Der Ausbruch des Vulkans Stromboli.
M e s s i n a, 29. April. Der Vulkanausbruch aus der Insel Stromboli erfolgte vorgestern vormittag W2 Uhr. Er war von einer sehr heftigen Detonation begleitet, durch die die Bevölkerung in Schrecken versetzt wurde. Der Vulkan warf ungefähr 5 Minuten lang Massen glühender Sternchen aus, welche die in der Nähe des Kraters liegenden Weinberge in Brand setzten. Einige Häuser und zwei Kirchen sind beschädigt. Zwei Kinder sind leicht verletzt warben.
Messina 29 April. Die Eruption aus Stromboli dauert fort. Infolge Nebels sunktioniert der optische Telegraph schlecht Die Weinberge in der Nähe des Vulkans sind vernichtet ' Man befürchtet, daß auch Personen verletzt sind, doch fehlen noch Einzelheiten. Polizeibeamte und Ingenieure sind an Bord eines Torpedobootes nach der Insel abgegangen, um Hilfe zu bringen, sowie die sonstigen erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Die ganze Insel ist von Rauch bedeckt Die Bewohner der Dörfer in Calabrien sind in großer Unruhe. Seit einigen Tagen herrscht eine ungewöhnliche Hitze.
Die Insel Stromboli mit dem gleichnamigen ununterbrochen tätigen Vulkan ist die nördlichste der vor der Nordküste Siziliens vorgelagerten liparischen Inseln, die sämtlich vulkanischen Ursprungs sind. Bisher wurde beim Stromboli stets gleichzeitig mit jedem Ausbruch des Aetna eine erhöhte Tätigkeit beobachtet.
Bus Provinz u. Haebbargebiet.
* Am 1. Mai beginnt wieder der telegraphische Sommerdienst des ö f s e n t l i ch e n W e t t e r d i e n st e s, durch welchen die Wettervoraussagen desselben nach allen Postan- stalten telegraphisch verbreitet und bis 12 Uhr mittags öffentlich angeschlagen werden. Diese telegraphische Verbreitung wird im laufenden Jahre voraussichtlich bis zum 31. Oktober dauern und nur in einigen Gegenden verlängert werden, z. B. mit Rücksicht auf den Weinban. Die Geltungszeit der Voraussagen ist in diesem Jahre eine andere als int Vorjahre. Die mittags ausgegebenen Voraussagen gelten nicht mehr für die Zeit vom Abend des Ausgebetages bis zum nächsten Abend, sondern für den ganzen folgenden Tag. Mitunter wird diesen Wettervorhersagen für den folgenden Tag auch eine solche für den Nachmittag des Ansgabetages vorangeschickt werden. Außer diesen Voraussagen gibt der Wetterdienst die gegen früher verbesserten Wetterkarten heraus. Da solche Wetterkarten für die Deutung der Wetterlage und für eigne Wettervoraussagen durchaus unentbehrlich sind, muß ihr Bezug jedermann empfohlen werden. Jede Postanstalt nimmt Bestellungen an (monatlich 50 Pfg.)
* (Termin der Berufs- und B e tr i e b sz ä h l- u n g.) Der Termin für die allgemeine Berufs- und Betriebs- zählung ist vom Bundesrat aus den 12. Juni d. Js. sestgesetzt. Die Zählung findet im Sommer statt, um die deutsche Volkswirtschaft in möglichster Entfaltung aufzunehmen. Auch die früheren Erhebungen fielen in den Juni. Wegen der großen Arbeiten und Kosten können die Berufs- und Betriebszählungen nur selten stattfinden. Bisher sind überhaupt nur zwei, die erste 1882, die zweite 1895, vorgenommen. Seit der letzten hat sich das Erwerbsleben besonders schnell entwickelt. Zweifellos wird deshalb die Statistik große Veränderungen in der deutschen Volkswirtschaft aufweisen.
