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Unruhen in HM-Wrika.

Zu den Meldungen über eine Hungersnot in Deutsch- Ostafrika kann die N. A. Z. mitteilen: Besonders heimgesucht sind die Landschaften Ungoni (Ssongea) und Mahenge, d. h. diejenigen Bezirke, in denen im vergangenen Jahre der jetzt glücklich beendete Ausstand am heftigsten entfesselt war, und wo auS diesem Grunde die Eingeborenen ihre Felder nicht bestellt hatten. Daß in den genannten Distrikten infolge der kriegerischen Ereignisse eine Schädigung der Landeskultur und infolgedessen Nahrungsmangel eintreten würde, hatte das Gouvernement vorauSgesehen. Schon vor geraumer Zeit wurde deshalb aus der Station Jringa ein Lebensmitteldepot einge­richtet, von welchem Mahenge beziehen kann. Des weiteren ist Mahenge von Morogoro und von der Küste auS mit Lebensrnitteln versehen worden. Ferner hat der Gouverneur angeordnet, daß die in den Küstenländern beschäftigten soge­nannten Strafarbeiter unter Abkürzung ihrer Strafzeit mit Lasten van Lebensmitteln reich versehen wieder in ihre Heimat im Innern zurückgeschickt werden sollen. Ssongea kann ver­möge seiner geographischen Lage zurzeit noch nicht von der Küste aus, sondern nur von dem vom Nyassasee heransührenden Wege versorgt werden, nötigenfalls auch aus Mozambique, vielleicht auS Britisch-Zentralafrika und dem deutschen Distrikt Langenburg. Nach einem vom Gouvernement beim ersten Austuuchen der betreffenden Meldungen eingeforderten tele­graphischen Berichte hat der Gouverneur bereits den gesamten seiner Verfügung unterstehenden NotstandsfondS flüssig gemacht, um die Not an den von der Nahrungsmittelknappheit am meisten betroffenen Plätzen durch Heranziehung von Nahrungs­mitteln aus den Ländern am Nyassasee zu lindern. Bei dem Mangel an Eisenbahnen muß leider damit gerechnet werden, daß selbst die unter Aufbietung aller verfügbaren Mittel ge« troffenen Maßregeln vielleicht nicht überall zureichen werden. Jedenfalls tut die Regierung das Ihre zur Milderung der Lage.

Ae $oroa'nge in Wack

Riga, 13. April. Bei dem Eintritt eines Gefängnis­aufsehers in die DiSziplinaranstalt überfielen ihn 33 Kri- minalgefangene, versuchten ihn zu erdrosseln und entrissen ihm den Revolver. Dann überfielen sie die Innenwache und nahmen vier Gewehre fort. Eine herbeigerufene Kompagnie Soldaten stieß auf bewaffneten Widerstand und schoß. Nach einer Stunde war die Ordnung wieder hergestellt. Von den Soldaten sind neun verwundet worden, und zwar zwei schwer; von deu Arrestanten sind sieben getötet und zwölf verwundet.

Aus K- und Ausland.

Berlin, den 13. April 1907.

Se. Majestät der Kaiser hörte gestern nachmittag den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts. Gestern abend nach der Vorstellung im Neuen Königlichen Operntheater wurden Mr. Tree, Miß Tree und Mr. Harding, der Darsteller des Bolingbroke (in König Richard II.), in die Loge zu Ihren Majestäten befohlen. Heute vormittag hörte Se. Majestät die Vorträge deS Chefs des Marinekabinetts und des Generalstabs­arztes der Armee und nahm militärische Meldungen entgegen. Später folgte Allerhöchstderselbe einer Einladung des Staats­sekretärs v. Tschirschky zur Frühstückstafel.

