gasthaus ausgebrochener Brand so schnell um sich, daß ein ganzes Stadtviertel mit dem Post- und Telegraphenamt eingeäschert wurde.

As ch abad, 30. Juli. Auf der Station Basui der zentralasiatischen Eisenbahn entgleiste ein Zug. Vier Personen wurden getötet und acht verletzt.

Newy ork, 29. Juli. Heule morgen brach aus der Ostseite der City in einem sechsstöckigen Gebäude Feuer aus. 1520 Personen sind verbrannt und 30 verletzt, größten» teils Italiener. Einige von ihnen sprangen durch die Fenster, andere verbrannten lebendig.

(Amerikanische Witze.) Der sechs Jahre alle Dick kleidete sich zum erstenmal allein an und sollte dann mit seiner Mutter einen Besuch machen. Als er sich Hut und Mantel angezogen hatte, rief er zu seiner Mutter hinunter: Mutter, soll ich mir nun die Hände waschen oder Handschuhe anziehen?" In Washington gab es einen Herrn, der nie eine Frage mitja" odernein" beantwortete, und man behauptet, niemand könne ihn dazu zwingen. Eine Fremde, die davon hörte, wettete, es würde ihr gelingen, und so frug sie ihn denn bei einer Gelegenheit:Sind Sie Witwer, Herr Robinson?" Worauf er zu ihrem Aerger erwiderte:Ich bin soviel Witwer, gnädige Frau, als das für einen Mann möglich ist, der nie verheiratet war." Eine große Dogge kommt mit fletschenden Zähnen aus einen Bauern zugesprungen, der gerade eine Mistgabel in der Hand hielt und sie dem Tier so in die Kehle stößt, daß es verendet. Deswegen angeklagt, fragt ihn der Richter:Warum haben Sie denn nicht erst daS andere Ende der Mistgabel gebraucht?", woraus der Bauer rwiderte:Wenn er mit dem anderen Ende auf mich zu» gesprungen wäre, hätte ich auch wohl daS andere Ende meiner Mistgabel gebraucht."

Letzte Nachrichten.

Wismar, 30. Juli. In der Nähe des GuteS Kulsch sind heute nachmittag fünf Schnitter in einem Kahn über einen Teich gefahren. Der Kahn kippte um und die Insassen stürzten ins Wasser. Vier ertranken. Nur einer konnte sich retten.

R e u t l i n g e n, 30. Juli. Heute früh warf sich die Frau eines Metzgermeisters unter die Maschine eines einsahrenden Schnellzuges und wurde gräßlich verstümmelt. Der Tod trat augenblicklich ein.

Duisburg, 30. Juli. Aus dem Dampser Johann Knipscher explodierte ein Dampskessel. Der Maschinist und der Heizer wurden getötet.

Tanger, 30. Juli. Maclean teilte der englischen Ge» sandschast brieflich mit, daß er von Raisuli mit dem Tode bedroht werde, falls Mohamed El Tornes der Mahalla nicht befehle, das Gebiet der Elkmes zu verlassen.

Athen, 30. Juli. Nach einem Telegramm aus Maze­donien erneuern sich dort die Mordtaten gegen die Griechen. Es liegen Meldungen über die Ermordung von acht Griechen in drei Ortschaften vor.

Prag, 30. Juli. Wie die Abendblätter melden, wieS das Landgericht die Klage des Landgrafen Alexander Friedrich Wilhelm von Reffen ab auf Festsetzung des Erbfolgerechts und der Nachfolgeansprüche, die ihm und feinen Rechtsnachfolgern im Besitz des kurhessischen Fideikommisses auf das hanauische Realfideikommiß Horowitz in Ginctz zustehen.

91 empört, 30. Juli. Innerhalb 12 Stunden wurden die Leichen zweier Frauen mit StrangulationSmarken am Halse aufgesunden. Die Polizei glaubt, daß die Morde von dem­selben Mann verübt sind. Die Identität der Opser ist noch nicht festgestellt worden.

Arkona, 30. Juli. Der Kaiser machte gestern vormittag nach einer Fahrt aus dem Sleipner einen mehrstündigen Spaziergang bei Kap Kullen. Um 1 Uhr erfolgte die Rückkehr an Bord und die Fortsetzung der Reise nach Saßnitz.

Oeffentticher Wetterdienst.

Dienststelle Wcilburg (Landwirtschaftsschule).

Wettervoraussage, ausgegeben am 31. Juli 1907.

Morgen vielfach heiter, aber veränderlich, zeitweise leichte Niederschläge, böige nordwestliche Winde; kühl. Baldiger Witterungsumschlag wahrscheinlich.

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