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Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe.

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Der Anzeigenpreis beträgt für den Raum einer ein­gespaltenen Zeile 10 pfg., im amtlichen Teile 20 pfg. Reklamen die Zeile 25 pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährt.vsnr^n»

ersselder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage'

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. L Dienstag, den L Januar 1907.

Bestellungen

auf das

Bersfelder Kreisblatt

werden für das

1. Quartal

von allen Kaiserlichen Poftanftalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher CeiL

Oeffentliche Bekanntmachung.

EitUommeufteuerveranlagllug für das Steuerjahr 1907.

Auf Grund des § 25 des Einkommensteuergesetzes wird hiermit jeder bereits mit einem Ein! c mmen von mehr a15 3000 Mark veranlagte Steuer - V s l i ch : i g e :~ Rrerie Hersftld enfgefrxrDert, die Steuer er= "örrr.; frier An ?abrr$eri: stemmen nach dem vorrffchriebeuett Arrlar in der Zeit rom 4. J«»il«r 1907 bis 2L 5««er 1907 dem Rmer^chnemu ^--^ oder ;" Promko- as» der Berffcherww; aTp^&a^, Laß Die Lw^wew wach ö-ebe» W^"» uU -AewsieL omo^hr mi

£'-i 2cez lex^me: EA-exA^gec inS jm Lbmöe be LiwwwerMäww^ renr^,ubpm muh tdg .M2 rm: bs- 'omdme 2~m5emmg oder r.n ^rrmüm rufe curjauc A T e ,; Sendung der L.^?rdemuW webst her. merzeichrrmmL« Formularen Dirnen zeMw^ sie mrzgrvcr.Urr. oAimmmigai beicAg* Ab) wwd m Den nach neu Lagen rrrlgm. Le Formulare werden auch ron bemc ab :m Lmrslokale des Unterzeichneten krhenlos verabsolgt.

Die Einiendung schriftlicher Erklärungen durch Die Don ist zulässig, geschieht aber aus Gefahr des Absenders und des­halb zweckmäßig, mittels Einschreibebriefes. Mündliche Er­klärungen werden von dem Unterzeichneten in seinem Lmrs- lokalStift Nr. 671 während der Geschäftsstunden von 10 bis 12 Uhr Vormittags zu Protokoll entgegengenommen.

Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuer­erklärung versäumt, hat gemäß § 31 Absatz 1 des Ein­kommensteuergesetzes neben der im Veranlagungs- und Rechts- mittelversahren endgültig festgestellten Steuer einen Zuschlag von 5 Prozent zu derselben zu entrichten.

Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Verschweigung von Einkommen in der Steuer, erklärung find im § 72 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht.

Um Ehre und Hamen.

Roman nach dem Englischen von Clara Rheinau.

FomtHuag.)

Sie trennten sich mit einem HLnbedruck und Waller blickte Lam rom ijrnfter aus nach, bis er um die Ecke verschwand.

»Welch ein goldenes Her;" sagte er vor sich hin. Dann wandle er sich jeuszeud ab und schofle sich oa, seinen Geschirren naibrugeben. Aus Dem Wege ooch der Vobnung der Herren Bauer und Bedell trat er in einen Zloarrenladeo ein, um noch nähere Erkundigungen ein zu ziehen, als ein Name an sein L!hr schlug, der sein Blut zu Sieben brächte.

.Diese Zigarren sollen sofort zu Sir Alfred Merivale ge­bracht werden," sagte der Verkäufer zu einem Boten und Walter fragte im Impuls des Augenblickes:

Können Sie mir vielleicht die Adresse dieses Hmn geben?"

Der junge Mann notierte dieselbe bereitwillig und dankend verließ Walter den Laden. Ein plötzlicher Entschluß war in ihm gereift. Er wollte Alfred aussuchen und ihm das Wort Verräter" ins Gesicht schleudern. Mann gegen Mann würden sie einander gegenüber stehen und wie Alfred seiner nicht ge­schont hatte, wollte auch er kein Erbarmen zeigen. Alle Vor­sicht und Klugheit beiseite setzend, dachte er nur daran, daß jener Mann ihn von seinem Vater getrennt, aus der Heimat vertrieben und Schmach und Schande auf seinen Namen ge­häuft hatte.