Der am Freitag dem Reichstag zugegangene Er­gänzungsetat fordert 7,500,000 Mk. zur Hilfeleistung aus Anlaß von Verlusten infolge des EingcborenenaufstandcS für den gesamten Bereich des Schutzgebietes und 30,000 Mk. zu Beihilfen für Beamte und Militärpersonen sowie deren Hinterbliebenen für Verluste an Inventarien, Material usw. Der von der Hilseleistungkommission festgestcllte Schaden einschließlich 316,753 Mk. erst schätzungsweise veranschlagten Schadens beträgt zufolge der Nachmessungen insgesamt 13,043,756,64 Mk. Hiervon gehen ab 5 Millionen für bereits bewilligte Hilfeleistung, 383,912 Mk. als Wert des verteilten Beuttviehs, 145,371 Mk. alS Schaden der Siedelungsgesellschaft, die zur Berücksichtigung nicht in Frage kommt, bleiben noch 7,514,472,78 Mk. ungedeckter Schaden. Für Beihilfen an Beamte sind 1904 bereits 25,000 Mk. bewilligt worden, diese Summe hat sich nicht als ausreichend erwiesen, um den Geschädigten und deren Hinterbliebenen wenigstens insoweit Ersatz für Verluste an Inventarien und Material zu gewähren, als dies zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Lage notwendig erscheint. Zu diesem Zwecke sind weitere 30,000 Mk. erforderlich. Der Gesamt- schaden der Beamten beträgt, soweit er von der Hilseleistungs- kommission mit festgestellt worden ist, über 128,000 Mk.

Statt) einem aus Schanghai in New Jork eingegangenen Telegramm verschlimmert sich die Lage in dem von der Hungersnot betroffenen Gebiet Chinas immer mehr; die znr Verfügung stehenden Mittel reichen zur Hülse nicht aus. Die Zahl der betroffenen Bevölkerung beträgt 10 Millionen; 3 Millionen davon sind dem Hungertode nahe und suchen sich von unreifem Getreide zu nähren. Die Zahl der täglich infolge der Hungersnot Sterbenden dürste sich auf etwa 5000 belaufen. Der KanibaliSmus beginnt. Eltern tauschen ihre Kinder gegen Nahrungsmittel aus. Der Vizekönig dankte in einem Telegramm für die ausländische Hülfe und erklärte, daß sie den sremdenseindlichen Bestrebungen entgegen wixke.

Aus Provinz u. Nachbargebiet.

* Einberufen zu einer 14tägigen Uebung in dem zu bildenden Reserveregiment deS 11. Armeekorps hatten sich Sonnabend früh um 6 Uhr zirka 800 Rerfervisten zu gestellen. Nach Aus­scheidung von etwas über 200 Prozentleuten, Reklamanten und Kranken marschierte der Rest von 501 Mann zum Ober­stadtbahnhofe in Cassel, von wo selbige per Extrazug um 10 Uhr zum Truppenübungsplätze Friedrichsfelde bei Wesel ab- gingen. Da die Mannschaften eine Hstündige Eiscnbahnfabrt vor sich hatten, waren für dieselben am Bahnhof Dortmund zum Mittagessen die nötigen Vorbereitungen getroffen. Die Ankunft in Wesel bezw. FriedrichSselde soll um 9 Uhr er­folgen. Ein Fourierkommando ging bereits vor etlichen Tagen dorthin ab. Mit diesem vom Bezirkskommando 1 Cassel ent­sandten Transport ging noch ein zweiter vom Bezirkskommando 2, bei welchem sich auch die seit bereits 10 Tagen eingezogenen Unteroffizier-Aspirantrn befinden.

* (Telephongebühren nach Gesprächszahl). In der Budgetkommission des Reichtags ist seinerzeit angeregt worden, die Telcphongcbühren nach der Zahl der Gespräche zu regeln. Nach der ,,Tgl. Rdsch." darf eS als ziemlich sicher gelten, daß bie. vom ReichSpostamt angestelten Versuche zu einem befriedigenden Ergebnis führen werden. Auch ein neuer Gesprächszähler scheint allen Ansprüchen zu genügen.

