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Herrselder Kreisblatt
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Fernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 53
Sonnabend, den 4. Mai
1907
Amtlicher teil.
Hersfeld, den 22. April 1907.
Die diesjährigen Impf- und Nachschau-Termine für den Kreis
Hersfeld sind wie folgt anberaumt:
1. Station Hersfeld,
a. Stadt Hersfeld, Impfung.
Impfung: Mittwoch, den 29. Mai 1907, Vormittags 9V1 Uhr, Nachschau: Mittwoch, den 5. Juni 1907, Vormittags 9V1 Uhr.
b. Stadt Hersfeld — Wiederimpfung u. Land. Impfung: Freitag, den 31. Mai 1907, Vormittags 91/« Uhr, Nachschau: Freitag, den 7. Juni 1907, Vormittags 9V< Uhr.
Jmpflokal bei a und b: Saal des Gastwirts Constantin Otto.
2. Station Sorga.
Impfung: Dienstag, den 28. Mai 1907, Vormittags 10 Uhr, Nachschau: Dienstag, den 4. Juni 1907, Vormittags 11 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Daube.
3. Station Friedlos.
Impfung: Donnerstag, den 16. Mai 1907, Vormittags 10 Uhr, Nachschau: Donnerstag, den 23. Mai 1907, Vormittags 10 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Grebe.
4. Station Obergeis.
Impfung: Donnerstag, den 16. Mai 1907, Nachmittags 4 Uhr, Nachschau: Donnerstag, den 23. Mai 1907, Nachmittags 4 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Ernst.
5. Station SchenklengSfeld.
Impfung: Mittwoch, den 15. Mai 1907, Vormittags 8 Uhr, Nachschau: Mittwoch, den 22. Mai 1907, Vormittags 8 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Steinhauer.
6. Station Ransbach.
Impfung: Mittwoch, den 15. Mai 1907, Mittags 12 Uhr, Nachschau: Mittwoch, den 22. Mai 1907, Mittags 12 Uhr. Jmpflokal: Schule.
7. Station Philippsthal.
Impfung: Mittwoch, den 15. Mas 1907, Nachmittags 2 Uhr, Nachschau: Mittwoch, den 22. Mai 1907, Nachmittags 2 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Zinn.
8. Station Asbach.
Impfung: Sonnabend, den 25. Mai 1907, Nachmittag? 3 Uhr, Nachschau: Sonnabend, den 1. Juni 1907, Nachmittags 3 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Fink.
9. Station Unterhau n.
Impfung: Freitag, den 17. Mai 1907, Nachmittags 4 Uhr, Nachschau: Freitag, den 24. Mai 1907, Nachmittags 4 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Großkurth.
10. Station Niederaula.
Impfung: Freitag, den 17. Mai 1907, Vormittags 9 Uhr, Nachschau: Freitag, den 24. Mai 1907, Vormittags 9 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Stein.
11. Station Frielingen.
Impfung: Montag, den 27. Mai 1907, Vormittags 11 Uhr, Nachschau: Montag, den 3. Juni 1907, Vormittags 11 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirt? Schmidt.
12. Station Kirchheim.
Impfung: Montag, den 27. Mai 1907, Nachmittags 1 Uhr, Nachschau: Montag, den 3. Juni 1907, Nachmittags 1 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Eydt.
13. Station Friedewald.
Impfung: Dienstag, den 28. Mai 1907, Nachmittags 3 Uhr, Nachschau: Dienstag, den 4. Juni 1907, Nachmittags 3 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Träger.
14. Station Widdershausen, Impfung: Donnerstag, den 30. Mai 1907, Mittags 12 Uhr, Nachschau: Donnerstag, den 6. Juni 1907, Mittags 12 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Schneider.
15. Station Heringen.
Impfung: Donnerstag, den 30. Mai 1907, Nachmittag? 3 Uhr, Nachschau: Donnerstag, den 6. Juni 1907, Nachmittags 3 Uhr. Jmpflokal: Gemeindehaus.
16. Station HeimboldShausen. Impfung: Mittwoch, den 15. Mai 1907, Nachmittags 5 Uhr, Nachschau: Mittwoch, den 22. Mai 1907, Nachmittags 5 Uhr. Jmpflokal: Saal des Gastwirts Bock.
17. Station Holzheim.
Impfung: Sonnabend, den 25. Mai 1907, Vormittags 10 Uhr. Nachschau: Sonnabend, den 1. Juni 1907, Vormittags 10 Uhr, Jmpflokal: Saal des Gastwirts Hochhaus.
Die Impfung geschieht unentgeltlich.
