Sie Ww in StUBlnnö.
Petersburg, 13. Juli. Die Anklageschrift gegen Stoessel, Fock, Reuß und Smirnoff ist veröffentlicht worden. Die Anklage gegen Stoessel enthält u. a. folgende Punkte: Stoessel hat dem Befehle des Oberkommandierenden der Mand- schurei-Armee, daS Kommando in Port Arthur (Smirnoff zu übergeben und die Armee zu verlassen, nicht Folge geleistet und ist in der Festung geblieben. Stoessel hat einen Befehl deS kaiferlichen Statthalters verletzt, er hat sich in die Funktionen Smirnoffs eingemischt; er hat bezüglich der Ausführung von Verteidigungsarbeiten in der zweiten und dritten Besestigungs- linie Gegenbefehle erteilt. Stoessel hat keine Vorkehrungen für die Beschaffung von Lebensmitteln getroffen. Er hat über das Gefecht von Kincheou einen Bericht erstattet, in dem ex behauptet, selbst mit großer Energie die Aktion geleitet zu habe», während er in Wahrheit in Port Arthur geblieben war und an dem Kampfe nicht teilgenommen hat. Stoessel hat in einem Berichte die Flucht Focks als einen geordneten Rückzug dar- gcstellt. Er hat am 14. Juni 1904 berichtet, daß er an allen Gefechten teilgenommen habe, während vom 8. Februar bis 14. Juni überhaupt nur das Gefecht von Kincheon stattgesunden hat, bei dem Stoessel nicht zugegen war. Um die beabsichtigte Heb ergäbe von Port Arthur zu rechtfertigen hat Stoessel am 29. Dezember 1904 an den Kaiser berichtet, die Japaner seien Herren der Situation, Port Arthur könne sich nur noch wenige Tage halten, es fehle an Munition. Die große Mehrheit des Kriegsrates hatte sich dagegen für die Verteidigung Port Arthurs bis zum äußersten ausgesprochen.und erklärt, es sei genügend Munitton vorhanden. Stoessel hat ferner bewußt und mit Unrecht dem General Fock für daS Gefecht von Kincheou, daS Fock verloren hat, und in dem er vollständige Unfähigkeit bewiesen hatte, den GeorgSorden überreicht. Denselben hat er auch Reuß überreicht, der selbst eingestanden hat, daß er nichts getan habe, um eine solche Auszeichnung zu verdienen. Stoessel hat ohne alle Verteidigungsmittel zu erschöpfen, mehrere Forts ohne Kampf geräumt und Reuß ermächtigt, für Rußland schmähliche Kapitulattonsbedingungen zu unterzeichnen. Stoessel hat selbst das Schicksal der Garnison nicht geteilt und sie nicht in die Gefangenschaft begleitet. Für alle diese Verbrechen sieht das Militärstrasgesetzbuch die Todesstrafe vor. Fock ist Mitschuldiger an allen Verbrechen Stoessels und hat sich unfähig gezeigt und den Befehlen Stoessels Widerstand geleistet. Ueber das Gefecht von Kincheou hat Fock falsche Berichte erstattet. Unter dem Vorwande, daß es an Munitton fehle, hat er bei hellem Tage den Rückzug angetreten und die Truppen großen Verlusten ausgesetzt. Reuß ist angeklagt, Mitschuldiger Stoessels zu sein. Smirnoff ist angeklagt, nicht Energie genug gezeigt zu haben, um die verbrecherischen Akte Stoessels, Focks und Reuß' zu verhindern.
Odessa, 13. Juli. In der ArnautSkajastraße explodierten im Hause eines Kolonialwarenhändlers zwei Bomben, wobei vier Männer und eine Frau getötet wurden, die mit der An- fertigung von Bomben beschäftigt waren. Die Explosion richtete großen Schaden an, das Treppenhaus stürzte ein; neun Verhaftungen wurden vorgenommen.