*DieAusprägungvon 25 Pfennig-Stücken ist im Abgeordnetenhause vom Zentrum beim Etat der Münz- verwaltung wieder angeregt worden. Auch im Reichstag sind Wünsche nach einem 25 Pfennig-Stück laut geworden. Die Reichsregierung steht aber, nach der „Boss. Ztg.", diesen Anregungen nach wie vor ablehnend gegenüber. Einerseits erhebt man gegen die neue Münzreform Bedenken volkswirtschaftlicher Art, da nach den eingestellten sehr umfangreichen Erhebungen angenommen wird, daß in allen Gegenden des Reiches, bc- sonvers aber in Süd- und Westdeutschland, wo die Pfennig- rechnung im Kleinhandel üblich ist, durch die neue Münze eine Preisabrundung nach oben und damit eine Verteuerung vieler Lebensmittelpreise gerade für die minderbegüterten Klassen eintreten wird. Auch gegen eine Aenderung in der Legierung unserer Reichsmünzen, welche für die Prägung von 25 Pfennig- Stücken nötig wäre, bestehen technische Bedenken.
* (Wissenschaftliche B a l lo n a u f st i e g e.) Am Donnerstag, 2. Mai, finden in den Morgenstunden internationale wissenschaftliche Ballonansstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte oder unbemannte Ballons in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Fiuder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballon beigegebenen Instruktion gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet.
p. Hersfeld, 1. Mai. (M a i.) „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus!" Endlich ist er da, der Wonnemonat, nach dem sich besonders in diesem Jahre nach der langen Winterhaft alt und jung sehnte. Vergessen ist Kälte und Eis, Schnee und Regen, die Sorgen und Nöte des Winters. Erscheint doch jetzt die Erde wie ein weiter Garten, in dem es knospet und grünt und blüht, daß es eine Frende ist. Es ist ein eigenartiger Zauber, den der Mai ausübt. Von unzähliger Dichter Mund ist daher auch dieser Zauber vom Erwachen der Natur „im wunderschönen Monat Mai, da alle Knospen sprangen", besungen worden. In der Zeit des dreißigjährigen Krieges ist es der Dichter Logan, der vom Mai singt:
Dieser Monat ist der Kuß, Den der Himmel gab der Erde; Daß sie jetzo eine Braut, Künftig eine Mutter werde.
Und sinnig erinnert der im 18. Jahrhundert lebende Dichter Leopold Schefer in seinem „Laienbrevier" daran, daß jedes Blümchen ein erstes ist, zum erstenmal erscheint in dein großen Zauber der Natur, der durch den Mai erschlossen wird. Manch reizendes Liedlein hat auch der lebensfreudige Viktor von Scheffel dem Mai zu Ehren gedichtet. So läßt er seinen
Trompeter von Säckingen, Jung Werner, fingen:
Lind duftig hält die Maiennacht
Jetzt Berg und Tal gefangen;
Da komm' ich bitrcf) die Büsche sacht
Zum Herreuschloß gegangen.
Im Garten rauscht der Lindcnbanm,
Ich steig' in seine Aeste
Und singe aus dem grünen Raum
Hinauf zur hohen Feste.
Freilich gehört der Mai, wie er selber in die Blütezeit des Jahres fällt, vorwiegend mit all seinen Reizen und Regungen der sich im Glücke sonnenden Jugend. Aber auch dem, der über die Jugendjahre hinweg ist, bleibt noch der Trost, den ihm Anastasius Grün zürnst:
Maienwonne, Maienblüte Aus den Fluren, im Gemüte,
Ach so bald, sobald vorbei!
Doch auch das ist Maiengabe:
Ging der eigne Lenz zu Grabe,
Freudig segne sremden Mai!
Darum soll er uns auch in diesem Jahre wieder von Herzen willkommen sein, und wir begrüßen ihn mit den Worten des Dichters:
Willkommen, du blühende, duftende Zeit, Stets neues Leben zu bringen bereit!
Es sehnt dich der Greis und der Knabe herbei.
Gegrüßt seist du wieder, du lieblicher Mai!
