lich lohnen. Diese Operation ist überhaupt ein gewaltiger Eingriff in dar Leben der Baumes. Wird dieselbe gar noch ohne Verständnis ausgeführt, so muß sie nachteilig wirken und eine Störung verursachen. Daß bei der Veredlung auf eine schöne, regelmäßige Krone Rücksicht ge- nommen werden muß, ist selbstverständlich.
Schmachrviichsrgc Gbstlraume, welche durch Die Grate noch mehr erschöpft wurden, schneide man jetzt zurück, es stärken sich dadurch die noch bleibenden Augen und wird der Trieb im Frühjahr um so kräftiger. Man versäume nicht das Anbinden junger Bäume, hauptsächlich an Straßen oder in freiliegenden Gärten. Zu Pfählen nehme man nur geschälte glatte Stangen, nicht darf die Rinde an solchen belasten werden, da sich hierunter alles Ungeziefer verkriechen würde. Außer beiden verwende man als Band alte Gurten, Schlauchstücke, Kokos- stricke, welche in 8 yorm um Stamm und Pfahl geschlungen und an letzterem festgenagelt werden.
Gbstbanmc, ' welche in gelockerten Boden gepflanzt werden, entwickeln sich in 10 Jahren kräftiger als solche, welche auf Grasoder Oedland gepflanzt wurden, in 20 Jahren.
Samenkerne von Steinobst-
Kirschen? Pfirsiche, Aprikosen 2c.) wachsen, wenn sie längere Zeit trocken liegen, nur selten, deshalb sät man sie gewöhnlich schon im Herbst, oder legt sie, wie bekannt, schichtenweffe in Sand. Wenn man sie auf den Rasen sät, mit Schiefer- oder Steinplatten zudeckt, und sie bis zum Frühjahr liegen läßt, so haben Luft und Feuchtigkeit derart darauf erngewiikl, daß sie in Erde gelegt, sofort aufgehen. Sogar die Pfiiüchkerne sind so mürbe geworden, daß der Keim mit Leichtigkeit durchdringen kann.
WiutcrIropfsalat.
Wenn der Frühling wieoerkommt, fehlt es der Hausfrau in der Küche an Gemüse und Salat. Der letztere läßt sich leicht im eigenen Garten beschaffen, wenn man rechtzeitig im Herbste an seine Auspflanzung denkt. Die Aussaat geschieht auf lockerem Lande in sonniger Lage. 8 dm Aufgeben der Pflänzchen stellen sich leicht Erdflöhe rin, welche die jungen Blättchen abnagen. Etwas Holzeiche, auf die Pflanzung gestreut und häufiges Bebraufen werden diese jesoch balo vertreiben. Sind die Pflänzchen einigermaßen erstarkt, so werden sie ausgepflanzt. Man zieht auf einem gut zubereiteten Beete, von Osten nach Westen gerichtet und in Abständen von 30 an 12 cm liefe Furchen, deren aufgeworfene Erde nach beiden Seiten nefunartig aufgesetzt wird und pflanzt in Entfernungen von 25 cm in d e Lohle der Furchen. Tritt die rauhe Jahreszeit ein, so bedeckt man die Pflanzenreihen locker mst Fichten- ober Tannenreisiz, welches zusammen mit der roiHurtig aufgesetzten Erde die Pflanzen hinreichend schützt, ioDaß sie den Wmter gut überdauern. Beim Eintreten milver Witterung im Frühjahr deckt man ab und fördert das Wachstum des Winterkopfsalates durch Auflockern und Begußen de^ Bodens mit lauwarmem Wasser, abwechselnd mit Dürggüyen. Die Köpfe werden unter dieser Pflege bis Ende April verbrauchsfähig.
3um Treibe« der Hyazinthe«.
