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herssel-er Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 32. Donnerstag, den 14. März 1907.

Amtlicher teil.

Bekanntmachung.

Die diesjährigen Frühjahrskontrollversammlungen im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:

gu Hersfeld I

(Turnplatz an der Hainstraße) Mittwoch, den 10. April 1907, Vormittags 9 Uhr für sämtliche Reservisten der Stadt Hersseld.

gu Obergeis

(bei Gastwirt E r n st)

Mittwoch, den 10. April 1907, Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmershansen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Obergcis und Untergcis.

gu Heringen

(Schulplatz)

Montag, den 15. April 1907, Nachmittags 1230 Uhr für die Mannschafren aus den Gemeinden Bengendors, Heringen mit Hof Füllerode, Leimbach, Lengers, Widdershansen und WölferShausen.

gu Heimboldshausen

(bei Gastwirt Echterme yer)

Montag, den 15. April 1907, Nachmittags 4 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Heimboldshausen, Ausbach, Harnrode, Gethsemane, Philippsthal, Röhrigshos mit Nippe und Unterneurode.

gu Friedewald

(aus dem Schloßplatz)

Dienstag, vrr. »4». 44>^l itury MnüM.i^^ lft lll,, für die Mannschaften aus den Gemeinden Friedewaid, Hersa, Lautenhausen und Hillartshausen.

gu Schenklengsseld

(bei Gastwirt Kroneberg)

Dienstag, den 16. April 1907, Nachmittags » Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Conrode, Dünkel- rode, Malkomes, Motzfeld, Oberlengsseld, Hilmes, Lampertsseld, Landershausen, Ransbach, Schenklengsfeld, Schenksolz, Unter- weifenborn, WehrShausen und Wüstfeld.

gu Unterhaun

(bei Gastwirt San d los)

Freitag, den 19. April 1907, Vormittags 1O30 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Eltra, Hilperhausen, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.

gu Niederaula

(Kirchplatz.)

Sonnabend, den 20. April 1907, Vorm. 1O30 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Asbach, Beiershausen, Hattenbach, Kerspenhausen, Solms, Stärklos, Gutsbezirk

ßerzensmäcbte.

Novelle von Karl W e st e r n.

(Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Ottilie saß da, als habe sie der Schlag gerührt.Be­trogen," stöhnte sie,betrogen, um mich sicher zu machen und dann leichtes Spiel mit mir zu haben! O Männer, Männer! Gut, Robert, gut, daß Du kommst!"

Und sie brach in eine Flut von Tränen auS.

Als sie sich gesammelt und die Spuren ihrer Tränen ver­tilgt, ging sie direkt auf das Zimmer desHerrn" zu.

Ein fragender Blick dieser Augen, die so treu blicken konnten, traf sie, als sie eintrat.Nun, Fräulein Konradi," sagte er weich,haben Sie glückliche Nachrichten erhalten?"

Allerdings," gab sie zurück,sie bestimmen nnch, Ihr Haus zu verlassen, da mein natürlicher Beschützer zurückgckchrt ist und mich morgen abholen wird!"

Morgen schon?" Er nickte dabei und setzte sanft hinzu : Natürlich muß ich da zurückstehen! Aber warum sagten Sie mir nicht gleich, daß Sie verlobt seien?"

Ottiliens Blick verdunkelte sich, sie griff nach der Leime eines Fauteuils; dumpf kam es dann über ihre Lippen:Ver­lobt? Ich bin nicht verlobt! Mein Beschützer ist mein Bruder Robert!" .

Er sprang auf.Nicht verlobt, und frugen ErwmS Hand aus?"

Sie blickte vor sich nieder, schamrot.

Ich habe dieser Unterredung beigewohnt, Ottilie," gestand er nun heiser,es war vielleicht ein Unrecht, aber kurz, ich hörte alles und gewann die Ueberzeugung, daß Ihr Herz be­reits entschieden!

Sie schwieg und stand wie eine Statue da, bis er wieder begann: .,

Wenn Sie nicht verlobt sind, und Erwin, eine sehr gute Partie, ausschlugen, so durste ich dieses alles zu meinen Gunsten deuten, wenn Sie meine schöne Rose nicht verschinäht hätten!"

Sie blickte zu ihm herüber:Um Gott, das war JhresRosc?"