):( Hersfeld, 1. Mai. Wie bereits mitgeteilt werden die diesjährigen Manöver des XL Armeekorps teilweise in den Kreisen Rotenburg, Hersseld, Hünseld, im südlichen Teile des Kreises Eschwege sowie im nördlichen Teile des Kreises Schmalkalden abgehalten werden. Im Kreise Hersseld werden voraussichtlich die Gemarkungen, welche im Gebiete der Werra liegen, sowie die Gemarkungen des Land- ecker Amtes, und des Amtes Friedewald, ferner die Gemarkungen Kathns, Sorga, Pelersberg, Unterbaun, Oberhaun und Roten- see von den Uebungen berührt werden
§ Hersfeld, 1. Mai. <VersendungvonPaketen währ"end derPfingstzeit.) Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 12. bis einschließlich 19. Mai im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Anslandsverkehr empfiehlt es sich im Interesse deS Publikums, während dieser Zeit zu jedem Pakets besondere Begleitpapiere auszufertigen.
):( Hersfeld, 1. Mai. Heute vormittag 11 Uhr trafen die Herren Regierungs- und Gewerberat H u n z und Regierungsrat R ö t t g e r hier ein, um die Haushaltnngsschule, die gewerbliche Fortbildungsschule und die Kaufmännische Fortbildungsschule zu besuchen.
Fritzlar, 27. April. Im benachbarten Dorse Geismar wurde ein Soldat, welcher schon seit sechs Wochen vom Infanterie-Regiment Nr. 167 zu Cassel desertiert ist, verhaftet. Derselbe hatte sich in einen Strohhaufen versteckt. Seine Militärkleidung nebst dem Säbel hatte er neben sich liegen.
Fulda, 29. April. Bei der heutigen Vormittagsübung des Artillerieregiments am Exerzierplatz stürzte Hauptmann und Batteriechef von Balluseck (4. Batterie) jo unglücklich vom Pferde, daß er nach Hause gefahren werden mußte. Die Aerzte konstatierten einen Bruch des Oberschenkels.
Allendorf, 28. April. In vergangener Nacht versuchte in Dudenrode der Schlosser Hossommer im geisteskranken Zustande seinen Vater, den ehemaligen Bürgermeister Hofsommer, zu erdrosseln. Der bedauernswerte Mensch wurde durch Gendarmerie in die Irrenanstalt Marburg übersührt.
Hanau, 29. April DaS Dienstmädchen Scheibert aus Neuenschmitten hatte seiner Dienstherrin, einer Ladengeschäfts- inhaberin Hutes Wwe. in Hanau, nach unb nach aus dem Warenlager Nippessachen und andere Luxusartikel im Werte von über 1500 Mk. entwendet. Einen Teil der Gegenstände hatte die ebenfalls in Hanau tätige Schwester des Mädchens erhalten. Das Schwesternpaar wurde in Haft genommen.
Höxter, 28. April. Ein Selbstmord wird hier viel besprochen. In dem Hause eines Metzgermeisters wurde die Dicustmagd, ein junges Mädchen aus einem Nachbarorte, am Türpfosten erhängt aufgefunben. Das Motiv zu dem verzweifelten Schritte ist in völliges Dunkel gehüllt.
Michelstadt im Odenwald, 30. April. Am Dienstag erschienen dahier zwei frembe Herren und erkundigten sich nach dein Armenhaus; als ihnen dies gezeigt wurde, ließen sie sich zu der schon viele Jahre von der Gemeinde in Obdach genommenen Friederike Uhlenhut führen, der sie dann eröffneten, daß ihr von feiten ihres in Amerika verstorbenen Schwesterkindes eine Erbschaft von 150,000 Mark zugefallen sei. Die so Beglückte, die ihr ganzes Leben in großer Armut zubringen mußte, wird jetzt in ihrem 72. Lebensjahr in Verlegenheit geraten, wie sie ihren Reichtum genießen soll.