* Neue Grundzüge für den Radsahrverkehr hat der BundeSrat deS Deutschen Reiches aufgestellt. Sie treten am 1. Januar 1908 in Kraft. Die alten Radfahr­

karten gelten noch bis zum 1. Januar 1910, wenn sie nicht für kürzere Zeit ausgestellt sind. Jedes Fahrrad muß versehen sein: mit einer sicher wirkenden Hemmvorrichtung, einer hell- tönenben Glocke und einer hellbrennenden Laterne mit farblosen Gläsern, welche den Lichtschein nach vorn wirft. Die Fahr­geschwindigkeit ist jederzeit so einzurichten, daß Unsälle und Verkehrsstörungen vermieden werden. Innerhalb geschlossener Ortsteile darf nur mit mäßiger Geschwindigkeit gefahren werden, ebenso u. a. da, wo ein lebhafter Verkehr stattfindet. Der Gebrauch von Signalpfeifen, Huppen und beständig tönenden Glocken ist verboten. Das Glockenzeichen ist sofort abzubrechen, wenn Tiere dadurch unruhig oder scheu werden. Merkt der Radfahrer, daß ein Tier vor dem Fahrrad scheut oder sonst durch das Vorbeifahren Menschen oder Tiere in Gefahr gebracht werden, so hat er langsam zu fahren und erforderlichen Falles sofort abzusteigen. Auf Fahrwegen haben entgegenkommende Fuhrwerke und Kraftfahrzeuge dem Radler soviel Platz zu lassen' daß er ohne Gefahr rechts ausweichen kann. Die Ueber- Holung hat links stattzufinden. Bei Benutzung der Bankette und Fußwege darf der Verkehr der Fußgänger nicht gestört werden

* D i e OberförsterstelleHanau im Regierungs­bezirk Cassel ist zum 1. Oktober 1907 zu besetzen ; Bewerbungen sind bis zum 15. Juni ds. Js. einzureichen.

):( Hersfeld, 15. April. In halber st arrtem Z u- stände wurde gestern morgen an der Landstraße hinter der Fuldabrücke ein Arbeiter aus Unterbaun aufgesunden, der die Nacht im Freien zugebracht hatte. Der Mann wurde in das hiesige Landkrankenhaus übersührt, wo er sich bald erholte, so daß keine Gefahr für sein Leben besteht.

Hanau, 12. April. In der Nähe des Bahnhofes Ba- benhausen ereignete sich eine grausige Selbstmordaffäre. Ein in der Michelschen Aklienbrauerei beschäftigter junger Mann warf sich vor die Lokomotive eines heranbrausenden Zuges und wurde buchstäblich zermalmt. Das Motiv für die Tat ist unbekannt.

Babenhausen, 11. April. Der Personenzug Großge- rau-Aschaffenburg hatte gegen halb 7 Uhr kaum die hiesige Station verlassen, als sich ein in der Michelschen Aktien-Bier- brauerei beschäftigter junger Mann, der aus den Zug gelauert haben muß, rasch vor die heranbrausende Maschine stürzte. Der Körper des Lebeusüberdrüssigen wurde förmlich in Stücke zerschnitten; einzelne Körperteile wurden ganze Strecken fort­geschleudert.

Fritzlar, 11. April. Heute wurde hier ein fremder Hand- werksburschc in Polizcihaft gebracht, der zwei Schußwunden am Kops und Brandwunden an Kops und Händen hatte. Nachdem er hier verbunden war, wurde er in daS Land­krankenhaus nach Cassel geführt. Es handelt sich um einen Mctallschleifer Jnkcrmann aus Linden bei Hannover. Der Mensch hat sich angeblich aus Lebensüberdruß und weil er keine Arbeit fand, zu töten versucht und deshalb mit seinem Revolver die Schußverletzung zugefügt, nachdem er sich in einem Strohhausen des Herrn Oekonom Reinbold verkrochen hatte. Durch die Schüsse hatte sich auch der Strohaufen entzündet und ist abgebrannt. Dadurch hat der junge Mann auch Brandwunden erhalten.

Oberkaufuugen, 11. April. Ein tödlicher Unglücksfall hat sich heute hier ereignet. Der Tagelöhner Johannes Roll war beim Ausputzen von Bäumen im Garten beschäftigt, tat einen Fehltritt und stürzte so unglücklich hinab, daß er das Genick brach und alsbald verstarb.

