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herrfel-er Kreisblatt
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Zernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. IV. Donnerstag, den V. Februar 190V.
Amtlicher Ccil.
Hersseld, den 4. Februar 1907.
Nach Erlaß des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 16. Januar d. Js., III. 78, sind in Ziffer 16 Satz 1 der Anweisung betreffend das Verfahren bei der Ausstellung und dem Umtausche sowie bei der Erneuerung (Ersetzung) und der Berichtigung von Quittungskarten vom 17. November 1899 (M. Bl. f. d. i. V. 1900 S. 16) hinter dem Worte „portofrei" die Worte: „und zwar als Sendung mit Wertangabe" eingeschaltet.
Den Herren Ortsvorständen des Kreises gebe ich hiervon Kenntnis. Ich ersuche um Beachtung dieser neuen Anordnung. 1. 1162. Der Königliche Landrat.
I. V.:
Trott zu Solz, Regierungs-Referendar.
Hersseld, den 4. Februar 1907.
In der Zeit vom 25. Februar bis 30. März d. Js. wird im hiesigen Schlachthofe ein Kursus in der Fleisch- und Trichinenschau abgehalten werden.
Anmeldungen zu demselben sind bis zum 18. Februar d. I s. bei dem Schlachthofverwalter Herrn Tierarzt Friederich anzubringen.
I. 1115. Der Königliche Landrat.
J. V.:
T h a m e r.
nichtamtlicher Ceil.
ZEisfieiltmle» her 6ttm«d|tt.
Um einen Vergleich mit den Bewilligungen für die deutsche Kriegsmarine ziehen zu können, ist es interessant, näheres über den Stand der Neubauten von Kriegsschiffen in England, Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika zu erfahren.
Die mit ihren Schiffbauten am weitesten rückständige Marine ist die der Vereinigten Staaten, wo zur Zeit noch 12 Linienschiffe und 8 Panzerkreuzer im Bau oder projektiert sind. Aus dem Jahre 1899/1900 sind bis jetzt fertiggestellt das Linienschiff „New Jersy" und die beiden Panzerkreuzer „Pennsylvania" und „West-Virginia," im Bau befinden sich noch 2 Linienschiffe und 1 Panzerkreuzer. Die in der gleichen Zeit für Deutschland bewilligten Schiffe „Wittelsbach", „Wettin" und „Zähringen" haben bereits im Winter 1902/03 ihre Probefahrten gemacht. Von den im Rechnungsjahre 1900/01 bewilligten amerikanischen Schiffen sind 2 Linienschiffe und 3 Panzerkreuzer noch im Bau. Im Jahre 1901/02 wurden in
Um €bre und Namen.
Roman nach dem Englischen von Clara Rheinau. (Fortsetzung.)
Zweiundzwanzigstes ■ Kapitel.
In dem Herrenhaus von Wilberforce herrschte eine so friedliche Stille, daß man denken konnte, ein müder Geist und ein bedrücktes Herz werde hier die ersehnte Ruhe finden. Aber Alfred Merivale war es nicht bestimmt, je wieder die Bedeutung des Wortes „Frieden" an sich zu verspüren. Während er durch die große alte Halle schritt und die Zimmer aufsuchte, die er zu seinem persönlichen Gebrauch bestimmt hatte, pochte sein Herz mit krankhafter Heftigkeit. Es schien ihm, als sehe er die Gestalt des alten Sir Egbert Merivale am Fuße der Treppe stehen und lese in dessen erloschenen Augen sein Urteil geschrieben; es schien ihm, als ob Walters Antlitz aus jeder Ecke ihn strafend anschaue. In einer Art Fieber hatte er London verlassen, jetzt sehnte er sich wieder dorthin zurück.
Der Hausmeister blickte ihn mit kaum verhehltem Staunen an. Er fragte sich, tvas seinem Herrn wohl widerfahren sein könne. Sir Alfred sah sehr gealtert aus und glich mit seinen schlaffen Zügen nnd seinem nervösen Wesen nur »och wenig dem flotten, selbstbewußten Kavalier, der zu Sir Egberts Lebzeiten so häufig Besuche in Wilberforce abgestattet hatte. Allein gute Diener besitzen auch ihren Takt und der Mann erlaubte sich keinerlei Bemerkungen über das schlechte Aussehen seines jungen Herrn. Er berichtete über geschäftliche Angelegenheiten und händigte Sir Alfred mehrere Briefe ein, mit diesen auch das Paket, das Parnells treue Dienerin Sara von London überbracht hatte.