Erfurt, 29. April. Heute früh brach in dem Stall der ersten Batterie des hiesigen Artillerieregiments Feuer aus, das sich sehr schnell auSbreitete. Die Pferde konnten rechtzeitig gerettet werden. Trotz des Aufgebots fast der gesamten freiwilligen Feuerwehr, der Dampfspritze der Gewehrfabrik und von Mannschaften des Artillerieregiments brannte der vom Feuer ergriffene Stall vollständig nieder. Der Schaden ist beträchtlich. Gegen 9 Uhr war das Feuer gelöscht.
Göttingen, 27. April, In der Leinestraße ereignete sich gestern abend 8 Uhr ein schrecklicher Unglückssall. Als der Zug der Gartetalbabn-vorüberfuhr, wollte der 13jährige Sohn des Gepäckträgers Ahlborn auf einen offenen Wagen springen. Er geriet dabei unter die Räder des Zuges. Es wurden ihm beide Beine abgefahren. ___________________________
Uermiscbtes.
— (A u sschr eitungen bei einem Turnfest.) In Schwerte bei Bochum kam es bei einem von sogenannten „wilden" Turnvereinen verunstalteten Turnfest zu unerhörten Ausschreitungen. Auswärtige Turner, die sich bei der Preisverteilung benachteiligt glaubten, feuerten mit Revolvern duf die Preisrichter, von denen mehrere verletzt wurden. Nachts verübten die Wütenden in der Stadt allerhand Unfug, zerstörten die Krone eines Neubaues und stahlen einen AutPnalen. den sie in den Wald schleppten, erbrachen und seines Inhalts beraubten.
— Ein niedliches S teu e r stü ckch e n wiederholt sich in Trechtingsbausen seit einigen Jahren. Vier Brüder haben einen- Weinberg ihres Vaters geteilt, die oben anstoßende Hecke dagegen gemeinschaftlich übernommen. Ueber diese Hecke erhalten die vier Besitzer von Lorch aus in jedem Jahre einen Steuerzettel über zwei Reichspfennige. Der Einnehmer von Lorch macht nun in liebenswürdiger Weise den Trechtings- häuser Steuerpflichtigen die Zahlung ihrer Abgaben so angenehm wie möglich, indem er nach dorten geht, und die Steuern an Ort und Stelle hebt. Für dieses Entgegenkommen nimmt er aber von jedem Steuerzahler 10 Ps. Hebegebühren. Diese 10 Pfennige kommen also auch auf den 2-Ps.-Steuerzettel der vier Brüder. Wenn sie dabei 500 Prozent Unkosten haben, so haben sie anch die Annehmlichkeit, daß sich die Summe von 12 Ps. leichter auf vier Personen verteilen läßt, während die Verteilung von zwei Pf. denn doch auf einige Schwierigkeiten stoßen würde.
— Duisburg, 26. April. Gestern abend 9 Uhr ging auf der zweiten Sohle deS Schachtes III der Gewerkschaft s,Deutscher Kaiser" die Strecke zu Bruch, hinter der sich ein Steiger, 20 Mann und 2 Pferde befanden. Die AnsräumungS- arbeiten werden sofort in Angriff genommen. Es gelang, heute morgen eine Oeffnnng zu schaffen, durch die eine Ver ständigung mit den Eingeschlossenen ermöglicht und Lebensrnittel gereicht wurden. Nach harter Arbeit gelang es, gegen 7 Uhr morgens alle unverletzt zu Tage zu fördern.
— V e r s ch m ä h t e L i e b e ließ einen 19jährigen Frifeur in Berlin zum Revolver greifen. Vor der Tür seiner Tanz-
stundendame schoß er sich eine Kugel in den Kops. Zusam- menbrcchend rief er: „Emmy, noch einen Abschiedskuß, bevor ich sterbe.
— L o n d o n , 27. April. Einem New Dorker Telegramm der heutigen Abendblätter zufolge ist in Baltimore ein Pier zusammengebrochen, wobei vierzig Menschen umgekommen sein sollen.