Warschau, 13. Juli. Gestern abend 11 Uhr wurde in das Haus eines reichen Hausbesitzers in der Nalewkistraße, der eine Forderung der Terrottsten von 1000 Rubeln abgelehnt hatte und aus Warschau entflogen war, eine Höllenmaschine geschleudert, die den Treppenraum zerstörte und viele Türen und 3enfter sprengte. Der Materialschaden ist groß. Verletzt wurde niemand.
Kiew, 14. Juli. Das Kriegsgericht hat von den 101 wegen Teilnahme an der Meuterei vom 17. Juni angcklagten Soldaten 6 zum Tode verurteilt, 12 zu lebenslänglicher Zwangsarbeit, 20 zu Zwangsarbeit von verschiedener Länge, 17 zur Versetzung auf drei Jahre in ein Strasbatallion, 30 zu vier Monaten Militärgesängnis, 14 zu Disziplinararrest, 2 wurden freigesprochen.
Aus In- und Ausland.
Berlin, den 13. Juli 1907.
Von der Nordlandreise Sr. Majestät des Kaisers wird gemeldet: Sandtorv, 12. Juli. S. M. Jacht Hohenzollern verließ Bodö heute morgen 6 Uhr und passierte gegen Mittag bei wolkenlosem Himmel und glatter See den großartigen Tjcldesund. Voraussichtlich erfolgt die Ankunft in Tromsö heute abend 8 Uhr. — An Bord ist alles wohl. — Tromsö, 12. Juli. Se. Majestät der Kaiser ist nach vortrefflicher Fahrt bei schönstem Wetter heute abend hier eingetroffen. — An Bord alles wohl.
aus dem Tisch, und an diesem faß eine Dienettn. Ein paar Minuten sah Wanda sie wie träumend an, dann versank sie wieder in tiefen Schlummer.
Die Sonne stand hoch am Himmel, als sie die Augen ausschlug. Ein paar goldene Strahlen stahlen sich durch die Jalousien hindurch und spielten an der Wand und auf dem Fußboden und aus Frau von Behringens Kleid. Wanda blieb im Bett liegen, jede Bewegung verursachte ihr Schmerzen, und zum Reden, ja selbst Denken war sie zu angegriffen. Ihre Blicke folgten Fritzchen, Frau von Behttngen und der Dienettn, wie sie ab und zu gingen, sich bald niedersetzten, bald ausstanden, dies und jenes im Zimmer hantierten, aber selbst ihren hin und wieder geflüsterten Worten zu lauschen, war ihr schon zu anftretigenb. Am zweiten Morgen aber erwachte sie aus einem langen, traumlosen Schlaf erfrischt und gestärkt. AlS sie sich im Zimmer umsah, bemerkte sie nur Frau von Behttngen dattn. Die alte Dame trat zu ihr, fühlte ihren Puls und sagte sanft, während sie ihr voll Teilnahme in das Gesicht schaute: „Du bist besser heute."
„Viel besser," lautete die Antwort, „ich möchte gern —"
Hier brach Wanda ab und sah ihre mütterliche Freundin fragend an. „Was möchtest Du gern?"
„Wollen Sie mir erzählen, wie sich alles zugetragen hat? Mir kommt alles vor wie ein Traum."
»Das ist leicht erzählt," meinte die alte Dame. „Ich sollte Seeluft genießen, schäute mich aber vor den großen Seebädern und so riet man mir, nach W. zu gehen, wo neben der herrlichen Seeluft auch ein einfaches, ungezwungenes Leben sei. Das behagte mir, und so besann ich mich nicht lange und kam hierher."
„Sie wußten nicht, daß ich hier war?" fragte Wanda hastig.
„Nttn, ich hatte mich bei Hohenstein verabschiedet und änderte daS Ziel meiner Meise noch am Tage der Abfahrt," entgegnete Frau von Behttngen, „aber ich erkannte Dich sofort, als ich Dich auf Ftttzchen zustürzm sah."
„Wie kam doch das," meinte Wanda sinnend. „Wie kam Fritzchen aus dm Fahrweg?"