„Ich sollte Ihnen dies bei Ihrer Ankunft persönlich zustellen, Sir," bemerkte er, „eine alte Frau gab es hier ab.“
„Eine alte Frau ?" fragte Alfred hastig, aber in der nächsten Sekunde erinnerte er sich und ba5 Paket entfiel beinahe seiner zitternden Hand. Es hatte eine grausige Bedeutung für ihn, nicht wegen seines ganz gleichgültigen Inhalts, sondern weil sein bloßer Anblick alle schrecklichen Bilder heraufbeschwor, die er für immer zu vergessen trachtete.
Amerika Schiffe nicht bewilligt. Die im folgenden Jahre bewilligten 2 Linienschiffe und 2 Panzerkreuzer, ebenso die 5 Linienschiffe des Bauprogrammes 1903/04 sind sämtlich vom Stapel gelaufen. Die deutschen Bewilligungen waren die Schiffe „Lothringen" und „Deutschland". Von den 1904/05 bewilligten 3 Schiffen ist ein Linienschiff vom Stapel gelaufen, während 2 Panzerkreuzer noch auf Stapel stehen. Die 3 deutschen Schiffe „Pommern", „Hannover" und „Gneisenau" dieses Jahres sind bereits sämtlich vom Stapel. Die beiden 1905/06 bewilligten Linienschiffe, entsprechend den deutschen Schiffen „Schlesien," „Q" und „Scharnhorst", sind erst nach Beendigung des Rechnungsjahres vergeben worden.
Frankreich ist noch immer mit der Fertigstellung der legten Schiffe seines Flottengesetzes von 1900 beschäftigt. Die 2 Linienschiffe und Panzerkreuzer des Jahres 1901, entsprechend den seit Ende 1904 bezw. 1905 in der aktiven Flotte befindlichen deutschen Schiffen „Braunschweig," „Elsaß" und „Friedrich Karl", befinden sich zurzeit in Vorbereitung zu den Probefahrten. Die Fertigstellung der 4 Linienschiffe und eines Panzerkreuzers von 1902, entsprechend den deutschen Bewilligungen „Preußen", „Hessen" und „Roon", ist für Juli 1907 bis März 1908 vorgesehen. Der Panzerkreuzer des Jahres 1903 war am 1. Mai d. I. noch nicht ganz zur Hälfte fertig, während das deutsche Schiff desselben Programms bereits in die aktive Flotte eingetreten ist. Die im Jahre 1904 und 1905 bewilligten 2 Panzerkreuzer befinden sich noch im Bau, während die entsprechenden deutschen Neubauten „Gneisc- nau" bezw. „Scharnhost" bereits in diesem Jahre vom Stapel gelaufen sind. Von den sechs Linienschiffen des Jahres 1906 sind erst zwei in Auftrag gegeben worden, nnd ihre Fertigstellung liegt noch ziemlich fern.
In England gehen die Schiffe des Bauprogramms 1903/04, 3 Linienschiffe und 4 Panzerkreuzer, ihrer Vollendung entgegen, während von den deutschen Schiffen desselben Programms „Lothringen" und „Dork" mit den Probefahrten fertig sind und „Deutschland" bereits in Dienst gestellt hat. Von den 2 Linienschiffen und drei Panzerkreuzern des Jahres 1904/05, entsprechend den deutschen Schiffen „Pommern," „Hannover" und „Gneisenau", sind bisher nur 1 Linienschiff und 1 Panzerkreuzer vom Stapel gelaufen. Von den Schiffen des Programms 1905/06, 1 Linienschiff und 3 Panzerkreuzer, nimmt die „Dreagnought", die bereits fertiggestellt ist, eine Ausnahmestellung ein. Diese Krastleistung, die nur unter Aufwendung ganz außerordentlicher Mittel erzielt werden konnte, kann für Vergleichszwecke hier außer Betracht bleiben. Die drei Panzerkreuzer sind erst ganz gegen Ende des Bewilligungsjahres auf Stapel gesetzt worden. Die deutschen Bewilligungen für dasselbe Jahr umfassen die Linienschiffe „Schlesien" „Q" und den Panzerkreuzer „Scharnhorst."
