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hersfeloer Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Kernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 25.

Dienstag, den 26. Februar

1907.

Amtlicher Ceil.

Hersfeld, den 21. Februar 1907.

Nachdem nunmehr die Vermcsfungsarbeiten im Kreise be­endet sind, können nach einem Ersuchen der Königlichen Landes- Ausnähmc (Trigonometrische Abteilung) zu Berlin sämtliche noch vorhandenen trigonometrischen Signale abgebrochen und entfernt werden. Sie sollen, soweit die Signale nicht einen größeren Wert haben, den Grundstücksbesitzern zur Forträumung unentgeltlich überlassen werden.

Die Herren Ortsvorstände werden ersucht, Vorstehendes den beteiligten Grundstücksbesitzern bekannt zu geben. Beim Abbruch der Signale sind die Marksteine vor Beschädigung oder Verrückung sorgfältig zu schützen.

1. 1621. Der Königliche Landrat.

I. V.

T h a m e r.

Hersfeld, den 22. Februar 1907.

Die Ortspolizeibehörden des Kreises mache ich auf die dem­nächst in einer Sonderbeilage zum Regierungs-Amtsblatt zur Veröffentlichung kommende Anweisung zur Ausführung des deutsch-niederländischen Niederlassungsvertrages vom 17. De­zember 1904 (R. Ges. Blatt 1906 S. 879), der am 29. Januar d. Js. in Kraft getreten ist, besonders aufmerksam. 1. 1744. Der Königliche Landrat.

J. V.: T h a m e r.

Hersseld, den 21. Februar 1907.

Unter den Schweinen des Metzgermcistcrs Peter Wolfs zu Hersfeld ist die Schweincseuche ausgebrochen. 1. 1636. Der Königliche Landrat.

I. V.

T h a m e r.

Hersfeld, den 22. Februar 1907.

Die aus Donnerstag den 7. und 21. März d. Js. in der Stadt Fulda angesetzten Viehmärkte werden unter den seither bekannt gegebenen Bestimmungen abgehalten.

Mit dem Auftrieb darf um 7V2 am 21. März um 71/« Uhr morgens begonnen werden.

1. 1686. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

nichtamtlicher Ceil.

Die Unterwerfung der Bondelzwarts.

Das zwischen Oberstleutnant v. Estorff und den Bondelzwart- Hottentotten mit Zustimmung des Oberst v. Deimling abge-

See Anopf

Kriminal-Novelle von C. W e b st e r.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Willst Du sie mir putzen?" fragte er William.

Gern, Sir!"

Er begann sein Werk.

Da ist ein Knopf platt gefahren, Sir."

Besser einen Knopf als den Fuß," lachte Harry.

Ganz gewiß."

Die Arbeit war schnell gemacht und Harry warf dem Jungen fünf Cents zu.

Seit diesem Tage ließ sich Harry Elgins öfter von William Spencer die Schuhe wichsen, wofür er jedes Mal fünf Cents erhielt. Der plattgefahrene Knopf saß nach immer am Schuh­werk, William ahnte damals nicht, welche Rolle dieses kleine, unbedeutende Ding noch einmal in seinem Leben spielen sollte.

Tom Schcppard war seit einiger Zeit in großer Aufregung : bei einer heimlichen Revision von HarryS Schlafstube fand der falsche Freund ein liegengebliebenes Tagebuch seines Rivalen, welches er neugierig durchsah.

Er bebte vor Zorn, denn hiernach war kein Zweifel mehr, daß Harry die schöne Gladys liebte.

Und sie?" brummte er.

Sein Unmut wuchs, da Miß GladyS, ihn kalt grüßte! als er aber einstmals eine Unterhaltung beginnen wollte, sah ihn die junge Dame hochmütig von oben herab an und ging die Treppe hinaus.

Tom knirschte mit den Zähnen. Das mußte ihm, dein schönen Tom, passieren!

Na warte!" zischte er.

Auf Harrys Fürsprache blieb er übrigens nach wie vor bei der Firma im Dienst.

*

Sie sehen sehr krank ans, Mr. ElginS!" sagte eines Tages im Juli Mr. Mounts zu Harry.Ich werde dem Chef sagen, daß er sie auf vier Wochen nach Lang Branch entläßt. In

schlosscne UnterwersungSabkommen vom 23. Dezember 1906 hat folgenden Inhalt:

1) Die Bondelzwart-Hottentotten unterwerfen sich der Deutschen Regierung und erkennen deren Herrschaft an. Sie geben das Versprechen ab, fortan treue und gehorsame Unter­tanen zu sein;

2) die Bondelzwart-Hottentotten liefern alle Gewehre und die noch in ihren Händen befindliche Munition ab. In Zu­kunft dürfen sie weder Gewehre noch Munition führen. Zu Jagdzwecken können ihnen jedoch auf einige Tage von den Aussichtsorganen einige Gewehre leihweise überlassen werden;