„ES war an jener Stelle gerade eine Seitenstraße," erklärte die alte Dame. „Du standest dicht vor dieser und
Der Staatssekretär .des ReichskolonialamtS D e r n b u r g trat heute vormittag mit dem Chef des Kommandos der Schutztruppen Oberstleutnant Quade, dem Geheimen Baurat Baltzer und dem Rittmeister Grafen Heuckel v. Donnersmarck die Ausreise nach D e u t s ch - O st a f r i k a an. Zur Verabschiedung hatten sich neben dem UnterstaatSsekretär in der Reichskanzlei, Herrn v. Loebell, und den Familienangehörigen der Ausreisenden die Beamten des ReichskolonialamtS und die Offiziere des Kommandos der Schutztruppen fast vollzählig eingefunden. Die Rückkehr des Staatssekretärs Dernburg wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des November erfolgen. Seine Vertretung führt bis zu der Anfang Oktober in Aussicht stehenden Rückkehr des Unterstaatssekretärs v. Lindequist aus Südwestafrika der Direktor im ReichS- kolonialamt Dr. Couze.
Der Bericht des Reichsversicherungsamtes für 1906 stellt die bemerkenswerte Tatsache fest, daß jeder dritte Deutsche gegen Unfall versichert ist. Die Zahl der bei den 14 Versicherungsanstalten der Baugewerbsberufs- genosscuschaften, der Tiefbau- und der Seeberussgenossenschaft gegen Unfall Versicherten betrug nach dem Bericht über 20,9 Millionen Personen, also ein drittel der Bevölkerung. In der Gesamtzahl dürften aber etwa anderthalb Millionen Personen doppelt erscheinen, die gleichzeitig in gewerblichen und in landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt und versichert gewesen sind, da die Versicherung auch alle versicherten landwirtschaftlichen Unternehmer und die landwirtschaftlich im Nebenberufe beschäftigten Personen umfaßt. Auf die 66 gewerblichen Berufs- genoffenschasten mit 637611 Betrieben kommen nicht ganz 8,2 Millionen versicherte Personen, aus die 48 land- und forstwirtschaftlichen Betriebe fast 11,2 Millionen. Außerdem waren bei 205 Reichs- und Staatsausführungsbehörden für Reichs- und Staatsbetriebe 771985 Personen, bei 322 Pro- vinzial- und Kommunalausführungsbehörden 85724, zusammen bei 527 Ausführungsbehörden 857 709 Personen versichert. Bei 5 gewerblichen, 18 landwirtschaftlichen Berufsgenossen- schaften und 114 Ausführungsbehörden war zugleich die Zuständigkeit von Landesversicherungsämtern begründet.
Der römische Korrespondent der Neuen Freien Presse berichtet als authentisch folgendes nach Wien: „Das Bündnis zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien wurde im Juni 1902 auf die Dauer von 6 Jahren geschlossen, somit hatte das Bündnis eine Geltungsdauer bis Juni 1908. In dem Bündnis war die Bestimmung enthalten, daß es noch weitere 6 Jahre Geltung habe, wenn es nicht ein Jahr vor dem Ablaufstermin gekündigt werde. Da die Kündigung im Juni 1907 nicht erfolgt ist, gilt das zwischen Oesterreich- Ungarn und Italien geschlossene Bündnis somit bis Juni 1914. Die gleichen Bestimmungen gelten auch für das Bündnis zwischen Deutschland und Italien. Somit ist der Dreibund bis Juni 1914 verlängert.