Beim Treiben der Hyazinthen bemerkt man zuweilen, daß die, Blüienkno'pen, welche sich schon gefärbt haben, nicht ausölüben. Die Ursache davon liegt in der oft sehr trockenen Lust ves Wohnzimmers. Durch die Lufttrocken- Heit trocknen nämlich die an den Spitzen der Blumenblätter befindlichen Häkchen, welche gewöhnlich ein grünliches Aussehen haben, ein und können sich nicht trennen, weil sie schon etwas welk geworden ssind. Man sorge daher für feuchte Lull, indem man auf dem Ofen reichlich Wasser verdunsten läßt. Die Hyazinthen lieben überhaupt eine mäßig feuchte Umgebung und erlangen hier ihre beste Ausbildung.
Älume«;wiebrl« in Mao».
Bisher pflanzte man seine Blumenzwiebeln, die im Wmter blühen sollten, also besonders die Hyazinthen in Blumentöpfe oder stellte sie später auf Gläser. Auf beiden Wegen ist man im allgemeinen nach einiger Uebung zum Ziel gelangt, doch find gelegentlich Mißerfolge vorgekommen: Die Zwiebeln faulten, die Blütenstiele blieben im Laub stecken. Nun teilt Ziergärtner Walter im praktischen Ratgeber für Obst- und Gartenbau mit, daß er sehr gute Erfolge hatte mit dem Einpflanzen der Zwiebeln in Moos. Ein Faulen der Zwiebeln ist nie vorgekommen, da viel Luft durch das Moos streicht. Die blühenden Zwiebeln lasten sich auch sehr leicht verpflanzen, da die Wurzeln mit dem Moos einen sehr festen Ballen bildeten; dieser Um* stand ist für Gärtner besonders wichtig. — Wer sich für diese Blum-nzwiebelkultur in Moos interessiert, wende mit Pcstkarte sich an das GefchästSamt des praktischen Ratgeber« in Frankfurt a. Oder. Diese« versendet auf Wunsch die betreffende Nummer an unsere Leser kostenfrei.
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Ä Allerlei. M
Die StarnurdK ist ein sehr genügsamer und leicht zu züchtender Fisch, welcher sehr rasch wächst und sehr fruchtbar ist; ihre Nah
rung besteht in Larven, Würmern, Wasterpflanzen, Pflanzen- wurzeln und Schlamm. Sie kommt in jeglichem Gewässer fort und eignet sich besonders zur Besetzung solcher Gewässer, aus die der Landwirt infolge weiter Entfernung ober sonstiger Umstände nicht viel aufwenden will oder in welchem andere Fische nicht fortkommen. Die Karausche erreicht ein Gewicht von über 1 kg.
Zum Schutz der Uadrlhoizpflanzuttgrn gege« Wildverbiß
empfiehlt Forstmeister Trautwein zu Eichelsdorf in der „Allg. Forst- und Jagdzeitung" den Teer. Seit etwa 20 Jahren sind in Eichelsdorf die verschiedensten Mittel gegen Wildverbiß angewendet worden: Papier- und Blechstreifen, Raupenleim, Pikrosötidin und zahlreiche ähnliche Fabrikate, Holzteer, entsäuerter Baumteer, Steinkohlenteer, Mischungen von Lehm, Kuhdünger, Teer, Ochsenblut, Soda 2C. in verschiedenen Kombinationen, Schwefelschlamm, Knospenschützer „Krone," Werg u. a. Sie haben mehr oder weniger ihre Schuldigkeit getan, ihre Kosten stellten sich aber sehr verschieden. Es ist daher unter gleich wirkenden Mitteln dem billigsten Vorzug zu geben. Dieses ist nach Ansicht Trautweins der entsäuerte Teer. Dieser soll an trockenen Herbsttagen nur an die Gipfeltriebe schwach aufgetragen werden; bei nassem Wetter oder so lange noch Reif an den Trieben sitzt, ist nicht zu teeren.
Wasscrleitnngsvrntil. D. R. G. M.
Ventile sind am zweckentsprechendsten, wenn sie einfach gestaltet sind, ohne hierbei in der zuverlässigen Wirkung und bequemen Hanvhabung nachteilig beeinflußt zu werden.