Engelbach mit Hof Sternberg, Kruspis, Mengshausen, Nieder­aula, Niederjossa und Holzheini.

gu Kirchheim

(bei Gastwirt Nutzn)

Sonnabend, den 20. April1S«7, Nachmittags 2 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allendorf, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode mit Hof Siebenmorgen, Heddersdors, Kemmerode, Kirchheim mit Weich und Eichmühle, Kleba, Reckerode, Reimboldshausen, Rotterterode mit Hof Beiersgraben und Willingshain mit Hof Löscher.

gu Hersfeld II

(Turnplatz an der Hainstraße)

Montag, den 22. April 1907, Vormittags 9 Uhr für sämtliche Wehrleute 1. Aufgebots sowie die Ersatz-Reservisten aus der Stadt Hersfeld.

gu Hersseld III

(Turnplatz an d e r H a i n st r a ß e)

Montag, den 22. April 1907, Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus, Gutsbezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshos, Sorga, Guts­bezirk Bingartes, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Rcilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Eichmühle, Hcenes, Rohrbach, Tann, Hermannshof und Wehneberg.

Zur strengen Beachtung für die Beteiligten fügt das Be­zirkskommando folgende Bemerkung hinzu:

1. Zu den Frühjahrskontrollvcrsammlnngen haben sich alle Mannschaften, welche der Reserve und Marinercserve, Landwehr und Seewehr 1. Aufgebots, der Ersatzreserven und Marineersatzreserven angehören, sämtliche zur Dis­position der Ersatzbehörden entlassenen, sowie die zur Disposition der Truppenteile und Marineteile beurlaubten der Reserve und Land"vehr l~mit'^iiVtlsltIffft"uiYW^ abgesundenen Ganzinvaliden.

* Nur diejenigen Wehrmänner und Seewehrmänner, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1895 eingetreten sind und deshalb bei den diesjährigen Herbstkontrollversammlungen zur Landwehr zweiten Auf­gebots übertreten, sind von der Frühjahrs-Kontrollver- sammlung d. J. entbunden.

2. Die Einberufung zu den Konttollverjammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämtlichen Ortschaften statt.

Die Nichtbefolgung der Berufung zu den Kontroll- Versammlungen hat Arrest zur Folge.

3. Die Mannschaften aus den einzelnen hier nicht genannten Höfen, Mühlen rc. werden zu den Ortschaften gerechnet, zu deren Gemeinden sie gehören.

4. Die Mannschaften haben den Militär­paß und das FührungSattest mit zur S t e l l e z u b r i n g e n.

5. Gesuche um Befreiung von der Kontrollversammlung sind

Er war wieder einen Schritt näher getreten:Ottilie," fragte er leise,Ottilie, dieser Ton! Sollte ich, dürste ich hoffen, daß"

Plötzlich richtete sie sich stolz auf:Herr Baron," entgeg- nete sie schroff,Sie treiben ein unwürdiges Spiel mit mir! Sie nennen sich Kurz und heißen doch v. Seeberg ; Sie geben sich für einen Inspektor aus und sind der Besitzer! Nein, nein, es bleibt dabei, ich gehe!"

Er trat aber nicht zurück, er griff nach ihrer Hand und hielt sie trotz alles Widerstrebens fest in bereinigen, indem er triumphierend sagte:Also, das ist der Schalten zwischen uns? Nun wohl, Inspektor bin ich hier allerdings nur, denn das Gut habe ich böser Erinnerungen wegen an Erwin v. Gülden verkauft; den Namen Kurz gaben Sie mir selbst, als ich Ihnen mitteilte:Ich heiße kurz Albrecht! Ich wollte Sie damals nicht mit einem hohen Titel von mir scheuchen! Und jetzt, Du scheue Taube, wo ich in Dein Herz geblickt, ist es mit der Komödie der Irrungen zu Ende: komme an mein Herz und sei mein geliebtes Weib!" Er harte sie umschlungen und sie weinte sich an seinem Herzen aus.

Gertrud kam eben dazu, um von der zukünftigen Mutter an sich gerissen zu werden.

Als am andern Tage Robert, ein stattlicher Mann, Vor­fahr, standen Albrecht und Ottilie Arm in Arm auf derRampe und'der Gutsherr rief:Willkommen, Herr Schwager!"

Daraus schloß Ottilie den Ueberraschten lachend und weinend in die Anne. Aber das Glück ist mit dem jungen Paare bei der Ueberfteblung nach Seeberg ins neue Heim ein- gesogen. Und die gute Frau Altmann wird von Ottilien öfters als Gast eingeladen, und sieht, wie Herzensmächte mehr Wert haben, als Geld und Gut.

Crugglikk.

Erzählung von Helene B o i g t.

(Nachdruck verboten.)

Goldene Sonnenstrahlen brachen durchs Gebüsch und flimmerten aus dem kleinen Teich, an dessen Ufern ein junger

rechtzeitig bei dem Hauptmeldeamt des Königlichen Be- zirks-Kommandos Hersseld anzubringen und können nur durch das Bezirks-Kommando genehmigt werden. Er­hält der Betreffende keinen Bescheid, so hat er zu der Kontrollversammlung zu erscheinen.

6. Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige Verhinderungs­fälle müssen entweder durch ärztliche Atteste oder durch Atteste der Orts- und Polizeibehörde, welche spätestens auf dem Kontrollplatz abzugeben sind, bescheinigt werden. In allen ärztlichen Attesten ist die Krankheit anzugeben. Atteste, welche nur die Bemerkung enthalten, daß ein Mann am Erscheinen zur Kontrollversammlung gehindert ist, ohne Angabe des Grundes sind ungültig und werden nicht angenommen.

7. Alle Mannschaften gehören während des ganzen Tages, zu welchen sie zur Kontrollversammlung berufen sind, zum aktiven Heer und sind demnach dem Militärstraf­gesetzbuch unterworfen.

8. Es wird noch ausdrücklich bemerkt, daß diejenigen Mann­schaften, welche zur Fahrt nach dem Kontrollversamm- InngSort die Eisenbahn benutzen, keinerlei Anspruch aus Verabfolgung einer Militärsahrkarte seitens ber betreffen« den Eisenbahnstation haben.

Hersfeld, den 11. März 1907.

Königliches Bezirkskommando.

* *

Hersfeld, am 11. März 1907.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorstehcr deS hiesigen Kreises werden hierdurch angewiesen, die vorstehende Bekannt­machung in ihren Gemeindebezirken alsbald wiederholt zur öffentlichen Kenntnis zu bringen und namentlich den betreffenden Mannschaften noch besonders mitzuteilen.

u TW G^ndyrm. IN dessen Bezirk der KaMrollort gehört hat Kontrollversammlungen zugegen zu sein.

I M. 4^8. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersseld, den 8. März 1907.

Auf Grund des Allerhöchsten Erlasses vom 12. Juli 1867 (Gesetz-Sammlung Seite 1310) ist

1. dem Heizer Philipp Bernhard Merle, geboren am 27. Februar 1876 zu Asbach, Kreis Hersseld, wohnhaft zu Kalkobes, Kreis HerSfeld,

2. seiner Ehefrau Anna Martha Merle, geborenen Jäger, geboren am 9. März 1878 zu Rhina, Kreis Hünfeld, wohnhaft zu Kalkobes

und seinen Kindern, nämlich:

3. Luise Elise Merle, geboren am 1. Juli 1905 zu HerSfeld, wohnhaft zu Kalkobes und

4. Anna Katharina Merle, geboren am 28. Dezember 1906 zu Kalkobes, wohnhaft zu Kalkobes,

Marineoffizier und ein schönes junges Mädchen bunte Lampions an roter Schnur anhängten. Ihr silberhelles Lachen, ihre glänzenden Augen und schwarzen Flechten schienen ersteren völlig erobert zu haben; er sah und hörte nur sie und richtete eine unverzeihliche Geschmacklosigkeit unter den Papierlampen an.

Aber Vetter, wo sind Deine Gedanken," rief die junge Dame schmollend,ich werde bei der Tante über Dich klagen; hier hast Du blaue und lila Lampions dicht nebeneinander ausgehangen."

Hm, das sieht gar nicht schlecht auS," lachte der Offizier lustig,aber wenn Tu befiehlst, Cousinchen, so hänge ich einen maigrünen dazwischen."

Margot hob entsetzt beide Hände in die Höhe.Das wäre vom Regen in die Traufe gekommen! Was seid Ihr Seebären denn für Menschen? Ich möchte Dir Unterricht in der Farben­lehre geben."

O ja, Margot, tue das," rief der Vetter eifrig,es kann mir von großem Nutzen sein," und er griff nach der kleinen, weichen Hand, als wolle er sie nie wieder loslassen. Sie be­freite sich hastig von dieser Berührung, doch sie lächte dabei vielsagend, immer fester zog sich das Netz um Lcumanr Hasio Leutmann zusammen, ohne daß er auch nur daS Geringste ahnte.

AuS einem Seitenwege kam jetzt ein ältlicher Herr näher und betrachtete über die Brillengläser hinweg fast feindselig die jungen Leute.

Armer Hasso," murmelte er vor sich hin, .wenn ich Dich doch warnen könnte vor dem schönen Unhold, sie trieb vor Dir schon mit drei anderen dasselbe Spiel."

Nachdenklich betrachtete er den jungen Offizier, dessen ele­gante Erscheinung, liebenswürdiges Wesen und sympathische Stimme ihn überall zum gefeierten Damenliebling machten.

Nimm Dich in acht, Hasso," klang setzt MargotS Stimme herüber,der Ballon wackelt und der Stern daneben wird gleich in? Wasser fallen." ,

Cousinchen, daS kommt im Leben oft vor, Das uns Die Sterne inS Wasser fallen," klang HafsoS Antwort und der alte Mann nickte trübe bestätigend dazu:Ja, ja, mein armer Junge, cS wird Dir auch so gehen. Dein Stern fällt auS