Aus der obigen Zusammenstellung ist zu erkennen, daß in den Vereinigten Staaten die späteren Jahre einen verhältnismäßig besseren Fortgang der Neubauten zeigen als diejenigen aus den Jahren 1899/1900 und 1900/01. Die französischen
„Ich wünsche ungestört zu bleiben, Edwards," sagte er mit düsterer Miene. „Ich werde niemand empfangen, niemand, verstehen Sie mich?"
„Auch nicht Herrn Parnell, Sir?" fragte der Hausmeister.
Ein Fluch schwebte aus Alfreds Lippen, es kostete ihm gewaltige Anstrengung, sich zu beherrschen.
„Herr Parnell wird wahrscheinlich nicht kommen. Sollte er sich aber einfinben, ja, so führen Sie ihn zu mir."
Der Diener entfernte sich und Alfred blickte mit starren Augen auf das kleine Paket, das als Grund hatte dienen müssen, Sara aus dem Wege zu räumen, um ein entsetzliches Verbrechen zur Ausführung zu bringen. Ein furchtbares Zittern befiel ihn, die ganze Gefährlichkeit seiner Lage stürmte plötzlich auf ihn ein. Mit wilden Augen blickte er um sich, als ob er einen Ausweg suche. Das dunkle Eichengetäsel der Wände verlor die Schönheit und nahm die Form von Kerkermauern an. Er setzte sich nieder, immer die Augen aus das braune Paket geheftet und ein Dutzend Fragen drängten sich in seinem Hirn. Denn plötzlich war es ihm klar geworden, daß er außer Parnells Andeutung, das Hindernis sei beseitigt, absolut nichts bestimmtes von der ganzen Sache wußte. Ihrer Verabredung gemäss hatte Parnell die lichtscheue Arbeit getan, aber in welcher Weise war dies geschehen? Welche Mittel hatte er anzewendet, um sich ihres Feindes zu erledigen?
“ Er hatte damals keine Fragen gestellt, aber nun sehnte er sich, alles zu wissen, was vorgegangen war, so sehr er anderseits wieder davor zurückschreckte. Obschon für sie beide so viel auf dem Spiele stand, glaubte er doch nicht unbedingt an Parnells Zuverlässigkeit.
Es hatte jedoch gar keinen Zweck hier zu sitzen und solchen quälenden Gedanken nachzuhängen. So machte denn Alfred eine riesenhafte Anstrengung, sich aufzuraffen und seine Befürchtungen zu verlachen. Hie und da hatte er einen Moment stolzer Befriedigung. Er war hoch gestiegen, sagte er sich dann, er, der Sohn eines ehrlosen verachteten Mannes; er hatte dem Feinde, der ihm im Weg gestanden, den Fuß auf den Nacken gesetzt und seine Stelle eingenommen; er stand vor der Welt in hohem Ansehen und war der Besitzer eines fürstlichen Vermögens. Um alle diese Vorteile zu gewinnen, hatte er vieles
Neubauten, die bis zur Fertigstellung sechs Jahre brauchen, geben das Bild mangelhaften Fortschreitend während die Neubauten in England einen durchaus stetigen Fortgang zeigen. Deutschland hat, dank der Leistungsähigkeit seiner Schiffbau- Industrie und ihrer gleichmäßigen Inanspruchnahme durch die Marineverwaltung, in Ausführung seines Bauprogramms mit England überall mindestens gleichen Schritt gehalten.
Aus ]n- und Ausland.
Berlin den 5. Februar 1907.
Se. Majestät der Kaiser unternahm gestern nachmittag einen Spaziergang. Abends nahmen Ihre Majestäten an einem Ballfest bei den Kronprinzlichen Herrschaften teil. Heute morgen besuchte Se. Majestät der Kaiser den Reichskanzler und hörte im Königlichen Schlosse den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts.
Bei den Kronprinzlichen Herrschaften fand gestern abend im hiesigen Kronprinzlichen Palais ein Kostümball statt, zu dem etwa 200 Einladungen ergangen waren, und an welchem Ihre Majestäten, die Kaiserliche Familie, zahlreiche Mitglieder der Hofgesellschaft und des diplomatischen KorpS teilnahmen.