In der Abbildung ist ein WafferleitungSventil gezeigt, das von Herrn C. Zosel konstruiert wurde und sich durch einfache Gestaltung vorteilhaft auszeichnet. Das neue Ventil besteht aus einem als Ventilgehäuse dienenden T- ober Kreuzstück, das oberhalb durch einen Stopfen ver- schlossen ist, der mit einer Stopfbüchse versehen und in
welch letzterer die Handradspindel eingeschraubt ist. Im unteren Stutzen des Ventilgehäuses ist die Sitz- oder Ab- schlußfläche angebracht, auf welche sich der absperrende Ventilteller aufsetzt. Der Auslausstutzen des T-StüdeS ist wie üblich mit Innengewinde versehen, sodaß auf leichte Weise ein Anschluß hergestellt werden kann. Dar Ventil ist zweifellos als einfach zu bezeichnen; dasselbe ist auch zweckmäßig und vor allen Dingen in der Herstellung nicht teuer.
Der Verkauf dieses Schutzrechtes ober die Lizenzabgabe auf dasselbe ist der VerwertungSabteilung des Pateutan- waltrbureau Sack, Leipzig, übertragen und erhalten Interessenten dort gern jede diesbez. gewünschte Auskunft.
Schutz hölzerner Maschinenteile gegen glaprr.
In einem eisernen Tiegel werden 375 g Kolophonium geschmolzen und demselben 10 Liter Tran und 500 g Schwefel beifügt. Hierzu fügt man noch braunen Ocker oder einen anderen mit Leinöl abgeriebenen Farbstoff. Mit dieser noch heißen Mischung wird das Holz das erste mal nur dünn und dann nach dem Trocknen noch einmal bestrichen.
Fliegen- oder Vogelleim
eine stark klebende, zähe, schleimige, nicht eintroditenbe Mass«, deren man sich zum Fliegenfang und anderen Zwecken bedient, ist ein Produkt der Mistel. Alle Teile dieses Schmarotzerstrauches, besonders aber die weißen Beeren, enthalten einen wafferhellen, sehr zähen und klebrigen Stoff, das seiner chemischen Beschaffenheit nach dem Kautschuk nahe verwandte Visciu. Dasselbe wird durch AuSpressen der Beeren unter reichlichem Zusatz von Wasser auSgeschieden und stellt dann eine weiße, undurchsichtige, zähklebrige Masse, den Vogelleim dar. Eine andere Sorte von Vogelleim wird aus der Rinde der Stechpalme gewonnen und besteht aus einer graugrünen, stark klebenden
Masse von schwachsaurem Geruch. Künstlicher Vogelleim wird aus einer Mischung von fettem Del und Harz (Kolophonium, Fichtenharz und Rüböl) oder aus gelochtem Tischlerleim und Chlorzinklösung hergestcllt; diese haben aber den Uebelstand, verhältnismäßig rasch einzutrocknen und dann unwirksam zu werden.
fei Hauswirtschaft. WW
KiMger Anstrich für Fußböden.
Man nimmt die grünen Schalen der Walnüsse und schüttet sie aus einen Haufen. Wenn sie faul geworden, werden sie gekocht, und die dicke Brühe läßt man durch ein Sieb klar ablausen. Mit dieser Masse wird der Fußboden zweimal angestrichen und vor dem Trocknen mit Leinöl geölt. Dieser Anstrich soll sehr dauerhaft sein.
Reinigen wollener Möbelbrzüge.
Man bereitet sich eine Lösung von Salmiakgeist in warmem Wasser, ungefähr für 10 Pfg. in 8—10 Liter Wasser, und fügt etwas Waschseife hinzu. In die Lösung taucht man eine saubere Kleiderbürste und bürstet nun strichweise das Sofa ober andere Polstersachen. Es empfiehlt sich jedoch, sofort mit einem reinen Wischtuch trocken nachzureiben; man wird mit dem Erfolge zufrieden sein.
Fettflecken
lassen sich aus Seide entfernen, wenn man die Stelle mit Terpentin anfeuchtet und mit Boluserde bestreut. So bleibt es dann über Nacht liegen; anderen Tages wird die Erde abgestäubt und der Stoff mit einem seidenen Lappen nachgeputzt.