Darmstadt, 12. April. Die Strafkammer verurteilte heute den Metzger Philipp Jakob Engel von Nierstein wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Monaten Gefängnis. Engel hatte im Sommer v. I. ein von ihm gekauftes Rind von der soge­nannten Schusterwörth nach Nierstein zu bringen und beauf­tragte mit dem Transport seinen 18jährigen Knecht. Auf dem gefährlicheren Teile des DammeS, der damals zirka 25 Zenti­meter unter Wasser stand, scheute das zu transportierende Rind und stieß seinen Führer in das Wasser, wobei dieser ertrank.

Bischofsheim (Kreis Hanau), 9. April. Bei dem hie­sigen Landwirt und Restanrateur Keller kam ein Kalb zur Welt j mit zwei Köpfen, drei Ohren und vier Augen.

Walvurg, 13. April. Ein Großfeuer hat vergangene Nacht die Wohnhäuser der Familien Volland, Gerlach und Rhode eingeäschert. Zahlreiches Vieh ist in den Flammen umgekommen, darunter 30 Schafe und 10 Schweine.

Bredelar, 12. April. Bei einem Arbeiterkrawall im nahen Neheim kam es zwischen den Leuten, die bei einem Hochofenbau beschäftigt sind, zu einem heftigen Kampfe. in dem zwei Monteure durch Schüsse in den Leib lebensgefährlich und noch etliche andere leichter verletzt worden waren.

Niedenstein, 11. April. Der erwachsene Sohn eines hiesigen Landwirts hatte eine Fuhre nach Cassel unternommen. Unterwegs geriet er unter sein eigenes Gefährt unb zog sich dabei schwere innere Verletzungen zu. Znr Konfirmation seiner ältesten Tochter lud ein hiesiger Bürger seinen Schwager nebst Frau auS dem benachbarten Ermetheis ein. Gegen V2II nachtS wollte derselbe seine Frau die in der Küche Kaffee kochen half, zum baldigen Ausbruch mahnen. Hierbei tat er einen Fehltritt, stürzte eine Treppe hinab und zerschlug sich den Kopf derart, daß er heute seinen Geist aufgab..

Halle, 12. April. In Felgeleben warf ein unermittelter Täter durch das Fenster eines Abteils des Personenzuges Magdeburg-Leipzig einen Feldstein. Ein Reisender mürbe schwer verletzt.

vermischter.

Wie auS Mün chen gemeldet wird, stürzte der RegimentS- arzt des 1. Schweren Reiter-Regt., Oberstabsarzt Deichstätter auf dem Heimwege vom Exerzierplatz, vom Schlag getroffen, vom Pferde und starb trotz sofortiger ärztlicher Hilfe in wenigen Minuten auf der Landstraße.

In UntermaiS bei Meran verletzte der ungarische Hausierer Gruby seine Ehefrau durch einen Revolverschuß schwer und erschoß sich dann selbst. Das Motiv zu der Tat bildeten eheliche Zwistigkeiten.

Im Walde bei Herhau sen (Kreis Altenkirchen) wurde bie Leiche eines 22jährigen Mädchens gesunden, das mittags im Walde Holz gesammelt hatte und auf dem Heim­wege'einem Lustmörder zum Opfer fiel.

Der weit über 100 Hektar große StaatSforst zwischen Apen und GodenSholt wurde, da einem zu Rothen- metheu ansässigen Anbauer beim Moorbrennen daS Feuer davonlies, ein Raub der Flammen. Der angerichtete Schaden wird auf 60- bis 70 000 Mk. berechnet. Fast alles, waS der Landeskulturfonds seit etwa einem Dutzend Jahren an Kosten und Mühen aufgewendet hat, um auf dem bis dahin brach liegenden Moorlande einen Wald auszuziehen, ist, dem Hann. Cour, zufolge, vernichtet. Auch viele in dem Forste lebende Tiere sind in den Flammen umgekommen.