(Ende der Feldpost nach Südwestafrika.) Die deutsche Feldpost nach Südwestafrika wird voraussichtlich mit dem Ende September zu bestehen aufhören. Sie wird dann nicht weniger als 33/i Jahre in Tätigkeit gewesen sein, weit länger als die deutsche Feldpost 1870/71 und die nach Ostasien im Jahre 1900. Die Zahl der Feldpostsendungen ist infolge der Verminderung der Truppen in Südwest schon erheblich zurückgegangen. Im zweiten Viertel des Jahres 1907 sind vom Marinepostbureau in Berlin rund 100,000 Briefe und Postkarten, 15,000 ZeitungSnummern und 90 Postanweisungen abgeschickt worden. Eingegangen sind in Berlin 218,000 Briese, 1000 Drucksachen und 5000 Postanweisungen. Die Gesamtleistung der Feldbttespost im letzten Vierteljahr beträgt 389,000 Sendungen in beiden Richtungen, daS sind 56,000 weniger als im ersten Viertel dieses Jahres. Dagegen ist die Zahl der Feldpostpakete noch etwas gestiegen und zwar von 2761 auf 3312. Diese werden bekanntlich sämtlich von Hamburg aus abgeschickt. Es ist zu erwarten, daß mit dem Aushören der Feldpost in Deutsch-Südwestasrika am 1. Oktober für die dort verbleibenden Truppen dieselben Portovergünstigungen eingeführt werden, wie sie jetzt im Verkehr mit den Besatzungen unserer Kriegsschiffe in ausländischen Gewässern, mit den Truppen in Kiautschau und den Angehörigen des ostasiatischen Detachements in Geltung sind.
In den AusschüssenderHaagerFriedenskonferenz baben nunmehr die ersten Abstimmungen stattgesunden. Am Freitag stimmte die zur Beratung der Frage der Kriegserklärung eingesetzte Unterkommission über die hierzu gemachten Vorschläge Frankreichs, der Niederlande und Belgiens ab. Artikel 1 des französischen Vorschlages wurde mit allen gegen zwei Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen. Das niederländische Amendement, daS eine Frist von 24 Stunden verlangt, wurde mit 16 gegen 14 Stimmen bei fünf Stimmenthaltungen verworfen
Fritzchen vermißte Dich, lief vorwärts, als gerade ein Wagen die Straße herauskam und ein Meiter in dieselbe einbog. Der arme Junge wußte gar nicht, wie ihm geschehen, aber er war ganz außer sich über Deinen Unfall und klammerte sich krampf- Haft an mich, obgleich er mich nicht wieder erkannte."
„Sie blieben bei ihm?" fragte Wanda in eigentümlich ruhigem Tone.
„Natürlich", antwortete Frau von Behttngen, „und da er mir sagte, ihr hättet nur eine Dienerin, dachte ich, es wäre besser, wenn ich Dich pflegte, bis Du wieder gesund bist."
„Dank, tausend Dank," sagte Wanda warm.
„Wie sich Fritzchen verändert hat!" fuhr die alte Dome fort, „ich hätte ihn kaum wieder erkannt."
Das Gespräch wandte sich somit dem Knaben zu, seiner Gesundheit, seinem Charakter, seinen Aussichten für die Zukunft, und spann sich so fort, bis Frau von Behttngen zu ihrer Spazierfahrt ab gerufen wurde, und sie dem Kinde ihren Platz überließ. Wanda war sehr still geworden und blieb es, bis die alte Dame wieder heimgekehrt war und wieder an ihrem Bett saß. Nun sprachen sie von allem Möglichen, — von ihrem jetzigen Aufenthalt, von W., selbst von Hohensteins; Ludolfs Name aber wurde nicht erwähnt, noch mit einer Silbe der Vergangenheit gedacht. — Der Tag neigt sich zu Ende, die Nacht brach herein und ein neuer Morgen dämmerte herauf.
„So, ist das nicht ein angenehmer Wechsel?" fragte Frau von Behttngen, nachdem sie Wanda behaglich auf ein Sofa dicht am Fenster hatte niederlegen lassen.
„Sehr," erwiderte Wanda und ließ den Blick sinnend über die Felsen und Riffe hinschweisen, welche sich den sandigen Strand entlang zogen und an denen die Wogen sich weißschäumend brachen, während in der Ferne das Meer in der Morgensonne glitzerte und leuchtete.
Frau von Behttngen störte sie nicht in ihrem Sinnen. Sie holte ein Buch herbei, zog einen Stuhl an daS Sofa und setzte sich, um darin zu lesen. Die beiden Damen waren ganz allein und im Zimmer alles still. So mochte wohl eine volle halbe Stunde verstrichen sein, als Wanda plötzlich mit zitternder Stimme daS Schweigen brach.
