Marburg, der Regierungskauzlist, Kauzleisckretär Peterscu und Kreisbote Schneider in Witzenhausen, sämtlich zum 1. April d. Js. Entlassen: der Gerichtsassessor Dr. Lorsch aus dem Jnstizdicnste infolge seiner Zulassung zur Rechrsanwaltschast bei dem Landgerichte in Frankfurt a. M.
Cassel, 28. März. Ist da ein Landwirt m Waldau, der sich in harter Arbeit als Oberknecht 1000 Mk. erspart hat; die Sparkasse schien den braven Leuten wohl nicht das richtige und das ersparte Geld wurde in verschiedener Münze im Strohsacke sicher versteckt. Unser Landwirt verzieht nun aus der Parterrewohnung in die erste Etage, bei dieser Gelegenheit wird der Strohsack umgeffopft. In der Aufregung des Umzuges hatte man nicht an den kostbaren Inhalt des Strohsackes gedacht, sondern diesen in der Scheune entleert und dann neu gestopft. An einem der nächsten Tage fiel nun den Leuten ihr Ersparnis ein, doch groß war der Schreck, als sie das Geld nicht an dem bestimmten Platze fanden. Nun ging es ans Suchen in der Scheune in dem noch dort liegenden Stroh, doch alle mühsame Arbeit war umsonst. Die 1000 Mark sind und bleiben verschwunden.
Marburg, 27. März. Auf dem Bahnhof in Krenzthal wurde heute früh der erst im Herbst vom Militär entlassene Rangierer Born vom Zuge übersatten und aus der StcllMctötct.
Cassel, 29. März. Erschossen hat sich gestern Morgen ein junger Mann in einem Hause der kölnischen Siraße, der daselbst in einem Geschäft als Fahrbursch tätig war. Was den Siebzehnjährigen zum Selbstmord getrieben hat, war noch nicht sicher zu ermitteln; eS heißt, unglückliche Liebe!
Homberg, 27. März. Die Furcht vor der in hiesiger Gegend hausenden Einbrecherbande entbehrt auch eines gewissen Humors nicht. Kam da vor etlichen Tagen ein Bauersmann durch den unheimlichen und berüchtigten, mit Höhlen und Schliipswinkeln versehenen Batzenberg. Auf einmal sah er sich einigen braunen Kerlen gegenüber, die um ein Feuer lagerten und Wurst brieten. Unser Bauer gab Fersengeld und alarmierte das nächstgelegene Dorf C. Unter Führung der Gendarmerie begab man sich in den Wald, fand man wohl noch das verglimmde Feuer und Wurstschalen, aber von den vermeintlichen Einbrechern keine Spur mehr. Erfreulich wäre es jedenfalls, wenn der Bande bald das Handwerk gelegt würde, da die Bewohner unserer Umgebung und auch die der hiesigen Stadt in beständiger Unruhe und Furcht sich befinden, da fast keine Nacht vergeht, in welcher nicht Einbrüche wenigstens versucht werden. So in letzter Zeit hier, in Roppershain, Lembach, Verna, die Wachsamkeit der Bewohner verscheuchte jedesmal die Diebe.
^rossseelheim, 27. März. Der Gutsbesitzer Soldau wurde, als er ein warmes Bad nahm, infolge Platzens eines Rohres so stark am Kopse verbrüht, daß er nach Marburg in die Klinik gebracht werden mußte.
Norbert (Kreis Marburg), 27. März. Im nahen Limystembruch wurde der Steinbrecher Werner aus dein nahen Londors von herabstürzenden Felsmasseu erschlagen.
Kirchliche Nachrichten.
Am 1. Lstertag.
Vormittags 9 Uhr: Herr Superintendent Schasst. Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Schröder.
Am Schlüsse des Nachmittagqotlesdienstcs Vorbereitung zum heil. Abedmahl für den 2. Festtag.
Am 2. Ostcrtag.
Vormittags 9 Uhr: Herr Superintendent Schasst.
Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Feyerabend.
Nachmittags 1 23 Uhr: Tanbstummcngottcsdienst in der Wohnung des Herrn Sup. «schafft.
Hierzu eine Beilage sowie Nr. 13 des „Illustrierten Sonntagsblattes".
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Hochachtungsvoll
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Teile hierdurch ergebenst mit, daß ich vom 1. April d. J. ab das von mir seit 32 Jahren betriebene
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an meinen Sohn Alfred abgebe, der es unter der alten Firma Robert Wölbing weiter führen wird.
Indem ich meiner hochverehrten Kundschaft für das mir geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte ich zugleich Ihr Wohlwollen auf meinen Sohn zu übertragen.
Hochachtungsvoll
Robert Wolbing
Maurermeister.
Hersfeld, den 30. März 1907.
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