3) die Bondelzwarts erhalten zur Ansiedlung die Plätze Warmbad, Haib, Gobis Draihuk und Mörtel. Die Bondelzwarts sollen aus ihren Plätzen als freie Männer leben. Freie Be­wegung innerhalb der Plätze ist ihnen gestattet; nach außer­halb dürfen sie nur mit Paß gehen. Von den ihnen über« wiefenen Plätzen dürfen sie ohne Genehmigung weder etwas verkaufen noch verpachten;

4) zum Lebensunterhalt erhalten die Bondelzwarts 1500 Bockies (Ziegen und Schafe) hauptsächlich Multervieh, das bei Gestellung von Zurückkehrenden entsprechend nachzuliefern ist. Der Kapitän der Bondelzwarts erhält etwa 300 Stück Klein­vieh und ein Gespann Ochsen. Die 1500 Bockies bleiben Eigentum der Regierung ; der Nachwuchs gehört den Bondelzwarts. Das dem Kapitän überwiesene Gespann Ochsen ist nach und nach von Erträgnissen des Frachtfahrens abzuzahlen. Die 300 Stück Kleinvieh sind freies Eigcntuin des Kapitäns. Bis das Vieh herangeschafft worden ist, und solange die Bondelzwarts sich noch nicht selbst ernähren können, bekommen sie Verpflegung von der Regierung;

5) von der Regierung wird sofort bei der Kapregierung die Rückkehr der noch auf englischem Gebiet befindlichen Männer, Weiber und Kinder verlangt werden;

6) die vorliegende Abmachung wird auf alle Bondelzwarts, welche sich noch stellen wollen, ausgedehnt z. B. Morris, Joseph Christian mit Anhang. Aber auch diese müssen ihre Gewehre abgeben;

7) den Stuurmann-Leuten wird sreigestellt, nach Spitzkopf zu gehen;

8) für die Bondelzwarts wird ein Offizier oder ein Be­amter vorerst Graf Kageneck bestimmt, der ihre Inte­ressen vertreten soll, und an den sie sich in allen Fragen wenden können.

Momtrifii mehrt sich gegen die 6in< mnnütrung.

Obwohl ganz Amerika seine Kulturbevölkerung, seine wirtschaft­liche Blüte und feine große Entwickelung,samt und sonders der europäischen Einwanderung verdankt, und zumal Nordamerika seiner ganzen Bevölkerung nach vorzugsweise aus germanischen Elementen besteht, die aus England, Deutschland, Schweden,

der See müssen sie baden und Seeluft atmen, wenn sie genesen wollen. Sie haben sich überarbeitet, junger Herr!"

Sie mögen recht haben, Sir!"

Ganz gewiß."

Tom warf ihm einen bösen Blick zu und dachte:

Mir bietet er keine Ferien an, der alte Nörgler!"

Aber Mister Mounts blickte dann auf:

Sie, Dir. Scheppard, haben in drei Wochen vierzehn Tage Urlaub, hat der Chef angeordnet, sobald Mr. Foxley, der erste Buchhalter, zurückkehrt.

Ich danke!" erwiderte Tom.

Wohin wollen Sie?"

Auch nach Song Branch!"

Das lobe ich mir!"

Wir sind noch acht Tage bei einander!" sagte Harry freundlich.

Wenn ich über Nacht nicht noch meinen Plan ändere."

Du wirst doch nicht."

Unmöglich wärs nicht! Ich möchte gern einmal in daS Alleghanie-Gebirge hinein."

Auch dort ists schön," meinte nun Mr. Mounts.Aber die See bleibt in ihrer Wirkung auf die Nerven doch einmal die See."

Harry und Mr. Foxley reisten bald ab, und Tom Schep­pard saß, wenn er daheim war, allein.

Bisweilen bekam er von Harry Elgins eine Karte, worin dieser seine Erlebnisse mitteilte. Auch Mr. Mounts erhielt eine Karte. Er sagte darüber:

Er wohnt im Bathing-Hotcl. Sehr vernünftig. Zwar etwas teuer, aber ein sehr solides Haus in der Verpflegung. Großartig, Mr. Scheppard!"

Mir zu teuer!" lachte Tom.Ich habe da die Pension der Mrs. Flictscher empfohlen erhalten und bin schon mit der Dame einig."

MrS. Flictscher? Ah, ich erinnere mich. Auch sehr gut, nur kleineres Haus."

Das macht nichts, ich werde täglich durch die Natur streifen."

Mr. Mounts nickte und dachte:

Norwegen, Holland und Oesterreich eingewandert sind und dort in Urwäldern und Prärien ein großes Reich der Kultur­arbeit gegründet haben, so hält es jetzt die nordamerikanische Regierung doch für notwendig, sich der Einwanderung ge­wisser Elemente zu erwehren und die ganze Einwanderung unter Kontrolle zu nehmen. Es geschieht dies keineswegs deshalb, weil in Nordamerika kein Platz mehr für Einwanderer vorhanden ist, sondern die nordamerikanische Regierung, sowie auch die Regierungen der einzelnen amerikanischen Bundes- staaten haben gegenwärtig die große Sorge, daß durch die Art der Einwanderung, wie sie in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat, nicht nur der Karakter des ganzen norb« amerikanischen Volkes nachteilig verändert, sondern auch das ganze amerikanische Erwerbsleben einen bedenklichen Nachteil erfahren kann. Es sind nämlich in den letzten Jahrzenten viel weniger Engländer, Deutsche, Schotten, Norweger und Holländer in Nordamerika eingewandert als in früheren Zeiten, dagegen hat sich die Einwanderung slavischer Völkerfchaftcn aus Ruß­land, Polen und Oesterreich, ferner auch der romanischen Völkerschaften aus Italien und Spanien und zuletzt auch die Einwanderung von Japanern und Chinesen in die Nord­amerikanische Union sehr vermehrt. Wenn in dieser Richtung die Einwanderung fremder Völker, die sich den germanisch-nordamerikanischen Elementen nicht anpassen, so weiter geht, so kann in einigen Jahrzehnten Nordamerika dreißig bis vierzig Millionen Einwohner haben, die einer ganz anderen und nicht angepaßten Rasse angeboren wie die Nordameri­kaner, und aus einer solchen Entwickelung würden natürlich für die große nordamerikanische Republik große politische, so­ziale und wirtschaftliche Gefahren entstehen. Schon die ganze Art und Weise, wie sich die Japaner und Chinesen in Nord­amerika festgesetzt haben und wie sie mit wirtschaftlicher Ueber- legenhcit in Folge ihrer fabelhaften Bedürfnißlosigkeit gegen­über den Nordamerikanern auftreten, hat noch in jüngster Zeit gezeigt, daß Nordamerika sogar völkerrechtliche Streit­fragen auf seinem eigenen Gebiete bekommen kann. Die nord­amerikanische Regierumg suchte daher teils durch Einwande­rungsverbote gegenüber minderwertigen und mittellosen Per­sonen die ihr unerwünschte Einwanderung einzudämmcn, und nun haben die Gesetzgeber im Kongreß zu Washington noch ein neues Gefetz geschaffen, welches die Einwanderung nach Amerika noch weiter einschränken und besser regeln soll. DaS neue bereits angenommene Gesetz setzt eine Kopfsteuer von vier Dollars für Einwanderer, mit Ausnahme solcher, die aus Kanada, Neufundland, Kuba und Mexiko kommen, eS sagt aber nichts über Einwanderer die in Puertorico Hawaii, Guam und den Philippinen landen. Weiterhin sind neue Bestimmungen über den den Passagieren aus den AuS- wandererschiffen zu gewährenden Luftraum getroffen worden, und zwar werden für jede Person auf allen Schiffen, die Einwanderer nach den Vereinigten Staaten bringen, 18 Raum­fuß mehr für das Hauptdeck und das erste Zwischendeck und 20 Raumfuß mehr für das zweite Zwischendeck verlangt. Das

Er ist doch ein anderer geworden."

Der alte Herr ahnte nicht, daß alles Maske war.

Vergeblich machte in diesen Tagen Tom Scheppard erneute Anläufe, um mit Miß Gladys anzuknüpfen, sie aber blieb ab­lehnend wie Eis.

Noch eins erbitterte Tom mehr und mehr: er sah bei seinen heimlichen Revisionen von Harrys Schlafzimmer, daß sich dessen Ersparnisse wieder vermehrt hatten.

Und bei mir läuft daS Salair" brummte erwie das Wasser durch das Sieb! Verflucht!"

Tom hegte jetzt einen furchtbaren Haß gegen Harry und schwarze Pläne stiegen oft in feinem bösen Herzen gegen den edeln Freund aus.

Da traf ein Brief ein von Harry.

Lieber Tom!" schrieb er.Es ist mir nachgerade hier sehr langweilig; wirklich, wäre die See nicht, längst wäre ich zurück. Dieses Badeleben ist mir eine Tortur. Aber nun kommst du ja bald. Mein einziges Vergnügen ist meine Fahrt nach dem Lyckfelsen. Ich habe ein Boot vom Hotel in Pacht, fahre früh hinaus, binde mein Boot an und nehme mein Bad eine halbe Stunde lang. Dann kehre ich zurück und ruhe. Ich habe schon eine bessere Farbe bekommen, auch schmeckt mir das Essen besser. Es grüßt dich herzlich dein

Harry ElginS."

Der Duckmäuser hat in allem Glück," lach» Tom- misch.Auf dein Lyckfelsen badet er? Muß mir daS Ding ansehen. Wenn es günstig ist, Teufel noch einmal, keine bessere Gelegenheit gäbe es für mich, ihn zu beseitigen und seine Erbschaft anzutrelen! Nun muß ich sehen!"

Kaum in Song Branch angekommen, eilte er zu MrS. Flictscher.

Ich bin Tom Scheppard! Mein Zimmer, parterre, nach hinten hinaus, im Stande?"

Sie führte ihn in sein Gemach und er sagte kopfnickcnd:

Es ist gut, MrS. Flictscher."

Harrn Elgins war hocherfreut, Tom zu feben und sagte:

Da bist du ja, alter Junge. Fährst du mit mir nach dem Lnckfclsen?" ..

Wenn du mich an der Landzunge hinter Dirs. ^llctichcrS