Belgien schlug vor, den neutralen Staaten eine Frist von 48 Stunden nach Mitteilung des Eintrittes des Kriegszustandes zu gewähren. Dieses Amendement sowie der ganze Artikel 2 des französischen Vorschlages, der dahin geht, daß der Kriegs- zustand ohne Verzug den neutralen Mächten mitgeteilt werden muß, wurde einer Redaktionskommission überwiesen, die in der nächsten Sitzung eingesetzt werden soll.
Nach einem Telegramm des Neuterschen Bureaus aus San Diego in Kalifornien hat der das Fort Rosecrans kommandierende Offizier gemeldet, daß dort ein Japaner verhaftet worden ist, weil er Zeichnungen des Forts anfertigte. Die Londoner Abendblätter melden hierzu aus San Diego, daß die Angelegenheit unter der amerikanischen Bevölkerung große Erregung hervorgerusen habe, daß Kundgebungen gegen die Japaner stattfänden, und daß die Japaner in die Stadt fliehen. Die Lage sei ernst. Lant weiterer Nachricht aus San Diego ist dort im Forts Rosecrans gestern noch ein zweiter Japaner verhaftet worden, der dort als Diener ungeteilt war. In seinem Besitz wurden Zeichnungen und in seinem Zimmer ein Werk über Jngenieurwissenschast gefunden. Major Gatschell, der Kommandant des Forts, verweigert jede Auskunft über de Angelegenheit.
Ein Besuch des japanischen Botschafters Vicomte Aoki und des Admirals Damamoto bei Präsident Roosevelt auf dessen Landsitz zu Oysterbay fand am Freitag statt. Nach diesem Besuch erließ der Präsident durch seinen Sekretär fol= gende amtliche Erklärung: Der Präsident der Vereinigten Staaten hatte eine längere Besprechung mit dem Admiral Iamamto, welche in jeder Weise höchst befriedigend gewesen ist. Sie bestätigte einfach das, was bereits der japanische Botschafter Vicomte Aoki klargclegt hat, nämlich das durchaus gute Einvernehmen zwischen den beiden Regierungen und die freundschaftliche Gesinnung der beiden Nationen zu einander.
Die Regierung des Sultans betreibt umfangreiche militärische Operationen, um Macleau, deu vom Scheik Raisuli verräterischerweise gefangen genommenen Berater des Sultans wieder zu befreien. Von Fez ist eine Mahalla (Streitmacht) von 1000 Fußgängern und 2000 Reitern nach El Ksar abgegangen. Die in El Ksar lagernde Mahalla soll nach Ruiua gehen, wo die Zusammenkunft zwischen dem Kaid Mac Lean und Raisuli stattgesunden hat. Kriegsminister Gebbas hat ferner bekannt gegeben, daß eine Mahalla von Tetuan nach Charcuin, dem Haupthandelsplatze der El Kmes, marschieren wird. Der Kaid Uld Tebis ist mit 500 Mann bereits nach dort ausgebrochen. Alle diese Streitkräfte sollen in einer Aktion zusammenwirken. Man erwartet indessen noch das Ergebnis der zwischen den Stämmen der El Kmes und Scheris Ueggan bezüglich der Jnfreiheitsetzuno Mac Leons schwebenden Verhandlungen ab.
Aus Provinz u. Dachbargebitt.