Er stürmte durch die Straßen und hatte bald sein Ziel, Alfreds luxuriöse Stadtwohnung, erreicht. Der Diener, der ihm die Tür öffnete, betrachtete ihn neugierig.

Sir Alfred ist beschäftigt," sagte er, aber Walter schob ihn beiseite.

Er wird mich empfangen," bemerkte er kurz, und der Diener erkannte sofort, daß dieser Mann trotz seiner altfrän­kischen Kleidung der nämlichen Gescllschastsklasse angehörte, wie sein Herr. Trotzdem wiederholte er:

Ich kann Sie nicht eintreten lassen, mein Hen. Sir Al­fred gab mir strenge Order."

Ich werde die Verantwortung übernehmen," war Walters

Gemäß 8 71 des Einkommensteuergesetzes wird von Mit­gliedern einer in Preußen steuerpflichtigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung derjenige Teil der auf fie veranlagten Einkommensteuer nicht erhoben, welcher auf Gewinnanteile der Gesellschaft mit beschränkter Haftung entfällt. Diese Vor­schrift findet aber nur auf solche Steuerpflichtige Anwendung, welche eine Steuererklärung abgegeben und in dieser den von ihnen empfangenen Geschäftsgewinn besonders bezeichnet haben. Daher müssen alle Steuerpflichtigen, welche eine Berück­sichtigung gemäß 8 71 a. a. O. erwarten, mögen sie bereits im Vorjahr nach einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagt gewesen sein oder nicht, binnen der oben bezeich nelen Frist eine, die nähere Bezeichnung des empfangenen Geschästsgewinnes aus der Gesellschaft mit beschränkter Haftung enthaltende Steuererklärung einreichen.

Ueber die Höhe der staatlich veranlagten Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer wird auf Anfrage von mir und dem Katasteramt hier Auskunft erteilt.

Es wird gebeten, mit der Abgabe der Steuererklärungen nicht bis zu den letzten Tagen zu matten, sondern die Er­klärungen möglichst srübzeing innerhalb der Frist cinzusenden

Hersfeld, den 11. Dezember 1906.

Der Vorsitzende der (Einkommensteuer:

Veranloyungs-Koimmnion

St. 3193. von Grauelins.

Her-ftQ, des 28. Dezember 1906.

2v SchvbfteLr s L<alf »meS mcri m» k Ammr 190? aS A- Das fcfu=z2 ber^Lim fertelx wch-w Ar Lib-w-z = H ' 12. ;^ebaä bei 150 AI kwch-a- :xAsAhc.:. Der ämAri:^ :m 2 iAStöcSrt :-.-int 130 ST

Bewerber sollen fe St?hmg$gra5? neim .Zenrn "eri bis zum 15. 3"dTr 1907 bei bat Kärwabichew Owschr»- ioekror Herrn Armer Schenk in Schenkleng-^A: oder dem Uniriiierchneren einreichen.

1. 10548. NamesS des SthnlBornenbts: von ®r nneliuS, Königlicher Laudrat.

Hersseld, den 29. Dezember 1906.

Unter den Schweinebeständen 1. des Lorenz Jber und 2 des Jakob Rosenkranz zu Niederhülsa, Kreis Homberg, 3. des Handelsmanns Job. Schneider und 4. des Landwitts Salbeis zu Oberhülsa, Kreis Homberg, ist die Schweincseuche aus­gebrochen.

1. 10535. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

Hersseld, den 24. Dezember 1906.

Die unter dem Schwcinebcstande des Landwitts Konrad

Entgegnung.Ich muß Ihren Herrn sprechen. Zeigen Sie mir sein Zimmer."