Außer denjenigen, welche sich aus freier Entschließung impfen lassen wollen, unterliegen der Impfung im Jahre 1907
1 . jedes im Jahre 1906 geborene Kind, sofern es nicht nach ärztlichem Zeugnis die natürlichen Blattern überstanden hat, 2. Die Kinder, die im Jahre 1906 oder früher ohneErfolg oder gar nicht geimpft worden sind, sofern sie nicht nach ärztlichem Zeugnisse die natürlichen Blattern überstanden haben,
3 .jeder Schüler einer öffentlichen Schule oder Privatschule welcher
a. in diesem Jahre das 12. Lebensjahr zurückgelegt, bezw. zurücklegt, oder
b. den Nachweis der geschehenen Impfung, oder wenn er über 12 Jahre alt ist, auch nicht den der Wiederimpfung erbracht hat.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben Vorstehendes namentlich die Termine auf ortsübliche Weise zu wiederholten Malen bekannt machen zu lassen und dafür Sorge zu tragen, daß alle zu impfenden Kinder und Schüler an Ort und Stelle sind.
Bet der Bekanntmachung der Termine ist gleichzeitig aus. drücklich darauf aufmerksam zu machen, daß nach § 14 des oben erwähnten Gesetzes Eltern, Pflegeeltern und Vormünder, welche es unterlassen, den Nachweis zu führen, daß die Impfung ihrer Kinder oder Pflegebefohlenen erfolgt oder aus einem gesetzlichen Grunde unterblieben ist, mit einer Geldstrafe bis zu 20 Mk. und Eltern, Pflegeeltern und Vormünder, deren Kinder und Pflegebefohlenen ohne gesetzlichen Grund und trotz amtlicher Aufforderung der Impfung oder der ihr folgenden Nachschau entzogen geblieben sind, mit Geldstrafe bis zu 50 Mk. oder mit. Haft bis zu 3 Tagen bestraft werden. Die Herren Lehrer haben ebenfalls als Vorsteher der Schulanstalten die Verpflichtung, bei der Aufnahme von Schülern durch Einfordern der vorgeschriebeuen Bescheinigungen festzustellen, ob die gesetzliche Jinpfung erfolgt ist, bezw. dafür zu sorgen, daß die während bc8 Besuches der Anstalt impfpflichtig werdenden Zöglinge dieser Verpflichtung genügen.
Schließlich mache ich noch darauf aufmerksam, daß gemäß
der zur Sicherung der gehörigen Ausführung des JmpfgeschäftS ergangenen Vorschriften ein Vertreter der Ortspolizeibehörde und (für die Wiederimpfung) ein Lehrer in dem betreffenden Jmpf- geschäftstermine zur Unterstützung des Jmpfarztes und Aufrechterhaltung der Ordnung zu erscheinen haben.
Für Bereithaltung des Jmpflokal? und Stellung der erforderlichen Schreibhülfe beim Jmpfgeschäft ist seitens der Herren Bürgermeister der Jmpfstationsorte Sorge zu tragen. DaS Jmpflokal muß gehörig feucht gereinigt und gelüftet sein. Auch muß es mit zweckmäßigen Sitzgelegenheiten für den Jmpfarzt und die Mütter der Impflinge, mit einem Tisch zum Aufstellen der Jmpf- geräte und mit der nötigen Waschgelegenheit ausgestattet sein. Wo diese EinrichtungSgegenstände fehlen, müssen sie beschafft und rechtzeitig bereit gestellt werden.
I. I. 3532. Der Königliche Landrat
von Grunelius.
Berlin, den 4. April 1907.
Es ist bei mir zur Sprache gebracht worden, daß die Vorkehrungen bei dem Betriebe der Schaukeln, insbesondere der sogenannten russischen und amerikanischen Schaukeln auf den Jahrmärkten, Kirchweih- und Schützenfesten und dergl. nicht immer mit genügender Vorsicht getroffen werden, um Gefahren für Leben und Gesundheit der die Schaukeln benutzenden Personen, sowie der Zuschauer vorzubeugen. Auch in den Beratungen deS Landtags ist hierüber Klage geführt und auf eine Anzahl schwerer Unfälle hingewiesen worden, welche sich in der letzten Zeit bei der Benutzung derartiger Schaukeln zugetragen haben. Ich ersuche deshalb ergebenst, den unterstellten Behörden zu empfehlen, daß sie dein Betriebe der Schaukeln mit Rücksicht aus seine Gefährlichkeit ihre besondere Aufmerksamkeit widmen und die Anwendung aller derjenigen Sicherheitsmaßnahmen fordern, welche geeignet erscheinen, um Unglückssällen nach Möglichkeit vorzubeugen.
Der Minister des Innern.
I. V. gez. v. B i s ch o fsh a usen.
An den Herrn Regierungs-Präsidenten in Cassel. Ha 2540.
Cassel, den 16. April 1907.