BeiCröw an der Mosel kenterte infolge Ueberlastung

mit Steinen ein Nachen. Von feinen drei Insassen ertranken zwei, der dritte wurde gerettet.

Heute vormittag 8 Uhr trug sich auf der Lokalbahn DurmerSheimSpoeck (Baden) ein schwerer Unglück»- sall zu. Vor Station Hagsfeld entgleiste die Maschine. Der Heizer wurde erheblich verletzt, der Führer getötet.

Dortmund, 12. April. Die BergmannSsamilie Gläser, die in der Chausseestraße zu Eving wohnte, wurde schon seit Montag vermißt. Man glaubte anfangs, sie fei ver­reist AIS heute morgen die Mutter der Frau Gläser ihre Tochter besuchen wollte, wurde die grausige Tat entdeckt. Die mit Gewalt in die Wohnung dringenden Polizeibeamten fanden die ganze aus sieben Köpfen bestehende Familie tot vor. Die Eheleute Gläser waren auf einem Bett hingestreckt, in einem zweiten Bett lagen die beiden Töchter von neun und sechs Jahren und die beiden Söhne von vier und drei Jahren. DaS fünfte Kind, ein Mädchen von erst zwei Jahren, war auf einem Stuhl gebettet. Sämtliche Leichen waren bis auf das Hemd entkleidet. Bei allen ist nach ärztlicher Feststellung der Tod durch Erdrosseln eingetreten. Mutmaßlich ist die Tat in der Nacht zürn Dienstag, 9. d. M., verübt worden, denn am Montag abend hatte der Ehemann Gläser noch seine Schicht aus dem Bergwerk verfahren.

(Zwei Kinder von den Eltern ermordet.) In Mörs (Rcg.-Bez Düsseldorf) ist man einem furchtbaren Verbrechen auf die Spur gekommen: Vor einigen Tagen ver­schwanden in der Zechenkolonie zwei Knaben der Eheleute Jegner. Trotz eifriger Nachforschungen war der Aufenthalt der sechs und drei Jahre alten Knaben nicht zu ermitteln. Schließlich lenkte sich der Verdacht aus. die eigenen Eltern, und man hielt eine Haussuchung bei ihnen ab. Man fand die Leichen der Kinder in einer Kiste versteckt in der Wohnung der Eltern auf. Die beiden Kinder lagen in der Kiste in enger Umarmung ohne irgend welche Wunden. Zunächst wurde die Mutter unter dem Verdachte, ihre Kinder ermordet zu haben, verhaftet. Sie leugnet die Tat und gibt an, die Kinder seien in die Kiste gestiegen, und darauf fei der Deckel zugefallen, so daß die Kinder den Erstickungstod gesunden haben müßten. Da auch gegen den Vater Verdacht besteht, an dem Morde beteiligt zu sein, ist auch er verhaftet worden. Wie die Rheinisch-Westfälische Zeitung erfährt, erscheint ein Unglückssall vollständig ausgeschlossen, da die Kinder sestaus- einandergedrückt in der Kiste lagen.

ThomasBeccham, der bekannte englische Pillen- fabrikant, ist in Southport gestorben. Von der Größe seines Unternehmens, von dem er sich übrigens seit 13 Jahren zu­rückgezogen hatte, wird man eine Vorstellung bekommen, wenn man erfährt, daß das Pillengeschäft jährlich einen durchschnitt­lichen Gewinn von über 2 Millionen Mark abwarf

Lissabon, 10. April. In einem von 18 Parteien bewohnten Hause brach kn der letzten Nacht Großfeuer aus. Viele Personen, darunter eine Anzahl Kinder, sind in den Flammen umgekommen.