— Cetinje, 29. April. In der Hasenstadt Antwari brach gestern Abend eine Feuersbrunst aus, die eine Hütte ergriff, in der 15 Zentner Pulver und Dynamit lagerten. Es erfolgte eine Explosion, durch die eine Frau getötet wurde, sowie 27 Personen schwere und 41 leichte Verletzungen erlitten. Die Fürstin Milena, die Prinzessinnen Militze und Wecra und der Erbprinz Danilo, die im Schlosse weilten, widmeten sich während der ganzen Nacht der Pflege der Verwundeten.
— („Du darsst nicht sterben!"! Der bekannte Zauberkünstler Bellachini brächte zum Schluß seiner Vorstellung immer die Produktion einer Enthauptung, wobei er einen Herrn aus dem Publikum ersuchte, sich auf die Bühne zu bemühen, und die Operation an sich vornehmen zu lassen. Als er eines Abends auch bei einer Vorstellung in Bromberg diese Aufforderung an das Publikum richtete, erhob sich ein junger Mann, der sich kurz vorher mit seiner Braut gezankt hatte, und eilte auf die Bühne, in der festen Absicht, sich den Hals abschneiden zu lassen. Alles war bereits zur scheinbaren Enthauptung vorbereitet, als plötzlich die Braut des Todeskandidaten aus die Bühne stürzte und mit den verzweiflungSvoll herausgestoßenen Worten: Nein, Paul, du darsst nicht sterben! ihre Arme um ihren Bräutigam schlang und den sich heftig Sträubenden von der Bühne herunterzog, während das Publikum die Rettungsszene mit jubelndem Gelächter begleitete.
— (Dramatischer Schiffbruch einesWal- f i s ch f ä n g e r s.) Aus London schreibt man unter dem 20. April: In Plymouth ist heute der Amerikafahrer Persic eingetroffen; an Bord hatte er die Mannschaft eines Walfisch- sängers, der im Atlantischen Ozean Schiffbruch erlitten hat. Der Kapitän des Walfischsängers, der mit 14 Mann gerettet worden ist, erzählte die Geschichte des Schiffbruchs. Er besand sich im südlichen Teile des Atlantischen OzeanS aus der Walfischjagd, als das Schiff von einem heftigen Ockan erfaßt und an die Küste einer der Croissct-Jnseln geworfen wurde. Die Mannschaft kam heil und gesund an Land, hatte aber bald mit Hunger und Durst zu kämpsen. Die Jnjeln sind nämlich gänzlich unbewohnt und liegen außerhalb der Fahrzone der Dampfer. Die Schiffsmannschaft hatte nicht einmal den Mundvorrat, den sie an Bord ihres Schiffes hatte, auSjchiffen können, da das Schiff, bald nachdem die Leute sich gerettet hatten, von den Wogen verschlungen worden war. Zu dem Hunger und dem Durst gesellte sich noch eine schneidende Kälte, gegen welche die Unglücklichen keinen Schutz hatten; sie wären jämmerlich zu Grunde gegangen, wenn sie nicht in einer Höhle, wo sie Zuflucht suchten, große Mengen Lebensmittel gefunden hätten. Dieser Mundvorrat war hier einmal auf Veranlassung der Londoner Geographischen Gesellschaft für Schiffbrüchige niedergelegt worden. Bald aber begannen auch die gefundenen Lebensmitteln knapp zu werden. Da nahm der Kapitän zwei Männer mit sich und beschloß, mit ihnen die Insel zu verlassen und Hülfe zu suchen. Die drei Männer bestiegen daS Rettungsboot des untergangenen Walfichsäugers und fuhren mit bewundernswertem Mut fast taufend Meilen aufs hohe Meer hinaus, bis sie ein nach Sydney fahrendes deutsches Schiff trafen. In Sydney erzählten sie im Seeamt die traurige Geschichte ihres Unglücks. Es wurde sofort ein Schiff ausgesandt, das auch die andern zwölf Mann, die bereits in Todesangst schwebten, in Sicherheit brächte.