Abschrift zur gefl. Kenntnis und weiteren Veranlassung. Der Regierungs-Präsident, I. A. gez. Schenk.
An die Herren Landräte des Bezirks. A. n. 2953.
* *
Hersseld, den 26. April 1907.
Vorstehendes bringe ich zur Kenntnis der Ortspolizeibehörden des Kreises mit der Veranlassung, von Schaukelbesitzern in allen den Fällen die erforderlichen Sicherheitsmaßregeln zu fordern, wo Gefahren für Leben und Gesundheit der die Schaukeln benutzenden Personen pp. bestehen.
I. 3720. Der Königliche Landrat
von Grunelius.
Hersfeld, den 1. Mai 1907.
Im Monat April d. Js. sind diesseits den nachbenannten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:
A. Jahresjagdschciue:
a. entgeltliche:
am 4/4. dem Bautechniker Franz Bürger in Hersfeld, am 13/4. dem Regierungsrescrendar Bartels daselbst, am 27/4. dem Ober-Post-Assistenten Glebe daselbst,
b. unentgeltliche:
am 25/4. dem Forstbeflissenen Hans Heß in Niederaula,
B. Tagesjagdscheine: Keine!
Der Königliche Landrat von Grunelius.
Hersfeld, den 29. April 1907.
Um den immer mehr zunehmenden Fischfreveln und der fischereischädlichen Verunreinigung der Gewässer vorzubeugen, gewährt der Casseler Fischerei-Verein Prämien allen denjenigen, welche Fischfrevel und Verunreinigung von Gewässern, insofern diese einen nachweisbar schädlichen Einfluß auf die Fische haben, so zur Kenntnis des Vereins oder der zuständigen Polizeibehörde bringen, daß die Frevler gerichtlich bestraft werden können.
Anträge auf Erteilung solcher Prämien sind an den Ver- einSvorsitzenden, Herrn Regierungs- und Forstrat Ebcrts in Cassel, Kölnischestraße Nr. 76, zu richten.
I. 3829. Der Königliche Landrat von Grunelius.
Hersfeld, den 29. April 1907.
Unter dem Schweinebestande des Landwirts Johannes Bock zu Bengendorf ist die Rotlausseuche ausgebrochen. I. 3845. Der Königliche Landrat
von Grunelius.
Hersfeld, den 29. April 1907.
In den nächsten Tagen wird den Herren Ortsvorständen des Kreises je 1 Exemplar des Jahresberichts der Haftpflicht- Versicherungsanstalt der Hessen-Nassauischen landwirtschaftlichen BcrnsSgenossenschast vom Geschäftsjahr 1906 übersandt.
Ich ersuche, auf die guten Erfolge dieser Versicherungsanstalt hinzuweisen und den noch nicht 'beigetretenen Landwirten
in ihrem eigenen Interesse den Beitritt auss Neue zu empfehlen.
A. 1964. Der Königliche Landrat
von Grunelius.
Technischer Leitfaden, betr. Schweineseuche. (Fortsetzung.)
b) Bei der pektoralen Form.
Die pektorale Form der Schweineseuche ist_bte bei weitem häufigste, jetzt gewöhnliche Form der Seuche. Sie nimmt einen sehr verschiedenen Verlaus und wird nach diesem als akute oder chronische Schweineseuche bezeichnet. Sowohl bei der akuten als auch bei der chronischen Form sind als krankhafte Erscheinungen Husten und erschwerte Atmung zugegen. Beim akuten lschnellen) Verlauf tritt die Atembeschwerde- schon im Stande der Ruhe auffällig hervor. Die an akuter Schweineseuche erkrankten Tiere atmen schnell und unter starker Mitbewegung der Flanken. Beim chronischen (schleichenden) Verlauf dagegen kann die Erschwerung der Atmung im Stande der Ruhe unauffällig sein und erst nach Beunruhigung der Tiere durch Umhertreiben in Erscheinung treten.
Beim akuten Verlauf der Schweineseuche besteht außer dem Husten und der erschwerten Atmung wie bei dem septikämischen Verlauf stets eine erhebliche Störung des Allgemeinbefindens, die sich durch Fieber, Teilnahmlosigkeit, verringerten Appetit, große Mattigkeit und Schwäche kennzeichnet. Wenn in einem Bestände die akute Form der Schweineseuche herrscht, erkranken sowohl ältere als auch jüngere Tiere, und die Erkrankung führt in einem hohen Prozentsatz der Fälle (bis zu 75 °/o) im Verlaufe von wenigen Tagen oder ein bis zwei Wochen zum Tode.