Der Diener zuckte die Achseln. Ohne einen Auftritt her- beizuführen, konnte er bieten Bciucher nichr abtuenen und über­dies baue er die unklare Emosindung, daß Walter ein gutes Recht zum Ginneten habe. So ö-nete er denn t e Tür cno bmchrr dir bereus rrwäbme Enrichulüroung vor. Salier 'olate ihm in das Zimmer.

Die drei Herren v-ibi-ttrr^ sich schweigend, bis der Diener sich enlierr.l taue. WollerS Er>cheinsa hatte Parnell omrog« liess noch mehr erichrecki als Merivale. Die M. ene bahn drückte ein so forfeS Schuldbewußtv.n aus, daß Wallers Ver­dacht sofort zur Gewißheit wurde. Seine Gedanken schwebten rasch in bie Vergangenheit zurück und er erinnerte sich, daß Alfreds Gefährte in Oxford in sehr schlechtem Ruf geftanden hatte. Ohne Zweriel war dieser Mann Alired behilflich ge­wesen, den Plan, bet ihn selbst inS Verderben stürzen sollte, zur Ausführung zu bringen.

Alfled war der erste, der seine Stimme wieder fand. Ein Ausdruck von Haß und Furcht entstellte sein sonst so schöne- Gesicht, als er in heiserem Tone fragte:

Was tust Du hier? Wer gibt Dir daS Recht, in mein Zimmer einzudringen?"

Ehe Walter Zeit zu einer Antwort fand, mischte Pamell sich ein.

Mein lieber Alfred," sagte er hastig,vergessen Sie nicht, daß Sie zu Ihrem Vetter sprechen."

Dann wandte er sich zu Walter und streckte ihm die Hand entgegen

Verzeihen Sie unsere anfängliche Bestürzung; seit mehr als einem Jahre glaubte die Welt Sie nicht mehr unter den Lebenden."

Walter ignorierte die dargebotene Hand.

Würden Sie die Güte haben, unS zu verlaffen?" sagte er kühl.Ich habe mit Alfred Merivale Dinge zu verhandeln, die man am besten unter vier Augen bespricht."

Parnell ergriff seinen Hut.

Natürlich," versetzte er leichthin,ich begreife daS. Al­fred, ich werde Sie später wieder aussuchen."

Mm'/^u/

Diebel zu Niederjopa ausg^rochen: Rotlauiseuch: in erlebn.

I. 10507. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

nichtamtlicher CeiL

Zum Jahreswechsel.

Das alte Jahr mit seiner Lust und Last ist verrauscht, und ein neues hat seinen Einzug gehalten.

Frisch mit Hoffnungsgrün begränzt Lächelt's floh der Welt entgegen, Grüßend winkt es jedem zu Und verheißt chm Glück und Segen.

Ein frohes neues Jahr wünscht uns jeder Mund, der unS begrüßt, au» der Ferne kommt manches Blatt, das von lieber Hand beschrieben wurde. Und läge eS in den mensch­lichen Wünschen, so wäre im neuen Jahre Glück und priesen überall.

Zwar ein eigentlicher Festtag ist ja der 91eujA:»:ag n:±r, soweit wir bei Festen an kirchliche Festtage b nfm, aber kein Tag im neuen Jahre ist geeigneter zur GAur m uns sr!t und zur Rückschau wie der erste Tag des neuen James, um die Grr.tr A des Oerffc Anen noch einmes an unserm Gerne-au;: vorub-rfteLeu M Lrna. Mancher teure Ungehörige und mancher Bebe Fieuns, der Schalter an Schumer m «rs Me: ke Schwelle des nun eunchmrrimeneu Fibres i-rrenen, wurde oew des Todes enge Hars wu in «er S :-r-m «ed ruht an ha mZer Fn-edhaift. orrü 2en-Te- :no Sag dinisS lredens «r :« L'-.'eL der 3er r.

nicht blos lear Merichoc, i»>a A« «xi uvenche er- lockenden. «I ner-ooechenke» c rTmuges »: ferecr-e dndr» ade VMS m3 ia ßaui» ^s FnbrÄ u Gerbe naaa m_ er. Aber nicht a2ri der ichwerzloch^i $edrfte und der mebr oder weniger derben Prmnngrit, nm, euch da oaflfl.ederie» fteudigrn Ereignete in Fmnck.e und L -cknogskre s, uLa n. beu Stunden, :n'uns kas verrnngM Jobr ir Mieter, willen wir mir mmgem Danke gegen Den ewigen Wellallackei er­denken, damu wir im Sem au tr. aus innen wcueren gnädigen Beistand mit ungebrochenem Mute und zuoersichütcha H«fnMig in das neue Jabr eintreten können.