Standesamtsbezirk Schenklengsseld.
Monat März. Geburten.
Am 1. Katharina, T. des Bergmanns Johanne? Kl-e zu Schenklengsseld. Johann Georg, S. de? Bergmanns Johannes Klee zu Schenklengsseld. — 3. Johann Peter, S. des Ackermann? Peter Bock zu Conrode. — 10. Karl, S. des Ackermann? Peter Georg Hermann Rechtenbach zu Wehrshausen. Johann Heinrich, S. des Ackermanns Heinrich Schneider zu Schenksolz. — 11. Martha Elisabeth, T. des Schuhmachers Heinrich Göbel zu Schenk lengsseld. — 15. Maria Elisabeth, T. des Maurers Johannes Rehbein zu Schenklengsseld. — 17. Heinrich, S. deS Ackermann? Johann Georg Lipphardt zu Wüstfeld. — 27. Karl Gerhard, S. des Amtsrichter? Dr. juris Karl Friedrich Beyer zu Schenklengsseld. — 29. Barbara Elisabeth, T. des Ackermanns Johannes Burghardt Sieling zu Conrode. — 30. Anna Margaretha. T. des Zimmer- manns Heinrich Wolf zu Schenklengsseld. Philipp Robert, S. des WagnerS Georg Fischer zu Landershausen.
Sterbefälle.
Am 1. Susanne Stang, Ehefrau des Weißbinders Johannes Slang w Schenklengsseld, 55 Jahre alt. —3. Wilhelmine Johanna Luise Gerlach, Ehefrau des Ackermann? Heinrich Jacob Gerlach zu Conrode, 38 Jahre alt. — 5. Elisabeth, T. des Ackermanns Johannes Koch zu Schenksolz, 4 Monate alt. — 9. Johann Peter, S des Ackermanns Peter Bock zu Conrode, 5 Tage alt. — 11. Luise Elise Katharina, T des Gastwirts Martin Lotz zu Malkome? 2 Jahre alt. — 19. Ackermann und Kirchenältester Wilhelm Landsiedel zu Dünkelrode, 66 Jahre alt. — 28. Margrela Pfaff, Ehesrau deS Schreiners Wilhelm Pfaff zu Schenklengsseld, 40 Jahre alt.__
Letzte Nachrichten.
Paris, 30. April. Zwischen Maifieres und Devant leS PontS wurde auf den Metzcr Schnellzug geschossen. Eine Kugel zertrümmerte die Fenster eines voll besetzten Abteils und streifte den Kopf eines Reisenden.
Oldenburg, 30. April. Beim Geschützexerzieren einer in Oldenburg stehenden Abteilung des ostsriesischen Feldartillericregiments 62 auf der Älexander-Haidc stürzte ein Geschütz der 2. Batterie um und verletzte vier Artilleristen schwer.
Vom 1. Mai b. I. ab sind die Abfahrtszeiten der Züge auf der hiesigen Station folgende:
In der Richtung nach Bebra. 55f., 805( 946 U33j 1248 341, 41? 739, 10O8 ir24* H 1«D.
In der Richtung nach Arankfnrt a. M.
3590 580 ßio 746 10» 1051 12m, -F® 510, 5-^, 8" 1006, 1^.
In der Richtnng nach Cbcrnula.
6m, 10^, 2", 515, 715, 1015.
Die Schnellzüge sind durch fetten Druck der Stunden- ziffern hervorgehoben. D bedeutet Durchgangszug. Der mit * bezeichnete Zug verkehrt nur Sonnabends und Sonntags sowie an Wecktagen vor Feiertagen. __________________
Oeffentlicher Wetterdienst.
Dienststelle Weilburg (Landivirtjchaftsfckuleft Wettervoraussage, ausgegeben am 1. Mai 1907.
Nach vorübergehenden Regenfällen morgen vielfach heiter, nur stellenweise etwas Regen, mäßige nordwestliche Winde, nachts etwas kälter.