(Der Hauptmann von Köpenick in der Schule.) Ueber eine drollige Verwechslung berichtet die Gott. Ztg.: In einer der Schulen unseres Kreises war der Kreis- schuliuspektor erschienen, um die Schule einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Unter anderen war auch von der christlichen Demut die Rede, und es wurde die Frage gestellt: Wie heißt der Hauptmann, der sich nicht für würdig hielt, daß der Heiland unter sein Dach kommen möchte?" Ein kleiner Knirps war dem Inspektor schon vorher durch sein frisches Wesen und trolliges Antworten ausgefallen.^ Auch diesmal zeigte er wieder auf und sein Gesicht strahlte förmlich; jenen Hauptmann kannte er auch. Der Inspektor ivanbte sich denn auch wieder an ihn:Nun, Du Kleiner, kennst Du den Hauptmann?" unb prompt erfolgte die Antwort:Das war der Hauptmann von Köpenick." Gemeint war natürlich der Hauptmann von Kapcrnaum.

Auf der Postfiliale Rue du Stand in Genf wurden Briefmarken im Werte von 25,000 Frank entwendet.

Standesamtsbezirk Niederaula.

Monate Februar und März 1907. Eheschließungen.

Am 2. Februar. Maurer Jakob Schilling mit Anna Mar gretha Alles zu Hattenbach. 9. Maurer Heinrich Grosenbach dahier mit Katharina Elisabeth Otterbein zu Mengshausen. 9. Ackermann Friedrich Wilhelm Weiffenbach dahier mit Maria Helene Adolf zu Mengshausen. 15. März. Schneider Heinrich Schilling zu Hattenbach mit Christine Stang dahier.

Geburten.

Am 17. Februar Anna Margretha, T. des Landwirts Karl Faupel zu Mederjossa. 18. Adam, S. des Ackermanns Adam Schäfer dahier. 22. Konrad, S. des Ackermanns Jacob Tipp zu Hattenbach. 1. Sophie, T des Ansteichers Johannes Hcipel dahier.. 2. Adam, S. des Schreiners Heinrich Nutzn zu Meder jossa. 6. Conrad, S. deS Maurers Heinrich Hartwig dahier. 6. Heinrich, S. des Eisenbahngehilfen Heinrich Linkenbach dahier.

16. Conrad, S. des Arbeiters Johannes Schrön zu Solms. 19. Karl Gustav, S. des Königlichen Amtsrichters Harry Wilhelm Heußner dahier. Heinrich, unehelich zu Mengshausen. 26. Johann Conrad, S. des Arbeiters Conrad ätang dahier. 29. Johannes, S. des Landwirts Johannes Steinberger zu ReimboldShausen.

Sterbefälle.

Am 27. Februar. Landwirt Ernst Meckbach zu Niederjoffa, 51 Jahre alt. 13. März. Auszügerin Anna Martha Pfalzgraf dahier, 86 Jahre alt. 21. Ehefrau Helene Hclwig geb. UerlingS dahier, 21 Jahre alt. 24. Schreiner Friedrich Eckhardt dahier, 53 Jahre alt. 25. Ehefrau Anna Maria Helwig geb. Ztuhn dahier 53 Jahre alt. Arbeiter Johannes Schnabel dahier, 66 Jahre alt. 28. Postsekretär Heinrich Eichmann dahier, 49 Jahre alt.

Letzte Nachrichten.

Leipzig, 14. April. In seinem GeschäftSlokal entleibte sich der Bankier C. Gerhard in Firma Schoor u. Comp.

Berlin, 14. April. Gestern ertrank auf der Oberspree ein junger Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht sestgestellt worden ist, infolge Kollision des von ihm gemieteten Bootes mit einem Schleppdampfer.

Dortmund, 14. April. Ueber die entsetzliche Familien- tragödie zu Eveniug wird gemeldet, daß der Ehemann den sechsfachen Mord aus Eifersucht begangen hat.

BreSlau, 14. Aprl. Als der HauSvater des Martin- Hauses in Groß-Kosen gemeinsam mit dem Leiserer den Knecht, der gedroht hatte, den mit ihm zusammendienenden Großknecht zu ermorden, zur Rede stellen wollte zog der Knecht plötz­lich das Messer, durchschnitt dem HauSvater den Hals und stach den Seiner in den Oberarm. Der HaoSvater ist l.'henS- gesährlich und der Lehrer schiver verletzt.