Beim chronischen Verlauf der Schweineseuche wird als auffällige Krankheitserscheinung Husten beobachtet. In einem Teile der Fälle führt auch die chronischeSchweineseuchezu erheblicher Störung des Allgemeinbefindens, die sich durch einen verringerten Appetit oft auch einen ungewöhnlichen (pernerfen) Appetit, einen schleimigen Katarrh der Lidbindehäute, einen grindartigen AuSschlag der Haut, Abmagerung oder durch eine mangelhafte Entwicklung bei den erkrankten Tieren ausspricht. Es kann aber bei dem chronischrn Verlaus eine deutlich sichtbare Störung des Allgemeinbefindens zeitweise auch fehlen.
Hl. Erscheinungen an toten Tieren.
Auch bei gestorbenen, getöteten oder geschlachteten schweine- seuchekranken Schweinen sind die Veränderungen nach der Form der Erkrankung, an der die Tiere gelitten haben, verschieden.
a) Bei der septikämischen Form.
Bei der septikämischen Form sind ganze Lappen der Lunge nicht zusammengefallen (groß), rot, durchscheinend und Sitz von Blutungen. Die erkrankten Teile sind derber und die Lungenbläschen mit Flüssigkeit gefüllt. Ueber die Schnittflächen fließt schaumige Flüssigkeit. Kehlkopf und Luftröhre enthalten gleichfalls schaumige Flüssigkeit. Die Schleimhaut des Kehlkopfs und der Luftröhle ist gerötet und mit Blutungen durchsetzt. Die Falten am Eingänge in den Kehlkopf haben ein dunkelrotes, gallertiges Aussehen. Auch an anderen Stellen, z. B. an der Haut, zeigen sich (punktförmige) Blutungen. Daneben bestehen erhebliche allgememeine Veränderungen an den übrigen Organen. Die Milz und die Lymphdrüsen sind geschwollen. Leber, Nieren, Muskeln und Herzfleisch sind auffallend trübe.
b) Bei der pektoralen Form.
Bei der pektoralen Form der Schweineseuche sind mehr oder weniger große Teile der Lunge Sitz einer Entzündung. Gleichzeitig sind die Luftröhrenäste und die zwischen den Lungenläppchen gelegenen Gewebszüge miterkrankt. Erreicht die Lungenentzündung die Oberfläche, so ist sie von einer sibrinösen oder serös sibrinösen Brustfellentzündung, häufig auch von einer gleichartigen Herzbeutelentzündung begleitet. Die Brustfell- und die Herzbeutel- entzündung können auch ohne Lungenentzündung zugegen sein. Niemals fehlt eine Schwellung der an der Teilungsstelle der Luftröhre gelegenen Lymphdrüsen (Bronchialdrüsen). Forts. folgt.
nichtamtlicher Lest
Politischer Wochenbericht.
Der Reichstag hat bei der Beratung der auswärtigen Angelegenheiten den erwarteten großen Tag gehabt. Den Glanz- und Höhepunkt der Verhandlungen bildete die Rede des Reichskanzlers F ü r st e n v o n B ü l o w. An tatsächlichen Mitteilungen ist dieser Rede vor allem die Ankündigung zu entnehmen, daß wir uns aus der bevorstehenden H a a g e r Konferenz an der Diskussion über die Abrüstungsfrage nicht beteiligen werden. Diese Stellungnahme unserer Regierung wird gewiß in allen patriotisch empfindenden Kreisen mit aufrichtiger Freude begrüßt werden. Im übrigen leugnet der Reichskanzler in seinen Darlegungen keineswegs die Schwierigkeiten und Gefahren, denen Deutschland gegenwärtig auSgesetzt ist, sondern gab dieselben offen zu. Andererseits aber warnte er auch vor übertriebenem Pessimismus und unberechtigter Nervosität. Wir können nach bei Ueberzeugung des Reichskanzlers allen Gefahren mit ruhigem Selbstbewußr- sein und unerschütterlichem Mute entgegenblicken, und dies umsomehr, je mehr der Prozeß der inneren Sammlung fort- schreitet, und je mehr die großen nationalen Lebensfragen jedem Parteistreite und Parteigezänke entrückt werden. Es wäre zu wünschen, daß diese Ueberzeugung recht bald Gemeingut unseres Volkes würde.
Die S o z i a l d e m o k r a t i e hat mit ihrer Maifeier bei uns in Deutschland diesmal einen Reinsall erlebt wie noch nie zuvor: Die Worte: „Alle Räder stehen still, wenn, ein starker Arm eS will" sind in der Tat zum Spottverse geworden, der sich mit ganzer Wucht gegen seine Urheber richtet. Alle Räder schnurren lustig weiter, wenn der starke Arm des Ar beitgebertums eS will — so müßte die richtige Version lauten. Die Festversammlungen, Auszüge u. s. w. während der Arbeitszeit zählten zu ihren Teilnehmern in diesem Jahre fast nur noch AuSgesperrte und Streikende.