Verschmutzte Münze« reinigt man, indem man sie erwärmt und im erwärmten Zustande in reinen Alkohol legt, wo sie eine oder zwei Stunden liegen bleiben. Greift dieses Verfahren nicht an, so lege man sie ohne vorherige Erwärmung in verdünnte Essigsäure oder in verdünnte Salpetersäure.
Küche und Keller.
Gbstverwertnngs - Rezepte. Mispelmarmelade. Erst nachdem die Mispeln ein leichter Frost berührt, nimmt man sie vom Strauch und verwahrt diese in der Obstkammer bis zum Weichwerden. Vor der Marmeladenbereitung legt man die Früchte in Wasser bis zum Platzen, worauf sie durch ein Haarsieb getrieben werden. Mit Farinzucker aufs Feuer gebracht, muß die Masse bis zu einer sirupartigen Dicke einkochen. Auf 1 Kilo Mispeln rechnet man V, kg Zucker. Etwas Zitronensaft beim Kochen hinzugefügt erhöht den Geschmack der Marmelade.
— Apfeltee. Zu diesem Zwecke eignen sich am besten Goldreinette von Blendheim und Charlomonowsky. In kleine Teile geschnitten werden die Aepsel mit kochendem Wasser aufgebrüht und müssen ungefähr V« Stunde ziehen. Mit Rum oder Arak und etwas Zucker bereitet, ist der Apfeltee ein gern genossenes Getränk im Winter. — Apselsuppe. Acht zerkleinerte Aepsel werden mit etwas Weiß- und Schwarzbrot gekocht und durch ein Sieb gestrichen. Nachdem die Masse mit heißem Wasser genügend verdünnt und mit Zitronenschale und Zimmt gewürzt ist, läßt man die Suppe noch kurze Zeit kochen und fügt zuletzt noch ein Stück Butter hinzu. — Kürbissalat, Hierzu ist der Gurkenkürbts am geeignetsten. Das von Schale und Kerne gesäuberte Fleisch wird in kleine Scheiben geschnitten und mit Oel, Essig, Salz und Pfeffer tüchtig vermengt und zwar mehrere Stunden vor dem Gebrauch. Mit gekochten Eiern serviert ist der Kürbissalat ein sehr zuträgliches Gericht. — Gebratene Tomaten. Tue von Staub gereinigten und mit einem Tuch abgetrockneten Früchte werden mit etwas Butter auf schwachen! Feuer von allen Seiten gar gebraten und vor dem Anrichten mit gebräuntem Semmelbrösel bestreut.
Ragout von Wildente. Von einer gebratenen Wildente schneidet man mit einem scharfen Messer ba# bessere Fleisch in feine Schnittchen ober Filets und stellt sie beiseite. Das übrige Fleisch wird fein gewiegt, das Gerippe, der Kopf und die Häute im Mörser zu einem Brei gestoßen, dieser gestoßene Brei in die Sauce, die vom Braten des Geflügels übrig blieb, gegeben und mit einem Schöpflöffel Rindssuppe gut gedünstet, dann in einen Tiegel durch ein feines Haarsieb gestrichen. In die Sauce wird nun auch das gewiegte Fleisch eingerühn, sowie die Fleischschnittchen darin erwärmt, wieder Heraur- gehoben, das Ragout mit Wein, Zitronensaft oder Trüffel- essenz gewürzt in eine'Schüssel gegeben, die Fleischschnütchen darüber gelegt, kleine feine Knöderl ober Butterteig- pastetchen kranzförmig herumgelegt und serviert.
Fasanen Saluri». Die Reste von gebratenem Fasan werden in Stücke geschnitten, von der Haut befreit, mit Rotwein übergoffen unb bei Seite gestellt. Von dem Gc rippe, das man fein zerstößt, wird eine Brühe gekocht, bte mau mit braunem Mehl ober brauner Coulis unter fortwährendem Rühren dick verkocht, 2 Glas Rotwein darunter gießt und die Sauce durchfeiht. Nun läßt man die Fleisch- stücken in der Sauce warm werden und garniert sie beim Anrichten mit dreieckig geschnittenen Semmelcrontons. Statt der Knochenbrühe kann man auch die übiifj. blieb ue Bratensauce verwenden.