Zur Ausführung des Fleischbeschaugesetzes sind von den zuständigen preußischen Ministerien, dem Kultus- und dem Landwirtschastsministerrum, ergänzende Bestimmungen ergangen. Sie betreffen insbesondere die Schlachtvieh- und Fleischbeschau bei Schlachtungen im Inland. In Kühl- und Gefrierräumen, heißt es darin, darf der Feuchtigkeitsgehalt der Lust, um ein Verderben des Fleisches zu verhüten, höchstens 75 v. H. betragen. Zur Kontrolle des FwchfigkeitS- grades ist in den Kühl- oder Gesrierräumen ein selbstregistrie- render Feuchtigkeitsmesser aufzustellen. Bevor Fleisch, daS einer 21tägigen Durchkühlung unterlegen hat, in den Verkehr gebracht wird, ist durch einen Tierarzt festzustellen, ob das Fleisch gut erhalten und unverdorben ist. Die Kontrolle der Beschauer liegt in der Regel für die nichtärztlichen Beschauer den Kreistierärzten, für die tierärztlichen Beschauer den Departementstierärzten innerhalb ihrer Amtsbezirke ob. Die Tagebücher der Beschauer sind drei Jahre lang nach der letzten Einwägung auszubewahren. Sie werden alljährlich an die Kreistierärzte abgeliefert. Beim Ausscheiden aus dem Amte wird das Tagebuch weitergegeben.
Aus Tanger, 4. Februar, wird gemeldet: Die Mission Dye und P o b e g u i n wurde von dem Stamm derZenaga zwei Tagemärsche nördlich von Sab an dem Sebuflusse angegriffen. Die Abteilung Pobeguin geriet in einen Hinterhalt, wurde aber durch Reiterei der Eingeborenen unterstützt. Ein Führer der Mission wurde verwundet. Angesichts der Feindseligkeit der Eingeborenen mußte die Mission nach Rabat zurückkehren.
Das Geschrei der New Jorker Blätter von einem drohen-
gewagt, aber er hatte sie gewonnen. Damit sollte er sich gewiß doch zufrieden geben, schloß er dann stets seine Bewach» tungen.
Aber eine solche Stimmung hielt nicht lange an. ES war ja recht schön, in der Abenddämmerung durch die prächtigen Gärten zu wandern, in denen Juliana als fröhliches Kind so häufig gespielt hatte, und sich zu sagen, daß all bie» sein Eigentum sei. Aber diese Dinge konnten daS düstere Gespenst der Sorge nwfjt vertreiben, das ihn überallhin begleitete.
„Er sieht wie ein Mann aus, der eine Schuld auf dem Gewissen hat," sagte der Hausmeister für sich. „Wer einen solchen Besitz und soviel Geld geerbt hat, müßte doch eine ganz andere Miene dazu machen. Ich glaube fast, die Leute haben Recht mit ihrer Behauptung, von Wilbersorce könne nicht? Gutes mehr kommen, jetzt, wo Robert Merivale? Sohn olles besitzt."
*
Am Morgen nach Sir Alfreds Abreise nach dem Norden erregte eine sensationelle Nachricht die vornehmen Kreise von London. Etwas Schreckliche?, etwas ganz Außergewöhnliches hatte sich ereignet, was die Gemüter erschütterte und aufs höchste entsetzte. In dem Hause, das noch die sterblichen Ueberreste Eduard Armands barg, war während der Nacht Feuer aus- gebrochen, das sich mit solch rasender Schnelligkeit verbreitete, daß die rasch herbeigeeilte Feuerwehr dem Flammenmeer macht- los gegenüberftanb. Leider waren auch zwei Menschenleben zu beklagen. Lady Diana selbst hatte man in bald ohnmächtigem Zustande aus dem Hause getragen, auch der größte Teil der Dienerschaft hatte sich retten können, nur zwei Dienstmädchen, die hoch oben unter dem Dach in ihrer Kammer schliefen, verunglückten. Und mit diesen beiden lebenden Wesen fiel auch die Leiche Eduard Armands dem wütenden Element zum Opfer.
Um Mitternacht war da? Feuer auSgebrochen, aber bie Kunde davon» verbreitete sich so rasch, daß schon in früher Morgenstunde Hunderte sich in biefem vornehmen Stadtteil ansammelten, um alles zu sehen, was zu sehen war.
Der armen Lady Diana kam man mit vieler Freundlichkeit