* In Ausführung eines Königlichen Erlasses über die Anrechnung von Militärdienstzeit aus das Besol- dungsdienstalter der in den Subaltcrndienst übertretenden zivil- versorgungsberechtigten Unterbeamten hat der Finanzminister in Gemeinschaft mit dem Minister des Innern bestimmt: Das Besoldungsdienstalter aller seit dem 1. Januar 1892 im Subalterndienst angestellten, noch aktiven zivilversorgungsberechtigten ehemaligen Unterbeamten—einschließlich der ehemaligen Gendarmenund Schutzmänner — ist bis zur Dauer eines Jahres vorzudatieren, sofern die Beamten sich noch in der ersten von ihnen erlangten Subalternbeamtenstelle befinden. Sind sie inzwischen in eine andere Stelle übergetreten, so ist von der nachlrägtichen Anrechnung von Militärdienstzeit abzusehen. Als ein solcher Ueber- tritt ist es nicht anzusehen, wenn Beamte aus der ersten Stelle in eine solche mit den gleichen Gehaltssätzen übcrgesührt worden sind. Die Anrechnung von Militärdienstzeit erfolgt unabhängig und neben der zur Vermeidung einer Gehaltseinbuße stattfin- denden Vorrückung des Besoldungsdienstalters. Unberührt bleibt das Besoldungsdienstalter solcher ehemaliger Gendarmen und Schutzmänner, die vor dem Inkrafttreten des Erlasses vom 18. Dezember 1895 in den Subalterndienst übergetreten sind, nnd ferner das Besoldungsdienstalter solcher ehemaligen Unterbeamten, die ihre etatsmäßige Unterbeamtenstelle vor dem Uebertritt in den Subalterndienst aufgegeben haben, weil in diesen Fällen Militärdienstzeit auf das Besoldungsdienstalter bereits angerechnet worden ist. Die Vordatierung des Besoldungsdienstalters hat Wirkung vom 1. Januar 1907 ab. Danach kann beispielsweise einem Regierungskanzlisten, dessen Besoldungsdienstalter vom 1. April 1904 aus den 1. April 1903 vordadiert wird, der Gehaltssatz von 1800 Mk. vom 1. Januar 1907 (nicht vom 1. April 1906) ab bewilligt werden. Nachzahlungen für die weiter zurückliegende Zeit finden nicht statt. Für die nach
„Frau von Behringen", begann sie, „ich möchte Ihnen gern meinen Dank aussprechen, aber ich finde keine Worte dafür."
„Meine Liebe, ich habe Dank genug, wenn ich sehe, wie es Dir täglich besser geht", entgegnete die also Angeredete, während sie lächelnd ihr Buch niederlegte.
„Nun ich so weit wieder genesen bin", fuhr Wanda in demselben Tone fort, „müssen Sie mich gehen lassen."
„Jetzt noch nicht. Erst wenn Du vollkommen gesund bist", entgegnete die alte Dame bestimmt.
„O doch, morgen", beharrte Wanda; „wie kann ich länger, bei Ihnen bleiben und ihre Güte in Anspruch nehmen, während Sie mich verachten!" rief sie heftig.
Frau von Behringen sah sie traurig an und sagte: „Ich habe Dich niemals verachtet. Ich habe Dir den Kummer, den Du ihm bereitet hast, lange vergeben, und nicht vergessen, daß Du mir einst so teuer warst wie eine Tochter. Doch laß die Vergangenheit für uns begraben sein, reden wir nicht von ihr."
(Fortsetzung folgt.)
Essen (Ruhr), 12. Juli, Der Millionär Schulte-Fren- king in Langendreer verübte Selbstmord. Er litt an nervöser Ueberreizung.
— Leipzig, 12. Juli. In dem alten Gasthof in Gautsch wurde ein 45jähriger Kaufmann aus Naumburg uud eine hiesige 50jährige Fabrikarbeiterin erschossen ausgesunden. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, das beide wegen Familienzwistigkeiten aus dem Leben geschieden sind.
— Marseille, 12. Juli. Eine heftige Feuersbrunst zerstörte einen Möbelspeicher, zwei Fabriken und mehrere andere Baulichkeiten. Ein Feuerwehrmann und zwei Arbeiter wurden schwer verletzt. Die Seelüfte sind bedeutend.
— Toulouse, 12. Juli. In dem zwischen Toulouse und Bayonne verkehrenden Schnellzug wurde gestern abend in einem Abteil dritter Klasse ein junger spanischer Bergmann während des Schlafs von einem Mitreisenden erdolcht.' Der Mörder sprang aus dem Zuge und entkam. Der Beweggrund 1 zur Tat konnte bisher nicht ausgedeckt werden.