Ein neues Jabr, ein neues Hoffen! Da Zukunft Schleier hat ein gütiges Geschick uns verhüllt, bafür aber bat es die nie versagende HoffnungSieligkeil in die Menicheubrv't gepflanzt. Und gerade beim Jahreswechsel bringt sie übermächtig noch Vollbringen und Gelingen. Vor allem die Ho^nung, die jeden deutschen Patrioten beseelt, daß das neue Jahr für unser Vaterland ein Jahr des Heils sein und ihm einen Reichstag bringen möge, da den lebendigen Beweis liefert, daß das deutsche Volk noch nicht in da Schmach eines va- ärgerten Nörgelgeiftes untergegangen, sondern bereit ist, seine Ehre zu wahren und sich da Sät er, die uns deS Reiches

Mit gutge'vielter Gletthgültigkcir verließ er daS Zimmer, aber draußen lehnte er sich zitternd an die Saab an. Welch fataler Zuftll!! Warum mußte Salier aerobe in einem solchen Augenblick kommen und ihn feiner:äfften SAe berauben! Nervös blickte er um sich. Was würde das Ende von dem all fein? Warrere kiner die Lntrrzelle, "nau erueS Lebens voll Glück and Freude an Snlmas Serie?

Er atmet fthrver nrb beflrmmaL DaS alle z-r:^=wt siel Er» ein, daß der Memch ernten merb^ r»s erefr : rbe. Sollte feine Seat ihm ra pm Berhängms taste 1 Nützlich r~! er sich am. Am Ende des Lvrrrdcrs wurde eine Tür geb An. und der D euer nähen: sich ihm.

Ich gehe noch nicht weg," erklärte ParrieL landab. .:ch iah mich nach einem anderen Zimmer um, wo ich --" Sir Alfled matten könnte. Der Fremde wird nutzt lange b.erben. "

Der Diener führte ihn in ein Gemach das durch eine Dur mit jenem, in welchem Alfled und Salier sich beenden, in Verbindung stand. Sobald er allein war, 'chlich er dicht heran und strengte sein Gehör an, um zu verstehen, was drinnen gesprochen wurde. Zuerst erkannte er Walters Stimme und erfaßte mit großer Schwierigkeit einige Sorte.

Ich vertraute Dir, ich hielt Dich für meinen einzigen Freund, denn Du allein standest zu mir, als das Schlimmste eintrat. Aber jetzt, Alfred, kenne ich die Wahrheit. Ich weiß, wer meines Vaters Namen fälschte, ich weiß, wer Tame Bettv ihrer Juwelen beraubte. Ich mußte für diese beiden Verbrecher leiden, aber jetzt soll die Gerechtigkeit ihren Laus haben!

Der Lauscher an der Tür schaudcttc. Ihm ivar, als fühlte er bereits die Hand jener Gerechtigkeit auf seiner Schulter. Mit fieberhafter Angst ermattete er Alfled- Antwort, aber bieie kam nicht. Immer war es Walters Stimme, die sprach- sie klang wie die Stimme eines gerechten, ehrenhaften, eines tief gekränkten Mannes.

Dein Werk ist Dir gelungen, Alfled. Du wußtest, daß Du eS mit einem törichter!, vertrauensseligen Knaben zu tun hattest! Kein Wunder, daß die Well Dich klug und ".'eiie nennt. UebrigenS bin ich nicht hier, um Dir all dies r.'131: halten, sondern um Dir mitzuteilen, daß ich beabsichnge. meine Rechte geltend zu machen. Ich bin meines Vaters Erbe und